; in ein großer Stein des Anstoßes ist, dem es
o. e r rr nsr lien. Machinationen ent gegenarbeiten saͤhe, wird übrigens doch eine Reviston des Britischen Tarifs als hoͤchst hlen, auf welchem sich 516 Gegenstaͤnde befän⸗
g empfo . . e, r. arb wer di g chat: nicht mehr als 139 Pfd. jährlich ein⸗ *
x Von ** * g' g in Einnahme — wurden 18,575,071 Pfd. allein durch 9 Ar⸗
2 nen: dies seyen freilich die vorzüglichsten Gegenstaͤnde green er. C ee ll giebt daher zu bedenken, ob man nicht bei vielen anderen Artikeln, die verhältnißmaßig einbraͤchten, die Zölle herabsetzen oder gaͤnzlich aufheben könnte, um sich eine Recsprozitãt zu verschaffen. Der Artikel schließt mit einer Lob⸗ preisung der Großmuth Englands, welches, wie es in Krieges; zeiten ganz Europa durch seine Reichthuͤmer unterstüͤtze, so auch n allen Friedenszeiten geneigt sey, zu jedem Fortschritte und jeder Verbesserung die Hand zu bieten.
Es ist zwar der wesentliche Inhalt der Reden, welche Lord Brougham, Lord Melbourne und der Herzog von Wellington bei Gelegenheit der Adreß Debatten uber die Drientalische Frage ge⸗ halten, bereits mitgetheilt worden, doch koͤnnen noch einige inter— essante Details aus denselben, namentlich in Bezug auf Rußland und Frankreich, hinzugefuͤgt werden. Lord Brougham äußerte unter Anderem:
„Was war der eingestandene Zweck all der Schritte, bei denen
man sich in einem Lande von dem der Friede Europa's abbing, so ** ö enen 66 wn dem,. erhalten hätte, wie dies jetzt durch die getroffenen Maßregeln geschehen.
großer Gefahr aussetzte, und die der Allianz zwischen Frankreich und England ein Ende machten? Es galt, glaube ich, die Aufrechthaltung der Integrität der Türkei. Seit wann aber fingen wir an, es für absosnt nothwendig zu halten, an nichts als an die Unabhängigkeit und Integrität der Türkei zu denken? Geschah es im Jahr 1827, als Rußland dem übrigen Europa zum Trotz sich entschloß, durch den bekannten Vertrag die Unabhängigkeit und Integrität jenes Reiches zu vernichten? Geschah es 18306 und 1831, als Hoir uns mit Rußland und anderen Mächten verbanden, um die Türkei zu zerstük— keln, indem man ihr einen großen und werthvollen Theil ihres Gebiets entrißt Damals gab es keinen Zweifel, kein Zögern, ausgenommen hinsichtlich des Umfangs des ihr ju entreißenden Gebiets, hinsichtlich des Umfangs der Eingriffe, die man in ihr Eigenihum machen wollte. Im Jahr 1839 hat man dem Pascha selbst Aegypten, die kestbarste der Türfischen Provinzen, zur erblichen Oberherrlichkeit angeboten, und noch mehr, im Oktober 1839 bet man ihm nicht nur Aegopten an, nein, man erlaubte sich auch Eingriffe in Sprien, den streitigen Ge— genstand selbst — man bot ihm das Paschalik Acre ohne die Festung an. Jetzt will man ihm den Besitz desselben nicht weiter gestat⸗ ten. Die Unabhängigkest des Türkischen Reichs gilt für so wichtig, kaß man für sie die Allianz und Freundschaft Frankreichs hingiebt, Um jene zu reiten, setzt man die wahrhafte und sichere Grundlage des Eurepäischen Friedens, das gute Einxerständniß und die Freundschast mit Frankreich aufs Spiel. Um die Türkei — erhalten, hat man sich mit Rußland verbündet, mit Rußland, welches anhaltender, siärker und erfolgreicher dazu beigetragen, das Osmanische Reich zu zertrüm-· mern, als alle andern Hände zusammengenommen, die der Englischen Minister eingerechnet. Ein alter Römischer Schriftsteller sagt, wenn man den Urheber irgend einer Handlung ausfindig machen wolle, brauche man hloß denjenigen aufjusuchen, der Nutzen daraus ziehe. Wende man diese Regel auf den gegenwärtigen Fall an, und es wird sich zeigen, daß Rußland eine sehr seltsame Rolle bei den letzten Maß⸗ regeln gespielt hat. Was machte Konstantinopel zum verbote—⸗ nen Grund und Boden? Was nahm Rußland die Hossnung, sich in Besitz der Türkei zu setzen? Nichts als das Bündniß zwischen England und Frankreich. Der Zweck, den Rußland eifrigst verfolgte, befland darin, daß dieses Bündniß ein Ende nehme, und daß an die Stelle des guten Einverständnisses, welches zum Glück so lange ge— berrscht hat, erditterte, wenn nicht feindselige Gesinnungen träten, wie sie sich bereits auf beiden Seiten kundgeben. Diesen Zweck init Auf⸗ opferung zeitweiliger Interessen zu erreichen, wog alle die Erfolge auf, die seine Waffen oder Unterhandlungen ihm auf irgend einem anderen Wege verschaffen konnten; unglücklicherweise ist ihm, dies gelungen. Wie verkehrt auch das Verfahren des früheren Französischen Minisie—⸗
riums in dieser Hinsicht gewesen seyn mag, so erscheint die Politik Lord.
Palmerston's, dessen ausgezeichnete diplomatische Talente ich übrigens nicht im mindesten bestreiten will, dadurch doch nicht gerechtfertigt, und England ist berechtigt, diesen Minister zu tadeln, weil Frankreich große
und gerechte Ursache hat, sich über das Verfahren desselben zu beschweren. Wäre dem Englischen Volke erklärt worden, daß man am Rande eines
Krieges mit Frankreich stände, so wilrde, wie ich glaube, beinahe das ganze Volk, ja, ich bin überzeugt, die große Majorität des Volles, ich mejß es gewiß, die ungeheure Majorität der arbeitenden und der Mittel⸗ kflasfe, die ganze sogenannte e
nahme sich wie Ein Mann erheben und der Regierung zugerufen ha⸗
ben: „Der Friede mit Frankreich soll nicht gebrochen werden, komme, England hat den Tugenden der Franzosen stets die größte Anerkennung gezellt, ünd niemals daran gedacht. sie zu beleidi⸗
gen. Ihre Erniedrigung könnte bloß dadurch reranlaßt werden, daß sie sich den Leidenschaften willenslos hingäben, von denen, wie in der
was da welle!“
ersten Revolution, ein Theil der Bevölkerung besessen ist. Ich hoffe, daß die Pläne dieser Leute werden vereitelt werden, und baue auf den hohen Muth und die männliche Gesinnung der Französischen Regie⸗ rung, anf ihr Bewußtseyn von ihrer eigenen Macht. In der Hoffnung, daß die freundschaftlichen Beziehnngen zwischen beiden Ländern bald wieder angeknüpft seyn werden, schließe ich mit der innigen Zu versicht, daß Alles, was geschehen, wie beklagenswerth es auch ist, den Frieden beider Länder und die Ruhe Europa's nicht gefährden werde.“
Lord Melbourne erklärte hierauf, obwohl ihn der Ton die— ser Rede in Verwunderung gesetzt, stimme er doch in den Grund— saͤtzen groͤßtentheils damit uͤberein.
