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m. en, . 21 * 2 , 2 ar, . einen ir eng 2 so i die Unterneh⸗ lichkeiten des Lebens durch seinen mannichfaltigen Genuß erhöht, so 86 7 ö 2. 21 Theil⸗ alten, wogegen sie fallen muß, wenn sie fehlen. ist seine v tte ( ion ein wuͤnschens 4 3 ; ; ⸗ —ĩ. len. ermehrte Consumtion ein wuͤnschenswert ö nahme die aiachichs E record, dier arggrafsche Erft dung weiter,; Heine Beobachsuugen zaben mich gelehrt, daß, zie Bodenarten * nach den bee Erscheinungen a. . . bearbeitet und aus Run kelrüten guten Zucker bereitet habe. der besseren Ackerklassen bei zweckmäßiger Kullur einen Burchschnilts . . rd. zehn Jahre spaer 3 sich beg den Fortgang der Zucker ⸗ Ertrag von. i50 bis 200 Cre. Mrüben geben. Bel bem Prlckhmihun Den Schluß dieser kleinen interessanten Schrift machen Erzeugung aus w ü ar . er, r ,. hate, hr „Sgt. betraͤgt der Brutto Ertrag in dem ersten Falle 26 Rihir, in treffende Bemerkungen uͤber die Grunde, welche einige Raffineur? ung wre ger af e ger e wen, den! , 9 . , . . betragen in hiesi, des Kolonial-Suckers veranlassen, gegen die Ruͤbenzucker⸗ Erzeu⸗ w 9 0 4. tigen M 5 8 aus ein gen Berhaltnissen 12 bis 13 Rthlr. und es bleiben fuͤr Bodenrente ung feindlich aufzutreten. Wir empfehlen di i Gewaͤchse des Europaischen Kontinents zu erzeugen und seinen Fein ⸗ und übrige Unkosten des Ackerbaues 127 bis 20 Rthlt. übrig, so daß n n. denen, welche 9. . , dieser wichtigen Frage des Tages gruͤndlich zu unterrichten wuͤnschen,
den dadurch ein Monopol zu entreißen, wurden Karrikaturen ange- der Landwirth be dien este . ⸗ rs den ch ein. Monopols en, wurden ika a L rih bei diesem Bau gut bestehen kann, besonder ? ferrigt, die dieses Bemuͤhen von seiner laͤcherlichen Seite darstellen durch denselben sich von dem Bln chehl nn seiner / Aecker ke rcd nn e, zu weiterer Einsicht
— Dauer der Eisenbahnftahrten am 1. Sept. 1841.
Allgemeine
Preußische Staats-Zeitung.
,, 9. wohlfeilen Getraidepreis. enn, der Weizen wieder 30 Rihlr
So viel ist richtig, in jener Zeit hatten diese Bemuͤhungen gar He fen 1 ,,, keinen einflußreichen Erfolg, so sehr auch der enorme Preis des Zuk. Erfolgen eines der vortheilhaftesten Geschaͤfte des lun d dir r geh es kers allein schon ein Anreiz sein mußte, die Erfindung weiter auszuh sst fein Interesse, ihm all. Kräfte zu widmen. In Verbindun n 1 bilden und sie zum Gewinn zu benutzen. Selbst der wegen seiner dem Ackerbau wird alfo eine Ruͤbenzucker- Fabrik fehr in nf
Sonnabend den 4ten September
—— — — —— 2
Berlin,
, , n de s , deere.
Vorliebe fuͤr industrielle Unternehmungen so allgemein bekannte Ra— thusius, der mit allen Mitteln zum Gelingen einer solchen Unternch— mung ausgeruͤstet war, leistete nichts Erhebliches in der Runkelruͤben— zucke Fabrication und auch er wurde gezwungen, sie aufzugeben.
Nur in Frankreich wirkte der durch Bonaparte gegebene Anstoß fort. Mehrere Unternehmer verfolgten die eingeleiteten Experimente und ihre Beharrlichkeit wurde nach 20jaͤhrigem Bemuͤhen mit Er— folgen gekeont, die nicht allein die Aufmerksamkeit der Franzoͤsischen Regierung, sondern aller Gewerbetreibenden in Europa erregten. Der aus den Ruͤben erzeugte Zucker kam in solchen Quantitaͤten in den Verkehr, daß dadurch die Interessen der mit der Einfuͤhrnng des Ko— lonialjuckers beschaͤftigten Kaufleute beruͤhrt wurden. .
Auch in Deutschland wurde man wieder auf dies Gewerbe auf merksam. In Schlesien, derjenigen Provinz, wo die ersten Versuche mit der Ausfuͤhrung der Erfindung im Großen angestellt wurden, be schaftigten sich im Laufe des dritten Decenniums dieses Jahrhunderts mehre e Personen mit der Ruͤbenzucker⸗-Erzeugung, ohné jedoch große Fortschritte zu machen. ;
In den an Schlesien graͤnzenden Oesterreichischen Provinzen wurden zu Anfange des vierten Decenniums großere Anlagen gemacht. Die Herren Krause, Weinrich und Kodweis hatten sich anschauliche Kenntnisse von diesem Betriebe in Frankreich erworben und ihre Be muͤhungen, ihre Landsleute durch Schriften und Rath bei Anlagen von Fabriken, zum Theil durch Leitung derselben, mit dem nenen Industriezweige bekannt zu machen, muͤssen dankbar anerkannt wer— den. Ihnen ist es anzurechnen, daß besonders in Boͤhmen Runkel ruͤbenzucker-Fabriken von Bedeutung früher ins Leben traten als in den Preußischen Stagten. ö
Hier wurde der Impuls dazu durch Charlatans gegeben, wodurch
theilweise große Summen verschwendet worden sind. Aber zu leugnen ist nicht, daß die offentlichen Ankuͤndigungen von dem außerordentli— chen Gewinn, der durch Runkelruͤbenzucker- Erzeugung zu erlangen sey, viele Leute auf diese Industrie aufmerksam machte und daß meh rere Anlagen in Folge derselben gegruͤndet wurden. Die einzelnen Unternehmer, welche ohne Beruf und Mittel sich auf dieselben einge lassen hatten, erlitten allerdings sehr große Verluste. Aber durch die Anfertigung vieler Maschinen und Geraͤthschaften; durch die Verfuche mit dem Ruͤbenbaue und spaͤter mit der Verarbeitung der Ruͤben auf Zucker, wurde Gelegenheit gegeben, die verschiedenen Geraͤlhe zu ver⸗ gleichen und zu pruͤfen, die Kosten ihrer Verfertigung kennen zu ler nen, so wie diejenigen Operationen zu uͤben, die im großen Betrieb des Ruͤbenbaues und der Zucker-Erzeugung zur Betrachtung kommen. Es ist ganz etwas Anderes, wie alle erfahrene Geschaͤftsleule mir be zeugen werden, einem fremden Betriebe zuzusehen und selbst dabei mitzuwirken, als denselben vom Anfange bis zu Ende zu leiten und uͤber den pekuniairen Erfolg zuletzt Rechenschaft zu geben. An sol chen Leuten, die dies letztere vermochten, fehlse es uns in Deutschland beim Entstehen der Ruͤbenzucker-Fabriken ganz. Durch den Allarm, den jene Abenteurer zu verbreiten wußten, wurde Gelegenheit gegeben, daß sich einige brauchbare Geschaͤftsfuͤhrer fuͤr diesen Industriezweig ausbilden konnten.
