1835 / 361 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

in Bezug auf die Korn⸗Gesetze die Ansichten eines der au klaͤrtesten und vernuͤnftigsten Männer in England, Meylord

williams; und da Sc. Gutsbesitzer des Landes ist, daß er Ansichten verbreiten derjenigen Klasse, mit Nachtheil gereichen konnten.“

und Lehren unter

Der Morning Advertiser billigt das Schreiben voll— r Sheriff Herr Sciomons in Betreff seiner erklärten Aldermans⸗Woehl an die Einwohner von 2 hat, und bezeichnet es als eine große Inkon se⸗ quenz die wichtigen

kommen, welches der fuͤr ungültig

daß Jemand, der fuͤr fähn gehalten werde, und hohen Pflichten eines Sheriffs zu erfuͤllen, nicht fuͤr fähig gelten solle, das untergeordretere Amt eines Aldermang zu be⸗ kleiden. „Der Gerichtsh⸗f der Aldermen“, sagt dieses Blatt unter Anderem, „ist entöeder nicht im Stande, vder nicht Wil⸗— lens, das Unheil einzusehen, welches er dadurch uͤber die Gesell— schaft bringt, daß er Zweifel uͤber das Recht aufregt, vermittelst dessen ein öffentlicher Beamter in Fällen entscheidet, die für seine Mitmenschen di allerwichtigsten sind. Durch diese Handlung kann der Gerichtshof der Aldermen die Grundlagen der Gesell⸗ schaft in größere Verwirrung bringen und ihren Eck— stein mehr erschuͤttern, als die verzweifeltsten Gleichmacher, vor denen er einen solchen Widerwillen zu empfinden vorgiest. Die Sache wird aber noch duͤsterer, wenn wir auf das Folgende sehen. Herr Humphery wird an der Selle des Herrn Salomons vereidigt, und man fordert keine Erklärung von ihm uͤber seine Religion. Es werden Andere vereidigt, ohne daß man eine solche Erklaͤrung von ihnen fordert. Folglich haͤtte man sie auch Herrn Salomons nicht abzufordern brauchen, wenn man nicht die gehaͤssige Absicht hatte, eine ver⸗ altete Akte wieder hervorzusuchen, um boͤswilliger Weise ein In⸗ dividuum, gegen das man eingenommen war, von dem Amỹ ei⸗ nes Alderman auszuschließen. Aber Herr Salomons weigerte sich nicht einmal in jene Erklärung abzugeben; er bat nur um Zeit, damit er seinen Rechts⸗-Konsulenten zu Rathe ziehen konne. Der Gerichtshof der Aldermen zog es jedoch vor, dies vernuͤnftige Gesuch als eine Weigerung anzusehen, bekomplimen⸗ tirte Herrn Salomons mit einigen nichtssagenden Redensarten und machte kurzen Prozeß mit der Sache, so lang sam er sich auch sonst zu bewegen pstegt. Er . noch an demselben Abend eine neue Wahl aus und hat nun Herrn Humphery an Stelle des Herrn Sa⸗ lomons vereidigt. So haben wir denn zwei Ald ermaͤnner in Aldggte, einen Alderman des Volks und kinen Alderman' des aus Unheilbaren bestehenden geschlossenen Gerichtshofes, dessen Veto das freie Wahlrecht n Herr Salomons will seine Sache den Gerichten zur Entscheidung vorlegen, und der bloße Name der jährlichen Indemnitaͤts Bill, auf die er sich beruft, muß schon zeigen, daß ihr Zweck dahin ging, den oͤffentlichen Dienst nicht durch kleinliche Einwendungen gegen die persoöͤnliche einung eines Individuums beeintraͤchtigen zu lassen, und wenn wir nicht irren, so wurde der Gegner des Herrn Salomons felbst, der Alderman Brown, vor der Aufheßung ber Test, Atte durch die genannte Bill vor der Ausschließung vom Gerichtshofe der lldermen geschuͤtzt⸗“ Die Landgräfin vn HessenHJomburg hot seit ihrer Ankunft England mehrere schoͤne Zeichnungen vollendet. SBir John Bayley ist on einer Reise durch Frankreich und die Schweiz wieder in England eingetroffen

Der Sber⸗Richter von Mauritius, Herr Wilson, ist am 5. September mit feiner Fammie nach einer fehr glucklichen Fahrt von England in Port Louis angekommen.

In verschiedenen Blaͤttern wurde kuͤrzlich gesagt, es seyen neue Falle vorgekommen, daß Personen bürkisirt, das heißt er— stickt worden waren, um ihren Leichnam an die Anatoömie zu verkaufen; es sollen aber die Bestimmungen der jetzigen Analo⸗ mie⸗-Akte von der Art seyn, daß es unmöglich ware, dies ab— scheuliche Verbrechen zu erneuern.

Herr Balfe ist mit der Composition einer Bearbeitung von Shakespeare s, lustigen Weibern von Windsor? und einer Be⸗ arbeitung von Victor Hugo 's „Notre-Dame“ beschaͤftigt.

Der Morning Herald ist der Meinung, daß, wenn es uͤber den Streit zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Frankreich zu einem Kriege kaͤme, die Schuld ganz allein auf Seiten der Franzoͤsischen Regierung und die gerechte Sache guf Seiten Amerikas seyn wuͤrde. „Da die Rechtmäßigkeit der Amerikanischen Schuldforderung anerkannt ist“, sagt dieses Blatt, wodurch ist da Frankreich berechtigt, Bedingungen an die Zah—⸗ lung zu knüpfen? Möge es erst die Schuld bezahlen und darn den Punkt der „Mational-Ehre“ in Richtigkeil bringen. Eine seltsame Art aber ist es, die National⸗Ehre durch Verweigerung der Abzahlung einer anerkannten Schuld retten zu wollen. Wenn ein Privatmann so handeln wollte, wurde maͤn ihn für einen sehr . und ehrlosen Menschen ansehen.“

Der Sun bringt heute den (in der Staats Zeitung bereits vor einiger Zeit ne, , ner, angeblichen Inhalt des Heiraths⸗ Traktats zwischen der Koͤnigin Donna Maria und dem Prinzen Ferdinand von Koburg und bemerkt dabei: „Die Unterhandlun⸗ gen, die jetzt beendigt sind, wuͤrden schon fruͤher abgeschlossen worden seyn, haͤtte sich nicht Frankreich aus Gruͤnden der Na— tional⸗Politit und vielleicht des Familien⸗Ehrgeizes in die Sache gemischt. Es fehlt jetzt nur noch die Ratisizirung des Traktais von Seiten des Lissaboner Kabinets.“

