1838 / 189 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

jedoch von dem Woiwoden oder Bei von Galata wieder freigegeben. Die Corporation der Europaischen Kaufleute sendete, sobald sie dies erfahren, eine aus den angesehensten ihrer Mitglieder be⸗ stehende Deputation an den Seriasker und beschuldigte den Woi⸗ woden eines käuflichen und willkürlichen Verfahrens. Da eine Untersuchung dies zu bestätigen schien, so erhielt der Beamte einen tuͤchtigen Verweis und es wurde ihm befohlen, die ver⸗ daäͤchtigen Individuen sogleich wieder zu verhaften und ihnen den Prozeß zu machen, was auch sogleich geschah. Ueberdies hat sich gestern die Corporation der Europaäischen Kaufleute lotederholt auf der Böͤrse versammelt und eine Adresse an die verschiedenen Gesandtschaften gerichtet, worin um strenge Maß— regeln nachgesucht wird, den Handel und die Europaische Be⸗ völkerung künftighin gegen die verbrecherischen Angriffe, welche die Hauptstadt in Unruͤhe setzen, sicher zu stellen.

Aegypten.

Alexandrien, 6. Juni. (Journ. de Smyrne) Man weiß noch immer nicht, wem man die neulich auf einem Aegyp— tischen Linienschiffe ausgebrochene Feuersbrunst Schuld geben soll. Alle diejenigen, auf denen der entfernteste Verdacht ruhte, sind zwar eingezogen worden, aber die Untersuchungen haben noch zu keinem genügenden Resultat gefuhrt, und man konnte selbst durch die schrecklichsten Foltern keinen der Verdächtigen zum Geständniß bringen. Nichtsdestoweniger sind der Ober— Steuermann des Schiffes und sein Lieutenant zu lebenslaͤngli— cher Galeerenstrafe verurtheilt worden; außerdem wurden zehn Soldaten erschossen. ö

Die Aufhebung der Abgaben, welche sonst auf dem Ge— traide lasteten, hat zu mancherlei Deutungen Anlaß gegeben, ohne daß man die wahre Ursache hätte errathen koͤnnen. Diese ist aber keine andere, als daß der Pascha sich zum alleinigen Verkäufer wie der Baumwolle so auch des Getraides von ganz Aegypten machen will. Schon ist den Fellahs auf das strengste eingescharft worden, ihre Aerndten nur an die Regierung zu verkaufen, und zwar zum Preise von 33 Piastern fuͤr den Ar— deb, während sie sonst leichl einen um die Halfte hoͤheren Preis erhalten konnten. Diese Maßregel hat natuͤrlich große Unzu—⸗ friedenheit erregt, und von allen Seiten laufen bei den Konsuln in Kahira Beschwerden daruͤber ein; der Franzoͤsische Konsul soll sich vergeblich bemuͤht haben, die Aufhebung ozer Abänderung die— ses Befehls zu erwirken. Der Verkauf der Baumwolle hat noch nicht staͤrtgefunden; als Grund dafür wird angegeben, daß die Preise zu niedrig seyen, und daß man das Steigen dersel— hen abwarten wolle. Wie es heißt, wird man die Baumwolle gar nicht mehr auf dem Wege der Auction veräußern, sondern dieselbe einzelnen Beguͤnstigten üͤberlassen.

Die letzten Nachrichten aus Syrien lauten etwas guͤnstiger faͤr Mehmed Ali; mit dem Aufstande der Drusen soll es zu Ende gehen. Ibrahim Pascha hatte sich des Verwandten eines der bedeutendsten Anfuͤhrer der Emporer bemaͤchtigt, der sich er— bot, einem Truppen-Corps den Weg in die Gebirge zu zeigen, wenn man ihn zum obersten Sheik der Previnz Höran ernen— nen wolle. Im Hauptquartier Ibrahim Pascha 's setzte man große Hoffnungen hierauf. Uebrigens koͤnnen sich die Drusen. in keinem Falle noch lange halten und werden kapituliren muͤs⸗ sen, da sie an allen Kriegs, und Mund-Vorraͤthen Mangel lei— den.) Die Agenten der Regierung suchen das Geruͤcht zu verbreiten, daß die Angelegenheiten in Hedschas eine bessere Wendung naͤhmen, und daß Achmed Pascha mehrere Vortheile errungen habe. Diese Nachrichten beduͤrfen indeß noch sehr der Bestaͤtigung. Die Pest dauert hier noch immer fort, ohne jedoch große Verheerungen anzurichten.

BVerelnigte Staaten von Nord-Amerika.

New-⸗Hork, 11. Juni. Die hiesigen Kaufleute sehen der Ankunft der beiden Dampfboote „Sirius“ und „Great We— stern“ mit großer Spannung entgegen, um den Stand des Englischen Baumwollen, Marktes kennen zu lernen und ihre Geschäfte in diesem Artikel danach einzurichten.

Aus Rew-Orleans schreibt man unterm 29. Mai, daß die dortigen Banken ihre Baarzahlungen in diesem Jahre schwerlich wieder beginnen wurden. Auch war man daselbst dee Meinung, daß die Nachrichten aus England sehr nachthei⸗ lig duf den Baum wollen⸗Markt wirken durften.

Brasilie n.

