Karrikaturen gegen den Konig, gefunden hat. Er ist zur Verfuͤ⸗ gung des Koͤniglichen Prokurgtors gestellt worden.
Herr Hottinguer, dessen Tod gestern gemeldet wurde, ist nicht der jetzige Chef des bekannten Handlungshauses Hottinguer und Comp. wohl aber der Gruͤnder desselben. Er hatte sich schon seit mehreren Jahren aus dem Geschaͤfte zurückgezogen und dasselbe seinem aͤltesten Sohne uͤbertragen. Der Verstorbene war seit ei⸗ ner Reihe von Jahren eines der allgemein geachtetsten Mitglie⸗ der des hiesigen Handelsstandes gewesen. Alle Posten, zu denen ein Kaufmann durch das Vertrauen seiner Mitbuͤrger berusen werden kann, hatte Herr Hottinguer nach und nach inne gehabt. Er war Mitglied des General-Conseils, Praͤsident der Handels⸗ Kammer, Richter bei dem Handels-Tribunal, Direktor der Bank und Oberst der National-Garde gewesen.
Herr Berger de Eivrey, Mitglied der Akademie der In⸗ schriften, ist ven dem Minister des offentlichen Unterrichts beauf⸗ tragt worden, eine vollstaͤndige Sammlung aller noch vorhandenen offentlichen Erlasse und Pribat-Briefe Heinrichs *. heraus zuge⸗ ben. Sie soll der großen Sammlung inedirter Aktenstuͤcke uͤber die Geschichte Frankreichs einverleibt werden. J
Als Ersatz fuͤr Rubini hat die Verwaltung des Italienischen Theaters den Tenoristen Ronzi fuͤr die naͤchste Saison engagirt.
Die hiesige Sparkasse hat in der abgelaufenen Woche an neuen Zuschuͤssen die Summe von 601,721 Fr. erhalten; die Ruͤck⸗ zahlungen beliefen sich auf 521,000 Fr. 9
Börse vom 14. September. Troß der seit einigen Ta⸗ gen andauernden Ruhestörungen in Paris war die Rente heute sehr gefragt, und die 3 proc. erreichte den Cours von 78. An der Boöͤrse wär das Geruͤcht von dem Tode des Herzogs von Bor— deaur verbreitet.
* Paris, 14. Sept. Zur Vervollstaͤndigung der Mitthei⸗ lungen, welche ich Ihnen gestern in aller Eile vor Abgang der Post uͤber die Katastrophe beim Einzuge des 17ten leichten In⸗ fanterie⸗Regiments machte, ist zu bemerken, daß bei der großen Hitze während des Einzugs viele Soldaten Reih und Glied ver— ließen, um sich in den Haͤusern zu erholen. Dieser Umstand gab zu dem allgemein verbreiteten Geruͤchte die Veranlassung, daß ein Soldat von der Kugel verwundet worden sey, weil gerade beim Losgehen des Schusses zwei ermattete Soldaten ins Hospital ge⸗ tragen wurden. Das Pferd des Oberst⸗Lieutenants Levaillant ist auf der Stelle gefallen, der Herzog von Nemours stieg einen Augen⸗ blick ab, um sich nach dem Befinden des gestuͤrzten Oberst-Lieutenantszu erkundigen, süeg aber gleich darauf wieder zu Pferde, und ritt weiter. Gleich nach dem gefallenen Schusse ließ die dichtgedraͤngte Velksmenge, die sich bis dahin ruhig verhalten, wiederholt den Ruf: „Es lebe der König, es leben die Prinzen!“
gleichsam als laute Protestation gegen das Attentat ertönen. ĩᷣ Was die heutige Gazette des Tribunaux uͤber die Verbböre des Pappart mittheilt, ist der Wahrheit getreu. Die fernere Untersuchung wird ergeben, ob er wirklich ein ehe— maliger Soldat des Iten leichten Infant erie⸗ Regiments war und eine Rache oder eine politische Missethat beging. Die Untersuchung soll außerst rasch geführt werden. Der Kanzler der Pairs-Kammer, Pas⸗ quier, hat bereits heute ein Schreiben an alle PƷirs ergehen lassen, sich zum Gerichtshofe bereit zu halten. Die Vorsichts-Maßregeln
dauern auch heute in allen Kasernen und AWWachtposten fort. Es
ist kein Straßen-Aufstand zu befürchten, da die Volksstimmung dem gestrigen Attentate zuwider ist. .
Der Kanzler Pasquier hat heute Morgen einem neuen
des Pappart beigewohnt. Die Kommission der
welche die Untersuchung leiten soll, ist ebenfalls heute
usammenberufen worden. Erst gestern Abend, nachdem das
est im Park von Neuilly beendet war, ist der Koͤnigin die Ge—
mitgetheilt worden, der ihre Soͤhne gluͤcklich entgangen.
achte deshalb in seiner Rede der Köͤnig gestern nicht die 'ste Anspielung auf das Vorgefallene, um nicht das Fest sst seiner Familie zu truͤben. Der Platz du Chatelet soll heute Abend mil
werden, damit keine weltere Zusammenrottirung sta
w
talrisch hesetzt tfinden konne.
1 1
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Paris, 14. Sept. Es ergiebt sich jetzt, daß Pappart, welcher den Mordversuch auf den Herzog von Aumale machte, der Gesellschaft der Kommunisten angehörte, deren Mitglieder seit mehreren Tagen Bewegungen in der Hauptstadt hervorzurufen suchten. Zahlreiche Verhaftungen haben stattgefunden und meh⸗ rere Versammlungen geheimer Gesellschaften sind von der Polizei
F.1 „eke warben überrascht worden. ,
Dies neue Attentat hat bei allen rechtlich Gesinnten Schrecken
und tiefen Abscheu erregt. Man kann sich jedoch nicht verhehlen, daß die häufige Wiederkehr von Handlungen dieser Art das Ge⸗ fühl der NMißbilligung bei denen weniger lebhaft gemacht hat, die seit laͤngerer Zeit der Regierung gegenuber eine mehr oder weniger offene feindselige Stellung eingenommen haben. Bei ihnen muß man die offiziellen und offentlichen Manifestationen von den Pri⸗ vat-Aeußerungen und Mittheilungen unterscheiden. Um z. B. die eigentliche Meinung und das wahre Urtheil der Nedactelite eines Dppositlons-Journals Kher bis stattgehabte abscheuliche That genau zu kennen, muß man sich nicht an ihr Blatt halten, sondern an die Unterhaltungen, an welchen es bei solchen Gelegenheiten in dem Redaäctions-Buͤreaus nicht fehlt. Ferner muß man in den geheimen Versammlungen der Deputirten einer gewissen Farbe, ie zum Gläck eine sehr kleine Minorität bilden, das letzte Wort der Partei suchen und keinesweges in der Meinung, welche die sel— ben Deputirten in ihrer Stellung offiziell aussprechen.