Es ist unbestritten, daß in den 5 bis 6 Jahren, wo in den Preu ßischen Staalen und vorzugsweise in der Provinz Sachsen, größere Ruͤbenzucker⸗Fabriken errichset wurden, dieser Industriezweig erst eine staatswirthschaftliche und gewerbliche Bedeutung in Deutschland er— langt hat. Ob man sich gleich in den Oesterreichischen Staaten laͤt⸗— ger damit beschaͤftigt hat, so glaube ich doch in der Annahme nicht zu irren, daß die Quantitaͤt des jahrlich erzeugten Zuckers jetzt hier großer ist, als dort.
Die Ursachen der raschen Zunahme der Ruͤbenzucker-Fabrication in der Naͤhe von Magdeburg sind folgende;
a) Der Vorrath von großen Kapitalien in den Haͤnden unterneh— mender Maͤnner;
b) Bekanntschaft mit dem Anbau der Runkelruͤben, welche man dort laͤngst fuͤr die Cichorien-Fabriken anbgute. Der von Natur zum Ruͤbenbau geeignete Boden in der Naͤhe von Magdeburg war durch die Spaten-Kultur, welche die Cichorie zu ihrem guten Gedeihen erheischt, fuͤr alle eine tiefe Krume beduͤrfende Ge waͤchse besser vorbereitet, wie irgendwo. Die Arbeiter waren in den erforderlichen Handgriffen nicht nur eingeuͤbt, sondern die Akkordsaͤtze, wofuͤr man eine gewisse Flaͤche graͤbt, besaamet, saͤtet und behackt, hatten sich regulirt. Da der Eichorienbau vor einigen Jahren nicht rentirte, so kam es den Ackerbaube sitzern eben so erwuͤnscht, wie den Arbeitern, daß an die Stelle eines nicht verlangten Gewaͤchses ein anderes trat.
Aus der Westphaͤlischen Zeit, wo mit der Ruͤbenzucker⸗Erzeugung
auf Veranlassung der damgligen Regierung in der Gegend von
Magdeburg Versuche angestellt wurden, waren noch einige Per
sonen vorhanden, die sich wenigstens von der Möglichkeit, aus
Ruͤben Zucker zu erzeugen, durch den Augenschein uͤberzeugt
hatten. Es mag daher auch dieser Umstand mit hinzugetreten
seyn, um dort in kurzer Zeit so großartige Etablissements ins
Leben zu rufen, als daselbst angetroffen werden. ö
In diesen durch die Erfahrung sich heraus gestelllen That sachen sind die Bedingungen enthalten, unter welchen dieser Industriezweig allein erbluͤhen kann. Ackerboden, welcher die Erzeugung der Ruͤben beguͤnstigt; die erforderlichen Arbeiter, welche die zu diesem Bau un— enibehrlichen Handgriffe kennen; die zur Anlage von Zucker-Fabriken selbst noͤthigen Kapitalien; Maͤnner mit den Kenntnissen, die zur zweckmaͤßigen Anlage der Gebäude, zur Auswahl und Aufstellung der erforderlichen Maschinen und Geraͤthe und zur Einuͤbung und An— lernung der Arbeiter unerläßlich sind. Wo diese Erforbernisse theil weise oder ganz fehlen, da kann die Unternehmung nicht gelingen.
Man dringe nur in die Geschichte fo vieler verungluͤckter Anla—⸗ gen von Ruͤbenzucker-Fabriken ein, fö wird man immer sinden, daß wenigstens eine oder die andere Bedingung des Bestehens einer sol chen Anlage, wo nicht mehrere, fehlfe. Eine solche Untersuchung wird dazu fuͤhren, daß man nicht voreilig den Stab uͤber diese In⸗ dustrie breche und sie eine eezwungene, künstliche nenne.“
In Bezug auf den landwirthschaftlich ; J
3 zug auf wirthschastlichen Betrieb der inlaͤndi⸗ schen Zucker Fabrication bemerkt er dann'weiter hin;
„Geschaͤftsleute entnehmen aus diesen Andeutungen von selbst, daß ich eine Nuͤbenzucker-Fabrication alz landwilthschnalrchen'n Nebengewerbe im Sinne habe. Wenn jene feeilich , ,. gruͤndet ist, daß ihr die Rüben geliefert werden, so fallen nam ch die von mir angefuhrten Ruͤcksichten weg. Mit Ausnahme seltene Lokalitaͤten, wie die bereits angeführte bei Magdeburg, halte ich aber nach meinen Beobachtungen die Anlage von einer solchen Fabrik, die ihren Bedarf an Ruͤben ganz kaufen muß, für sehr gefährlich. Die Rüben muͤssen in die Fabrik zu s bis 6 Silbergroschen pro ECtr. ge⸗ liefert werden konnen; dies ist die erste und wichtigste Vedingung des Bestehens derselben, aber nur dort moglich, wo die Felder, auf wel chen die Rüben wachsen, ganz in der Nähe der Fabrik liegen, Würd der Centner Ruͤben durch eine weite Fuhre nur um Einen Silher⸗ roschen vertheuert, so kann dieser entscheidend für das Bestehen einer solchen Unternehmung seyn. Angenommen,; die Fabrit vergrheste Ho 600 Etr, Ruben, so betragt jeder Groschen mehr 2000 Rthlr.
