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einen beladenen Kahn T Rthlr., fuͤr einen ledigen Kahn 25 Sgr., fuͤr Floßholz, und zwar für ein Schock Bauholz 2 Rthlr. bis à Rthlr. 24 Sgr., fuͤr 1 . Schock Latten 5 Sgr., fuͤr ein Schock Bohlen und Bretter 5 bis 20 Sgr. Indeß gestatteten nach und nach die Vertiefung und Erweiterung des Finow⸗, Frie⸗ drich⸗Wilhelms- und Bromberger Kanals und die Raͤumung der Strombetten der Oder, Warthe und Netze die Fahrt fuͤr großere Schiffe, was nicht unbenutzt blieb, und je angenehmer die bisherigen niedrigen Kanal-Abgaben waren, desto schmerz— licher wurde es empfunden, als durch den Tarif vom 16. Sep—˖ tember 1822 die Abgabe von einem beladenen Kahn fuͤr saͤmmt— liche 12 Schleusen auf 10 Rthlr., von einem unbeladenen Kahn auf 3 Rthlr.; fuͤr Holz in Floͤßen, fuͤr jedes Stuͤck auf 8 Sgr.,
festgesetzt ward.
Allein schon im Jahre 1826 ward durch die Allerhoͤchste Kabinets-Ordre vom 21. Oktober dem Al Handel eine mit heil, daß das ge⸗
sammte Schleusengeld fuͤr jedes Stuͤck Bauholz von 40 Fuß Lange und darunter auf 1 bis 3 Sgr. herabgesetzt und 11. Schock Latten, und 3 bis 10 Stuͤck Bohlen und Bretter, einem Saͤgeblock, oder einem Stuͤck ordinairen starken Bauholz bis Ferner ist die Schiff⸗ fahrt auf dem Kanal seit 1816 von dem Druck der Wasserzoͤlle zu Driesen und zu Landsberg an der Warthe, vom Brahezoll der Stadt Beomberg, und von der besonderen Abgabe fuͤr die Gromaden⸗Schleuse befreit worden, und erwaͤgt man, daß nach der urspruͤnglichen Anlage des Kanals derselbe nur fuͤr Kaäͤhne
Dank anerkannte Erleichterung dadurch zu
zu 10 Fuß Laͤnge gleich erachtet wurden.
bis etwa 500 Ctr. schiffbar war, waͤhrend gegenwaͤrtig kaum
kleinere Kähne als von 1000 bis 1506 Etr. Tragfaͤhigkeit den—
selben befahren, so wird die Erhoͤhung des Tarifsatzes in Be—⸗
Lehn ng auf die letztgedachten großen Kaͤhne allerdings zum
heil wieder ausgeglichen.
Anders aber stellt sich das Verhaͤltniß hinsichts der kleine—
ren Kaͤhne. Bis zum Jahre 1822 waren es in der Regel die aͤrmeren Bewohner des Bromberger Bezirks und Westpreußens, welche mit voluminssen aber an Werth geringen Gegenstaͤn⸗ den, als Duͤnger, Stroh, Heu, Schilf, Rohr, Holz, Torf, Ziegeln, Feldsteinen, Asche, Faschinen und dergleichen mehr, und mit Fahrzeugen, die meistens kaum 15 — 20 Wispel Ge⸗ traide oder 3 = 400 Ctr. Guͤter laden konnten, den Kanal be— fuhren. Da der neue Taris weder nach der Tragfaͤhigkeit der Käͤhne, wie z. B. der Tarif fuͤr die Wasserstraßen von der Oder zur Elbe vom 18. Juni 1828 noch nach dem Werth der Ladung einen Unterschied in den Schleusengeldern machte, so hat, in— dem die letzteren den Werth jener geringeren Gegenstaͤnde absor— birten, dieser kleine Verkehr fuͤr die Bewohner der Umgegend gaͤnzlich aufgehsrt, und die am Kanal belegenen Grundbesitzer, welche nicht der Chaussee nach Nackel nahe liegen, fuͤhlen bei den tiefen Sandwegen die erschwerte Ab- und Zufuhr eben so empfindlich, wie die kleinen Schiffer das Versiegen ihrer bis— herigen Erwerbsquelle. In Erwägung dessen und in Betracht, daß, ungeachtet des herabgesetzten Tarifs fuͤr das Floͤßholz, den⸗ noch die Hölzer von geringeren Dimensionen und die Latten eben so wenig das Schleusengeld zu erteagen vermoͤgen, als das Brennholz, gerade an diesen geringen Hoͤlzern aber der groͤßte Ueberflüß in den hiesigen Forsten ist, der Absatz desselben nach Westen hin aus dem angegebenen Grunde jedoch unmoͤglich, und der Preis deshalb stets gedruͤckt ist, haben denn auch die Provinzialstaͤnde des Großherzogthums Posen auf dem vierten Landtage im verwichenen Jahre sich gedrungen gefuͤhlt, bei Sr.
780
Majestaͤt zur Abhuͤlfe jener Uebelstaͤnde eine andere Erhebungs⸗ art der erwähnten Gefälle in Unterthänigkeit zu beantragen. In dem Landtags-Abschied vom 7. November 1837 erklaͤrten Se. Majestaͤt sich geneigt, dem Antrage zu entsprechen; und wie verlautet, sollen die Vorarbeiten zur Revision des Brom— berger Kanal⸗-Tarifs bereits im Gange seyn, weshalb mit Ver⸗ trauen entgegengesehen werden darf, daß hierbei auch die seit 1822 eingetretene wesentliche Veraͤnderung der Handels- und inneren Verhaäͤltnisse der hiesigen Landestheile ihre Pruͤfung und Beruͤcksichtigung finden werde.
E er liner BBörac. Den 7. Juli 1838. Im elicker Fo ndS- ud GeId- COuTC Q- Zr I.
