1838 / 292 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

definitiv ratifizirt worden. Obgleich es ein bloßer Handels Traktat ist, so bemerken doch jene Blaͤtter, daß derselbe auch einige Artikel enthalte, die, namentlich der Zte, von wichtigen politischen Folgen seyn wurden und besonders darauf berech⸗ net seyen, Rußlands Planen zu Galacz und Sulina entgegenzuwirken. Der Globe, der bekanntlich fuͤr das Haupt⸗-Organ Lord Palmerston's gilt, bezeichnet die Ab— schließung dieses Traktats als ein Ereigniß von der höchsten Wichtigkeit, nicht nur fuͤr England, sondern fuͤr ganz Europa, und er richtet triumphirend die Frage an die Opposi⸗ tion, ob sie nun noch werde behaupten wollen, daß das Whig— Ministerium dem Lande alle seine ehemaligen Verbuͤndeten ent— fremde, und daß es ihm unmoglich sey, ein gutes Vernehmen mit den alten Mächten des oͤstlichen 223 mit Einschluß der

Tuͤrkei, zu Gunsten von Englands Handel und zur Hemmung

von Rußlands Plaͤnen herzustellen. Die Oppositions-Presse da= DO win Empfang zu nehmen.

Cen scheint in dem Abschluß des besagten Traktats nichts so zerdienstliches fuͤr das Britische Ministerium zu erblicken, und die Morning Post giebt zu bedenken, daß Rußland ein maͤch— tiger Freund und ein furchtbarer Feind sey.

Der Herzog von Lucca speiste vorgestern Abend in Mi— vart's Hotel bei dem Prinzen von Capua und seiner Gemah— in. Wie verlautet, wird Se. Köoͤnigl. Hoheit ungefähr zwei Monate in England verweilen.

Der Russische Botschafter, Graf Pozzo di Borgo, durfte, wie es jetzt heißt, fuͤr's erste nicht nach Paris reisen; vorgestern gab derselbe mehreren vornehmen Russen ein glaͤnzendes Diner.

Seit gestern hat sich die Temperatur hier bedeutend ver— andert; heute fruͤh hatte es gefroren, und es fiel etwas Schnee. In Liverpool hat in der Nacht von Donnerstag zu Freitag ein heftiger Orkan gewuͤthet und mehrere Schiffe an der Außenseite des Hafens stack beschaͤdigt. Im Kanal zwischen England und Irland ist ein Schiff zu Grunde gegangen, das von Sligo, mit Eiern und Butter beladen, nach Liverpool bestimmt war.

Niederlande.

Aus dem Haag, 15. Okt. (Amt. Hand. Bl) Se. Majestat der Koͤnig haben heute die Session der Generalstaa⸗ ten durch nachstehende Rede eroͤffnet:

„Edelmögende Herren! Es gereicht Meinem väterlichen Herzen zur Genugthunng, Mich in dieser feierlichen Versammlung zum er— ltenmale von Meinem geliebten ältesten Enkel, dem Erbprinzen von Dranien, begleitet zu sehen, welchem Ich am Tage seiner Voll jährig⸗ keit Sitz in dem Staatsrath verliehen habe. Meine freundschaftii⸗ chen Beziehungen zu den fremden Mächten haben seit Ihrer letzten Sefsion Feine Veränderung erlitten. In Bezug auf die von Mir im

rühjahre an die Vertreter der Höfe Oesterreich, Frankreich, Groß⸗ ritauen, Preußen und Rußland in London eingereichte Erklärung, die zu einer endlichen Regulirung der Folgen des Belgischen Auf— standes führen sollte, sehe Ich noch der Antwort entgegen. Ich hege fortwährend die Hoffunng, daß diese auf frühere Bestimmungen der Mächte gegründete Erklärung, welcht auch den einstimmigen Beisall der Generalstaaten erdalten, zu einem mit der Ehre und den wahren Juteressen des Riederländischen Volkes vereinbaren Resultate führen erde. Ole im vorigen Jahre mit Großbritanien und Preußen abgeschlossenen Verträge entsprechen dem damit beabsichtigten Zwecke. Gegenwärtig sind Unterhandlungen zur Regulirung des Niederlänti⸗ schen Handels mit den Staaken des Deutschen Zoll⸗Verbandes eröffnet. Die Jnländische Verwaltung bleibt durch Ordnung und Regelmäßigkeit ausgezeichnet. Trotz einem langwierigen und sehr strengen Winter, durch welchen einige Feldfrüchte gelitten, ist der Zu⸗ stand des Landbaues im Ailgemeinen zünstig. In den vornehmsten Fabriken herrscht außerordentliche Thätigkeit, Ansehnliche Kapitalien werden durch Schistfahrt und Handel umgesetzt, ivährend die Fische— reien mit großem Gewinn gesegnet sind. Die Institute für Unter⸗ richt, so wie für Wissenschaft und Kunst, sind steis Gegenstände Mei⸗ ner angelegentlichen Sorgfalt. Die Verpflegungsweise und medizini— sche Behandlung der Irren ließ im Allgemeinen Manches zu wün— schen übrig; es sind Maßregeln angenorduet, um dem abzuhelfen, und Ich erwarte, daß sie wohlthätige Früchte tragen werden. Feortwäh—⸗ fend hat man sich beschüftigt gehalten, den Zustand der Gefäugnisse zu verbessern, fo daß jetzt die Gefangenen nach der Art ihrer Verur— iheilung, so wie nach Geschlecht und Alter, völlig von einander ge— trennt find. Der Sisgang auf den Flüssen hat in diesem Jahre, wie bedrohlich er auch war, doch keinen ansehnlichen Schaden verur⸗ facht. Die Fortsetzung der großen Verbindungswege wird nicht aus dem Auge verloren. Zufriedenstellend ist der Stand der Dinge in

