1841 / 169 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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der Provinz, wo sie erhoben werden; fuͤr die . ——— auf 28 in' ü Bedacht genommen werden. Ergebe sich dann noch ein Rest, so möge dieser dem ganzen Kon⸗ tingente der Klassen, Schlacht, und Mahlsteuer abgeschrieben werden. Fixirung des Salzpreises nach den Faktoreipreisen und Abstellung der Salz⸗Kontingentirung in den Graͤnzbezirken. Verminberung der Grundsteuer, der aber eine gruͤndliche Revi— sion des ganzen Steuerwesens und namentlich eine Gleichstellung ker Grundbesteuerung der aͤlteren mit der Rehin-Provinz noth— wendig vorangehen muͤsse. Der Referent des Ausschusses er— wähnt nochmal der Bemerkung des Berichtes, daß der Erlaß erst im Jahre 1843 zu erwarten, und eine Vermehrung desselben zu hoffen stehe. Ein Austausch der Ansichten bei Zusammentritt der Ausschuͤsse scheine wuͤnschenswerith. Ob überhaupt die Steuern in richtigem Verhaͤltnisse zu dem Beduͤrfnisse stehen, lasse sich nicht gruͤndlich uͤbersehen. Unter den bereits erwähnten Steuer gattungen sey auch der Erlaß oder die Verminderung der Moststeuer vorgekommen; allein die mit der Lage der Win— zer genauer vertrauten Kollegen haben solche bei den gegen die Vereinsstaaten bestehenden Verhaͤltnissen selbst nicht fuͤr rathsam gehalten. Von einer anderen Seite wird geäußert, daß die Wohl— that der aͤrmeren Klasse uberhaupt zu Gute kommen solle, und mithin kein Grund vorhanden sey, die Winzer vorzugsweise zu beruͤcksichtigen. Auch wuͤrde der Erlaß der Beischlaäge fuͤr die Justizkosten nicht aber den Aermeren zu Gute kommen; dasselbe gelte von der Verminderung der Salzpreise, welche den Gutsbe— sitzern und Fabrikanten mehr als den Armen zum Vortheil gerei— chen wuͤrde. Die Verminderung des Schulgeldes scheine im— mer noch das Angemessenste. Ein Mitglied des vierten Standes halt die Vertagung eines Beschlusses fuͤr bedenk— lich, da der Landtag vor 1843 nicht wieder zusammen— trete. Andere Provinzen wuͤrden schneller zugreifen. Vertheilung der Rate auf die einzelnen Theile der Provinz sey wohl weniger die Absicht des Koͤnigs als vielmehr Erlaß einer bestimmten Steuer, wodurch denn auch eher eine Ausgleichung zwischen den einzelnen Provinzen moͤglich werde, z. B. bei dem Salz. Ein

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mer, in welchem das genannte Blatt die Umarbeitung des Ge— setz Entwurfes fuͤr so vortheilhaft erklaͤrt, daß man ihrerwegen allein schon die Annahme dieses Gesetzes um 6 Monate vertagen koͤnne. Aus dieser Vertagung koͤnne auch nicht eine Kabinets— frage gemacht werden, da die Pairs⸗Kammer mit dem Mini—

weigern.

Herr Guizot hatte heute eine Konferenz mit Herrn Martin du Nord und mehreren Mitgliedern des Koͤnigl. Gerichts hofes. Man glaubt, daß die Didier'sche Brief⸗Angelegenheit Gegenstand ihrer Besprechung war.

rerer Journale berichtet, welche den vielbesproͤchenen Brief des Herrn Didier veroffentlicht hatten, in welchem dieser behauptete, daß der damalige Herzog von Orleans um die Grenobler Verschwoͤrung im Jahr 1815, die seinem Vater das Leben kostete, gewußt habe. Welchen Enischluß das Ministerium in dieser Angelegenheit fassen, ob es die betreffenden Journale vor Gericht ziehen wuͤrde, oder nicht, ist schon mehrmals Gegen— stand der verschiedenartigsten Auslegungen gewesen. Heute wird nun wieder als bestimmt versichert, daß der Pairs-Kammer durch eine Ordonnanz, welche morgen im „Moniteur“ erscheinen wuͤrde, die Aburtheilung dieser Sache uͤbertragen werden solle. Der diesfaͤllige Beschluß wäre in einem gestern unter dem Vorsitze des

den. Mit dieser Entscheidung bringt man es auch in Verbin— dung, daß der „Messager“ gestern Abend einen weitlaäͤuftigen Ar— tikel uͤber die Unverletzlichkeit des Königs veroͤffentlichte.

maßen gesteigert: Vermehrung.

Mitglied des zweiten Standes spricht sich entschieden fuͤr Ermaͤ—

ßigung der Klassensteuer, so wie der Schlacht- und Mahlsteuer

zum Vortheil der aͤrmeren Einwohner aus, wogegen ein Mitglied

des ersten Standes mehr geistige Zwecke verfolgt, und daher die Stellung der Elementar⸗Lehrer und die Ermaͤßigung der Schulgelder beruͤcksichtigt zu sehen wuͤnscht. Es wird aber bemerklich gemacht, daß ohnehin schon das Schulgeld fuͤr die Armen fast in allen Thei— len der Provinz theils aus Stiftungen, theils aus Kommunalmitteln bestritten werde. Ein neuer Vorschlag geht dahin, den Betrag zur Kommunalschulden⸗Tilgung zu verwenden, was aber wieder der Be dingung, daß den Armen zunaäͤchst eine Erleichterung verschafft werden solle, nicht zu entsprechen scheint. Bei der Unmoͤglichkeit, alle oder auch nur mehrere der gemachten Vorschlaäge aus der angebotenen 11 Million Thaler zu beruͤcksichtigen, wird der schon bei fruͤheren Landtagen in Aussicht gestellte Erlaß der Salz—