„Es ist bei der Orientalischen Frage“, sagte der, Minister, „so ge⸗ gangen, wie oft im Privatleben: das jähzornigste Mitglied der Familie sucht alle andern zu beherrschen, indem es beständig ruft: O, ich bin sehr empfindlich, ich bin sehr zornig, jagt mich nicht in Zern! Was die Kehauptung Lord Brougham's beirifft, daß die Englische Politik nur Rußlands Plänen gedient habe, so weiß ich nicht zu sagen, welche Pläne Rußland hegt, aber ich frage, ob es wohl unmöglich ist, daß Rußland den Frieden Europa's und die Beendigung eines Zustandes der Dinge wünscht, der es zur Theilnahme an einem Kriege nöthigen und den Frieden der ganzen Welt aufs Spiel setzen konnte. Mein gelehrter Freund hat behauptet, der allgemeine Wunsch nach Frieden sey in diesem Lande so stark, daß, wenn wirklich Feindseligkeiten näher he⸗ bdorgestanden, als es der Fall war, eine allgemeine Kundgebung der oöf⸗ fentlichen Stimmung diese verhindert haben würde, Ich will diesen Punit nicht weiter verfolgen, weil ich glaube, daß man Fragen dieser Art nicht von neuem auzurtgen brauche; aber bemerken muß ich, daß kein Land die Ma ht besitzt, Frieden fn gebieten. Man kann innere Gesetze be⸗ liebig ändern, aber mann kann nicht erklären; Wir wollen nach un— serem Gefallen Krieg oder Frieden haben! Dies hängt von der Gegen⸗ partei ab. Ich hoffe, daß die Worte meines gelehrten Freundes im Ausland ohne Wirkung bleipen; aber es heißt den Frieden nicht wahr— scheinlicher machen, wenn man erklärt, daß dieses Land unter keinen Ulmständen Krieg anfangen werde.“
Nach Lord Melbourne ergriff bekanntlich der Herzog von Wellington das Wort, und bemerkte uber Frankreichs und Rußlands Stellung in der Orientalischen Frage, außer dem schen Mitgetheilten, noch Folgendes: . .
Es hat früher Fälle gegeben, wo Frankreich mit anderen Mächten gegen die Politit Englands handelte, wie bei deim, Kongreß von Verena, als Frankreich hinsichtlich der Pyrenäischen Halbinsel sich den Ansich= ten der anderen Mächte gegen England zugesellte. Die Expedition der Franjosen nach Spanien, obwohl gegen die Interessen und Wünsche Englands unternsmmen, wurde von diesem doch nicht als Beleidigung betrachtet. Ich sche deshalb auch keinen Grund, weshalb Frankreich jetzt sich beleidigt halten wollte, weil England sich mit den andern
22,122, 093 Pfd. — so hoch belaufe sich die Eng⸗
theilt habe, was offenbar eine völlige Ermünterung fuͤr den fau—
Tagen zur ersten Verlesung kommen.
Tode des Verfassers, mag a, . ausgedehnt ersch ei⸗ nen, aber Herr Talfourd wuͤrde in dieser Hin
liberale Partei dieser Nation ohne Aus⸗ ] 1 n wie , . sich gefallen lassen, welches immer noch ein bedeu— o
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Mächten zur Schlichtung der Aegyptisch-⸗Syrischen Frage verbündet hat. Ich sehe überhaupt feinen Grund des Zwistes zwischen d. und England, so wie ich feine Fehler in dein Ver⸗ ahren Großbritansens bei den getroffenen Maßregeln sinde. Ich habe auf dem Kongreß von Verona mich nicht über Man⸗ gel an Höflichkeit beklagt, als ich mich von dem Französischen Bot⸗ schafter dort verlassen sab. Als die Franiosen damals erfannten, daß England nicht mit der . die sie zü befolgen enischlossen waren, einverstanden erscheine, fragten sie mich nicht lange um Raih, sondern schlugen ihren eigenen Weg ein und ließen mich allein. Die ven Lord Brougham gegen Rußland vorgebrachte Beschul digung paßt durchaus nicht auf das von dieser Macht in der Levante beobachteie Verfahren. Ich muß in Erinnerung bringen, daß in den Jahren 1831, 1832 und i883 Rußland an England die nachdrücklichgen Bersiellungen richtete, es sey nöthig, Maßregeln zu ergreifen, um Syrien gegen einen Einfall Mehmed Allis zu schützen, so wie es auch die Felgen voranssagle, die sonst zu besorgen wären. Weil man dijese Vorstellungen nicht beach⸗ tete, handelte Rußland allein upd sandte eine Armee nach Kleinasien, um Kenstantinopel gegen das Ferdringen Ibrahim Pascha's zu sichern. Als ich mich 1833 bis 1835 im Miinsterinm befand, erkannte ich sehr bald die kritische Lage der Dinge im Orient, und hoffte da⸗ mals, daß der Kaiser von Rußland sich veranlaßt sinden werde, gemein⸗ schaftlich mit den anderen Mächten Maßrezeln zur Ordnung dieser Angelegenheit zu ergreifen, da dieser Monarch nach seiner Ueberzengung die Uebelstände erkannt hatte, denen er durch den Vertrag von Unkiar⸗ Skelessi ausgesetzt war. Man konnte jeeoch nicht erwarten, daß er diesen Vertrag aufgeben werde, wenn er dafür Nicht andere und vellständige Bürgschaften für die Schifffabrt auf dem Schwarzen Meere
Man müsse gerecht gegen den Kaiser Nikolaus senn und einräumen, daß derselbe keinen besonderen Vortheil durch die Art der Beilegung der Orientalischen Frage gewonnen hat. Ich kin überzeugt, daß der Kai⸗ ser von Rußiand aufrichtig im Vereine mit den anderen Mächten den gleichen Zweck verfolgt, sobald man Maßregeln getroffen, ihm die Schiff⸗ fahrt auf dem Schwarzen Meere zu sichern.“