2 r. Cour. 2 Er. Cour. 8 Brief. Geld. N Rrief. geld. gt. Ichasd - ch. 4 1031, 10277, OStpr. Pfandhr. az 1011/9 99 2/3 Pr. Engl. Ovl. 36. 4 1031, 10235, Pomm. Pfandbr. 4 — — pPrams eh. d. Seen. — 6655/6 651 3 do. do. 3 — 1011 / KRurm. Obl. m. l. 06. — 1033 Kur- a. Neum. do. 4 — 1013 / Nm. Int. Sch. do. ] — 103 Schlesische do. 4 — 10414 Perl. stadt. Ob. 4 1033), 1027/9 Kückat. C. und E. Königah. do. 41 — — Seh. d. K. u. N. — 92 91 Elbiuger do. 4 — — Gold al mareo 21525, 2122 Dan. do. in Tn. — A3 /. — Nene Ducaten — 1814 — Wentpr. Pfandhr. 4 — 1017/9 Friedriehad'or — 1323 1319 do. do. 3 1001/6 992/33 And. Goldmün- — Grosah. Pos. do. 4 — 10455 zen às TV. — 132/ 131 /, Oatpr. Pfandnhr. 4 — 1017/9 IDlseonto — 2 4 Fr. Gour. HM e ch sel- Cours. Thlr. an 30 Sgr. Brief. geld. Amaterdam ..... 250 FI Kurz 1411 — . 250 FI. 2 Mi. 1403 — Hamburg...... 200 Mk Kur? 1511, — . . 300 Mk 2 Mt. 1507/8 — London .............. .. 11 6zt. 3 M. 6 25 6 24353/, Parin............ z00 Fr 2 Mt. S0 /? — Wien in de re,, ,, 1530 F 2 Alt. 1013 /, 101. Augsburg ...... 2. 1530 Fl 2 Mt. 10123 — Breslan..-.. ..... 100 ThlI. 2 At. — 991 / Leipzig...... ... 100 ThlI. 8 Tage — 102 Fraukfurt a. M. W. .... .... 150 FI. 2 Alt. — 1011/2 Petershurg... ..... ...... 100 Rbl. 3 Woch. — 307/24
Aus wüärtige Börsen.
Amsterdam, 2. Juli. Niederl. wirkl. Schuld 54! 3.18. 50/9 do. 102. Kanz-Bill. 2353/6. Fo Span. 2111/13. Passive Assa. Ausg. Sch. SS's. Tinsl. —. Preuss. Präm. Sch. 114513. Poln. —. Oesterr. Met. 163. ⸗ Antwerpen, 1. Juli. Zinsl. —.
Neue Anl. 211/18. Br. 2158. G. Frankfurt a. M., 4. Juli. Oesterr. 50/9 Met. 109612. G. A 10038. G. 21/200 60a. Er. 109,9 2513, 3. Br. Bank- Actien 1743. i741. Partial - (bl. 151. G. Loose zu 500 FI. 126. 12533. Loose zu 100 FI. 265. Br. Preuss. Präm.-Sch. 6514. G. do. A/, Anl. 1035/9. Br. Poln. Loose 6614. 66. So /9 Span. Anl. 1214. 1218. 2120 /o Holl. Sa7/ 6. SA / 6. Hamburg, 5. Juli. Bank- Actien 142. 1440. EngI. Russ. 1083/9. 50,9 Port. —. do.
.
30/9 —. Neue Anl. —.
Paris, 30. Juni. dosg Rente 110. 55. 39/9 80. 10. S0 / Neap. S8. 68. Span. Kente 22/2. Passive Asa.
30/9 Portug. 24.
Wien, 2. Juli. 10, — z30/j 821 /. Neue Anl. 635.
Allgemeine 21sa0s0 — 1960 =.
i DPpreußische Staats- Zeitung.
do / Met. 107. Bank Actĩen 1MA6! / a.
Sonntag, 8. Juli. Im Opernhause: Faust, dramatischet Gedicht von Goethe, in 6 Abth.
Anfang dieser Vorstellung um halb 6 Uhr.
Das Billet⸗Verkaufs⸗Buͤreau wird fuͤr diesen Tag Mittag⸗ um 1 Uhr geschlossen.
In Charlottenburg: Der gruͤne Domino, Lustspiel in! Akt. Hierauf: Die seltsame Wette, Lustspiel in 1 Akt. Und. Der Bär und der Bassa, Vaudeville⸗Burleske in 1 Akt, von
Berlin, Montag den ginn Juli
— 6
C. Blum.
Montag, 9. Juli. Im Schauspielhause: Oper in 3 Abth. Musik von C. M. v. Weber. err Io hannes, vom Theater zu Königsberg: den Max, als Gastrolle)
Dienstag, 10. Juli. Im Schauspielhause: Ein Mani (Neu einstudirt. Herr Seydelmann: Dr. Berg. Herr Mayfeld. Dlle. Erck: Julie.) Hierauf: dent, musikalisches Quodlibet in 2 Abth.
Königsstädtisches Theater.
Sonntag, 8. Juli. Zum erstenmale wiederholt: Was! Posse in 4 Akten, von Dr. A. E. Wollheim.
Montag, 9. Juli. Der Dachdecker. Komische Gemaͤlde in 5 Rahmen, frei nach dem Franzoͤsischen, von L. Angely. Vor, her: Student und Dame. Lustspiel in 2 Akten, nach Scribe und Melesville, von G. Harrys.
Dienstag, 10. Juli. Belisar. Oper in 3 Abth. Musil von Donizetti. vor ihrer Urlaubsreise.)
Markt⸗Preise vom Getraide.
Berlin, den 3. Juli 1838. Zu Lande:
1è Sgr. 3 Pf. Eingegangen sind 17 Wispel.