steuer um so mehr nochmal hervorgehoben, als dieses unentbehr-⸗ liche Victual in Nachbarstaaten weit wohlfeiler sey. Es moge daher die Tonne auf 10 Rthlr. festgesetzt werden, wobei der Reiz zum Schmuggeln aufhoͤren und der Staat am Ende durch ver— mehrte Consumtion noch gewinnen würde. Nachdem die ver schiedenen Vorschlaͤge resumirt und die Gruͤnde erwogen worden, scheint sich die Majoritaͤt zu der Meinung hinzuneigen, daß der Betrag baar erbeten und nach Ermessen des Landtages zum Frommen der aͤrmeren Volksklasse angewendet werden moͤge; welche Ansicht jedoch durch die Aeußerung eines Mitgliedes des zweiten Standes mit Erfolg bestritten wird, daß wohl zu be— denken sey, es handle sich hier zum ersten Mal von einer Ver— minderung der Steuer im Allgemeinen, welche noch in der Höhe, auf welche der frühere Drang der Zeiten sie gesteigert, auf dem ande laste. Als wirklicher Steuer-Nachlaß moͤge die dar— gebotene Wohlthat daher auch dankbar angenommen werden, nicht als ein Geschenk, indem im letzteren Falle die fort— waͤhrende Belassung des Steuer Kontingentes auf der unna— tuͤrlichen Hoͤhe befuͤrchtet, und nur von Zeit zu Zeit eine frei— willige Gabe aus dem Ueberschusse würde hingenommen werden muͤssen. Gewaͤhre erst die Verminderung des Steuer-Drucks der Provinz eine allgemeine Erleichterung, so wuͤrde es weder an den Mitteln, noch an dem guten Willen fehlen, das Ergebniß zum Vortheil der Provinz und namentlich zu wohlthaͤtigen Zwek— ken zu verwenden. Die erste Frage stelle sich demnach ganz einfach: soll der von Sr. Majestäaͤt, der huldreichst angebotene Steuer— Erlaß mit Ablehnung baarer Ueberweisung, angenommen werden? Sie wird mit großer Majoritäͤt bejahet und die Verweisung der Sache an den Ausschuß zur näheren Berathung uͤber die zur Ermaͤßigung vorzuschlagende Steuer, bis zum Ende der Woche, beschlossen.

Berichtigung. In dem Auszuge der Verhandlungen vom Sten d. M. (Nr. 165 d. Bl.) ist der Inhalt des Antrages wegen Wahl der Mitglieder des Gemeinderaths dahin zu berichtigen, daß die Buͤrger in den Staͤdten ihre Vertreter und Kommunal— Beamten, etwa nach dem Modus der Staͤdteordnung, selbst waͤh— len duͤrfen, welche Bitte auf den Antrag eines Mitglieds des vierten Standes auch auf die Landgemeinden ausgedehnt wurde.

Ferner muß es am Schlusse des Auszuges vom Ilten é. (Nr. 166 d. Bl.) heißen: Hiermit werden die Verhandlungen ge— scklossen, und der 5. J des modifizirten Gesetz- Entwurfs us s. w.

Zeitungs-Nachrichten .

. Frankrelch.

ahi, ll. Juni. Wie es scheint, ist das Ministerium uu·ber— zeugt, daß die Pairs Kammer hei . ö h fe, behar⸗ ren werde, die sie zuerst durch die Amendirung des Rekrutirungs-Ge— setzes dargelegt hat. Allem Anschein nach wird sie bei der Eroͤrte— rung des Gesetz⸗Eniwurfs uͤber die Verauktionirung neuer Waaren einen neuen Beweis dafuͤr liefern, denn die Kommission hat den— selben ganzlich umgearbeitet. Auch ist das Ministerium allem Anschein nach auf eine neue Niederlage gefaßt; aber es wird dieselbe dadurch zu neutralisiren suchen, daß es kein Gewicht darauf legt, und die Sache schon im Voraus als gleich quͤltig hinstellt. Dafuͤr scheint wenigstens ein vor mehreren Tagen im „Journal des Debats“ erschienener Artikel zu sprechen, in welchem dieses sich gegen die zu große Bedeutung er, klärt, die man gewissen Voten beider Kammern beizulegen scheine Es wurde darin die Behauptung aufgestellt, daß die Minister sehr Unrecht thäten, wenn sie glaubten, sich wegen der geringsten Meinungs-⸗Verschiedenheit in gleichguͤltigen Fragen wischen ihnen und einer der Kammern zuruͤcktreten zu muͤssen. Auf diesen Artikel folgt nun ein anderer in der heutigen Num—

1830 97, 680 Fr. 23

1831 150,680 * 53, 000 Fr.

1832 176,680 265, 000 *

1833 181,388 4, 708

1831 190, 288 8900

1835 210,188 19,900

1836 328,783 18,550

1837 570,346 241,608

1838 752, 124 181,778

1839 S, 15⸗ Sb, 030

1840 S 48, 65] 10,ů500

1841 S80, 261 0 31,507 Total Summe

der Vermeh⸗

rungen .. 782,581 Fr.

Diese Summe von 5,225,226 Fr. ist einzig und allein fur

Total⸗Summe der be— willigten Fonds .. . 5,225,226

Material verwendet worden; eine Summe von mehr als 600,000

Francs, welche fuͤr die Einrichtung der Schulen ausgegeben wurde, Außerdem sind noch 180,000 Fr. zur Errichtung einer hoͤheren Primairschule bewilligt worden.

ist nicht mit hierin begriffen.

Die Franzoͤsische Regierung hat folgende See-⸗Streitkraͤfte zu ihrer augenblicklichen Verfuͤgung im Mittelländischen Meere: 20 Linienschiffe mit 1814 Kanonen

7 Fregatten 270 y

9 Korvetten 214

16 Briggs 244

8 Last-Korvetten oder Gabarren ... 92

e 191

1 ..)) 36

98 Fahrzeuge mit zusammen 2804 Kanonen

Wie es scheint, hat der von dem „Messager“ vor einiger Zeit mitgetheilte Artikel uͤber die Volkszählung, welcher die Be—

sorgnisse verscheuchen sollte, daß damit fiskalische Maßregeln ver—

bunden werden wuͤrden, nicht uͤberall die beabsichtigte Wirkung gehabt. So wird wenigstens aus Chatellerault gemeldet, daß der Munizipalrath den Beschluß gefaßt habe, den Steuer— Beamten keine Unterstuͤtzung bei der beabsichtigten Maßregel zu gewähren. Auch in Caen sind, wie der Pilot de Calvados

meldet, ähnliche Schritte gethan worden.