Einer der Groͤnlandsfahrer, der auch in der Bassins⸗ Bay eingefroren war, der „Duncombe“, ist am Donnerstage vor Peterhead an der Kuͤste von Aberdeenshire angekommen? Die Mannschaft ist vollkommen gesund, aber sehr schwach und redu— e Die Leute hatten zuletzt täglich nur ein halbes Pfund

rod und ein ganz kleines Stuͤck Rindfleisch erhalten. Die Kalte war aber so heftig gewesen, daß sie nie warm essen konn⸗ ten, denn das Fleisch fror augenblicklich, so wie es gekocht war. Um Brennmaterial zu sparen, wurde nur alle drei Tage gekocht. Der Capitain hat ausgesagt, daß das Schiff 40 Tage lang im Eise eingefroren gelegen habe. Am 11. November ge⸗ lang es ihm loszukommen; der Abram“ aber, die „Lady Jane“, der „Dordon“, die „Grenville Bay“, der „Nor⸗ lolk. und die „Harmony“ blieben noch zuräck; sie lagen 70 Meilen von dem Westland. Der Capitain Scoffin hofft jedoch, daß es auch diesen Schiffen spaͤter gelungen seyn wird, gut dem Eise herauchukommen und suͤdlich zu steüern. Von her Mann—⸗ schaft der untergegangenen Schiffe , ary Frances“, „Isabella“ und . Leel⸗ befanden sich mehrere an Bord der zuruͤckgeßliebenen Gronlandafahrer; vier von dem ersteren hat der Vuncombe“ . 7 36 zu 2 eren r rei, zur

ettung der noch eingefrorenen e werden uͤbrigens in Hull auf s eifrigste betrieben. * ? . uenos⸗Ayre

Au hres hat man Nachrichten bis zum is. Oktober, in denen ebenfalls von der . 2 In sur⸗ rection in Rio Grande die Rede ist. Bentos Gongalbes da Silva, der an der Spitze einer Partei stand, die sich Farrou⸗

in

ge⸗ itz⸗

Herrlichkeit gerade einer der s , so kann man sicherlich nicht glauben, en wuͤrde, die der er besonders innig verbunden ist, zum

1482

pilha nennt, tiß Alles mit sich fort. Am 260. September hatte er sich Puerto Alegta's bemächtigt, in der eingestandenen Absicht, die Verwaltung der Provinz zu ändern, sie jedoch nicht von Brasilien zu trennen. Da der Praͤsident Braga von seinen Truppen nicht unterstuͤtzt wurde, müßte er sich mit seiner Familie an Bord eines auf der Rhede vor Anker liegenden Schiffes fluͤch⸗ ten. Er begab sich nach Rio Grande, wo er in Begleitung ei⸗ niger anderer Regierungs-Beamten anlangte und sich zum Wi—⸗ derstand gegen die auf diesen Ort anruͤckenden Streitkräfte des Bentos Gongalves ruͤstete. Es waren nur 150 Mann National⸗ Garde in der Stadt, und man glaubte, diese wurden sich beim Erscheinen der Insurgenten sogleich fuͤr dieselben erklaͤren. Zu Blutvergießen war es noch nicht gekommen. Auch Rio Pardo hatte sich dem Bentos Gongalves da Silva ergeben. Ven Buenos-Ayres war der ehemalige Franzöͤsische General-Konsul daselbst, Herr Bardel, in gleicher Eigenschaft nach Chili versetzt worden. Dem Britischen Vice⸗Konsul in Va'paraiso, Capitain White, der nach England zuruͤckgekehrt ist, war dessen Schwiegersohn Hr. Alexander Miller, ein Bruder des Hrn. Jose Miller zu Buenos⸗ Ayres, gefolgt. Die bei dem Handel auf dem Rio de la Pleæta betheiligten Kaufleute haben durch den Britischen Gesandten in Rio Janeiro, Herrn Hamilton, eine Petition an die Englische Regierung befördert, worin sie um die Wiederherstellung einer direkten Paketbeot-Fahrt zwischen England und der Argentini⸗ schen Republik bitten und die Nachtheile auseinandersetzen, die ihnen daraus entstehen, daß ihre Briefe und Pakete jetzt in Nio Janeiro auf die Abfahrt des dortigen Paketb oots warten muͤssen. In Buenos-Ayres war, seitdem General Rosas das Ober⸗Kommando dieser Provinz übernommen, in politischer Hin—⸗ sicht nichts Wichtiges vorgefallen, außer daß diefe Regie⸗ rung, so wie die der Staaten Santa Fe und Entrerlos, alle Communicationen mit Cordova abgebrochen hatte, weil es erwiesen worden, daß der Ex⸗Gouverneur des letzteren Staats, Reinafe, und seine drei Bruͤder den General Quiroga ermordet hatten. Da jedoch der Staat Cordova sich in das Verlangen ener drei Staaten fuͤgte, den Reinafe absetzte, den Don P. W. Rodriguez als provisorischen Gouverneur an dessen Statt waͤhlte und den Ex⸗Gouverneur nebst einem seiner Bruͤder (die beiden anderen waren geflohen) hatte verhaften lassen, um sie vor den Bundes⸗Gerichtshof zu stellen, so glaubte man, daß auch der Verkehr mit Cordova bald wieder hergestellt werden wuͤrde.

Niederlande.

Aus dem Haag, 24. Dezember. Auch in der gestrigen Sitzung der zweiten Kammer, die, eben so wie die vorgestrige, sich bis zu einer Abend-Sitzung ausdehnte, wurde die Debatte uͤber den Korn⸗Gesetz- Entwurf noch nicht beendigt. Fast sammt⸗ liche Mitglieder jener Kammer lassen sich uͤber diesen wichtigen Gegenstand vernehmen, doch sind es meistens dieselhen Grunde, welche von der einen Seite fuͤr und von der andern gegen den Gesetz- Entwurf vorgebracht werden. Es ist nicht die ge— wohnliche Opposition, welche sich diesem Entwurfe widersetzt, sondern es sind die Freunde der Handelsfreiheit, die nur in der vollen Ausuͤbung derselben das wahre Wohl Hollands erkennen und die sich darum gegen den ruͤckgangigen Schritt unserer Ad⸗ ministration vereinigt haben. Auf der anderen Seite sind es dagegen 83 Gutsbesitzer, die von der dem Gesetze nothwendig folgenden Steigerung der Getraide⸗Preise ihren besondern Vor⸗ theil sich versprechen und daher einer Zoll-⸗Scala ihren Beifall geben, welche, gleich derjenigen in England, dazu geeignet ist, die Getraide⸗Preise auf eine tünstliche Weife hoch zu erhalten, während es doch den Anschein hat, als sey jeder Üebertheuruͤng dadurch vorgebeugt, daß im Fall der Noth auch auslaͤndisches Getraide zu einem niedrigern Zolle zugelassen wird. Die weitere Fortsetzung der Debatten sollte heute Vormittag statt⸗

nden. 4

ĩ Der Preußische Gesandte, Graf von Wylich und Lottum, gab vorgestern eine glänzende Soirée, die von mehreren Mit— gliedern der Koͤniglichen Familie mit ihrer Gegenwart beehrt

wurde. .

