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D— K
zahlen sind; die ruͤckstaͤndigen viertehalbjäͤhrigen Zinsen werden in diesem Falle von den Inhabern ganz aufgegeben werden muͤssen. Der Urheber dieses Planes, nach welchem zugleich eine Provision von 20 pCt. bewilligt werden soll, sucht denselben der Portugie⸗
sischen Regierung annehmlich zu machen. Türkei.
tantinopel, 29. Sept. (Oest. Lloyd.) Eine De⸗ ee, . Europäischen Kaufleute trug gestern bei dem Groß⸗ Wesier um Abstellung des Mißbrauchs an, welcher jetzt mit dem Tärkischen Papiergelde getriehen wird; dasselbe konnte in den letzten Tagen nur mit 6 pCt. Verlust untergebracht werden. Die Deputation erhielt mit einer sehr zuvorkommenden Aufnahme zu⸗ gleich von Sr. E. das Versprechen, die gehörigen Maßregeln zu Bunsten des Handelsstandes aufs schleunigste treffen zu lassen. Im Geschaͤfte ist es im Allgemeinen noch immer sehr still, und nur wenige Artikel veranlassen hin und wieder einige Thaͤtigkeit.
Konstantinopel, 20. Sept. (Oest. B.) Der vor kur— zem ernannte schismatisch-Armenische Patriarch ist schon wieder abgesetzt, und an seine Stelle der vorige Bischof von Scutari, Assadur, gewahlt worden.
Unter den so eben bei der Pforte bekannt gewordenen Aem— terverleihungen ist nur die Ernennung des Saib Pascha, ehemali— gen Kaimakams von Adrianopel, zum Kommandanten der Dar— danellen und Militair-Gouverneur von Biga bemerkenswerth.
Heute um 2 nach Mitternacht wurden in der Hauptstadt und deren Umgebungen mehrere heftige Erdstoͤße verspuͤrt, die sich gegen 3 Uhr noch stärker, anhaltender und mit sturmaͤhnlichem Getdͤse wiederholten. Die Oscillation war von Nordwest nach Suͤdost gerichtet; das Barometer stand, wie am Abend vorher, 27 Zoll 11 Linien Pariser Maß; der Wind wehte von Suͤden und das Thermometer zeigte 4 18 Grad Réaumur. Dieses Erd— beben, das staͤrkste, welches seit geraumer Zeit hier stattgefunden, hat an verschiedenen Orten großen Schaden angerichtet. Ein Theil der Mauer, welche das Seriaskeriat umgiebt, so wie meh— rere alte Gebaͤude, darunter ein Chan, sollen theils eingestuͤrzt,
theils bedeutend beschädigt worden seyn.
„Der Koͤnigl. Preußische Genie-Lieutenant Falk, welcher von seiner Regierung temporair fuͤr den Dienst der Pforte abgetreten worden war, ist mit seinem Pferde in einem Sumpf bei Ali⸗Bei— Kpi, nahe an den Europaͤischen suͤßen Wässern versunken und darin umgekommen.“
Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.
New⸗Mork, 27. Sept. Ueber den Vorfall zu Tschippewa, auf welchen der Praͤsident der Vereinigten Staaten in seiner Pro— clamation gegen die Ruhestoͤrer an der Graͤnze hindeutet, meldet der New-⸗York A!lmerican Folgendes:! „Niagara⸗-Wasserfaͤlle vom 21. September. Die Patrioten haben seit der Entfernung der Armee der Vereinigten Staaten von Buffalo wieder unsere Gegend zum Schauplatz ihrer Operationen gemacht, um wo moͤg— lich die beiden Laͤnder in Krieg mit einander zu verwickeln. Vo— rige Woche machten sie den Versuch, zwei Brltische Dampfschiffe, die im Niagara bei Tschippewa vor Anker lagen, in die Luft zu sprengen. Dieser Versuch ging von einem gewissen Lett aus (das besagte Blatt meldet, daß er verhaftet sey), der schon mehrere solche Streiche veruͤbt zu haben bekannt hat.. Der American eht dann zu einer Beschreibung der Maschine uber, die aus zwei, 100 Yards von einander entfernten, aber durch ein Tau verbundenen, 150 Pfd. Pulver enthaltenden Faͤsser bestanden hat, welche mit einer Roͤhre und einer darin steckenden Lunte versehen waren und die man gegen die Dampfschiffe den Fluß hinabtrei— ben ließ. Es ging aber nur eines von diesen beiden Faͤssern los und gluͤcklicherweise in einer Entfernung von 300 Yards von den Dampfschiffen, die sonst mit Allem, was sich an Bord befand, in
die Luft gesprengt worden wären.. ; .