Es scheint sich die Nachricht zu bestaͤtigen, daß der General

Bugeaud sich auch gegen die Prinzen, wie gegen alle andern ausgezeichneten Generale in Algerien benommen hat und daß der Herzog von Nemours dem ferneren Feldzuge daselbst nicht bei— wohnen wird. Sonderbar ist, daß die Depesche des Herzogs v. Aumale nicht erwaͤhnt. Die amtlichen Berichte uͤber die Ex—

pedition nach Tekedempt treffen erst morgen ein. Abd-el-Kader scheint an der Makta eine bedeutende Streitmacht aufgestellt zu haben, vermuthlich in der Meinung, daß hier seine gegen Gene— ral Trezel im Jahre 1835 gebrauchte Kriegslist wieder gelingen werde und die Franzosen in die Schlinge gehen wuͤrden. Da aber General Bugeaud eine andere Richtung genommen, so ist

ihm der Emir nach Westen gefolgt. U

Am 1. Juni trafen 9 Franzosen, die aus der Gefangenschaft der Araber zuruͤckkehrten, in Algier ein. Sie waren von 2 Had— schuten begleitet, welche einen Brief von Sidi⸗Muhammed-Ben— Allah, Ex⸗Bei von Milianah, an den Bischof von Algier uüͤber— brachten.

Ein Erlaß des Kriegs-Ministers bestimmt, daß die Araber, welche zu den nicht unterworfenen Stämmen Algeriens gehören, wenn sie mit den Waffen in der Hand den Franzosen in die Hände fielen, wie Kriegsgefangene behandelt und in eines der Schloͤsser oder eine der Festungen des Innern abgeführt werden sollen. Die Insel St. Marguerite, die größte der Lerinischen Inseln im Mittellandischen Meere, am Ausflusse des Var, und bekannt durch den Mann mit der eisernen Maske, ist bestimmt, die gefangenen Araber aufzunehmen.

Der Marquis von Dalmatien, der durch den Telegraphen von der Krankheit seines Vaters benachrichtigt worden war, kam bereits am 190ten auf dem Wege nach Paris durch Lyon.

Lemoine, ist, wie es heißt, mit einer Spezial⸗Mission des Mini— sters der auswaͤrtigen Angelegenheiten nach London abgereist. Man liest in Memorlal des Pyren ées: „Briefe aus Paris, die von Personen kommen, welche wir fuͤr gut unter rich⸗ tet zu halten, allen Grund haben, melden die nahe Ankunft des Herzogs von Montpensier, des jüngsten Sohnes des Königs der Franzosen, in einem der Pyrenäen⸗Bäͤder. . Der Temps enthalt folgenden Artikel. „Das Ministerium ist, wie man versichert, benachrichtigt worden, daß in diesem Augenblicke eine Korrespondenz zwischen dem Koͤnig Louis Phi— lipp und Madame de Feuchéres fabrizirt wird und daß man mit— tels einiger unbedeutender Briefe, die sich in dem Nachlasse der

Vor einiger Zeit wurde von der Beschlagnahme meh

sterium, in Betreff des vorliegenden Gesetzes, noch verschiede⸗ nerer Meinung seyn koͤnne, als in Betreff des Rekrutirungs-⸗ gesetzes, ohne daß man im Geringsten daraus schließen koͤnne, die Pairs⸗Kammer wolle dem Ministerium ibren Beistand ver⸗ legen, welche sich im Juli versammeln.

Königs in den Tuilerieen gehaltenen Ministerrathe gefaßt wor⸗ ; ; Börse vom 14. Juni. In den Coursen der Franzoͤsischen

Die von der Stadt Paris bewilligten Summen fuͤr die Primair-Schulen haben sich innerhalb eines Zeitraumes von n 12 Jahren, namlich von 1830 bis einschließlich 1841 solgender« sehr vorsichtig.

Baronin vorfanden und wirklich von der Hand des Königs den durch die Verfalschungen der n n. Skandal zu erneuern hofft.“ Der Courrier fran ais weist auf das Beispiel der Eng— lischen Negierung hin, welche, um Irland mit Eisenbahnen zu durchziehen, vorgeschlagen hat, daß die Grafschaften, durch welche die Bahnen gehen, die Interessen garantiren sollen. „Dieser Ausweg, sagt er, ist auch in Frankreich möglich, aber man muß bald dazu schreiten und den Plan den Departemental⸗-Conseils vor— . Wenn die naäͤchste Ses⸗ sion wieder fruchtlos fuͤr die Eisenbahnen voruͤbergeht, wenn Frankreich hinter England, Belgien, Deutschland und selbst Oester⸗ reich zurück bleibt, so muß man an unseren Institutionen ver— zweifeln.“ In der Theaterwelt macht die Einnahme Scribe's im ver— flossenen Jahre ungeheures Aufsehen. Dieselbe wird im Ganzen auf 182,006 Fr. abgeschätzt, also ungefahr ein Drittheil von dem, was alle anderen dramatischen Schrifisteller zusammen einnehmen. Man kann sich diese ungeheure Einnahme nur dann erklären, wenn man bedenkt, daß vier Theater in Paris fast ausschließlich nur Stuͤcke dieses fruchtbaren Dichters darstellen, der jetzt bis zum 315 Stuͤcke gekommen ist, und daß das Repertoir fast aller Provinzial-Theater nur aus Scribeschen Operntexten, Komoͤdien

und Vaudeville's besteht. Seitdem das erste Stuͤck von Scribe, „die beiden Derwische“, 1816 auf dem Vaudeville-Theater auf— gefuͤhrt wurde, bis zu seinem letzten Stuͤcke, „L Ingeénue“, das vor 8 Tagen in der komischen Oper zur Darstellung kam, soll ihm seine dramatische Thätigkeit 2,1 12,000 Fr. eingebracht haben.

Renten trat an der Boöͤrse heute eine leichte Aenderung ein, in Folge der um */ hoheren Notirung der Englischen Fonds. Der Umsatz war jedoch gering. Die Spekulanten zeigen sich, ver— muthlich wegen der bevorstehenden Negozirung des neuen Anlehns, Die seit einiger Zeit angeknuͤpften Unterhand— lungen, welche eine Vereinigung der Gesellschaften der Versailler Eisenbahnen auf dem rechten und linken Seine Ufer bezweckten,

. 683 * ñ 8 . x j ĩ. 5 Minister Ihrer Majestäͤt, und es ist meine Absicht, mich fuͤr

Einer der Redacteure des „Journal des Debats“, Herr

sollen wieder abgebrochen seyn. Beide Linien waren deshalb

hpheute sehr angeboten.

Großbritanien und Jrtland.

