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erblicken; ein Beweis dafür geben die vielen aus allen Städten und Landgemeinden der Rheinprovinz an des Königs Majestãt ergangenen und noch täglich einlaufenden Bitten und Petitionen für die baldige Rück⸗

formel des dem Könige geleisteten Huldigungs⸗-Eides, die entschiedenste Aufferderung, dem Könige frei und unverhohlen über eine Be⸗ drückung zu sprechen die wie das Referat selbst eingesteht ind d 1 den größten Theil der Bewohner der Provinz in tiefste Trauer, in kehr deffelben. Dann muß ich schließlich noch darauf zurückkommen, pöchste BVeängsngung versetzt hat; denn, nebsi dem Schwure unver- daß der Berichterstatter des . Ausschusses ven dem falschen Grund⸗ brüchticher Treue, haben wir Huldigungs⸗Depntirten ja auch dem Kö- satze ausgeht, dieser unheilvolle Streit zwischen Staat und Kirche nige aus ganzer Seele geschworen, alles Schädliche vom Staate nach könne auf dein Wege der Ünterhandlungen zwischen Berlin und Rom Kräften abzuhalten; was ist aber wohl Schädlicheres, was die Gemü! geschlichtet werden; hiese dauern aber schon Jahre lang ohne daß sie ther Beunruhigenderes, als Gesetzes-Verletzungen, und wer es mit sei— ihrem Ziele näher gerückt seven, und können und werden dasselbe auch nem lieben Könige redlich meint, wer, wie ich meinerseits hier noch⸗ nie erreichen, so lange der Erzbischof selbst nicht damit ein versianden mals betheuere, für seinen König leben und sterben will, dem gebietet ist, man wende sich daher lieber an den Erjbischof direkt, da jeder es die Pflicht, Wahrheit zu sprechen, sie zu sprechen, mit offener Stirn fatholische Bischof selbstständig in seiner Diszese dasteht und selbst der und reinem Gewissen, wie es sich ziemt und wie unser König es wünscht Papst die Gewalt nicht hat, denselben in seinen Rechten zu beschränten. und will, und keine Bitten, keine Wünsche dem Königlichen Vaterherzen Wir wissen ferner. daß der bochgestellte Prälat keine Enade sondern vorzuenthalten, überzeugt, daß unser weiser, einsichts voller Landesvater nur Recht verlangt, man ihm dies also angedeihen, entweder durch Be⸗ mit eben demselben tiefen Forscherblicke auf uns hinblicken wird, ob willigung seiner ungehinderten Rückkehr auf seinen Bischofssitz nach wir in dieser epinösen Angelegenheit durch freie und wahre Darlegung Köln oder man stelle ihn wegen der ihm Schuld gegebenen, seine vor⸗ aller unserer Bitten und Wünsche, unsere Pficht erfüllen werden, als saufige Amts⸗-Suspension zur Folge gehabten Handlungen vor seinen ordent⸗ der Erhabene auch auf uns schauen wird, ob dieses mit Anstand und lichen Richter. Nur dadurch fann der katholische Theil der er, re. der dem Throne gebührenden Ehrfurcht geschehen wird welche beiden in seinen täglich steigenden Besorgnissen beruhigt und das erschütterte Rücksichten gewiß keiner von uns unbeachtet lassen wird. Wir werden Vertrauen, so derselbe in die landesväterlichen, wohlwollenden Absich⸗ daher unserem lieben Könige am besten, am redlichsten dienen, werden fen unseres verehrten Monarchen setzt, wieder vollkommen hergestellt unseren großen Monarchen am würdigsten ehren, wenn wir eingedenf, und erhalten werden. Beten wir daher vielmehr, daß die langjährigen unseres Huldigungs-Eides, ohne Furcht und Zagen, mit der Liebe und Leiden, so schöne Früchte sie auch (wie der Herr Referent sich ausdrückt) Anhängllchkeit wahrer Landeskinder zu unserem liebevollen Landesvater,

tragen mögen, endlich ihr Ziel und Ende dadurch erreichen, daß Se. mit reinem, kindlichem Gemüthe hinaufblicken, und gerade dadurch das Majestät sich Allergnädigst bewogen sinden möge, dem vorliegenden unbegränzte Vertrauen bethätigen, das wir in unseren guten Landes- Antrage baldmöglichst zu willfahren.“ vater setzen, da gerade aus dem gemüthlichen Sprechen, aus dem gänz⸗ lichen Aufdecken aller Falten des Herzens, aus dem freimiithigen Aus⸗

sprechen aller Bitten und Wünsche, der Beweis des höchsten Vertrau— ens unbezweifelter hervorgeht, während dumpfes, hoffnungsloses Dahin—⸗ brüten und feiges, unzeitiges Schweigen vorhandenes Mißtrauen ver— rathen. Einen Hauptangriff macht nun das Referat auf meine Bit— ten um Rückkehr des Erjbischofs, oder um Stellung vor Gericht; diese Bitten sind aber durch die Auffassung des Ganzen, wie solche von mir geschehen, nothwendig bedingt, und enthalten nicht das mindeste Anstößige oder Verfängliche; denn da ich in meinem Antrage den

Auf die anderer Seits aufgeworfene Frage, ob der Redner die gesetzliche Freiheit des Erzbischofs nur darin erkenne, wenn er nicht bloß nach Köln zuruͤckkehre, sondern auch den erzbischoͤf⸗

lichen Sitz wieder einnehmen koͤnne, erfolgte eine bejahende Antwort. Ein Abgeordneter aus dem 3. Stande verlangt hier— auf das Wort und bemerkt:

„Auch ich kann mich mit dem Referate des Aten Ausschusses nicht einverstanden erklären, da es mir nicht geeignet erscheint, den Frieden und die Einigkeit in der Provinz wieder herzustellen. Um dieses Frie