Die politischen Leidenschaften in Frankreich sind so lebhaft und exceptionell, daß sie, um ihre Zwecke zu erreichen, zu Mit— teln ihre Zuflucht nehmen, die eben sowohl von der. Ehre, als von ber Moral verworfen werden; und diese Mittel erhalten eine ge⸗ heime, instiktmaßige Beistimmung, wegen des tiefen Hasses, den die Parteien gegen die Regierung hegen.
Eine ziemlich große Anzahl Journale geben, während sie den Mordversüch auf den Herzog von Aumale brandmarken, die Ent⸗ fesselung aller schlechten Leidenschasten dem Ministerium schuld. Es ist, sagen sie, seine Unpopularitat, die dem Hasse mit jedem Tage mehr Intensitaͤt und mehr Kraft giebt; es sind seine Ohn— macht und seine Unterwürfigkeit gegen das Ausland, welche die Revolution und Empbrung herbeifuͤhren, und sie geben unum— wunden zu verstehen, daß die Opposition, wenn sie am Ruder wäre, nicht gegen ahnliche Gefahren zu kaͤmpfen haben wuͤrde, Die Opposition hat unstreitig vergessen, daß die Zeit, wo die Herren Laffitte und Barrot, der Erstere als Tonseils⸗-Praͤsident, der Letztere als Praͤ⸗
fekt der Seine, an der Spitze der Angelegenheiten, standen, das
goldene Zeitalter der Emeuten und der Volks-Aufstaͤnde war.
Man muß die wahre Ursache der Unordnung, die auf Frank⸗ reich lastet, in dem beständigen Predigen der Anarchie, in den re⸗ publikanischen Blaͤttern und in der Oppositions⸗ Presse suchen, so wie allerdings auch in unseren fruͤheren Revolutionen, die den Partei⸗ Maͤnnern die traurigsten Erinnerungen und die gefaͤhrlichsten Vorbilder geliefert haben. Die Ideen von
1162 Gleichheit und Gleichmacherei, die man unter dem Volke verbrei⸗ tet hat, sind es, welche die Leidenschaften aufregen und alle so⸗ ziale Prinzipien zu Schanden machen. Die Kommunisten denken weniger daran, zu regieren, als sich des Eigenthums der Reichen zu bemaͤchtigen, um dasselbe, wenigstens temporair, zu einem Gemeingut zu machen und, ebenfalls tempo⸗ rair wie eine Bande von Wilden zu leben. Aber um diesen Zweck zu erreichen, muß man die Autoritaͤt und die Gesetze, die Religion und die Moral vernichten, und Mord und Todt— schlag üben. Und diese Menschen bilden sich ein, auf solche Weife eine ruhige und friedliche Gesellschaft, eine Gemeinde bil— den zu koͤnnen. Welche Laͤcherlichkeit! Halt man der demokra⸗ tischen Partei, die wenigstens mit Beibehaltung der Familie und mit nur mäßiger Aenderung der Eigenthums⸗-Rechte, ordentlich re⸗ gieren zu koͤnnen glaubt, hält man dieser Partei, die durch den National repräsentirt wird, jene Thatsachen und Anmaßungen vor die Augen, so erwiedert sie, daß ihr erstes Unternehmen, nach— dem sie ans Ruder gelangt, die Zerstörung jener anarchischen und blutdurstigen Sekten seyn würde. Unterdeß huͤtet die Aristokratie der kuͤnftigen Republik sich Kohl, in ihren Blaͤttern ihre Absich— ten und Meinungen ig Betreff der Kommunisten auszusprechen
und bei mehr als einer Gelegenheit hat sie in ihren Blaͤttern die— selben unterstuͤtzt. Dies beweist, daß die se vornehmere Republik nicht fern davon ist, alle Mittel der Zerstoͤrung anzunehmen. Das Attentat Pappart's ist an die Pairs-Kammer verwiesen. Diese Entscheidung mißfaͤllt der legitimistischen Partei, welche be⸗
1 — — ö — 3 ö 21 C hauptet, daß die Sohne des Königs keinen Vorzug haben durfen
und daß die Assisen der einzig kompetente Gerichtshof fuͤr ein sol⸗
ches Verbrechen seyen. Es scheint uns indeß, daß wir noch unter der monarchischen Regierung leben, und daß, wenn Louvel, der einen Prinzen von Gebsuͤt ermordete, durch die Pairs-Kammer ge—⸗ richtet wurde, auch Pappart, dieser Jurisdiction nicht entzogen werden kann. Es ist dies uͤbrigens eine reine Frage der Form und eine Gelegenheit zu Zaͤnkercien fuͤr die Partelen. Es ist dies eine Maske, mit der man gehaͤssige Gesinnungen bedeckt. Uebri⸗ gens giebt es in dem ganzen Königreiche keinen Assisenhof,; der in diesem Falle nicht mit derselben Strenge seine Pflicht er fuͤllen wuͤrde, wie die Pairs-Kammer.
Die Wuth dieser Fraktion der republikanischen Partei muß ubrigens sehr blind seyn, um ihre Angriffe gegen einen so jungen Mann zu richten, der kaum ins Leben eintritt und bis jetzt nur Beifall und Lob verdient hat. Und was hat dieser Herzog von Aumale mit der Politik, mit der Regierung, mit dem unpopulai— ren Minister der auswärtigen Angelegenheiten zu schaffen? Nichts.
Er ist, nach der Aussage Aller, die ihn gesehen, ein junger be— scheidener und muthiger Soldat, der in jeder Beziehung die fruͤh— zeltige Ehre verdient, die ihm der König dadurch erwiesen, daß er hn an die Spitze eines Regiments stellte. Aber diese Ruͤcksich— ten haben keinen Werth in den Augen wilder Partei-Maͤnner.
Gro London, 14. Sept. Die Koͤnigin und Prinz Albrecht kehr⸗ ten am Sonnabend von Claremont nach Windsor zuruͤck, und gestern hielt Ihre Majestaͤt dort eine Geheimeraths-Versammlung, bei welcher alle Minister anwesend waren. Die Kronprinzessin soll von dem Krankheits-A nfall, der dieselbe in Claremont traf, noch nicht vollkommen genesen seyn.