London, 12. Juni. Der Commodore Sir Gordon Bre— mer ist, wie der Standard meldet, zum Mitbevollmächtigten neben dem Capitain Elliot fuͤr die Unterhandlungen mit China

ernannt worden. Er fand diese Ernennung vor, als er am 24. Aprill zu Kalkutta anlangte. Demselben Blatt zufolge, waͤre Herr E. J. Stanley, jetziger Secretair des Schatzamtes, zum

Nachfolger des bisherigen Gouverneurs von Bombay, Sir

James Carnac, bestimmt, der wegen Kraänklichkeit seinen Posten hat aufgeben muͤssen und bereits in England eingetroffen ist. Die Stelle des Herrn Stanley als Secretair des Schatzamtes soll dann der jetzt bei der Handels-Kammer angestellte Herr Le Marchant erhalten

ĩ w, . ] tair des Schatzamts er sei S ĩ e das Personal der Primairschulen und das fuͤr ieselben gebrauchte Wir dss. Schgßzamts, dor, seine Entlassung genemmen hat und

Herr Nobert Gordon, der andere Sekre—

an dessen Stelle Herr More O'ßFerrall treten soll, sagt in der

Abschieds-Adresse an seine Konstituenten, da er zugleich auf seinen

Parlamentssitz verzichtet: „Ich habe mein Amt niedergelegt, weil ich in Bezug auf die Korngesetze anderer Meinung bin, als die

jetzt auch aus dem Parlamente zuruͤckzuziehen. Ich will nicht mit meinen alten politischen Genossen in Konflikt gerathen und das Wohlwollen, welches mir von Lord Melbourne zu Theil wurde, nicht durch eine, wenn auch nur partielle Opposition, ge— gen ein von ihm geleitetes Ministerium vergelten.“ (.

Der Sun meldet aus Liverpool vom 11. Juni: „Es ha— ben heute ernstliche Streitigkeiten zwischen Werft-A Arbeitern und Irlaͤndischen Ackersleuten, die in der Naäͤhe der Werfte wohnen, stattgefunden. Die Polizei ist unter Waffen. Man hat ernst— liche Befuͤrchtungen fuͤr diese Nacht. Mehrere hundert Werft— Arbeiter durchstreifen in diesem Augenblick die Stadt.“

Die Morning Chronicle erklaͤrt, die Verpflichtung, welche die Franzoͤsische Regierung gegen die fremden Mächte hin“ sichts Algeriens uͤbernommen habe, laute ausdruͤcklich dahin, daß sie keine Eroberung beabsichtige. Wenn indeß die Verhaͤltnisse sie bestimmt hätten, ihr Versprechen als nicht geschehen zu be— trachten, so werde sicher Niemand versucht werden, Frankreich um den Besitz Algeriens zu beneiden.

Die Morning Chronicle berichtet aus angeblich guter Quelle, daß das zur Zahlung der naͤchsten Dividende Portu— giesischer Bons bestimmte Geld deponirt worden sey, und daß alsbald nach der Ratification des Kontrakts von Seiten der Cortes, die am 3ten oder 4ten d. stattfinden solle, diese Fonds dem Portugiesischen Finanz⸗Agenten zu Londonuͤbermacht werden sollten.

Die Times berichtet nach den amtlichen, dem Unterhause vorgelegten Dokumenten, daß im Jahre 1840 die Gesammtein⸗ führ auslaäͤndischer Weine 9,311,237 Gallonen oder 46,556, 238 Bouteillen betragen habe, von denen 2,537,078 Gallonen nach Bezahlung der Zoͤlle wieder ausgefuͤhrt worden seyen; die fuͤr den inneren Verbrauch zuruͤckbehaltene Quantität betrage also uͤber 6!“ Millionen Gallonen. -

Ein hiesiges Blatt will wissen, daß der Britische Gesandte in Washington, Herr Fox, ein Sechziger, sich mit der sechzehn— jährigen Schwägerin des dortigen Russischen Gesandten verhei— rathen werde.

Der Globe theilt mit, daß man ohne Nachrichten uͤber das

Dampfboot sey, welches im St. Georgs⸗Kanal erblickt worden. Ein von Waterford kommendes Damyfboot, das heute in Bristol eintreffen sollte, werde vielleicht das Geheimniß hinsichts des von dem „Osprey“ signalisirten Schiffes aufklaͤren. Nahe bei Gloucester haben sich dieser Tage zwei Boxer, Brown und Inkin, durch 75 Gänge, die sie mit einander mach ten, so furchtbar zugerichtet, daß der Erstere besinnungslos zu Boden stuͤrzte und nach wenig Stunden im Spitale starb, waäͤh— end auch der Letztere gefaͤhrlich daniederliegt. * Der bekannte Thierbändiger van Amburgh, der sich mit seiner groͤßtentheils trefflich abgerichteten Menagerie gegenwartig in Windsor befindet, wäre vor einigen Tagen beinahe das Opfer des Löoͤwen geworden, als er mit diesem und dem Tiger in einem und demselben Kaͤfig die gewohnten Zaͤhmungs-Kunststuͤcke aus⸗ fuͤhrte. Beide Thiere hatten kurz vor der Vorstellung eine tuͤch⸗— tige Balgerei mit einander gehabt, nachher schien jedoch alle Er— bitterung zwischen ihnen verschwunden. Wahrend van Amburgh nun neben dem Loͤwen und mit dem Kopfe dicht an dessen Ra— chen lag, versetzte ihm ploͤtzlich des Raubthiers gewaltiger Fang⸗ zahn eine Wunde an der Stirn, gerade uͤber dem Auge, so daß alsbald das Blut in Menge uͤber das Gesicht hinabströmte. Der Thierbaͤndiger verließ eiligst den Kaͤsig, und die Vorstellung hörte auf. Zum Gluck war die Wunde nicht gefährlich, und er ist jetzt völlig hergestellt, so daß er seine gefährlichen Kunstproben schon einigemal wieder vorgefuͤhrt hat.

Dänemark.

Kopenhagen, 14. Juni. t u lingske Tidende, unsere Leser benachrichtigen zu können, daß die wichtigen Unterhandlungen in Betreff des Sundzolls nun bendigt sind. Die Grundlage der Uebereinkunft ist, daß der Zoll in Zukunft zu 1 pCt. berechnet werden wird.

Vom 8ten bis zum gien hat ein furchtbarer Sturm in der Ostsee gewuͤthet, wodurch mehrere Schiffe untergegangen sind.