Konjunkturen aushalten koͤnnen, in gleicher Art, wie die Kartoffck— brennereien. Muͤssen die letzteren die Kartoffein kaufen und konnen
sich nicht die Vortheile eines wohlfeilen Viehfutters berechnen, oder
die Brennerei als eine Gelegenheit betrachten, Torf und geringes Holz zu verwerthen, so koͤnnen sie eben so wenig bestehen, als zucker? Fabriken, die nur zu hohen Preisen die Ruͤben erhalten konnen. Es sind immer nur wenige ideenreiche Maͤnner, die fuͤr die Zu—⸗ kunft wirken und das vom Verstande als zweckmaͤßig Gedachte in That verwandeln. .
„Nr diese verstehen mich, wenn ich die Behauptung aufstelle, daß durch fortgesetzte Bemuͤhungen der Landwirthe fuͤr Vervollkommnung des Ruͤbenbaues der ganze Bedarf an Ruͤben in unserem Vaterlande erbaut werden kann, welcher erforderlich ist, um den noͤthigen Zucker zu erzeugen und daß dadurch auch nicht Ein Scheffel Brod früchte weniger erzeugt zu werden braucht.“
Was die staatswirthschaftliche Seite der Sache betrifft, so
stellt der Verf. S. 38 sogleich die Frage an die Spitze: Welche Interessen hat der Staat bei diesem In dustriezweige zu berucksichtigen? Der Staaf, antwortet er darauf S. 39, „hat zunaͤchst ein wichtiges finanzielles Interesse zu beruͤcksichtigen, indem eine der be— deutendsten Eingangs-Abgaben dadurch gefaͤhrdet wird, wenn durch unghme der Ruͤbenzucker⸗Erzeugung weniger Rohrzucker eingeht und die dafuͤr aufkommende Abgabe sich dadurch vermindern und zuletzt ganz aufhdͤren konne.
Die fruͤher beruͤhrten Thatsachen beweisen, daß bei der Ruͤben zucker⸗Erzeugung die zweifelhafte Krisis voruͤber ist. Sie bestand vor 20 Jahren, wo sich; nicht, wie jetzt, blos um 5 Rthlr. Steuer fur den. Centner Rohzucker handelte, sondern wo des damaligen Zucker— preises wegen mehr als der gegenwartige ganze Werth des Zuckers mit der Steuer zu gewinnen war, haͤtte man verstan— den, den Ruͤbenzucker so wohlfeil zu erzeugen, als es jetzt moglich ist. Ich weise wiederholt nochmals auf die hoͤchst wichtige Thatfache hin, daß die Zuckerpreise seit der neuesten Verstenerung des Lumpenzuckers beinahe um den Betrag der ganzen Eingangs-Steuer gefallen sind. Arbeiten die Ruͤbenzucker-Fabriken jetzt also nicht nur fort, sondern entstehen selbst neue Anlagen der Art, so ist dies als ein sicheres Zei—
chen zu nehmen, daß das neue Gewerbe auf dem gesunden Ent. Kurm. Schuld.
wickelungswege ist und mit der Zeit die Besteuerung zu ertragen vermag. ; . Die Stgatskassen haben bis hierher noch keinen nennenswerthen Ausfall durch den zur Consumtion gekommenen Ruͤbenzucker erlitten. Es ist daher auch kein trifliger Grund vorhanden, denselben bedeutend zu besteueen. Die Zucker⸗Konsumenten gewinnen durch die Wohlfeil— heit des Zuckers, welche ohne Zweifel mit dadurch herbeigeführt ist, daß bedeutende Quantitaͤten Ruͤbenzucker auf den Markt gekommen sind. Sie gewinnen aber noch mehr durch die Aussicht, daß die in— landische Zucker-Fabriegtion das Monopol vernichtet, welches die Staaten im Besitz von Kolonieen in waͤrmeren Klimaten hatten, uns mit Zucker zu versorgen und welches zu verschiedenen Zeiten als eine sehr druͤckende Abgabe auf den uͤbrigen Europaͤischen Kontinental— Staaten gelastet hat. Wem ist nicht noch erinnerlich, welche Geld opfer erforderlich waren, um in den Jahren 1806 und 1807 den Zucker herbeizuschaffen, den die uͤbermuͤthigen Feinde hier verzehrten? Steigt die Menge des im Inlande erzeugten Zuckers, der ver mehrten, durch die Wohlfeilheit herbeigeführten Eonsumtion uner achtet, so daß die Zoll-Einkuͤnfte einen bemerkbaren Ausfall erleiden, so ist nicht mehr als billig, es ist vielmehr nothwendig, daß diefer Ausfall von den inlaͤndischen Zucker- Fabrikanten durch' Besteuerung ihres Fabrikats aufgebracht werde. Wenn die Steuer nach und nach steigend eintritt, so wird sie das aufstrebende Gewerbe nicht ertdͤdten, sie wird neue Unternehmer zur sorgfaͤltigen Erwaͤgung aller Lokalitaͤts Verhaͤltnisse noͤthigen und es werden nuͤr dort neue Anlagen entstehen, wo sie von Natur hin gehdcen und wo ihnen das Bestehen gesichert ist.“
Weit höher, als das finanzielle Interesse, schlaͤgt der Verf. indessen auch fuͤr den Staat das national--dkonomische In— teresse bei der Ruͤbenzucker-Fabrication an.
„Der Gesammtwerth aller Eczeugnisse in kultivirten Landern“, meint er in dieser Beziehung S. 43, „entsteht aus der natuͤrlichen Bodenkraft, aus der Arbeit und aus den Zinsen von Kapitalien; ez ist mithin auch der Werth des Zuckers aus denselben Elementen her— vorgegangen. Wir sind in dem Besitz aller derjenigen Grundstoffe, welche zur Erzeugung des Zuckers gehoͤren.
