das Glück ibr den Rücken zuwendet, Frankreich doch gute Wünsche für sie gehegt batte, ein Mehreres aber für eine befreundete Nation
nicht tbun konnte.“ f Die Versammlung trennte sich Aufregung. Sitzung vom war die Fortsetzung der Adresse. Herr Passy:
erst um 6 Uhr in großer
11. Januar. An der Tagesordnung der Sebatte uber den Aten Paragraphen „Die Frage, die uns beschaͤftigt, ist gestern klar und deutlich festgestellt worden. Zwei verschie⸗ dend politische Ansichten machen sich geltend. Die eine, und zwar die Ihrer Kommission, läßt der Regierung die Freiheit, alle diejenigen Maßregeln zu ergreifen, die mit dem Quadrupel⸗ Allianz Traktate im Einklang stehen; die andere, die Herr Hẽ⸗ bert weitlaͤuftig entwickelt hat, glaubt fuͤr die Sache der Koͤni⸗ gin nur Wünsche aussprechen zu koͤnnen. Der Traktat vom Ari 1834 hatte den Zweck, die beiden Praͤtendenten aus der Halb⸗ insel zu vertreiben. Frankreich verpflichtete sich zur Mitwirkung, falls dieselbe verlangt wurde. Als spaͤter Don Carlos in Spanien einge— drungen war, wurden dem urspruͤnglichen Traktate noch einige Sup⸗ plementar⸗Artikel hinzugefuͤgt. In diesen Artikeln war nicht mehr von der Mitwirkung Frankreichs die Rede; aber in dem letzten derselben wurde gesagt, daß der Traktat selbst keine Veraͤnde⸗ rung erleide. Die in demselben von Seiten Frankreichs uͤber— nonimene Verpflichtung dauert daher fort. Man hat gesagt, Frankreich selbst habe von einer Contre⸗Revolution in Spanien nichts zu fürchten. Glauben Sie, m. H., daß, wenn Don Earlos in Spanien regierte, die legitimistische Partei in Frank— reich nicht aufs neue ihr Haupt erheben wuͤrde? Und glau— ben Sie, daß einige fremde Maͤchte, wenn sie die Contre⸗Re⸗ volutlon bis an die Pyrenäen bewerkstelligt sahen, nicht versu⸗ chen wuͤrden, dieselbe bis zum Rhein auszudehnen? Der Con⸗ seils⸗Praͤsident hat behauptet, daß wir nicht das Recht haͤtten, uns in die inneren Angelegenheiten Spaniens einzumischen. (Herr Mols von seinem Platze: „Herr Passy irrt ah. Als ich sagte, daß eine Nation sich nicht in die inneren Angelegen⸗ heiten anderer Nationen einmischen duͤrfe, sprach ich von dem allgemeinen Rechte, aber nicht von den Spanischen Angelegenheiten insbesondere. Ich bin immer der Meinung gewesen, daß eine fremde Einmischung verderblich fuͤr das be— setzte Land sey; aber dies hindert nicht, daß man einen Krieg beginnen koͤnne, wenn dieser Krieg im Interesse derjenigen Macht liegt, die ihn unternimmt; und dies kann sich wohl in Bezug auf Spanien auch ereignen. Der Quadrupel⸗ Allianz⸗ Traktat laͤßt der Franzoͤsischen Regierung volle Freiheit, das— jenige zu thun, was sie ihrem Interesse fuͤr angemessen haͤlt.“) Herr Pasfy fortfahrend: „Die Franzoͤsische Intervention in Spanien liegt nicht allein im Interesse Frankreichs, sondern sie bietet auch durchaus keine Gefahr fuͤr uns dar. Man spricht beständig von der Franzoͤsischen Invasion im Jahre 1808 und von deren Folgen. Aber die Lage der Dinge ist ganz und gar nicht dieselbe. Der Krieg im Jahre 18068 ward aus dem ungerechtesten Beweggrunde unternommen. Wir wollten da— mals in Spanien die National-Unabhaͤngigkeit zerstoͤren, waͤh—⸗ rend uns jetzt Spanien als seine Befreier zu Huͤlfe ruft. Außerdem verpflichtet uns unsere Ehre, die Königin Isabella aufrecht zu erhalten. Sobald der Tod Ferdinand's Vll. in Paris bekannt war, begab sich ein Direktor aus dem Departe⸗ ment der auswaͤrtigen Angelegenheiten mit einem Schreiben nach Madrid, in welchem der Koͤnigin aller Beistand verspro— chen wurde, dessen sie beduͤrfen mochte. Unsere damaligen Ver⸗ sprechungen wiederholten wir in dem Quadrupel⸗ Allianz⸗Trak⸗ tate. Indem wir in Spanien interveniren, erfüͤllen wir daher nur eine uͤbernommene Verbindlichkeit. Der Conseils⸗Praͤsi⸗ dent hat durch seine Erklaͤrung, daß er niemals in Spanien interveniren werde, die Krone Isabella's mehr als jemals in Gefahr gesetzt. Er hat dem Don Carlos mehr genuͤtzt, als alle die Millionen, die derselbe von fremden Maͤchten erhaäͤlt. Er hat Frank⸗ reich vielleicht fuͤr immer seines getreusten Verbandeten beraubt, und eine furchtbare Verantwortlichkeit lastet auf dem Ministerium.“ (Lebhafter Beifall zur Linken. Der Conseils-Praͤsident; „Die Rede, die Sie so eben vernommen haben, beweist, daß die Frage keinen Schritt vorwaͤrts gethan hat. Man legt mir Worte in den Mund, die ich nicht gesprochen habe, und zieht daraus Folgerungen, die ich nicht äJnnehmen kann. Man be— hauptet, daß ich Frankreich das Necht, in Spanien zu interve⸗ niren, abgesprochen haͤtte. — Lebhafte Unterbrechung, Stimmen aus dem linken Centrum: „Nicht doch! Nicht doch! Sie wol— len die Sache wieder unklar inachen!“ Niemals habe ich Frankreich das Recht abgesprochen, uͤberall so zu handeln, wie es sein Interesse erheischt. Aber ich habe behauptet, daß der Auadrupel⸗Allianz⸗Traktat Frankreich nicht verpflichte, selbst ge⸗ gen sein Interesse zu interveniren. Ich habe gesagt, daß wir üns zu einer vielleicht mit unserm Interesse in Widerspruch , Intervention nicht verpflichten konnten. Aber wir haben der Koͤnigin Isabella wirkliche und wesentliche Dienste geleistet, indem wir dem Don Carlos jede Verproviantirung und Rekrutirung aus Frankreich unmoͤglich machten. Wir ha— ben der Regierung der Koͤnigin sogar erlaubt, in Paris Sol— daten anzuwerben, und es ist nicht unsere Schuld, wenn es an dem noͤthigen Gelde dazu gefehlt hat. Wir haben Dampfschiffe geliefert, die man von uns zum Transport der Truppen ver— langte, und dergleichen mehr. Man kann daher nicht sagen, daß wir uns auf bloße Wuͤnsche fuͤr die Sache der Koͤnigin