Die Aufregung an der Graͤnze soll, wie schon er— waͤhnt, neuerdings hauptsaͤchlich durch gewalsame Wegfuͤh— rung eines Amerikanischen Burgers, Namens Grogan, von Seiten der Kanadier genährt worden seyn. Man berich— tet nämlich aus Burlinton im Staate Vermont, daß in der Nacht vom 19. September ein Trupp von etwa 12 bis 165 Bri⸗ tischen Dragonern, angeblich auf Befehl eines Capitain Jones, der ein Graͤnz-Kommando fuhrte, in den Staat Vermont einge— fallen ist und aus dem von der Graͤnze ziemlich entfernten Staͤdt—⸗ chen Aldburgh den genannten Burger entfuͤhrt habe, der sich zur Zeit des Kanadischen Aufstandes unter den sogenannten Sym⸗ pathisirern sehr ausgezeichnet und mehrere Brandstiftungen ver⸗ anlaßt haben soll. Ein in Burlington erscheinendes Blatt be—
Bekanntmachungen.
Bekanntmachung. Nachdem uͤber den Nachlaß des am 3. Dezember
wiesen werden.
der Masse etwa uͤbrig bleiben moͤchte, werden ver—
1322
hauptet, Grogan sey bei seiner Wegfuͤhrung, da er verzweifelten Wider⸗ stand geleistet, noch uͤberdies sehr mißhandelt und sogar durch Bajo⸗ netstiche verwundet worden. Der Vorfall soll sich zwischen Mitternacht und 4 Uhr Morgens zugetragen haben. Hier in New⸗York sind Einige der Meinung, aß Grögan aufgehoben worden sey, um als Geißel fuͤr Mac Leod zu dienen. Die Dragoner ließen den Ge⸗ fangenen, der angeblich Oberst ist, in einen Wagen steigen und brachten ihn nach Clarrensville, von wo er mit Fesseln an den Händen nach Montreal abgefuͤhrt wurde, um dort vor Gericht gestellt zu werden. Sobald die Nachricht von diesem Ereignisse nach St. Albans gelangte, beriethen sich die angesehensten Ein— wohner in oͤffentlicher Versammlung und ernannten eine Kom— mission, welche ihnen uͤber alle Einzelnheiten des Vorfalls Bericht erstatten sollte. Man besorgt, daß derselbe sehr nachtheilig auf den Ausgang des Mac Leodschen Prozesses einwirken duͤrfte.
Kd
Posen, 22. Okt. (Pos. 3.) Das Steigen des Wohlstan— des bei der groͤßeren Volksmasse ist nicht zu verkennen, nament— lich ist es die laͤndliche Bevoͤlkerung, auf deren Wohlergehen die fortdauernd guten Getraidepreise den guͤnstigsten Einfluß haben, und bei welcher die äußeren Merkmale von Wohlstand, eine bes— sere Einrichtung ihrer Wirthschaft, die gute Bauart und innere Einrichtung ihrer Haͤuser, das Umzaͤunen ihrer Gehoͤfte, die sich erweiternden Anpflanzungen von Obstbaͤumen auf denselben u. s. w. von Tage zu Tage sichtbarer hervortreten. In den kleinen Staͤd— ten, deren Zahl im Verhältniß zu dem Wohlstande und dem ge— werblichen Verkehr in der Provinz viel zu groß ist, lassen sich diese Wahrnehmungen zum großen Theil noch nicht machen.