Rthlr. 13 Sgr. und 2 9 Pf., auch J Rthlr. 11 Sgr. 3 Pf.; große Gerste 1 Rihlr. 3 Sgr. 9 Pf.; Hafer 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf., auch 26 Sgr. 3 Pf ; Erbsen, schlechte Sorte, 1 Rihlr. 15 Sgr. Eingegangen sind 738 Wispel
20 Scheffel. Mittwoch, den 4. Juli sas. Das Schock Stroh 6 Rihlr. 18 Sgr., auch 8 Rthlr. 25 Sgr. Der Centner Feu 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf, auch 20 Sgr. Branntwein⸗Preise vom 29. Juni bis 8. Juli 1838.
a0 pCt., gegen baare Zahlung und sofertige Ablieferung. Korn— Branntwein 19 Rihlr. i5 Sgr.; Kartoffel-Branntwein 19 Rthlr,
auch 17 Rthlr. ö. Kartoffel⸗Preise. Der Scheffel Kartoffeln 15 Sgr., auch 9 Sgr.
In Vertretung des Redacteurs: Wen tz el. Gedruckt bei A. W. Hayn.
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8
Allgemein
Bekanntmachungen.
. 61414
ssielle angesetzt worden. Die gedachten Gläubiger werden ᷣ ; t ; U . sich , diesem Termine schrift⸗ jetzt und ferner auszustellenden Quittungen mit enthält. Comp. in Breslau ist erschienen: g. lich oder in demselben persönlich oder durch zulässige
Alle diejenigen, welche an das dem Ackerbürger. J. Bevollmächtigte, wozu ihnen beim Mangel der Be⸗ C. Braun zu Grimmen von dem Special-Bevollmäch⸗ kanntschaft der Herr Jusizrath Haelschner in Hirsch⸗ tigten der nachgebliebenen Töchter und Nachfolger der berg und die Herren Justiz⸗Kommissarien Hoffmann verstorbenen Hauptmannin Bancamp geborenen von in Schmiedeberg und v. Baerenfels in Waldenburg Derzberg „rnsä'biterker erkanfte, im Franzburger vorgeschlagen werden, zu melden, ihre Forderungen, die Kreise und Pütler Kirchspiel belegeie Äusbräl cs ehäft rt und das, Vorzugsrecht derselben anzugeben und
Platenberg e. p. so wie an das den Verkäuferinnen die Beweismittel
zustehende, Ebendemselben cedirte, annoch bis Osiern 1889 laufende Pachtrecht an der an Platenberg grän—
zenden Grünhufer Domanial Parzele Nr. A, der Kem⸗- ein immerwährendes Stillschweigen au erlegt werden. ᷓ Landeshut, den 27. Juni sss.
Königl. Land- und Stadtgericht.
pen genannt, nebst Saaten, Ackerarbeiten und Pacht— vorschuß, Forderungen und Ansprüche machen zu fön— nen vermeinen, werden, mit Beziehung auf die den
werden mit ihren Ansprüchen an die Masse ausge— schlosen und wird ihnen gegen die übrigen Gläubiger zahlung vom 27. August an in Leipzig bis zum 15. September d. J., Abends 7 Uhr, oder auch, jedoch spätestens bis zum 8. September d. j., Abends 7 Uhr, bei den erregen. in unsern frühern Bekanntmachungen bezeichneten auswärtigen Handlungshbäusern, — (in Berlin bei
er Anzeiger für die Preußischen
tung zu präsentiren, da solche das Formular zu den
Düsseldorf, den 24. Juni 1838.
Eisenbahn. Onuest.
beizubringen.
Stralsundischen Zeitungen in extenso eingerückten Proclamen vom heutigen Tage, hiermit geladen, solche in einem der auf
den 14. Juni, den 5p. und 23. Juli d. J.
Datum Greifswald, den 4. Mai 1838. und Rügen. v. Möller,
—
G ; . Ueber das Vermögen des hiesigen Tuchkaufmanns dermaligen
Praeses.
Bekanntmachung.
Miltelst eines am 21. Juli 1693 errichteten Testa— anberaumten Tiquidations-Termine, Vormittags 10 Uhr, ments hat der vormalige hiesige Superintendent, weil. vor dem Königlichen Hofgericht speziell anzumelden Herr Dr. Jeremias Syiphen, seinen und seiner Ehegat⸗ und zu beglaubsgen, bei Strafe der Präclusion, welche tin Verwandten die Zinsen von einem mit 1000 Thlr. am 13. August er. erkannt und vollzogen werden soll. ausgesetzten Legate beschieden. vermöge höchsten Befehls vom 5. Mai 1716, in zwei Königl. Preuß. Hofgericht von Pommern Steuerscheinen zum Deposito des unterzeichneten Stadt— raths gebracht worden, und die Zinsen davon werden, in Gemäßhelt eines hohen Vorbeschied-Rezesses vom erholen wir, 23. Februar 1714, zur Hälfte der von Syiphenschen, später Thönigkerschen Wittwe nächsten Freunden, zur Hälfte den von Dorotheen Kraußen, als des Testators nächsten Friedrich Röstel, welches hauptsächlich in Tuch-Waaren Nachkommmen von Zeit ihrer Anmeldung an, dafern esteht, ist per decretum vom heutigen Tage Konkurs aber von einem oder dem andern Theile keine Anver—
zu leisten.
ausser Leipzig am 13. Juli,
Anverwandten, abstammenden
eröffnet und zugleich der offene Arrest verhängt wor- wandte, die sich zur Perception zu legitimiren ver— derselben gefälligst beizubringen.
den.
den das Mindeste davon zu verabfolgen, vielmehr dem
beigetrieben, wenn aber der Inhaber solchtr Gelder
oder Sachen dieselben verschwesgen oder zurückbehalten
sollte, er noch außergem aller seiner daran habenden
Unterpfands- oder anderer Rechte verlustig geht. Kottbns, den 20. Juni 1sss.
Königl. Preuß. Land
22
und Stadtgericht.