be— schraͤnkt haͤtten. Man halte sich fest uͤberzeugt, daß, wenn wir nicht mehr thun und nicht weiter gehen, es nur geschieht, weil das Interesse Frankreichs es uns verbietet. Unser ganzes Le— ben ist dem Wohle des Landes gewidmet gewesen, und wenn wir bei dieser Frage die Ansicht unserer Gegner nicht theilen, so glauben wir, deshalb Frankreich nicht weniger zu lieben. (Beifall im rechten Centrum.) Wir habenznicht gesagt, daß wir niemals in Spanien interveniren wuͤrden, sondern nur, daß wir uns nicht im Voraus dazu anheischig machen koͤnnten; und ich erklaͤre nochmals, daß, wenn wir je in Spanien eindringen, dies nur im Interesse Frankreichs geschehen wird, wogegen eine Inter—⸗ vention unter den gegenwärtigen Umstaͤnden eine Maßregel le— diglich im Interesse Spaniens seyn wuͤrde. Herr Passy be— hauptet, daß die Umstände nicht dieselben waren, wie im Jahre i808, und daß die Franzosen, statt wie Feinde behandelt zu werden, wie Freunde aufgenommen werden wuͤrden. Wer steht dafuͤr ein, daß man uns so aufnehmen wird? Wer giebt uns die Versicherung, daß diejenigen, die uns jetzt zu Huͤlfe rufen, nicht die Ersten seyn werden, die gegen uns auftreten? Ich wuͤrde betruͤbter als irgend Jemand uͤber eine Contre-Revolution in Spanien seyn; aber ich glaube nicht an die Gefahren, mit de⸗ nen man uns bedroht, wenn dieselbe wirklich stattfaͤnde. Nein, meine Herren, wenn Don Carlos in Madrid waͤre, wuͤrde er sich wohl huͤten, die legitimistische Partei in Frankreich zu unter⸗ stuͤtzen, denn er wuͤrde einsehen, daß auf einen solchen Versuch von seiner Seite unmittelbar der Krieg folgen würde; und man wuͤrde mich alsdann eben so kriegerisch gesinnt finden, als
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irgend einen meiner jetzigen Gegner. (Beifall zur Rechten. Stimmen von der linken Seite: „Wenn dies Ihre Ansicht ist, warum hat man denn uͤberhaupt den Quadrupel⸗Allianz⸗Traktat abgeschlossen?“ Wir wollen die Intervention nicht, und des halb unterstuͤtzen wir das Amendement des Herrn Hebert, Der rn, der Kommission bindet die Regierung; das Amen— dement läßt ihr volle Freiheit, einen Krieg zu beginnen, ohne sie zur Intervention zu verpflichten.! — Nach dieser Rede be— stießs Herr Jouffroy die Rednerbuͤhne, ohne daß es ihm je— doch bei der großen Aufregung, in welcher die Versammlung sich befand, gelingen wollte, die Aufmerksamkeit zu fesseln. Die Ruhe stellte sich erst einigermaßen wieder her, als Herr Mau— guin auf der Rednerbuͤhne erschien. Derselbe suchte haupt⸗ sächlich darzuthun, daß Frankreich insofern ohne Gefahr inter— veniren konne, als es von keiner der großen Europäͤischen Mächte in diefem Augenblick etwas zu befuͤrchten hätte. Bei Abgang der Post hatte Herr Mauguin seinen Vortrag noch nicht beendigt.
Paris, 11. Jan. Der Koͤnig empfing gestern den Fuͤr— sten von Taileyrand und den Marschall Gerard.
Die heute fruͤh erschienenen Blaͤtter stimmen alle darin uͤberein, daß das heute zu erwartende Votum der Deputirten⸗ Kammer in Bezug auf das Amendement des Herrn Hebert von der hoͤchsten Wichtigkeit fuͤr das Ministerium sey, indem, falls dasselbe verworfen wuͤrde, der Stutz des Kabinets kaum zu verhindern seyn duͤrste. Das Journal des Débats äußert sich uͤber diesen Gegenstand in folgender Weise: „Herr Hebert hat ein Amendement vorgeschlagen, welches durch die Einschal— tung eines einzigen Wortes feststellen soll, daß die Regierung bis jetzt den Traktat der Quadrupel- Allianz getreulich ausge— fuͤhrt habe, und daß demzufolge dieser Traktat sie nicht zu einer bewaffneten Intervention zwinge. Dieses beim ersten Anblick nicht sehr wichtige Amendement ist durch die Explicationen des Hrn. Thiers und des Conseils⸗-Praͤsidenten entscheidend geworden. Wird es ver⸗ worfen, so tragt die Interventions⸗Politik den Sieg davon, wird es angenommen, so schließt es den Krieg nicht aus, wie dies der Graf Mols sehr deutlich auseinandergesetzt hat, falls das au— genscheinliche Interesse Frankreichs ihn in Spanien erheischen moͤchte; es schließt nur, wenn wir uns so ausdruͤcken duͤrfen, die rein Spanische Intervention aus, — eine Intervention, die nicht unternommen wuͤrde, um die Ehre Frankreichs zu raͤchen oder seine Sicherheit zu vertheidigen, sondern um einen direkten Einfluß auf die inneren Angelegenheiten Spaniens zu uͤben. Die Interventions-Politik ist, wie wir glauben, nicht die Politik der Kammer. Wenn die Regierung Soldaten und Geld zum Interveniren verlangte, so sind wir uͤberzeugt, daß die Kammer Beides verweigern wuͤrde.“ — Die Presse sagt: „Die heutige Sitzung wird entscheidend senn. Die Majoritaͤt wird sich daruͤber auszusprechen haben, ob sie die Entlassun des Herrn Mols und die Ruͤckkehr des Herrn Thiers will. Gedenkt die Majoritaͤt, unter dem Vorwande, ein Koͤnigthum in Spanien zu unterstuͤtzen, das Koͤnigthum in Frankreich den Gefahren eines Europaͤischen Krieges oder einer neuen Revo— lution auszusetzen?“
Die Polizei war davon in Kenntniß gesetzt worden, daß ein Duell zwischen dem Praͤfekten des Departements des Mor⸗ bihan, Herrn Loroie, und dem Herrn von Sivry stattfinden sollte. Ihre Schritte wurden deshalb von einer Menge von Polizei⸗Agenten bewacht. Die genannten beiden Herren bega⸗ ben fich heute Vermittag um 11 Uhr nach dem Boulogner Ge, hoͤlz, um ihre Ehrensache auszukaͤmpfen; in dem Augenblick aber, wo sie die Degen zogen, erschien der Polizei ⸗Kommissa⸗ rius Noel in Begleitung mehrerer Beamten und zwang die Kaͤmpfenden, sich zu trennen. Man glaubt uͤbrigens nicht, daß durch diese Dazwischenkunst der Polizei das Duell verhindert werden wird.