Wir haben den passenden Boden, wo die Ruͤben mit Leichtigkeit erzeugt werden koͤnnen, sind erst die Landwirthe uͤberall uͤber ihren wahren Vortheil unterrichtet und verstehen es, dem Ruͤbenbau in ih rem Fruchtumlauf eine passende Stelle anzuweisen. Der Ruͤbenbau wird foͤrdernd fuͤr die uͤbrigen Erzeugnisse des Deutschen Ackerbaues durch die tiefe Bearbeitung des Bodens und durch die sorgfaͤltige Reinigung von Unkraͤutern, einwicken. Der Ruͤbenbau wird andere Erzeugnisse nicht verdraͤngen, er wird sie vielmehr vermehren. Der extensive Ackerbau, der zu der steigenden Bevdlkerung nicht mehr paßt, wird verschwinden und wird dem intensiven Platz machen. Nachdem das ganze Beduͤrfniß an Zucker aus den auf eigenem Boden erzeug ten Ruͤben erlangt wird, werden andere Boden-Erzeugnisse in größerer Menge zur Verzehrung bereit seyn, als ohne die Ruͤben Kultur. Der Antheil an dem Zuckerwerthe, den die Naturkraft durch den Boden hat, auf welchem die Ruͤben erbaut werden, ist also ein reiner Gewinn, der fuͤr den Nalional Neichthum verloren geht, wenn dieser Bau nicht stattfindet.“
Eben so weist der Verf. im Folgenden nach, daß der Arbeits— Verdienst der bei dem Bau der Runkelruͤben beschaͤftigten Tage— lbhner fuͤr das National-Einkommen ebenfalls als ein reiner Ge— winn in Anschlag zu bringen ist, und daß endlich selbst die Ver— wendung der Kapitalien auf die inlaͤndische Zucker-Fabrication schon deshalb wesentliche Vortheile bietet, weil sie einen schnelleren Um— satz derselben moglich macht, als viele andere Zweige der Industrie und des Handels, wie namentlich der Vertrieb des Kolonial-Zuckers.
„Wenn ich mich erinnere“, sagt er da unter Anderem S. 51, „welche Fortschritte in anderen mit der Landwirthschaft verbundenen Gewerben seit 25 Jahren gemacht sind; so darf ich hoffen, daß die Deutsche Zucker⸗Erzeugung auch endlich die Konkurrenz der Ostindi⸗ schen werde aushalten koͤnnen. ;
Es ist vornehmlich hierbei auch in Betrachtung zu ziehen, daß die Wohlfeilheit des Zuckers seinen Verbrauch auf eine nicht gewohnte Weise vermehren und daß das Sinken des Zuckerpreises dadurch bald sein Minimum erreichen werde. Nimmt man die gegenwaͤrtige Be⸗ vͤͤlkerung in den Zoll-Vereinsstaaten zu 24 Millionen an, so konsu⸗
mirt der einzelne Mensch gegenwartig mit Hinzurechnung der Steuer,
der Kosten des Raffinirens Und des Gewinnes des ö ungefahr für z Rihlr. oder gegen A Pfd. Zucker. Eine zunghme ö. Wohlbefindens der Bevdlkcrung und die gegenwartige Wohlfeil⸗ B . Zuckers werden feinen Verbrauch auf das Vierfache steigern.
a der Zucker ein so gesundes Rahrungsmittel ist und die Annehm=
Abgang ö bę: 8 * * 5 Zeitdauer AbSans Von von
Berlin. St. M. Pots da m.
8 Ubr Morgens. .. 12 11 Vormittags. 12 2 Npaechmittag⸗ 41 = Nachmittags 40 Abends.... 45
Abends . ... 51
Um 6 Uhr Morgen. .. Vormittags. Nachmittags Nachmittags Abends ... Abends ...
Meteorologische Beobachtungen.
Nach einmaliger Beobachtung.
1841. I. September.
Abends 10 Uhr.
Morgens Nachmittaga
2 Ubr.
Luftdruck . . .. Luftwürme ... Thaupunkt ... Dunstsũttigung Ve,
ar. 335,91 Fer. 336, 01 Far. uellwärme 8,49 R.
21, !. R. 4 12,87 R. Flusswärme 17,8) .
. 11,9 R. — 10,39 R. Boden wärme 18,90 R.
, 67 pet. S9 pet. Ausdüustung O, ons Rp.
heiter. bezogen. bezogen. Niedersehlag 0,099 . Rh. W. W. W. Wärme wechsel 4 22,90,
Wolken zug. .. — RV. — 4 7,19 .
4.
Taszesmittel: 335.81 Tar. 4 15,30 n... 4 9,70 R.. 79 pCt. V
Berliner Börse. Den 2. September 1841.
Pr. Cour. Brief. geld.
ACSI. Brl. Pots. Eisenb. do. do. Prior. Act.
St. Schuld- Seb. 104 104 Pr. Engl. Obl. 30. 101 * 1013 Prüm. Sch. der Seebaudlung. 95 793 Md Lp2. REisenb. 1024 do. do. Prior. Act. Berl. Stadt- Obl. 3 103 Berl. Anh. Eisenb. Ellinger do. do. do. Prior Act. Danz. do. in Th. Dũüss. Elb. Eisenb. Westp. Pfandbr. do. do. Prior. Act. Grossh. Pos. do. Rhein. Eisenb. Ostpr. Pfandbr.
Pomm. do.
Gold al marco
Friedriehsd' or
Andre Goldmin- zen à 5 Thb.
Disconto
Kur- u. Neum. do. Sehlesische do.
Pr. Cour. Thlr. zu 30 Scgæ. Brief. Geld.
Amaterdam ö. 3 PI. Kurz 138 1383 . 50 r. 2 m.. 1375 137 HIamburg k 300 Mwr. R uræz — 118. do. w 639 2m 118 18 * London. ... 1 St. 3 Mt. k 300 Fr. Mt. ; 78
150 FI. nit. 3 163
150 FI. 2 m. ; 1617
100 The. Mt. .
100 Thlr. Tage ö 992
, ,, 100 *I. Mt. 101 18RbI. Woch. 21 23 h
Petersburg ....