8 irt al CGitatto n.
meldung und Rachweisung der Ansprüche aller etwai 8 ö ö . Val⸗ gen unbekannten Gläubiger Termin 26 ;
Es werden daher alle diejenigen, welche von mögen, vorhanden, oder die vorhandenen dazu zu ge— dem Gemeinschuldner zugehörige Gelder und Sachen langen nicht begehren einem hiesigen Stadtkinde zu in Händen haben, hierdurch angewiesen, au Nieman⸗ seinem Stu4io tlleologiae auf der Universität gereicht. ; Gegenwärlig sind nun aus der Kraußeschen Linie unterzeichneten Gericht ungesijumt davon Anzeige zu abstammende Empfänger bei uns nicht bekannt; wir machen und die Gelder und Sachen, jedoch mit Vor- fordern daher diejenigen, welche sich als Geschlechts— behalt ihrer daran habenden Rechte, in das Land- Verwandte vorgedachter Dorotheen Krauße ausreichend und Stadtgerichts⸗Depositorium abjznliefern; widrigen- zu legitimiren vermögen, hiermit auf, sich binnen dato falls alle Zahlungen und Ablieferungen für nicht ge⸗ und spätestens 3 Monaten, von der Bekanntmachung ausgegehen. schehen geachtet und zum Besten der Masse anderweit an gerechnet, mit ihren Ansprüchen zu melden.
Grimma, im Königreich Sachsen, den 21. Juni 1838.
Der
Duͤsseldorf-⸗Elberfelder-Eisenbahn. Dritter Actien-Beitrag.
Die Herren Actien-Unterzeichner der Dilsseldorf— . ö Elberfelder Eisenbahn werden vermöẽbge §. 5 des Sta—
Nachdem über das Vermögen des Kaufmanns Jo- tuts hierdurch aufgefordert, von dem Betrage shrer hann Flanderffer zu Nieder-Zieder unterm 30. Mai Actien-Berechtigung den dritten Beitrag mit 10 Pro— d. J. der Kenkurs eröffnet worden, fo ist zur An- zent an die Banquierhänser; Wil helm 6 r r ere ge, in Elberf ; . . von der Heydt⸗Kersten C Söhne in Elberfeld, den 25. Oktoher d. X., Vormittags 10 Uhr, bis zum J. September dieses Jahres einzuzahlen und lehrten Gesellschaften Mitglied. vor dem Herrn Justizraih Lege an hiestzer Gerichts, dabel die lber die jwei ersten Beiträge erhaltene Quit—
Leipzig, den 309. Juni 1838.
Stabtrath pons in Empfang zu nehmen. — h.
8
2. Heft. Mit 12 illum. Kupfern.
Schöller.
Die siebenzehnte Einzahlung von s Thalern aut die Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Aetien Die Ausbleibenden wird nach §. 3 der Allerhöchst bestätigten Statuten hiermit angeordnet. Die Inhaber belieben diese Ein-
Hrrren Anhalt C Wagener —
Wir erinnern, dass im Unterlassungsfalle der Ver- lust aller Rechte und cller früher zahlungen, nach §. A der Statuten, eintritt.
Die Interimsscheine werden gegen neue auf SS Thlr. Diese 1000 Thlr. sind, lautende umgetauscht, und es sint am 185. September L. J., nach 7 Uhr Abends, diejenigen der 16ten Einzahlung, auf 80 Thlr. lautend, null und nichtig.
Unsern frühern Bekanntmachungen gemäss wie-
dass die 135te Einzahlu in Leipzig am 21. Juli 1 z j ö. 1 fie htte Hinzah lung ten Bändchen zur höchsten Empfehlung. in Leipzig am 25. August, ausser Leipzig am 18. August, Abends 7 Uhr, geschlossen wird. Die Inhaber der Interimsscheine werden gebeten, zu den Einzahlungen ein Verzeichniss der Nummern
Leipzig - Dresdner Eisenbahn- Compagnie. Gustav Harkort, ; F. Busse, Bevollmächtigter. Die Mit den Interimsscheinen der 17ten Einzahlung werden die Coupons zu der von der General- Ver- sammlung beschlossenen ersten Zinszahlung, betra— gend 1 Thlr. im FI. 21 Fuss, pro 1. CQetober d. ]. Die Actionairs, welche Voraus- Ein- bisher. evangel. Pfarrer zu St. Job
zahlungen geleistet haben, belieben gegen Vorzei- ) gung der quittirten Interimsscheine die Zins- Cou—
Literarische Anzeigen.
Bei A. W. Hayn in Berlin, Limmerstrasse No. 20, ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Pflanzen- Abbildungen und Beschreihungen zur Erkenntniss ofsicineller — ĩ gehen von Friedrich Guimpel, Professor bei f... 2141 i ar , j 6. . Königl. Akademie der . zu Berlin. sezondere Vorkenntniss gorausgusetzen; eine fas von Dr. Johann kEriedrich Klotzsch, Custos der pharmakologischen Sammlung und mehrerer Ge— Ir Band. 1. und
Staaten. Im Verlage der Buchhandlung Josef Max & Friedrich der Große und sein Hof,
Die Direction der Düsseldorf-Elberfelder 30m
So war es vor 100 Jahren. eschrieben von 1738 — 1760.
Kronprinzen von Preußen, in tiefster Unterthänigkeit hn r . Svo. 2 Bändchen. is38. Geheftet. 31 Bogen. Vreis 1 Thlr. 15 sgr. Unstreitig werden diese Briefe allgemeines Interesse Was am Hofe Friedrichs und an einigen andern Europäischen Höfen und in den Salons der großen Welt vor 106 Jahren Sitte war, schildern diese vertrauten Mittheilungen. Die treffende Cha⸗ rakterzeichnung der Personen und die freimüthige Dar⸗ stelluig damaliger Zustände erregten 7 Zest ihrer ersten Erscheinung bei einigen Höfen Anstoß, und man verbot diefes Werk in einigen Ländern gänzlich.
An jene denkwürdige Zeit, so wie an das erste Blüthenalter der Preußischen Größe, wird die jetzige Zeit sich gern erinnern laͤssen und an der treuen Dar— sie llung eines Zeitgenossen und Augenzeugen sich erfreuen.