Belgien. Bruͤssel, 23. Dez. In der gestrigen Sitzung der Re— praͤsentanten⸗ Kammer ist das Budget der Mittel und Wege an⸗ genommen, die Frage uber die Brennereien dagegen an die Cen⸗ tral⸗Kommission zuruͤckgesandt worden. Die Frage in Betreff der Bank wird erst nach dem Budget des Kriegs⸗Ministers dis⸗ kutirt werden, wobei ein von Herrn Fallon abgestatteter Bericht zur Grundlage dienen wird. Dem Kriegs⸗Minister ist ein Kredit von 3 Millionen Fr. fuͤr den Dienst seines Departements während des Januars 1836 bewilligt worden. Auch das Gesetz in Betreff des Militair⸗ Kontingents ves Jahres 1836 ist unverändert angenommen, und eben so das Gesetz uͤber die Provinzial⸗Budgets. Dann wurde die Diskussion uͤber die Zoll-Bewiliigungen fortgesetzt. Es ist ein gedrucktes Programm in der Kammer vertheilt worden, worin das Verfahren vorgeschrieben wird, welches bei Ernennung der Mitglieder der Untersuchungs-Kommission fuͤr den höheren Unterricht, gemaͤß dem Aten Artikel des Gesetzes vom 27. September 1827, zu befolgen ist. Diese Ernennung wird mit absoluter Majoritaͤt und mit schriftlicher Abstimmung stattfinden. Das Personal der Professoren der freien und der besoldeten Umniversitaͤten ist folgendermaßen vertheilt: Fuͤr Bruͤs⸗ sel 40, worunter 5 Auslaͤnder; fuͤr Loͤwen 24, worunter 5 Aus⸗ länder; fuͤr Gent 35, worunter 5 Auslaͤnder und fuͤr Luͤttich 35, worunter 2 Auslaͤnder. Die Industrie⸗Kommission hat durch ihren Berichterstatter, Herrn Zoude, sich fuͤr den Gesetz- Entwurf ausgesprochen, wo—

durch die Ausfuhr der Knochen beschränkt wird.

Der Senat beschaftigte sich in seiner letzten Sitzung mit der Verisizirung der Vollmachten dreier neu erwäͤhlten Mitglie⸗ der und hat die Wahl fuͤr den Distrikt Eccloo fuͤr unguͤltig er⸗ . der erwaͤhlte Senator nicht den erforderlichen Census ezahlt. ; ö.

Am 17ten entstand zu Sprang und Almkerke, an der Hol— laͤndischen Graͤnze, ein so ernstlicher Streit zwischen den Refor— mirten und den neuen Anhaͤngern des Doktor Schott, daß eine Militair⸗Abtheilung dorthin gesandt werden mußte. Der prote— stantische Geistliche von Almkerke wurde dabei verwundet.

Vicht nur auf der Seite der Ardennen, sondern auch auf der Straße von hier nach Paris, ist der Schnee in soicher Menge gefallen, daß die Postivagen genoͤthigt waren, im Schritt u fahren. Hierzu kommt noch ein so dicker Nebel, daß es . ist, die * de,, und es ist daher leicht er⸗ 3 daß jetzt die Ankunft der Couriere und Posten sich sehr verspaͤtet. :

Deutschlan d.

ö Hannover, 25. Dez. Am gestrigen Tage ward hier das sunfzigjahrige Dienst⸗Jubllzum des General / Lieutenants Louls

Hieroglyphen, die auf ihnen ausgehauen waren, sich a

2 dem Bussche, Commandeurs der 1sten Infanterie ⸗Diy fn gefeiert. . Leipzig, 27. Dez. Der heutige Tag, an welchem un verehrter Monarch das achtzigste Lebensjahr vollendete, ist auf die allgemeinste und herzůchste Weise gefeiert worden. öffentlichen Feierlichkeiten fanden ganz in der Art statt, wir das in Nr. 357 der Staats-Zeitung mitgetheilte Progran bezeichnete. Munchen, 23. Dez. Nachdem die zweite Klasse unsg Akademie der Wissenschaften vor kurzem in der Person des Joseph von Bader eines ihrer ausgezeichnetsten Mitglieder Mechanik verloren hatte, wurde derselben Klasse diese Nach Veteran der Deutschen Botaniker, der geistliche Geheime von Schrank, durch den Tod entrissen. In diesem meh achtzigjährigen Greise ist der letzte Stern der aͤlteren Bayer Illustrationen erloschen. Er war der letzte unter unsern C ten, welcher in der Schule der Jesuiten erzogen war und Orden als Mitglied angehoͤrt hatte. Seine Verdienste als niker sichern ihm ein bleibendes Andenken auf dem Gebiete Wissenschaft. Von den Denkschristen der ersten oder philoson philologischen Klasse ist dieser Tage der neu erschienene Ba ter die Mitglieder vertheilt worden. Er enthalt vierzehn Ah lungen auf 108 Bogen in Quart, mit funfzehn lithographirten, Theil kolorirten Zeichnungen: I) uͤber die Roͤmische Lindmas jenseits der Donau von Anton Meyer; 2) uͤber die Mater platonischen Timäos von Ast; 3) uͤber die Rieselet des Kes von Allioli; ) Numismala graeea. . haetenus minus rale deseripta (aut inedita) von Srang Streber (mit vitr feln; 8 Versuch einer vollständigen Erklaͤrung der Bil an dem NRoͤmischen Denkmal in Igel von Schorn mit einn fel; 6) Beschreibung des Tempels des heiligen Graals in Helden⸗Gedichte Titurel, von Sulpice Boisser ée (mit drei] dungen); 7) Ueber das Grabmal des Alyattes von Fr. T 9 8) Ueber die Lasa murrhina der Alten, von demselben (in ner kolorirten Tafel; 9) uͤber die Sprache der Zakonen, demselben; 10) uͤber Paros und parische Inschriften mi Tafeln, darunter zwei kolorirte, von demselben; 11) Ariel nen, von demselben; 12) uͤber die Nothwendigkeit eines i graphischen Gesamminamens fuͤr die Deutschen und ihre m schen Stammverwandten, von Schmeller; 13) uͤber die Qum taͤt im Baͤyerschen und einigen andern oberdeutschen Daletn von demselben; 14) uber das Bild des Weltbaumeisters Vizh karman in einem der Felsentempel bei Illora von Othmar fran Stuttgart, 24. Dez. Im Monat November sind ah mals 1509 Fl. 19 Kr. fuͤr das Denkmal Schiller's eingegange Darmstadt, 24. Dez. Das heute erschienene Regi rungs⸗Blatt enthaͤlt vier Bekanntmachungen des Ministerin der Finanzen, den Beitritt des Großherzozthums Baden, Landgr. Hess. wHomb. Amtes Homburg und des Herzogth Nassau zum Deutschen Zoll Verein und den Verkehr mit ij Staaten vom 1. Januar 1836 an betreffend.