Rio Janeiro, 17. Mai. Die Kammern sind am 3. Mai eroͤffnet worden, und die Wahlen in den suͤdlichen Provinzen sind zu Gunsten des fruͤheren Regenten ausgefallen. Aus dem von dem Finanz⸗Minister abgestatteten Bericht geht hervor, daß das Defizit, welches zu 130,066 Pfd. Sterling veranschlagt wor⸗ den war, in Folge der Unruhen in Bahia und der Previnz Rio Grande bis auf 180,000 Pfd. gestiegen ist. Fuͤr das naͤchste Jahr wird es jedoch auf nur 146,00 Pfd. berechnet. Die ährlichen Rimessen von Brasilien nach London, zur Abzahlung ber Dividende, werden zu zg, 999 Pfd. angegeben. Der Fi— nanz⸗Minister schloß seine Rede mit den Worten: „Dleser Be⸗ richt ist vielleicht nicht sehr schmeichelhaft faͤr Sie, indeß ist es beffer, daß die Regierung die Offenheit der Verstellung vor—

) Dle ven der „Allg. Zeitung“ aus Kenstanttnepel vom 12. Juni mitgeiheilte Rachfticht C. 3 183 der Staais-Zeitung), daß Seli: man-Pascha von den Diusen überfallen und geschlagen worden, scheint demnach, besenders da sie auch über Smorna gekommen sevn sollte, völlig ungegründet zu seyn. Das „Journal de Smyrne“, dem wir DObiges entlehnen, ist vom 17. Junt datirt.

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zieht. Bei der großen Fruchtbarkeit unseres Landes durfen wir nicht fuͤrchten, daß es uns jemals an Kredit fehlen werde, so lange wir unsere gegenwärtigen wie unsere zukuͤnftigen Ver pflichtungen getreu erfuͤllen.“

Inland.

Bonn, 3. Juli. (Köln. Ztg.. Fortsetzung der Reise Sr. König! Hoheit des Prenzen . Heute gegen 3 Uhr Nachmittags kam Hoͤchstderselbe auf einem schoͤn uͤnd mit zahlreichen Flaggen geschmuͤckten Duͤsseldorfer Dampfboote, in Begleitung des kommandirenden Generals ven Borstell Excellenz, des Ober-Praͤsidenten von Bodelschwingh⸗ Velmede und anderer ausgezeichneter Personen, von Koblenz hier an. Unter lautem Volksjubel und donnerndem Geschuͤtze wurde der geliebte Königssohn am Ufer von dem Königl. Land⸗ rath des Kreises, dem Ober-Buͤrgermeister und anderen Vor⸗— staͤnden der Stast begrüßt und fuhr dann mit dem hier studi⸗ renden Erbgroßherzog von Mecklenburg⸗-Strelitz Hoheit in des⸗— sen Wohnung vor dem Koblenzer Thore, wo lich der Commasm deur des hiesigen Ulanen-Regiments und andere Offiziere, der Kurator, Rektor, die Mitglieder des Senats und viele anders Professo⸗ ten der Universitat, die Mitglieder des Königl. Ober, Berg- Amts und die übrigen Behörden versammelt hatten. Se. Königl. Hoheit geruhte hier, die Vorstellung dieser Personen anzuneh⸗ men, dinirte darauf bei dem Erbgroßherzog von Mecklenburg⸗ Strelitz Hoheit und hielt gegen sechs Uhr Heerschau uber das hiesige Regiment auf dem Exerzirplatze dem sogenannten Tannen⸗ wäldchen, worauf die Reise weiter nach Koln sortgesetzt wurde. Köln, 4. Juli. Gestern Abend gegen 9 Uhr traf Se. Koͤnigl. Hoheit hier ein und stieg in dem festlich geschmuͤckten Regie⸗ rungs- Gebäude ab, wo die hohen geistlichen, Militair- und Eibl. Behörden sich versammelt hatten, um dem hohen Gaste ihre Aufwartung zu machen, Einem großen militairischen Zapfen⸗ streich schloß sich ein von den Bau- Gewerken und dem Pom⸗ pier-Corps veranstalteter Fackelzug an, der von Sr. Königl. Hoheit huldreichst aufgenommen wurde. Die Zahl der Fackel träger belief sich auf dreihundert, und der von uniformirten An⸗ fuͤhtern geleitete Zug gewährte mit seinen sinnig verzierten Lich⸗ tern einen schoͤnen Anblick. Nach Entgegennahme eines in Pracht-Einband von den Anfuͤhrern uͤberreichten Weih⸗Gedich⸗ tes, geruhte der erhabene Fuͤrst, sich in die Reihen der Theil nehmer zu verfugen und freundliche Worte an dieselben zu rich⸗ ten. Heute Morgen gegen 7 Uhr inspizirte Se. Königl. Hoheit die auf der Muͤlheimer Haide versammelten Truppentheile der hiesigen Garnison und nahm dann mehrere Merkwuͤrdigkeiten Uns-rer Stadt in Augenschein. Am Mittage geruhte Se. Königl. Hoheit, die sämmtlichen Autoritaͤten und mehrere ange— sehene Einwohner der hiesigen Stadt zur Tafel zu ziehen, und reiste gegen halb sechs ühr nach Duͤsseldorf. ab, wo Hoͤchstder⸗ selbe am Aten d. M. Morgens 6 Uhr eintraf.

Berlin, 8. Juli. Geschenk an die Friedrich ⸗Wil⸗ helms-Universität. Die verwittwete Frau Doktorin Horn, geborne Gedike, hat, um den Wunsch ihres verewigten Gatten, hr. Franz Horn, zu erfuͤllen, und aus eigenem Mitgefuͤhl fuͤr die Leiden bedürftiger Kranken und für die Hemmungen, denen die Entwickelung des jugendlichen Talents unter körßerlichen üebeln und Mangel an Geldmitteln ausgesetzt ist, fuͤr den Fall ihres Todes der Koͤnigl. Friedrich“ Wilhelms -Universitaͤt hier— selbst ein Kapital von 5060 Thalern geschenkt, aus dessen Zins—⸗ Ertrag würdige und beduͤrftige kranke Studirende der Univer⸗ sttaͤt vom Rektor und Senat Unterstuͤtzung erhalten sollen. Nach⸗ dem die Schenkung der edlen Geberin von Sr. Majestaͤt dem Koͤnige Allerhoͤchst genehmigt worden, machen wir diese men⸗ schenfreundliche und wohlthaͤtige Handlung, um den Dank der Universttät zu bezeigen, mit dem Bemerken bekannt, daß der Schenkungs Urkunde gemäß die der Universitaͤt kuͤnftig zu uͤber⸗ eignende Marmorbuͤste des hr. Franz Horn, nach dessen Wil— len und aus dessen hinterlassenem Vermoͤgen diese Stiftung ge⸗ macht ist, gleichzeitig mit dem Anfall des Geschenkes zum ver— dienten Andenken in dem Universitaͤts-Gebaͤude aufgestellt wer den wird. Berlin, den 4. Juli 1838. Rekter und Senat der Königl. Friedrich⸗Wilhelms-Üniversitaͤt hierselbst. Boͤckh.