Daß Seine Königliche Hoheit der Kron⸗ prinz von Preußen geruht haben, die Dedication huldreichst anzunehmen, gereicht diesen zierlich gedruck=
eleisteten Ein-
Zu haben in der . Nicolaischen Buchhandlung in Berlin
Interessante Renigkeit. In unterzeichneter Buchhandlung ist so eben ein⸗
getroffen: = Grunde der freiwilligen Riederlegung meines geistlichen Amtes. Eine offene Erklärung von E. C. J. Lütz elberger. bei Rüraberg. Gr. Svo. Brosch. Preis 1 Thlr. Nürnberg, Verlag von Baner C Vaspe. Berlin, den 27. Nai 1838s. E. S. Mittler.
Vorsitzender.
Die in unserm Verlage erschienene ; Populäre Geologie vd de la Beche, geh. 11 Thlr., mit vielen eingedruekteu Holzschnitten, empfehlen wir bei Fusswanderungen im Gebirge, da sie, ohne
Herausge-
Text!
liche und lehrreiche Anleitung zum Beobachten der Formation des Bodens darbietet.
Berlin, Juli 1838. Veit C Comp.
Preis 2 Thlr.
Der Freischuͤt e,
hilft dem Anderen, Tustspiel in 1 Alt, von Fr. v. Weißenthurn rua: Der reisende Stu
ö missarius Dr. Amelang in en , Hannover Majestaͤt ihm verliehene Ritterkreuz des
ʒ;zum evangelischen P
Weizen 2 Rthlr. 5 8 n rn, 1 i. a r ö lr. 8S Sgr. 9 Pf.; Hafer 1 Rthlr. A Sgr., au thlr. gg. Rif n ,. , anaußerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister am Kai— Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rihlr. 17 Sgr. 6 Pf., auch!? ö 10 Sgr.; Roggen 1 Rthlr. 13 Sgr.
Das Faß von 200 Duart, nach Tralles 8 pCt., nach Richter
In vertrauten Briefen des Freiberrn von Bielfeld, .
Seiner Kbnigl. Hoheit, Friedrich Wilbelu,
an und vertheidigen sie.
(Brüderstr. Nr. 13), Elbing, Stettin, Stolp und Thorn.
Amtliche Nachrichten.
Kronik des Tages.
Majestaͤt der Köͤnig haben dem im Bezirk der Regie⸗ i,, 8. angestellten Chaussee⸗Planteur Eupen das
Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen geruht.
Masestaͤt der Konig haben dem Justizrath und Justiz— e, w gie in Berlin gestattet, das von dem
ö Ordens zu tragen. . König haben dem Doktor Löwer zu
SDalbẽerstabt bie Rettungs- Medaille mit dem Vande zu verlei—
t. pen Ce nig⸗ Majestaͤt haben geruht, den Land, und Stadt
Fer, , Jordan zu Grunberg zugleich zum Kreis—
Justizrath im Gruͤnberger Kreise zu ernennen. (Due. Hähnel: Antonina, als vorletzte Rolle r g.
*
Im Bezirk der Koͤnigl. Regierung zu Mag debur ist der Divisions-Prediger Prey in Koln . in Westeregeln ernannt worden; u Breslau ist der Superintendent Kerner zum Pastor in Michelau, Kreis Brieg, und der Predigtamts Kandidat Gru—
bert zum Mittags-Prediger in Sulau ernannt worden.
Angekommen: Der Kaiserl. Russische Geheime Rath,
serl. Tuͤrkischen Hofe, von Buténeff, von Hamburg.
Zeitungs-⸗Nachrichten. Ausland.
Frankreich.
Paris, 2. Juli. Der Temps enthaͤlt heute folgenden Artikel: „Der lebhafte Streit, der sich zwischen der doctri— nairen Partei und den ministeriellen Journalen entsponnen
hat, ist ebenso pikant als belehrend. Fuͤr uns geht daraus auf den ersten Anblick die nunmehr vollstaͤndige Ueberzeugung her—
or, daß die angebliche Politik der Amnestie und der Versoͤh⸗ ung nichts anderes war, als ein ungeheures Possenspiel; wir aben mehr als irgend Jemand ein Recht, dies zu gen da ir uns am meisten haben dadurch taͤuschen lassen. Es ist in
der Regierung nichts verandert worden, und wir werden noch
mmer von demselben Systeme beherrscht; vermehrt ist dasselbe durch die ganz neuerliche Anwendung der September“ Gesetze auf die Presse, und vermindert um die Doctrinairs, die man haßt. Warum stoͤßt man denn wohl die Doctrinairs uruͤck? Weil sie aufhoͤren wollten, bloße Werkzeuge zu . weil sie sich zu gefährlichen Lehrsätzen in Be— zug auf die Koͤnigliche Praͤrogative bekennen; weil sie be— haupten, daß man die von ihnen vorgelegten und unter— stuͤtzten Gesetze falsch und mit Uebertreibung anwende. Die
Doctrinairs nehmen sich gegenwartig heraus zu glauben, daß ein Conseils⸗Präsident wirklich praͤsidiren, daß der Konig herr— schen aber nicht regieren, daß die parlamentarische Majoritäͤt repraͤsentirt werden, daß man gegenwartig mit Maͤßigung re—
gieren, sich auf die gewöhnliche Gesetzgebung beschraͤnken, und nicht zu außerordentlichen Gerichtshöͤfen seine Zuflucht nehmen
mnuͤse, sobald in den Umstaͤnden selbst nichts Außerordentliches liege.