Am verflossenen Sonntag den 20sten d., Nachmittags hatten Deputationen beider Kammern die Ehre, Sr. R Hoheit dem Großherzoge Dank⸗ und Gluͤckwünschungs-Am auf die ihnen miigetheilte höͤchst erfreutiche Nachricht der bung Sr. Hoheit des Prinzen Karl von Hessen mit Ihrmn nigl. . der Prinzessin Elisabeth von Preußen zu dert ie Groß h. Hefs. Ztg. berichtet: Wie man vernin wird die Errichtung einer Eisenbahn vom Frankfurt nach h nun ernstlich betrieben. Eine Gesellschaft hat sich gebildet einen Plan entworfen, wonach sie auf dem linken Mathtefer Sachsenhausen bis an die Rheinspitze fuͤhren soll. Durch Richtung der Bahn wuͤrde man, wegen des guͤnstigeren Term bedeutend sparen, und hofft zugleich andere Vortheile fuͤr w Verbindungslinien zu erreichen. Bereits hat man sich vor gen Tagen wegen Ausfuüͤhrung des Plans an die Großhen Hessische Regierung gewandt. Dies ist Alles, was man Thatsache anfuͤhren kann. Alles Weitere, was ofen Blaͤtter daruͤber schon voreilig verbreiten, sind Sagen um ruͤchte, Traͤume und Projekte, die einem so gemeinnützige ternehmen, das man mit der groͤßten Umsicht und Soltbhitht festen Fußes Schritt fuͤr Schritt beginnen und aus fuhren, bei man lieber zu wenig als zu viel im voraus versprech mehr schaden als nuͤtzen konnen.“ —ᷓ ;

Frankfurt a. M., 22. Dez. O. P, A. 3) PVh erinnert man ö. noch, daß am 1I7. Juni v. 3. das Mi Briggschiff „Achinfi Demidoff“, Cap. Georgio Radetich, 9 Heer ichen Kuͤste bei St. Vallery, unfern des Ausffüs

omme, auf eine Sandbank dergestalt auflief, daß es ng der floit gemacht werden konnte, weshalb man seine Ladun zu bergen suchte. Unser um die Wissenschaften und um sen 9 stadt gleich 6 verdienter Mitbuͤrger, Herr lor. Ruͤppfll inn diesem Schiffe sieben Kisten mit verschiedenen Gegen staͤnzn n den. Darunter befanden sich namentlich ein treffliches fam von Frauenhofer in Muͤnchen, ein hoͤchst genauer Siri Schmalkalter in London, und andere werthvolle astrnnnm Instrumente, deren er sich auf seiner letzten mehrsaͤhrigen durch die oberen Nil⸗»Laͤnder bedient hatie; sodann aber ang! Theil der Ausbeute dieser Reise, sowohl seltene Nn lien, welche er dem Senckenbergischen Museum, als Aegyptische Alterthuͤmer, welche er der öͤffentlichen ther seiner Vaterstadt bestimmt hatte. u den eh welche zum Theil von der seinsten Arbeit und auch neter C*sunhen waren, gehörten namentlich eine & von rothem Granit, drei biz vier Fuß lang, gestiste Aegyptischen Koͤnig Osorgion, eine stehende Prie ster⸗Figut; anderthalb Fuß hoch, auf die Dedication eines Obelisken h lich, ein Aegyptisches Grab⸗Denkmal u. s. w., dann ein Zahl von Scarabaͤen, Email-Arbeiten und andere kleinen; chen, nebst einer Anzahl Gold⸗Muͤnzen. Nur einen sehr lin Theil dieser Gegenstaͤmde erhielt unser Reisende zuruck Andere war, wie man behauptete, in! Meere verins Dies kontrastirte schon stark mit einer gleich anfang St. Valeiy von einem der dortigen Konsuln nen Nachricht, daß die geborgenen Kisten wenigstm gg weise in gutem Stande seyen; aber noch auff len ; es, daß die nach Frankfurt gelangten Gegenstaͤnde ein n dem Meerwasser nur sehr wenig verdorben, anderersein un lich von sehr geringem Geldwerihe waren, So lam ung dern ein kleines Kaͤstchen, welches Herr Ruͤppell sorgsitg ahh der großeren Kisten eingepackt hatte, wohlbehalten in r an, aber seines Inhalts, soweit er werthvoll war, bert g . B. von drei großen, aus hartem Stein gefertigten, . hen Scarabaͤen gerade die beiden fehlten, welche e , während der dritte, minder wichtige, vorhanden war. 9 durchgaͤngig alles, was anerkannten Geldwerth hatt, an. von , als 21 , nr, nf e gn, ; und nichts davon gelan di 7 ausgeschieden, ch gelang a * 4

rechtmaͤßigen Eigenthuͤmers. Als sich derselbe

Her Societe royale d Emulation von Abbeville als eine wissen—

chat haben muß, eben so wenig bezeichnet werden kann, Ilz der fruͤhere Entwender, so scheint es

Nystificattonen zur Warnung dienen.

kam. Bald zeigten die aus Paris einlaufenden Bbrsen⸗Nachrich ten,

reichlsche und Hollaͤndische Fonds bellebt und Heute, am zweiten Weihnächtstag, blieb die Börse abermals ge⸗

I Bern, 20. .