Deutsche Bundesstaaten.

ff Dresden, 16. Juni. Gestern am 15. Juni fand eine General⸗Versammlung der Actionaire der Uebigauer Maschinen⸗ bau⸗Anstalt statt. Der von Seiten des Direktoriums wie von Seiten der Actinaire gleich lebhaft ausgesprochene Wunsch, die Gesellschaft aufzuheben, ward zum Beschluß. Da es indessen im Interesse der Theilnehmer liegt, daß die zur Zeit in Arbeit be⸗ findlichen Maschinen vollendet werden, so soll der Verkauf der Gebäude und Werkzeuge erst nach Ablauf von 6 Monaten erfol- gen. Wahrend dieser Zeit aber will man die Anstalt im Gan⸗ zen zu verkaufen suchen. Und obgleich gerade bei einem Ver kaufe der Anstalt im Ganzen der Verlust für die Actionaire immer noch bedeutend genug seyn wird; so liegt es doch, wie Alle em⸗ pfinden, im Interesse des industriellen Fortschrittes, daß durch einen Berkauf im Ganzen dem voͤlligen Untergange der Anstalt vorgebeugt werde. Dabei ist der Ankauf der Anstalt fuͤr einen sachkundigen Privatmann jedenfalls eine vortheilhafte Speculation. Denn einerseits bedingt keinesweges der jetzige Zustand der An— stalt die Veräußerung derselben, sie ist vielmehr in möͤglichst gu— tem Stande und kann und muß bei kluger Leitung und Aufwen— dung geeigneter Geldmittel sehr rentable werden. Die Actien-Ge— sellschaft kann nur eben diese Geldmittel nicht mehr aufbringen, ihre Kräfte sind durch fruͤhere Verluste zu sehr geschwaͤcht wor— den; darum sieht sie sich zur Veräußerung genöthigt. Hierin liegt aber andererseits zugleich ein genügender Grund, daß dem etwaigen Kaͤufer moͤglichst annehmbare und vortheilhafte Bedin⸗ gungen werden gestellt werden.

München, 14. Juni. Uebermorgen Abends wird die Kö⸗ nigin von Griechenland hier erwartet. Ihre Majestaͤt wird, wie U es heißt, ungefähr 14 Tage hier verweilen, und sich sodann nach Ems verfuͤgen.

Stuttgart, 14. Juni. Gestern ist Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Paul von Württemberg, Bruder Sr. Masjestat des Königs, zum Besuche der Koͤniglichen Familie aus Paris hier eingetroffen.

Hannover, 16. Juni. Von den Akten-Stuͤcken der setzigen ersten Diät der siebenten allgemeinen Stände-Versammlung des Königreichs ist das erste Heft ausgegeben worden. Der wesent« liche Inhalt desselben ist folgender:

Nr. 1. Rede Seiner Majestäͤt des Koͤnigs bei Eroͤffnung der allgemeinen Stände-Versammlung am 2. Juni 1841.

Nr. 2. Schreiben des Koͤniglichen Kabinets vom 2. Juni 1811, die Berufung der allgemeinen Staͤnde-Versammlung, die Vollmachten der Mitglieder derselben, und den dem Geheimen Rath Grafen zu Inn- und Knyphausen-Luͤtetsburg ertheilten Auftrag wegen einstweiliger Wahrnehmung der Geschaͤfte des Erblandmarschalls betreffend.

Nr. 3. Koͤnigl. Kabinets-Schreiben vom 2. Juni 1841 die Beilegung von Virilstimmen an die Majoratsherren Grafen Grote und Grafen von Bernstorff betreffend.

Nr. 4. Patent vom J. September 1840, die Verleihung eines erblichen Sitz und Stimmrechtes in erster Kammer der allgemeinen Staͤnde⸗Versummlung des Koͤnigreiches zu Gunsten des Kammerherrn und Landraths Grafen Grote zu Brese be— treffend.

Nr. 5. Patent vom 2. Dezember 1840, die Verleihung eines erblichen Sitz- und Stimmrechts in erster Kammer der allgemeinen Staͤnde-Versammlung des Koͤnigreiches zu Gunsten des Grafen Bernstorff auf Gartow betreffend.

Nr. 6. Koͤnigl. Kabinets-Schreiben vom 2. Juni 1841, die Wahl der Schatzraͤthe betreffend.

Nr. J. Koͤnigl. Kabinets-Schreiben vom 2. Juni 1841 die Mittheilung des Landesverfassungs-Gesetzes vom 6. August 1840 und einige nachträgliche Redaktions-Bemerkungen betreffend.

Nr. 8. Köoͤnigl. Kabinets-Schreiben vom 2. Juni 1841, die Mittheilung einer Zahl von Abdruͤcken der Geschaͤfts-Ordnung betreffend.

Nr. 9. Koͤnigl. Schreiben vom 2. Juni 1841, den Haus— halt der General-Kasse von 1839—40 und 1840 —– 41 betreffend.

Nr. 10. Darstellung des Haushalts der Koͤnigl. General— Kasse von 1839 40, und Ueberschlag der Einnahmen und Aus— gaben der Landes-Kasse von 1800 41. Nr. 11. Uebersicht der Einnahme und Ausgabe der direkten Steuern und der Stem— pelsteuer im Koͤnigreich Hannover vom J. Juli 1839 40. Nr. 12. Etat der im Rechnungsjahre 1839 40 wirklich gezahl— ten und in den Rechnungsjahren 1840 41 und 1841 45 zu verwendenden Administrations⸗Kosten behufs der direkten und Stempel Steuern. Nr. 13. Uebersicht der Einnahme aus saͤmmtlichen mit Oldenburg und Braunschweig gemein— schaftlichen und aus den einseitigen indirekten Abgaben ven l 69 40 Nr. 14 Uebersicht der im Rechnungs-Jahre vom J. Juli 1839 40 wirklich gezahlten und in den Rechnungs-Jahren 1840 41 und 1841 45 zu zah⸗ lenden Verwaltungs⸗-Kosten behufs der gemeinschafilichen und ein⸗ seitigen indirekten Steuern und der Schifffahrts-Gefaͤlle.— Nr. 15. Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben der Koͤnigl. General, Kasse in und fuͤr das Rechnungs-Jahr vom 1. Juli 1339 40). Nr. 16. Uebersicht der bei den verschiedenen Brand⸗Kassen am 1. Juli 1846 ausstehenden Vorschuͤsse. . Nr. 17. Verzeichniß der bei der Köoͤniglichen General⸗Kasse zur Anweisung gekommenen Einnahmen fuͤr veräußerte Domanial— Parzelen und an Abloͤsungs-Geldern, so wie der angewiesenen Ausgaben fuͤr Acquisitionen und fuͤr Abloöͤsung von Real⸗Lasten in dem Jahre vom 1. Januar 1830 41.