Die Aerndte ist beendet. Mit Ausnahme einiger Kreise, wo das Resultat derselben nicht so befriedigt hat, ist der Ertrag im Allgemeinen zufriedenstellend ausgefallen, wenn gleich gegen die
U . ; . vorigen Jahre etwas zuruͤckgeblieben. Vorzuͤglich sind die Kar⸗ toffeln gediehen, sowohl in der Menge als in der Guͤte; das uͤber⸗ aus guͤnstige Wetter der verflossenen Monate hat die Aufnahme der Frucht ungewoͤhnlich befördert, wodurch sich auch ein wesent— licher Einfluß auf den Betrieb der uͤbrigen Feld-Arbeiten bemerk— lich gemacht hat. Nicht unguͤnstiger ist von der Grummet— Aerndte zu berichten. Sie ist in der Qualitat besonders gut aus— gefallen und deckt an vielen Orten auch den Ausfall in der Quan— titaͤt des ersten Schnittes. — Der Handels-Verkehr im Getraide ist äͤußerst lebhaft gewesen; denn ungeachtet der unguͤnstigen Aus— sichten, welche die Nachrichten von dem besseren Ausfall der Aerndte in England und von dem fuͤr diesseitige Speculationen unerfreulichen Stand des dortigen Marktes herbeifuͤhren muͤssen, sind die Preise nur unbedeutend gesunken. Um so mehr ist es zu beklagen, daß der sehr niedrige Wasserstand der Warthe der Ver— sendung so erhebliche Hindernisse entgegenstellt; in dem letzteren Umstande liegt auch der Grund, warum der Holzhandel weniger lebhaft betrieben werden kann, als fruͤher, und die Holzhaͤndler die Preise auf so enorme Weise aufschlagen, daß man glauben sollte, wir lebten in der holzarmsten Provinz.
Meteorologische Beobachtungen.
13841. Morgens Nachmittags Abends
24. Oktober. 6 Uhr. 2 Uhr 10 Uhr.
Nach einmaliger Beobachtung.
Luftdruck. ... 334,01 Par. 332, ga! Par. 329,44 Par. Quellwärme 7,8? R. Luftwärme ... 4 7,10 R. 10,5 R. 2 g, 00 R. Flusswärme 6, 19 R. Thaupunkt ... 4 6, 32 R. 6,52 R.˖ 6,40 R. RBodenwärme 7,87 R. Dunstsättigung S3 pCt. 75 pCt. 79 pCt. Ausdünstung 0,036 Rh. Wetter...... halbhbeiter. halbheiter. halbheiter. Niederschlag 0. Wind 8w. SVW. 8W. Wärme wechsel 10 897 Wolken zug... — SW. — 4 6,12. Tagesmittel: 332, 13“ Par. 8,9 R... 4 6, R... 79 pCt. Sw.
Auswärtige Börsen. Niederl. wirkl. Sc)huld 5l. 55 do. 99.
Passive. —. Ausg. —. Zinsl. —. Preuss.
Amsterdam, 21. Okt. Kanz. Bill. 25 . 59 Span. 16 6 Präm. Sch. — PFùoi. —. Oesterr. 1013.
Antwerpen, 20. Okt. Zinsl. —. Neue Aul. 164.
Frankfurt a. M., 22. Okt. Oesterr. 53 Met. 1064. 1063. 4 98) . 253 55 3 Rr. 5 2435 kr. Bank- Act. 1856. 1854. Partial Ob. —. Loose zu 500 FI. 1374. 1363. Loose zu 100 Fl. — . Preuss. Prüm. Sch. 80 6. do. 45 Anl. 102 6. Poln. Loose 73 6. 59 Span. Aul. 185. 138. 25 * Holl. 493. 49133.
Eisenbahn- Actien. St. Germain —. Versailles rechtes Ufer —.
2831
do. lixake —. München- Außsbars —. Strassburg - Basel —. Dresden 100 G. Köln- Aachen 96 Be. Ham bur, 23. okt. Bank- Acien 1545. Rug. Russ. 108. Paris, 20. okt. 55 Rente du our. 114. 70. 35 Reute sin cour. 79. 20. ; 55 Neapl. sin eour. 101. S5. 53 Span. Rente 205. Passive 47. Wien, 20. ort. 55 mer. 106. 43 983. 33 —. 253 — 5 —. Bank- Actien 1528. Aul. de 1834 —. 4d. 1839 —.
Loiprig-
. mr ano Den 25. Oktober 1841.
Lehmkuhlen cum pertinentiis, mit einem Areal von
̃ . Fonds. S Cour.
9 . Actien. f. gela.