Staat nicht im geringsten inkulpire, nicht einmal Irrthum Seitens dens willen möchte ich aber auch eine Modification des ursprünglichen des Staates voraussetze, was blieb mir nun wohl übrig, als mich Antrages wünschen, die alle Theile befriedigen könnte. Zu diesem auf den Standpunkt zu siellen, als wäre die Sache erst gestern ge⸗ Zwecke scheint es mir vor Allem nothwendig, genau den Standpunkt schehen, und dann um gemeines Recht, also entweder um Freilassung Ius Auge zu fassen, auf welchem wir uns der erzbischöflichen Frage und Wiedereinsetzung ins Amt, oder aber um gerichtliche Untersuchung gegenüber befinden; das unglückliche Ereigniß vom 20. November zu bitten. Diese Bitte ging ganz natürlich aus der Stellung meines i837 verletzte die sämmtlichen Bewohner der Rheinprovinz, weil einer Antrages hervor, sie ist folgerecht, streng logisch, und geschah ganz arg— ihrer hochgeachtetsten Mitbürger unter der Last einer schwe en Be los und mit reinem Gewiffen; es schließt diese Fassung aber seineswe⸗ schuldigung seinem ordentlichen Richter entzogen, eine Rechtfer ges anderweitige Bestimmungen in Folge von Verhandlungen mit dem tigung ihm nicht gestattet und er seiner Freiheit beraubt wurde. Er Papst oder Erzbischofe aus; denn weit entfernt, wie das Referat sich verletzte aber die Katholiken insbesondere, weil dieser ihr Mitbürger ausdrückt, kathblischer seyn zu wollen, als der Papsi selbst, werden alle ihre höchste geistliche Obrigkeit in der Provinz war, und seine wahren Katholiken sich dem Willen des Dberhauptes der Kirche un- Hinwegführung, abgesehen von jenen schweren Anschuldigungen, wenig⸗ bedingt unterwerfen, fobald sie die mit dem Papste regulirte Ausglei, Liens theilweise als die Folge seiner Amtshandlungen erschien. Sie chung aller Differenzen werden vernemmen haben, worauf auch gallen glaubten daher die ihnen zugesicherte Freiheit ihres Kultus dadurch mit höchster Sehnsucht fortwährend harren. Soll ich nun schließlich beeinträchtigt. Für diese ist das Oberhaupt der Kirche in die Schran⸗ noch der Aufforderung des Referats zum Gebete, zur Treue zum Ge⸗ ken getreten, und freundschaftliche Verhãltnisse, welche 11 der letzten Zeit in zum Vertrauen erwähnen so muß ich in Beziehung auf die 1n Berlin und Rom wieder angeknüpft sind, der lebhafte Wunsch un⸗ rmahnung zum Gebete sehr bedauern, daß man, während man, seres geliebten Königs, die. geistlichen, Wirren überall auszugleichen womit ich ganz einverstanden bin, zum Gebete, zur Pitte sein Allerhöchstes Wort dürfen uns Bürge seyn, daß diese Differenzen an Gott auffordert, es mir nicht hat gestatten wollen gleich baldigst geschlichtet seyn werden. Sie sind aber dadurch nicht unseren zeitig den natürlichen Instanzenzug einzuhalten, und vorher oder Wünschen und Hoffnungen, wohl aber unserer unmittelbaren thätigen ugleich auch eine Bitte an meinen lieben König, der von Theilnahme entzogen, und der Diplomatie zur Entwirrung überantwor⸗ Herren Gnaden und sn dessen Namen uns regiert, mit kindlichem tet. Jene Beschuldigung des Hochverraths lastet dagegen noch auf Gemüthe zu richten; in Hinsicht der Hinverweisung auf Treue, Ge dem Haupte des ehrwürdigen Mannes, und wir sehen noch fortwäh— 9 am und Vertrauen finde ich aber nöthig zu erklären, daß es wohl rend feine bürgerliche Freiheit beschränkt, darum ziemt es uns wohl, sicher Ermahnungen an die Stände-Versammlung nicht bedarf, da wenn wir an die Gerechtigkeit Sr. Maj. uns wenden, und auch hier hier wohl Jeder seiner Unterthans- und Christenpflichten sich bewußt voll innigem Vertrauen und gedenkend der Worte, die er mit so inniger ist, und daher auch wohl die Anspielung auf die Vorschriften des J Liebe zu uns gesprochen, die Bitte am Throne niederlegen, daß Er ge⸗ Evangeliums hier nicht amn rechten Platze war. ruhen wolle, die geeigneten Maßregeln zu veranlgssen, damit dieser

Referent entgegnete, das Referat habe sich selbst᷑edend nur über Zustand aufböre, die Anklage, die sich als unbegründet herausgestellt. den gegenwärtigen Zustand des Herrn Erzbischofs erstrecken und sich zurückgenommen, und dem Erzbischof seine bürgerliche Freiheit und die Frage stellen können, ob in, demselben eine fortwährende Beschrän⸗ Ehre förmlich e , . werde. So glaube ich, entsprechen wir kung der gesetzlichen und persönlichen Freiheit des Herrn Erzbischofs J ganz dem Gelöbniß, was wir in der feierlichen Stunde der Huldigung anzunehmen seh; so viel bekannt geworden, sey es demselben gestattet, gegeben haben.“ hn Aufenthalt an jedem beliebigen Orte in und außerhalb der Ein Abgeordneter aus dem Stande der Städte wiederholt reußischen Monarchie, ja sogar in Köln ju wählen, sobald er die den im Ausschuß bereits gestellten Antrag, daß der Herr

Versicherung abgebe, sich der Verwaltung der Erz⸗Diözese zu enthalten. Antraagsteller ersucht werden moͤge die Worte zu wie Referent traue fich die tiefe Kunde weder der kirchlichen noch der Ci⸗ zerk aten, . el 9 ö 6 zen vil⸗Gesetzgebung zu, um beurtheilen zu können, welcher Koder hier zun derholen, wesche ei selbst dug dem Munde de Kong Grunde gesegt werden solle, und wie die Frage zu entscheiden sey ob uͤber diese Angelegenheit gehort zu haben oft erklaͤꝛt es dem Regenten, namentlich einem evangelischen Landesherrn, recht habe; er bemerkte dabei, der geehrte Antragsteller hat, so lich gestattet werden müsse, das einem katholischen Erzbischof einmal viel mir bekannt, in Berlin wegen eines gleichen Antrags in ertheilte Placet zurückzunehmen oder wenigstens zu suspendiren, je— der erzbischoͤflichen Angelegenheit bei Sr. Majestaͤt dem Koͤ— denfalls fey aber ein katholischer Erjbischof zugleich Stagtsbeamter, nige m e gehabt, die Worte, welche der Konig ihm hierguf

samkeit zu suspendiren; handele es sich hier nun von einer Rechtsver⸗ letzung, so bleibe immer die schwer zu lösende Frage, vor welcher Be— hörde darüber entschieden werden solle. Finde der Herr Antragsteller die Aufforderung im Schlusse des Referats diese Angelegenheit im vertrauungsvollen Gebete der Entscheidung des Himmels anheimju siellen, unangemessen, so könne Referent nur versichern, daß er in be⸗