Seit heute fruͤh hat die Seine angefangen, Eis zu treiben.
Großbritanien und Irland.
London, 19. Januar. Die kalte und stuͤrmische Witte— rung hat Ihre Masestaͤt die Koͤnigin in den letzten Tagen ver— hindert, ihre gewohnlichen Spazierfahrten in Windsor zu machen. Gestern kangten Lord und Lady John Russell nebst Familie, Miß Ponsonby und Lord Duncannon zum Besuch bei Ihrer Masestat in Windsor an. Lord Melbourne ist dagegen bereits gestern wieder von dort in London eingetroffen und hat gleich nach seiner Ankunft eine Konferenz mit Lord Glenelg im Ko— lonial⸗ Amte gehabt.
Die Morning Chronicle zweifelt an der (gestern er— waͤhnten) Gruͤndung eines neuen Ordens.
Ueber die Bewegungen in der Armee und Marine enthalt die Times neuerdings nachstehenden Bericht: „Eine unmittel- bare Folge der Entfernung der nach Kanada beorderten Trup⸗ pen wird die unverzuͤglichs Entfernung aller in Irland befind⸗ lichen Regimenter seyn. Das erste Bataillon der Coldstream— Garde, welches jetzt in Dublin steht, wird hoͤchst wahrscheinlich nach London zuruͤckehren, um an dem Hofdienst Theil zu neh⸗ men. Der „Herkules“ von 74 Kanonen wird 500 Mann von den nach Kanada bestimmten Truppen an Bord nehmen, und auf dem „Inconstant“ befindet sich schon der groͤßte Theil des Izsten Regiments Hochlaͤnder; die uͤbrigen Compagnieen und den Stab soll der Pique“ aufnehmen, den man taͤglich in Cork erwartet. Der General⸗Major Sir W. M Bean, der das Kommando im Distrikt Limerick uͤbernehmen sollte, hat den Befehl erhalten, sich in Cork auf dem „Inconstant“ nach Halifax einzuschiffen, um die Stelle eines zweiten Befehlshabers in Kanadg einzu— nehmen. Sir Frederick Stovin wird sich als General⸗Adjutant eben dahin begeben. Das Transporischiff „Boadicea“ wird mit den Kommando's des 11ten und TWsten Regiments nach Gibraltar segeln, von wo diese mit den Dienst-Compagnieen derselben Regimenter durch Kriegsschiffe nach Quebek ge⸗ bracht werden sollen. Ein Korrespondent empfiehlt, den Garde- Offizieren keine Entlassungen zu bewilligen, bis sie sich ihren Regimentern in Kanada anschließen, und die dadurch entstehenden Vakanzen durch Befoͤrderungen aus den Linien- Regimentern zu ergänzen. Der Major W. F. Williams ist auf dem letzten Packetboote mit Depeschen fuͤr Sir John Colborne nach Kanada abgegangen. Dieser ,, Offizier stand fruͤher im 8ö5sten leichten Infante⸗ rie⸗Kegiment und erbielt in dem Kriege in Spanien mehrere Wunden. Er ist auch bekannt durch seine genaue topogra— phische Aufnahme der Insel Malta. Wir halten es noch fuͤr nöthig, zu bemerken, daß die von der United⸗Service⸗Gazette⸗ angegebene Zahl der nach Kanada bestimmten Truppen unrich⸗ tig ist, denn nicht 3900 Mann, sondern, mit Einschluß der Ar⸗ tillerie, fast 7000 Mann sind bis jetzt dorthin beordert worden. Man wird es kaum glauben, daß der Oberst Thompson, welcher vor einigen Tagen in der Kron und Anker“ Tavern eine so verraͤtherische Rede uͤber die Kanadischen Angelegenheiten hielt,
betheiligt waren.