Der Widerstand, welchen die von dem Ministerium bean— tragte Verlangerung der jetzigen Armen Kommission bei einem Theile der Tories Und Radikalen findet, stuͤtzt sich besonders auf die Behauptung, daß die Armen-Kommissarien ven, Londen aus nicht im Stande seyen, uͤber die Art und Weise, wie das neue Gesetz von den Armenpflegern in den einzelnen Distrikten verwaltet werde, eine gehörige Kontrolle zu fuüͤhren, und daß das ganze Gesetz auf verkehrten Grundlagen beruhe. Diese Partei möchte gern wieder zu dem vorigen System zuruͤckkehren, wo von den Lokal⸗Behoͤrden fuͤr die Armenpflege gesorgt und von diesen, se nach dem vorhandenen Beduͤrfniß, die erforderlichen Armen⸗Steuern ausgeschrieben wurden. Besonders aber sind ihr die Arbeits haͤuser ein Gräuel; sie nennt dieselben Bastillen und klagt uͤber die Trennung der Familienglieder ven einander und uͤber die harte Behandlung der Armen in den Arbeitshäusern Der Minister, Lord John Russell, rechtfertigte dagegen bei seinem Antrage das setzige System durch den Grundsatz, daß der Staat durch die Unterstuͤtzung der Armen nicht die Trägheit fördern dürfe, und daß es daher durchaus angemessen sey, da, wo irgend Arbeitsfaͤhig⸗ keit vorhanden sey, die Arbeit zur Bedingung der Unterstuͤtzung zu machen. Nach dem fruͤheren System hätten die Armenpfleger gut freigebig seyn koͤnnen, da sie es nicht auf ihre Kosten, sondern auf Ko⸗ sten der Gemeinde gewesen, und es sey oft sehr willkuͤrlich und verkehrt bei der Almosenspendung verfahren worden, namentlich indem man diese zum Theil in der Form einer Zulage zum Arbeitslohn er—
len Arbeiter, und eine Erniedrigung suͤr den fleißigen gewesen sey. In Bezug auf die Einrichtung und Disciplin in den Arbeits häu— fern, wo jetzt arbeitsfähige Arme lein Unterstützung erhalten, wollte der Minister gern auf Verbessernngsvorschläge eingehen, aber im Prinzip des neuen Armengesetzes in keine Aenderung
willigen. Die darauf bezuͤgliche Bill wird nun in den naͤchsten
Die Einwendungen, welche von den Herren Warburton und Hume wieder gegen Herrn Talfourd s Bill zu Gunsten des schriftstellerischen Eigenthums vorgebracht wurden, bestanden in einer bloßen Wiederholung der schon in zwei Sessionen dagegen angefuhrten Argumente. Die Verlangerung des Verlagsrechts, welche Herr Talfourd verlangt, nämlich 60 Jahre nach dem
sicht im Ausschusse des Unterhauses wohl eine Kuͤrzung des Termins, etwa auf 30 Jahre,
tender Vortheil fuͤr die Englischen Schriftsteller und ihre Erben waͤre, da jetzt das Eigenthumsrecht an ein Werk nur 28 Jahre nach seinem Erscheinen dauert. Was aber von Beeintraͤchtigung des Publikums gesagt wird, und von der Macht, die den Inha⸗ bern des Verlagsrechts durch die Maßregel uͤber die Werke der Schriststeller so lange wuͤrde eingeräumt werden, dieselben ganz zu unterdruͤcken oder zu verunstalten, ast theils unter dem Ge⸗ sichtspunkte des Rechts und der Billigkeit ganz unhaltbar, theils waͤre die letztere Beforgniß wohl durch gesetzliche Vorkehrungen zu beseitigen.
Niederlande
Amsterdam, 1. Febr. Das bekannte liberale Mitglied der zweiten Kammer der General-Stagten, Herr van Luzac, ist vom Könige zum Mitglied des Staats-Rathes ernannt worden. Das Amsterdamer Handelsblatt benutzt die Gelegenheit, um die ver— schiedenen Ernennungen und Ordensnerleihungen seit dem Regie⸗ rungs-⸗Antritte des jetzigen Königs züsammenzustellen, aus denen ersichtlich, daß der König den Raih unabhaͤngiger Maͤnner zu seinem und ihrem Verdienste anzuerkennen wünscht,
— Die L. A. Ztg. enthält folgende Mütheilungen aus Java vom 15. September: „Der Handels, Verkehr. Javg's mit China, welcher in Folge der Britisch-Chinesischen Wirren sich seit einem Jahre bedeutend verringert hatte und vor einigen Mo⸗ naten fast ganz aufhörte, hat seit kurzem wieder sehr zugenom⸗ men und sst jetzt weit lebhafter als vor einigen Jahren. Zwar koͤnnen gegenwaͤrtig unsere Kaufleute mit ihren Schiffen nicht mehr von den Haupthaäͤfen Java's: Batavia, Samarang, Sura⸗ baya und Djilatjap, nach Kanton absegeln und dort mit den Hong-Kaufleuten Handel treiben, wie dies fruher der Fall war. Allein man segelt jetzt von hier aus nach den Suluh⸗Inseln und nach den Philippinen, wo Chinesische Kaufleute fast täglich mit ihren Jonken aus China ankommen, Chinesische Produkte, na— mentlich Thee, gegen Europaͤische und Javasche vertauschen und da⸗ mit eilig heimkehren und abermals wieder kommen, welches das an der Chinesischen Kuste stationirte Englische Geschwader gegenwaär— tig nicht verhindern kann, da dasselbe, wegen Mangel an Schif⸗ fen, nicht sammtliche Hafen an der so sehr ausgedehnten Chine⸗ sischen Käste, sondern nur die Mündungen des Kanton, und Kiang⸗Flusses blokirt, wodurch der Verkehr bloß mit den in ener Gegend gelegenen Seeplaͤtzen abgeschnitten ist, in anderen Chine⸗ sischen Seestädten aber eden deshalb um so lebhafter sich gestal⸗ tet. In Foige dieser Veraͤnderungen sind seit kurzem bedeutende
Quantitäten Ehinesischer Waaren in Java eingefuhrt worden und
die Anzahl der in gegenwärtigem Weönat auf, der Rhede von VBa— tavia dn dete nin nd! und nür mit Chinesischem Thee beladenen
Fahrzeuge beläuft sich auf drei. In noch reichlicherem Maße, als sich nunmehr der Handel Java's mit China vermehrt, ist dies an anderen Orten des Niederlandischen Indiens der Fall, namentlich ge⸗ winnt das fruher nur wenig besuchte Kupang (die groͤßtentheils von sogenannten schwarzen Portugiesen bewohnte Hauptstadt der Insel Timor, die der Regierung zu Batavia unterworfen ist) setzt sehr an Bedeutung. Ueberhaupt schachern und handen die Chinesen jetzt lieber mit den dunkelfarbigen Spaniern und Por— tugiesen wie mit Holländern, Briten ünd Nord, Amerikanern, welches seinen Grund wohl darin hat, daß man in China glaubt, die Nord⸗Amerikaner und Briten seyen ein und dasselbe Volk,
welches den Hollaͤndern zinsbar sey, und doch wuͤrde von Sei⸗=
ten der Letzteren zur Beseitigung des zwischen den Englaͤndern
und Chinesen ausgebrochenen Krieges gar nichts geihan, sondern
diese suchten vielmehr den jetzigen Zustand zu erhalten.“ Folgende Notiz duͤrfte fuͤr Deutsche Baumwollen und Sei⸗
den-Fabrikanten nicht ohne Interesse seyn: „Die Baumwollen⸗
und Seidenwaaren-Manufakturen vermehren sich im Javaschen Hochlande von Jahr zu Jahr, und in dem Landstriche von Su— rabaya bis Sold, und von dort bis Wonosobo sind mehrere Tau—
send Frauen mit Spinnen und Weben der Seide und Bauni⸗