Solchen Ansichten gegenuͤber kann sich freilich die mini— sterielle Presse nicht mehr zuͤgeln; sie bricht in Schmaͤhungen
aus, und thut jene politischen Freigeister, die nicht an die Un—
ehlbarkeit des Regierungs- Systems glauben, in den Bann. Immerhin! Die Doctrinairs sind jetzt exkommunizirt, wie es der tiers parti seit langer Zeit war, denn alle jene strafbaren rundsaͤtze befinden sich auch in seinem politischen Glaubens— ekenntniß. Der tiers-parti war es, der zuerst wieder die Saͤtze aufstellte, daß der Koͤnig herrschen aber nicht regieren, daß der
Conseils⸗Präsident ein wirklicher Prasident seyn, daß die Jury
nur von der Presse gerichtet werden muͤsse, und daß jedes excep— onelle Gesetz der Charte und der Gesetzlichkeit zuwider sey. rauchen wir zu sagen, daß diese Grundsaͤtze auch die der lin⸗ ken Seite sind? Auch sogar die Legitimisten nehmen dieselben Und warum denken die Legitimisten o? Der Grund ist ganz einfach. Sie alle sind nicht Freunde der Verschwoͤrungen Und provisorischen Verfechter der Republik oder des Auslandes. Der großere Theil derselben ist entweder aus Vermoͤgens-Ruͤcksichten, oder aus Ueberzeugung bei der offentlichen Ordnung betheiligt, und wuͤnscht nichts sehnlicher, als sich mit der Gegenwart verstandigen, und seine Privat-An⸗ Plegenheiten, oder die des Staates, friedlich betreiben zu koͤnnen. Wie koͤnnen aber auch die friedlichsten Legitimisten die Nothwendig⸗ keit einer systematischen Opposition abweisen, so lange der Grundsatz borwaltet, daß der Koͤnig herrschen und regieren muͤsse? Es ge— staltet sich nothwendig Alles zu einer dynastischen Frage, sobald man annehmen will, daß Alles vom Throne ausgeht. Vor 1830 hingen sie der Person Karl's RX. an; es waren die Ge— danken des Koͤnigs, das System des Königs, welches sie geltend zu machen suchten. Aber seitdem hat sich das Prinzip der Re— gierung veraͤndert; und wenn die Thatsachen dem neuen Ei gemäß wären, wenn die Minister regierten, und wenn die Systeme sich nach den Ansichten der parlamentarischen Ma— britaͤten modifizirten, so wurde die Stelle der Legitimisten leich⸗ ter und einfacher werden. Diese wahrhafte Unterscheidung zwi— chen dem Prinzipe der Restauration, und dem Prinzipe der neuen Regierung, wuͤrde mit der Zeit die Legitimisten in To— tries und in Konservative verwandeln. Aber, sagt die ministe— rielle Presse, Grundsaͤtze, welche zu gleicher Zeit der äußer—
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sten Linken, den Legitimisten, der Opposition des lin— en und rechten Centrums gefallen, muͤssen nothwendig die Grundsätze des Ümsturzes und der Anarchie seyn.
Dem ist aber nicht so; jene Grundsaͤtze sind die des Jahres i830; sie sind die Grundlage, die Hauptbedingung der Repraͤ— sentativ Regierung. Nur die Republikaner und die konspiri⸗ renden Legitimisten koͤnnen wuͤnschen, daß die Königliche Per— son so viel als moͤglich kompromittict werde, damit die Miß— vergnuͤgten, welche die Regierung sich macht, gegen die Dyna— stie angeworben werden konnen. Es muͤssen sich einige Stim— men erheben, die es wagen, eine vollkommen freimuͤthige Sprache zu fuͤhren. Wir wissen, daß seit langer Zeit kein Wort gedruckt wird, welches nicht durch die unbestimmten und exceptionellen Gesetze, die man votirt hat, verurtheilt werden kann; aber wir wissen auch, daß unsere Sitten und der oͤffent— liche Geist die Freiheit und die rechtlichen Gesinnungen be— schuͤtzen. Wir sprechen es daher aus, daß, nicht etwa eine Scheidung, da sey Gott vor, aber eine Art von Trennung zwischen dem Lande und dem System, welches die Monar— chie zu beherrschen scheint, stattfin det.“
m Courrier frangais liest man: „Das Englische Ge— schwader ist wirklich am 28sten auf der Rhede von Toulon vor Anker gegangen, und mit der morgenden Post werden wir wahrscheinlich nahere Details uͤber diese Ankunft erhalten. Es waren schon im Voraus Befehle von hier abgegangen, um jener Fiotte den freundlichsten Empfang zu sichern, obgleich diese Vorsichts⸗Maßregel fast uͤberfluͤssig erscheint, denn seit der Schlacht bei Navarin findet zwischen unserer und der Englischen Marine eine wahrhaft bruͤderliche Eintracht statt. Leider hat der großere Theil unserer See⸗Streitkraͤfte seit einigen Wochen den Hafen von Toulon verlassen, und es sind daselbst nur ein Linienschiff, eine Fregatte und einige Dampsschiffe zuruͤckge— blieben. Die Behörden und die Einwohner werden sich aber gewiß bemuͤhen, in Abwesenheit unserer Seemannschaften den Englaͤndern eine , . Aufnahme zu bereiten. Der Empfang, der in diesem Augenblick dem Marschall Soult von Seiten des Englischen Volkes zu Theil wird, muß fuͤr die Touloner e, , , ein Grund mehr seyn, der Englischen Flotte jede mögliche Aufmerksamkeit zu bezeigen.
— — Paris, 1. Juli. Unter den zahlreichen, fuͤr die Entwickelung der inneren Angelegenheiten Frankreichs hochwich— tigen, wenn gleich fuͤr diesmal großentheils resultatlosen Ver— handlungen der zu Ende laufenden Session zeigen sich drei vor allen uͤberwiegend an Umfang und Bedeutung: die Fragen namlich uͤber die Konversion der fuͤnfprocentigen Rente; uͤber die Anlage und Fuͤhrung der Eisenbahnen und uͤber den Zu— stand und die Zukunft von Algier. Die betreffenden Gesetz— Entwuͤrfe haben zwar noch verschiedene parlamentarische Stadien durchzumachen, allein das Ergebniß fuͤr dieses Jahr liegt bereits zu Tage; es laͤßt sich eine Recapitulation anstellen und ungefähr— hin andeuten, welchen Bestand man der näͤchsten Session zu verarbeiten, welchen Ruͤckstand zu erledigen hinterlaͤßt.