Sir Robert Peel it in Tanzpöoörth, Sir Igmes Graham in
Dorchestst und Sir William Follett in Exeter ohne Widerspruch zum Parlamentsmitgliede gewählt worden; zwei oder drei Stim— men waren dem Mitbewerber des Premier-Minissers, Herrn Acland, zugefallen. Die große Mehrzahl der Wähler von Tamworth hatte Sir Robert Peel anzeigen lassen, daß es seiner persoͤnlichen Er— scheinung nicht bedürfe, um ihm die Erneuerung ihres Vertrauens zu bezeugen. Er dankte dafuͤr in einem Antwortschreiben und er— klaͤrte, im Vertrauen auf diese Versicherung, in London bleiben zu wollen.
Aus der Times scheint hervoerzugehen, daß die Tories jetzü! wo sie am Ruder sind, doch fester zusammenhalten wollen, als men früher erwartete, und daß sie durch Nachgiebigkeit an ver— schiedenen Punkten fich an demselben zu erhalten suchen werden. Biele von den Whigs vorgeschlagene M ißregeln durften sie, nach den Aeußerungen dieses Blattes zu urtheilen, zu den ihrigen machen. „Ihre Loosung ist nicht'“, sagt die Tim es, „was man den alten Franzoͤsischen Königssohnen zur Zeit der Restauration vorwarf, daß sie nichts vergessen und vergeben hatten.“
Als eine der wichtigsten Felgen der Tory Verwaltung wird in ministeriellen Blattern die großere Annaherung Frankreichs an England bezeichnet. Man versichert, daß die Annaͤherung sich guf den Plan der allgemeinen Entwaffnung grunde. Alle Maͤchte ollen Frankreich Noten deshalb eingeschickt und Koͤnig Ludwig Philipp darauf geantwortet haben, daß er zwar bereit sey, stufen— Heise zu dieser Maßregel zu schreiten, daß aber die innere Ruhe Frankreichs erfordere, noch eine bedeutende Macht auf den Bei— nen zu halten, da der durch die auswärtigen Ereignisse verursachte Eindruck noch nicht verschwunden sey.
Die jetzigen ministeriellen Blaͤtter scheinen den Einfluß und die Kenntnisse Lord J. Rüussell's am meisten zu respektiren, denn sie bemuͤhen sich, ihn durch Schmeicheleien und künstliche Wen⸗ dungen, ihn zur Regierungspartei hinuͤberzuziehen. Ueber Lord
Palmerston dagegen aͤußern sich diese Blaͤtter fortwaͤhrend sehr
dufgebracht. Die Amerikanischen, die Chinesischen und die Han⸗
dels-Verwickelungen werden größtentheils ihm zur Last gelegt.
Der Courier wirft Lerd Palmerston vor, daß er nicht nur die
auswaͤrtigen Angelegenheiten sehr schlecht geleitet, sondern auch
durch sein ungesiüͤmes Benehmen viel verdorben habe. Dies Blatt Fährt unter Anderem das Verhalten jenes ehemaligen Ministers
1 den Riederländischen Gesandten Zuylen van Nyevelt und
egen den Russischen Gesandten Matuszewicz an, gegen welche
derselbe angeblich einen Widerwillen gefaßt hatte, da sie sich ihm mit zu vieler Geschicklichkeit widersetzten, und deren Abberufung er erwirkt haben soll.
Lord Ponsonby verlaͤßt Konstantinopel auf Urlaub, man glaubt aber, daß es fuͤr immer seyn werde. Ein Korrespondenz-A rtikel in der Morning Chroniele haͤlt ihm eine lange Lobrede, be⸗ sonders mit Beziehung auf das außerordentliche Vertrauen, wel⸗ ches die Tuͤrken in ihn setzten. Die Geschaͤfte der Englischen Ge⸗ sandtschaft in Konstantinopel wird einstweilen der Botschafts⸗Se⸗ tretair, Herr Bankhand, versehen.
Mit dem Paketschiff „New-⸗-NYork“, welches am 20sten v. M.
von New-Pork absegelte, ist die Nachricht hier eingegangen,
daß der Praͤfident der Vereinigten Staaten der von dem Ton— gresse angenommenen Bill wegen Errichtung einer. National⸗Vank seine Zustimmung versagt hat. Der, Praͤsident motipirt dieses Veto in einer vom 16ten datirten sehr ausfůhrlichen Botschaft; der Hauptbeweggrund seiner Weigerung ist, daß die Bill, wie er glaubt, verfassungswidrig, dem Kongreß die Macht einräumen will, eine Bank zu errichten, welche berechtigt seyn soll, Filialbankn in
den (inzelnen Staaten mit gleichen Befugnissen wie die Vank
selbst einzuführen, moͤgen nun die einzelnen Staaten ihre Zustim—
Wie es scheint, beabsichtigen die Gesetz⸗ Entwurf einzubringen, bei ruͤcksichtigt werden
mung dazu geben oder nicht. Urheber der Bill einen neuen . Bedenklichkeiten des Praͤsidenten b r das Veto dieses Letzteren keinen sehr gro—⸗ Die Bankerottbill war im Repraͤsentanten— Man glaubte anfangs, daß die Ver— eraͤnderung nach sich zie⸗ Schiffes, welches Meinung zuruͤckgekommen. Nachricht, en auf Befehl des
welchem die sollen, und es hat dahe ßen Eindruck gemacht. hause angenommen worden. werfung der Bankbill eine Ministerial⸗V e, doch war man beim Abgange des diese Nachrichten gebracht hat, von dieser Aus Mantazas hatte man in Philadelphia die daß der dortige Konsul der Vereinigten Staat General-Gouerneurs von Cuba verhaftet worden sey; die Ur⸗ Angelegenheit eines Amerikanischen Buͤr⸗
sache soll die Erbschafts⸗ t den Behörden in Sreit
gers seyn, uͤber welche der Konsul mi gewesen ist. ( aus Neu-Granada melden, daß die Regierungs⸗ iegt hatten; Cartagena aber wurde Rebellen-Anfüͤhrer Carmona belagert, Garnison, welche großen Mangel litt, war von Lebensmitteln unterstüͤtzt worden. hat hier seit vorigem Dienstag nich Sonnabend Morgens war wie nur moͤglich. Sädest-Wind bei klarem Himmel. des Wetters kommt sehr zur gelegenen Zeit, die Bohnen und die zweite Heu-Aerndte zu retten. Welzen im Felde, und naturlich wird Qualitt bei weitem besser ausfallen, als die des zuerst welche meistens sehr weich war und wahr⸗ schreitet endlich das Wetter daselbst bis Donnerstag noch schlecht war. Den Zoll von fremdem Weizen erwartet man uͤber⸗ kommen zu sehen, und fast alle La— dungen werden verzollt angeboten, Ablieferung nach Mittwoch. Weizen wird zu den Preisen der vorigen Woche ge— nommen, und in fremdem war lebhafter Handel.