Gleiwitz, 29. Juni. Einweihung der Hospital⸗

Kapelle. Diese beging heute die hiesige Pfarrgemeinde, und

im Auftrage des Herrn Füͤrst-Bischefs zu Breslau vollzog sie der Stadtpfarrer Aloysius Hänsel. Nach Abhaltung eines feier⸗ lichen Gottesdienstes bei der neuen Kapelle überreichte der Buͤr⸗ germeister Koͤßler, unter einer passenden Anrede, den Schluͤssel der Kapelle dem Pfarrer, welcher sie offnete und deren innere Weihe nach dem uͤblichen Didzesan-Ritual vornahm. Nun toͤnte die Thurmglocke dieser Kapelle zum erstenmale fuͤr so Viele den Trost des Himmels zum irdischen Herzen herab, und Pauken— und Trompitenschall begleiteten den frommen Gebrauch. Hier⸗ naͤchst folgte die eigentliche Fest Rede des Pfarrers, nach wel— cher ein feierliches Hochamt abgehalten wurde. Waͤhrend des Eredo hielt dec Kaplan Drischel eine Predigt in Polnischer Spraché. Das Te deum laudamus schloß die Feierlichkeit Nach— mittags 1 Uhr, worauf sich die Prozession in einem uns berseh— baren Zuge nach der Stadt-Pfarrkirche zuruͤckbegab.

Brieg, 3. Juli Bergbau. Durch das hiesige Königl. Ober- Veeg, Amt sind die Graͤnzen des in Folge der Kabinets, Ordre vom 18. Juli 1822 fuͤr den Bergbau auf un— mittelbare Königl. Rechnung in Ober- Schlesien vorbehaltenen Feldes, namentlich der Köͤnigsgrube und der Koͤnigin Louisen⸗ grube, naher bekannt gemacht worden, damit Bergbaulustige

nicht vergebens Schuͤrfgesuche, welche in dies Feld einschlagen, anbringen oder die Graͤnzen schreiten.

Köln, 3. Juli. Gasbeleuch tung. Dem Stein kohlengas hat, trotz seines uͤblen Geruchs und Qualms, noch kein anderes, wenn es auch, wie das Oel, und Harzgas, von diefen unangenehmen Eigenschaften freier ist, bei der Anwen⸗ dung im Großen, wegen der Unerschoöͤpflichkeit und Wohlfeilheit des Materials, aus dem es gewonnen wird, den Rang ablau⸗ fen konnen. Indeß will man jetzt von gFrantreich aus in einem bitumineusen Stein, der in vielen Laͤndern und besonders am Rhein im Uebermaß vorhanden ist, ein Material zu einem Leüchtgafe entdeckt haben, welches nicht theurer als das Stein

kohlengas, aber rein und geruchlos ist Das aus diesem Stein tt

Wasser in einem sehr ein

giebt 30-35 Kubikfuß Gas aufs?

Die starke Leuchtkraft dieses Gases in einem kleinen daß Gasbehaäͤlter und Röhren

viel kleiner als fuͤr Steinkohlengas seyn koͤnnen und sich ier .

ergiebt.

erzeugte Oel wird mit Zusatz von fachen Apparate destillirt und

Pfund. Volumen gewährt den Vortheil,

bedeutende Oekonomie an Gebäulichkeiten und Bauplatz

Gaswerke dieser Art sind unlaͤngst in einigen Städten Frank;.

reichs und jetzt in Antwerpen angelegt worden. Eine Euro⸗

väische Gesellschaft, haben wird des Herrn gemacht.

Berichtigung. Im gestrigen Blatte der St. Zig, S. To, Sp. 2, 3.

teten.

1 Wissenschaft, Kunst und Literatur. Leipzig. Literaten und Bücher⸗Freunden auch im Aug⸗

lande können zwei kürzlich erschienene Verzeichnisse von seltenen und Fächern, welche im Herbste d. J. zur öf⸗

wichtigen Werfen aus allen fentlichen Versteigerung kemmen sollen, empfohlen werden; das eine ist der Katalog der Doublet ren Bibliotbekf, dessen erste Abteünng ü ren Tagen vom 22. Ofteber ois 12. Roveuniber; erste Abtheilung der Bücher- Sammlang des verstorbenen Gelehrten Mag. Mehnert, die aus ungefähr 0,900 Bänden

nirt werden. Das Interesse an dem von Röbling zu Mühlhausen erfundenen Spar? Kochbeerd, wobei nicht die Hälfte des Helies und

anderer Feurrungsmüittel gebraucht werden soll, so bedeutend, daß ja wenigen Tagen mehrere Subfskribenten, dazu sich gefunden haben, und auch Lespzig eine ansehnliche Anzahl liefern wird, um die beantragte

Zahl der A000 * 1 Rthlr. voll zumachen in welchem Falle erst der Ersinder zin Modell verabfolzen und die Erfindung mittheilen will. Der hiesige Ratz hat, auf BVeranlassung des Ministeriums des Innern, auch nach Empfeblung der Königlich furt, hinsichtlich dieser vortheilhaften Erfindung, Bekanntmachung vom 26. Juni, Subscription darauf eingeladen.

durch eine öffentliche

Meteorologische Beobachtung.