Auswärtige Eörsen.
Amsterdam, 29. Aug. 54 Sp̃au. 1843. Ant w erpen, , . Anl. 18195. Frankfurt a. M., 30. Aug. Oesterr. 55 Met. 1073 6 ü 55 Br. 13 244 Be. Kank- Act. 1923. 1921. 60 zu 500 FI. 135. 135. Loose zu 100 FI. —. do. 45 Anl. 102 ¶ 1. Polu. Loose 74 G. 590 non. 50. S0 6. . Eisenbalin - Actien. St. Germain —. Versailles rechtes Ufer — Po. linkes —. München- Augsburk —. Strasshurg - Basel 2145 Er ⸗ Dresden 100 G. Köln- Aachen 1001 . . Ham burg, 31. Aug. Bank- Aetien 1610 Be. Pa vis, 28. Aug. 55 Rente fin our. II6. 20. 5 59 Neapl. fin cour. 104. 50. 35 Port. —. Wien, 28. Aug. 55 Met. 106.
; 1423 973. 15 — ᷣnenk - Aeüien i563.“ Au. 4. I831 1317. 3. ISI9 I0**
45 985 4. Partial - Obl. — . Loose
PEreuss. Präm. Sch. S0 G. Spau. Anl. 193. 193. 25 5
Leipæzig-
Engl. Russ. 108. ö 39 Rente fin eour- 55 Span. Rente 21. Passive 4.
20 33 =. 26 * —
Königliche Schauspiele.
Freitag, 3. Sept. Im Opernhause: Euryanthe, große ro⸗— mantische Oper in 3 Abth., mit Tanz. Musik von C. M. von We— ber. (Mad. Fischer-Schwarzboͤck, vom Großherzogl. Badischen Hoftheater zu Karlsruhe: Euryanthe, als letzte Gastrolle.)
Sonnabend, 4. Sept. Im Schausplelhause: Die Einfalt vom Lande, Lustspiel in 4 Abth, vom Dr. Toͤpfer. Hierauf: Das Landhaus an der Heerstraße, Posse in 1 Akt.
Nönigsstädtisches Theater. Freitag, 3. Sept. Die Reise auf gemeinschaftliche Kosten.
Posse in 5 Akten, frei nach dem Franzoͤsischen, von E. (Herr Plock, Brennicke, als n, Ie chr . Sonnabend, 4. Sept. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Zum erstenmale: Torquato Tass9. Opera in 3 Atti, Poesia dei Sgr. Giacopo Ferretti. Musica del Maestro Gaetano Do- nizetti. Sonntag, 5. Sept. Eulenspiegel, oder: Schabernack uͤber Schabernack. Wiener Lokal-Posse 3 Gesang 261 Akten, von J. Nestroy. (Herr Plock: Natzi, als letzte Gaͤstrolle)
Verantwortlicher Redaeteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei.
Inhalt.
Amtliche Nachrichten. . ⸗ Landtags⸗Angelegenheiten. Rhein -Provinz. ung der Rechtspflege. 9 r* nt . St. Petersburg. Verbot von auslaͤn⸗ dischem Pulver in den Transkaukasischen Provinsen. Frankreich. Paris. Die Haltung der Heneral Conseils in der d Registrirüngs Sache. -Das Journal des Qebats und die Kretenser. — ,, , n,. — Vermischtes. — Brief aus Paris. Stimmung gegen die Tories; das Jou rnal des Débats jetzt und zur Zelt der Coalition.) . Großbritanien und Irland. Parlament. Unterhaus. Nach⸗ traͤge aus den Adreß-Debatten. . . Niederlande. Haag. Enthuͤllung von de Ruyters Standbild in
O7 desstagt Stuttgart. Ruͤckkunft des Koͤnigs Deutsche Bundesstagten. Stuttgart. Ruͤck des Koͤnigs. h — Detmold. Steuer -Erlaß. —
— Leipzig. Herr Thiers. — . Hermans Denkmal. — Ham burg. Bekanntmachung, das Aus— ruͤsten Magrokkanischer Kreuzer betreffend.
Oesterreich. Teplitz. Ankunft der Herzogin von Angouleme.
Schweiz. Aarau. Die Tagsatzung soll die Loͤsung der Aargaui⸗ schen Frage bis zum 1. Oktober vertagt haben.
Spanien. Berichtigung;
Aegypten. Alexandrien. lischen Linienschiffe.
Inland. Koblenz.
Beschleuni⸗
Die beiden im Hafen liegenden Eng—
Anwesenheit des Fuͤrsten von Metternich.
Noch Einiges uͤber die vorgeschlagene Veraͤnderung der Englischen Korngesetze.
Amtliche Nachrichten.
Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht:
Dem Landrath von Knoblauch auf Osterholz, dem Kreis— Deputirten, Rittergutsbesitzer Wilhelm Lucke auf Nieder⸗Goͤrne, dem Superintendenten Becker zu Tangermuͤnde, dem Prediger Hildebrandt zu Mieste, dem Stadtverordneten-Vorsteher und Buchhaͤndler Große zu Stendal, dem Deich-Hauptmann von Bismarck auf Briest und dem Kreis-Deputirten von Jagow auf Pollitz den Rothen Adler-Orden vierter Klasse; dem Frei⸗ sassen Joachim Friedrich Falcke in Einhof⸗Wendemark, dem Lehn-Schulzen Joachim Heinrich Pagels zu Klein-Garz, dem Schulzen Johann Arendt Ollendorf zu Riebau, dem Schulzen Mewes zu Miesterhorst und dem Gendarmen Am— menhaäuser zu Salzwedel das Allgemeine Ehrenzeichen zu ver— leihen; ferner . —
Die auf dem diesjährigen General-Landtage der Ostpreußi⸗ schen Landschaft fuͤr den Zeitraum vom 1. Juni 1841 bis dahin 1844 erfolgten Wahlen, wodurch der bisherige General⸗Landschafts⸗ Direktor von Brandt auf Rosen, die General-Landschafts⸗r laͤthe von Oldenburg auf Beisleiden, von Auerswald auf Roͤ⸗ dersdorf und Unruh auf Pliebischken, der Direktor des Koͤnigs— berger Landschafts⸗-Departements, von Brandt auf Pellen, und der Direktor des Angerburgschen Departements, Sch im mel⸗ pfennig von der Oye auf Breitenstein, für diese Aemter wie⸗ der gewahlt sind, der bisherige Landschafts-Rath, Freiherr von Hoverb'eck auf Nickelsdorf, aber zum Direktor des Mohrungen⸗ schen Landschafts-Departements ernannt worden ist, zu bestaͤtigen;
Den Land- und Stadtrichter Hoffmann zu Haynau zu—
gleich zum Kreis-Justizrath des Haynauer Kreises zu ernen-
nen; und
Dem Ober⸗Landesgerichts⸗Referendarius und Rittergutsbesitzer Ferdinand Herrmann Albert von Oppen zu Halberstadt zu gestatten, den Namen und das Wappen des adlichen Geschlechts von Huldenberg mit seinem Namen und Wappen zu vereinigen und sich in Zukunft Oppen von Huldenberg nennen und
schreiben zu duͤrfen.