gemein geruͤhmt wird, unterscheidet

nehme Thatsache in einem Briefe nach Abbeville e meer, wurde er von der Franzoͤsischen Zoll⸗Amts⸗Behöͤrde aufgefordert, Beweisgruͤnde uͤber die stattgefundenen Entwendungen jei dem Procureur du Roi vorzubringen eine Aufforderung, er er freilich nicht entsprochen hat, aber auch nicht entsprechen onnte, denn wie sollte er, der zur Zeit der Strandung des Schiffes sich jenseits der Alpen befand, Entwendungen achweisen koͤnnen, wenn die Behsrden an Ort und Btelle, unter deren Augen die Bergung geschah und welche fuͤr ihre Sorgfalt spaͤterhin vom Russischen Kaiser noch hesonders belohnt wurden, solche nicht zu verhindern vermochten! herr Hr. Ruͤppell hat auch nie daran gedacht, auf dem Wege Feechtens irgend etwas von diesem seinem entwendeten Eigen⸗ hume wieder zu erlangen, obgleich er wohl weiß, in wessen nden sich z. B. der Frauenhofersche Tubus befindet, der in auf seinen Afrikanischen Reisen so wesentliche Dienste tete, Dieser ganze Vorfall war schon der Vergessenheit sbergeben, als eine Anzeige der Franzöͤsischen Batter, daß han im Monat Juni d. J. bei Ausgrabungen in der Naͤhe ws Auëflusses der Somme Phoͤnizische Alterthuͤmer entdeckt jabe, Herrn Ruͤppell an sein in dortiger Gegend erlittenes Mißzeschick erinnerte. Wie sehr wurden aber er und seine Freunde überrascht, als ihm unterm 9. Dezember der Praͤsident

mhaftliche Neuigkeit, die Herrn Ruͤppell wegen seiner, Verwand⸗ es betreffenden, Studien interessiren werde, eine Lithogra— hie zuschickte, worauf lauter Gegenstaͤnde a6gebildet waren, ie 3 Ruͤppell sofort alle als zu seinen bei der Stran— zung des „Demidoff“ ihm entkommenen Antiken gehoͤrig er— ahnte. Auf dieser Lithographie ist ein besonderes Zeugniß hon dem Praͤsidenten der genannten Gesellschaft abgedruckt, ha man die darauf abgebildeten Antiken am 12. und 13. Jünt 18335 bei einer Ausgrabung fuͤnf Fuß tief unter der Erde zu Noyelles entdeckt habe! Obgleich nun auch hier der Deteüger, der auf irgend eine Wese seine Hande im Spiel

doch um so noͤthiger, diese Thatsachen im Interesse der Wahrheit oͤffentlich bekannt zu machen und den Geschichtsforschern dadurch ganz unaufiöͤs⸗ liche Schwierigkeiten zu ersparen, da man aus Unwissenheit er— nige Glasmünzen mit hundert, die bei den Aeghptischen Antiten des Herrn Nüöppell heigepackt waren, als mit ihnen gleichzeitig ausgegraben angiebt,

und sie ebenmaͤßig als Phoͤnizische Alterthuͤmer auf besagter Li⸗ dieser nun aufgeklaͤrte Vorfall

hhographie abgebildet hat! Möge ken Alterthumsforsch in gegen aͤhnliche durch Beirug veranlaßte

= Frankfurt a. M, 26. Dez. Anfangs der heute zu Ende gehenden Woche waren die umfatze im Effckten-Handel nicht (ben beträchtlich, so daß auch dite Notirung am 21. und 22. Dez. fast station ir blieb. Viele Spekulanten trauten den Geld⸗Verhaͤlt⸗ nisen des Platzes nicht recht und sachten darum im Voraus die meisten ihrer Verbindlichkeiten auf ültimo noch vor dem Liquida⸗ tons Termin atzumgchen. Es wurden Verkaufe in Oesterreschischen, Hollaͤndischen und Spanischen Fonds pr. Comptant sowohl als auf Ende des Monats vorgenommen und man konnte Integrale zu 5u, zbrac, Ardoins zu i und Bank⸗Aletien zu 1551 haben Dic flaus Tendenz hielt indessen nicht lange an. Am Donnerstag, Tn. Dez., irgt in allen couranten Papieren ein merkliches Steigen ein; am ., war . —̃ in n, ener, Ardorns, die rasch im 1 a 2pCt. besser gingen. in hjesiges angese bedeutende Posten . a gz dil die ä nl, Rane, g

daß die Ptaster nicht ohne Grund einen Aufschwung genommen hatten. Äuch gestern, obschon es Feiertag war, war en doch im kwat⸗Geschäft sehr lebhaft; es wurden viele Einkäufe in Octerrei—⸗ lichen und Hosllaͤndischen, besonders aber in Spanischen Fonds ge⸗ macht; die Course Cen an und man glaubte an ein weiteres Stei⸗ a. Die spree Spanische aktive Nente ging von oi, auf zs. 9 Passtv. Schuld von 1434 auf 13,4, die zinslose Schuld Engli⸗ ge Emlssion von 1735, auf 181. in die Hohe. Es kamen unver-

rgte Gerüchte in Umlauf, wonach bald von Don Earios Unter— . bald sogar von seinem Tode, die Rede war. Nichts davon hat sich bestaͤtigt, und nur die Nachricht von einer Mo dlsication des Spanischen Ministeriums, das dadurch noch fester, und zwar im Sinne Mendizabal's, geworden seyn soll, scheint ein bekanntes hie si⸗ ges Handlungshaus bewegen zu haben, auch nach auswärts bedeu= teude ,. zum Ankäufe Spanischer Fonds ju ertbeilen. Bei der gunstigen Konjunktur für die letz teren hielten sich auch Oester⸗ im Cours steigend.

schlossen; die etwas flauer von Paris gekommenen Course drückten auch bei uns die Notirung. Es wurde nur wenig in Integralen e zes und in Ardoins zu A0 un getz Im Wechfel⸗Ge⸗ haͤst war es diese Woche über sehr stise; die Frage nach den ver⸗ chledenen Devlsen Hatte sehr nachgelasfen; nur fuͤf London, Paris . , n k. . n. , . Der Diskonto ist auf „gegangen. Prolongationen wurden zu 5 pEt. auf 1 bis 2 Monate gemacht. ; . .

Schweiz.