denklichen Lebensverhältnissen stets nur zu diesem Mittel seine Zu

vernommen, so bestimmt und beruhigend, daß ich deren Wie— derholung hier wuͤnschen muß und deshalb den Herrn Landtags— Marschall bitte, den geehrten Antragsteller um deren Wieder— holung zu ersuchen. Der Herr Antragsteller erwiedert, Se. Majestaͤt haben ihm l damals Folgendes zu eröffnen geruht: „Sagen Sie Allen, flucht zu nehmen gewußt habe, . welche sich wegen des Herrn Eizbischofs interessiren, daß ich Hierauf gab ein Mitglied aus dem Stande der Staͤdte fol⸗ fortwährend daran daͤchte, einen Ausgleichungspunkt auszumit— gende Erklaͤrung ab. . eln, daß bereits einige freundliche Worte zwischen der Noͤmi— „Ich kann mich mit dem eben vorgetragenen Referate des Aws-⸗ schen Kurie und meinem Staate gewechselt worden, daß ich Se. schusfes, die erzbischöfliche Angelegenheit betreffend, durchaus nicht ein⸗ , , ö ,, . berslunden ertht , * aus nicht ein. Heiligkeit persoöͤnlich schaͤtze, wenngleich Se. Heiligkeit mir hier . klären, und zwar aus folgenden Gründen:; Zuerst will 66. eh aeth habe ick ch Sr. Heiligkeit Ansichte Referent uns glauben machen, der Erzbischof sey wirklich frei, indem Uns da weh gethan haben, ich duch, Sr; Heiligteit, Anfichten er sich im Schoße seiner eg in, benhhlbenbetichiaih' flelßein ene! nicht uͤberall theilen kann, und daß ich fest hoffe, daß die Vor⸗ könne; allerdings ist demselben jetzt eine größere Freiheit gestattet, als sehung mir recht bald ein Mittel an die Hand geben werde, es früher der Fall war, jedoch noch keine volle ünbeschränkte, wie sie diese Angelegenheit zur allgemeinen Zufriedenheit auszugleichen; n , 4 & Cr ficht und gargntirt isi⸗ sagen Sie aber auch Ihren Freunden unter den Deputirten, seiner Familie u e , asf , un . . 3 e wuͤnsche, daß am feterlithen ud gun gstgge offent⸗ als Oberhirten' anvertrauten und nun ee fn, eu rh 1 a . n , , er n. 6 fru dann erst befindet er sich im Schoße seiner Famille. S5 , , und fuhr. fort, ich begreife den Beweggrund der Frage des fruͤ—⸗ dieses verwehrt wird, wird Niemand abstreiten, daß er fortwährend heren Redners nicht; ob derselbe vielleicht in den vom Koöͤnige . Freihelt beraubt ist. Dann stellt Referent die Frage auf, ob es Mir Allergnaͤdigst gegebenen Aeußerungen einen Grund zur n f , . der Befugniß des Landtages liege, Sr. Maje⸗ Mißbilligung meines Antrages finde, der doch nicht vorhanden . ze e ne wen , . angeblich ungesetzl⸗ ist⸗ da ich hier nur meine damals schon an Se. Maj. gerichtete g Freiheit des Herrn Erzbischofs durch Bitte erneuert habe. Der fruͤhere Redner entgegnete, er muͤsse jede fremde Deu—

ein richterliches Erkenntniß entscheiden zu lassen? ich glai 5 ü n ri t le glaube, daß über . n if obwalten kann, denn wir tung seiner Fragestellung auf das Bestimmteste abweisen. Es was jedem anderen unter er , n , . h nt, habe die in den Zeitungen bekannt gemachte Verhandlung der zusteht, oder soll etwa dem Herrn von Droste . . erzbischoͤflichen Angelegenheit ein Aufregung . a nn, hervorgebracht, die er durch die ihm von Seiten des Herrn An— tragstellers in Berlin mitgetheilten beruhigenden Worte St

Schutz, den jeder andere Kölner Bürger für sich in ür hin Anspruch neh⸗ men enn und der auch dem geringsten unter ihnen nicht versagt Maj. des Königs wiederum zu beschwichtigen glaubte, weshalb er um deren weitere Bekanntmachung gebeten.

wird, verweigert und entzogen werden? Ferner, melne Herren, wiff

I 4 . 1, wissen

wir, daß i. Herr Erzbischof und wiederholt den Wunsch .

chen hat, daß nach dem Rechte und Geseg über die ihm zur Last ge— Ein anderer Ageordneter aus dem dritten Stande entgeg— nete hierauf, nach den beruhigenden Versicherungen, welche uns der Herr Antragsteller so eben versichert, aus dem Munde Sr.

legten Anschuldigungen erkannt werde., Auch kann kein Zweifel ob⸗ walten, daß die gewöhnlichen Gerichtshöfe kompetent sind, . zu Majestãt des Königs vernommen zu haben, ist es so viel unbe⸗ greiflicher, wie er einen solchen Antrag hat stellen können. Der⸗

erkennen da das Französische 3. keinen Unterschied der Stände selbe hat nun so oft versichert, er habe volles Vertrauen zu

kennt und der Erzbischof in diesem Falle als Kölner Bürger vor di ewöhnlichen Gere, gehört. Was nun den übrigen Thal des ir seinem Könige, daß es nöthig ist, ihm zu erwiedern, daß er sich einer Selbsttäuschung . 234

erats betrifft, so komme ich darauf nicht weiter zurück, und will mir Sie der Änträgsteller wollen, daß der Landtag eine Wahr-

nur noch die Bemerkung erlauben, daß, wenn auch einzelne den ge— ser Antrag keiner Unterstützung werth halten, und sich von der

heit werde! wohlan denn s die Hand aufs Herz und Niemand wird

it Aufrichtigkeit und Lb feld feen 4 daß man durch eine

alschen Ansicht leiten lassen, man müsse sich da, wo die heiligsten In—⸗ solche die Gemhsther aufregende und die Wrsicherungen in der Adresse

an Se. Majestät . Motion Liebe und Vertrauen zu sci⸗

und es müsse dem König gestattet seyn, ihn als solchen in seiner almtewirf erwiedert, sind, wie ich solche damals vom Herrn Antragsteller

