stungen, unter den größten Schwierigkeiten, eine unabhängige und ehrenvolle Stellung zu erwerben . Unter ihnen hat man keine Parteiung ler. sie haben einander nicht gegen⸗ seitig Verräͤther gescholten, sie brachten keinen Haß aus dem Vaterlande in die Verbannung mit. Mit einem Worte, sie — 4 Italiaͤnischen National⸗ Charakter in Frankreich Ehre gemacht.
Im Stadttheater zu Straßburg haben am 9. Abends Un⸗ ruhen stattgefunden. Es sollte naͤmlich die erste Vorstellung einer Deutschen Schauspieler-⸗ und Säaͤnger⸗Truppe seyn, die fuͤr das nächste Jahr engagirt ist. Die ö Oper und Operette ist somit vom Theater verdrängt. Damit war eine Partei im Publikum unzufrieden und kezrußẽ⸗ das Aufziehen des Vorhanges mit Murren und Pfeifen, worauf von der an⸗ en, Seite mit Bravorufen und Beifallklatschen erwiedert wurde. gewicht der Zahl, was in Straßburg sehr natuͤrlich ist. Als das Pfeifen aus dem Parquet nicht aufhören wollte, stieg das Publikum des Parterre auf die Bänke und fing an, Hausrecht zu gebrauchen. Die Polizei schritt ein, die Ruhestoͤrer wurden entfernt und die Deutsche Oper zu Ende gespieli. Die Besieg⸗ ten wollten vorgeben, die Direction haͤtte fuͤr den ersten Abend zahlreiche Frei⸗Billets an handfeste Leute ausgetheilt. Sie wer⸗ den es aber nicht andern. Volk und Buͤrgerstand in Str aß⸗ burg sind Deutsch, und nur der Beamtenstand und was daran ann mag nach Franzoͤsischem Schauspiel und Singspiel ver⸗ angen. ;
In die Menagerie des Pflanzen-Gartens ist ein seltener
und merkwuͤrdiger Gast eingezogen, ein Tapir naͤmlich aus Suͤd⸗Amerika, von dem Franzoͤsischen Konsul Crouan zu Belem in der Brasilianischen Provinz Para eingesendet. Dieses plumpe
Ruͤsselthier, ein Mittelding von Schwein und e, , , halt sich in den feuchten Uferwaldungen der Suͤd⸗-Amerikanischen Ströme auf. Fuͤr die Naturforscher hat es ein großes Inter⸗ esse, weil es in dem Bau seines Skelettes und in seiner Orga⸗ nisation den großen vorweltlichen Pachydermen nahe kommt, welche vor aller Menschengeschichte an den Ufern des See's, in dessen Becken heute die Seine fließt, in dichten Riesen⸗Wal⸗ dungen gelebt haben moͤgen. Das im Pflanzen⸗Garten befind⸗ liche Thier ist ganz sanft und folgsam, leckt seinem Herrn die Hand und lauft ihm nach wie ein Hund.
Die neuesten Depeschen des General Galbois aus Konstan⸗ tine sollen von der Art seyn, daß man den Ausbruch von Feind⸗ veligkeiten mit Achmet Bey zu erwarten hat. 5 Stamme sollen dem n, . Huͤlfs⸗ Venn aht u stellen versprochen haben. General Galbois, heißt es, möchte ihnen gern durch einen raschen Marsch zuvor uͤber den Hals kommen, allein seine In⸗ structionen lauten strenge . daß er ohne Autorisation vom General ⸗ Gouverneur deine Feindseligkeiten anfangen soll. Er muß also erst nach Algier meiden, und daruͤber verstreicht Zeit
und Gelegenheit.
Börse vom 15ten. Franzoͤsische Rente ist im Steigen und besonders die ö proc. , Gegen Ende des Mo⸗ nats wird sie wahrscheinlich noch mehr in die Höhe gehen, in⸗ dem zum 22sten d. die Zinsen fällig werden, und alsdann im—⸗ mer Geld zu placiren ist. Unter allen industriellen Actien be⸗ haupten nur die Großen (zum Nennwerth von 5000) der Laf— sitteschen Kommerz und Industrie⸗ Kasse ihren Kredit, da die monatliche oͤffentliche Rechnungs⸗Ablage fuͤr den August aber⸗ mals sehr gunstige Resultate ergeben hat; sie stehen auf 5500 bis 5516. Das Bitume Dez⸗Maurel erlebte ein abermaliges beispielloses Sinken von 975 auf 750.
Großbritanien und Irland.
London, 11. Sept. Man glaubt, daß die Koͤnigliche Boͤrse nach Verlauf von drei oder hoͤchstens vier Jahren nach ihrer Zerstßzrung in größerem Maßstabe wieder aufgebaut seyn wird, während zum Wiederaufbau der beiden eren een Haͤuser, die schon im Oktober 1834 niederbrannten, noch nicht ein Stein gelegt worden, ja noch nicht einmal der Platz fest bestimmt ist, wo sie gebaut werden sollen.
Nachsten Montag wollen die hiesigen arbeitenden Klassen, unter Leitung des Handwerker⸗Vereins, auf dem Palace⸗Yard eine große Versammlung halten, um die Grundsaͤtze einer so⸗ genannten Volks⸗Charte in einer Reihe von Beschluͤssen darzu⸗ kegen. Allgemeines Wahlrecht soll die Grundlage dieser Charte bilden. Die ministeriellen Blaͤtter suchen ihnen zwar einleuch⸗ tend zu machen, daß ihre Forderungen viel zu ausgedehnt seyen, um auch nur bei den Mittelklassen Eingang zu finden, indeß ruͤhmen sie doch die Ruhe und Maͤßigung, mit der, allem An— chein nach, in der beabsichtigten Versammlung zu Werke ge— gangen werden soll, denn man will nicht nur keinen Zwang und keine Einschuͤchterung gegen diejenigen Arbeiter an— wenden, die es nicht angemessen finden, der d , n , ,. zuwohnen, sondern man hat ausdruͤcklich unter die an die Stra⸗ ßen⸗Ecken gehefteten Plakate die Bemerkung gesetzt, daß die Arbeiter, die etwa fuͤrchteten, ihre Brodherren möchten es ihnen entgelten lassen, nicht zu erscheinen brauchten. In den zu hal— tenden Reden sollen alle leidenschaftlichen Aeußerungen vermieden werden, und die anzunehmenden Resolutionen sollen nichts Auf⸗ reizendes enthalten. Unter den Parlaments⸗Mitgliedern, die
sich in der , einfinden wollen, nennt man die Her—⸗
ren Leader, . und Attwood. Die Reden sollen aber haupt⸗ saͤchlich von Handwerkern gehalten werden. Der Ober⸗-Vailiff von Westminster wird den Vorsitz fuͤhren.