(Schweizer Blatter.) Von den alt⸗ ern, deren stilles, friedliches Benehmen all, sich eine im Emmenthale von Neutäufern durch fanatische Umtriebe. Dise Sekte wurde im Ober⸗Emmenthale von dem verrufenen Messias Steiger“ gestiftet, und sie hat nicht etwa bloß der bis— herigen Taͤuser / Gemelne mehrere Mitglieder entfremdet und ent⸗ zogen, sondern auch eine Anzahl Reformirter, ja selbst einzelne Katholiken, als Rekruten unter ihre Fahne angeworben, und es wird in allen ihren Zusammenkůnften gelehrt, daß die von Stei— 9. eingefuͤhrte Fneue Taufe der Wiedergeburt das unerlaͤßliche . edingniß der Seligkeit sey, und daß nuͤr diejenigen, dem Hei *. angehoren, die sich von der Landes-Kirche gaͤnzlich abson⸗ 3. und keinerlei Gemeinschaft mit ihren Gliedern mehr haben.“ 6 fallen schändliche Aeußerungen üͤber die reformirte Kirche; H lber Bilder werden gebraucht, dieselbe darzustellen, und den f el der Verwuͤstung, den sie ihr prophezeien, zu beschreiben. Keil ber steht sich von selbst, daß die reformirten Prediger als e. in Schafskleidern, als heuchlerische Pharisaͤer und Schrift⸗ i. die gesammte Geistlichkeit als der Antichrist geschol⸗ kn e Teuglaͤubigen aber vor dem seelentoͤdtenden Gift ihres bar e l tsamens trafrig i rn werden. Am 30. Nov. letzthin l. n sich unge aͤhr 40 dieser Leute in einer Privatwoh⸗ n uͤrrenbachs zwischen Trub und Eschholzmatt, jedoch zernischem Boden gelegen, als waͤhrend der von einem

gesinnten Wiedertaͤu

aufgetretene Sekte

hot und ankanbigte, daß auf Luzernif

t schem Gebiete keine Taͤu e n ern be elde daß die heutige also . 6, w Prediger aber ihm nach Eschholzniatt folgen

Wie man dern um ist Herr Alt⸗Re ; imm ierungsrat vom Vorort wegen der fferenz zwischen * err ü gen

Kufischer Schrist aus dem 14ten Jahr⸗

altenen Predigt der Entlebuchische Landsaͤger ein,

1833

eine Ausgleichung zu versuchen. Man will wissen, daß dieses mit Uebereinstimmung Frankreichs geschehen sey. Eine Aug⸗ gleichung ist ubrigens jetzt nicht mehr ganz leicht, da das Letztere nicht öffentlich wird zurücktreten wollen und Basel ; Landschaft jede Nachgiebigkeit bis jetzt verweigert hat. Seit 1815 war keine Zahlung der Einwohnerschaft von Basel mehr vorgenommen worden. Damals betrug die Volks— zahl 16,430 Seelen in 3666 Haushaltungen, ungerechnet des Spitals, Waisenhauses, der Gatnison und der Zuchtan stalt. Im Herbst dieses Jahres wurde eine neue genaue Zaͤhlung vor zenom⸗ men, zufolge welcher die nunmehrige Anzahĩ sammtlicher Einwoh⸗ ner der Stadt und ihres Bannes ohne' Garnison und Juchtan— stalt 21,240 und die Summe saͤmmtlicher Haushaltungen 4486 betragt. Die Seelenzahl der 3 Landgemeinden des Kantons Basel⸗Staditheil ist noch nicht aufgene nimen worden; sie betragt annähernd 2000 bis 2160 Seelen, so daß also die Gesammtbe⸗ völkerung des Kantontheils uber 23,009 Seelen betragen mag. Diejenige von Keanton Basel Landschaft foöll sich auf mehr als 38,000 Seelen belaufen, aiso das Verhaͤ tniß beider Theile wie 37 zu 6s sich stellen.

Italten.

. 2. (Allg. Ztg.) Fremde Blaͤtter haben be— richtet, daß die hiesige Regierung in Verein mit der von Sardi— nien bedeutende Summen an Don Carlos geschickt habe. Dieses beruht, was den hiesigen Hof betrifft, durchaus nur auf Vermu⸗ thungen, die auf kein Fakrum begruͤndet sind. Ich will hiermit nicht behaupten, daß kein Geld aus Italien nach Spanien gegan⸗ gen sey, doch kam es bisher meist nur, in Hoffnung großen Ge— winnstes, von Vereinen und Privatpersonen, welche duͤrch die ge⸗ schickten Agenten des Don Carlos dazu durch bie Versicherung aufge⸗ muntert wurden, daß der Kampf unfehlbar in kurzem beendigt seyn werde. Uebrigens werden die Angelegenheiten der Halbinsel immer ein 53 der Roͤmischen Kurie bleiben, und wie sich auch die

erhaͤltnisse dort gestalten mogen, so sind die Ruͤcksichten auf das Wohl der Kirche doch zu wichtig, als daß das Haupt derselben sich foͤrmlich zu einer Partei schlagen sollte, wie jene Blaͤtter die Welt glauben machen mochten. Nachrichten von den Joni⸗ schen Inseln zufolge, hat die dort stationirte Englische Flotten⸗ Abtheilung Befehl erhalten, in Vereinigung mit mehreren Schif⸗ fen von Malta nach der Spanischen Kuͤste zu segeln. Der bekannte Oberst Zamboni ist zum General Inspektor aller Papst⸗

Rom, 12. Dez.

lichen Truppen ernannt; man glaubt daher, daß die ganze Armee

Thaͤtigkeit bewiesen hat. Mensignore Graf Silvestri aus Ro— vigo ist zum Richter bei der Sacra Rota, erwaͤhlt, und wird dieser Tage seinen Posten antreten.

Spanien.

Madrid, 16. Dez. In der Sitzung der Prokurado— ren⸗Kammer vom 11Iten legte Herr Mendizabal folgenden Gesetz Entwurf vor: „Art. J. Ba es unmoglich ist, in die⸗ sem Augenblick alle Personen zu bewaffnen, die zu der, durch Art. 2. des Gesetzes vom 23sten meinen Aushebung gehoren, so werden die Munizipalitaͤten der Flecken und Doͤrfer ermaͤchtigt, vorzugsweise diesenigen Perso⸗ nen, welche die in jenem Gesetze vorgeschriebenen Bedingungen hesitzen und durch ihre Beschaͤfiigung und ihre Moralität der Gesellschaft die sichersten Garantleen darbleten, sobald sie bewaff⸗ i. in, * . , einzuschreiben. Art. 2. Die