wolle des Garns als auch mit Bemahlen des Kattuns und der seidenen Zeuge beschäftigt. Es befremdet hier gar sehr, daß diese Manufakturen bis jetzt noch keine Konkurrenten an den Europäi⸗ schen Fabriken und Kattundruckereien erhalten haben, da es doch mit Gewißheit vorauszusehen ist, daß die Erzeugnisse aus den
Maschinen⸗Spinn- und Webereien und Kattun⸗- und Seidendruk⸗ —
kereien der industriösen Staaten Europas gar sehr bald denen der hiesigen Manufakturen vorgezogen werden wurden. Denn so billig auch die Frauen hier arbeiten und wegen ihrer geringen Beduͤrf— nisse und der billigen Lebensmittel arbeiten koͤnnen, so unterläge
es doch keinem Zweifel, daß die in Europa gefertigte Waare
ungleich billiger seyn mußte, als es die hier nur durch Menschen—⸗ haͤnde gefertigte ist. Die Malaiischen Eingebornen bekleiden sich
(Männer und Frauen) mit kattunenen und die Vornehmen mit
seidenen Gewändern. Und bei den 5 Mill., welche Java be— wohnen, ist eben so wohl wie bei den 15 Mill. Malaien, welche in den anderen Niederländischen Besitzungen und den angraͤnzen— den Landern sich aufhalten, das Sapatangan (ein 1/2 Quadrat- Elle großes buntes kattunenes Tuch, das turbanartig um den Kopf gewunden wird und als Kopfbedeckung der Maͤnner dient),
der Kain (ein 2! Ellen langes und 1/2 Elle breites, mit einer
Kante versehenes Tuch von buntem Kattun oder Seide, in wel— ches der Unterkoͤrper gehuͤllt wird), oder Sarong — wie der Kain genannt wird, wenn er etwas kleiner und mit zwei gebluͤmten Kanten versehen ist — und der Slintang — (ein 21 /. — 3 Ellen langes und 3/2 Elle breites, buntes, seidenes oder kattunenes Tuch, welches zur Bekleidung des Oberleibes der Frauen dient) die gewoͤhnliche und beliebteste Kleidung, die seit Jahrhunderten keiner Mode un— terworfen gewesen ist und im Hause seibst gern von den sich hier aufhaltenden Europäern getragen wird. Daß die zahlreichen Fa⸗
brik-Besitzer in Europaͤischen Staaten bis jetzt noch nicht darauf
bedacht gewesen sind, dergleichen Gewaͤnder anfertigen zu lassen und hierher zu senden, ist um so auffallender, da in Europa doch
so viel für andere Welttheile fabrizirt wird, und neuerlich der
Bedarf der Nord-Amerikanischen Freistaaten sehr abgenommen hat, wodurch sogar mehrere Kattun-Fabriken in Sachsen stillstehen sollen, die doch fur den Kattunwaaren⸗Bedarf der hiesigen Eingebore⸗ nen fortwährend in Thätigkeit feyn könnten, wenn deren Besitzer die obenerwähnten Stoffe zuür Kleidung fuͤr Malaien fertigen ließen. Zwar ist noch zu erwaͤhnen, daß dergleichen Waaren hier bei der Einfuhr einem Eingangszolle von 25 pCt. des Werths unterwor— fen sind, allein es steht doch auch zu erwarten, daß die Europaͤi⸗ schen Kattune und Seidenzeuge wenigstens um 30— 10 pCt. bil⸗ liger als die aus den hiesigen Manufakturen seyn wuͤrden, wenn man erwägt, daß durch Maschinen gefertigte und gedruckte Waare auch ungleich billiger als die nur durch Frauenhaͤnde gefertigte und bemalte Waare geliefert werden kann. Mit weißem Kattun — aus welchem nicht nur die Klabeia (weite Röcke, die vom Halse bis zu den Knieen reichen) der Eingeborenen, sondern auch die meisten Kleidungsstuͤcke der Europäischen Bevölkerung gefer— tigt werden — hat sich dies schon bestaͤtigt, denn schon seit eini⸗— gen Jahren werden große Quantitäten Shirting von Europa hier eingefuͤhrt, da derselbe weit besser und billiger ist als der hier gefertigte weiße Kattun.“
B eg ien.
Bruͤssel, 2. Febr. In der Nepräsentanten ⸗ Kammer sind die Debatten über die Pensionen zum Theil vertagt worden, und nur in Betreff der Minister ist man einig geworden, daß nur dann ein Minister auf Pension Anspruch machen konne, wenn er zwei Jahre hintereinander an der Spitze seines Departements ge— standen hat. Das Kriegsbudget wird wahrscheinlich dieses Jahr nicht definitiv abgeschlossen werden, sondern man wird sich damit begnuͤgen, Kredite auf zehn Monate zu bestimmen, und es dem Minister, der das allgemeine Zutrauen besitzt, uͤberlassen, fuͤr die nächste Sitzung ein ausgearbeitetes Projekt vorzubereiten.
Man hat dieser Tage von den Kanzeln der hiesigen Kirchen herab einen Hirtenbrief des Kardinal-Erzbischofs von Mecheln verlesen, worin er den Klerus und die Glauhigen gegen ge— wisse irrige Lehren, die man zu verbreiten sucht verwahrt. Die Irrthuͤmer, welche dieses Rundschreiben bezeichnet, betreffen das Wesen und die Attributionen Gottes, die Schöpfung und ihren Zweck, so wie die Verhaͤlinisse, die zwischen Gott und sei⸗ nen Geschspfen bestehen; Irrthuͤmer, sagt das Nundschreiben, die augenscheinlich dahin zwecken, die Kenntniß Gottes zu verdur— keln, die Religion zu vernichten und allr Bande der Gesellschaft zu zerreißen. Das Rundschreiben fordert den Klerus der Didcese auf, zu verhindern, und vorzuͤglich in die Schulen dringen; mit Klarheit in den Pre⸗ digten die Wahrheiten, welche die Kirche diesen Irrthüͤmern ent⸗ gegenstellt, die Tiöstungen, die der Mensch in der katholischen Religion schoͤpfen kann, und das Gluͤck, welches die Gesellschaft aus den Grundsaͤtzen der Ordnung und Nãchstenliebe aͤrndten kann, darzulegen. „Indeß“, fügt das Run schreiben hinzu, „werden Sie, indem Sie so die Gläubigen gegen die Irrthuͤmer, die wir bezeichnen, verwahren, Sorge tragen, die Personen zu schenen, woͤlchs dieselben verbreiten. Die heilige Kirche mißbilliget die zehren, wenn sie sich ihren Anstrengungen widersctzen, aber sie liebt deshalb nicht weniger ihre Personen, und Fetet fuͤr ihre Ruͤckkehr zum wahren Glauben und für ihr Heil.“
Die mit Untersuchung der WahlUrkunden des Grafen Bail— let de Latour beaustragte Kommission hat heute ihren Bericht in
der Repraͤsentanten⸗Kammer abgestattet. Morgen wird die Kam⸗ mer einen Beschluß daruͤber fassen. — Die Brandweinsteuer,
welche bisher 30 Cent, pro Hektoliter betrug, ist jetzt auf 40 Cent.