unseren ilberseeischen Besitzungen. Nachdem früher unsere Westindischen

Kolonteen durch Meinen geliebten dritten Enkel besucht worden, ist derselbe auch im Riederländischen Indien mit denjenigen Beweisen von An⸗ hänglichkeit aufgenommen worden, welche die Bewohner dieser Pro—⸗ vinzen nicht minder, als die von Westindien, sowohl gegen Mein Haus als gegen das Mutterland siets gezeigt haben. Die ueuen Ein⸗ richtungen daselbst bleiben unseren Erwartungen entsprechend. Durch die Eroberung von Bonjol ist unsere Herrschaft auf Sumatra von neuem befestigt worden. Das Indische Heer hat bei dieser Gelegen⸗ heit abermalige Beweise von Muth und Ausdauer gegeben. Die Staats-Ausgaben werden fortwährend durch die Einnahmen gedeckt. Der blühende Zustand der verschiedenen Zweige der Bolkswohlfahrt sichert die regesmäßige Erhebung der Abgaben. Der öffentliche Kre⸗ dit behauptet sich, und die größere Ausdehnung, welche Ich der Rie— derländischen Bank gegeben habe, wird dem Kredit und dem Handel im Allgemeinen neues Leben verschaffen. Die Budget⸗-Gesetze, welche Euren Edelmögenden baldigst vorgelegt werden sollen, und die Fesi— siellung der Einnahmen zur Deckung der Lasten, die der außerordeut⸗ liche Zustand des Reichs verursacht, werden einen wichtigen Theil Ihrer Berathungen ausmachen. Wenn diesesmal auch keine Erleich—⸗ ferung der Lasten in Vorschlag gebracht werden kann, so freut es Mich doch, daß alle Bedürfnisse zu bestreiten seyn werden, ohne daß Meine geliebten Unterthanen noch mehr zu belästigen sind, und daß die Hoff⸗ nung besteht, eine fernere Verminderung vorbereiten zu können Ich wünsche, daß in dieser Session eine Verbesserung in unserem Münz-Systeme zu Stande kommen möge. Angenehm ist es Mir gewesen, die Sorgfalt, die Ich nicht aufgehört habe, gemeinschafilich mit den Geueralstaaten, auf die Zusammenstellung der vornehmsten Theile der neuen Gesetzgebuug und der Rechtspflege zu verwenden, mit dem gewünschten Resultate gekrönt zu sehen. Dle Gesetze und Verordnungen in dieser Beziehung sind jetzt alle in voller Wirksam⸗ keit, und Ich freue Mich, diejenigen grundgesetzlichen Institutionen in Wirk sam keit ebracht zu haben, auf deren Besitz mit Recht der höchsie Werth gesetzt wird. Ist damit auch diese wichtige Arbeit noch nicht vostendet? so darf Ich doch erwarten, daß der Entwurf eines mit den Sitten der Ration übereinstimmenden Straf⸗-Gesetzbuches binnen einiger Zeit fertig seyn werde. Edelmögende Herren. Auch etzt stellt sich uns die Wichtigkeit der Pflichten welche auf uns ru— en, recht lebhaft vor Augen. Ihr Eifer und Ihre Besonnenheit werden sich aufs neue offenbaren können. Ich rechne auf Ihre Mit— wirkung bei Allem, was das Wohlseyn von Land und Volk befördern kann. Der Allmächtige segne unsere vereinigten Bemühungen, und stärke und ermuthige Mich bei dem stets fortdauernden Schmerz über den unersetzlichen Berlust, durch welchen Er in Seiner Weisheit Mich so tief betrübte.“

Belgien.

Bruͤssel, 14. Okt. Uebermorgen werden der Koͤnig und die Königin eine Reise nach Paris antreten.

. Zu dem bereits . verweilenden Don Pietro Bonaparte ist nun auch dessen Schwester gekommen. Beide wollen sich nach dem Luxemburgischen begeben. Auch heißt es, der Fuͤrst

sem Unternehmen

1202

von Montfort habe die 2 sich in Bruͤssel niederzulassen,

und stehe bereits wegen eines Hotels in Unterhandlung.

Deutscchlan d. Dresden, 18. Okt.

Theater mit lautem Jubelruf begruͤßt. ; Großherzog von Sachsen⸗Weimar ist vor mehreren Tagen hier angekommen und im Hotel de Pologne abgestiegen. Se. Koͤ⸗

nigl. Hoheit wohnten einer Soiree bei dem Koͤnigl. Preußischen

Gesandten, Herrn von Jordan, bei. ; Societàats Brauerei ein

Die Direction der hiesigen Actien- Unternehmen, welches sich bis jetzt des guͤnstigsten Er⸗ folgs erfreut fordert in dem heutigen Anzeiger die Actionaire auf, die nach dem diesjährigen Rechnungs-Abschlusse sich erge— bene Dividende von Thalern fur jede Actie (zu 500 Thaler) Das Comité des Zwickauer Stein kohlenbau-Vereins, welcher sich im vorigen Jahre daselbst bildete, macht im dasigen Wochenblatte unterm löten d. M. bekannt: „Im Laufe voriger Woche ist beim er, sten Bohrloche ein Steinkohlen⸗ Lager erbohrt und bis heute 16 Fuß mächtig gefunden worden, ohne noch voͤl— lig durchschroten zu seyn. Den diefes mittheilend, freut man sich, die Hoffnung, den hiesigen Bürgern und Einwohnern eine neue

nahme als gewohnlich zugedacht. Kirchen die Se. Majestaͤt der Koͤnig ist von seinen Reisen zurückgekehrt und wurde beim Erscheinen im Se. Königl. Hoheit der

/ /

Actien - Zeichnern zu die⸗ daß 1 putation aus ihrer Mitte Sr. Majestäͤt dem Kaiser bei sein

Quelle des Wohlstandes zu erschließen, nicht getaͤuscht worden

ist. Das Bohren wird ubrigens bei

diesem und dem zweiten

Bohrloche fortgesetzt und weitere Mittheilung des ferneren Er⸗ folges geschehen.“ Moͤge dieses Unternehmen ferner so gluͤck⸗

lichen Fortgang haben und dem taͤglich wachsenden Beduͤrfnisse

an Steinkohlen dadurch mit abgeholfen werden.

In Annaberg sollen, in Erwaͤgung der gegenwartig gestie⸗ genen Getraide⸗Preise, die im dasigen Berg⸗Magazin noch la— gernden 875 Scheffel gedarrtes Korn à Scheffel 3! Thaler Preuß. Cour. und zwar Mittwochs und Sonnabends verkauft werden.