1838. Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger 8. Juli. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 uhr. Beobachtung. Luftdruck. .... 337,5 Par. 337 02 Par. 336, 21“ Par.

4 109 R. 23,39 R. 12.50 R. Quellwärme 8.16 X.

Luftwärme ... 4 960 R. 4 1I.10 R. 1019 R. Fluß warme 19,30 R.

Thaupunkt ...

Dunstsattigung 71 pCt. A5 pCt. S6 pCt. Bodenwärme 17,50 R. Wetter...... heiter. heiter. bezogen. Ausdünstung O, 0 Rh. k Sd. 8 SEW. Niederschlag 0. 283“ Rh.

Wolkenzug ... SW. 3. Tagesmittel: 336,86“ Par.. 4 1670 R.. 4 1020 R.. 07 Ct. SW.

Auswärtige Börsen.

Frankfurt a. M., 5. Juli. Oesterr. So/s9 Met. 166162. G. Abo 100*/3, E. 21/200 6039. 16,9 2513,13. Br. Bank- Actien 17M. 172. Partial - (Obi. Ldose ni 500 Ei. 125. 1257/5. Loose zu 100 EI. 263. 6. do. A/ Anl. 1035/9. Br. Poln. Loose 21200 Holl. da! /. da /ig.

Br. 1351. G. Preuss. Prüm. Sch. 65! a. G. 66a. 66. So / Span. Anl. 123.3. 121 / 9.

Königliche Schauspiele.

Montag, 9. Juli. Im Sem m Der Freischuͤtz, Oper in 3 Abth. Musik von C. M. v. Weber. (Herr Jo⸗ hannes, vom Theater zu Koͤnigsberg: Max, als ,

Dienstag, J0. Juli. Im Schauspielhause: Ein Mann hilft dem Anderen, Lustspiel in 1 Aufzug, von Frau v. Weißen⸗ thurn. Hierauf: Der reisende Student, musikalisches Quod⸗

libet in X Abth.

Könlgsstädtisches Th

Montag, 9. Juli. Der Dach decker. Komische Gemaͤlde in

3 Rahmen, frei nach dem Franzoͤsischen, von L. Angely. Vor⸗ her: Student und Dame. Lustspiel in 2 Akten, nach Scribe

e ate r.

und Melesville, von G. Harrys, 1

Dienstag, 19. Juli. Belisar. Oper in 3 Abth. Mustk von BSonizettl. (Dise. Hähnel: Antonina, als vorletzte Rolle vor ihrer Urlaubsreise.)

In Bertretung des Redactenrs: Wentzel. Gedruckt bel A. W. Hayn.

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All

Befanntmachungei.

E ditt al- Citati en.

Ueber das Vermögen des Apothekers Güstar George Piisch si von uns der Kenkurs eröffnet un? i An⸗ meldung und Ausweisnng der Auprüche der Gläubig⸗r an rie Masse ein Liguidaliens- Termin auf den 16. September d. J. Morgens 9 Ur; vor dem Here Lasd- und SigdtgerichtsRath Molins an biesiger Gerichtéftelle angesetzt. Sämmiliche disher gene, unbekan at geblichene Gläubiger werden hierdurch auf⸗berjeichnete, geferdert, in demselben versbnlich oder durch einen leg sogenannie timirten Bevellaächtigten, wozu denen, welchen es ain biesigen Site au Rekauntschaft fehlt, die Jusiij⸗ Kem⸗ mnissarien Kempe, Sternberg und Ludwig in Vörschlag gebracht werden, ju erscheinen ihre Forderungen ge— börig anjumelzen und deren Richtigkeit nachzuweisen, bel ihreni Ausbleiben aber zu gewärtigen, daß sie mit ihren Anfprüchen an die Masse präklndirt werden und

Konigi.

* 7 9 gemeiner Anzeig 36 . . 4 ö * ihnen deshalb gegen die übrigen Ei üubiger ein eioiges Stillschweigen auferlegt werden rind.

Stargatd in Pemniern, den 39. Axril 1833. Königl. Tand⸗ und Stadtgericht.

Sabhaseatiens Das dem Oekonsomen Johann Karl Gerlach ge⸗ hörige, nahe bei dec Tawim,. Versiadt hierselbst bele. Val. IV. No. 30 Fol. auf 6370 Thlr. 3 sgr. 1 pf. abgeschätzte, Mikrander⸗ oder welße Vorwerk, soll a m 23. * . an ordenilicher Gerichtsstelle fubhastiri werden. Tare nnd Sypetheten Schein sind in der Registratur einzusehen. Frankfurt 4. d. S, den Prenß.

e r *

Bekan

worden, welches nach dem

Patent. hat.

133 des Hrypothekenbuches

YVnli e

nen, erfucht, die 7. Juni 18a8. Land- und Stadtgericht. , Dirschau, den 12. Juni 1838.

für die Preußischen S

ntmach ung.

Es ssi in der Nähe des im adeligen Gute Dalwin, Krels Stargard, gelegenen Kruges lin November 1836 as Sfeice? es'e? männlichen? Körpers aufgegraben Freitag den e. d. ärztlichen Gutachten nicht Akademie. Sie ist von Morgens 10 Uhr länger als etwa 3 bis A Jahre dort verscharrt gelegen Da schon vor Auffindung dieses Skeletts in der Gezend ein Gerücht von der in Dalwin verübten Ermor⸗ dung eines darchreisenden VBiehhändlers und Schweine- Hierrn Sehönkeld auf dem Markte Aufkäufers (angeblich aus der, Mack) so werden alle diesenigen Behörden und nen, die über die Person eines selchen verschwundenen geben. BViehhändlers, oder die jenigen, welche Über das bei Dal⸗ win aufgefundene Skeleit nähere Auskunft geben kön⸗ Fetreffende Mittheilung baldigst an das unterzeichnete Gericht zu machen, etwa entssehenden Kosten ersetzt werden.