. P

tereffen des Volks, nämlich persönliche und, gesetzliche Freihelt auf so nnerhörte Weise wie in dem vorliegenden Falle verletzt worden sind, höhern Rücksichten, so die sogenannte Staats- Raison gebietet, unter= 21 6. 6 hf 6 . . Elf , daß die

t so u vertreten die Ehre habe, gleich mir dem ntrage in nem Könige beweise.“ n ürde die Erklä⸗ allen Theilen beipslichten und in der fortdauernden Hemmung der run . . 9 e e gr een, gene . Amisthätigkeit unseres verehrten Erzbischofs die größte Rechtskränkung gefährdet werden könnten, hinreichen, den Antragsteller zu bewegen,

seine Motion zurückzunehmen. Uns hat der Landesherr selbst die aller⸗ beruhlgendsten Königl. Zusicherungen gerade in der angeregten Ange⸗ legenheit gegeben, wobei nicht eine Konfession allein, sondern auch die andere hinsichtlich der gemischten Ehen schwer betheiligt ist. Es wird in Rom unterhandelt, was so leicht nicht ist. wie die Geschichte lehrt. Man verlangt, daß der König 6ffentlich mißbillige und redressire, was sein Königlicher Vater auszuführen als eine schmerjliche Neth⸗ wendigkeit erachtet hat. Sollte der Herr Antragsteller wohl das Gewicht einer solchen Mänifestatien von Seiten der Rheinischen Stände erwogen haben; man scheint die Sache aus dem kirchli⸗ Ten Gebiet in ein gesetzliches Labprinth herüber ziehen zu wollen. Ich unternehme es nicht, den Antrag der damaligen Minisier, zur Ab⸗ führung des Prälaten, gegen diejenigen zu vertheidigen, welche zu milde, ren Maßregeln mögen gerathen haben, ich weiß aber, daß durch starres Festbalten am abstraften Recht das Glück der Provinz nicht gefördert ird. Wir haben das Glück, einen König zu haben, dem Gott den Thron in einer verbängnißvollen Zeit zum Schutz und Heil aller Deutschen gege⸗ ben. Alle Deutsche haben Jewisse Rechte an ihn, ganz Dentschland preist mit Bewunderung die ersten Thaten unseres Königs, es sieht aber auch auf die versammelten Rheinischen Stände, ob diese die schwere Ver⸗ antwortlichkeit auf sich laden werden, einen solchen König zu betrü⸗— ben, und ihn in seinem trẽuen Besireben für allgemeines Volks⸗ wohl zu entmuthigen. Man wird unsere Namen aufzeichnen, und der Amtragsteller wird sich vielleicht den falschen Ruhm einer ganz rücksichtslofen Liberalität, aber wahrlich leine Bürger-Krone erwerben. Der Papi weiß es und die ganze Welt, was Friedrich Wilhelm der Gerechte für die Restitution des Kirchenstaats gethan hat. Klü⸗ bers Annalen des Wiener Kongresses haben es der Geschichte aufbe⸗ wahrt. Wie stand es um die katholische Kirche am Rhein im Jahre 18157 Wie war fie gefesselt und beraubt durch die Zwangsherrschaft! Wer hat sie losgebunden? Wer hat ihr Vermögen restituirt⸗ Wer hat das Bisthum Frier und das Erjbisthum Köln eingesetzt? Wer die zu Magazinen herabgewürdigten Kirchen und Klöster dem Gottesdienst und ünterricht zurüctgegeben“ Wer hat dreimal 30900 Rthlr. bewilligt zur Verbesserung der Pfarrgehälter, wovon /a, wenn nicht *3 auf die Kathelischen kommen? Und für alles das könnte man sich un—⸗ dankbar bejeigen? Nein, ich habe das feste Vertrauen, man wird urch Anmiahme einer so heillosen Motion das Grabgewölbe eines Königs nicht entweihen, der das Volk beglückt, ihm einen ehrenvollen Frieden gesichert und Preußen stark und mächtig gemacht hat. Möge kein fremdartiger, fondern der biedere Deutsche Geist uns alle befeelen. Dann werden wir auch keine Veranlassung geben, die gieri⸗ agen Blicke des Nachbars wieder auf den Rhein zu ziehen, sondern dem König ganz vertrauen, der alle Unterthanen mit gleicher christli⸗ cher väterlicher Liebe umfaßt.“ (Fortsetzung folgt.)

Zeitungs Nachrichten.

Ausland.

Frankreich.

Paris, 26. Juni. Die von Herrn Humann in der Pairs-Kam— mer gegebenen Erläuterungen uͤber die Volkszaͤhlung und manche damit verbundene Maßregeln haben ihren Eindruck aufeinen Theil der hiesigen Presse nicht verfehlt. Der Tonstitutionneltritt den Vorschlaͤgen des Finanz-Ministers bei, weil dieselben gesetzlich seyen, weil sie zu einer besseren Vertheilung der direkten Ab⸗

gaben fuͤhrten, und weil sie alle Geschaͤftsleute und Handeltret— bende, die bis jetzt der Patentsteuer entgangen seyen, derselben unterwuͤrfen. In Bezug auf den letzteren Punkt erhebt das Journalldes Débäts einige Einwürfe, obschon es sich sonst mit dem Finanz-Minister einverstanden erklärt. Es sagt: „Es steht fest, daß, wenn das Gesetz uͤber die Patent⸗Steuer strenge ausgeführt würde, man sich eine schreiende Ungerechtigkeit wuͤrde zu Schulden kommen lassen. Man wuͤrde das Recht bis zu einem Punkte treiben, wo es seinen Namen nicht mehr verdienen wuͤrde; sondern eine Plackerei genannt wer— den muͤßte. Man wuͤrde dann unter die Patent— pflichtigen Leute aufnehmen muͤssen, welche nur mit Muͤhe durch ihre Arbeit ihren Unterhalt und den ihrer Familie erwer— ben. Man wuͤrde dann aus einer Menge armer Handwerker, welche vor anderen nur das voraus haben, daß sie im Hause ihr Handwerk treiben, zu Gewerbsleuten machen. Die Ver— mehrung der Einnahme, welche sich fuͤr den Staat daraus er geben konnte, wuͤrde durch die Unzufriedenheit, die eine solche bis jetzt unerhoͤrte Strenge unter den arbeitenden Klassen ver— breiten wuͤrde, zu theuer erkauft werden. Ware die Maßregel auch vom fiskalischen Standpunkte aus gut, so waͤre sie doch vom politischen aus abscheulich. Das bestehende Gesetz uͤber die Patentsteuer ist schlecht, das erkennen wir mit dem Finanz⸗Mi— nister an, aber es wurde noch weit schlechter seyn, wenn man die Milderungen, die es seit den 40 Jahren seines Bestehens erträglich gemacht haben, daraus weglassen wollte. Die Strenge, wenn sie auch unter noch so vielen Personen vertheilt wird, bleibt immer Strenge.“