St. Schuld- Sch. 44 1035 n.1. Pots. Eisenb. e ,, . 2a. ⸗ 101 40. do. Prior. Act. ; räm. Seh. der . Md. Lp. Eisenb. Seehaudlung. 793 do. do. Prior. Act.
Kurm. Schuldr. 3. 2 * 102 Brl. Anh. Eiseub. Berl. Stadt - Obl. 4 10935 o. do. Prior. Act. Elbinger do. 37 993 Düss Elb. Eisenkb. Danz. do. in Th. . J. do. do. Prior. Aet. Westp. Pfandbr. 33 24 1012 Rhein. Eisenb. Grossh. Pos. do. 1053 d
Ostpr. EPfandbr. * 7 2 n 3 Pomm. do. * ;
Kur- u. Neum. do. 3
2* 4 Schlesische do. 33 5
Gold al mareo Fri drichsdr'or
Andere Goldmün-
zen à 5 Th.
Diseonto
Königliche Schauspiele.
Dienstag, 26. Okt. Im Opernhause: Der Platzre Ehe⸗-⸗Prokurator, dramatisirte Anekdote . w eg pach. Hierauf: Liebeshäaͤndel, komisches Ballet in 3 Gemaͤlben⸗ von Ph. Taglioni. z .
Im Schauspielhause: 1) La seconde représentation de La paix, ou: La guerre? comédie nouvelle en 1 acte. 2) * première représentation de: Un monsieur et une dame, vaude- ville nouveau en 1 acte. 3) La reprise de: Le capitaine Ro- land, vaudeville en 1 acte.
Mittwoch, 27. Okt. Im Schauspielhause: Die Mantel Lustspiel in 1 Akt, von C. Blum. Hierauf: Die Einfalt von Lande, Lustspiel in 4 Abtheilungen, vom Dr. C. Toͤpfer.
Donnerstag, 28. Okt. Im Schauspielhause: Die Brand— schatzung, Lustspiel in 1 Akt, von Kotzebue. Hierauf, zum ersten—⸗ male wiederholt: Ein Herr und eine Dame, Lusispiel in 1 Att frei nach einem Vaudeville des Pavier, von C. Blum. Und: Die Wiener in. Berlin, Posse mit Gesang in 1Akt, von C. v. Hostei. (Dlle. Gruͤnbaum: Leuise.) ö
Freitag, 29. Okt. Im Opernhause: Der Guitarrespieler Oper in 3 Abth. Musik von F. Halevy. (Dlle. Tuczek: Sarg de Villareal.)
Im Schauspielhause: Franzoͤsische Vorstellung.
Die unbekannten Eigenthuͤmer der seit 1. August 1840 bis Ende September 1841 in den hiesigen Königlichen Theatern ge— fundenen Gegenstaͤnde werden aufgefordert, in dem am 30sten d. M. Vermittags von 11 bis 2 Uhr, im Konzertsaale des Koͤnig⸗ lichen Schauspielhauses anstehenden Termine ihre Anspruͤche an— zumelden. Die Verzeichnisse der genannten Sachen sind bei den Kastellanen des Opern- und Schauspielhauses einzusehen.
Rönigsstädtisches Theater.
Dienstag, 26. Okt. Zum erstenmale wiederholt: Ein Glas Weißbier, oder: Wirkungen und Ursachen. Parodie in 1 Akt von Hallenstein. Hierauf: Der Zweikampf im dritten Stock Posse in 1 Akt, frei nach dem Franzöͤsischen, von L. Angely .
Mittwoch, 27. Okt. (Italienische Gpern⸗Vorstellung ö di Lammermoor. Opera in 3 Atti. Musica del Macztro 33 nizetti.
Donnerstag, 28. Okt. (Italienische Opern-Vorstellung.) Il Barbiere di Seviglia. Opera buffa in 2 Atti? Musica del Maestro Rossini. (Signora Forconi, Signori Savio, Rossi, Paltrinieri und Torre werden vor ihrer Abreise nach Kopenhagen zum letzten⸗ male auftreten.) ;
edacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober Hofbuchdruckerei.
Panorama der Gegenwart,
Berlin, am 25. September 18414. Koͤnigl. Preuß. Kammergericht.