O Eonnell bezeichnet in seinem ersten diesjährigen Schrei⸗ ben an das Volk von Irland folgende Punkte als Hauptge⸗ genstaͤnde der jetzigen Agitation; J) Vernichtung der Orangi—⸗ stischen Partei, ) Reform der Gerichtshoͤfe, 3) Einsetzung ein, sichts voller und unparteiischer Sheriffs, von denen die Wahl der Geschworenen abhaͤngt; 4) Verbannung des Parteigeistes aus den Reihen der Geschworenen; 8 Revision der Friedens⸗ richter ⸗Bestallungen, 6) i c. ufhebung der Zehnten, 7) Munizipal⸗ Reform, 8) Ausdehnung des Wahlrechts bis zu dem Maße, in welchem es jetzt in England und Schottland be⸗ steht, endlich 9) Repraͤsentatlon Irlands in gleichem Verhaͤlt⸗ niß mit Großbritanien.
In den Arsenalen herrscht jetzt eine bedeutende Thätigkeit; in einem derselben wurden kurzlich sogar am Sonntage die Ar— beiten fortgesetzt. In den letzten Tagen sind fortwährend Ver⸗ stͤrkungen nach Kanada eingeschifft worden.
Der Marquis von Clanricarde und seine Gemahlin wer⸗ den sich auf dem Kriegsschiffe „Pique“ in diesen Tagen nach St. Peters u einschiffen. 7 J
er Englische Oberst Considine, der jetzt als General in Diensten des 3 von Tunis steht, ist eifrig lung g Tunesischen Armee beschäftigt.
err Green hat einen neuen Verfuch gemacht, mit seinem
mit der Organi⸗
Die Deutsche Partei hatte jedoch offenbar das Ueber⸗
der bisherige Erbprinz Friedrich (Wilhelm Herrmann Konstan—
1082
27, 000 Fuß erreicht; die Kalte war in diesen hohen Regionen sehr empfindlich.
Die hiesige literarische Gesellschaft der Polenfreunde, unter deren Leitung die Feste in Beula⸗Spa zum Besten der Polni⸗ schen g gegeben wurden, hat bei dem letzten Feste, des unguͤnstigen Wetiers wegen, einen Verlust von 300 Pfd. erlit⸗ ten, und ihre Fonds sind in einem solchen Zustande, daß sie den Ungluͤcklichen, von denen viele dem Hungertode nahe sind, nicht die geringste Unterstuͤtzung mehr verabreichen kann.
Aus Trinidad wied jetzt gemeldet, daß durch einen Be— schluß der Kolonial⸗Versammlung vom 25. Juli auch fuͤr diese Kolonie verfuͤgt worden ist, saͤmmtliche Neger ohne Ausnahme am 1. August dieses Jahres zan fr, zu geben. Sonach waͤre jetzt in dem ganzen Britischen Westindien kein Sklave mehr vorhanden.
Fructuoso Rivera sich zwar noch nicht vor der Stadt selbst ge⸗ zeigt, doch fuͤrchtete man sein baldiges Erscheinen, da Oribe,
der bekanntlich die Praͤsidentur schon niedergelegt hat, ganz ohne
Truppen war und daher keinen Widerstand mehr leisten konnte. Die Kammern waren mittlerweile zusammenberufen worden und hatten beschlossen, daß Unterhandlungen mit Rivera eingeleitet werden sollten, zu welchem Behuf drei Deputirte an ihn abge— sandt worden waren. Rivera soll die Unruhen in der Brasi⸗ lianischen Provinz Rio Grande angestiftet haben, und man be⸗ fuͤrchtete daher feindselige Schritte von Seiten Brasiliens, viel, leicht auch eine Blokade, wenn er an die Spitze der Republik Uruguay gestellt werden sollte.
Niederlandͤe.
— — Ansterdam, 18. Sept. Während dieser Woche sind die Course der Holländischen Schuld-⸗Dokumente immer weichend gewe⸗ sen, well täglich viele kleine Verkäufe davon bewirit wurden. In— iegrale und Kanz-Billets wurden davon am meisten betroffen, da er= stere von zus / bis 5378 pCt. und die anderen von 241166 Fl. bis 2am Fl. herüniergingen; mit den Actien der Handels ⸗Gesellschaft ging es eben so, weil sich wenig Käufer für die ausgebotenen Par⸗ fieen meldeten, so daß man gestern zu 1677!ę pCt., also um mehr als 1 pCt. billiger seik Wöontag anfomuien konnte. Bon den Eisenbahn⸗ Actien schetut die Speculatton sich ganz zurückziehen zu wollen, die⸗ selben wurden stark ausgeboten und Rheinische zuletzt zu 10373 pCt. abgelassen. Oesierreichische und Russische Fonds blieben preishaltend; Ardoin⸗Obligalionen schwantten zwischen iss, und 187616 bCt.; die jüngste Preiz⸗-Berbesserung derselben zu Antwerpen blieb gestern hier fast ohne Einfluß. Alte Griechische Sbligationen wurden diese Woche wieder einmal umgesetzt und erlangten hei lebhafter Frage den merk lich höheren Preis von . à 151, pCt. Auch nach Brasilianischen Obligationen sstellte sich mehr Begehr ein, wodurch selbige auf 82! / pCt. stiegen. Der Geldmarkt ist unvrrändert geblieben.