erhoht worden. ;
Ein in der Revue Nationale enthaltener Artikel, als dessen Verfasser Herr Devaux angesehen wird, sucht nachzuwei⸗ sen, wie bedeutend bereits die Wirksamkeit des jetzigen Ministe⸗
daß diese Irrthuͤmer in die Pfarreien
riums gewesen und wie dasselbe ungeachtet seiner erst einige Mo⸗ nate alten Verwaltung doch bereits bedeutend mehr geleistet, als das y,. Ministerium, welches funf Jahre im Amt ge⸗ wesen sey.
Schweden und Norwegen.
Stockholm, 29. Jan. Der Reichstag hat einen Beschluß gefaßt, wonach alle wandernde Handwerksburschen kuͤnftig mit Wanderbuͤchern versehen seyn müssen. — Im Adelstande hat Major Nordenankar den wichtigen Antrag gemacht, einen Kanal zur Verdindung des Wener Sees mit dem Gilmare See, wel— cher den innern Verkehr bedeutend erhöhen wuͤrde, anzulegen. Unsere SeeExpedition im Mittelländischen Meere hat wegen ihrer trefflichen Artillerie- Einrichtungen die Bewunderung sogar der Englischen Seeleute erregt.
Christiania, 25. Jan. (L. A. Z.) Beim Schlusse des vorigen Jahres zählte die Norwegische Armee 548 Offiziere, un—⸗ ter diesen 2 Generale mit Inbegriff des Kronprinzen, 1 General— Lieutenant, 7 General⸗Majore, A General⸗Adjutanten, 14 Obersten, 335 OberstLieutenants, 18 Majors, unter diesen einen àberzaähli— gen, 177 Capitains, 20 Rutmeister, 160 Premier- Lieutenants, 130 Seconde⸗Lieutenants ꝛe.
Der sich hier aufhaltende Rektor Bugge aus Drontheim ist füͤr die Uebersendung seines auf Kosten des Staats herausgege— benen Buches uber das Schulwesen des Auslandes wie fuͤr sein rüͤhmliches Zeugniß in Betreff der gelehrten Bildung in Sach— sen, von der Saͤchsischen Regierung mit der Goldmedaille ingenio et virtuli beehrt worden.
D ne m ar
Kopenhagen. 2. Febr. (Alt. Merk.) Der Bau des Thorwaldsenschen Museums, uͤber welchen von Anfang an ein Unstern gewaltet zu haben scheint, hat jetzt wieder einen neuen Impuls durch eine kleine Broschuͤre erhalten, welche der Buͤrger— Reypraͤsentant, Maurermeister Sibbern, in dieser Beziehung, na— mentlich zu dem Ende hat erscheinen lassen, um eine Rechtferti—⸗ gung der von ihm in der Buͤrger-Repraͤsentation hinsichtlich der Construckionsweise hervorgehobenen Bedenklichkeiten zu liefern. Der Verfasser geht namlich davon aus, daß, nachdem in Folge der Verhandlungen dieser Sache bei der Kunst⸗Akademie das Ab— brechen der Frontmauer des alten Gebäudes mit dessen Portal fuaͤr nothwendig erklaͤrt und fuͤr den Fall, daß die ubrigen Mauern benutzt werden sollten, es fuͤr erforderlich erachtet worden, daß sie mit eisernen Klammern zusammengehalten werden mußten, der Wunsch nach einem anderen Bauplatz, der mehr im Interesse des Schlosses, des Museums und der Kommune sen, sich erneuert habe und gegenwartig um so mehr hervortrete, da es sich jetzt gezeigt, daß die Mauern niedergebrochen, das Bau⸗Projekt um— gearbeitet und die Koͤnigliche Genehmigung fuͤr den kuͤnftigen Bau erst noch gesucht werden muͤsse.
In Betreff des Bauplans und des Kostenanschlags fuͤr die projektirte, bekanntlich auf Veranlassung Englischer Handlungshaͤuser, nivellirte Eisenbahn von Kiel nach Gluͤckstadt, in dessen Besitz das desfaͤllige Comité in letztgedachter Stadt nach ihrer Bekanntma— chung vom 18. v. M. zu gelangen hofft, hat das Blatt „Dagen“, wie es sagt, direkte und zuverlässige Nachrichten aus London er— halten. Hlernach wird eine doppelte Bahn nach Bruͤnel's Prinzip, mit fortlaufender Unterlage und 7 Fuß Breite zwischen den Schie⸗
nen 500, 006 Pfd. und mit Kantschienen, circa à Fuß 8 Zoll Breite,
nach dem allgemeinen Princip, 400,000 Pfd. kosten.
Deutsche Bundesstaaten.
— — Dresden, 25. Jan. Der akademische Rath hat so eben uͤber die diesjaͤhrige hiesige Kunst-Ausstellung folgende Be— kanntmachung erlassen:
„Die öffentliche Ausstellung von Werken der bildenden Kunst
bei der Königl. Sächsischen Akademie der bildenden Kuͤnste zu Dresden wird fuͤr das Jahr 1831ñ Sonntag, den 18. Juli, eroͤffnet werden, und es ist als letzter Zeitpunkt zu Einlieferung der auszustellenden Gegenstaͤnde der 12. Juli festgesetzt worden. Spaͤter eingehende Zusendungen werden entweder zuruͤckgestellt, oder nur minder guͤnstig aufgestellt werden 13. September d. J. an konnen die eingesendeten Gegenstaͤnde
koͤnnen. Vom wieder zurückgenommen werden.“
— — Weimar, 3. Febr. Se. Koͤnigl. Hoheit der Groß—⸗ herzog hat gestern, den 2. Februar, unter den Segenswuͤnschen Seines Fuͤrstlichen Hauses, das 59ste Lebensjahr angetreten. Zu die⸗ sem Feste hatten sich, außer den Abgesandten der benachbarten befreundeten Höfe, Se. Durchlaucht der Fuͤrst von Schwarz⸗ burg⸗Sondershausen und die Königl. Preußischen Generale von Breßler, von Drigalsky, von Hedemann, von Malachowsky, so wie mehrere Stabs-⸗Offiziere aus Erfurt eingefunden. Die Auber— sche Oper: Der Feensee war an diesem Tage von dem Ober⸗In⸗ tendanten, Ober-Marschall von Spiegel, neu in Scene gesetzt; bei dem Erscheinen des Großherzogs gab sich das uͤberfuͤllte Haus den ungeheuchelten Gefühlen der Anhaͤnglichkeit und Ergebenheit fuͤr ihn hin. Ein Hofball wird heute die Festlichkeit beschließen.