Königl. Prenß. Land- und Stadtgericht.

tagten.

Kunst Verein für die Rheinlande und Westphalen, ; Dis diessährige Kunst. Ausstellung beginnt mit zi. in dem Saale der Kunst- bis Nach- mittags A Uhr geöffnet. s Her Pintritts Preis beträgt Ferson 23 Sgr. Fin. tritts. Karten jm Dutzend sind bei dem Kaufmann zu 28 sgr. 2u

erbreitet war, haben. Privalperfo. Kataloge werden an der Kasso zu 14 3gr. ausgs— Der Tag der Versammlung des Ausschusses und der General- Versammlung wird näher angexzeigt. Meldungen zum Beitritt nimmt für, Berlio unser Geschäftsführer err George Gropius entgegen- Düsseldorf, den 2. Juli 1838. Per Ver walt ungsrath.

und sollen die

die in Bruͤssel ihre Central Verwaltung hat durch ihr Haupt-Comptetr unter Direction Maas dahier mehreren Städten ihre Antraͤge

49, statt: „vorgeleiteten“, lies: vergelei⸗«

der biessgen Universitäta⸗⸗ 6000 Rummern auffübrt, die das auvere die

rivat⸗ esteht . und wevon 562 Rummern vom 15. Noveinber d. J. an verauctto.

Preußischen Regierung zu Er⸗ die den zien d. M. erschien, zur

.

desselben bei Muthungen uͤber

Allgemeine

Ppreußische Staats -Zeitung.

Berlin, Dienstag den 10min Juli

w

Amtliche Nachrichten.

Kronik des Tages.

* Majestaͤt der König haben dem Zoll Beamten Mo⸗ er 1 die Rettungs⸗Medaille mit dem Bande zu ver⸗

lei ruht.

ĩ ben z Königs Masestaͤt haben die durch den Tod des Kauf— wmanns Bersolle in Brest erledigte Stelle eines dortigen Preu— ßFischen Vice⸗(Konsuls dem Kaufmann Bazil jun. in Brest zu erleihen und denfelben zum Vice⸗Konsul zu ernennen geruht.

znigl. Hoheit die Prinzessin Wilhelm, Ge— sibi 2 Hoheit des Prinzen Wilhelm (Sohnes Sr. Majestaͤt des Königs), ist nach Teplitz, und Se. Königl. Hoheit der Prinz Albrecht nach Fuͤrsten⸗ stein in Schlesien von hier abgereist.

Zeitung s-Nachrichten.

Ausland.

Frankreich.

Parts, 4. Juli. Die Orientalischen Angelegenheiten ge— en dem Journal des Dabats zu einigen Betrachtungen Inlaß, welche unter den gegenwartigen Umständen und bei der besonderem Interesse „Es giebt“, heißt es in dem Artikel, „in den welche die Regie—

ss darf nur aufhoͤren, sich durch seine Flotten im Archipelagus epraͤsentiren zu lassen, und der Krieg kann plotzlich ausbrechen. Die heilsame Drohung durch unsere Flotten, die immer bereit nd geruͤstet sind, die energischen Raihschlaͤge unserer Diplomatie m Orient, Alles muß angewendet werden, um den status quo Pufrecht zu erhalten; denn der status quo im Orient ist von ugenscheinlichem Interesse fuͤr uns, und zu gleicher Zeit fuͤr ie Civilisation. Er ist im Orient das wirksamste Mittel zur Beförderung des Fortschrittes. Sobald die Tuͤrkei einen drieg zu fͤhren hatte, wuͤrden die Fortschritte, welche sie n der Verwaltung zu machen sucht, die Entwickelung des Ackerbaues, und die Anfaͤnge des Reichthums und Hes Wohlstandes sogleich aufhoͤren. Hierzu kommt noch, daß ie Verfuche, welche die Tuͤrkei gemacht hat, um ihre Armeen u organisiren und zu diszipliniren, noch ganz neu sind und hr jetzt bei einem Kriege noch von keinem Vortheil seyn ksn⸗ en. Vorzuͤglich aber durfen wir nicht vergessen, daß die Tuͤr⸗ lei im Falle eines Krieges sich einer Macht in die Arme wer— en wuͤrde, die sie schon im Jahre 1832 auf eine so gefaͤhrliche eise beschuͤtzt hat. Man kann nur mit Zättern daran nken, daß ein solcher Schutz so nahe und so bereit ist, vaß in höoͤchstens drei Tagen eine Flotte von Sebastopol bach Kenstantinopel kommen, die Hauptstadt des Tur kischen Reichs besetzen, die Dardanellen schließen kann, und daß es jwoͤlf bis vierzehn Tage bedarf, nur um die Nachricht nach Paris, London und Wien zu bringen. Man muß daher den stetus guo aufrecht erhalten, und segar noͤthigenfalls mit Gewalt aufrecht erhalten. Man fragt oft, auf welche Seile vir treten warden, wenn ein Krieg zwischen der Turkei und Aegypten ausbraͤche. Wir erwiedern darauf, daß der Krieg gar nicht ausbrechen darf, und daß wir denseni en fuͤr unseren Feind erklaͤren muͤssen, der zuerst zu den Waffen greift. Wir duͤrfen im Orient Niemand den Vorzug geben; wir duͤrfen eder fuͤr Konstantinopel noch fuͤr Alexandrien, oder vielmehr, wir muͤssen fuͤr Beide seyn, so lange sie dem letzten Traktate teu bleiben. Der Friede im Orient, der Friede, selbst um den dreis einer energischen Demonstration von Seiten Englands Und Frankreichs, liegt unseres Erachtens gegenwaͤrtig im Inter⸗ ssse Europa's.“ ö In der gestrigen Sitzung der Pairs⸗Kamm en erstattete Herr Karl Dupin Bericht uͤher die Eisenbahnen von Paris nach dem . und Herr von Audiffret uͤber das Ausgabe-Budget von D839. Hierauf wurden dle Gesetz-Entwuͤrfe uͤber die beiden Eisenb ahnen von den Bergwerken von Fins und von Montet— wux Moines nach dem Flusse Allier mit 72 gegen 28 Stimmen ngenommen. a. Die hiesigen Blaͤtter theilen nunmehr auch die gegen den ; lle nant Lasty erlassene Anklage-⸗Akte mit. Der Gazette des Er ibuneaux zufolge, soll die Instructions-Kommission auf den sintrag des Präsidenten Pasquier, und nach dem lebhaften Wi— erspruche mehrerer Pairs, dahin uͤbereingekommen seyn, keine Zeugen in oͤffentlicher Sitzung zu verhdͤren, sondern den An⸗ beklagten, Laity, nur zu fragen, ob er sich fuͤr den Verfasser und den Vertheiler der inkriminirten Schrift bekenne, und im . einer bejahenden Antwort sogleich dem General-Prokura— or das Wort zu geben. Ker Es ist den Bemuͤhungen der Polizei gelungen, gestern dem irn einer Diebesbande auf die Spur zu kommen, welche sich Lee igen Monaten in der Hauptstadt foͤrmlich organisirt hatte. selbe soll aus 60 Personen bestehen und in ganz kurzer Zeit