Dar mstadt, 16. Juni. Vorgestern hat, dem Programme gemäß, hier die feierliche Grundsteinlegung des Ludwigs-Monu— mentes stattgefunden. Das Viereck auf dem Louisen-Platz bot 464 der Woßartigsten Schauspiele dar, als die verschiedenen Fest— zuͤge der Burger und des Militairs, umgeben von vielen Tau— , . von Vschauern, daselbst aufgestellt waren. Se. Königl. zoheit der Großherzog erschienen, begleitet von dem Prinzen Georg und zahlreichem Gefolge, und würden von dem Ausschüͤsse zmpfangen und an den Rand der Monumentsstelle geleitet. Die Erbgroßherzogin und Prinzessin Karl, mit den ungen Prinzen Ludwig uns Heinrich, so wie Se. Hoheit der Prinz Karl, kaum von einer Krankheit genesen, sahen aus den Fenstern des Groß⸗

Es freut uns, meldet die Ber« Prinzen von Wittgenstein, der Geheimerath Schenck mit folgen⸗

ches alle Bewohner unseres Vaterlandes durchdringt, das Gefühl dank—

genommen werden ist.

Volk ausgeführt, an den Segen, den Er in allen Gauen unseres schö⸗

Volke gekrönt hat. Und so ift es denn in Wahrheit ein redender Stein,

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herzoglichen Palais dem feierlichen Akte zu, welchen jetzt, anstatt blauweißer Farbe die beiden Bruͤcken, die uͤber die zwei Haupt des abwesenden Prasidenten des Ausschusses, General (Lieutenant arme der Elbe fuͤhren. Die Menschenmasse aber, die, gekommen um ihren König und ihre Königin zu se— hen und zu begruͤßen, den Koͤniglichen Wagen von sen⸗ nem ersten Eintritt in das Weichbild der Stadt an umwogte, war unzaͤhlbar. In festlichem Aufzuge, mit Musik, Fahnen und Insignien, und zum Theil mit den kunstvollsten Erzeuanissen ihres Gewerbes, erschienen 11 verschiedene Gewerke, die Baͤcker, Maurer, Zimmerleute, Dachdecker, Tischler, Töpfer, Steinsetzer, Boͤttcher, Pantoffelmacher, Schneider und Bandweber und bil⸗ deten in geschlossenen Reihen auf beiden Seiten der Straßen, unseren Höchstseeligen Fürsten, den Großherzeg Ludewig J., wie schön die Ihre Majestäten passirten, Spaliere. Zur seierlichen Be⸗ hat es sich ausgesprochen in der Begeisterung, mit welcher die erste gruͤßung wurden Ihre Majestät die Königin im Palais selbst Anregung zur Errichtung eines öffentlichen Dentmales überall auf. von einer Anzahl junger in die Bayerischen Nationalfarben le . In Allen lebte und lebt ja unrergäug- gefleideter Bürgerstöchter erwartet. Se. Majestät der Konig lich das Andenken an die erbabenen Tugenden des Verklärten, ist noch heute gegen 4 Uhr weiter nach Harbke gereist, wird

von dem nur das Eine zweifelbaft ist, ob Er am meisten durch ! ,, q i Weisheit, oder durch Gerechtigkeit oder durch Milde Sich un- daselbst auf dem Gute des Grafen Veltheim n, . 1 sterblich gemacht, das Andenken an all' das Große, was er Sich morgen nach Sommerschenburg begeben, wo bekanntli

n der denkwürdigen Perlode einer A0jährigen Regierung für Sein morgen die Aufstellung der durch Rauchs Meisterhand geschaffe⸗ nen Bildsaͤule des Feldmarschall Gneisenau stattsinden wird, als nen Landes verbreitet, vor Allem an das große Gescheuk der Verfas⸗ am Jahrestage der Schlacht bei Belle Alliance, deren weltge— sung, wodurch Er, der Hochherzige, das Werk der Liebe zu Seinem schichtliche Resultate besonders das Werk dieses ausgezeichneten

der Rede eroͤffnete: Es ist ein feierlicher und erhebender Augenblick, wenn ein gan⸗

zes Volk den Manen seinez dahin geschiedenen Fürsten den Zoll seiner Liebe und Dankbarkeit darbringt, wenn es einmüthig vor den Augen der Welt Zeugniß ablegt von den hohen Verdiensten des Bollendeten, von den unendlichen Wohlthaten, die es von Ihm empfangen. Ein solcher Augenblick ist der gegenwärtige. Das eine Gefühl, wel⸗

barer Liebe, treuer Anhänalichleit und unauslöschlicher Verehrung für

Offiziers waren. Noch denselben Tag indessen (18. wird Se.

den wir jetzt legen; denn in ihm vereinigen sich die Stimmen der Hes⸗ Majestat der König hierher zurückkehren, während Ihre Maje⸗

6 ,,, n nel stät die Königin unsere Stadt mit Ihrer hohen Gegenwart be—

Er für Sein Volk gethan, in Aller Herzen lebt und immerdar leben Ka gin . . = wird. Schreiten wir nun zu dem Werke der Liebe unter dem Sezen Iluͤckt. Der Aufenthalt Ihrer Königl. Majestaͤten, dessen wir des Himmels, ohne welchen fein menschliches Werk gedeiht, und unter Uns von da noch bis Sonntag Nachmittag erfreuen durfen, wird

dem Beistand des erhabenen Sohnes, bei dessen Namen jedes Hessische zu weiteren Freudenzeichen und Festlichkeiten, wie einer Erleuch⸗

Her höher schlägt, weil jebker Hesse die begeisterte Liebe zu den Vater zung der Stadt, einem Fackelzuge der vereinigten Freiwilligen unvermindert auf den übertragen hat, in welchem er den Vollendeten , . ö und die Tugenden desselben fortleben sieht. Heil den Fürsten, die so Ihr Volk lieben! Heil dem Lande, welches solche Fürsten hat!“

aus den Jahren 1813 15, des Schuützen, und Rettungs⸗Ver⸗ eins, der Liedertafel, der Handlungsbeflissenen ꝛc., Gelegenheit