Außer dem „Journal des Debats“, welches in einer Reihe von Briefen aus London die letzten Vorgange in England be— leuchtet, wenden auch die meisten andern Blatter demselben ihre Aufmerksamkeit zu. Der Courrier fran ais stimmt der Ansicht Hume's bei, daß das Englische Volk sich gegenwartig in einer ähnlichen Lage befinde, wie die, in welcher sich das Fran— zoͤsische Volk im Jahre 1789 befunden habe, wo der Adel frei von allen Abgaben gewesen sey, und wo die Arbeit des Buͤr— gers und des Handwerkers allein alle Staatsausgaben hatte tragen muͤssen. Seit 1816, fuͤgt das genannte Blatt hinzu, waren alle Abgaben, welche in Großbritanien auf dem Land besitze gelastet, allmaͤlig von der Steuerliste verschwunden; die Gründeigenthumer bezahlten kaum ihren Antheil an den direk— ten Steuern, und das sey verhaͤltnißmaͤßig nur ein sehr kleiner Theil. Die Steuer dagegen, welche ihnen der uͤbrige Theil des Volkes in Form der Schutzzoͤlle zahle, sey ungeheuer. Als eine Eigenthuͤmlichkeit der Englischen Berhältnisse hebt dieses Blatt noch hervor, daß, wo man sonst die Aristokratie ange— griffen habe, man auf ihre Zerstöͤrung ausgegangen sey. Nicht so in England, wo die öoͤffentliche Meinung sich schwerlich an eine andere Regierungsform, als an die der Aristokratie gewöh— nen wuͤrde. Freilich gehe man in der Hitze des Gefechts oft uber das anfängliche Zlel hinaus. Der Constitutionnel wil aus den Vorgängen in England eine wichtige Lehre fuͤr die Franzosen schoͤpfen. Diese, sagt er, hätten die ganze Aristokra—⸗ tie zerstoͤrt, und daran hatten sie wohl gethan. Aber nun faͤn— den sich in Frankreich Staatsmaͤnner, welche daruͤber betruͤbt waͤren, und den unsinnigen Traum hegten, sie wieder herzustel— len. Diese möchten nur bedenken, welcher Kampf sich jetzt in England eröffne, wo die Königin und das Volk auf der einen die Aristokratie auf der anderen Seite stehe. In einem solchen . der Dinge laͤgen die Keime der schrecklichsten Revo ution.

z . , Messenger hat das Oesterreichische . den uͤbrigen Großmaͤchten vorgeschlagen, fich gemein“ schaftlich dahin zu verwenden, daß ein Waffenstillstand zwischen den Truppen Mustapha Pascha's und den insurgirten Kandioten zu Stande gebracht werde; wahrend dieses Waffenstillstandes

wurden die Großmächte bei der Pforte fuͤr die Verbesserung der Lage der christlichen Unterthanen interveniren. Das ge⸗ nannte Journal fuͤgt hinzu, diese Frage werde gegenwärtig von der Londoner Konferenz erwogen.

Die Regierung veröffentlicht folgende telegraphische De pesche, datirt aus Perpignan vom 21. Juni: „Der Gene ral‚Kommandant der 21 sten Militair Division an den Kriegs-Minister. Die Arbeiter von Sabadel, einer Stadt der Provinz Barcelona, haben die Werkstuͤhle und die Maschinen der Manufakturen zertruͤmmert, weil ihnen eine Er höhung ihres Lohns nicht zugestanden worden war.“

Hiesige Blatter berichten, Lord Granville sey schon seit laͤn— ger als einem Monat beim Englischen Ministerium um seine Abberufung aus Paris eingekommen, da aber Lord Palmerston fürchte, daß die Verwaltung, deren Mitglied er sey, durfte ge wungen werden, von den Geschaͤften abzutreten, so habe er

ord Granville aufgefordert, den Ausgang des Kampfes zwischen dem Ministerium und den Konservativen abzuwarten. .

Der Herzog von Montpensier traf am 2 sten auf der Neise nach den Bädern von Barege in Pau ein; der Prinz reist im strengsten Inkognito. Er stieg im Stammschlosse Heinrich's IV. ab, ohne Jemand zu empfangen.

Das Journal des Debats berichtet, daß die gegen den

Englaͤnder Lillicrap anhängig gemachte Untersuchung mit Thä tigkeit betrieben wird.

Wie man vernimmt, hat der Marine Minister in den ten Tagen neue Instructionen nach sammtlichen See⸗Häfen der Königl. Marine abgeschickt, um den Bau der auf den befindlichen Schiffe und die Ausruͤstung mehrerer Fahrzeuge, die nach den Gewaͤssern der Levante bestimmt sind, zu beschleu nigen.

Börse vom 26. Juni. Es wurden so gut wie keine Ge schäfte gemacht, und die Fonds waren sogar wahrend der gan zen Böoͤrse sehr ausgeboten. Wie es scheint, wollen sich die Spekulanten auf keine Geschaͤfte einlassen, ehe nicht die An leihe zu Stande gekommen ist.

Toulon, 22 Juni. In unserer Stadt haben sich neuer dings Kriegsgeruͤchte verbreitet. Es heißt, der Vice Admiral Hugon werde in Kurzem den Befehl erhalten, mit der Flotte zurückzukehren. Saͤmmtliche Schiffe wuͤrden ihre Vorrathe an Lebensmitteln fuͤr sechs Monate ergaäͤnzen und unmittelbar dar auf nach den Gewaͤssern der Levante unter Segel gehen. Fer ner wird behauptet, der Contre-Admiral Lalande würde zum Vice-Admiral ernannt und Vice-Admiral Hugon, welcher die See⸗Praͤfektur von Toulon erhalten wurde, im Kommando der Franzoͤsischen Flotte in der Levante ersetzen. Endlich wird noch versichert, der Contre-Admiral de la Susse werde am 25sten d. mit der unter seinem Besehl stehenden Schiffs-Division ab gehen.

Marseille, 23. Juni. Der zwischen Marseille und Nea pel fahrende „Pollux“, eines der schoͤnsten Dampfbste des Mittelländischen Meeres, ist mit seiner ganzen Ladung in dem Kanal der Insel Elba zwischen Longono und Piombino unter— gegangen. Es hatte dieses unglückliche Ereigniß am 17ten um II Uhr Abends statt. Auf dem „Pollux“ befanden sich eine etwa funfzig Kopfe starke Bemannung und a6 Passagiere. Gluͤcklicher Weise wurden alle auf dem Schiffe befindlichen In dividuen gerettet, mit Ausnahme eines alten Neapolitanischen Capitains, der in den Fluthen umkam. Es wurde diese Kata strophe durch einen Zusammenstoß des „Pollux“ mit einem an— deren Dampfboote, dem „Montegibello“ veranlaßt. Der „Po— lur“ versank in weniger als zehn Minuten; nichts konnte ge rettet werden, nicht einmal die Schiffspapiere und das Brief Felleisen. Der Werth der untergegangenen Waaren und Effek ten ist noch nicht ermittelt. Eine Dame, die sich unter den Passagieren befand, verlor allein Juwelen im Werth von 60,006 Fr.