wirklich Oberst dieutenants⸗Rang in der Britischen Armer kleidet, wenn er auch kein Komsmando hat. Und doch ist Lord Hill hat jedoch die Macht, der Koͤnigin die Entfern desselben aus einem Dienste zu empfehlen, den er durch; Grundsaͤtze und seine Rede so entehrt hat. Wir hoffen, Majestaͤt wird von ihren Praͤrogativen Gebrauch machen die Ausstreichung des Obersten Thompson von der Armee befehlen, als eine Warnung fuͤr Andere, die jetzt geneigt möchten, in seine Fußstapfen zu treten. Oberst Sir 6 Arthur hat sich am Sonntage auf dem New-Horker P boote nach Toronto in Ober Kanada, seinem Regierunge eingeschifft. Mit ihm zugleich begaben sich mehrere Offzsn ihren Regimentern in Kanada.“
In der Leichtigkeit, womit das Unternehmen des h M'Kenzie in Ober? Kauada unterdruͤckt worden seyn soll, die Morning Ehron iche den Beweis finden, daß der ruhr in Kanada sich keinesweges allgemein verbreiten n sondern daß die Mißvergnuͤgten in der oberen Provinz i einen bedeutenden, noch einen mächtigen Theil ihrer Ven rung ausmachten. Ein Korrespondent des Standarz, auch jenes Blatt fuͤr wohl unterrichtet hält, versichert er habe allen Grund, zu glauben, daß M Kenzie und Anhaͤnger gar nicht in Toronto eingedrungen, sondern Stadt nicht näher als bis auf 2 Englische Meiln kommen seyen, und daß ihre Zahl sich, den glan digsten Nachrichten zufolge, auf hoͤchstens 106 belaufen habe. Dem möͤchte nun seyn, wie ihm wolle, die Chronicle, so sey schon das von großer Wichtigkeit dieser Insurgenten-Haufen nicht von Truppen, von den Provinz Ober⸗-Kanada ganz entbloͤßt gewesen, sondern loyalen Einwohnern selbst zuruͤckgeschlagen worden. N Blatt spricht sich dann nochmals sehr entschieden gegen den Rednern in der Kron- und Anker-Tavern aufgestelln hauptung aus, daß es sich nur um einen Kampf zwischt Kanadiern und der Britischen Regierung handle. Wenn! britanien, meint es, auf die Kolonie morgen Verzicht wollte, so wuͤrde es sie erst recht allen Schrecken des V krieges preisgeben. Die „Chronicle“ giebt in dieser Bezi dem Korrespondenten des „Standard“ vollkommen Recht, cher sagt, es sey kein Streit zwischen den Franzdsischen diern uͤnd den Beamten der Kolonie, sondern zwischen den heren und den Britischen Ansiedlern, nicht allein in N Kanada, sondern in allen Nord-Amerikanischen Kolonien. Korrespondent des Manchester Guardian, der Pfarre vid Brown, der die letzten fuͤnf Jahre in Nieder-Kanah lebt hat, versichert, der Zweck der Franzoͤsischen Kanadit jeden Britischen Unterthan aus dem Lande zu vertreiben eine Franzoͤsische Demokratie zu begruͤnden; werden die Franzoͤsischen Einwohner Kanadas gewoͤhnlich gen seyen zwar ein ruhiges und harmloses Volk, aber auch seh wissend, leichtglaͤubig und erregbar; auch schienen Herr und Sir William Molesworth in ihren in der Kron Anker-Tavern gehaltenen Reden ganz vergessen zu habeh Nieder-Kanada eine Bevoͤlkerung von 150,000 Briten die entschlossen seyen, den Verband mit dem Mutterlan af recht zu erhalten und sich eine angemessene Vertretung n Provinzial⸗Versammlung, so wie gleiche Rechte und Prithh mit den habitans, zu bewahren. Deshalb besonders um Englands Ehre willen, bemerkt die Chroniele, könne jene Kolonie nicht sich selbst uͤberlassen, die sonst freilich England eher eine Last als ein Vortheil sey, da sie dem terkande bedeutende Kosten verursache und es noͤthige, schlee Bauholz von ihr zu beziehen, während es viel besseres au Ostsee⸗Haͤfen erhalten koͤnnte. .
In der Times liest man: „Die Dubliner Zeitungn heben eine Frage in Bezug auf die Bank von Irland,) wesentlicher Beziehung zu unserer Londoner Bank steht, d die Politik der Whigs hinsichtlich solcher Monopole zeigt wird naͤmlich gesagt, daß der Freibrief der Irlaͤndischen am 1. Januar i837 abgelaufen sey und nach den Bedhuhum desselben , zuruͤckgenommen werden koͤnnen, wem He Spring Rice ein Jahr vorher angezeigt haͤtte⸗ daß r sey, die von der Britischen Regierung dieser Bank scht Summe von 2,600,000 Pfd. abzuzahlen. Haͤtte er dit gehoͤrigen Zeit gethan, spo ware der Freibrief nath am 1sten d M. ganz zu Ende gewesen; man glaubt abt Dublin, daß Herr Spring Rice, statt einen solchen entscht den Schritt zu thun, wie gewoͤhnlich gezoͤgert und die e an den Ausschuß des Unterhauses uͤber die Actien-Banken wiesen habe. Dies ist jedoch zweifelhaft; mehr Wahrscher keit hat es fuͤr sich, daß er die Sache ganz ruhig gehn die Bank von Irland auf unbegraͤnzte Zeit im Genuß all rer ausschließlichen Privilegien läßt. Es steht indeß zu i daß man die Sache bei der Zusammenkunft des Parl⸗ nicht mit Stillschweigen uͤbergehen, sondern die Frage si offen aufstellen und zur Entscheidung bringen wird, ob di dauer solcher Monspole angemessen ist oder nicht. man irgend eine Art von Versuch in diesem Falle fur erf lich halten, der in der That nicht erforderlich ist, so wi ein großer Vortheil, mit der Bank in Dublin den Anf machen; durch die Wirkung eines neuen Systems in J wurde die Regierung sich am besten belehren koͤnnen, h die uns naͤher liegende großere Beschwerde zu behandeln! Die Wiederaufnahme der Geschaͤfte von Seiten der Ach und Handelsbank in Irland, deren Streitigkeiten mi Actionairen so haufig besprochen worden, ist ein Ereigni hier einiges Aufsehen erregt hat. Wenn die dabei Beth ten, wie jetzt behauptet wird, im Stande sind, ihre Gt mit einem Kapital von 250,000 Pfd. wieder zu beginnen bloß einen Verlust von 106,900 Pfd. wahrend der letztz sis ergeben wuͤrde, da das urspruͤngliche Kapital sich auf 52, jd belief, so haben sie in der That weit weniger gelitten, alt erwarten durfte. Die Prozesse, welche die Eigenthuͤme. einander eingeleitet hatten, sollen groͤßtentheils freundschi ausgeglichen worden seyn. Den ernstlichsten Widerstand! eine definitive Regulirung ihrer Angelegenheiten scheint Bank bei ihren in Belfast ansassigen Actionairen gefunz haben, die sich lange Zeit gegen jeden guͤtlich en , . . ten. Alle beschweren sich, wie es scheint, uͤber die harte Art und wie ihnen in dem Ausschusse des Unterhauses uͤber die Actien / V mitgespielt worden, was sie um so mehr aͤrgern und empoͤren mn als sich in diesem Ausschusse zwei Irlaͤndische Dar a ment glieder befanden, die selbst Direktoren oder Actionaire 24 ⸗ wie bei zwei mit einander wetteifernden Irländischen Vm Obgleich es heißt, daß die Ackerbau Handels-Bank durch Irlaͤndisches Kapital erhalten werde doch ein sehr betraͤchtlicher Theil ihrer Actionaire in d,. lischen Grafschaften York und Lancaster ansaͤssig. Die zahl der Actien dieser Bank ist sechstausend ., , .