Angekommen: Se. Excellenz der General-Lieutenant, außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister am Konig Sardinischen Hofe, Graf zu Waldburg-Truchseß, von Elbing.
Abgereist: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Staats— und Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Ange— legenheiten, Eichhorn, nach Anklam.
Landtags - Angelegenheiten.
Rhein ⸗Provinz.
Düsseldorf, 24. Juli. (Nachmittaͤgige Sitzung) Bei dem sechsten Rheinischen Landtage wurden vier Anträge eingereicht, welche dahin gerichtet sind, den Klagen uͤber die bisherige Ver— zoͤgerung in der Rechtsprechung am Rheinischen Appellations⸗ Gerichtshofe Abhuͤlfe zu verschaffen. In der Angabe der Mittel zu dieser Abhuͤlfe stimmen die Antraͤge jedoch nur theilweise uͤber— ein, indem der Eine die Trennung des Appellations-Gerichtsbezirks fur Livilsachen und die Errichtung eines Appellations⸗Civil⸗Senats zu Duͤsseldorf für die Landgerichts-Bezirke Duässeldorf, Elberfeld und Kleve in Vorschlag bringt, der Andere die Bildung eines zweiten Appellhofes in der Stadt Trier für angemessen halt, der Dritte die Zuruͤckverlegung des Cassationshofes in die Rhein-Pro— vinz und die Stadt Koblenz 21 Size eines zweiten Appellations— Gerichtshofes erhoben zu sehen wuͤnscht, der Vierte endlich ein gleiches Prärogativ fuͤr die Stadt Duͤsseldorf, subsidiarisch aber, mit dem ersten übereinstimmend, wenigstens die Verlegung eines Civil-Senats in diese Stadt bevorwortet.
Um bei der Berathung uͤber diesen wichtigen Gegenstand mit grbßerer Sicherheit zu Werke gehen zu koͤnnen, hatte die Ver— sammlung, auf den Vorschlag des ersten der Herren Antragsteller, es fuͤr geeignet gehalten, den Antrag durch Vermittelung des Herrn Landtags⸗Kommissarius dem Herrn General-Prokurator am Rhei⸗ nischen Appellations-Gerichtshofe mit dem Ersuchen, sich sowohl über die angegebenen faktischen Verhaͤltnisse, als uͤber die zur Re— medur in Vorschlag gebrachten Mittel, gefaͤlligst gegen den Land— tag aäͤußern zu wollen, vorlegen zu lassen. Derselbe war dem Wunsche mit dankwerthester Bereitwilligkeit entgegengekommen, und da diese Mittheilung auf die Resultate der Berathung den bedeutendsten Einfluß ausüben mußte, so stellen wir die Haupt— Momente derselben hier in gedraͤngtem Auszuge zusammen. Im Allgemeinen wird bemerkt, daß von Resten bei den Gerichts— hoͤfen nach den Bestimmungen des Dekrets vom 30. Maͤrz 1808 uberall nur dann die Rede seyn könne, wenn nach genommener Konklusion eine Sache laͤnger als drei Monate auf der Rolle sich befunden hat. Es sey daher schon unrichtig, alle am Schlusse eines Geschaͤftssahres unerledigten Prozesse als Reste aufzufuͤh— ren. Daß nicht jede zur Rolle gebrachte Sache sofort entschie— den werden konne, liege in der Natur der Sache und moͤchte selbst im Interesse der Parteien nicht einmal zu muͤnschen seyn.