Nach den ferneren Mittheilungen der Tim es uͤber die Ver— der neuen Verwaltung und Hofhaltung ist Lord zum General-Prokurator und Sergeant Jack son lfuͤr Irland ernannt. Kammerdamen der Koͤ⸗ naͤchst der Ober-Garderobenmeisterin, Buccleugh, die Marquise von Camden, die Ladies Lyttleton, Portman halt der Königin zählt 18 hoͤhere Beamten, sam In der Hofhaltung des Prinzen Al— der Marquis von Exeter,
Truppen über die Rebellen ges noch fortwaͤhrend von dem
t geregnet, und seit die Aerndte so schoͤn und gestern wehte ein lebhafter Diese günstige Veranderung um den Rest der
das Wetter
befindet sich noch einiger
geärndteten gewesen ist, Die Schottische .
auch guͤnstig fort, obwohl
morgen auf 1 Sh. herunterk
vollstaͤndigung Blackburne zum General-Fiska Herzogin von ie Gräfin Charlemont, Der maͤnnliche mtlich Gra⸗
und Barham.
„Marquis und brecht stehen obenan und Lord C. Lord Howick, der bekanntlich bei fiel, will sich der Wiedererwaͤhlung de Tory, Herrn Wolverly Attwoöod, zu Sunderland widersetzen. r bisherige Vice-König von Irlan onnerstag zu Dublin sein Abschieds Lever. aus Dublin war sehr still und traurig. ist ein so allgemein geac selbst O'Connell an ihm, so wenig wie an dem zusetzen finden.
erst Perceval
n letzten Wahlen durch—
Fortescue, hielt
Sein Abzug sice⸗Kbͤnig, Graf de Grey, hteter Mann, daß es scheint, als wurde neuen Secretair fur Irland, Lord Elliot, etwas aus an nennt das neue Kabinet das Ministerium der Lords, weil es neun Pairs und nur vier-Mitglieder des Unterhauses
r Graf von Malmesbury, Gouverneur der Insel Wight, ist im 63sten Jahre seines Alters gestorben. t er Morning-Herald will wissen, daß das Tory⸗-Kabi— Regierung Espartero's guͤnstig sey, und nicht zugeben daß die Königin Christine irgend einen Versuch mache, den inneren Frieden Spaniens zu stören. hehlt nicht,
Das genannte Blatt ver— Sir R. Peel durch dies Benehmen Espartero zum Abschlusse eines Handels-Vertrags mit England geneigt zu machen hoffe, und spricht die Zuversicht aus, daß die Cortes in ession das bestehende Verb wollen-Fabrikate aufheben wurden. Dieser Tage wird die London-Brigthoner Eisenbahn, eine der schoͤnsten Englands, in ihrer ganzen Ausdehnung dem Publikum gedsnet und der beliebte Seebade lich ein Haupt-Vergnügungeplaß der Londoner werden, welche fruͤh Morgens dahin fahren, acht bis neun Stunden und Abends in ihre rauchige Hauptstadt zuruͤckkehren koͤnnen. Als unerfreuliche Folge des Eisenbahn-Netzes, welches England immer mehr umspinnt, hebt ein Blatt hervor, daß die große Nord⸗ onst so voll regen Verkehrs,
der naͤchsten t der Englichen Baum—
rt Brighton alsdann sicher—
daselbst verweilen
straße von London nach Edinburg, f an mehreren Stellen dicht mit Gras uͤberwachsen sey.
Am 13temd. sind die Accepte der Bank-Compagnie von Not⸗ hamshire protestirt worden, da die Londoner derselben die Zahlung wegen mangelnder Fonds verwei— Bank besteht seit 1834, macht große Geschaͤfte und 0M, 000 Pfd. St., wovon 81,1450 Pfd. Sie hat fuͤnf Filialbanken.
hat ein Nominal-Kapital von 3 eingeschossen sind.
Die Majoritaͤt des neuen Mini— scheint sich eher vermehren als vermin— an die Stelle des ausgetretenen welcher seit vielen Jahren einer der der Konfervative Coch—⸗ als dieser Wechsel
London, 14. Sept. steriums im Unterhause dern zu wollen; denn schon tritt Whigs, Herrn Warburton, Vertreter des Fleckens Bridport gewesen, rane, ohne Opposition. selbst, ist die Ursache, welche Stelle niederzulegen. seine und seines Kollegen Erwaͤhlung rer Erkundigung fand er, bewegen lassen, zu Gunsten Wahl war nicht ei stechungen Theil zu nehmen; nehme Untersuchung dadurch Kandidaten der Gegenpartei Platz. „aber es steht zu erwarten,
Noch bedeutsamer Warburton bewog, seine de naͤmlich eine Bittschrift gegen eingereicht, und nach naͤhe⸗ seiner Agenten sich hatten (denn seine eigene an den groͤbsten Be— der Hoffnung, die unange— niedergeschlagen zu sehen, machte er Dies ist ein edler Be— daß jetzt, wo fuͤr die Whigs leHoffnung an dieRegierüung zuruͤckzukehren geschwun⸗ mit die Aussicht auf Anstellungen fuͤr viele, die sich ihre Wahl haben große Summen kosten lassen, n werden wagen wollen, welche die Ver⸗ s angefochtenen Sitzes zu kosten pflegt, und daher o affen strecken werden; wahrend die
daß einige dieses Kollegen nen Augenblick gefaͤ
auf Jahre hin al den zu seyn scheint, und da
manche nicht die großen Summe theidigung eine Kampf die W Muth des Siegers un reits so zahlreichen Partei nicht W. Follet und Sir J. Graham sind sterer zu Exeter und Letzterer zu Dorchester, Opposition.