3 Gestern fand der formelle Schluß der Session statt, und das veranlaßt uns, noch einmal einen Blick auf den letzten Monat derselben zuruͤckzuwerfen. Wäh— rend dieser Zeit ist die Pairs-Kammer allein thaͤtig gewesen und hat ein Verfahren gezeigt, welches der Session eine große Bedeutung giebt, wenn auch ihre eigentlichen Resultate der Aufmerksamkeit der Masse entgehen. Seit 1839 hat die Pairs Kammer zum erstenmal ein Gesetz in einer Weise und unter Umstaͤnden zuruͤckgewiesen, welche das bestehende Ministerium auf einige Tage hin erschuͤtterten. Zwar hat sie in der vorletzten Session ebenfalls das von der Deputirten-Kammer angenommene Renten⸗Reductions⸗BGesetz zuruͤckgewiesen; doch wußte sie, daß damit dem Hofe und dem damaligen Kabinet ein Gefallen geschah. Denn dem einen wie dem anderen war es mit dieser Maßregel kein Ernst, auch hatte sich diejenige Minorität in der Deputie ten-Kammer dagegen erklärt, von der orauszusehen war, daß

x Paris, 26. Juni.

sie bald wieder die Majoritaͤt werden wuͤrde. Die Pairs glau ben daher, daß nun die Zeit gekommen sey, wo sie mit Erfolg Oppositionen machen koͤnnen, ohne zu befuͤrchten, daß die jetzt fester begruͤndeten konservativen Elemente im Lande eben durch jene Oppositionen gefährdet werden konnten.

Auch ist die von Herrn Guizot in der letzten Sitzung der Pairs-Kammer gegebene Erklarung von dem bevorstehenden Wechsel der Franzoͤsischen Agenten mit der Republik La Plata zu bemerken. Man spricht nämlich schon seit langerer Zeit davon, daß das jetzige Kabinet solche Veraͤnderungen in den meisten entfernten Punkten vornehmen werde und auch Man ner vom Fach dorthin senden will, um an Ort und Stelle die eingesandten Berichte pruͤfen zu lassen. Denn nach sorgfaͤltiger Präfung aller dieser Berichte, wie sie seit zehn Jahren einge gangen, soll es sich gezeigt haben, daß die Regierung durch die u parteiische Darstellung derselben von Seiten ihrer eigenen

genten in manche unnütze Händel verwickelt worden sey. So bezeichnet man auch die Sendung des Herrn Piscatory nach Griechenland und behauptet, daß sie, außer diesem, keinen ande— ren Zweck habe.

Die Brief-Angelegenheit ist in der vergangenen Woche wie— der a Sprache gekommen, und zwar auf eine Weise, welche den Urheber dieser Umtriebe noch verächtlicher macht. Man bezeich- nete dabei den Redacteur eines in London erscheinenden Fran— zöͤsischen Journals, des „Courrier de l'Europe“, Herrn Bohain, als einen Helfershelfer in der Geschichte, der Herrn Laroche— y 6 von St, Edme, eingefuͤhrt habe. Dieser

, . fordert seit einiger Zeit die Contemporaine zu wiederholten Malen auf, sie möchte auf seinem Buͤreau erschei—⸗ nen und ihm die Originale jener Briefe vorzeigen, mit welchen sie, nach der Angabe des Herrn Berryer, sich in London vor dem Gehenktwerden schuͤtzen zu muͤssen geglaubt habe. Da die Contemporaine nichts dagegen vorbringt, so setzen fich diese Leute durch ihr gegenseitiges Benehmen in dieser Saͤche von selbst der Verachtung der öffentlichen Meinung aus. ö

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5 Paris, 26. Juni. Das Leichen ⸗Begaͤngniß des Herrn Garnier⸗Pages hat, trotz des unsicheren Wetters, einen sehr starken Andrang des Volks nach den Boulevards gezogen, uͤber welche sich der Zug in diesem Augenblicke fast ihrer ganzen Länge nach, von der Straße Lafitte bis nach dem Bastilleplatze, bewegt. Obgleich er schon um 12 Uhr aufgebrochen ist, wird er den Friedhof des Päre Lachaise doch kaum vor Uhr erreichen, und it daher nicht wahrscheinlich, daß die Nachricht von dem Ende der Eeremonie noch mit der heutigen Post abgehen koͤnne. Es ist indessen nicht zu fuͤrchten, daß dieselbe durch unruhige Auftritte gestoͤrt werde, wie aͤngstliche Gemuͤther voraussehen zu duͤrfen glaubten. Die Regierung selbst hat die Gefahrlosigkeit der öffentlichen Stimmung dadurch anerkannt, daß sie, ihren sonstigen Gewohnheiten ganz zuwider, so gut wie keine, wenigstens keine in die Augen fallenden polizeilich rungen gegen einen etwaigen Ausbruch schaften getroffen. Der Zug hat den kratischer Einfachheit, die in einigen Punk sucht erscheinen kann. Der schmucklose s wagen ist von einer Deputation der Notabilitäten der Partei umgeben, welck Pagéës ihr politisches Haupt verloren hat schließt sich ein unermeßliches Gefolge, in Mannern der höhern Stande, Offizieren un Nationalgarde, Studenten und Handwerke den verschiedenen Kostuͤmen der Leidtrage blauen Blousen der Arbeiter durch ihre ; bemerklich. Nach einer ungefähren Schätzung zählt das Gefolge wenigstens 25,0960 Köpfe, größtentheils Leute in d Alter. Ihre Haltung ist jedoch durchaus friedlich, sieht es ihnen auf den ersten Blick an, daß sie nicht dars ken, die Scenen zu erneuern, zu denen das Begraͤbniß nerals Lamarque Veranlassung gab. Heute Abend wird leicht, in Folge der Nachfeier des Begräbnisses, in kleiner Tumult stattfinden, allein die Ruhe der dadurch keinesweges ernstlich gefährdet werden.

Gestern starb Herr Berryer, der Vater des großen Redners und, wie sein Sohn, ein eifriger Verfechter der Sache der alten Monarchie. Die legitimistische Partei wird seine Leichenfeier ohne Zweifel mit großem Glanze begehen, aber die Huldigung der Menge, die doch heutiges Tages von so großer Bedeutung ist, wird dabei fehlen.