Am Getraldemarkt spürte man diese Woche etwas mehr Neigung um Einkaufen, sowohl auf Speculation als zum Verbrauch, wodurch ei der Zurückhaltung der Inbaber und der geringen Auswahl für
schöne unter Schloß lagernde Partieen Weizens etwas höhere Preise angelegt wurden; geringere und rothe Sorten sind häufiger am Markit und erlangten die vorigen Preise. Es wurde verkanft unter Schloß: 132pfnd. Rossocker Weizen anfangs zu 306 Fl., später zu 310 51, 130pfünd. weißbunter Polnischer 333 g, 126pfünd. Braun⸗ schwelger 233 Fl.; zum Verbrauch 125pfünd. bunter Polnischer 308 Fl., 126pfünd. Rostocker 208 Fl. Eine Ladung Lihauer Roggen, 116 Pfd. schwer, im Entreyot wurde zu 186 Fl. abgelassen; Verbraucher zahl⸗ ten für 121pfünd. Preußischen, Pommerschen Roggen 212 Fl. In tibrigen Artikeln fand wenig Umsatz statt.
Belgien.
Bruͤssel, 13. Sept. Der hiesige Gemeinde⸗Rath hat gestern einstimmig eine Adresse an den Konig votirt, in welcher er sich gegen die Vollziehung der 24 Artikel ausspricht. Die Luxemburger und die Limburger werden darin fuͤr ge— borene Belgter erklaͤrt, die auch gesonnen seyen, Belgier zu bleiben. Ganz Belgien habe den festen Willen, sie nicht auf— zugeben, und das constitutionnelle Oberhaupt, das es sich ge⸗ wahlt, werde es darum auch als seine erste Pflicht betrachten, diefen Willen des Landes zu achten. Aber nicht bloß gegen die Gebietstheilung spricht sich der Bruͤsseler Magistrat aus, son— dern auch gegen die Tributs-Zahlung, wie er es nennt, die dem Lande durch den „Leoninischen Vertrag“ der 24 Artikel aufer legt werde. Wollte man dem Lande die Entehrung eines jaͤhr⸗ lichen Tributs zumuthen, so koͤnne man sicher seyn, daß man dadurch eine neue Revolution vorbereite.
Deutschlan d.
Munchen, 15. Sept. (A. 3.) Das heutige Bulletin uber den Gesundheits-Zustand unseres Koͤnigs ist höchst erfreulichen Inhalts. em Bernehmen nach, werden sich Se. Majestaͤt nächsten Donnerstag nach Berchtesgaden begeben und einige Zeit dort zubringen. — Unrichtig ist die Angabe hiesiger Blaͤt⸗ fer, daß der General-Major von Greis Se. Königl. Hoheit den Kronprinzen nach Berlin begleitet habe.
Hannover, 17. Sept. Se. Majestaͤt der Koͤnig sind heute Morgen von Magdeburg hier wieder eingetroffen. Se. Majestat hatten Magdeburg gestern Abends 7 Uhr verlassen.
Stuttgart, 14. Sept. (Deutsch. Cour.) Se. Durch—⸗ laucht der regierende Fuͤrst Friedrich Herrmann Otto von Ho⸗ henzollern⸗Hechingen (geboren den 22. Juli 1776) ist, wie wir aus Berichten von Hechingen vernehmen, in Folge eines Schlag— anfalles vorgestern daselbst verschieden. Ihm succedirt sein Sohn,
tin, geboren den 16. Februar 18). In den letzten Jahren und wahrend der Krankheit seines Vaters ö der Erbprinz bereits die Regierung des Fuͤrstenthums. — Das Hechingensche Haus hat nur einen Agnaten, den Kaiserl. Oesterreichischen Ge— neral⸗Feldmarschall, Prinzen Franz Raver, Oheim des verstor⸗ benen Fuͤrsten, welcher aber bereits 81 Jahre alt ist, und nur einen noch unverheiratheten Sohn hat, den Kaiserl. Oester⸗ reichischen General ⸗Feldwachtmeister, Prinzen Friedrich Franz Anton (geboren den 3. September 1796). ĩ Stuttgart, 16. Sept. Stände - Verhandlungen. Abgeordneten⸗Kammer; Sig n vom 15. Septeniber. Am Mi—⸗ nister Tische befindet sich Geheime Rath von Schwab. Die Sitzung, seit der am 28. Juni d. J, verkuͤndigten Vertagung wieder die erste, beginnt gegen 12 Ühr mit einer Bewillkomm— nungs⸗Rede von Seiten des Praͤsidenten, worin derselbe den Wunsch und die Hoffnung ausspricht, daß das begonnene schwierige Werk zum gluͤcklichen Ende gelangen moge. Sodann verliest Geheime Rath von Schwab die Entschließungen der e . Regierung uͤber die endliche Redaction einiger Titel des dr e, e,, den, Dieser Vortrag wird der Justiz⸗ Gesetzgebungs⸗ Kommission zur Begutachtung uͤbergeben. Da der während der Vertagung von der Regierung eingebrachte
Nach Berichten aus Montevideo vom 13. Juli hatte
Abend die Schaulustigen. n zum Dome
chung und Bestrafung der in dem Straf⸗Gesetz⸗Entwurfe ge nannten Verbrechen und Vergehen von der 6 Kommi sion bereits begutachtet worden ist, so wird beschlossen, die Be, rathung desselben in der nächsten Sitzung, Montag 9 Uhr, vor, zunehmen.
*
Karlsruhe, 15. Sept. Am verwichenen Donnerstag wa— ren die hier versammelten Landwirthe von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog auf die Domaine Stutensee zur Besichtigun der dortigen ländwirthschaftlichen Anstalten geladen giwesn und daselbst mit einer Collation bewirthet worden. 232 wer⸗ den dieselben Augustenburg, das Mustergut Sr. Hoheit des Herrn Markgrafen Wilhelm, besuchen, wo unter Anderem müt den verschiedenen Pflugarten ein Wenpfluͤgen veranstaltet wer, den wird. Zum Schlusse der Festwoche ist heute Abend großer Ball im Museum, und morgen verlassen die meisten der fem
den Landwirthe, zum Theil um den Versammlungen des Na turforscher⸗Vereins in Freiburg beizuwohnen, unsere Stadt, in der die letzten Tagen her, nach den mannigfachen Freuden und dem geraäͤuschvollen Treiben, Alles wieder in den stilleren und gewohnten Gang zuruͤckgekehrt ist. 4
Schweiz.