Die Opposition, we schon neulich erwahnten Acland erfuhr, als dieser Mann fuͤr noͤthig hie Gesetze zu halten; denn als er neuen Premier⸗Minister aufgehob
soam, eine Abstimmung zu fordern.
dinisteriellen von dem d der Hoffnung auf den Beistand ihrer be— leicht weichen bereits wieder erwaͤhlt, Er— und zwar Beide ohne
lche Sir R. Peel zu Tamworth von dem dauerte nur so lange, de gegen die Getraide— sah, daß fast alle Hände fuͤr den en waren, hielt er es nicht fuͤr rath— Dieses ist jedoch eine Art von
lt, eine Re
Kriegslist, die Jehn Bull nicht gefaͤllt, und womit die Anti⸗corn⸗ law⸗league ihrer Sache eher schadet, als nuͤtzt. NR Peel nicht selbst zugegen war, so hielt einer seiner Brüder eine ,. Rede für ihn, die noch weniger in des Ministers Plaͤne blicken ließ, als die Reden, welche derselbe seit einigen Monaten selbst ge⸗ halten hat. Sir James Graham war zwar nicht sparsam in Schmaͤhungen gegen seine vormaligen Kollegen des gefallenen Ministeriums, meinte aber auch nur der Klugheit gemäß zu han⸗ deln, wenn er dem Beispiele seines Chefs folge und wegen der Zukunft schweige, besonders da die große Mehrheit des Unterhau⸗ ses jenes Schweigen gebilligt habe. So viel jedoch ließ er heraus (aber nur um zu zeigen, wie schlecht die Whigs die aus⸗ wärtigen Angelegenheiten verwaltet hätten), die Verhaͤltnisse mit den Vereinigten Staaten in Bezug auf Mac Leod seyen von der Art, daß es die größte Weisheit erfordern wurde, einen Krieg mit denselben zu vermeiden, so sehr er es auch bedauern wuͤrde, wenn es dazu kaͤme. .
In Folge der Berufung des Lord Lowther ins Oberhaus, ist eine Stelle in der Vertretung der Grafschaft Westmoreland erle⸗ digt, und der reiche Londoner Alderman Thompsen hat der Ver⸗ tretung von Sunderland entsagt um die Ehre anzusuchen eine Grafschaft zu vertreten, die ihm auch unter den n. haäͤltnissen nicht entgehen wird. Die Kandidaten ,. find nun der in London durchgefallene Banquier W. Attwood,
und der in der Grafschaft Durham durchgefallene Lord Howick, Sohn des Grafen Grey. Da in dieser Stadt die Rheder und Schiffbauer das Uebergewicht haben, welche durch die Whigs ihr Interesse verletzt glaubten, so scheint die Verwerfung des edlen Tords, dessen anmaßendes Wesen noch dazu ihm entgegen ist, bei⸗ nahe gewiß.
2A London, 19. Sept. Wahrend die bisherige Einrich—
tung, daß der Durchschnittspreis der letzten 6 Wochen der Ein— gangszoll auf Getraide bestimmt, schen in den letzten Wochen eine große Menge desselben aus den Koͤniglichen peichern an den Markt bei einem Einfuhrzoll von 2 Sh. 8 Pee. gebracht hat, sinkt dieser Zoll heute sogar auf 1 Sh. das Quarter herab, und leert jene Speicher gaͤnzlich von dem dort befindlichen Korn. Xü⸗ des zum großen Vortheile ihrer dortigen. Absender und Land⸗ bauern, so wie der hiesigen Spekulanten. Nichts dient he, en. genscheinlicher, die Widersinnigkeit des schwankenden Einfuhrzolls zu erweisen; denn die letzten 11 Tage haben das Ergebniß der Nerndte ganzlich umgeaͤndert. Nicht bloß die Nachrichten aus, alen Theilen des vereinigten Königreichs, sondern auch der eigene Anblick bel Durchreisung eines sehr großen Theiles der drei Königreiche haben mich belehrt, daß die gegenwartige Aerndte, im Ganzen ge— nommen, eine gute genannt werden muß. Hierzu kommt noch, daß wir seit acht Tagen ununte schd ke
haben. Die Aerndte in Irland war reichlich und ist gut einge—⸗ bracht. Ebenso, mit sehr germgen Ausnahmen, die in Suͤd⸗ und Mittel⸗ England. Nur in den Englischen noͤrdlichsten Grassch aften und in Schottland, war die Aerndte vor vierzehn Tagen noch sehr zurück, und das Getraide zum Theil grün. Der Sonnenschein ber letzten Woche muß dies aber jetzt vollig geandert haben, und es laßt sich auch dort eine gute Aerndte erwarten, wenn
gleich nicht so reichlich, als in den ubrigen genannten Theilen des Reichs. Dieses ist demnach vor der größten, ihm drohenden Gefahr, der einer Mißaͤrndte, vollig gesichert. Schon sinken die
Kornpreise hier und auf den uͤbrigen Markten, und der Einsuhr⸗ zoll wird sehr bald wieder eine so große Höhe erreicht haben, daß die fernere Einfuhr unmsglich wird. Der ganze Vortheil dieses Umschwunges ist aber auf Seiten des Kontinents. Qb dies zu einer völligen Aenderung des bisherigen Syste mts fuhren wird, bleibt jedoch noch sehr zweifelhaft. Doch scheint es, daß Sir Robert Peel ein System in Vorschlag bringen wird,. welches aus dem schwankenden Einfuhrzelle bis zu einer, gewissen Höhe des Kornpreises, und aus einem festen sobald er diese erreicht hat, zu⸗ sammengesetzt ist. . . ö
Ein System, wie das eben geschilderte, durfte vielleicht die
meisten Stimmen im Parlamente und bei den Gemaͤßigten beider
Parteien fur fich vereinigen. Ob es das beste fuͤr England ist, kann allein die Erfahrung lehren. Einigen Eindruck hat auch Herrn von Raumers jetzt Englisch erschienene Schrift uͤber das Korngesetz gemacht, welche im Ganzen genommen, hier vielen Bei⸗ fall findet. . . ;
Das Peelsche Kabinet befestigt sich unterdeß immer mehr, und hat mit sicherer Hand die Zuͤgel der Regierung ergrissen. Der Beistand der gewaltigen, allgemein verehrten Personlichkeit des Herzogs von Wellington, ist ihm dabei vom größten Nutzen. Lord Ashley wird, wegen einer untergeordneten Frage, uͤber die Arbeitsstunden der Fabrik-Kinder, keinen Theil des neuen Kabi— nets ausmachen, wie sonst wohl geschehen ware, dasselbe aber mit
seinen Antraͤgen in allen politischen Fragen aufs kraͤftigste fort⸗ waͤhrend unterstuͤtzen.