Man spricht hler davon, daß Se. Königl. Hoheit der Herr Erbgroßherzog zur Vermählung des Großfuͤrsten Thronfolgers nach Petersburg reisen wuͤrden.
Unter anderen fremden Personen, erfreuen wir uns hier seit mehreren Monaten der Anwesenheit des Dichters Freyligrath. Eben so war Thalberg acht Tage hier und hat seine eminente Kunstfertigkeit im Pianofortespiel mehreremale im Residenzschlosse, als auch oͤffentlich im Theater, beurkundet.
Die Einfuͤhrung des Vierzehn ehaler-Muͤnzfußes ist hier ohne alle Schwierigkeit geschehen, nachdem, was wir dankbar anerkannt haben, von Seiten unseres Staats-Ministeriums Alles geschehen war, um diese Einfuͤhrung so leicht als moglich und ohne allen Verlüst far die Staatsbürger ins Werk zu setzen. Unsere alten Muͤnzen sind zum vollen Werth eingewechselt und mit den neuen haben wir uns sogleich befreundet.
Zum 13. Februar erwartet uns ein hoher Genuß. Wir werden an diesein Tage eine neue Oper von unserem Kapellmei— ster Chelard „die Herrmannsschlacht“ sehen, der schon jetzt ein sehr guͤnstiger Ruf vorausgeht.
Oesterreich.
Wien, 22. Febr. Se. Maj e r ,, . Majestaͤt der Kaiser haben den Gra— ,, Brandes zum Gouverneur und Landes⸗Haupt— . . ernannt und demselben zugleich die Geheime Raths di n,, ge hn. Der bisherige Hofrath bei dem Tyroler 46. ö v ü ; . die er n e ir ee, n . Benz, ist zum Vice-Praͤsidenten bei en, . Se. Majestaͤt der Kaiser den bisherigen e G. 7 sstenlande, Geheimen Rath von Weingarten, ekommene 3. stelle in Illyrien, und das dadurch in Erledigung ö. Bouvernement von Illyrien dem Grafen Franz von
1, Stadion verliehen, Letzterem mit der tarfreien Ernennung zum Geheimerath. Der bisherige Hofrath bei dem Illyrischen Gou⸗ vernement, Graf von Welspery, ist zum Vice⸗Prasidenten bei die⸗ ser Landesstelle ernannt.
Spanien.
Madrid, 25. Jan. Dem Vernehmen nach ist in den letz⸗ ten Versammlungen der Negentschast von der Nothwendigkeit, die Armee zu reduziren, die Rede gewesen und es duͤrfte daher nach der friedlichen Ausgleichung der Differenzen mit Portugal eine bedeutende Verminderung in dem Effektiv⸗Bestande der einzelnen Armee⸗Corps eintreten. .
Bergara, 27. Jan. Die hier stattgehabte Versammlung der Provinzial⸗Deputation, die den Zweck hatte, sich uͤber die Aufrechthaltung der Fueros der drei Baskischen Provinzen zu be— rathen, hat ihre Arbeiten auf eine fuͤr die Freunde des Friedens erfreuliche Weise beendigt. Die Besonnenen haben den Sieg
über die unruhigen Köpfe davon getragen und Herr Aldecoa ist, wegen seiner gemäßigten Ansichten, daz erwählt worden, dem
zutragen.
Perrng nl, .
Lissabon, 25. Jan. (Engl. Bl) Das Gesetz uͤber die Douro Frage liegt dem Senat vor, und man glaubt, es werde ohne Veränderung angenommen werden. Zu gleicher Zeit werden aber die Ruͤstungen fortgesetzt, um, falls Spanien ungeachtet der ihm gemachten Zuzestaͤndnisse seine Drohungen ausfuͤhren sollte, eine Invasion zuruͤckweisen zu können.
Aus der von dem Finanz-Minister gegebenen Uebersicht des finanziellen Zustandes Portugals ergiebt sich eine Verminderung der Mittel zur Bestreitung der Beduͤrfnisse der Regierung; man spricht daher von neuen Auflagen.
Moldau und Wallachei. .
Das Siebenbürger Wochenblatt enthält die Rede, mit welcher der Fuͤrst der Wallachei die Sitzung der dortigen Land— Staͤnde eröffnet hat; sie lautet wie folgt:
„Wir Alexander Demeter Ghika, von Gottes Gnaden, Fürst der ganzen Wallachei. — An die verehrten verfassungsmäßigen Landesstände. Wegen der Umstände, welche Ihnen, hechwürdigster Herr, unt auch Ihnen, ehrenwerihe Mitglieder der Stände-Ver ammlung, im Berlaufe Fächster Sitzung bekannt gegeben werden sollen, hatten Wir es für nothwendig erachtet, in diesem Jahre die Landstände früher jzu beru⸗ fen; aber die Krankheit Sr. Hochwürden, Unseres Baters und Erz⸗ bischofs, hat die Eröffnung der Staͤnde-Sitzung bis auf heute verscho⸗ ben. Die Ausarbeitungen, welche Ihnen die betreffenden Departements jetzt zur Einsicht und weiteren Beuriheilung unterbreiten werden, können 364 wie Wir hoffen, als Vorarbeit zum Leitfaden dienen und werden Ihnen keine geringe Zufriedenheit verschaffen, da sie Ihren Aufträgen ünd Ihrer Litbe des gemeinen Wohls zuzuschreiben sind und Ihnen über die bedeutenden Fortschritte des inneren Zustandes in diesem Für⸗ stenithume Aufschluß geben. Der Stand unserer Finanzen hat Unsere Erwartungen übertroffen, und ist befriedigend ausgefallen. Ven den Einkünften der Vistierie bleiben auch in diesem Jahre über eine Millien in der Reservekasse. Der Landbau giebt ein Resultat, das man sich nur durch die bewunderungswürdige Fruchtbarkeit Unseres Bodens, nur durch die immer regsamer werdende Thätigkeit Unseres riedlieben⸗ den Volkes erklären kann. Besonders dieserwegen wird unser Handel bald bedeutende Resultate herbeiführen zn denn bei der Besichtigung, wel he Ich unlängst in ,, , n, . habe ich Gelegenheit ge⸗ habt, Mich von der glücklichen Lage dieses Hafens zu Überzeugen, und von der nämlichen Zufriedenheit durchdrnngen zu werden, von welcher die Kaufleute, ja das ganze Publikum dabei beseelt sind. Dies, meine Herren, sind unstreitige Ergebnisse, welche