Im verflossenen Jahre sind in England Sꝛ, 236 Saͤcke
eingefuͤhrt worden, davon 16628 aus Deutschland, 10,26 aus Spanien, 12,571 aus Neu⸗Suͤd⸗Wales, 16,333 aus Vandie⸗ mensland, 1780 vom Vorgebirge der guten Hoffnung, 10,371 aus Süd-Amerika, 802 aus Italien, 11,983 aus Rußland, 1546 aus Ostindien, 5511 aus den Barbaresken-Staaten und der Tuͤrkei und 385 aus verschiedenen anderen Gegenden. Die Morning-Chronicthe bemerkt, man werde mit Erstaunen sehen, wie schnell die Woll⸗Production in Englands Australi— schen Kolonieen zunehme, die jetzt schon zwei- bis dreimal so viel produzirten, als Spanien, von wo England noch vor we— nigen Jahren seine meiste Wolle bezogen habe; Australien komme fast Deutschland und dem nördlichen Eurepa nahe, und es werde wahrscheinlich nicht mehr lange dauern, so werde England sich mit feiner Wolle ganz allein aus seinen wichtigen Kolonieen in der fuͤdlichen Hemisphäre versorgen konnen.
Aus hier eingegangenen Lissaboner Privatbriefen erfährt man, daß einige der am 16. September v. J. von der Portu⸗ giesischen Regierung ausgegebenen Obligationen oder Schatz— scheine, die ein Englisches Handelshaus von Porto im Hä fen Viana bei der Zahlung von Zöllen angeben wollte, zuruͤck— gewiesen wurden, daß jedoch, als man sich deshalb an die Re— gierung in Lissabon wendete, diese den Irrthum sogleich berich— tigen ließ. Dies stellte das Vertrauen der Kaufleute von Porto u dieser Regierung wieder her, denn sie waren ohne jene schnelle Abhuülfe in große Verlegenheit gekommen, da sie meist die Zoͤlle in solchem Papler zu entrichten beabsichtigten.
Ueber den Vorschlag des Portuqiesischen Finanz⸗-Ministers, das alte Papiergeld, welches am 1. Januar haͤtte eingeloͤst wer⸗ den sollen, zu fundiren, bemerkt der hiesige Sun: „Dieser Gesetzes-Vorschlag beginnt mit der Erklarung, daß es unmog— lich sey, die Bestimmungen des Gesetzes von 1833 in Bezug auf- die Liquidirung der Schuld zu erfuͤllen, und hebt suͤr ein Jahr das Privilegium auf, welches die Inhaber jenes Papiers bisher hatten, die Haͤlfte ihrer Zoͤlle und Abgaben darin zu entrichten; nach Ablauf eines Jahres soll wieder ein Viertel der zu entrichtenden Auflagen in solchem Papier bezahlt werden koͤnnen. Die neuen Certifikate oder Inscriptionen, die man an dessen Statt ausgeben will, sollen 5 bis 6 pCt. Zins tragen, und 2 pCt. sollen jaͤhrlich in einen Tilgungs-Fonds fuͤr dieselben gezahlt werden. Dieser Beschluß duͤrfte wohl bei den Bank—
Direktoren und anderen Regierungsglaͤubigern einige Unzufrie⸗
denheit erregen; die Assoctation der Kaufleute wollte an 2ten d. dieserhalb eine Versammlung halten. Jenes Auskunftsmittel uͤberhebt die Regierung nicht nur der Nothwendigkeit, die Schuld sogleich abzuzahlen, sondern es wird auch die Abgaben inskuͤnftige doppelt so eintraglich faͤr die Regierung machen, da
sie nunmehr in baarem Gelde, statt zur Haͤlfte in Papiergeld,
die habilan
entrichtet werden muͤssen. Es laͤßt sich nicht leugnen, daß dies ein Treubruch gegen die Glaͤubiger der Portugiesischen Nation ist; aber die Umstaͤnde scheinen diese Maßregel gebieterisch er— heischt zu haben, da man ohne dieselbe nicht dle Mittel hat das Land zu regieren.“ ; 66 Mit dem Dampsboste „Seho“, das schon lange erwartet wurde, sind endlich Nachrichten aus Gibraltar bis zum 26. und aus Cadix bis zum 27. Dezember hier eingegangen. In Gibraltar hatte der Gouverneur die Anordnungen der Sa— nitaͤts⸗ Behoͤrde vom 11Iten v. M. wieder aufgehoben. Cadix schien sich noch immer in einem sehr unruhigen Zustande zu befinden, und es war eine ganz besonders gegen Auslaͤnder ge— richtete Proclamation erlassen worden, worin man diese der Anstiftung von Aufruhr und einer hervorragenden Theilnahme an den letzten Unruhen beschuldigt; sie werden vor solchem Be— nehmen gewarnt und auf die darauf stehenden gesetzlichen Stra— en hingewiesen. ö In Folge des nebligen Wetters fehlen seit gestern fast alle Posten; auch die fremden sind ausgeblieben. In der vorletzten acht war es so kalt, daß das Wasser in den Häusern und in den Wasserleitungs Rohren fror; von den letzteren sind meh— rere Lesprungen. Der Wind weht sehr scharf aus Nordost. Die Zahlung der Zinsen der Consols und anderen Papie— re, welche gestern begann, hat an der hiesigen Boͤrse plötzlich einen Ueberfluß an Geld geschaffen, so daß es schwer ist, das⸗ selbe unterzubringen, außer gegen sehr geringe Zinsen. Selbst fuͤr fremde Papiere halt es schwer, obgleich Geld unter billi— gen , auf kurze Zeit ausgeboten wird. Wenn sich der jetzige Ueberfluß erst uͤber die ganze Insel verbreitet haben vird und mit dem Fruͤhling die Geschaͤfte wieder beginnen, dann erwartet man mehr Nachfrage. Boͤten die Kolonlal-An— gelegenheiten nicht eine so unguͤnstige Aussicht dar, und fuͤrch— ete man nicht, mit der naͤchsten Post aus Kanada unguͤnstige Nachrichten zu erhalten, so wurde dieser Ueberfluß an Geld, u einer Zeit, wo im Handel und in den Manufakturen jwöhnlich ein Stillstand eintritt, ein größeres Steigen ser Regierungs-Papiere bewirkt haben. Die Spanischen sonds sind ein wenig in die Hoͤhe gegangen, weil man den auf Spanien bezuͤglichen Satz in der Adresse der Franzoͤsischen De⸗ zutirtey ⸗-Kammer als ziemlich guͤnstig betrachtete. 