Die Kronprinzessin ist vollkemmen hergestellt und man er— wartet mit großer Spannung die Entbindung der Koͤnigin im naͤchsten Monat, in der Hosnuüng auf einen Prinzen von Wales. Eine große Menge bisher gehegter Besorgnisse werden dann so— gleich aufhoͤren, und die Beruhigung, welche nach dem kurzen Wahlkampfe schon eingetreten ist, ganz allgemein werden.
Wiederlande.
Aus dem Haag, 15. Sept. Se. Majestaͤt der Koͤnig hat den Baron Verstolk van Soelen auf sein Gesuch seiner Funk— tionen als Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten entbunden und ihn zum Staats⸗-Minister ernannt. Die Leitung des Departe⸗ ments der auswärtigen Angelegenheiten ist dem Baron van Zuylen van Nyevelt interimistisch aͤbertragen worden.
Dänemark. Kopenhagen, 14. Sept. QI. MM Se. Majestaͤt der
Fönig haben gestern wieder, wie sonst, Staats-Rath auf der Amalienburg gehalten und dort die Parole ausgetheilt. Am Kb⸗ niglichen Geburtstage wird um 12 Ühr Mittags fuͤr alle Chef und Commandeurne der hier garnisonirenden Regimenter und Corps, wie für die Stabs-Qffizieré und zwei Offiziere jeder Klasse aus dem Regiment Str; Masestaͤt des Königs, Cour auf Sorgenfrei angesagt, Am naͤchsten Donnersigge schoön werden, zur Feler des Königlichen Geburtstages, der Kronprinz und die Kronprinzes— sin auf Sorgenfrei erwartet, wo man sie, wie verlautet, mit einem festlichen Aufzuge von Bauern und Fischern empfon⸗ gen will, und acht Tage spaͤter werden die Königliche Schieß Gesellschaft und die Dänische Brüderschaft ihr fuͤher, auf Anlaß der Vermaͤhluug, bestiwmtes Fest und ihr jaͤhrliches Königs— Vogelschießen feiern. Sollte das Befinden des Koͤnigs es irgend zulaͤsfen, fo durfte Se. Majestaͤt den Geburtstag des Kronprin— zen, den 5. Oktober, in Odenfee feiern. Das Gerücht vergrößert diese Reise nach Fͤhnen, und zwar schon in dem Grade, daß ein Blatt meldet, der König gedächte, wenn sein Gesundheitszustand
rbrochen schoͤnes trockenes Wetter
1163
es irgend erlaube, die fruͤher beabsichtigte Reise nach Holstein die⸗
sen Herbst noch anzutreten.
Eine sehr ernste und, eindringliche Adresse der beiden, aus
Großbritanien hierher gesandten. Baptisten Prediger Giles und Dow son an den Bischof Seelands, die Daͤnischen Bischoͤfe und
die übrige Daͤnische Geistlichkeit, betrifft die neulichen Verfolgun⸗ gen und Versuche, um die Glaubensmeinung der Baptisten in Dänemerk zu unterdruͤcken, und die Verfasser sprechen nach dem
2
Bemerken, daß, nachdem sie in einer ausfuͤhrlichen und gnaͤdigen Nudien; bei Sr. Majestaͤt dem Könige die Pflicht ihrer. Sendung
hätten 'erfuͤllen können, es als ihre Hoffnung aus, daß ihre Be strebungen durch den christlichen Einfluß und die Dazwischenkunft ber obgedachten Geistlichen den beabsichtigten Zweck erreichen würden. — .
Das Preußische Dampfschiff „Königin Elisabeth“ kam hier Freitag Morgens zum erstenmal an, nachdem es die Reise von Stralfund über Istadt in 18 Stunden zuruͤckgelegt, und ging gestern Morgens 11 Uhr wieder von hier nach ystadt ab.
Deutsche Bundesstaaten. München, 14. Sept. Wie es heißt, wird noch im Laufe
dieser Woche Ihre Majestaͤt die verwittwete Koͤnigin mit ihrer Tochter, der Prinzessin Johann von Sachsen, sich zu einem laͤn— geren Aufenthalt nach Tegernsee begeben; der Gemahl der Letzte ren, der vorigen Sonnabend nach Wien abgereist ist, wird spaͤter
von da zurkckkehren, um seine Gemahlin zür Ruͤckreise abzuholen.
Herr Thiers ist gestern Abend gegen ) Uhr, von seinem Kam⸗ merdiener und einem Courier begleitet, hier eingetroffen und im „goldenen Hirsch— abgestiegen. Er empfing noch Abends den Be— such des Franzoͤsischen Gesandten an unserem Hofe, Baron Bour⸗ going, in dessen Geleit er heute Vormittag, schon am fruͤhen Morgen beginnend, einen Theil der Museen und Kunsttempel un— serer Stadt besuchte. Nach, einem im Hotel des Herrn von Bourgoing eingenommenen Fruͤhstuͤck setzte Herr Thiers um 3 Uhr seine Reise, deren naͤchstes Ziel Ems seyn soll, wo Madame Thiers mit ihrer Mutter sich aufhaͤlt, bis Augsburg auf der Eisenbahn fort.
Stuttgart, 13. Sept. Se. Koͤnigliche Majestäͤt haben heute dem an die Stelle des von hier abberufenen Königlich Bayerischen Gesandten, Grafen von Rechberg, von Sr. Majestaͤt dem König von Bayern als außerordentlich vollmaäͤchtigten Minister am hiesigen Hofe beglaubigten Kammerer, Freiherrn von Malzen, Audienz ertheilt und dessen Beglaubigungs— Schreiben entgegengenommen. j
Kassel, 16. Sept. Se. Hoheit der Kurprinz Mitregent ist gestern Abend von Kapsdorf in Schlesien nebst Gefolge wieder in
Wilhelmshoöͤhe eingetroffen.
Oesterreich.