um den Rentenbesitzern auf

130 bedeutende Diebstähle begangen haben. Die Zahl der bei den Häuptern jener Bande vorgefundenen , Gegen⸗ stände war so groß, daß sie auf mehreren Wagen fortgebracht werden mußten.

Die Briefe aus Toulon vom 29sten v. M. sind mit Be— schreibungen der Festlichkeiten angefüllt, die daselbst zu Ehren der Englischen Flotte statifinden. Bemerkenswerih ist es, daß man seit dem Jahre 1793 kein bedeutendes Englisches Gesch wa⸗

der auf der dortigen Rhede versammelt gesehen hatte.

Man 14 sich hier seit einigen Tagen mit dem Geruͤchte, daß die neue Belgische Anleihe von 37 Millienen nur das Vor— spiel zu einer großen Anleihe von 200 Millionen sey, welche die Belgische Regierung abzuschließen gedenken.

Der Franzoͤsische Konsul in Port- au-Prince, Herr Cerf— berr, meldet dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten den Untergang der Brigg „le jeune Auguste- Dieselbe ist auf der Fahrt von Port-au Prince nach Havre ein Raub der Flammen geworden. Das Feuer brach mitten auf dem Meere mit sol— cher Heftigkeit an mehreren Stellen zugleich aus, daß der Mannschaft nichts weiter übrig blieb, als sich augenblicklich, mit Hinterlassung aller ihrer Effekten, in das große Boot zu fluͤchten und das Schiff seinem Schicksale zu uͤberlassen. Die Mannschaft wurde nach einer , Fahrt von der Fre— gatte „Nereide“ aufgenommen. Der Konsul schreibt die Ent— stehung des Feuers der Feuchtigkeit der Wolle zu, die stark zu⸗ sammengepreßt sich selbst entzuͤndet habe, und will auch hierin die Erklaͤrung fuͤr die Nichtankunft mehrerer Schiffe finden, welche mit demselben Artikel beladen und von demselben Hand⸗ lungshause expedirt, spurlos verschwunden waren. Er druͤckt in dieser Beziehung auch seine Besorgnisse fuͤr den Dreimaster „General Foy“ aus, der schon am J. Februar von Port, au—

Prince nach Falmouth abgesegelt sey.

An der heutigen Boͤrfe war die 5proc. Franzoͤsische Rente sehr gesucht und erreichte den Cours von 1III. 20. Die indu—⸗ striellen Actien dagegen blieben ausgeboten.