Das Projekt der Anlegung einer Schweizer-Kolonie Bona wartet nur noch auf die Koͤnigl. Bestätigun es schon seit mehreren Wochen vorliegt. Die Grunde ihrer Zoͤgerung muͤssen dahin gestellt bleiben, doch durften sie immer hin wenigstens theilweise mit den allgemein bekannten Ruck sichten zusammenfallen, welche die Regierung bisher überhaur abgehalten haben, mit rechtem Eifer Und mit wahrer Freudig keit auf das National-Verlangen der eigentlichen Colonisation Al geriens einzugehen. Die Regierung kann unmoglich, wie die kur; sichtige Volksleidenschaft, über die schweren Gefahren hinwe zsehen von denen die Franzoͤsische Niederlassung in Afrika durch gewisse, noch durch die Ereignisse des vorigen Jahres so nahe geruͤckte Even tualitäten bedroht ist, und es ist daher sehr naturlich, daß sie an steht, die schwere Verantwortlichkeit auf sich zu nehmen, welche das künftige Schicksal der projektirten Kolonie für deren Gruͤn der mit sich bringen kann. Was aber auch das Kabinet der Tuilerieen endlich beschließen mag, so moͤchte man doch wuͤnschen, daß die etwaigen Aufforderungen zur Auswanderung nach Afrika wenigstens in Deutschland kein zu williges Ohr finden, und daß man doch jedenfalls die Gefahren, denen man sich durch die Ansiedelung in dem Lande der Beduinen aussetzen durfte gegen die gebotenen Vortheile und Begunstigungen gewissenhaft auf die Wage lege.

Herr Alfred de Muͤsset hat als Antwort auf sein Schmaͤh

auffalle ) große

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Bedicht eine Menge von Herausforderungen, sowohl von hier lebenden Deutschen, als aus Deutschland erhalten, sich aber da— hin erklaͤrt, daß er keine derselben annehmen werde.

Großbritanien und Irland.

London. 26. Juni. Gestern ertheilte die Königin dem Königl. Preußischen Gesandten bei der Schweizer Eidgenossen schaft, Herrn Bunsen, der, wie das Hof-Cirkular sagt, mit einer speziellen Mission von Seiten Sr. Majestät des Königs von Preußen hier eingetroffen ist, eine Audienz, worauf der selbe auch dem Prinzen Albrecht vorgestellt wurde.

Außer den schon erwähnten Ernennungen meldet Zeitung noch die des Oberst George Anson zum Sekrete Feldzeugamts, des Capitain James Plumridge zum A dieses Departements, des Herrn William Cooper zu einem der Lords des Schatzes und des Herrn Alexander Bannerman zu einem der Kommissarien des Greenwich Hospitals.

In der Adresse, welche Herr J. L. Goldsmid an die Juder City gerichtet hat, um sie aufzufordern, Lord J. Russell's W

1

3 und faͤhrt dann fort:

Ihr werdet euch gewiß des beständigen standes erinnern, den dieser Minister unserer hat; ihr werdet bedenken, daß er noch neuer! t regel sprach, welche die Juden von allen gesetzlichen freien sollte e sie zu Munizipal-Aer denen manche von euch gerade in dieser Stadt gewähl fen, und die einige unserer Glaubensgenossen durch hesendere n stigung jetzt in Provinzial-Städten bekleiden erklärte, er sey hereit, nicht bloß diele Bill, sondern jede Maßregel zu unterstützen welche die Rb sicht habe, bürgerliche Unterschiede wegen Glaubens⸗Verschiedenheit zu entfernen. Ihr werdet euch erinnern Minister der Krone euch und die Dissenters im Allgemeinen durch dir Errichtung der Univer sität zu London unterstützte, wo ihr für eure Kinder die höchsten Ehren erlangen könnt, welche ein vorzüglicher Unterricht zu geben von welcher Wohlthat auch bereits viele von euch, wie ich weiß brauch gemacht haben. Ihr werdet auch nicht vergessen daß der edle Lord uns doppelt werthvoll ist in diesem Angenblicke nachdem die Hand des Todes uns in kurzer Zeit zwei unserer mächtigsten und thätigsten Freunde genommen hat, Lord Holland und Sir R. Grant, deren Be mühungen fortwährend dahin gerichtet waren Gerechtigkeit für ihr jüdischen Landsleute zu erhalten.

Fuͤr den Fall, daß Lord John Russell bei den Wahlen der City nicht durchdringen sollte, meint man, daß er sich fur Rich— mond melden wuͤrde. In Westminster meldet sich Herr Rous gegen Herrn Leader oder General Evans. Als Hauptverfech— ter der konservativen Interessen erscheint dort Sir Francis Bur, dett. Der Kanzler der Schatzkammer hat sich bereits zu Ports mouth seinen bisherigen Konstituenten vorgestellt, wo er ein scharfes Examen zu bestehen hatte. Besonders wurde die Frage an ihn gestellt, ob er die von der großen Mehrheit des Volks verabscheuten Armen., Gesetze unterstuͤtzen wolle. Der Minister antwortete ziemlich entschieden, die Negierung könne sich nicht durch jeden Wechsel der offentlichen Meinung bestimmen lassen.

Nach Berichten vom Vorgebirge der guten Hoff—

nung bis zum 21. April herrschte unter den ausgewanderten

Holländern zu Port-Natal die größte Bewegung, weil sich ein

Englisches Vachtschiff der „Phlegethon“, dicht an der Kauͤste

gezeigt hatte. Man schloß daraus auf nahe bevorstehende Feind—

seligkeiten von Seiten der Englischen Regierung, und alle dort

ansässigen Englaͤnder waren unter Aufsicht gestellt. Im Ganzen

wird die Lagè der Ausgewanderten als sehr unguͤnstig geschil⸗ dert, da sie sehr viel Vieh verloren haben.

Als ein Beispiel, wie ungesund das Klima von Jamaika

r Europäer sey, wird angefuͤhrt, daß am 19. Dezember 2 Ar⸗

lerie⸗ Compagnieen, jede aus 3 Offizieren und 77 Soldaten

stehend, von Woolwich nach Jamaika abgingen, die jetzt be⸗

ffiziere und 31 Soldaten dort am Fieber verloren haben.

ch alter Sitte wird die Taufe der Kriegsschiffe gewoͤhn⸗

lich dem vornehmsten der anwesenden Zuschauer uͤbertragen, und

si., geb uührte also bei der Taufe des Dreideckers „Trafalgar“ zu

Woolwich der Koͤnigin, welche sich auch dazu bereit erklärt hatte.

s ch erfuhr, daß Lady Bridport, Nichte Nelson's, zum

Zug eine Flasche von dem Wein gesendet

große Seeheld auf dem „Victory“ bei sich ge—⸗

erklärte sie sogleich, daß dieser ebenfalls anwe—

die Ehre der Taufe vor ihr gebuͤhre und dersel—

wie auch geschah, äbertragen werden muͤsse.