Wien, 14. Sept. Sr. Majestaͤt haben den bischoͤflichen
General-Bikar von Padua und Dom-⸗Dechant, Dr. Giacomo Fo⸗ retti, zum Bischofe von Chioggia ernannt. Im Kaiserlichen Lustschloß von Schoͤnbrunn werden zum Vergnuͤgen der hier anwesenden hohen Gaͤste noch immer abwech— selnd größere Unterhaltungen veranstaltet. Am 9. d. wurde da⸗ selbst, hauptsaͤchlich zu Ehren der Erzherzogin Adelheid, der Braut des Kronprinzen von Sardinien, eln gJlaͤnzendes Feuerwerk abge⸗ brannt. , 2 Das jetzt zu den Herbstuͤbungen hier konzentrirte Militair wird bis zu dem Zeitpunkt, wo die bundesmäßig stipulirte In— spection des Oesterreichischen Kontingents stattfindet, weitere an— sehnliche Verstaͤrkungen erhalten, und zwar werden die zwei In⸗ fanterie-Regimenter „Prinz von Wasa“ und „Frhr. v. Schoͤn“, so wie die zwei Kavallerie⸗Regimenter „Er herzeg Karl Uhlanen“ und „Frhr. v. Mengen Kuͤrassser“ hierher beordert werden,
Herr Thiers nahm am 160. d. in Gesellschaft des Franzoͤsischen Geschaͤftstraͤgers, Grafen von St. Aulagire jun., den Schauplatz der Schlachten von Aspern und Wagram in Augenschein.
XX Wien, 11. Sept. Waͤhrend mehrere Zeitungs blaͤtter ohne Unterlaß von dem bedenklichen Gesundheitszustande des Sul⸗ tans sprechen, bringt uns die neueste Post aus Konstantinopel die Nachricht, daß Se. Hoheit am 2bsten v. M. einem großen Mi⸗
sitair-Revue-Mandver beiwohnten, welches an diesem Tage auf
der Ebene von Haida Pascha gehalten wurde und wobei 6 bis 0h Mann Infanterie, Kavallerie und Artillerie im Feuer exer⸗ zirten. Der noch in Konstantinopel anwesende Sohn des Pascha von Aegypten, Said Bey, mit dem Aegyptischen Divan-⸗Effendessi, Sami Bei, auch das gesammte diplomatische Corps waren zu diesem militairischen Schauspiele geladen, welchen noch die Otto— manischen Großwouͤrdentraͤger uud hoͤheren Staats⸗Beamten, dann die angesehensten Ulema's, mit dem obersten Mufti an der Spitze, beiwohnten. Die Sultanin Valide war ebenfalls bei dieser Revue gegenwaͤrtig, welche sie, wie immer, von den uͤbrigen etwas ent— fernten, besonders eingeschlossenen Zelte besichtigte. — Nach heen— digtem Mandver defsilirten saͤmmtliche Truppen vor dem Zelte des Großherrn.
Das Aegyptische Dampfboot „der Nil“, welches unlaͤngst aus Alexandrien in Konstantinopel eingetroffen ist, hat sieben Arabische Pferde von außerordentlicher Schbnheit und ein Rhinoceros mit— gebracht, welche Mehmed Ali dem Sultan zum Geschenk macht.
Nach gaͤnzlicher Beilegung der Unrühen auf Kandia war der Kapudan Pascha, Tahir Pascha, mit seiner Flotille uͤber Samos nach dem Hafen von Konstantinopel zuruͤckgekehrt.
Herr Thiers hat nach einem sehr kurzen Aufenthalte am ver⸗ flossenen Sonnabend unsere Hauptstadt wieder verlassen und ist äber München nach Ems, wo sich seine Gemahlin in sehr leiden⸗
dem Zustande befinden soll, abgereist. Portugal.
Lissabon, 6. September. In den Cortes kam es dieser Tage zu sehr heftigen Debatten über einen Gesetz Entwurf wegen Aufhebung des Dekrets vom 16. Januar 1837, welches zu Gun⸗ sten der Nationalflagge einen Dffferentialzoll von 15 pCt. ein- rzumte. Der Gefetz Entwurf wurde mit 33 gegen 36 Stimmen angenommen. Der Handels verein von Lissabon hatte dagegen pro— testirt.
Die Minister haben den Cortes quch einen Plan wegen Re— organisation der Nationalgarde vorgelegt, die aus zwei Klassen, einer dienstthuenden von 20 bis 10 Jahren, und einer seßhaften von 40 bis 60 Jahren, bestehen soll. Die auffallende Vermeh⸗ rung der Guerrillas in Algarbien, denen sich Miguelistische Offi⸗ ziere aus Lissabon und Italien angeschlossen haben sollen, kam da⸗ bei in den Cortes zur Sprache, Die Minister räumten diesen Umstand ein und beschwerten sich uͤber den Mangel an hinlaͤng li⸗ chem Melitair; doch zeigten sie an, daß der Spanische Gesandte inn Namen seiner Regierung Truppen angeboten haͤtte, um die Banditen auszurotten, die beide Laͤnder heimsuchten.
zen Gesandten und be⸗
Der Marquis von Saldanha soll in kurzem als Botschafter
nach Wien abgehen, und zwar uͤber Madrid mit geheimen Auf⸗ traͤhgen an Espartero, wie man meint, um die Aufhebung des stacken Cordons auszuwirken, den die Spanische Regierung an der Portugiesischen Graͤnze aufgestellt hat, um das Ein schmuggeln Britischer Waagren zu verhindern.
Am 2ten d. wurde das Linienschiff „Vasco de Gama“ im Bei⸗ seyn des Hofes und unter ungeheurem Menschenzulauf vom Sta⸗ pel gelassen.
Türkei.
Konstantin opel, 1. Sept. (L. A. 3) Lord Ponsonkhy ist noch nicht abgereist und will erst einen leßten, stuͤndlich erwar⸗ teten Courier von London empfangen,
Ein hiesiges katholisches Wohlthaͤtigkeits-Stift, sammt dem Hospital von Europäern aller Nationen unlaͤngst gegrundet, hat sich, tro alles Protestirens des Franzoͤsischen Gesandten, unter Turkischen Schutz gestellt. Vielleicht das erste Beispiel dieser Art im Oriente.