Paris, 1. Juli. (Fortsetzung und Schluß des Artikels uber die Renten-Konversion in Nummer 188.) Auch zu dem entscheidenden Schluß-Votum der Kammer trug Herr Duchätel wesentlich bei. Der Ste und letzte Artikel des , vom Inhalte der 7 ersten wird in anderem Zusammenhange die Rede seyn verfuͤgte: der Finanz Minister wird binnen der zwei ersten Monate der Session füͤr 1839 der Kammer Rechenschaft uͤber die Ausfuͤhrung diefes Gesetzes oder aͤber die Gruͤnde der Verhin⸗ derung abstatten. Natürlich widersetzte sich das Ministerium der Annahme dieses Artikels aus Leibeskräften. Die Kammer schwankte. Ihn annehmen? dem Ministerium Verdacht und Zwang votiren? das ging der Majoritaäͤt nahe. Ihn verwerfen? follte inan zu dem gegenwartigen Jahre, das schon fuͤr die Re⸗ duction verkoren war, auch noch das kuͤnftige verloren geben? Duchätel trat auf und faßte noch einmal, kurz, rasch, ein dring— lich die Gruͤnde zusammen, um die Kammer zum Beharren zu vermoͤgen: „Soll diese lange und muͤhsame Verhandlung auf Nichts hinauslaufen? soll die Frage wieder ins Unbestimmte hinausgeschoben werden? Dieser Zustand der Ungewißheit thut Eurem Kredit, Eurem Geld⸗Verkehr, Eurer Industrie mehr Schaden, als ein schlechtes Finanz Gesetz thun kann. Die Konversion darf nicht Jahre lang als eine Drohung, als ein Schwert des Damokles uͤber dem Haupte des Renten-⸗BVesitzers schweben und den Renten -Kaͤufer abschrecken. Die in Aussicht stehende Reduction druͤckt den Cours Eurer Fuͤnfprocenter, und diefe drucken dann weiter auf die A und 3 proc. Rente. Entscheidet Euch also: entweder fuͤhrt die Konversion durch, oder gebt sie auf. Ich setze den unmoͤglichen Fall: Ihr gebt sie auf. Was geschieht? die ganze Meute der Spekulanten stuͤrzt sich auf die Fuͤnfprocenter, die voraussichtlich auf 130 I35' steigen muͤssen und, wer weiß! vielleicht durch den Zudrang gewinnsuchender Kapitalien noch hoͤher hinauf getrieben wer— den, und das nicht in einem Jahre, nicht in Monaten, sondern vielleicht in wenigen Wochen. Heißt das nicht der Agio⸗ tage, dem Boͤrsenspiele, dem Papierschwindel Vorschub thun? Wenn es gut abläuft, was habt Ihr erreicht? Auf eine jährliche Ersparniß von 12 Millionen und auf andere von der Maßregel zu erwartende Vortheile Verzicht geleistet, einmal ein Geschenk von etlichen Denn wer in dem Augenblicke, Eures Staatspapiers in Wozu habt

hundert Millionen zu machen. da Eure Erklärung erfolgt, 100 Fr. Handen hat, wird unversehens um 20 Fr. reicher. Ihr Sparkassen eingefuhrt, Spielhauser geschlossen, die Strenge des Gesetzes gegen das Treihen frecher Gewinnsucht zu Huͤlfe gerufen? Einen macht Ihr wloͤtzlich reich und weckt in Tausenden die verderbliche Sucht, schnell reich zu werden.“ Ein ungeschickter Freund des Ministeriums schlüg' jetzt noch einen mopen terme vor: Das Ministerium solle Rechenschaft abstatten, nicht binnen der zwei ersten Monate, sondern im Laufe der nächsten Session. Da— mit war weder Freund, noch Feind gedient; der bestrittene Ar⸗ tikel wurde in der urspruͤnglichen Fassung angenommen. Um die Maßjoritaͤt wegen diefes hart getadelten Votums gerechtfertigt u sinden, erwaͤge man: Durch die Verwerfung des Artikels ätte die Kammer sich geradezu laͤcherlich gemacht. „Nachdem wir uͤberzeugt sind, daß die Kenversion gerecht, nothwendig, nuͤtzlich und an der Zeit ist, nachdem wir dieserhalb ein Gesetz entworfen, reiflichst erwogen und mit aller Gewalt votirt haben, sind wir serner der Meinung, daß Ihr es fuͤglich unvollzogen laffen koͤnnt.“ Man erwaͤge ferner, daß die Kammer ganz be⸗ stimmt voraus wußte, die ͤ würden das Gesetz entweder ganz und gar verwerfen oder doch fuͤr dieses Jahr beseitigen; sie wollte 66 mindestens die Diskussion und das Votum zu einer entschiedenen Manifestation ihrer Meinungen und Wuͤnsche benutzen. Wie der Entwurf an die Pairs Kammer gebracht, einer Kommission von sieben Mitgliedern, lauter Geg⸗ ern der Maßregel (darunter die Grafen Mollien, Mosburg

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Entwurfes anerkennt.

wozu die Lotterie aufgehoben, die

und Roy, die Herren Ch. Dupin und Merilhęu), zur Vegut⸗ achtung überwiesen, wie Graf Roy mit der Berichterstattung beauftragt wuede und nicht allein Alles, was das Ministerium in der Deputirten⸗Kammer längst , hatte, die Recht⸗ mäßigkeit und die Nuͤtzlichkeit der Konversion von neuem in Frage stellte und verneinte, sondern auch die einzelnen Artikel des Gesetz⸗Entwurfes scharfem Tadel unterwarf, sodann die in der Pairs⸗Kammer geführte Debatte ist Ihren Lesern noch in zu frischer Erinnerung, um hier dabei zu verweilen. Daß es zu der befuͤrchteten, von uͤbeldienstfertigen Eiferern verwegen genug heran beschworenen Kollision der beiden Kammern weder auf Anlaß dieser, noch irgend einer anderen Frage, weder in diesem noch im künftigen Fahre kommen wird, dafuͤr buͤrgt zu⸗ voͤrderst der bereits zur Regel gewordene Umstand. daß die Pairs mit der Berathung höchst wichtiger Gesetze erst dann anfangen, wenn die Deputirten bereits fertig und nach Hause unterweges sind, so daß sie eigentlich nur pro forma berathen und an sol⸗ chen Gesetz⸗ Entwuͤrfen, die keine Vertagung auf die nachste Session leiden, namenilich am Budget nichts aͤndern duͤrfen; es buͤrgen aber auch innere Gruͤnde, die auf den Charakter der Pairs? Kammer, ihrer Zusammensetzung, ihrer Stellung dem Könige, den Deputirten und dem Lande gegenuͤber beruhen. Es läßt sich dagegen nach der Wendung, welche die Debatte in der Pairs⸗Kammer genommen hat, mit großer Wahrscheinlich⸗ keit prognostiziren, daß in der naͤchsten Session die Renten⸗ Frage mit Ernst vorgenommen und im Sinne der Konversion entschieden wird. Der Finanz⸗Minister hat sich in seinem durch die Einbringung der Koͤnigl. Botschaft am vergangenen Don— nerstage unterbrochenen Vortrage mehr wider seine Freunde ge⸗ wehrt, um die Legalität und den Nutzen einer Konversion zu verfechten, als wider seine Gegner, denen er die Opportunitaͤt abzustreiten hatte. Wenn diese zweite Eroͤrterung der bereits so vielfach durchgesprochenen Frage im Ganzen wenig neue Ar= gumente und Gesichtspunkte zu Tage soͤrdert, so gilt dies min⸗ destens nicht von den Reden der Herren d' Argout und Human. Jener hat die Maßregel der Konversion weniger an und fuͤr sich, als in ihrem vielseitigen und innigen Zusammenhange mit den wichtigsten Fragen der Administration und Politik besprochen, und in raschem Ueberblick die starken und die schwachen Seiten des Franzoͤsischen Finanzwesens durchmustert. Die Leser mogen sich erinnern, daß Graf d Argout Gouverneur der Bank ist. Herr Humann hat die erlesensten und inhaltschwersten Argu⸗ mente, welche fur die Konversion streiten, wie zu einem Pha—⸗ lanx zusammengeschlossen. Der Charakter des Mannes und seine reiche Erfahrung, erworben in achtzehnjähriger ununter⸗ brochener parlamentarischer Shaͤtigkeit er ist seit 820 Mit—⸗ glied aller Budget-Kommissionen und der Ausschuͤsse fuͤr die wichtigsten Finanz⸗Angelegenheiten, mehrmals Berichterstatter uͤber das Gesammt⸗Budget der Einnahmen oder Ausgaben ge— wesen, verleihen seinem Worte ein entschiedenes Gewicht, wenn er den von ihm selbst in der Session fuͤr 1836 entwickel⸗ ten, etwas komplizirten Reductions⸗-Plan aufgiebt und die Vor⸗ zuͤglichkeit des von der Deputirten-Kammer votirten Gesetz⸗ Seine Rede ist ohne Flitter, gesetzt, ehrenfest, Deutsch, und giebt an manchen Stellen durch stei⸗ gende Warme zu erkennen, daß ihm die Sache der Steuer r, . ans nn gewachsen ist. Es begegnet uns unter den