Solothurn, 11. Sept. Unser kleiner Rath hat in hen tiger Sitzung beschlossen, beim großen Rathe nach dem Gun achten der aus Herrn Rigaud und Monnard bestehenden Min derheit der Tagsatzungs-Kommission den Antrag zu stellen, der Gesandtschaft die Instruction zu ertheilen: Da es aus den der Tagsatzung vorgelegten authentischen Berichte erhelle, es genießt Louis Napoleon Bonaparte die Rechte eines Thurgauischen Staalz⸗ buͤrgers, und da nach den Bestimmungen der Staats⸗-Verfasung des Kantons Thurgau sowohl, als nach dem Bundes staatstech irgend eine exzeptionelle Fortweisungs-Verfuͤgung gegen densel⸗ ben nicht ergriffen werden darf, soll in diesem Sinne eine Ann wort auf die vom 1. August datirte Note der Franzoͤsischen Botschaft erlassen werden. Bei diesem Anlaß soll die Tag satzung daran erinnern, daß, indem sie die Obliegenheiten re spektire, welche ihr das Voͤlterrecht auferlegt, sie auf Erfuͤllung alles desjenigen wache, was dasselbe in die auf Nachbar ⸗ staaten vorschreibt. Unverweilt hat sich die Tagsatzung sodann mit denjenigen Maßnahmen zu befassen, die hinsichtlich der neuen Verümstaäͤndungen zu ergreifen waren, in welche die Schweiz zu stehen kommen moͤchte.
Zurich, 1. Sept. (Schweizer Bl.) Die folgende Adresse an unseren großen Rath, von den in Zuͤrich anwesen⸗ den Obersten des ersten Bundes-⸗Auszuges ausgegangen, wird gegenwartig den saͤmmtlichen Offizieren zur Unterzeichnung zu geschickt. „An den , d Großen Rath. Herr Praͤsident, ,, Herren! ie Forderungen Frankreichs, daß ein
chweizer⸗Buͤrger ohne gerichtliches Urtheil aus der Eidgenoss senschafi entfernt werde, das Recht und die Ehre der Schwetz gleich verletzend, die . mit welchen dasselbe diese For⸗ derung unterstuͤtzte, die Haltung mehrerer Schweizerischer Ma— . welche unverkennbar das Gepraͤge der Furcht und
chwaͤche an sich tragen, die Zweifel in den Willen, Faͤhig kei und Muth der Wehrmänner, durch welche die Furchtsamen ihre Ansichten zu unterstuͤtzen versuchen, machen es den Offizin ren zur Pflicht, das bisher beobachtete Stillschweigen zu bun chen, und dem Hohen Großen Rathe in einer Adresse, unn Beachtung der durch den 5. 6. der Staats-Verfassung vorgeschrie⸗ benen Form die Erklarung zu geben, daß sie nicht muthlos zuruͤck⸗ treten, sondern mit Freüden den Kampf fuͤr Ehre, Recht und Freiheit bestehen werden, und damit die Bitte . bei der Ertheilung der Instruction nur das Recht und die Ehre der Schweiz ins Auge zu fassen. Die Offiziere wissen, daß dieser Kampf, wenn er losbricht, von ihnen und von dem Vaterlande uͤberhaupt, bedeutende Hpfer fordert; allein sie wissen eben so gut, daß wenn die Unabhaͤngigkeit und die Ehre der Schweiß, die kostbarsten Guͤter einer Nation, wie im vorliegenden Falle auf dem Spiele stehen, auch die Freiheit im Innern gefaͤhrdet ist Mit Vergnuͤgen haben die Wehrmaͤnner sich in den Waffen genlbt, in der Hoffnung, dadurch befaͤhigt zu werden, die Erbtheile der Vö⸗ ter fuͤr sich und ihre Nachkommen bewahren zu koͤnnen; was wuͤrden jene Arbeiten, was wuͤrde das Wehrwesen nuͤtzen, wem man jeder Forderung des Auslandes entsprechen wuͤrde? Ge
Vertrauen Sie, Tit, auf Ihren Widerstand, er wird Ihr Ver⸗ trauen rechtfertigen; der Muth und die Kraft ist nicht von ihn gewichen, und in ihm wohnt das Gefuͤhl, daß, wo die Freiheit, wo das Vaterland ruft, keine Opfer zu groß sind. Ueberzeugt, daß es der Wahlspruch jedes Schweizers seyn - soll: „Wahtt deine Pflicht, komme was da will!“ legt der Unterzeichnet Ihnen mit Hochachtung diesen Ausdruck seiner Gesinnungen vor. Genehmigen Sie die Versicherung meiner vollkommenen Hochachtung und Ergebenheit.“
It alten.