42 n e e sich rn, . Pralaten Br Köhler gesproche⸗ ben, ü Es schloß sich hieran ein vom Prälaten Dr. Köhler gesproche⸗ Se. Königl. Hoheit der Prinz von Preußen und Ihre

nes Gebet, worauf Se. Koͤnigl. Hoheit der Großher so wie . . ohen . . , . nes Sebet, zzorauf Se. Königl. Hoheit der Großherzog, so wie Toöͤnigl. Hoheiten die Prinzen Karl und Albrecht sind in Beglei—

die uͤbrigen Mitglieder der Groß Familie der Cere⸗ ; ö 643 ,, . J 8. , 8 king Ihrer Majestaäten gleichfalls hier eingetroffen und noch heute 9 , ( * 3. ; Hit Sr. Majestät dem Könige nach Sommerschenburg weiter

25sten v. M. sollen zu denjenigen kleineren Silbermuͤnzen von

Silbergroschen

2 6 zeig⸗ ten sich dieselben guͤnstigen Umstaͤnde, wie anderwaͤrts; die Preise gingen gegen die vorjährigen etwas in die Hoͤhe, und die Ge⸗

Weimar, 16. Juni. Nach einer hoͤchsten Verordnung vom ausländischem Gepraͤge, welche zur Ausgleichung im inlaͤndischen Verkehre jedoch ohne Zwangs-Verbindlichkeit zur Annahme, als

Scheidemuͤnze, gebraucht werden durfen, auch die Einzwoͤlftel⸗ thalerstuͤcke zwei gute Groschenstuͤcke—

Koͤnigl. Preußischen

Gepraͤges, und zwar in der Geltung von zwei und einem halben z cht Kreuzern drei Pfennigen) gehoͤren.

Auf dem hiesigen Wollmarkte, 14ten und 15ten d. M. zeig—

schaͤfte wurden ohne Schwierigkeit abgemacht. Ueberfluß an Zu— fuhr war nicht vorhanden, besonders am ersten Tage nicht. J

6.

Von der Tuͤrkischen Gränze, 6. Juni. (A. 3.) Nicht bloß der Pascha von Nissa, sondern auch der von Widdin, sowie der Statthalter von Bosnien, treffen Vorkehrungen, welche die

Besorgniß motiviren, daß es auf Feindseligkeiten gegen Serbien

abgesehen ist. Der Serbische Minister des Auswaͤrtigen hat sich hierdurch veranlaßt gesehen, eine Circularnote an die fremden Kon—

gesprochene Beschuldigung, als habe Serbien an den Bulgarischen Unruhen Antheil genommen, aufs entschiedenste zuruͤckgewiesen und auf die Vorbereitungen der benachbarten Paschas aufmerk— sam gemacht wird. So wird namentlich angefuͤhrt, daß der Pascha von Bosnien eine allgemeine Conscription aller Bosniaken, so⸗— wohl Tuͤrken als Christen, angeordnet, und die Spahis zu einer

sich mit Waffen und Munition zu versehen und sich bereit zu halten, um jeder Marsch-Ordre augenblicklich nachkommen zu koͤn—

KRreist. Abends nach 5 Uhr langte Se. Durchlaucht der Herzog von Braunschweig, unter dem Namen eines Grafen von Eberstein, hier an und stieg im Hotel „zur Stadt London“ ab.

Nam slau (Schlesien), 13. Juni. Gestern traf Ihre Durch⸗ laucht die Frau Fuͤrstin von Liegnitz zum Besuch bei ihrem Bru⸗— der, dem Grafen Harrach auf Wilkau ein, und wurde von der dasigen Gemeinde in festlicher Weise empfangen.

Statistik der Kriminal⸗Justiz in Frankreich während

des Jahres 1839.

Die Regierung publizirt in jedem Jahre ein voluminsses Aktenstuͤck über die Verwastung der Kriminal⸗Justiz. Es enthält, in Tabellen⸗Form, sehr ausfuhrliche numerische Angaben und ge—

waͤhrt eine klare und vollständige Uebersicht von der Zahl und der Natur der Verbrechen, von dem Alter und dem Zustande der

Bildung der Angeklagten, so wie von allen Details, die sich auf die Anklagen, Verurtheilungen und Freisprechungen beziehen.

Ein solches Dokument eignet sich natuͤrlich nicht sehr zur ö Lr ins Analyse; indeß wollen wir einige Angaben daraus hervorheben suln zu erlassen, worin die von dem Pascha von Nissa offen aus⸗ alys 3 3 h h

und einige Zusammenstellungen machen, die von Interesse seyn

dürften, mag man sie nun aus philosophischem und moralischem

des richterlichen Verfahrens beschraäͤnken.

Dieser allgemeine Bericht über die Verwaltung der Kriminal-⸗Justiz besteht aus sechs Theilen und einem Anhange. Der erste Theil umfaßt die Assisen, der zweite die

Gesichtspunkte betrachten, oder sich ausschließlich auf die Pruͤfung

fachen Polizei⸗-Gerichte, der fünfte handelt von der Kriminal⸗ Instruction und der sechste von den Geschäften des Cassations—

Versammlung einberufen habe, wobei ihnen aufgetragen worden, CEorrections-Tribunale, der dritte die Rückfälle, der viert? die ein ͤ

nen. Der Pascha von Widdin habe dieselben Gesinnungen gegen Serbien auf ähnliche Weise und namentlich dadurch oͤffentlich

an den Tag gelegt, daß er alle Tuͤrken seines Paschaliks, die sich in Handels-Geschaͤften in Serbien befinden, einberufen habe“ Ueberhaupt ist an den Gränzen der Tuͤrkischen Pro

vinzen gegen Serbien eine ganz andere ich mochte sagen feindliche Verfahrungsweise eingetreten; es wird die strengste polizeiliche Aufsicht gehandhabt und insbesondere muͤssen sich die Reisenden einer genauen Visitation unterziehen, ob sie nicht Waffen oder Pulver, Feuersteine u. dal. mit sich fuͤhren.