Wir der gnädigen Einwirkung der zwei Allerhöchsten Höfe zu verdanfen haben, und welche Uns verpflichten, sie mit Verehrung und Liebe anzuerken— nen, Ergebnisse der politischen Lage, die sie Uns zu verschiedenen Zei⸗ ten gaben und Folgen der letzien neuen Verhandlungen und Anord⸗ nungen, die sich auf den Zustand und die Lage dieses Staates und auf die weisesien Grundsätze siützen, und das Woöhl von Millionen un⸗ zähliger civilisirter Staaten Europa's begründen. Da der Bischof von Rimnik den erzbischöflichen Stuhl bestiegen und eines der hiesigen Bis⸗ thümer dadurch erledigt worden ist, so sind Sie, meine Herren, beauftragt, diese erledigte Stelle in freser Wahl zu besetzen. Wir sind überzeugt, daß Sie bei dieser Wahl mit der nämlichen Liebe und Un⸗ varteilichkeit vorgehen werden, von welcher Sie uns bei der Wahl Un— seres Vaters und Erzbischofs Beweise gegeben haben. — Die vielen mühsamen Ausarbeitungen, mit welchen Sie sich in den vorigen Sitzun⸗ gen der verehrten Stände⸗Versammlung beschäftigten, haben noch viele Projekte zur Verhesserung unseres Zustandes für die gegenwärtige Sitzung zurückgelassen Ich empfehle Ihnen, meine Herren, diese Ihre Vorarbeiten jetzt zur Vollendung zu bringen. Ganz besonders fordert das Kriminal⸗Recht unserer Gesetzhücher viele Verbesserungen, welche der Forischritt unseres sozialen Zustandes nothwendig macht. Richten Sie also, meine . Ihr Augenmerk hbesonders hierauf, diese Fehler zu ersetzen. Zu diesem, Ende hat man Ihnen noch in den früheren Sitzungen des Landtags ein neues Kriminal— Gesetzbuch vorgelegt, und Wir sind also berechtigt zu hoffen, daß dieser Gegenstand in den gegenwärtigen Sitzungen vollkommen erledigt wer⸗ den wird. — Auch unsere öffentliche Lehranstalt benöthigt noch manche Verbesserungen, damit die Gegenstände, die in unserem Kollegium vor⸗ getragen werden, einen spstematischen Zusammenhang bekommen mögen, weswegen Sie, meine Herren, Ihr Augenmerk auch hierauf richten werden. — Je mehr, wir uns frenen, von so vielen Grundsätzen und Beweisen des öffentlichen Wohls sprechen zu können, um so mehr sind Wir von Wehmuth ganz durchdrungen, da wir uns veranlaßt sehen, einer strafwürdigen! Unternehmung gegen die öffentliche Ruhe zu erwähnen, die sich einige Menschen zuü Schulden kommen ließen, ünd zwar Menschen, welche keine Anstalt, kein noch so guter Zweck gegenwärtiger Anordnungen befriedigen kann; die Wehmuth, die Ich dieserwegen empfunden, hat doch einige Linderung bekommen, nr em Ich aus dem, was Ich schon entdeckt babe, sche, daß ein selcher Geisi dom Publikum der Wallachen nicht aufgefaßt werden, sendern als ein von (nigen fremden ränkevollen Menschen hingeworsenes Gift nur eine kleine Anjahl Menschen von gemeiner Denkungsart und rehen Sitten verführen konnte. Die der Vergehung Ueberwiesenen sind ge— fangen, und die Unitersuchung derselben dauert nech immer fort. Un— ser Gesetzb uch, Art. 39, überläßt der Willkür des Fürsten die Bestra—⸗ fung solcher Verbrecher, deren in unserem Kriminal -Gesetzbuch nicht erwähnt wird. Ich, wünschte wohl, daß die Verfassung eines Gesetz⸗ buches, welches die öffentliche Ruhe bei ähnlichen Vergehungen auf⸗ recht erhalten kännte, uns Macht gäbe, um uns in solchen schwierigen n . 6 u , , n. uns im Verlause der letzten Stände⸗Versammlug gegeben, ĩ Liebe für das öffentliche Wehl, Beweise des keen m ef rungsgeist laden uns ein, ven Euch den Entwurf eins seinem Zwecke entsprechenden Gesetzbuches zu verlangen, um für die Zufunst den Em⸗ pörungsgeist zu verhindern und dem Publikum die vorzüglichste Sorg⸗ falt fur dessen Beschützung zu bezeugen.“
Türke z . ;
Konstantinopel, 7. Jan. (Courier.) Seit einiger Zeit waren hier Unterhandlungen eröffnet, um eine Anleihe e e, Negierung zu kontrahiren. Die Hauptbedingungen wurden mit einem, zu diesem Zwecke von London hierher gesandten Agenten festgestellt, bedurften aber noch erst der G en! . der Kontrahenten in London. Es ist nunmehr die Nachricht hier
eingegangen, daß die Anleihe nur unter so lästigen Bedingungen
Herzog von Vitoria die Wuͤnsche der Baskischen Provinzen vor⸗ . re ten vermehrt werden soll, so schenkt man diesem Gerüchte keinen
Die unstreitigen Beweise, die Ihr
igung von Seiten
abgeschlossen werden kann, daß die Pforte nicht darauf einzugehen vermag. Die Pforte hat sich daher genöthigt gesehen, abermals Papiergeld bis zum Belauf von 60 Millionen Piaster augzug ben, so daß gegenwärtig fuͤr 100 Millionen Piaster oder etwa Mülionen Thaler Papiergeld in Umlauf ist. Tuͤrken und Rajahs müssen dieses Geld nehmen, und es zirkulirt daher unter der Be⸗ völkerung; die fremden Kaufleute wollten sich anfangs nicht dazu verstehen, nehmen es jedoch jetzt auch mit einem Die kono von 4 —= 6 pCt., da sie keinen anderen Ausweg sehen, um die Summen zu erhalten, welche die einheimischen Kaufleute ihnen schulden. Es soll in acht Jahren eingelost werden und trägt bis dahin etwas mehr als pCt. Zinsen, die vierteljährlich gezahlt werden sollen. Man sah der ersten Quartal-Zahlung mit einiger Be⸗ sorgniß entgegen, und leider ist der Termin verstrichen, ohne daß die Zinsen gezahlt worden wären. .