Das am 26. Juli zwischen Kadi-Keni (Chalcedon) und Jener⸗ Baktsche in Asien abgehaltene Mandver war ziemlich unbedeu⸗ tend, und außer der von den Preußen trefflich eingeübten Artille⸗ rie war nichts Sehenswerthes da. Es wird alle Jahre ein und dasselbe wiederholt, und es waren bei der Garde-Infanterie durch⸗ aus keine Fortschritte zu bemerken. Alle Bewegungen geschahen langsam, nach veraltetem Franzoͤsischen Systeme. An Carrèfor⸗ miren, Kolonnen⸗S chwenkungen, Front-Veraͤnderungen und unge⸗ regeltes Feuern war nicht zu denken. Dagegen fuhrten die Lan⸗ ciers (neunmonatliche Rekruten) einige gute Attaken aus; dies darf aber nicht wundern, da sie sich viele Unteroffiziere von der von Preußischen Offizieren ausgebildeten reitenden r e, vor mehreren Monaten als Instruktoren geben ließen. Der Sultan, sein Harem, der Großwuͤrdentraͤger und die fremden Gesandten waren in Zelten, mit der Front nach Westen. Die Abendsonne, so wie die ehrerbietige, aber weite Distanz der Aufstellung sowohl als der Evolutionen der Truppen muͤssen den in den Zelten pla⸗ arten hohen Zuschauern jeden naheren Anblick und besondere Pruͤ⸗ sung entzogen haben. Schon am fruͤhen Morgen um 9 Uhr hatte sich der Sultan inkognito nach Skutari begeben und war in dem Kiosk daselbst bei der Kaserne abgestiegen. Niemand wußte etwas davon. Die Truppen begaben sich aus dem Lager und den Kasernen nach dem Mandvrir-Platze; der Kaiser ritt daneben. Der Di⸗ visions-General der Garde, in tausend Aengsten, wollte die Truppen hal⸗ ten la ssen, doch der Monarch befahl, den Marsch fortzusetzen; etwas Un⸗ erhoͤrtes. Da kam Riza Pascha, Grandmaitre du Palais, blaß und außer Athem, sprang vom Pferde und trat dem Kaiser voraus; kurz, alle hoheren Chargen waren aufs Aenßerste bestuͤrzt, ihren Gebieter schon hier zu treffen. Jeder glaubte die Stunde ver⸗ saͤumt zu haben und musterte bedaͤchtig seine Uhr. Diese Ueber⸗ raschung schien den Sultan zu üͤberraschen, und er blieb den gan⸗ zen Tag Überaus freundlich. Aber nicht allein alle Hausoffiziere, sondern auch die fremden Gesandten wurden getaͤuscht. Bekannt⸗ lich salutiren alle Kuͤsten⸗ und Schiffs⸗-Batterieen, wenn der Sul⸗ tan bffentlich ausfährt oder reitet, da er indeß diesmal inkognito suhr, so unterblieb dies. Die Gesandten erwarteten daher die Salutschüͤsse um sich aus ihren Hotels auf den Weg zu machen, und kamen deswegen beinahe zwei Stunden später, als die Ein⸗ ladung besagte; das Manbver begann daher spaäͤt und dauerte bis 5 Uhr Abends.
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Breslau, 15. Sept. (Bresl. Zeit.) Der Schlesische
Verein der ehemaligen Freiwilligen aus den Kriegsjahren 1813 bis 1315 hatte durch den Kriegs⸗-Minister von Bohen die Erlaub⸗ niß nachgesucht und erhalten, Seiner Majestaͤt dem Koͤnige den Ausdruck ihrer alten bewahrten treuen Liebe fuͤr König und Va— terland darzubringen. So viele der in Breslau wohnenden oder hier gerade anwesenden Freiwilligen in der Eile von der dazu be⸗ sümmten Zeit in Kenntniß gesetzt werden konnten, hatten sich gesternim Garten des Schlosses versammelt und traten nach der Mit⸗
fagstafel, als der Befehl dazu gegeben war, in demselben Saale vor ihren Kbnig, wo viele von ihnen im Jahre 1813 vor dem hochseligen Kbönsge den Eid der Treue auf die Fahne schwuren den Eid, welchen viele der damals Schwoͤrenden durch den Tod fuͤrs Va⸗ terland erfuͤllt, die meisten der jetzt Anwesenden mit ihrem Blute besiegelt und alle fest und treulich gehalten haben. Der Koͤnig empfing sie mit unbeschreiblicher Huld, mit wahrhaft landesva⸗ terlichen, ja herzlichen Worten. Als nun einer der Freiwilli— gen in schlichter Rede aussprach, wie in Allen noch dieselbe Begeisterung der Jugend gluͤhe, welche in jener großen Zeit sie in den? Kampf fuhrte, wie in Allen derselbe Geist fort⸗ ebe und, wenns gaͤlte, sie selbst und ihre Söhne um ih⸗ ren Konig sammeln werde, da hoben Se. Majestaͤt unter Anderem hervor: „es sey der kraͤftige vaterlaͤndische Geist, welchen die Freiwilligen unter sich pflegten und erhielten, und welcher im Volke lebe, in Europa bekannt, und dies habe wohl mit dazu bei getragen, im Herbste des vorigen Jahres den Frieden zu erhalten.“ Der Gegenstand, die Heiligkeit des Ortes, die Erinnerung an den hingeschiedenen heldenmuͤchigen Vater und Landesvater ezgriffen den König mit so maͤchtiger Ruͤhrung, daß Er äußerte, keine Worte mehr fuͤr dieselbe zu finden, und als der obengedachte Freiwillige noch die Betheuerung aussprach, daß dieser Geist, diese hingebende Treue und Liebe mmerinehr wanken koͤnnen und werden, als alle An— wesende, von dem Augenblicke ergriffen, dies laut bestatigten, da druckte der Koͤnig dem Sprecher die Hand und schied sichtbar er⸗ griffen und aufs Hoͤchste bewegt. Hiernaͤchst wurden Sr. Maje⸗ stt zwei von einem Freiwilligen zu dieser feierlichen Stunde ge⸗
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bicht'te Festgesaͤnge durch einen General-Adjutanten uͤberreicht und huldreichst angenommen.
Breslau, 16. Sept. (Schles. Zeit.) Diesen Nachmit⸗
tag gegen 2 Uhr reisten Ihre Majestät die Königin, begleitet von den heißesten Segenswuͤnschen der Bewohner Breslau's, nach Erdmannsdorf ab, nachdem Allerhoͤchstdieselben gestern die Kran⸗ fen-Anstalt der Elisabethinerinnen und heute Morgens die Elisa⸗ beth-Kirche, die Erziehungs-Anstalt der Ursulinerinnen, die Dom⸗ kirche und die Kleinkinder-Bewahranstalt Nr. 1 mit einem Be⸗ suche beehrt hatten.
Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz von Preußen hat bereits ge⸗
stern Morgen die Reise nach Olmütz angetreten, in dessen Imge⸗ gend Hoͤchstderselbe ein zu dem Deutschen Bundesheere gehören⸗ des Oesterreichisches Armee⸗-Corps mustern wird.
Ts haben 112 Damen aus den adelichen Familien der Pro⸗
vinz Ihrer Majestaͤt der Königin als ein Erinnerungszeichen. n , r, , in Schlesien ,,, . Teppich sberreicht, lim den Schlesischen Adler reihen 56 uadraten die 112 Wappen dieser Familsen. Die bier Ecken sind durch