Die erste dieser Fragen anlangend, wird es Ihren Le— sern vielleicht angenehm seyn, im Zusammenhange zu uͤberblicken, wie dieselbe sich bis zu dem Punkte, wo sie jetzt steht, Bahn gebrochen hat. Die Wiederherstellung der Franzoͤsischen Finan⸗ zen aus der Zerruͤttung, in welcher das Périersche Ministerium Maͤrz 1831) sie uͤbernahm, ist das Verdienst des Baron Louis, welcher diese Verwaltung fuͤnfmal, und zwar dreimal unter hoͤchst schwierigen und abschreckenden Umstaͤnden angetreten, durch seine strenge Rechtschaffenheit und Pünktlichkeit den Staats— Kredit gegruͤndet und befestigt und jedesmal nach kurzer Amts— fuͤhrung sich anspruchslos zuruͤckgezogen hat. Als der 72jaͤhrige Greis, weniger durch sein Alter gebeugt, als durch manche Er— fahrung der juͤngsten Tage gekraͤnkt, im Oktober 1832 seine Ent— lassung nahm, empfahl er Herrn Humann zu seinem Nachfol— ger. Es ist gewiß, daß dieser sich lange sträubte und nur auf gewisse Bedingungen und Zusagen in das Ministerium vom 11. Oktober eintrat. Er gab es gleich von Anfang an als seine entschiedene Meinung und Absicht zu erkennen, daß, sobald im Budget ein bleibendes Uebergewicht der Einnahmen uͤber die Ausgaben hergestellt und bei steigendem Staats-Kredit die Ka— pitallen hinlaͤnglich wohlfeil geworden waren, alsbald zur Kuͤn⸗ digung der 5 pCt. tragenden Staatsschuld und zur Herabsetzung des Zinsfußes geschritten werden sollte. Damals, scheint es, fanden Herrn Humann's Kollegen nichts dagegen einzuwenden. Herr J. Lefebvre, gegenwärtig ein Widersacher der Maßregel, stellte dieselbe im Maͤrz 1833, da er uͤber das Finanz-Budget fuͤr 1834 Bericht erstattete, als ein erfreuliches, binnen wenig Jahren zu erreichendes Ziel in Aussicht. In Paris mochte man auf diese Verheißung nicht viel Gewicht legen, allein in der Provinz nahm man se sehr ernst und brachte sie den neu— gewählten Deputirten, welche zur Sitzung fuͤr 1835 in die Hauptstadt abgingen, in Erinnerung. Ein Jahr spater, im Beginn der Sitzung fur 1836, hielt Herr Humann Vortrag über das so eben eingebrachte Budget für 1837 und nahm die Gelegenheit wahr, nicht nur seine Ansichten von der Nuͤtzlich— keit und Nothwendigkeit der Renten-Konversion sehr bestimmt und buͤndig darzulegen, sondern auch die Grundzuͤge eines da— hin zielenden Gesetz⸗Entwurfes mitzutheilen. Es lag jedoch nicht in seiner Absicht, schon in der gegenwartigen Sitzung einen Be— schluß der Kammer uͤber diese Frage , er wollte nur vorbereiten, aufmerksam machen, die Besitzer und Kaͤufer der Rente avertiren, mit einem Worte die Sache in Gang brin— gen. Das nahmen ihm aber seine Kollegen sehr uͤbel. Von allen Einwendungen abgesehen, welche man gegen die Maßregel selbst geltend machte, daß sie gewaltsam, gewagt, vorzeitig, der Nutzen gering und sehr problematisch ware, glaubten die Herren de Broglie, Guizot, Duchätel, Persil und Thiers sich besonders daruͤber beschweren zu duͤrfen, daß Herr Humann diesen wichtigen Gegenstand ganz unversehens, ohne vorherige Mittheilung und Verstaͤndigung mit seinen Kol⸗ legen, vor der Kammer zur Sprache gebracht hatte. Die soge—
nannte gouvernementale Presse stimmte einen sehr unfreundli⸗ chen Ton gegen den Finanz⸗Minister an; man rügte die „unver⸗ zeihliche Etourderie“ seines Betragens; wenig fehlte, und man
haͤtte ihn einen easse cou sinancier gescholten, wie vor eilf Jah⸗ ren den Herrn von Villele. Fur Herrn Humann hatte das Portefeuille keinen Werth, wenn er seine Aufgabe und die Hoff— nungen, welche das Land auf seine Verwaltung gesetzt hatte, unerfuͤllt lassen, wenn er auf die Ausfuͤhrung eines lang erwo— enen und gereiften Planes verzichten oder damit warten sollte, is es seinen Kollegen gefallen wuͤrde, zu sagen: jetzt ist es Zeit. Nach mehrwöchentlichen Verhandlungen trat er aus dem Mi— nisterium und wurde durch den Grafen d'Argout ersetzt. Allein die Kainmer gab sich damit nicht zufrieden und beschloß, von ihrer Initiative Gebrauch zu machen. Herr Gouin, Deputir⸗
ter von Tours, stellte und begruͤndete den Antrag; er wurde,
dem eifrigen Widerspruche des Ministeriums zum Trotz, in Be⸗ rathung gezogen und einer Kommission uͤberwiesen, welche Herrn Lacave Laplagne, den gegenwaͤrtigen Finanz ⸗Minister, zum Be⸗ richterstatter ernannte. In Folge dieser Vorgänge loͤste sich be⸗ kanntlich das Ministerium auf; Herr Guizot mit seinen Freun— den trat zuruͤck und Herr Thiers an die Spitze des Kabinets vom 22. Februar 1836. Die drei Vice⸗Präsidenten der Kam— mer, die Herren ern H. Passy und Baron Pelet de la Lo— zere, uͤbernahmen die Ministerien der Justiz, des Handels und des Unterrichts; die Kammer sah sich im Kabinet durch Män— ner ihres Vertrauens repräsentirt, und es kam zur Verständi⸗ ung. Die Kommission hatte drei Vorfragen zu ezoörtern ge⸗ gun naͤmlich: 1) ob der zur Kuͤndigung des Kapitals und Herabsetzung des