1838 hierselbst verstorbenen Ober⸗Graͤnz-Controlleurs,
ö
3280 Tonnen, die Tonne zu 240 JIRuthen gerechnet, des besten Weizenbodens und mit den gewöhnlichen adelichen Privilegien und Gerechtsamen versehen, soll am 19. Januar 1842, Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhause zu Kiel oͤffeutlich gerichtlich ver kauft werden. Die Beschreibung des Guts sammt
Originalblaͤtter fuͤr unterhaltung, Wis⸗— senschaft, Kun st und Weltleben.
Auf die binnen wenigen Wochen erscheinenden
Probenummern nebst ausführlichem Prospektus mich
beziehend, bemerke ich vorlaͤufig nur, daß das Pa⸗
Hofraths Johann Daniel Ferdinand Rumpf, wegen Unzulaͤnglichkeit desselben zur Befriediqung saͤmmt⸗ licher Glaͤubiger, der erbschaftliche Liquidations Pro⸗ zeß erdͤffnet und zugleich der offene Arrest verhaͤngt worden ist, sso werden Alle, welche dem Verstorbe⸗ nen gehdrige Gelder, Effekten oder Dokumente be⸗ sitzen, oder welche demselben etwas bezahlen oder liefern sollen, hierdurch aufgefordert, an Niemand das Mindeste davon verabfolgen zu lassen, vielmehr dem Koͤnigl. Kammergerichte ungesaͤumt davon An⸗ zeige zu machen und die bei ihnen besindlichen Gel⸗ der und Sachen, jedoch mit Vorbehalt ihrer Rechte, an das Kammergerichts-Depositorium abzuliefern. Wer dieser Anweisung zuwider handelt, ist der
Von den Seitens der General-Versammlung der Renten ⸗-Versicherungs-Anstalt im Jahre 1839 zu Mitgliedern des Kuratoriums und deren Stellvertre ter erwaͤhlten Mitgliedern der Anstalt sind in Ge maͤßheit des §. 47 der Statuten zu Ende des Jah res 1840 bei jeder der beiden Kategorieen nach der Be— stimmung des Looses Zwei abgegangen und durch neue Wahl ersetzt worden. Dasselbe muß statutenmaͤßig auch jetzt wiederum statifinden, und es koͤmmt außerdem eine neue Wahl von Revisions-Kommissarien und deren Stellvertreter vor, da die Dienstzeit der aus der Wahl vom Jahre 1839 hervorgegangenen beiden Revisions-Kommissa⸗
terminum
in Altona bei dem Weinhaͤndler Heyer,
in Hamburg im privilegirten Adreß⸗Comtoir,
in Luͤbeck in den Gasthöͤfen zu den fuͤnf Thuͤrmen und zur Stadt Hamburg,
in den Haupt-Gasthoͤfen der Staͤdte des Herzog⸗ thums Holstein und der Staͤdte Schleswig und Flensburg,
so wie beim Holsteinischen Landgerichs Notariat zu Gluͤckstadt eingesehen und abge
Ueber das zu verkaufende Grundstuͤck werden den
Kaufliebhabern auf dem Hofe Lehmkuhlen auf Ver⸗
norama der Gegenwart, unterstuͤtzt von zahlreichen
den Verkaufs ⸗Bedingungen koͤ 6 Wochen ante . ⸗ ; den Verkaufs-Bedingungen koͤnnen 6 Wochen ante und tüchtigen Mitarbeitern, deren Namen die Pro=
benummern bringen, sich den besten der bestehenden belletristischen Blaͤtter ebenbuͤrtig anschließen wird. Hamburg, den 1. Oktober 1811. Die Redaction: Joseph Mendels sohn. Bestellungen nehmen an in Berlin die Gropius sche Buch- u. Kunsthandlung, Koͤnigl. Bauschule Laden 12. ;
ordert werden.
Im Verlage der Unterzeichneten ist erschienen und
Masse auf Höhe des Zurück behaltenen oder Verschwie— genen gleich vergntwortlich und geht außerdem sei⸗
rien und deren Slellvertreter nach 8. S5 der Statu⸗ ten zu Ende dieses Jahres ablaͤuft. . Da der desfallsige Wahlakt Montag den 22. No⸗
nes e ige ndrechts oder der ĩ 9. nes etwanigen Pfandrecht er des sonst von ihm venber d Jr! Morgens 11 uhr, hierselbst in dem
behaupteten Rechts verlustig. 5. Zugleich werden die saͤmmtlichen Glaͤubiger hier—
durch vorgeladen, sich in dem auf den 4. Ja— 29. e
nunar 1842, Vormittags um 10 uhr, vor dem der Statuten st
J 4 ss ers ĩ 9 71 . . m Renten⸗ ammergerichts - Assessor Wohlers, im Kammerge⸗Interessenten der J sicheru . err ten Liquidations⸗-Termine zu gestel⸗ durch eingeladen, an der anderweiten
er S8.