Leipzig, 18. Okt. Fruͤhe erfolgte durch Privat-Personen die Bekraͤnzung und die Weihe des Schwarzenbergschen Denkmals auf dem Monarchen⸗ Huͤgel bei Meusdorf. Das Denkmal besteht aus einem Gra⸗ nuͤtblocke von ungefaͤhr vier Ellen Breite, zwei Ellen Tiefe und eben so viel Hoͤhe; es ruht auf einer Sandstein-⸗Unterlage und fuͤhrt auf der vorderen Seite die Inschrift: „Dem Fuͤrsten Karl von Schwarzenberg, dem 366. der am 18. Oktober 1813 auf den Ebenen von e fuͤr Europa's Freiheit kaͤmpfenden Schaaren, setzten diesen Denkstein seine Gattin Mariane und sein Sohn Friedrich Karl Edmund“, und auf der Kehrseite: „Geboren den 15. April 1771, gestorben den 15. Oktober 1820.“ Ünter dem Huͤgel hat man eine Grotte ausgemauert, in der auf einem Steintische mehrere Schädel und Gebeine in der Schlacht bei Leipzig gebliebener Oesterreichischer Krieger auf⸗ gestellt sind, welche benachbarte Bauern aus einem von ihnen selbst gemachten und ihnen wohlbekannten Grabe zu Tage ge⸗ foͤrdert haben.

Reu-⸗Strelitz, 17. Okt. Die eben so schoͤn ge— dachte, als in jedem Sinn hoͤchst gelungen ausgefuͤhrte Idee des Koͤnigl. Preußischen Garde-Corps, den Sarg seines am 21. September v. J. verstorbenen kommandirenden Generals, Herzogs Karl von Mecklenburg-Strelitz, mit einem unvergaͤng⸗ lichen Lorbeerkranze zu schmuͤcken, um dadurch noch ein Aner⸗ kenntniß seiner Tugenden und Verdienste auszudruͤcken⸗ ist ge⸗ stern auf eine Welse verwirklicht worden, daß wohl Niemand ohne tiefe Ruͤhrung und wahre Erhebung Zeuge davon gewe— sen seyn wird. Der Sargschmuck selbst, bestehend aus einem Lorbeerkranze, auf dessen Blaͤttern die Namen der Schlachten und Gefechte eingegraben sind, denen der verewigte Herzog beigewohnt hat, mit der Krone des Großherzoglichen Hauses, auf einem Kissen, das wie jene, von edlem Metalle, in großer Vollendung gearbeitet, und mit bezeichnender Inschrift versehen ist, und aus dem Schwerte, das der Herzog im Befreiungs⸗ kriege gefuͤhrt, war durch eine von des Koͤnigs Majestaͤt eigends ernannte Deputation von 19 Offizieren des Garde— Eorps, worunter zwei Generale, und von jedem Range und jeder Waffengattung mehrere, nebst zwei Unteroffizieren, am 14ten d. M. hierher gebracht worden. Die Deputation wurde am 15ten von Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzoge em— pfangen, welcher durch Unwohlseyn zu seinem groͤßten Bedauern verhindert war, der am folgenden Tage stattgefundenen Feier selbst beizuwohnen. An diesem, von des Koͤnigs von Preußen Masestaͤt dazu bestimmten Tage, dem Jahrestage der Schlacht von Möckern, in welcher vor 25 Jahren der verewigte Herzog schwer verwundet das Schlachtfeld, geleitet von einem der jetzt mit anwesenden Offiziere, verlassen mußte, begab sich die Deputation mit dem Schmucke nach Mirow. man sich verfammelt hatte, bis zum Eingange der Kirche, war ein Spalier des Großherzoglichen Militairs aufgestellt, durch welches sich der Zug in die Kirche verfuͤgte. Der Deputation folgten die Frau Großherzogin, die hier anwesenden Großher⸗ zoglichen Kinder und hohen Verwandten des Großherzoglichen Hauses, worunter zwei Preußische Generale, die Prinzen Frie⸗— drich und Georg von Hessen, der Landgraf Wilhelm, General in

(L. A. 3.) Heute Morgen in aller

Vom Schlosse daselbst, wo

setzen wollen, habe eine hohe, fast offizielle Quelle

Koͤniglich Daͤnischen Diensten, Hoͤchstdessen Gemahlin und Kinder

und der Großherzogliche Hof. In der Kirche stand der Pa⸗ radesarg vor dem Altar, umgeben von vier Offizieren und zehn Unteroffizieren des Großherzog. Militairs, welche ihren Plaß der Deputation einraͤumten. Waͤhrend die Zoͤglinge des Schul⸗ lehrer-Seminars einen von den Hautboisten begleiteten Choral sangen, wurde der Schmuck, der von zwei Adjutanten des ver— ewigten Herzogs getragen ward, auf dem Sarge befestigt, dann von dem Superintendenten und Hofprediger Kaͤmpffer eine an— gemessene Rede vor dem Altäre gehalten und nach deren Be⸗ endigung der Sarg von den hiesigen Unteroffizieren, denen da— bei, auf den Wunsch des Großherzogs, die beiden Preußischen sich sehr gern angeschlossen hatten, in die Gruft getragen, und auf der Stelle, welche der Verewigte fruͤher fuͤr sich bestimmt atte, niedergesetzt. Dahin waren der Deputation die hohen uͤrstlichen Personen saͤmmtlich, der Hof, und wem es sonst nach der Beschränktheit des Raumes vergoͤnnt war, gefolgt. Am Sarge des verewigten Herzogs stehend, hielt der aͤlteste General der Deputation, von Roͤder, eine so gehaltvolle, treff liche Rede, daß kein Auge trocken, kein Gemuͤth unbefriedigt blieb, und die Feier dadurch auf die entsprechendste Weise wuͤr⸗ dig beendigt ward. Heute haben saͤmmtliche Mitglieder der Deputation, zu unserem Bedauern, uns schon wieder verlassen. Hamburg, i8. Okt. (Börsenhalle.) Heute fruͤh ver⸗ kuͤndelen Kanonenschuͤsse von allen Waͤllen und das Gelaͤute al— ler Glocken den Anbruch des festlichen Tages. Alljährlich seit der Leipziger Schlacht ist der Jahrestag derselben, als das Fest der Befreiung Deutschlands vom fremden Joch, in unseren Mauern heilig gehalten und kirchlich sowohl als militairisch ge—

feiert worden. Der diesjährigen Feier, als der des ersten 25 rigen Jubilaͤums, war größerer m, und allgemeinere Tha

uch hatten sich in Theilnehmer an dem festlichen Gottesbdien unter ihnen die verschiedenen Ofsizier-Corps der Dir garden Bataillons, in großer Anzahl eingefunden, und? allen Gotteshaͤusern stiegen Dankgebete zu dem Höͤchsten 9 Die militairische Feier, Parade des Buͤrger⸗Militairs und * deum auf einem vor der Stadt belegenen Felde, wurde ch wie in den letzten Jahren auch diesmal wieder durch ö schlechte, herbstliche Witterung vereitelt. Auch das zu er Abend von den Behörden angeordnete Feuerwerk auf z Alster-Bassin laßt bei dem immer noch regnigten Wetter uujs nicht viel erwarten. Desto ungestoͤrter werden bei den sujen Festmahlen, welche heute stattfinden, die Theilnehmer sich 8 Freuden gemeinschaftlicher Erinnerung hingeben und in Fi lichkeit den Tag beschließen, der in Hamburg hoffentlich, alle Zeiten ein festlicher bleiben wird ein hochgefeierter,

langeé noch fuͤr uns das Fest der Deutschen Freiheit seine

deutung nicht verloren hat.