Deutsche Bundesstaaten. Sannover, 29. Juni. Gestern Abend hat sich leider 7 . ö. 6 * 1 68 283 . Zesinden der Königin dermaßen verschlimmert, daß Ihre . he verschieden sind, nachdem Al— Sr. Majestaͤt dem Koͤnige Ihre J

fangen. Najestàͤt waren am darz 1778 geboren und haben mithin ein Alter von 68

Duell Ullb Del

81 . ** München, 26. Jun

, iesen Morgen feierte 1m 59 1nt

in der akademischen Aula r Minister des In⸗ 1 Abel, beim Nach einer kurzen Einlei⸗ t jener Zeit ver— Iofessor Dr. Zenger, einen Bericht uber die ; es verflossenen Jahres Ve fe dieses Be— er Anzahl Es wurde zu⸗ Resultat der vorjährigen Preisaufgaben bekannt ge— die neuen Ausgaben fuͤr das nächste Jahr verlesen. letzten Tagen hat Professor von Goͤrres ein Kolle⸗ iber Mythologie begonnen.

. Masestat die Königin von Griechenland wird, dem Vernehmen nach, am 2. Jul unsere Hauptstadt verlassen, um sich nach dem Bade Ems Zu begeben, von wo aus Ihre Ma⸗ jestaͤt nach gebrauchter Kur 6 Wochen in Ihrer Vaterstadt Ol— denburg zubringen wird. Zum Oktoberfest trifft Dieselbe wieder

in Munchen ein, und kehrt von hier aus nach Athen zuruͤck

1s⸗Maximilians⸗Universität Stiftungstag, welchem Akt von

Schicksale der hohen Schule sei * Pi eränderungen, welche sich AUlniversität ergeben n.

fuhr man, daß unsre Univers

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l 1 WMW yrnsl t 5 ER szKo renden bloß hinter Ve lin zuruͤckstehe.

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Leipzig, Juli. Vor kurzem war rath Dr. Samuel Hahnemann vo das Ehrenbuͤrgerrecht ertheilt. Der Koͤnigl. Sächsische Gesandte in Paris, Herr von Koͤnneritz, erfreute daher den dort lebenden Greis an seinem 8Sösten Geburtstage durch Ueberreichung des von dem Buͤrgermeister zu Meißen, Herrn Zschucke, daruͤber

ausgestellten Diploms

n seiner

Wiesbaden, 24. Juni. (A. 3. Aus glaubhafter vernimmt man, daß die Paͤpstliche Curie in Rom die des Dekans Mohr zu Niederwalluf zum kat holischen

Bischof in Limburg als nicht kanonisch verworfen hat Von Seiten der Herzoglich Nassauischen Landes-Regierung sind von neuem Schritte zur Aufrechthaltung dieser Wahl geschehen. Sollten sie erfolglos seyn, so wird, da die Regierung ihren Wahl-Kandidaten nicht fallen lassen will, vielleicht der Bischoss⸗ stuhl in Limburg einstweilen unbesetzt bleiben. Wie es heißt, Staats-Minister von Walderdorff, welcher der katholi— schen Kirche angehört und streng auf den Ritus derselben halt, sich jeder Einwirkung auf diese vielfach besprochene Angelegen—

s heit enthalten.

soll der

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Hamburg, 23. Juni. Das Frankfurter Journal berichket aus Hamburg? „Die vielbesprochene Angelegenheit wegen des heimlichen Sklavenhandels und des betreffenden Sklavenschiffes unter Hamburger Flagge ist nun von unserem Handelsqerichte dahin entschieden, daß das Schiff „Louise“ oͤf⸗ fentlich versteigert Und der hiesige Kaufmann zu einer schweren Geldbuße verurtheilt ist.“

Luxemburg, 25. Juni. Der Konig, Großherzog und Prinz Alexander haben gestern Abend um ! Uhr die hiesige Stadt verlassen und sind nach Holland zuruͤckgekehrt Se. Ma⸗ sestàt waren mit ihrem Aufenthalt im Großherzogthum sehr zu⸗ frieden und haben dies zu wiederholten Malen ausgesprochen Das Amsterdamer Hand'lsblad fuͤgt hinzu: „Ueber die Un— terhandlungen mit Preußen, wegen Anschließung des Großher zogthums an den Deutschen Zollverband hat der Köͤnig sehr zufriedenstellende Versicherungen ertheilt und mehreren Depu— tationen ist von Sr. Majestät gesagt worden, daß die Unter handlungen bereits sehr weit gediehen seyen.“

Oesterreich.

Wien, 25. Juni. Der Oesterr. Beob. bringt Folgen des ber die Heraßsetzung der Contumazperiode gegen die Eu ropaisch-türkischen Provinzen. „In Folge der seit langerer Zeit ununterbrochen guͤnstig lautenden Sanitaäͤtsnachrichten aus den europaäisch-tuürkischen Provinzen, welche das Nichtbestehen der orientalischen Pest in diesen Provinzen üͤbereinstimmend bestäͤtigen, ist in dem Banate und Siebenbuͤrgen die bestan dene Kontumazperiode auf den ersten Grad herabgesetzt wor⸗ den. Diesem nach sind die aus den europaͤisch-tuͤrkischen Pro— vinzen in die K K. Staaten unmittelbar kommenden Personen in den an der K. K. Graͤnze befindlichen Kontumazanstalten, während der Dauer des ersten Grades, keiner Kontumazirung, so wie ganz neue, noch nie gehrauchte Kleidungsstuͤcke und Waͤsche, welche im ganz reinen Zustande im Gepaͤck sich be finden, der contumaz- amtlichen Behandlung ebenfalls nicht unterworfen Nur getragene Waͤsche, schon gebrauchte Klei⸗ dungsstuͤcke, Bettgewand und Effekten von Schaf 1 5 wolle, unterliegen der Kontumaz und Reinigung. 26 ; 6 fenden General⸗Kommandanten . ubrigens den . 26 halten, den Gesundheitszustand in den jenseitigen 2 auf das sorgfaͤltigste zu beobachten, und in 24 . gendwo in den europuͤisch-tuͤrkischen e, das Hervorsu⸗ dings ausbrechen sollte, wie solches dort durch ö