— — Mailand, 8. Sept. Bereits am Tage vor der Kroͤnung wurde den Schaulustigen der Anblick der Eisernen Krone zu Theil, welche im feierlichen Zuge von Monza abge⸗ 6 und nach Mailand gebracht wurde. Durch den ganzen
orso di Servi und den Corfo der Porta Orientale wurden die bei feierlichen Anlaͤssen gewohnlichen Teppiche aus den Fenstern und Balkonen ausgehangen. In einem prachtvollen Hofwagen erschien die alte Krone der Longobarden, welche Tags darauf auf das Venedigs gesetzt werden sollte. bekannt. * Sage nach, ward sie von der aus einem Passions- Nagel geformt und an
Geschenk gegeben. ; ; nach Rom? und an die Longobarden Königin Theodolinda. Diese
Der Ursprung dieser Krone ist eiligen Helena
ward mit anderen kostbarem Schmucke das Kleinod bewahrt. Im Laufe der Zeit wurde die Krone nach Avignon gebracht so geschah es, daß gegen die Echtheit der Monzesischen Krone sich Zweifel erhoben. Im Jahre 1717 entstand hieruͤber ein Prozeß, der jedoch zu Gunsten der Monzeser entschie den wurde. Am (ien fand ' die feierliche Krönung Kaiser Ferdinands statt. Die Schwierigkeit, Billets fuͤr den Dom zu erhalten, Ferne herbeistrßmenden Fremöen gewachfen war. In dem P̃— faste des Guberniums drängten sich von früh Morgens bis jum Am Tage der Feier waren alle Zu⸗
as diplomatische Corps verfammelte sich bei dem Russischen Botschafter, Herrn von Tatistscheff, und fuhr in langer Wagen, reihe nach dem Erzbischoͤflichen Palaste, von wo es durch einen
Ballon in hoͤhere Luftschichten zu dringen, und eine Höoͤhe von
Gesetz Entwurf uͤber die Kömpetenz der Gerichte zu Untersu⸗
unterirdischen Gang in das Innere des Doms gelangte. Die
wiß ist der Beschluß, welcher auch nur theilweise ungertctin Forderungen entspricht, das Grabgelaͤute unseres e . P
Haupt des Koͤnigs der Lombardei und
donstantin zum Durch den heiligen Gregorius gelangte sie
erbaute das Schloß und die Kirche von Monza und in letzterer
nahm in demselben Maße zu, als die Zahl der von Nah und
von einer ungeheuren Menschenmasse besezt.
auf das pomposeste und mit einem ungeheuren Auf⸗ rn Sammet, Seide, und anderen kostbaren Stoffen, bun gemalten Kartons, bunten Glatlampen und dergleichen aus⸗ staffirt. Der Marmor ⸗Dom war ganz verschwunden; in „u großen Vau hatte gin neues, leicht gezimmertes Ge⸗ zande Piatz gefunden. Man kann nicht leugnen, daß die raliäner eigenthuͤmliche Prachtliebe in dieser ungeheu⸗ erschwendung von edlen Stoffen eine gewisse Be⸗ swigung finden mußte; der gute Geschmack und Cin feiner Lunstsinn können sich aber wohl kaum damit befceunden Die „deutsame Handlung der Krönung ging mit wuͤrdigem Ge⸗ ringe vor sich. Der Erzbischof von Mailand, unter Assistenz . Patriarchen von Venedig, beide Kardinäle, setzten dem zniser die Krone auf das Haupt. Nach vollendeter Krönung ige sich der Kaiser in vollem Ornate dem versammelten Volke uuf der Altane der Burg unter ungeheurem Jubelruf. In dem schönen Karyatidensaal fand hierauf das Bankett statt, an wel ie Glieder der Kaiserl. Familie, die beiden Kardinäle und
zer Päpstliche Nuntius Theil nahmen. Miß Clara Novello, veihe im verflossenen Winter das Berliner Publikum durch hre reine Metallstimme entzuͤckt hat, Miß Kemble, Madame Schober lechner und Madame Poggi sangen während der Ta— . — Die Illumination der Stadt, welche faͤr den Abend an⸗ zesegt war, wurde durch Regen gestoͤrt, nicht so der Jubel des Heli und der ganzen Bevölkerung, welcher noch durch den in er Gazetta di Milano am selben Abende bekannt gemachten
Att der Kaiserlichen Gnade gesteigert wurde.
Mailand, 9. Sept. Gestern (am Feste Mariä Geburt) herflgten Sich Ihre Majestaͤten der Kaiser und die Kazserin, n Ihren Kaiferl. Hoheiten den Erzherzögen begleitei, um 0 uhr Morgens in feierlichem Zuge in die Basilica di S. Unbrogio. Am Eingange der Kirche wurden Ihre Masjestäten In dem Kardinal⸗Erzbischof empfangen, der AÄllerhoͤchstdensel⸗ en das Weihwasser reichte. Nachdem Ihre Majestäͤten unter zem im Presbyterium auf der Eoangelien⸗Seite errichteten Uhronhimmel Platz genommen hatten, wurde der Ambeosiani⸗ the Lobgesang angestimmt und dann das Hochamt gehalten, nach hesen Beendigung Ihre Majestaͤten mit Ihrem Gefolge inmit⸗ en einer unermeßlichen Voltsmenge, die in allen Straßen und uuf allen Plaͤtzen, durch welche der Kaiserliche Zug ging, die luft mit Freudenruf erfüllte, in die Burg zuruͤckfuhren,
An selbigen Tage ist die eiserne Krone mit denselben Fei— lichkeiten, wie bei der Uebertragung, von Mailand wieder ach Monza zuruͤckgebracht worden. — Bei diesem Anlasse hat her Erlauchte Monarch zu befehlen geruht, daß, nebst der ei⸗ ernen Krone, auch das Königliche Schwert und der Mantel, hö bei der feierlichen Ceremonie der Kroͤnung gebraucht wor en waren, zum immerwährenden Andenken einer fuͤr die Lom⸗ ardisch⸗Venetianischen Staaten so begluͤckenden Feier im Schatze ws Doms von Monza aufbewahrt werden sollen. Das Scep— er und der Reichsapfel sollen im Schatze von St. Marcus zu Venedig aufbewahrt und seiner Zeit mit Feierlichkeit dahin bertragen werden.
— — Mailand, 11. Sept. Vorgestern musterte der Kai⸗
r in Begleitung der Kaiserlichen Familie die hier versammel—⸗ n Truppen auf dem Waffenplatze. Ihre treffliche Haltung er— egte allgemeine er, , ,. Abends gab die Stadt Mai⸗ and in der Skala einen Ball, bei welchem der beruͤhmte Wie⸗ er Walzer-Virtuos Lanner das Orchester leitete. Das Thea— er war glänzend erleuchtet und die Logen von einem der glaͤn⸗ endsten Damenkreise geschmuͤckt. Die Herren trugen Unifor—⸗ en oder den Spanischen Mantel uͤber der Civil Kleidung. Bon der Kaiserlichen Loge fuͤhrte eine breite, mit Sammet be— gte Treppe ins Parterre. Vor 10 Uhr erschienen der Kaiser nd die Kaiserin und wurden mit endlosem Jubel begruͤßt, ihrend die Musik ihre Fanfaren ertsnen ließ. Der Hof be⸗ si sich hierauf inmitten des Gedraͤnges auf das Parterre, auf ie fuͤr diesen Abend dem Publikum preisgegebene Buͤhne und bieder nach der Loge zuruͤck und wurde auf jedem Schritte von hem Jubel der Anwesenden begleitet.