Oesterre ich.

Wien, 13. Okt. (Schles. Ztg) Die Buͤrgerschast Vin hat ein prachtvolles Album verfertigen lassen, welches eine

Ruͤckkunft an den Thoren der Stadt uͤberreichen wird. Hin zuf, und auf ein Tedeum in der Metropolitan Kirche zu d Stephan und das schon besprochene Diner im Augarten, mi bereits Einladungen ergangen sind, werden sich die Freuden zeigungen der Wiener über die glückliche Ruͤckkehr des Alz höͤchsten Hofes beschraͤnken. Wie man vernimmt, hat die d kection der Kaiserl. Familien⸗Herrschaften eine Protestation gn die Erbauung einer Bruͤcke uͤber die Donau bei Preßbutg bat in betreffenden Behoͤrden eingelegt und gruͤndet dieselbe auf eine here vor langer Zeit daruͤber gepflogene Verhandlung und das din falls aufgenommene Protokoll,

laut welchem wegen Wasen

gefahr auf dem Marchfelde und der dadurch gefährdeten Kun sichen Herrschaften nie eine Holzbrücke bei Preßburg ethan

werden darf, eine stabile aber erst dann, wenn die Do nau un March vollkommen regulirt seyn werden. Unter solchen Um ständen muß man nun eifrigst darauf bedacht seyn, eine ande

weitige beständige Communication zwischen der Au am rech Ufer und der Stadt Preßburg vorzuschlagen, wenn wir nit

Gefahr laufen sollen, das ganze Prejekt einer Preßburger senbahn auf dem rechten Donau⸗ Ufer schwinden zu sehen, den eine kostspielige Eisenbahn bloß nach der Au wird sich niemn rentiren und deren Erbauung durfte von den stimmfaͤhigen 1

tionairen nie zugestanden werden. Sch wenz.

Bern, 12. Okt. (Allg. Sch w. Ztg.) Das Betragen!

Stadt Basel bildet einen sonderbaren Gegensatz mit demstz gen von Genf. Beide Staͤdte sind bluͤhend und reich. Bil liegen an den Thoren der Schweiz den Franzosen am nach Fuͤr beide ist die Gefahr einer feindlichen Besetzung die glei Wie verschieden ist nun das Benehmen beider Kantone, seihn die friedlichen Verhäͤltnisse mit Frankreich gestoͤrt sind. Gent sich in einen Kriegsplatz umgewandelt, seine maͤnnliche Ve vollen hat die Waffen ergriffen, die Uniform angezogen. An die Stelle det dustriellen Emsigkeit ist Waffengetuͤmmel getreten. 100 Feuerschli⸗ sind mit zornigem Mund gegen Frankreich gerichtet, bereit, n und Verderben gegen seine Soͤhne zu speien. Statt Penh len fabriziren die Genfer Patronen und Kugeln und verhem die Umgegend, um Festungswerke gufzuwerfen, welche bestn sind, in einigen Wochen wieder abgetragen zu werden, Bil dagegen sieht ruhig der Beilegung der entstandenen Stn

keiten zwischen der Eidgenossenschaft und Frankreich enten Der kleine Staat hat nicht nur nichts gethan, um Frantttt

zu erzuͤrnen, sondern nach den besten Kraͤften beigetragen, M mit feinem gerechten Begehren entsprochen werde. Waͤhten daher Basel offen und wehrlos ist und keine andere Scham hat, als das Bewußtseyn, kein Unrecht begangen zu hahe bleiben die Franzosen fern von seinen Thoren. Nicht die ge⸗ ringste Truppen-Bewegung findet in seiner Nahe stan Dle drei Schwadronen Dragoner, welche in Huͤningen eintsllten, haben, laut zuverlaͤssigen Berichten, nur eine gleiche Ay lay Schwadronen abgeloͤst, und Franzoͤsische Infanterie ist nicht in die Rahe von Basel gekommen. Mit Recht sprach daher Vn sels Gefandter in der Sitzung vom 6. Ottober seine Ver chin derung aus uͤber die Kriegs-Ruͤstungen, welche seit dem I. Nlttf gemacht worden. Durch eine Bewaffnung werde man weit ji denen Freude machen, die gern eine Krise am Horizont erll ken und daraus allerlei Hoffnungen entnehmen; solch len gebe es in der Schweiz genug, sowohl Inländer als Aut der. Je gewaltiger Genf dagegen sich zum Krieg ruͤstet, in ih größerer Anzahl ziehen Französische Truppen herag und in meln sich um die Stadt, wie ein Bienenschwarm um ein n welches mit Haͤnden und Fuͤßen um sich schlaͤgt, statt sich tu zu verhalten. Nicht ohne Grund mochte der G esandi.] Waadt behaupten, das Geruͤcht, daß die Franzo len Genf

Wenn kein in gluͤck uͤber die uͤbel berathene Stadt koͤmmt, so hat sie es J goͤttlichen Nachsicht und Gnade, aber gewiß nicht ihrer elgen⸗ Klugheit zu danken.

Italilen.

Genua, 10. Okt. Der Herzog Bernhard und der Pil Wilhelm von Sachsen ⸗Weimar⸗Eisenach sind aus Neapel h eingetroffen. In

Aus Marseille traf hier vor einigen Tagen die Nord⸗ (. rikanische Kriegs Korvette „Seriana“ ein. Dieselbe fehr g Mann Besatzung und 20 Kanonen, und wird vom Capi

Percival kommandirt. Rom, 6. Okt. Der Kardinal Erzbischof von Mecheln zuruͤckget⸗

gestern von hier uͤber Bologna nach seiner Diszese 1 nachdem er Tags vorher vom Papst Abschied genommen h j

Der fruͤhere Staats-Secketair Kardinal Bernetti 64 n, , seiner Gesundheit nach seinem Besitzthum bei Fern abgereist.