Zwischen Resten und schwebenden Sachen muͤsse daher vor Allem ein Unterschied gemacht werden. Moͤgen von 1200 zur
Rolle gekommenen Sachen am Schlusse des Jahres immerhin 30 noch schweben, so werden diese doch mit Unrecht alle als Ruͤckstaͤnde bezeichnet. Ueberdies aber sey auch nicht zu uͤberse— hen, daß eine weit groͤßere Anzahl von Sachen, welche ihrer Na— tur nach als dringend sich herausstellen, gleich in den ersten Wochen, nachdem sie zur Rolle gekommen, ihre Entscheidung er— halten, und unter diesen Umstaͤnden moͤchte es wohl Niemand zu beklagen haben, wenn die am Schlusse des Jahres schwebend ge⸗— bliebenen Sachen ein Viertel der anhäͤngig gewesenen Prozeduren nicht bedeutend uͤbersteigen. Nach diesen Vorbemerkungen theilt nun der Herr General-Prokurator in Zahlen, die in den 9 Jah— ren von 1831 — 32 bis 1839 — 40 zur Rolle gebrachten und die
in eben diesem Zeitraume an dem Schlusse der resp. Jahre
schwebend gebliebenen Sachen mit und weist nach, daß die Zahl der letzteren in den Jahren 1831 — 32, 1832 — 33, 1833 — 31, 1837 — 38, 1838 — 39ů nicht den vierten Theil und nur in den ubrigen vier Jahren eine mehr oder minder großere Zahl erreicht habe. Daß dies Verhaͤltniß in dem zuletzt genannten Jahre das bedeu⸗ tendste gewesen, liege in dem Umstande, daß in diesem 98 Sachen mehr, als in dem vorhergehenden Jahre, aufgebracht worden, wo⸗
durch denn auch die in dem Antrage aufgestellte Vermuthung auf
das evidenteste widerlegt werde, als ob die verzoͤgerte Rechtspre— chung in zweiter Instanz die Parteien von Einlegung der Beru— füng zuruͤckhalte, — eine Vermuthung, welche ohnehin gegen alle Erfährung streite, indem es nur zu bekannt sey, daß die Berufung in sehr vielen Faͤllen eben nur eingelegt werde, um die Vollstrek— kung des Urtheils der ersten Instanz zu verzögern. Daß aber ein Klaͤger, welcher, bei dem Bewußtseyn von seiner gerechten Sache, ein unguͤnstiges Urtheil erhalten, von letzterem aus Furcht, vor der Unbequemlichkeit, einem Prozesse langer nachsehen zu muͤssen, von der Appell abgestanden waͤre, moͤchte ein kaum erhoͤrter Fall und somit, die langere Dauer des Prozesses mit einer indirekten Rechtsverweigerung gleichstellen zu wollen, ein fernerer Irrthum seyn, der einem praktischen Geschaͤftsmanne nicht entgehen konne. Zur naͤheren Beantwortung der vorliegenden Frage weist die Mit— theilung nun in Zahlen nach, daß im Durchschnitte der drei letz— ten Jahre von allen schwebend gebliebenen Sachen 310 uͤber sechs Monate, 133 aber uͤber ein Jahr anhaͤngig gewesen waren, was auf das einzelne Jahr durchschnittlich 113 Sachen uͤber (ech Monate, 44 uber ein Jahr anhaͤngige betreg./ mithin 147 Ruͤck⸗ staͤnde pro Jahr. Dies machte, auf drei Civil-Senate vertheilt, fuͤr jeden 31 uber sechs Monate, 14 uͤber ein Jahr anhaͤngige Sachen. Von den in den Prozeß-Tabellen noch aufgeführten bis zu sechs Monaten anhaͤngig gewesenen, im Durchschnitte fuͤr die drei Jahre 107 betragenden Sachen wuͤrden sohin auf jeden Se— nat noch fuͤnfunddrelßig kommen. Diese umfassen aber Alles, was nur einen Tag, wie was innerhalb sechs Monaten auf der Rolle gestanden, woraus also auf einen Ruͤckstand gar nicht ge⸗ schlossen werden koͤnne. Es wuͤrden davon als uber drei Monate
anhaͤngig schwerlich mehr als zwoͤlf Sachen auf jeden Sengt kom
men. Es wird aber gefragt, ob die hier nachgewiesene Anzahl ruͤckstaͤn—
diger Sachen den Antrag auf Errichtung eines zweiten oder gar
eines dritten Appellationshofes zu begründen geeignet scheine. Vielmehr wird als ein ungleich zweckmaͤßigeres Mittel zur Besei⸗ tigung derartiger Ulebelstände bezeichnet, daß die unguͤnstigen Zufaͤl— ligkeiten in der Folge entfernt bleiben mögen, welche ihre Entste⸗ hung herbeigeführt. Darunter wird aufgezählt, daß einmal in dem Jahre 1839 — 40, wie schon erwaͤhnt, achtundneunzig Sachen mehr, als in dem vorhergehenden, aufgebracht worden; dann, daß im Laufe des gedachten Jahres ein Rath. mit Tode abgegangen, zwei aber durch langwierige Krankheiten verhindert worden, an den Sitzungen Theil zu nehmen, wodurch manche Sache von neuem plaidirt, in manchen die Erkenntnisse wegen Mangels an gesetzlicher Zahl der Raͤthe, welche bei dem Vortrage konkurrirt hatten, ausgesetzt werden mußten. Als ein zweiter Grund der Verzoͤgerüngen aber wird,. angefuͤhrt und in Zahlen nachgewiesen, daß durch die Allerhöͤchste Kabinets-Ordre vom 2. August 1831 dem Appellhofe eine Masse von Verbrechen und Vergehen uͤberwiesen worden, welche frůher lediglich der Ent— scheidung der Landgerichte, resp. der Assisenhoͤfe, unterlagen. Daß
seit der Errichtung des dritten Senates wirklich die Zahl der
Reste bedeutend abgenommen, e g, die Behauptung des Antrages, dargethan, indem die im Jahre 1830 — 31 anhaͤngi gebliebenen 799 Ciwilsachen sich 1831 — 32 schon auf 429, 1832 — 3. auf 239, 1833 — 34 auf 222 vermindert hätten, und scheine es demnach ganz evident, daß ohne jenen seit 1834 durch die bezogene Allerhöchste Kabinets-Ordre entstandenen, Zuwachs von Ruͤckstaͤn⸗ den laͤngst nicht mehr die Rede seyn wuͤrde. Nun aber mußte ein großer Theil der Zeit auf die Kriminalsachen verwendet wer— den, welche fruher fuͤr die Civilsachen bestimmt war. Als drit—