Leider ist nun seit einigen Tagen Regenwetter eingetreten. Doch ging gestern Morgens die Einweihung des Friedens bo— gens, unter welchem der Kaiser, an der w. des Hofstaates
nd der Generalitaͤt der Erste, hindurchritt, dei heiteren Son⸗ enblicken vor sich; nur das fuͤr den Abend angesagte Feuer⸗ werk des Wiener Pyrotechnikers Stuwer, dem sein bekanntes Huignon auch in Mailand treu blieb, mußte des in Strömen allenden Regens halber unterbleiben.
Rom, 8. Sept. (Allg. Ztg.) Konsulat-Berichte aus Unkona melden die Ankunft Ihrer Majestaͤt der Königin von Hriechenland im dortigen Hafen auf einem Kriegs⸗-Dampsschiff, velches eine Quarantainezeit von sieben Tagen zu halten hat. Die Koͤnigin reist im ig. Inkognito unter dem Namen
iner Gräfin von Missolunghi. Privatbriefe von Ankona mel⸗ den wohl die Ankunft von Griechischen Schiffen und daß das Beruͤcht in Umlauf sey, der König von Griechenland werde dort rwartet, von der Gegenwart der Königin aber scheint in der Stadt noch nichts bekannt gewesen zu seyn. Am 15ten d. ist nun der Tag, an welchem der Papst im donsistorium Monsignore Fieschi und den Erzbischof von Mecheln, Monsignore Engelbert Sterckr, als Kardinäle publiziren wird. Am 17ten wird ein zweites Konsistorium gehalten, worin die neuen Eminenzen zum erstenmal in die hohe Versammlung ein⸗ gefuͤhrt werden und den Kardinalshut empfangen. Damit der Erzbischof bald wieder in seine Erz⸗Dioͤzese zuruͤckkehren koͤnne, werden alle Formalitaͤten fo schnell als moͤglich vollzogen. In beiden Konsistorien werden außerdem noch viele Bischoͤfe kreirt, worunter einige fuͤr Deutschland. Der Papst fuhr . Vormittag, wie alljaͤhrlich an diesem Tage — Mariâ Geburt — nach der Kirche S. Maria del Popolo und nahm auf dem Wege dahin das in dieser Woche durch eine neue Fagade und eine prachtvolle, marmorne Vor— halle vollendete Postgebäude in Augenschein. In den Straßen, durch welche der Papst fuhr, hatten sich viele Menschen ver— sammelt, welche, auf den Knieen laut rufend, seinen Segen an⸗ shten. Das Militair war auf mehreren laäͤtzen in Reihe und Güed mit fliegenden Fahnen und Musik⸗Corps aufgestellt. Auf 2 Platze vor der Kirche, welche die Zahl der hinstroͤmenden ndächtigen nicht fassen konnte, bildeten Buͤrger⸗Garden und llitair Spalier, durch welche der Papst mit seinem zahlrei⸗ chem Cortege zum Tempel fuhr.
Spanten.
Madrid 8. Sept. Das Ministerium ist endlich consti⸗ mirt; gin Abend um 8Sis, Uhr haben die . 2
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die Minister von 2 bis 5 Uhr versammelt, Einberufung der Cortes, die, wie es heißt,
um sich Aber die am 30. Oftober stattfinden soll, und über den Unterhalt der Armee zu ber athen Der Poltzei⸗Praäfekt hat, in Folge der Ministerial⸗Verän⸗
Man bezeichnet Herrn
derung, seine Entlassung eingereicht. Tarancon als seinen Nachfolger.
Spanische Gränze. Man schreibt aus Logrosßo, daß die Rord⸗Armee, deren verschiedene Corps sich an der Arga vereinigten, aus 50 = 35, 000 Mann, 80 Belagerungs⸗Geschützen und 169 Feldstuͤcken bestehe. Sie follte in der Nacht vom Sten vor Estella ankommen. Briefen aus Bayonne vom 11Iten zu⸗ folge, war jedoch bis zum 9gten bei Estella noch nichts vorgefallen. Die Sentinelke des Pyrénées orientales weldet, daß die Karlistischen Truppen am 21. August in die Flecken Hospitalete, Bordeta und Sans eingedrungen seyen und ihre Vorposten bis auf Kanonenschuß⸗Weite von Barcelona vorge— schoben hatten.
Turkei.