Spanien.

Madrid, ꝛũ. Okt. Dem Vernehmen nach nigin am 10ten eine Musterung der Reserve—⸗ ion Da die in Havana eroͤffnete Anleihe statt 219 M Realen nur 300,500 eingetragen hat, so sind gang stehende Artikel die Zoͤlle erhoͤht worden und zwar der. Eing ö. Zoll von einer Tonne Spanischen WMehies um 1 Piasze / von anderen Waaren um , der bisherigen Zoͤlle; ehen

gangs, Zoll fuͤr die Kiste Zucker um 4 Realen, fuͤr die Kaffee 1/6

Real, fur das Faß Sirup 2 Realen, fuͤr die Att .

dort fuͤr nin

cober das Gerücht verbreitet,

gaback in Blattern . Real, fuͤr 1000 Stuͤck Cigarren 1 Real. Nan schãtzt die jahrliche Einnahme von diesen erhöhten Zöͤllen zuf 10i6, 097 Piaster; die Erhebung derselben beginnt far die Einfuhr mit dem Jannuar 1839 und fuͤr die Ausfuhr mit em I5. Oktober 1838.

Barcelona, 6. Oktober. (Franz. Bl) Vir stehen er am Vorabende einer ernstlichen Krisis. Der Baron von Neer, außer Stande, die Provinz gegen die Karlisten zu ver⸗ theidigen, hat sich in Barceiona eingeschlossen, damit die Anar— tisten sich dieses Ortes nicht bemöchtigen. Seinen 1000 Mann fehlt es an Allem. Da die Abgaben nicht bezahlt und alle Zufuhren durch die Karlisten abgeschnitten werden, so hat er befohlen, daß Jeder der hier anwesenden Ausländer bei Ver— meidung der Einsperrung 500 Piaster in die Staatskasse zah— len solle. Zwei Franzosen wurden bereits wegen Nicht-Befol— gung dieses Befehls varhaftet, auf die Rerstellungen des Fran, osischen Konsuls jedoch wieder in Freiheit gesetzt. Fahren die Rarlisten fort, die Zuführen abzuschneiden und sich der offenen Städte zu bemächtigen, und findet gar noch eine revolutionaire Bewegung in Madrid statt, so durfte auch hier die Ruhe ge⸗— stoͤrt werden und dann selbst das Leben der Fremden in Ge— fahr kommen. Cabrera hat ich durch Befestigungen den Ue— bergang uͤber den Ebre bei Lortosa gesichert und die Vorbe— reitungen, welche der Graf d Cspanñna in Verga trifft, deuten auf baldige combinirte Operationen der Karlisten hin.

Spanische Gränze. In Olsron hatte sich am 10. Ok—

tet, daß Cabrera sich in Fuentes del Ebro, in der Nähe von Saragossa, besinde, und letztere Stadt mit seinen Truppen eingeschlossen habe,

Der General Maroto hat den Grafen von Luchana zu einer Auswechselung der Gefangenen aufgefordert.

Am 10. Oktober sollen einige eh eng, ohne Flagge 2000 Flinten, 20 Faͤsser Pulver und einige Kanonen fuͤr Munñagorri n St. Jean de Luz gelandet haben.

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Konstantinopel, 27. Sept. (Journ. de Smyrne)

Man spricht seit einigen Tagen davon, daß die Englische Re— gierung die Absicht habe, die groͤßte Schwierigkeit der Aegyp—⸗ üischen Frage mit einem Schlage zu loͤsen und Mehmed Ali zu zwingen, seine Armee und Flotte zu entwaffnen und seine seindselige Stellung gegen die Pforte, sowohl zu Lande als zur See, aufzugeben. Ünter dieser Bedingung wuͤrde er die ihm durch den Traktat von Kiutajeh zuerkannten Besitzungen, jedoch nur als Vasall des Sultans, behalten. Im Falle seiner Wei⸗ erung wuͤrde man Gewalt anwenden, und die Folgen einer ach af Maßregel durften dann fuͤr ihn sehr traurig seyn. Man versichert, daß der Britische Admiral Sir R. Stopford den Befehl habe, sich mit seiner Flotte nach Alexandrien zu begeben, wenn der Vicekoͤnig jene Vorschlaͤge zuruͤckweisen sollte. Man weiß zwar noch nicht, inwieweit dieser Nachricht geglaubt wer— den darf, doch ist sie allgemein verbreitet und gewinnt immer mehr Wahrscheinlichkeit.

Wie es heißt, ist Hussein Pascha, Mitglied des Regie— rungs-⸗Raths, zum Pascha von Sinope ernannt worden und schickt sich an, unverzuͤglich auf seinen Posten abzugehen.

Der Sultan hat dem Ober-Marine⸗Baumeister, Herrn Rhodes, den Auftrag ertheilt, zwei Dampfboͤte zu 180 Pferde⸗ kraft zu bauen, die zu einer regelmaͤßigen Fahrt zwischen der Haupistadt und Trapezunt verwendet werden sollen.

Die Nachricht, daß Mehmed Ali sich entschlossen habe, den ruͤckstandigen Tribut zu zahlen, bestaͤtigt sich. Herr Lafuente, Agent der beiden Handelshaͤuser in Alexandrien, welche beauf⸗ trägt sind, die noͤthigen Fonds zu liefern, ist am 2Z4sten hier angekommen, um Wechsel auf Europa bis zum Belauf von 10 bis 12 Millionen zu negoziiren.

Am Montag hatte der Russische Botschafter, Herr von Butenieff, eine Audienz beim Sultan. Er war von dem Bot— schafts⸗Secretair Titoff begleitet, der sich auf Urlaub nach Ruß— land begeben wird und vom Sultan eine mit Brillanten be⸗

̃setzte Dose und zugleich den Auftrag erhielt, den Kaiser Niko⸗ laus der freundschaftlichen Gesinnungen Sr. Hoheit gegen

Rußland zu versichern.

Am vorigen Sonntag wurde in dem Franzoͤsischen Bot— schafts⸗Hotel zur Feier der Geburt des Grafen von Paris ein Tedeum gesungen, dem der Belgische Gesandte, die Geschaͤfts— traͤger von Neapel und Spanien, der katholische Erzbischof der Dißzese von Konstantinopel, die Deputirten des Handelsstandes und mehrere andere angesehene Personen beiwohnten. Hier⸗ auf folgte ein Diner, an dem 30 Personen Theil nahmen. Am Abend war das I, ,, ,. erleuchtet. Die Brig „Argus“ feuerte am Morgen dieses Tages eine Salve von 3 Kanonenschuͤssen ab.