ertheidigern der Koͤnversion in der Pairs-Kammer auch Herr Gauthier (von Bordeaux), Bank-Direktor und Mitglied der bestaͤndigen Kommission zür Beaufsichtigung der Tilgungs-⸗Kasse, ein Mann, der keiner unredlichen, keiner gewagten Operation seine Zustimmung geben wuͤrde. Mindestens hat er sich bisher als Politiker und Finanzmann vorsichtig bis zur Aengstlichkeit gezeigt. Es ist vielen Ihrer Leser gewiß nech erinnerlich, wie Herr Gauthier vor sieben Jahren (Marz 1831), als in der Deputirten⸗Kammer das neue Wahl⸗Gesetz berathen wurde, in einer pathetischen Rede die Versanimlung beschwor, den Census auf 210 statt auf 200 Fr. anzusetzen, und an dieser Differenz von 40 Fr. das ganze Wohl und Weh der Zukunft hangen sah. Es stellt sich im Allgemeinen heraus: die Männer, wel⸗ che seit langerer oder kuͤrzerer Zeit sich von der Staats- und Finanz⸗Ver waltung zuruͤckgezogen haben, sind entschieden gegen die Maßregel, betrachten Konversion und Zins, Reduction gerade⸗ zu als einen Raub an den Einkuͤnsten des Renten-Besitzers, und wollen dem Staate nur das Recht zugestehen, zu re ml⸗ boursiren, d. h. in ihrem Sinne nicht ein fixes Kapital zu⸗ ruͤckzuzahien, sondern die Nente zu dem Markt oder Voͤr⸗ senpreise zu ru ckzu kaufen. Diejenigen hingegen, welche seit 1830 in den verschiedenen finanziellen Verwaltungszweigen thaä—⸗ tig gewesen sind, begnuͤgen sich, die Ausfuͤhrung fuͤr jetzt als unzeitig von der Hand zu weisen, und das Projekt der Dexu⸗ tirten⸗Kammer fehlerhaft, unbrauchbar zu finden, wahrend An⸗ dere dasselbe fuͤr wohlgeeignet zu halten, in verbesserter Gestalt einem känftigen definitiven Gesetz zur Vorbereitung und Grund⸗ lage zu dienen.

Am Schlusse dieser Darstellung des aͤußeren Ganges der Verhandlung sey ein Umstand angedeutet, der ihr ein vorbedeu⸗ tendes Interesse verleiht: es ist seit langer Zeit in Frankreich die eiste Frage, welche auf naturgemaͤßem Wege, . von den Voraussichtigsten ins Auge gefaßt, dann in den offnungen, in den Wuͤnschen des Landes erwachend und zur Forderung an die gesetzgebende Gewalt heranwachsend, in Schrift und Rede besprochen und erwogen, endlich unter parlamentarischen Vor⸗ berathungen und Kämpfen zum Gesetz heranreift. Betrach⸗ tet man den Gang der Franzoͤsischen esetzgebung seit 1830, so findet man, daß nicht nur die Nepressionsgesetze von 1833 bis 1835, sondern auch andere Entwuͤrfe, die als organisch, als wesenmliche Ergaͤnzungen der Charte anzusehen sind, so na⸗ mentlich die Eonstitutlon oder vielmehr Demolition der Pairie im Jahre 1831, unter draͤngenden Einfluͤssen, Befuͤrchtungen und Gefahren des Augenblicks und mit wenig Voraussicht uͤber hee Wirkungsart votirt wurden. Der letzte dieser Eingriffe, das Bisjunctions⸗Gesetz, wurde im vorigen Jahre abgeschlagen; fuͤr die Zukunft wird man sich vorzusehen haben, das auf diese