Die Morning Chroniele enthaͤlt ein Schreiben aus Konstantinopel vom 22. Auaust, worin es heißt: „Die von Seiten der Tuͤrkei vollzogene Ratifizirung des Handels-Trak— tats wird nicht nur unserem Handel mit diesem Lande eine festere Basis verschaffen, als dies bisher der Fall war, sondern die Tuͤrkei wird auch, durch die großen Veraͤnderungen, welche in der inneren Wohlfahrt dadurch entstehen, eine höhere Stufe unter den handeltreibenden Nationen einnehmen. Der Traktat, welcher noch am Abend vor der Abreise Redschid Pascha's un— terzeichnet wurde, unterscheidet sich fast gar nicht von dem, der vor zwei Jahren so enischieden von der Tuͤrkei zuruͤckgewiesen wurde. Obgleich es noch nicht möglich ist, eine Abschrift davon zu erhalten, so kann ich doch so viel mit Bestimmtheit sagen, daß von den Ausfuhr, Artikeln eine Abgabe von 12 p6t. und von den zum Veibrauch im Lande bestimmten Einfuhr⸗Ar, tikeln noch 3 pCt. erhoben werden sollen; die Transit⸗ Artikel zahlen, wie ich glaube, dasselbe, wie fruher. Die Erzeugnisse des Landes sind daher bis zu dem Augenblicke, wo sie zur Aus⸗ fuhr oder zum Verbräuche kommen, von allen Abgaben frei, und den fremden Waaren ist die freie Circulation im ganzen Lande gestattet. Die Abgabe von 12 pCt. von Ausfuhr ⸗Arti⸗ keln mag im ersten Augenblick hoch erscheinen, allein dies ist nur scheinbar, denn früher betrugen die inneren Abgaben von manchen Artikeln 30, 50, ja 100 pCt. Die Regierung wird dabei gewinnen, denn da die Einsammlung dieser Einkuͤnste bisher an die Pascha's und Gouverneurs der Provinzen ver⸗ pachtet war, so gelangte nur ein kleiner Theil davon in den Schatz. Da aber jetzt die Produzenten von den Abgaben be⸗ freit und dieselben von den fremden Käufern oder Konsumenten entrichtet werden, so wird die Production ungeheuer zunehmen. In dem Preise der Seide, dieses wichtigsten Erzeugnisses der Tuͤrkei, muß nothwendig eine beträchtliche Reduction eintreten. Dasselbe wird mit den Farbewaaren und dem Opium stattfin⸗ den, die beide bisher zu den Monopolen gehörten.“
Inland.
Berlin, 20. Sept. — Feuersch aden. — In der ver—⸗ gangenen Nacht brach nach 11 Uhr in Lichtenberg Feuer aus, wodurch 2 Bauerhöͤfe und 1 Kossäthenhof in Asche gelegt sind. Den herbeigeeilten Spritzen gelang es, gegen 2 Uhr des Feuers in so weit Herr zu werden, daß keine weitere Gefahr fuͤr den Ort zu befuͤrchten war. Ueber die Entstehung des Feuers hat sich bis jetzt nichts Weiteres ermitteln lassen, als daß dasselbe hinter dem einen der abgebrannten Gehoͤfte, wo kiehnen Strauch gelagert war, ausgebrochen ist und sich sofort dem naͤchststehen⸗ den Gebaͤude mitgetheilt hat.
——
Danzig, 12. Sept. — Schifff ahrt. — Im August sind
eingegangen ausgegangen in Pillau 90 (657) S5 (56) Schiffe Memel S8S (C74) 124 v Danzig 173 (133) 213 * o Elbing 201) 5 *
Die eingeklammerten Zahlen zeigen an, wieviel von den vor, stehenden Schiffen bloß Ballast geladen hatten. Mehrere bei Befahrung des Draufsen⸗-See's vorgekommene Unglücks faͤlle, welche hauptsaächlich darin ihren Grund haben, daß die dazu gebrauchten Fahrzeuge, die sogenannten Lodjen, in den Borden ju schwach und an beiden Enden zu stumpf und zu niedri find, haben die Danziger Regierung veranlaßt, eine jweckm aͤßl⸗ gere Bauart faͤr 6 und andere Polizei⸗Maßregeln, be⸗ sonders eine Reviston und Bezeichnung der tuͤchtig befundenen, vorzuschreiben.
Liegnitz, 17. Sept. — Kloster-Gesellschaften. — In dem Jungfrauen-Stift der reuigen St. Maria Magdalena zu Lauban legten am 23sten v. M. vier Kandidatinnen nach volls⸗ endetem Roviziat iht Ordens⸗Geluͤbde mit Einschluß des beson⸗ deren Gelübdes der Krankenpflege ab, wodurch nunmehr die Zahl der Konventualinnen bis auf 18 vermehrt ist.
— — Aachen, 14. Sept. — Vermischte Nachrichten. — Hat in dem hiesigen Regierungs-DBezirk auch der Roggen haͤuflg durch Naͤsse gesttten, hat er nicht uͤberall ganz trocken einge⸗ scheuert werden können und mag er hin und wieder im Felde bei der nassen Witterung schon gekeimt und ausgewachsen seyn, so kann die Roggen⸗-A erndie doch groͤßtentheils eine ganz befriedigende ge⸗ nannt werden. Dagegen war sie beim Weizen uͤberall eine mehr als mittelmäßige und ebenso bei der Winter- und So m⸗ mer-Gerste. Der Buchweizen ist an manchen Orten zu schnell gereift und laßt darum nur einen mittelmäßigen, der Sommer⸗Saame dagegen einen vorzuͤglichen, fuͤr das Miß⸗ rathen des Winter⸗Saamens entschaͤdigenden Ertrag erwarten. Zum größten Theil ist der Hafer in den noͤrdlichen Kreisen in einer fehr befriedigenden Quantität und Qualitaͤt schon einge⸗ bracht, und wo er noch nicht so weit ist, verspricht er ein gutes, ja mitunter vorzuͤglich reiches Resultat. In den suͤdlichen Kreisen Montjoie, Eupen und Malmedy sind die Sommerfruͤchte noch weit von der Reife entfernt und lassen bei langer andauerndem Regenwetter von der Hafer⸗Aerndte eben so wenig als von der Heu-Aerndte hoffen. Bei Erbsen, Bohnen und Kartof⸗ feln ist die Aussicht ziemlich gut, aber durch bessere Witterung bedingt. Die Garten⸗Gemuüͤse sind allenthalben gut gera⸗ then und im Ueberfluß vorhanden; der Marktpreis derselben
kelenz ist die Flach s⸗Aerndte recht gut ausgefallen und einige Ve im Seidenbau e Fortgang. Der e e. auf hiesigem Markte, welcher bis auf Nihlr.¶ 2 Sgr. 2 Pf. pro Scheffel gestiegen war, hat sich auf 1 Rihlr. M Sgr. 6 Pf. . wahrend der Denen, welcher ju Anfang des Monats zu 2 Rthlr. 21 Sgr. 5 Pf stand, am Ende des Monats gu 3 Rihir. 2 Sr. 36. notirt geblieben ist. Der an dels vert r Ge. e- Allgemeinen etwas mehr Schwung gewonnen und die b⸗ thätigkeit ist im Steigen, da der sich gleichbleibende Cours. der taats / Papiere das Vertrauen zur Fortdauer des Eurgpkischen . vermehrt und zur freiern Verwendung der Vetriebs,
apitale ermuntert. Der Fremden⸗Verkehr r des ver⸗ floffenen Monats war Kußerst lebendig, ja lebhafter als er seit langer Zeit gewesen. Die hiesigen ünd Burtscheider Bäder wurden ziemlich zahlreich besucht und, ungeachtet des ungunsti⸗ gen Wetters zum Reisen, fanden sich doch bei dem hier auf der Brander Haide am 27sten und 25sten stattgefundenen Wett⸗ rennen viel mehr Zuschauer und Liebhaber ein, als zu erwar⸗ ten war, seitdem die Wettrennen auch in Bruͤssel, Luͤttich und Duͤsseldorf gleichsam jährlich feststehend geworden sind. Am Isten ward zu Robertville, Kreises Malmedy, der Grund⸗ stein zu einer neuen Kirche gelegt. Ueberhaupt werden die Kirchen-, Pfarr- und Schulhaus-Bauten gegenwartig mit Eifer und Liebe betrieben. Wo die Gemeinden nur die Aussicht haben, die Bautosten in Terminal⸗Zahlungen mit bil⸗ ligen Zinfen abtragen zu können, sind sie gern dazu geneigt⸗ und uͤberschatzen sogar zuweilen ihre eigenen Krafte.