Vor einigen Tagen hatte sich das Geruͤcht verbreitet, es sey in einem Hause zu Perg wieder ein Pestfall vorgekommen; Als man aber nachforschte, fand es sich ungegruͤndet. Der Ge— sundheits-Zustand ist im Gegentheil sehr befriedigend, und die Sanitaͤts-Verwaltung wird von dem neuen Praͤsidenten, dem Er-Gouverneur von Smyrna, der zum Pascha befördert wor— den ist, mit großer Thätigkeit und strenger Gewissenhaftigkeit geleitet. Zu Kubeli, am Asiatischen Ufer des Bosporus, soll ein Lazareth fuͤr Reisende und Waaren errichtet werden.

Zu Pera ist so eben die erste Nummer eines Italiaͤnischen Blattes, „Lo Stambol“ betitelt, erschienen; zu seinem Motto hat es gewaͤhlt: „Noni soit qu mal y pense; man weiß nicht recht, was es damit sagen will.

Mit dem in den letzten Tagen aus Trapezunt angekom— menen Dampfboote sind keine Nachrichten von Wichtigkeit aus Persien eingegangen. Ein außerordentlicher Courier aus Lon— 61 hat sich auf demselben Boote am Freitag nach Trapezunt eingeschifft; er uͤberbringt sehr wichtige Depeschen fuͤr Herrn

acneil. Den Befehlen der Regierung gemaͤß hat das letzte *. Trapezunt kominende Dampfboot weder Passagiere noch ehen mitgebracht, weil die Pest in jener Stadt und der In gegend noch immer wuͤthet. Die Krankheit schien einen un gen blick nachlassen zu wollen, hat aber bald mit neuer Wuth 3. sich gegriffen. Die GesundheitsKommission hat dem Gou— erneur von Trapezunt die strengsten Instructionen in Bezug 9. die zu ergreifenden Maßregeln zugesandt, mit dem Befehl, eselben auf das genaueste in Ausführung zu bringen. n Das Journgl de Smyrne wiederholt, daß an der Tc cht von der Anerkennung Isabella's 11, als Königin von

panien, Seitens der Pforte, nicht zu zweifeln sey.

Aegypten.

Alexandrien, 16. Sept. (Journ. de S . . . m . emed Ali wiü, den, Vernehmen nach, eine Art 38 * dten nach Europa schicken, um sein bisheriges Benehmen zu

1203 rechtsertigen und seine Interessen bei den Hofen von Frankreich und England zu vertheidigen, wenn es ihm nämlich gelingt, einem folchen Gesandten die Zulassung zu verschaffen, was noch ziemlich zweifelhast scheint, da der Vicekoͤnig vermöge seiner

Stellung als Unterthan des Großherrn kein Recht hat, direkt mit den Mächten zu unterhandeln, bei denen sein Souverain beglaubigte Agenten unterhält. Man be—

zeichnet indeß schon den Aegypter Ethef Efendi, der seine Bildung in England erhalten hat und in diesem Augen— blick als Ingenieur am Arsenal angestellt ist, als das zu dieser Mission ausersehene Individuum. Uebrigens wird von den Talenten dieses Mannes, der, um ihm mehr Ansehen zu geben, zum Bey ernannt worden ist, sehr vortheilhaft gesprochen. Der ganze Plan sollte ein Geheimniß bleiben, ist aber durch einize sreünde von Boghos Bey verrathen worden, die zwar nachher die Nachricht gern zurücknehmen wollten, sie aber anfangs fuͤr ganz sicher ausgegeben hatten.

Die Abreise Mehmed Ali's war das Zeichen zum allgemei— nen Ausbruch des Mißvergnuͤgens und Murrens unter der hie— sigen Bevölkerung, besonders unter den Beamten aller Klassen, denen er ihr Gehalt schon langer als ein Jahr schuldig ist, und die sich daher in der schrecklichsten Noth befinden. Nie hat man hier eine solche Erbitterung gesehen; es geht so weit, daß man es nicht wagt, die noch inmer im Angesicht des Ha— fens kreuzende Flotte zurückkehren zu lassen, aus Furcht, daß die Wuth der Schiffsmannschaften, die ebenfalls ihren Sold verlangen, die Aufregung noch vermehren und zu einer offenen Empörung fuüͤhren möͤchtẽ. Schon haben mehrere Regierungs— Beamte ihre Entlassung gefordert, indem sie auf ihre Ruͤckstaͤnde verzichteten, man hat ihnen aber ihr Gesuch abgeschlagen.

Es hieß bekanntlich, Mehmed Ali habe befohlen, keine Baumwolle mehr auf seine Rechnung nach Triest zu senden, aber diese Nachricht scheint sich nicht zu bestätigen; man er— fachrt im Gegentheil, daß der Uebereinkunft zufolge, welche mit den Handelshaäͤusern Anastasy und Pastrèé getroffen ist, die es uͤber sich genommen haben, gegen Baumwolle zum Preis von 16 Talaris fuͤr den Centner die Tributssumme in Konstantinopel auszuzahlen, von ihnen die Bedingung einge— gangen worden, keine Baumwolle nach Triest zu versenden, sondern nur nach England und Frankreich, indem der Pascha sich allein das Recht vorbehalten habe, jenen Handelsplatz mit diesem Artikel zu versehen. Auf diese Weise wuͤrde die ganze Aerndte aufgezehrt werden, ohne daß der Aegyptische Han— delsstand die mindesten Geschaͤste hätte unternehmen konnen, da zur Bezahlung des Tributs 0,000 Ballen Baumwolle be— stimmt sind Und der Rest der Aerndte auch vom Pascha expe— dirt werden soll.

Der Nil ist bis zu einer Hoͤhe von 21 Ellen gestiegen, und man hofft, daß er noch mehr zunehmen werde, in welchem Fall man eine größere Strecke Landes wuͤrde besaͤen koͤnnen, als im vorigen Jahre. Man berechnet schon, daß die naͤchste Baum⸗ wollen⸗Acrndte wohl an 100,000 Ballen liefern duͤrfte.

Die Regierung faͤhrt fort, zur großen Unzufriedenheit der Bevölkerung und des Handelsstandes, die darunter sehr leiden, das 5 Ober-A Aegyptens auf ihre Rechnung in Beschlag zu nehmen.