Es geh: dei der in Marmarizza liegenden Englischen Flotte das Geruͤcht, Sir Robert Stopford werde nach England zurückkehren, das Kommando dem Vice Admiral übergeben und in diesem Jahre keinen Nachfolger mehr erhalten. Da jedoch die Flotte dis auf 25 Linienschiffe nebst der entsprechenden Anzahl Fregat—
Glauben, obgleich es wahrscheinlich ist, daß die „Prinzeß Char⸗
lotte“, der „Bellerophon“ und „CTastor“ nebst der „Asia“ nach Enaland zuruͤckkehren. Der „Benbow“ ist nach Beirut und der „Gorgon“ nach St. Jean d' Acre abgesegelt; das letztere Schiff
soird die Verwundeten und Kranken nach Marmarizza bringen, von wo sie mit dem „Bellerophon“ nach Malta abgehen werden. Der „Edinburg“ ist am 9. mit den Invaliden der Schiffsmann⸗ schaft von Marmarizza nach Malta abgegangen. Der „Carys⸗ fort“ befindet sich noch immer vor Alexandrien.
Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.
New⸗York, 1. Jan. Nachrichten aus Buffalo zufolge, scheint an der nordwestlichen Graͤnze wieder einige Aufregung zu herrschen. Ein Britischer Beamter, Namens Macleod, soll zu Lackport von den Amerikanischen Behoͤrden verhaftet und ins Ge⸗ faͤngniß gesetzt worden seyn. Der Britische Gesandte, heißt es, hätte auf die Vorstellungen, die er deshalb an die Central ⸗ Re⸗ gierung gerichtet, eine abschlägige Antwort erhalten. Zu Buffalo war eine öffentliche Versammlung gehalten worden, in welcher man das Verbrennen des Amerikanischen Dampfboots „Karo⸗ line“ durch die Engländer noch einmal zur Sprache gebracht und sehr aufreizende Beschluͤsse angenommen hatte. Man fuͤrchtet, daß Mackenzie und einige andere der fluͤchtigen Kanadischen Re⸗ bellen sich diese gereizte Stimmung der Gränzbewohner zu Nutze machen duͤrften.
Man hält es jetzt fuͤr ganz unmoͤglich, daß die Bank der Vereinigten Staaten im Stande seyn sollte, ihre Baarzahlungen wieder aufzunehmen, und wenn nicht die Interessen der Actien⸗ Inhaber dem entgegenständen, so glauben Viele, daß es ein Vor⸗ cheil fuͤr die Handels⸗Interessen seyn wuͤrde, dieses Institut, nach Liquidirung seiner Geschafte, ganz eingehen zu lassen, und ein neues auf dessen Truͤmmern zu gründen,
Das Englische Paketboot „Garrick“, welches am 13. De— . von Liverpool abgesegelt war, hat vor Sand y⸗Hook Schiff⸗
ruch gelitten.
Brasit lte n.
— — Rio Janeiro, 26. Nov. In meinem letzten, um die Mitte August abgesandten Briefe schrieb ich Ihnen, daß Vas— concellos, der Fuͤhrer und die bedeutendste Kapazität der im Juli gestuͤrzten Regentschafts-Partei, alle Aussicht habe, sehr bald wie⸗ der ans Ruder zu gelangen, und daß das jetzige Ministerium, an dessen Spitze die beiden Andrada's stehen, schon in so kurzer Zeit all seine Popularitàt verloren habe. Das Resultat der so eben beendigten Deputirten-Wahlen hat meine Vermuthungen bestaͤtigt. Es ist, ungeachtet aller Bemuͤhungen des Ministerium s, sich die Stimmen der Wähler zu gewinnen, und obaleich die Finanz⸗Verwaltung M. F. Andrada's nicht ganz unersprießlich für das Land gewesen, dennoch gegen die am Ruder befindliche Partei ausgefallen. Und so durfte sich denn der junge Kaiser, nachdem er erst wenige Monate das Regierungs⸗Scepter selbst gefuhrt, binnen kurzem genoͤthigt sehen, sich denselben Männern wieder in die Arme zu werfen, die ihm das Staatsruder in sei⸗ nem funfzehnten Jahre noch nicht in die Hand geben wollten. Ob diese dann unter dem Namen einer Regentschaft oder als blo⸗ ßies Ministerium des jungen Monarchen die Zuͤgel fuͤhren, wird wenig Unterschied machen, denn Niemand kann sich im Exrnste der Taͤuschung hingeben, daß ein funfzehnjähriger Fuüͤrst, und noch dazu ein solcher, der unter den Auspizien der politischen Parteien erzogen worden, schon eine Selbststan digkeit in der Regierung des Landes geltend machen koͤnne. Natuͤrlich waren in den letzien Monaten die Gemüiher hier wegen der Deputirten-Wahlen in der groͤßten Aufregung. Daß das Ministerium dabei allen Ein— fluß aufbot, um Männer ihrer Farbe zu erhalten, ist erklaͤrlich; daß man aber den Waͤhlern mit den . des Poͤbels, na⸗ mentlich der Farbigen, drohte und sie dadurch von der Theilnahme an den Wahlen abschreckte, ist traurig genug. So drang denn in der Hauptstadt die Liste des Ministeriums durch; aber da zeigte sich recht, wie selbst in der kleinen, verhaltnißmäßig dicht bevölkerten Provinz Rio Janeiro der Einfluß der Regierung nicht uͤber den Umkreis der Hauptstadt geht. Die Wahl— 3 der Provinz modifizirten jene Liste bedeutend. Nach dem hiesigen Wahlgesetz wählt nämlich jeder Bezirk so viel Deputirte, als die Provinz stellt: sammtliche Listen werden dann verglichen, und die Kandidaten, welche die meisten Stimmen erhalten haben, sind Deputirte, so daß keiner weiß, ob er erwählt ist, bis die Li— sten aus der ganzen Provinz eingegangen sind. Wenngleich nun die neu erwählte Kammer ihre Sitzungen erst 1812 beginnt, so ist doch schwer zu glauben, daß die Andrada's die Session von 1811 überdauern werden.
Wie es mit der Provinz Rio Grande werden wird, weiß Gott. Bento Manoel, der Chef der dortigen Insurrection, hat zwar die Amnestie angenommen und sich nach Montevideo zu— rüäckgezogen. Bento Gonzalves aber, im Namen der uͤbrigen Chefs, will keine Amnestie; er will im Namen des Rie⸗Granden— sischen Volkes mit der Brasilianischen Regierung unterhandeln und verlangt zuerst, die Regierungs Truppen sollten ihre Posi= tionen, die ihn geniren, verlassen; die Regierung hat ihm enen Gesandten geschickt, der diese Forderung auch ganz billig gefun⸗ den hat; der Praäͤsident und Militair⸗-Kommandant der Provinz, Marschall Andrea, hat das Zugeständniß zwar streng abgeschla gen, indeß sein Nachfolger sst schon unterweges, und so öͤnnle es gelingen, den Frieden zu erhalten; nur ist es sehr mon lich, daß dann die bisherigen Legalisten den Schild erheben und der Kampf von neuem beginnt. . .
Die wichtige Nachricht, daß Frankreich mit Resas Frieden
sossen ; en. FLavalle, der geschiossen hat, ist diefer Tage hier eingetroffen. .
undesgenosffe der Franzosen, der, wie man sagt, Buenos Ayres steht, ist von ber Begnadigung, welche damit den