Wissenschaft, Kunst und Literatur.
Berlin. Am 16. September fand der Gehülfe der Berliner Sternwarte, Herr Galle, mit dem großen Refratior in der Gegend. in welcher der Komet erwartet wird, einen sehr schwachen Nebel von eiwa 2 bis 3 Minuten Durchmeffer, der während einigen Stunden fortjurücken schien. Der Unterschied des Ortes von der durch Herrn Bremifer vorausberechneten Epbemeride betrug in der geraden Auf⸗ steigung 21/1. Minuten, in der Declination 17 Minuten, um welch die Eyhemeride beide zu groß Ei Am folgenden Tage fand sich ein ganz ähnlicher Rebel an der Stelle, wohin der Kemer sndessen fort⸗ gerückt seyn sollte. Der Unterschied mit der Ephemeride war von leicher Größe. Wenn, wie diese Umstände vermuthen lassen, der ge= chene Rebel der erwartete Komet war, so haben sich die Berechnün⸗ gen des Herrn Bremiler auf das schönste bestätigt.
Die ungemeine Lichtschwäche des Objektes, die keine der genaut⸗ ren Arten der Beobachtung gestattete, macht es im höchsten Grade zweifelhaft, daß der Komei init weit schwächeren Justrnmenten auf anderen Sternwarten schon so viel früher, wie einige bffentliche Be⸗ . es versicherten, gesehen worden . sollte. Auch be⸗ stärken die näheren Angaben iber die sehr verschiedenen Oerter, we ber Komet erschienen seyn sollte, Jeden, der etwas genaner darauf eingeht, in ber Vermuihung, daß die Beobachter schwache Sterne und RNebei mit dem Kometen verwechselt haben mözen, ohne hinlängliche üeberjeugung von ihrer Bewegung erhalten zu haben.
E.
Ber l iu er Börae. Den 20. September 1838.
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do. d. BI 1007), 10025. And. Goldmn-. Grosch. Pos. do. 10515, — 2c à 3 Tb. — 13, 121 16 Oatpr. Efandbr.4 — 01 Disconto Mn. 6 9 ! He che al · Co rs. , Fe . rief. ! ᷣè2 4d. Ameterdam....... , X0 F Rur 11H, doe .. 2 860 250 FI. 2 MI. 12035. — Hamburg...... z00 MR. Kurs 151 160 — do. 88826 86 200 Mk. 2 Mt. 1802/1 — London 998826 88888 11L1ẽ8t. 8 At. 6 231 — M z00 Fr. 2 Mt. 80! / 4 6. Wien in M Er...... 180 FI. 2 Me. 10116, ö Augaburg..... ..... 130 Fl. 2 Mi. 1921. — Rrenlaaa ...... 100 Tu. 2 Mt. vol / . Leiprig -..... .... 2 100 TI. s Tar⸗ — 102 Fraakturt a. M. Wæ....... 180 F1. 2 Mi. lol,. — Petarabur ...... ... 100 Rbl. 8 Woch. — 201 / Aus wärtigs Eöracen. , ioderl. wirkl. Schu 16 so do. 1917)... Kann. 2115. Soo 8 . 187/ 1. Passive -. Ausg. 9 . , . 9 0 n
Preuss. Pram. — Oesterr. Met. —. Ant v erpen, 12. September. Zinal. SR/.. Neue Anl. is? /..
Frank surt a. M., 17. September.
Oesterr. So / Met. 1065s. G. Aus09 10016. G. 2120 dot Br. 199 28319. Er. Bank-. Actien 1721. 1722. e , n r. 185116. G. Loose zu S900 FI. 126. 1283s.. Loose zu 1090 E. 2691. G. Preuss. Präm.- Sch. 66z /.. G. do. Mo Anl. 198. G. Poln. Loos 668 / 4. 663/,., So / J Span. Anl. 9. S7. 2120/9 Holl. S316. S3.
Ein enk pᷣannꝰ Action. St. Germain 760. Br. Versailses rechten Ufer 670. 668. do. linkes Ufer 825. S820. Strassburg. Bagel 888. Br. Bordeaux. Teste — Sambre · Meuse 10. Md. Leiprig- Dresden os is.. G. Köln- Aachen 100. Br. Comp. - Centrale —
Hamburg, 18. September. Bank- Actien 1130. 11427. Engl. Rusa. 1087 /.. o/ Port. — do. z0 / — Neue Anl. —
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erhält sich jedoch ziemlich hoch. Nicht weniger ergiebig zeigen sich die Futterkraäuter, 36 und Grummest. Im 3 *