Seit neun Tagen ist kein Pestfall bekannt geworden, und wenn die Regierung diesen Augenblick benutzen wollte, um die Stadt reinigen und besonders die Baracken am Hafen nieder reißen zu laͤssen, so koͤnnte man hoffen, im nächsten Jahre von diefer Krankheit verschont zu bleiben; aber die Verwaltung scheut selbst die geringen Kosten, die ihr dies verursachen wuͤrde.

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

New⸗YVork, 19. September. Der Oesterreichische außer⸗ ordentliche Gesandte und bevollmaͤchtigte Minister bei den Ver— einigten Staaten, General⸗Major von Marschall, ist in Washington angekommen.

Die ,,, ,. gehen hier gut, aber am Geldmarkt ist einige Stockung eingetreten.

Der hiesige Zoll-Direktor hat von dem General-Proku⸗ rator ein Gutachten erhalten uͤber die Auslegung desjenigen Theiles des neuen Tarifs, der von den Zoͤllen von Seiden⸗ waaren handelt. Das Gutachten spricht sich fuͤr die Erhebun der Zoͤlle von gewissen Seidenwaaren aus, fuͤr welche die Kauf— leute die freie Einfuhr in Anspruch nehmen.

Dem St. Louis Republican zufolge, hat der General Gaines befohlen, daß die in Jefferson Barracks in Garnison stehenden Truppen unverzuͤglich nach dem von den Tschirokis als Versammlungsort bezeichneten Punkte marschiren sollen. Diese Truppen stehen unter dem Befehl des Majors B. Riley. General Gaines wird sich auch dort einfinden.

In West⸗-Jersey ist ein Waldbrand ausgebrochen, der, durch einen heftigen Sturm unterstuͤtzt, bereits bedeutende Verwuͤstun⸗ gen angerichtet und namentlich auch eine große Menge Bau— ünd Brennholz zerstoͤrt hat.

Am vorigen Mittwoch wuͤthete hier ein heftiger Nordost— Sturm, und man fuͤrchtet, daß er auf dem Meere großen Scha— den angerichtet haben duͤrfte. Mehrere Schiffe sind auf die Kuͤste geworfen worden, und einige andere sind entmastet hier eingelaufen. In der Stadt hat der Sturm ein dreistoͤckiges Haus umgeworfen und einige Bäume entwurzelt.

Die Pensacola⸗ Gazette vom 1. August enthaͤlt Nach⸗ richten uͤber die Blokade der Mexikanischen Haͤfen. Ein aus

Frankreich vor Veracruz angekommenes Franzoͤsisches Schiff

hatte dem Befehlshaber Bagzoche die Nachricht überbracht, daß eine Verstäͤrkung von 15 Schiffen mit 10,9000 Mann von der Regierung abgesandt worden sey. Die Kriegsbrigg „Lapey— roufe“ biokirte noch immer den Hafen von Tampico. Da die Nord⸗Amerikanische Brigg „Virgil“, welche in den Hafen von Soto la Marina hatte einlaufen wollen, durch eine Franzoͤsische Kriegsbrigg , . worden war, so fragte der Amerika—⸗ nische Capstain Babbit bei dem Capitain des „Lapeyrouse“ an, ob es gegruͤndet sey, daß die Franzosen jedes nach Mexikani— schen Häfen bestimmte Schiff, ohne weitere Warnung, wegneh⸗ men wuͤrden, und erhielt darauf die Antwort, daß dies aller dings geschehen werde, da die Blokade bereits so lange ange zeigt sey, daß sie Jedermann bekannt seyn koͤnne.

Inland.

Berlin, 20. Okt. Er innerungsfest der Schlacht von Leipzig. Zur fuͤnfundzwanzigjährigen Erinnerungs—⸗ feier des achtzehnten Oktobers hatte sich eine 7 Gesellschaft von Offizieren des stehenden Heeres, der Landwehr und ehemalige Freiwillige in dem Jagorschen Saale am Don⸗ nerstag Abend zu einem kriegskameradschaftlichen Festmahle ver⸗ sammelt. Das Allerhöchsten Ortes verordnete Militair⸗ Gou—⸗ vernement zwischen Elbe und Oder (v. L'Estocg und Sack) er⸗ ließ unter dem 21. Oktober 1813 zu Berlin pol dc öffent⸗

lichen Anschlag: „Meine Sache ist die Sache Meines Volt und aller Gulgesinnten in Europa!“ so sprach unser verehrte

König vor sieben Monaten zu seinem treuen Volke. „Sie hat

gesiegt, diese heilige Sache; Vaterland, Unabhängigkeit, Ehre,

eigener Heid, Buüdung sie sind durch den herrlichsten Sieg,

welchen se die allmächtige Vorsehung gerechten Waffen schenkte,

gesichert und fest begründet. Heil dem Könige und seiner gan—

zen Familie!“ Nach einem kurzen Bericht über die Ergeb—

nisse der dreitägigen Voöͤlkersch lacht schließt jene Bekanntmachung

mit den Worten? „Heil den tapferen Kriegern, weiche an der

Ehre dieser Welischlacht Theil nahmen! unvergänglichen Ruhm

und Preis denen, welche als ein blutiges Opfer für das Vaterland

und ihren Konig fielen! Auf denn, ihr treuen Unterthanen des Königs, unsers Allergnädigsten Herrn, laßt uns Goit ven gan⸗ zem Herzen danken und pleisen; denn an uns selbst sind wir nun gewahr worden, daß Gott die Völker in seinen besonderen Schutz nimmt, die ihr Vaterland im unbedingten Vertrauen zu ihrem Beherrscher mit Standhaftigkeit und Kraft gegen fremde Unterdrückung vertheidigen.“

Nach Vorlesung dieser Bekanntmachung brachte der Oberst der Artillerie, Pluümikte, den ersten Toast: Auf das Wohl des Königs und des Koͤniglichen Hauses! aus. Als Gegensatz zu der schlichten und schmucklosen Sprache, in welcher die Ver— liner Zeitungen das Ergebniß der Schlacht melden, wurde hierauf das großsprecherische Buͤlletin, in welchem Napoleon den Parisern in dem Moniteur vom 30. Oktober 1813 die Schlacht von Leipzig als einen der glanzendsten Siege der Franzoösischen Waffen vertuͤndigt, vorgelesen.