Endlich sprechen auch unsere Berichte aus der Tuͤrkischen Haupt— stadt von einem in Mesopotamien ausgebrochenen Aufstande,

der einen hoͤchst bedenklichen Charakter angenommen habe; auch das an Diarbekir graͤnzende Paschalik Orfa soll sich der Herr⸗ schaft der Pforte entzogen haben. In beiden ebengenannten Statthalterschaften sind die Christen den gräͤßlichsten Verfolgun⸗ gen ausgesetzt. Der neue Statthalter von Diarbekir Zekeria Pascha, welcher gegen die Rebellen zu Felde ziehen sollte, be— findet sich noch zu Konstantinopel, wo er sich bis jetzt vergeblich bemuͤht hat, die zur Ausführung seines Auftrages noͤthigen Trupt pen (er verlangt nur 10,900 Mann) zu erhalten, indem die Pforte wegen der fortdauernden Ruͤstungen Mehmed Alt's und des anarchischen Zustandes des Libanons so wie Syriens uͤber—

haupt diese Provinz nicht so weit zu entblößen wagt.

w Magdeburg, 17. Juni. Die hiesige Zeitung berichtet Folgendes uber den Einzug und den Aufenthalt Ihrer Koͤnigl. Masestaͤten: „Heute war fuͤr unsere Stadt ein Tag hoher und seltener Freude, indem wir das Gluͤck hatten, Ihre Majestaͤten den Koͤnig und die Koͤnigin, letztere zum erstenmale, in unseren Mauern zu begruͤßen. Die treue Anhänglichkeit und Liebe an das angestammte Fuͤrstenhaus, die der Stolz dieser Stadt blei— ben werden, hatten Ihren Majestaäͤten, Allerhoͤchstderen erfreuliche Ankunft Nachmittags 21. Uhr unter Glockengeläute und Kano— nendonner erfolgte, einen festlichen Empfang bereitet. Die Stra⸗ ßen der Stadt, zumal diejenigen, durch welche Ihre Majestaͤten den Weg nahmen, waren von dem Charlotten-Thore der Friedrichsstadt an bis zu dem Königlichen Palais in unserer Stadt selbst, wo Ihre Majestäten Ihr Absteigequartier nahmen, mit Guirlanden, Laub- gewinden, Blumenkraͤnzen, Emblemen und Fahnen der Preußischen und Bayerischen Farben geschmuͤckt und gaben der Stadt ein eben so heiteres als festliches Ansehen. Namentlich gewährte der Theil der Friedrichsstadt, durch den der Königliche Zug ging,ů einen uͤberaus freundlichen Anblick, indem derselbe im eigentlichen Sinne des Wortes zu einem Laub- und Blumengange umgebil⸗ det war, durch große kolossale Blumenvasen und Masten, die, mit Blumen gefüllt und Laub und Guirlanden umwunden, ab- wechselnd auf beiden Seiten der Straßen aufgestellt waren. Gleich wohlthuend fuͤr das Auge waren durch ihre freundliche Ausschmuͤckung mit Laub und Wimpeln von schwarzweißer und

hofes. Wir wollen uns hier ganz besonders mit den drei ersten Theilen beschaͤftigen, welche die wichtigsten und charakteristischsten Thatsachen enthalten.

Die Assisen haben uber 5621 Anklagen kontradiktorisch ent— schieden; im Jahre 1838 uͤber 5873. Die 5621 Anklagen betra— fen 1597 Verbrechen gegen die Person und 4024 Verbrechen gegen das Eigenthum. Die erste Klasse von Verbrechen beträgt daher 28 pCt., die zweite 72 pCt. von der Gesammtzahl der Verbrechen. Dasselbe Verhaͤltniß fand im Jahre 1838 statt.

Die Verminderung der Anklagen ist auf verschiedene Arten von Verbrechen vertheilt; namentlich ist zu bemerken, daß die Anklagen wegen Mord, die im Jahre 1838 sich auf 239 beliefen, bis auf 202 herabgesunken sind. Nur die Verbrechen der Noth zucht, der Verletzung der Schamhaftigkeit und des Kindermor— des haben zugenommen: der Bericht enthält 147 Anklagen wegen Kindermordes, im Jahre 1838 dagegen 129, und die Anklagen wegen Nothzucht und Verletzung der Schamhaftigkeit bei Kin— dern unter 15 Jahren sind von 212 auf 268 gestiegen.

Von den 5621 Anklagen wurden 2693 (48 pCt.) von der Jury vollstaͤndig angenommen, 13598 (28 pCt.) verworfen und 1330 (23 pCt.) mit Modificationen angenommen. In Folge dieser Modificationen haben 568 Anklagen den Charakter von Verbrechen behalten und 762 wurden dadurch zu einfachen Ver gehen umgewandelt. Im Jahre 1838 war diese letztere Milde— rung bei 893 Anklagen eingetreten. Dieser Unterschied beweist von Seiten der Jury eine größere Festigkeit in der Handhabung der Gerechtigkeit.

Die 562! Anklagen betrafen 1858 Angeklagte, 156 weniger, als im Jahre 1838, und 236 weniger, als im Jahre 1837. Auf die Bevölkerung von Frankreich bezogen, giebt diese Zahl das

mittlere Verhaͤltniß von 1 Angeklagten auf 1268 Einwohner; im

Jahre 1838 war dies Verhaͤltniß wie 1 auf A185, und im Jahre 1837 wie 1 auf 1144. Von den 7858 Angeklagten wurden 2256 (28 pCt.) wegen

Verbrechen gegen die Person; 5602 (72 pCt.) wegen Verbrechen gegen das Eigenthum gerichtlich verfolgt. Im Jahre 1838 war

dies Verhaͤltniß wie 27: 73 und folglich die proportionelle Anzahl der Verbrecher etwas geringer.

Die Gesammtzahl der Angeklagten uͤberstieg die der Anklagen um 2237; dies giebt im Mittel 146 Angeklagte auf 100 Anklagen. Dies Verhaͤltniß, welches dasselbe ist fuͤr Verbrechen gegen die Person und Verbrechen gegen das Eigenthum, wieder— holt sich in jedem Jahre fast auf dieselbe Weise. Es ergiebt sich daraus, daß die von den Uebelthätern zur Veruͤbung der Ver— brechen gebildeten Associationen keine größere Ausdehnung ge— winnen.

Die 7838 vor die Assisen gebrachten Angeklagten bestanden aus 6109 Mannern und 1449 Frauen; dies itt 18 pCt. wie im Jahre 1838. Es folgt hieraus, daß das Verhaͤltniß on 1Angeklagten auf 4268 Einwohner nicht mehr dasselbe ist, sobald man die Maͤnner und Frauen fuͤr sich berrachtet; man zahlt nur 1 Angeklagten auf 11,88 Frauen, dagegen 1 auf 2868 Männer,