Zinsfußes berechtigt, ob die Maßregel nuͤtzlich, ) ob die Ausfuͤhrung an der Zeit sey. Die Rechtsfrage (question du droit) wurde von der Kommission entschieden bejaht: Herr Laplagne ging, um diese Entscheidung zu rechtfertigen, ziemlich weit in die Frauzoͤ— sische Finanz⸗Geschichte zuruͤck, und dieser Theil seines Berich—⸗ tes wurde von Freunden und Gegnern der Konversion einstim— mig als eine gruͤndliche, genaue und den Gegenstand erschoͤ— pfende Deduction anerkannt. Die Frage nach dem Nutzen (question d'utilit6 wurde weniger bestimmt, im Ganzen jedoch zu Gunsten der Maßregel entschieden. Was endlich die Frage nach den Konjunkturen (question d'opportunité) betrifft, so kam die Kommission zu dem eben so einleuchtenden als richtigen Schluß, daß nur die Regierung, als welche den ganzen Zuständ des Landes nach allen inneren und auswaͤrtigen Verhaͤltnissen bestaͤndig vor Augen habe, nicht aber die Kammer im Stande sey, den rechten Augenblick fuͤr die Ausfuͤhrung einer solchen Maßregel zu treffen; ihr muͤsse daher die Initiative und die Wahl des Zeitpunktes unbedingt uͤberlassen werden. Das Mi— nisterium sah sich durch dieses Zugeständniß vor jedem Zwange gesichert, und Herr Thiers gab im Namen desselben die Erklaͤ— rung: man sey nicht abgeneigt, wolle die Sache reiflich uͤber— legen und behalte sich die Ausfuͤhrung fuͤr guͤnstige Zeiten vor. Herr T. Duchatel, welcher in der Sitzung für 1837 als Finanz—⸗ Minister in vielversprechender Weise auftrat, lehnte gleichfalls die Renten⸗Konversion nicht ab, sondern schob sie hinaus, unter Berufung auf die Zeitumstaͤnde, namentlich auf die von Ame— rika aus drohende Handels⸗-Krisis. Das Ministerium vom 15. April 1837 gab die Amnestie und loͤste die Kammer auf. Un— ter den Punkten, welche zwischen den Wählern und den Be— werbern zur Sprache kamen, stand diesmal die Reduction der Rente oben an; sie wurde nicht allein gewuͤnscht, sondern drin— gend verlangt, und wenngleich der Deputirte von seinen Kom— mittenten weder Vorschrift noch Instruction fuͤr sein Votum zu empfangen hat, so muß sich doch die gegenwärtige Kammer in ihrer Mehrzahl als beauftragt zur Forderung und Durchfüh— rung jener Maßregel betrachten. Da nun die Regierung durch⸗ aus keine Lust bezeigte, sich der Sache anzunehmen, so stellte Herr Gouin abermals einen foͤrmlichen Antrag; eine Kommission wurde niedergesetzt, und in mehrtaͤgigen Konferenzen mit dem Mini⸗ sterium gab man sich große Muͤhe, eine Vereinigung herbeizufuͤhren. Der Finanz⸗Minister selbst raͤumte ein: wenn er sich im Lande um⸗ sehe, so liege der Konversion fuͤr jetzt nichts im Wege; die Um⸗— staͤnde seyen sogar guͤnstig, an disponiblen und eine Unterkunft gegen maͤßigen Zins suchenden Kapitalien Ueberfluß, und der Schatz habe uͤber so bedeutende Mittel zu verfügen, daß eine Anleihe hoffentlich gar nicht vonnoͤthen seyn werde oder doch nur zu geringem Belauf. Denn bei rascher Benutzung des gungen Zeitpunktes und wenn man den Renten-Besitzern bil⸗ lige Bedingungen und guͤnstige Aussichten stelle, wurden die meisten sich recht gern zur Umschreibung verstehen und nur die wenigsten Ruͤckzahlung fordern; uͤberhaupt sey nur unter dieser Voraussetzung die Maßregel raͤthlich und ausfuͤhrbar. Die Gruͤnde, aus welchen das Ministerium die Opportunitaͤt der Konversion so hartnaͤckig bestritt, konnten som]it nur von aus— wärtigen Verwickelungen hergenommen seyn; sie wollten aber der Kommission nicht einleuchten. Der Berichterstatter, Herr Anton Passy, ruͤgte dieses Benehmen der Minister nicht ohne Empfindlichkeit: „Da das Ministerium uns seine Mitwirkung absolut verweigerte, ohne uͤber die Gruͤnde dieser Weigerung genuͤgenden Aufschluß zu geben, so hielt die Kommission es für ihre Pflicht, auch ohne den Beistand der Regierung ihr Moͤg— lichstes zu thun und einen foͤrmlichen Gesetz-Vorschlag auszuar— beiten, damit wenigstens eine reifliche Ersrterung der Frage stattfinde und die Kammer Gelegenheit 6. nach Anhörung aller Gruͤnde und Gegengruͤnde einen Beschluß zu fassen.“ Man hat der Kommission mancherlei Vorwuͤrfe wegen dieses Verfahrens gemacht: sie habe die Graͤnzen der parlamentari⸗ schen Initiative uͤberschritten, in das Gebiet der Prärogative des Koͤnigs eingegriffen. Man vertheidigt sie aber damit, daß sie mit Ehren nicht anders handeln konnte. Sollte sie etwa vor die Kammer hintreten und sagen: „Meine Herren! Der Vorschlag, mit dessen Pruͤfung Sie uns beauftragt haben, ist nach unserer Ueberzeugung gerecht, dem Lande nuͤtzlich und wohl ausfuͤhrbar; da aber die Minister sagen, es gehe nicht, und dafuͤr wahrscheinlich ihre guten, uns jedoch unbekannten Gruͤnde haben, so tragen wir auf Verwerfung an.“ — Die Diskussion uͤber den von der Kommission eingebrachten Gesetz⸗ Entwurf war eine der langwierigsten und müähsamsten, durch
taat, seinen Glaͤubigern gegenüber,.