Aus einer noch ungedrückten Rede des Feldmarschalls Bluͤcher, von ihm auf dem Schlachtfelde an der Katzbach bei der Einweihung des dortigen Denkmahls gehalten, wurde hier— auf aus der Original-Handͤschrift folgender Eingang mitgetheilt: „Laßt uns in die Vergangenheit zurückblicken; es war Line Zeit, wo ein großer Haufe den Thron fuͤr erschuͤttert, die Na— tion fuͤr unterjocht wahnte. Nur eine gemäßigte Zahl verlor den Muth nicht, verhielt sich leidend und hoffte, wenn die Noth am größten, ist die Huͤlfe am naͤchsten. Dieses alte Sprüchwort bewahrte sich auch hier. Preußens Schutz geist hatte sich gleichsam nur geruht, Gemeinsinn und Vereinigung aller Stande trat an die Stelle der uns unnatürlichen Furcht, Vertrauen zur Vorsehung und Zutrauen zu unserer eigenen Kraft, erhob und kroͤnte unseren Muth. Hier, wo wir auf den Graͤbern unserer erschlagenen Bruͤder Gott unseren Dank gebracht haben, begann ein Festfeiertag und der stolze Tyrann wurde belehrt, daß man der Preußen Muth wohl erschuͤttern, aber nicht vernichten kann.“

Der Major Blesson nahm hiervon Veranlassung, dem Andenken des gefeierten Kriegsfuͤrsten einen Toast auszubringen. Der dem Andenken Scharnhorst's und Gneisenau's gewidmete Toast wurde durch ein mit groͤßtem 4 aufgenomme⸗ nes Gedicht des Dr. A. Brecht in Frankfurt a. M. einge⸗ leitet und von dem Hofrathe Dr. Foͤrster ausgebracht. Von anderen, jener großen Zeit angehörenden Erinnerungen erregten insbesondere ein, von Theodor Koöͤrner eigenhaͤndig geschrie⸗ benes Reiterlied und zwei Briefe der heldenmuͤthigen n Prochaska, welche als Luͤtzowscher Jaͤger bei der Erstüͤrmung einer feindlichen Batterie am 16. September 1813 im Gefecht an der Goͤrde fiel, besondere Aufmerksamkeit und Theilnah me. Gesange von Theodor Körner, Stägemann und För ster erheiterten das Mahl, welches späat nach Mitternacht endete. Fuͤr huͤlfsbeduͤrftige Krieger wurde eine Sammlung veranstaltet und der Betrag dem Unterstuͤtzungs⸗Fonds uͤberwiesen.

Fraustadt, 18. Ott. Jubelfeier. Der 18. Oktober wurde heute zum Gedachtniß der vor 25 Jahren geschlagenen Schlacht bei Leipzig einfach also gefeiert: Vormit— tags um 9 Uhr Gottesdienst, erinnernd an das damalige Lo— sungswort: „Mit Gott, fuͤr Koͤnig und Vaterland!“ Gemein— schaftliches Mittagsmahl vereinigte alle Stande in dem Aus— rufe: „Dem Koͤnig Heil, und gn dem Vaterlande!“ Abends wurden die hier lebenden Krieger des , ,, Befreiung ẽ⸗ Krieges, welche bei Leipzig mitgestritten, bewirthet und densel—⸗ ben dabei von Offizieren, Beamten und Einwohnern aufge— wartet.

Oppeln, 12. Okt. Rinderpest. Die Königl. Re⸗ ierung macht bekannt, daß in Imielin, im Plesser Kreise, die inderpest ausgebrochen sey, welche Seuche auch in den be—

nachbarten Kaiserlich Oesterreichischen Ortschaften der Kreise Troppau und Wadowice herrsche, und ordnet die gesetzlichen Vorkehrungen an, um der Weiterverbreitung vorzubeugen.

Pleß, 12. Okt. (Schles. Ztg.) Thierschagu. Der auf 2WAtz Actien, zu 15 Sgr., gestiftete Verein zur Verbesserung der Viehzucht mittelst Ausstellung und Praͤmien-Ertheilung fuͤr die schoͤnsten Thierstuͤcke im Besitze von Bauern hat am Sten d. sein erstes Lebenszeichen von sich gegeben. Es fand eine Thier⸗Ausstellung statt, welche mehrere Gutsbesitzer durch Aus—⸗ stellung ihrer vorzuͤglichsten Thiere gehoben haben. Die Praͤ— mien wurden jedoch nur an die baͤuerlichen Besitzer vertheilt.

Koln, 17. Okt. (Köln. Ztg.) Aus Linz, im Reg. Bez. Koblenz, wird unter dem 15ten d. M. geschrieben: „Heute hat die Weinlese in hiesiger Gegend ihren Anfang genommen. Die verschiedentlich abgehaltenen Trauben“ Versteigerungen gaben auf dem Stock, also ohne Lese⸗-, Einfuhr, Relterkosten und Steuer, den Ertrag von einundzwanzig Thalern fuͤr die Ohm, ein Preis, bei dem der hiesige Winzer stets seine Rechnung fin⸗ det und sich voͤllig befriedigt fuͤhlt. Da das diesjaͤhrige Gewaͤchs sowohl seiner Vorzuͤglichkeit, als besonders der vorherigen ge— ringen Jahrgaͤnge wegen, vorzugs weise zue Belebung und Pflege aͤlterer Weine wird verwandt werden muͤssen, so steht zu er— warten, daß die schon recht ansehnlichen ersten Preise noch um ein nahmhaftes in die Hoͤhe gehen. Es war wirklich hohe Zeit, daß die, besonders das vorige Jahr so gänzlich verlorne Muͤhe und Kosten des Wein-Pflanzers wieder einigermaßen Ersatz fanden; denn der Nothzustand dieser hier so zahlreichen Menschenklasse weiß nur der gehoͤrig zu wuͤrdigen, der unter ihnen selbst lebt und namentlich mit ihnen in geschaäͤftlichem Ver⸗ kehre steht. Minder beguͤterte Winzer sieht man daher haufig ihre Trauben an dem Stocke verkaufen, wodurch sie sowohl, woran es ihnen so sehr mangelt, oh. n neue Auslage 86 baa⸗ res Geld, ais auch bei den bis jetzt recht erfreulichen Aussichten auf ein kuͤnftiges gutes Weinjahr, bei noch milder Witterung freie Zeit gewinnen, ihre Weinberge fuͤr eine nächste Weinaͤrndte in den Stand zu setzen.

Duͤsseldorf, 18. Okt. (Du sseld. Ztg) Er 6 ffnung der Eisenb ahn. Der heutige festliche Tag, die Feier des Geburtstages Sr. Koͤnigl. Hoheit des Kronprinzen, des hohen

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