ne, welche 25 h ( Ei i i n der mg. * 6 sind, bedarfen der Einwilligung ih⸗ Art. 3. In die National⸗Garde können folgende Personen emn⸗ treten, wenn sie das erforderliche Alter haben und selbst, wenn sie keine direkten Abgaben zahlen: 1) die Proceres und Proku⸗ radoren des Koͤnigreichs; Y) die ministeriellen Beamten und die Berichterstatter aller Tribunale; 3) die administrativen Beamten, welche aus dem Schatz besoldet werden; ) die Direktoren, Rektoren und Professoren der Universitaͤten, Gumnasien und an⸗ derer offentlichen Unterrichts- Anstalten; 5) die Lehrer, welche in den schoͤnen Wissenschaften unierrichten. Die hier genannten Personen sind nicht verpflichtet, den Dienst außerhalb der Stadt, wo sie wohnen, zu verrichten. Art. 4. Die Capitaine, Lieutenants und Unter Lieütenants der National⸗Garde werden von dem Eivil⸗Gouver; neur aus einem dreifachen, von der Compagnie ihm vorgelegten Ver⸗ zeichnisse von Kandidaten erwaͤhlt. Art. 5. Diejenigen Na⸗ tional⸗Gardisten, welche im aktiven Dienste verwundet werden, und die Aeltern derer, die an ihren Wunden sterben, haben Anspruch auf dieselben Auszeichnungen und Entschaͤdigungen, welche die Soldaten des stehenden Heeres erhalten. Art“ 6. Die Besitzungen des Don Earlos und seiner Anhänger sollen vornehmlich zur Bestreitung dieser Ausgaben verwendet werden, und nur in dem Falle, daß die genannten Guͤter unzureichend seyn sollten, wird der Schatz die Kosten hergeben.“ Nach Ver⸗ lesung dieses Gesetz- Entwurfs erhob sich Herr Lopez und sagte: „Die Kammer wird sich wohl erinnern, daß ich bei der Dis⸗ kussion der Adresse nicht nur alle von der Regierung getroffenen energischen Maßregeln billigte, sondern auch uͤberdies noch erklaͤrte, daß wir ihr unser ganzes Vertrauen schenken mußten, um sie auf dem von ihr betretenen, glorreichen Wege zu unter⸗ stuͤtzen. Es ist daher auffallend, daß unter diesen ierten das Ministerium uns nicht einmal die Gruͤnde angiebt, welche es zu der Annahme der uͤbrigen bekannten Maßregeln bewogen haben. Ich wuͤnschte wohl, daß die Minister Ihrer Mäsestät sich hier⸗ Über erklären mochten.“ Hierauf erwiederte der Conseils⸗ Prä sident: „Wenn die Regierung geglaubt hat, auf die seit der Dis⸗ kussion der Adresse an sie gerichteten Interpellationen nicht ant vorten zu duͤrfen, so erklaͤrt sie heute, daß dies nicht etwa deshalb geschehen ist, weil sie befuͤrchtete, die Cortes moͤchten die Maßregeln, welche die dringenden Umstaͤnde nothwendig machten, nicht gutheißen, sondern sie wollte die Diskusston der selben auf eine ruhigere und gluͤcklichere Zeit verschieben, weil mehrere Deputirte behaupteten, daß die Regierung die Rechte der Cortes beeinträchtigt habe. Die Regierung Ihrer Majestät wird alle guͤnstigen Umstaͤnde be— nutzen, um von der Kammer die Genehmigung derjenigen Maß⸗ regeln zu erhalten, in Betreff derer sie die Praͤrogative derselben verletzt haben soll.“ Herr Perpina, welcher i. das Wort nahm, wünschte Auskunft uͤber gewisse eigenmaͤchtige Handlun⸗ gen des Ministeriums, in Folge deren die Behoͤrden in Catalo⸗ nien, ohne Genehmigung der Cortes, außerordentliche Abgaben erhoben hatten, worauf Herr Mendizabal entgegnete: „Die Negierung ist in diesem Augenblick damit beschaͤftigt, zu unter⸗ suchen, in wiefern die Behörden in Catalonien ihrẽ Vollmachten uͤberschritten haben. Sobald sie die noͤthigen Dokumente in die⸗ ser Beziehung in Haͤnden hat, wird sie der Kannner jede Aus⸗ kunft geben, welche dieselbe verlangt, und ich erkläre hiermit, daß dieseiben Maßtegeln, welche in Bezug auf Aragonien ergriffen wurden, auch auf Catalonien angewendet worden sind. Man wird indeß leicht einsehen, daß die Regierung in den Provin⸗

gierung und Yasel, andschaf nach Liestal gesandt worden, um

zen, die durch die General⸗Capitaine in Belagerungszustand ha⸗

neu organisirt werden duͤrfte, da dieser Offizier immer die groͤßte

Maͤrz d. J. befohlenen allge⸗

fuͤr Oesterreich, aus⸗

in die Neihen der Nation al⸗Garde eirzutreten.

ben erklaͤrt werden muͤssen, nicht die Befolgung der Gesetze er⸗ zwingen kann. = Es wurde ferner in diefer Sigung ein Koͤnigliches Dekret zur Errichtung eines wissenschaftlich en Kon⸗ gresses, so wie ein anderes, wodurch (wie bereits erwähnt) das Ministerium des Innern (del somento) von jetzt ab den Na⸗ . . der Regierung des Koͤnigreichs“ fuͤhren soll, nitgetheilt.

An demselben Tage legte das Ministerlum, in Folge eines lt dem Könige von Großbritanien abgeschlossenen Vertrages, der Prectres-Kammer einen Gesetz⸗Entworf zur Abschaffung des Sklavenhandels in den Spanischen Besitzungen vor.

Griechenland.