ter Grund wird die um diese Zeit, namlich im Jahre 1831 in Elberfeld, im Jahre 1835 in Saarbrücken, erfolgte Er⸗ richtung neuer Landgerschte angefuͤhrt, an welchen beiden Orten von da an Assisen gehalten werden mußten, deren Praͤsidenten dem Appellhofe entzogen wurden, ohne daß darum das Personal des letzteren, wie es das Beduͤrfniß so dringend erheischte, verhaͤltniß⸗ maͤßig vermehrt worden waͤre. ü Als Mittel zu Erreichung des gewuͤnschten Zieles werden demnach vorgeschlagen: 1) die Aufhebung der qu. Allerhoͤchsten Kabinets-Ordre vom 2. August 1831; Y die Vermehrung des Personals des Appellhofes um zwei Mitglieder; 3) die Aen⸗ derung der Dienst-Ordnung in der Weise, daß durch Ver⸗ legung der Stunden zu den Audienzen und Verkuͤndigungen der Urtheile die Kollisionen zwischen den verschiedenen Senaten ver⸗ mieden werden. Dann wird noch auf den Umstand aufmerksam gemacht, daß manche Sachen nicht durch die Schuld des Gerichts⸗ hofes, sondern nur auf den Antrag der Parteien, welche zur Ein⸗ ziehung naͤherer Information oder Herbeischaffung sonstiger Ma⸗ terialten auf Vertagung antragen, langer, als es sonst der Fall seyn wuͤrde, auf der Rolle siguriren. Daß es, nach allem diesen zur Entfernung der geruͤgten Maͤngel der Errichtung neuer Appel⸗ lationshöfe nicht zu beduͤrfen scheine, durfte nach Sbigem hinrei⸗ chend erwiesen seyn. Was aber den fernern Antrag betreffe, welcher dahin gehe, in Duͤsseldorf eine besondere Abthei⸗ lung des Rheinischen Appellations-Gerichtshofes zu errichten, so sey ein aͤhnlicher Antrag schon 1835 gestellt, von dem Koͤnig⸗ lichen Justiz-Ministerium aber auf den Bericht der betreffenden Behörden zurlckgewiesen worden. Auch wird ein solcher isolirt stehender Senat als ein wahres Unding bezeichnet, welches mit der organischen Bestimmung uͤber die Appellatigns-Gerichtshoͤfe unmbglich in Einklang zu bringen waäͤre. Es wuͤrde damit nam⸗ lich 3) der jaͤhrliche Wechsel der Mitglieder in den einzelnen Se⸗ naten; b) der fuͤr manche Sachen vorgeschriebene Zusammtritt sammtlicher oder wenigstens der oft noͤthige Zutritt einzelner. Rich⸗ ter aus einem Senate zum anderen, 9 die dem ersten Praͤsiden⸗ ten und dem General-Prokurator obliegende Kontrolle uͤber den ganzen Geschäftsgang, c) die gesetzlich vorgeschriebene Communi— cation zwischen dem General-Advokaten und dem General ⸗Pro⸗ kurator, so wie e) die Verpflichtung des Letzteren, eventualiter, wo er es fuͤr noͤthig haͤlt, in den Sitzungen selbst das Wort zu nehmen, gar nicht durchzufuͤhren seyn. Dazu komme noch, daß aus den Landgerichts-Bezirken von Duͤsseldorf, Kleve und Elberfeld nicht einmal ein Viertheil der bei dem Appellations-Gerichte anhaͤngig werdenden Sachen herruͤhre, mithin das Interesse des übrigen Theiles der Rhein-Previnz nur gefährdet seyn wurde, indem den beiden anderen Senaten die uͤbrigen zwei Drittheile und so der⸗ häͤltnißmäßig eine weit groͤßere Anzahl von Prozeduren verbleiben wuͤrde, als dermalen bei dem Rheinischen 2Appellations⸗Gerichts⸗ hofe anhaͤngig sind. Daß aber eine solche Zersplitterung der Gerichtshöͤfe, deren Unzweckmaͤßigkeit nach langjähriger Erfahrung hinreichend anerkannt und nach manchen Kaͤmpfen gluͤcklich besei⸗ tigt worden, der Provinz im Allgemeinen nicht zusagen, dagegen sogar von vielen Eingesessenen der Landgerichts-Sprengel von Duͤsseldorf, Kleve und Elberfeld nicht unerhebliche Einwendungen wuͤrden gemacht werden, wird schließlich noch mit sehr beachtens— werthen Gruͤnden zu unterstuͤtzen gesucht. (Fortsetzung folgt.)
Zeitungs - Nachrichten. Ausland.
Rußland und Polen.
St. Petersburg, 28. Aug. Die hiesigen Zeitungen mel— den, daß Se. Majestaͤt der Kaiser dem Prinzen Eugen von Wuͤrt— temberg, der als Lieutenant im Garde-Husaren-Regiment gedient, mit Verleihung des Grades als Capitain, den Abschied bewilligt
aben.
; Durch Kaiserliche Verfuͤgung ist die Einfuhr auslaͤndischen Pulvers in den Transkaukasischen Provinzen, und zwar uͤber die Graͤnzen von Persien und der Tuͤrkei, fo wie uͤber das Meer, gaͤnzlich untersagt.
Frankreich.
Paris, 29. Aug. Die ministeriellen Journale fahren eifrig fort, diejenigen General-Conseils namhaft zu machen, welche sich fuͤr die Zweckmäßigkeit und Gesetzmäßigkeit der Registrirungs⸗ Maßregel aussprechen. Welchen Werth die Regierung auf die Urtheile der General-Lonseils legt, geht am besten daraus her— vor, daß man die September-Gesetze benutzt hat, um dem Courrier fran gais zur Aufnahme der nachsiehenden Berichti⸗ gung zu zwingen: „Der Courrier frangais enthalt uͤber die Registrirung einen Artikel, der mit folgenden Worten beginnt:
Mehrere General-Conseils haben sich schon uͤber die Schwierig⸗ keit der Registrirung ausgesprochen. Einige haben die Operation für gesetzlich erklart; Andere sind der Meinung gewesen, daß die Verwal— tung dem Gesetze zuwider gehandelt habe.
Man kennt jetzt die Berathung von 20 General-Conseils; 19 davon, naͤmlich das der Rhone-Muͤndungen, der Niederen Seine, des Niederen Rhein, der Seine und Oise, des Gard, des Hérault, des Loiret, der Maine und Loire, der Charente, der Dor⸗ dogne, des Eure, des Eure und Loire, des Gers, der Loire, der Oberen Marne, des Nievre, der Ost⸗Pyrenäen, des Oberen Rhein, der Seine und Marne, haben sich in einem fuͤr die von dem Fi⸗ nanz⸗-Minister angeordneten Maßregeln vollkommen gunstigen Sinne ausgesprochen. Alle jene Berathungen sind einstimmig oder mit einer sehr starken Masorität gefaßt worden. Eine ein⸗ zige Berathung, namlich die des Nord⸗Departements, ist. 6 . fiimmend; aber die Frage wegen der Geseßhlichkeit ist 6 und die feindseligen Antraͤge des Berichtes der 1 nicht angenommen worden; die Berathung in ihrer sek 323 a4 beschraͤnkt sich auf einen an die Regierung gerichteten Wunsch.