9 Deutschland. Hannover, 11. Jan. (Hamb. Korr.) Mit der Ab— eise mehrerer hohen Gaͤste haben auch die he Tn en. ufgehoͤrt. Se. Majestaͤt haben in den letzten Tagen ununter— rochen in Ihrem Kabinet gearbeitet. . König scheint allles aufbieten zu wollen, um seine Re— denz zu dem Range einer bedeutenden Stadt zu erheben und r, namentlich auch durch eine zahlreiche Garnison Glanz zu herleihen. Die ganze Hälfte der Armee wird in der Haupt— fadt vereinigt werden. Es heißt, daß Se. Majestaͤt einige Gär— en vor dem Steinthore angekauft haben, um daselbst eine große aserne fuͤr die Husaren anzulegen. Auch spricht man von der Errichtung eines Leibregiments, dessen Kommando dem Oberst— seutenant Wyneken übertragen werden würde. Dadurch wi— zerlegte sich das von uns schon bezweifelte Geruͤcht der Ernen, ung desselben zum Gouverneur der Provinz Goͤttingen. 3 Herr v. Schele war seit mehreren Tagen bedenklich krank, ndet sich aber jetzt schon wieder in der Besserung. ,. 8. Jan. Wan ist jetzt in Kurhessen init Aufstel— ng ; . Adels-Matrikel, die von Oben herab angeord⸗ t, es after. . Alle Personen, welche Adelstitel fuhren, . zu iesemn Ende aufgefordert, die Titel, worauf ihre . 6 urkundlich nachzuweisen. Man hoͤrt, daß 2 w. . sind, dieser Aufforderung befriedigend
iche am burg, 15. Jan. Die Elbe ist nun schon bis zu der
ungefaͤhr zwei Meilen unterhalb Blankenese, mit Eis
ihr z n nit Eis be
eng und niederwaͤrts ist der Elbstrom mit Irrer an gesnlit ch noch bis Cuxhaven vorbei erstreckt; daher die zu er var⸗
enden Englischen Dampfschi ; hiffe (die auch am 15ten Abends . Helgoland bleiben, die Briefe mit w uxhaven transportirt und die Hamburger Briefe eben
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so expedirt werden muͤssen. Aus obiger Ursache haben au
beiden Leuchtschiffe ihre Stationen 22 * ist * 8 nach Cuxhaven, das andere wahrscheinlich nach Helgoland ge⸗ gangen. Seit vorgestern fährt man schon mit Pferden und Schlitten die Elbe auf und nieder, auch ist man sogar mit schwerbeladenen Frachtwagen von Ochsenwärder her herüberge— kommen. In der vorletzten Nacht ist nun auch der Strom 6 und * 9 Harburg zugefroren und mit
erhei passiren. — Aus Nybor reibt m der Belt uberall mit Eis belegt sey. 6 man n.
Oesterre ich.
Wien, 9. Jan. Die heute aus Venedig hi
. n g hier eingegan
genen Berichte über das Befinden des i . ö
sind nicht geeignet, die ernsten Besorgnisse zu vermindern, welche
e . . en n 53 a,. Hoheit schon seit eini— Tagen hegt. rivatbriefe bezeichnen die Krankheit als ei
schleichendes Nervenfieber. 96 i , .
— — Wien, 11. Jan. Der als Gesandter nach Washing—⸗ ton ernannte Genẽral, Baron von Marschall, hat N. dab ,, mn
; ach Berichten aus Herrmannstadt vom 30sten v. M. durfte sich der Schluß des Landtags noch einige gen verzoͤgern, und man glaubt, daß Se. Königl. Hoheit der Erzherzog Fer— dinand schwerlich vor Ende desselben hierher kommen wird. mar le,. Tagen 66 die ö.. des hiesigen Buͤrger⸗
isters beginnen, zu welcher die Buͤrger ⸗A ö ät. , 2.
Die Hof-Kanzlei hat nunmehr die beruhigende offiziell
Nachricht erhalten, daß die wegen der Pest 6 n, regeln sich als vollig genuͤgend zeigen.
Pe sth, 3. Jan. (Allg. Ztg.) Der Erzherzog Palatin, der in den letzten Tagen des vorigen Jahres 6 146 Gichtan⸗ fall betroffen wurde, ist in so weit wieder hergestellt, daß er bereits das Bett verlassen konnte. — Der Winter zeigt sich diesmal ziemlich heftig; die Kaͤlte steigt bis 10 und 11 Grad. Die hochangewachsene Donau treibt große Eismassen, ohne daß diese zu einer festen Decke stehen bleiben. Die Communication zwischen Ofen und Pesth ist dadurch ungemein erschwert. Diese beiden Staͤdte, die von Jahr zu Jahr an Groͤße und Wichtig— keit zunehmen, werden dadurch auf's Empfindlichste betroffen. Die Verlegenheiten und Beschwerlichkeiten sind noch selten so stark wie in diesem Winter gewesen. Die Ueberfahrt ist oft lebensgefaͤhrlich und manchmal ganz unmoͤglich. Es waͤre hohe Zeit, daß endlich die stabile Bruͤcke zwischen beiden Staͤdten, die nicht nur diese, sondern zwei Theile Ungarns verbaͤnde, zu Stande kaͤme. ;
Pesth, 6. Jan. Wir leben seit dem Zten d. M. in Angst und banger Besorgniß und stehen noch immer in grauenvoller Erwartung der Dinge, die noch kommen duͤrften. Schon seit einigen Wochen schwoll der Donaustrom zu einer in dieser Jah— reszeit ungewöhnlichen Hoͤhe an und hob sich am Aten d. M. dergestalt, daß er die Kais und Dämme unserer Stadt an vielen Orten uͤberschritt und das Wasser durch die Kanaͤle in die Keller und unterirdischen Waarenspeicher und Magazine der nahe der Donau liegenden Haͤuser drang und an Waaren, BViktualien und sonstigen Effekten großen Schaden anrichtere. Noch schlimmer sieht es in unserer Nachbarstadt Ofen aus. Dort sind die Niederungen der an der Donau liegenden Stadt— theile, als der Raizenstadt, Wasserstadt, des Neustifts, ganz unter Wasser gesetzt, und die Communication kann nur mit— telst Kaͤhnen stattfinden. Zudem fuͤhrte die Donau eine große Menge Treibeis mit sich, und in der Nacht vom äten auf den Iten bildete sich ein sehr unsicherer und unverlaͤßlicher Eisstoß. Die regelmaͤßige Verbindung zwischen Ofen und Pesth ist seit drei Tagen ganz unterbrochen, und wir sind von der Welt senseits der Donau wie abgeschnitten. Nur große Wagehaͤlse — unter Anderen auch ein von Siebenbuͤrgen nach Wien eilen der Courier — ließen sich fuͤr schweres Geid von kuͤhnen Schif— fern in schwachen kleinen Fahrzeugen uͤber das Eis schleppen. Die Pesther Postpakets vom aten und 5ten d. M. konnten erst heute, am Cten, unter großer Gefahr nach Ofen expedirt werden, die Briefe blieben daher zwei Tage liegen. — Der Wasserstand der Donau ist noch immer sehr hoch; er uͤberschreitet bereits das Maß, das er in dem Ueberschwemmungs-Jahr 1830 er— reichte. Man ist auf Alles gefaßt bei dem bevorstehenden Ab— zuge des Eisstoßes. Die Kanaͤle sind nun alle verstopft wor— den, und man arbeitet thaͤtig daran, um das eingedrungene Wasser aus denselben auszupumpen. Der Schnee fiel so stark, daß er ellenhoch in den Straßen liegt. — Es scheint nun entschieden zu seyn, daß der Ungarische Reichstag fuͤr den Oktober d. J. einberufen werden wird. Der Ver— sammlungsort wird wieder Preßburg seyn. — Nachschrift. vom 7Jten Morgens. So eben hat das Publikum den Ue— bergang uͤber den Eisstoß ertrotzt, und in diesem Augenblick, beim Abgang der Post, passirt die Menge die Donau. Es gehen bereis traurige Nachrichten von He n, durch Ueberschwemmungen in den unteren Gegenden Ungarns ein. Oberhalb, namentlich in Wien und Preßburg, soll keine Ge— fahr vorhanden seyn.