Ein Schreiben aus Athen vom 18. Nov. in der Allg. Zeitung theilt aus dem von der Griechischen Regierung der Londoner Konferenz uͤbergebenen Memoire uͤber die Finanz Ver⸗ haͤltnisse (als dessen Verfasser der Kabmets-Rath Frey genannt wird) folgende Notizen mit: „Wenn man der Adminsstration so haͤufig den Vorwurf macht, daß sie mit einer Anleihe von A Millionen Franken so wenig fuͤr das materielle Wohl des Landes gethan habe, so scheint man dabei zu uͤbersehen, daß die beiden ersten Serien, welche bis jetzt fluͤssig geworden sind, bei dem Zustande des Landes nicht ausschließend zur Deckung des Defizits, zur Begruͤndung der nothwendigen Staats-Einrichtun— gen und zur direkten Beförderung der materiellen Wohlfahrt des Landes verwendet werden konnten. Ueberdies zeigt eine naͤhere Betrachtung, daß die zwei ersten realisirten Serien von 40 Millionen Franken bei weitem nicht vollstaͤndia in den Grie⸗ chischen Staats-Schatz geflossen sind. Die Kosten der Nege—⸗ zirung, Realisirung und Spedition der beiden ersten Serien, die geschehenen Abtragungen der eigentlichen Staatsschul— den an die Tuͤrkische, an die Enalische und Franzoͤsische Re⸗ gierung an die beiden letzteren fuͤr ihre Vorschuͤsse an Capo d' Istrias und an die Herren Eynard und Thiersch, die Be⸗ traͤge des vertragsmaͤßigen Amortzssements zu 1 Procent, Zinsen von 5 Procent und Provision betrugen zusammen 24, 448, 382 Drachmen. Es ergiebt sich also, daß von den zwei ersten Serien der Anleihe nur 20,223, 617 Drachmen zur Disposttion der Grie⸗ chischen Regierung gestellt wurden. Aber selbst von dieser Summe sind in Abzug zu bringen: die Kosten der Reise des Koͤnigs mit seinem Hofstaat und der Regentschaft von Bayern nach Griechenland, die ersten Einrichtungen der Residenz und Negentschafts-Lokalitaͤten, die Kosten des Huͤlfs-Truppen-Torps, welches auf den Grund der Londoner Beschluͤsse zur Ab⸗ loͤsung der Truppen der Allianz nach Griechenland geschickt wurde, die Kosten der auf den Grund der Londoner Be⸗ schluͤsse eroͤffneten Werbung, des Unterhalts und der Sendung des zum Muster Corps des requlairen Militairs bestimmten Werb⸗ Corps, die Kosten des mit diesen Truppen-Sendungen und de—

ren ersten Etablissements nothwendig verbundenen Kriegs- und

Bau-⸗Materials, die Kosten der Einloͤsung der alten entwertheten Kupfer⸗Muͤnzen, die Kosten der ersten Einrichtung der Muͤnz⸗ staͤtte und dergleichen, im Gesammt-Betrage von 6,942,963 Drachmen, so daß der Griechischen Regierung zur Deckung des Defizits im laufenden Jahre und zur Begründung der übrigen ersten und nothwendigen Staats-Einrichtungen nur 13,289,653 Drachmen verblieben. Vertheilt man diese Summe auf die Jahre 1833, 1834 und die erste Halfte des Jahres 1835, so ward der Griechischen Regierung ein jährlicher Zuschuß von 5.312,25! Drachmen. Was nun das Defizit im Staats⸗ Haushalte wahrend der letzten drei Jahre betrifft, so kann es wohl nicht auffallen, wenn die außerdrdentlichen Kosten der höͤ— thigen Einrichtung der Staats -Maschine, in Verbin⸗ dung mit der freilich sehr maͤßigen Civil-Liste des Koͤnigs, mit den Beduͤrfnissen der Regentschaft und dem Existenz⸗ Etat des regulairen Militairs zu 3560 Mann, durch die Staats— Einnahmen eines Landes nicht gedeckt werden konnten, wo die Geißel eines langen verheerenden Krieges viele Tausende von Menschen sammt ihrem Vermoͤgen vertilgt hatte, wo Ackerbau, Handel und Industrie noch im tiefen Schlummer lagen, und die Staatskassen gaͤnzlich entbloͤst waren. Es kann nur die Frage aufgeworfen werden, in welcher Weise die Administration die ihr gegebenen Mittel benutzt hat, ob sie den dringendsten Veduͤrfnissen begegnet ist, und ob sie nicht durch unzweckmäßige oder leichtsinnige Verausgabungen das Defizit unnöthiger Weise vergrößert hat. Die ausfuͤhrliche Beantwortung dieser Frage erheischte eine umfassende Kritik des Regierungs ganges der Regentschaft, die ich jedoch fuͤr meinen Zweck durch eine kurzgefaßte Skizze ersetzen zu duͤrfen glaube. Die hauptsaãch⸗ lichsten Maßregeln der fruͤhern Administrätion bestanden be— kanntlich vor Allem in der Anwerbung eines Truppen-Corps, auf den Grund des Londoner Vertrages, mit der Bestimmung, die Huͤlfs-Truppen abzuloͤsen, Ruhe und Ordnung im Lande zu sichern und den Uebergang vom irregulairen zum regulairen Mi— litair zu erleichtern. Wenn nun in einem Lande, das selbst nur sehr Weniges erzeugt, der Militair-Haushalt nothwendig kost⸗ spielig ist, so darf doch, abgesehen davon, daß die abgetretene Ad⸗ ministration durch Staats,-Veriraͤge dazu veranlaßt wurde, nicht uͤbersehen werden, daß das aus Auslaͤndern bestehende regulaire Truppen-Corps nicht bloß militairisch, sondern auch staatswirth⸗ schaftlich gewirkt hat. Es hat manche Unternehmungen ausge— fuͤhrt, deren Nuͤtzlichkeit und Zweckmäßigkeit sich noch nach De— zennien erproben wird, und hat unter dem Griechischen Volk eine Masse praktischer gemeinnuͤtziger Kenntnisse verbreitet. Fast gleichzeitig geschah die Bildung einer auf allen Punkten des Landes vertheis⸗ ten Sicherheitswache, der Gendarmerie, deren Erfolge die auf sie

verwendeten Summen hinreichend rechtfertigen, und mit der zu⸗ gleich das Mittel gegeben war, eine Menge alter Krieger zweckmaͤßig zu placiren. Die Ausgaben auf die Marine waren, wenn auch nicht groß, ja vielleicht allzu späͤrlich, doch nicht unbedeutend; es wurde eine betrachtliche Anzahl verdienter Seel ute in der Koͤniglichen Marine angestellt und besoldet, manche Verbesserun⸗ gen eingeführt und mehrere junge Manner in das Ausland ge⸗ schickt, um sich fuͤr den Seedienst tüchtig auszubilden. Wenn mehrere ausgezeichnete Anfuͤhrer der irregulatren Landrruppen mit ginem dem Linien-Militair entsprechenden Rang und Gehalt angestellt wurden, so sprechen hierfuͤr außer der Billigkeit auch politische Ruͤcksichten, die so manche onerose Maßregel in einem Lande nothwendig machen, wo die Ansicht allgemein ist, daß man vom Staate belohnt und erhalten werden muͤsse. Die Sorge fuͤr die Wittwen und Waisen der gefallenen Griechen, deren Etat sich bereits jährlich uͤber 600, 000 Drachmen beläuft, und die Gruͤndung verschiedener noͤthigen militairischen Etablis⸗ sements und Bauten, worunter das Zeughaus Nauplia, Ka⸗ sernen und dergleichen, die dem , in der Folge

.

sehr zu statten kommen werden, haben nicht unwesentlich zu Er hoͤhuug des Deftjits beigetragen. / * ch zu Er⸗