Türkei.
Konstantinopel, 20. Dez. (Allg. Ztg.) Man hatte et und geschrieben, daß die Lage Firahlm? 9. y unh ur bedenklich sey, und daß er sich nur mit Muͤhe daselbst halten werde. Es ist dies eine falsche Voraussetzung, denn die Mittel, uͤber welche Ibrahim gebietet, sind zu bedeutend, um ernstlich an— nehmen zu koͤnnen, daß er von den Eingebornen etwas zu be— sorgen habe oder wohl gar von der Pforte sich im mindesten bedroht glauben koͤnnte. Er ist und bieibt vielmehr der ge— faͤhrlichste Rival des Sultans, und das, was sich in der neuesten Zeit in Syrien vorbereitet, scheint nur zu sehr dazu gemacht, der Pforte , e f einzufloͤßen und die Ueberzeugung zu liefern, daß Mehmed Ali und sein Sohn ihre Erobe— rungsplaͤne nicht aufgegeben haben. Es . naͤmlich eine ungewoͤhnliche Thaͤtigkeit bei der Aegyptischen Armee in Sy⸗ rien. Die Truppen werden in verschiedene Corps konzen⸗ trirt und erhalten ununterbrochen Verstärkungen aus Aegypten, die theils zu Lande, theils zu Wasser zugefuͤhrt werden. Man versichert, daß im Laufe von sechs Wochen 16,000 Mann frische Truppen zu der Syrischen Armee gestoßen sind, daß die ganze Armee neu gekleidet worden und mit Puͤnktlichkeit bezahit wird, was vermuthen laßt, daß man sie bei gutem Muthe er— halten, ja denselben noch steigern will. Die Pforte sieht der⸗ gleichen mit sehr aͤngstlichen Augen an; sie fuͤhlt, daß dies Alles gegen sie gerichtet ist, und sie schickt sich auch an, da— gegen Sicherheitz⸗Maßregeln zu ergreifen, indem sie ihre Ar .
mee in Asien gleichfalls zu verstaͤrken sucht. Allei 1 nur muͤhsam einige Mannschaft auftreiben, weil ö 6 8 2 an einexercirten Leuten, dann an Geld gebricht. Unter 6 chen Umstanden thut sie klug, die Sympathieen zu bewahren ie * in den Tagen der Gefahr sehr zu Statten kamen und 6 chlich 2 beitrugen, der Armee Ibrahim's im Angesichte 2 Hauptstadt Halt zu gebieten. Viel ward intriguirt, um diese ** zu schwächen; der Sultan ist aber zu gut berathen = sich abermals irre fuhren zu lassen. Er weiß sehr wohl, daß Mehmed Ali zuerst durch freinden Einfluß bestinimt worden sich gegen ihn aufzulehnen, und daß diefer Einfluß immer nech dahin wirkt, den mächtigen Vasallen auf Kosten seines Herrn an Kraft gewinnen zu lassen. Es ist seltsam zu sehen, wie . sich die Politik in den . des Orienis aͤußert. Man wird es kaum glauben, daß England, welches vor allen Mehmed abhold seyn sollte, nicht ungern steht wie er sich befestigt und auszubreiten sücht. Dies läßt sich nicht anders erklaren, als daß das Londoner Kabinet ihn benutzen wil um ein Gegen ewicht fuͤr Frankreich zu haben, das zum Verdꝛusse Englands in Afrika immer mehr uin sich greift. Mehmed Alt is inzwischen zu gut berathen, um je wagen zu wollen, sich Frankreich feindlich entgegen zu stellen. Den Vorschub, den man ihm leistet, kann und wird er nur dazu benutzen, uin der Pforte zu schaden, und diese sollte daher nicht leichtglaubig cuf die Versicherungen vertrauen, welche ihr Englischerseits gemacht werden, als sey Mehmed li weit entfernt, sich den einge— gangenen Verpflichtungen gegen den Sultan zu entziehen, und von dem Willen beseelt, sie puͤnktlich einzuhalten. Daß Lord Ponsonby, welcher dergleichen Versicherungen zu geben bemüht seyn soll, anders uͤber Mehmed Ali denken muß, als er vob— geht duͤrfte schon daraus erhellen, daß der von dem Englischen abinet verlangten Herabsetzung der Zölle, weshalb die Pforte mehrere Fermans auf den Wunsch des Englischen Botschafters ergehen ließ, keine Folge gegeben ward, was doch augenschein⸗ lich gegen den Sinn und Wortlaut der Convention handeln heißt, die der Vice⸗-Koͤnig mit dem Sultan eingegangen ist. Es heißt, daß nächstens wieder große Veraͤnderungen in dem Per— n . 5 eintreten werden. — Die Ver— andlungen der großen hte mit der Pforte uͤber Reguli— rung des Zoll⸗Tarifs dauern fort. t ö In der Agramer Zeitung vom 6. Januar liest man: „Ueber die anarchischen Angelegenheiten Bosniens theilt uns ein Gränzschreiben vom 26sten v. M. Nachstehendes mit: Der fluͤchtig gewesene Capitain Murat Bey Bessirevich hat sich end— lich dem Bosnischen Statthalter Wesir Wedschihi Pascha ge— stellt und * unter Begleitung zweier Tuͤrken nach Travnik ab— gegangen. a nun dieser vormalige Capitain sich freiwillig ge⸗ stellt hat, so glauben die Tuͤrken allgemein, der Statthalter werde naͤchstens zur Untersuchung der Verhafteten schreiten und die minder Schuldigen, so wie die Weiber und Kinder, zu ih— ren Haͤusern entlassen. — Der Militair-Kommandant von Pridor⸗Arnauti, Bimpascha Ramanadaga, ist wegen Bedruͤk— kung der dortigen Einwohner angeklagt und vom Bognischen Statthalter seines Dienstes entlassen worden.“
Griechenland.
Athen, 28. Dez. Das ploͤtzliche Ausscheiden des Herrn v. Rudhart mußte um so mehr uͤberraschen, als man allgemein der Ansicht war, daß derselbe wenigstens noch mehrere Monate an der Spitze der Administration bleiben werde. Es hat dar— um an den verschiedenartigsten Geruͤchten uͤber die Ursache sei— nes Dimissions-Gesuches nicht gefehlt. Einige wollten dieselbe in wiederholten fremden Intriguen finden; Andere wollten sie durch die unguͤnstige Gesinnung einer Hofpartei erklaͤren; An— dere durch eine Ungnade Sr. Majestät, und endlich fehlt es auch nicht an Leuten, welche in der Resignatian des Herrn v. Rud—⸗ hart nur das Verzweifeln an dem Gelingen seiner Mission er— blicken. Wir haben Grund zu glauben, daß alle diese Vermu— thungen unrichtig sind. Hr. v. Rudhart ist ein zu erfahrner Geschaͤftsmann, als daß ihn das Auftauchen irgend einer In— trigue unentschlossen und zweifelhaft machen konnte, und sein Auftreten in dem die Wuͤrde der Griechischen Regierung und seinen eigenen Charakter tief beruͤhrenden Zerwuͤrfniß mit einem fremden Diplomaten bewies hinlänglich, daß er Entgegenwir— kungen der Art, sie moͤgen nun von innen oder außen kom— men, durch Offenheit und Enischlossenheit zu begegnen weiß. Eben so wenig glauben wir, daß Herr v. Rudhart in hoffnunge— losem Aufgeben der Griechischen Sache seine Entlassun genom⸗ men hat. Das Land genießt der tiefsten Ruhe, das ertrauen in die Regierung waͤchst mit jedem Tage, und Handel und Ackerbau machen, wenn auch kleine, doch immerhin beruhigende und sichere Fortschritte. Herrn von Rudhart kann in seiner Stellung diese materielle Entwickelung und besonders jene àber— raschende Entfaltung der moralischen Kraͤfte der Griechischen Nation, welche in jeder griechenfreundlichen Brust die besten Hoffnungen fuͤr die Zukunft des Landes wecken, unmoͤglich ent— gangen seyn. Wir sind vielmehr der Gewißheit, daß Herr v. Rudhart mit guten Hoffnungen fuͤr die Griechische Sache von uns scheidet und die Beruhigung mit sich nimmt, auch seinen Tribut auf deren Altar niedergelegt zu haben. Was man aber von einer Ungnade des Königs sagt, widerlegt sich durch die schmeichelhaften Ausdruͤcke, unter denen Herr von Nudhart seine Entlassung erhielt, und denen Se. Majestaͤt die Verlei— hung des Großkreuzes des Erlsser-Ordens beifägte. Es scheint darum, daß eine Meinungs-Differenz uͤber den Umfang der Verantwortlichkeit und der Befugnisse des Minister-Präsiden— ten zu obigem Resultate fuuͤhrte, und diese Vermuthung wird durch die Ordonnanz uͤber das Praͤsidium des Minister-Rathes,
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welches kuͤnftig Se. Majestäͤt selbst fͤhren wird, bestätigt. Wir geben Herrn von Rudhart bei seinem Abgang gern das Zeug— niß, daß er durch Rechtlichkeit und Entschledenheit des Charai⸗ ters die Achtung selbst seiner politischen Gegner sich erworben und das moralische Vertrauen und die Achtung fuͤr die Regie— rung wesentlich befoͤrdert hat. ö Unter den hier anwesenden Fremden erregt gegenwärtig General Halberg (der Eremit von Gauting) das meiste Auf— sehen. Der greise Reisende, dessen Zuͤgen man die nahen Acht— zig ansieht, obgleich seine Haltung noch frisch und ruͤstig ist, kai von Konstantinopel und gedenkt, von hier aus nach Aegyp— ten und Indien ü gehen. Der alte Wanderer fand bei Hofe eine freundliche Aufnahme. Die Griechen, doch sonst an aben— teuerliche Aufzuͤge gewöhnt, fanden in jenem lebensfrohen Ere— miten einen solch absonderlichen Mann, daß sie ihm stets lächelnd fol⸗ gen, wenn er die Straßen Athens durchwandert. Seine rothen bis zu den Knieen reichenden Juchtenstiefel, der kurze schwarze Sammtrock mit dem großen gestickten Stern auf der linken Brust, die bunten Ordensbander mit den großen Insignien um den magern Hals, die schwarze Polnische Muͤtze auf dem kah— len Haupte, der lange graue Bart, das immer dampfende kleine Pfeischen im rechten Mundwinkel, bilden die abenteuerlichste