Saal des Englischen Hauses (Mohrenstraße Nr. 49) nach Maßgabe der Bestimmungen d . attfinden wird, so werden die geehrten Versicherungs⸗Anstalt hier, Wahl von zwei
56 und 57
e ihrer Forde run itgliedern des Kuratoriums i Stell vertre⸗ en Betrag und die Art ihrer Forderung an- Mitgliedern des Kuratoriums von zwei Stellvert. , z denen Dokumente urschrift-tern derselben und der beiden Revisions⸗-Kommissarien
zugeben und die vorha⸗
ich vorzulegen. . ; . werden die
cher, Naud⸗
Anstalt.
und deren Stellvertreter Theil zu nehmen. Justiz⸗Kommissarien Be⸗ Berlin, den 18. Oktoher 1841. 9 . und Justizrath Jung als Bevollmaͤch— Kuratorium der Preußischen Renten-Versicherungs—
; lagen. . ; fie n gn, gen haben zu gewaͤrtigen, daß sie
aller ihrer etwanigen Vorrechte fuͤr verlustig erklaͤrt
Verkaufs ⸗—Anzei
9g e
und mit ihren Forderungen nur an dasjenige, was Das im Herzogthum Holstesn im Preeher
nach Befriedigung der
adelichen
9 ]. ] F 3 —— j sich meldenden Glaͤubiger von Guͤter⸗Distrikte belegene, immatrikulirte adeliche Gut! J. J. Weber) ein
langen naͤhere Nachrichten und Nachweisungen ge— geben werden. . Gluͤckstadt in der zum Verkauf des adelichen Gu— tes Lehmkuhlen angeordneten landgerichtlichen Kom⸗ mission, den 21. Oktober 1841. v. Buchwaldt. v. Rum ohr. Nickels. v. Moltke. Pro vera copia Martens.
Literarische Anzeigen.
Neue belletristische Zeitschrift! Zu Neujahr 1842 erscheint im Verlage der unter⸗
durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes zu beziehen: RJ
zu Gotthold Ephraim Lessings saͤmmtlichen Schriften.
Ausgabe in 12 Baͤnden. gr. 8.
Es enthalt dieser Band Briefe von J. H. Campe, J. A. Ebert, F. W. Gleim, Chr. G. Heyne, E. C. . Karl G. Lessing, Moses Mendelssohn, Fr. Nicolai, J. J. Reiske, C. A. Schmid; ferner: Be⸗ richtigungeu und Zusaͤtze zu allen 12 Baͤnden der Lessingschen Schriften. 42 Bogen gr. 8. geheftet. Preis 15 Thlr. Voßsche Büchhandlung,
Charlottenstr. 25, Ecke der Dorotheenstr.
ichneten Redaction (Leipzig, in Kommission bei
Allgemeine
Preußische Staats-Zeitung.
Inhalt.
Amtliche Nachrichten. . 4. :
Frankreich. Paris. Die Königin Marie Christine desgvouirt die von Herrn Olozaga gegebene Darstellung ihres Verhaͤltnisses zu der Insurrection in Navarra. — Das Fournal des Ds⸗— bats und die Espartero vertretende Oppositions⸗Presse. — Mog-⸗ lichkeit und Schwierigkeit einer Modification des Ministeriums. — Bermischtes. — Brief aus Paris. (Gerüchte uber die Mo⸗ dification des Ministeriums; angeblicher Plan der Schaͤrfung der September-⸗Gesetze in Bezug auf die Presse.)
Grosibritanien und Irland. London. Vorschlag zur Beruhi⸗ gung Irlands. — Vermischtes. .
Niederlande. Haag. Rede des Herrn van Dam van Msselt bei Uebernahme des Vorsitzes in der zweiten Kammer. :
Schweden und Norwegen. Christianig. Die Convention von Helsingor. (
. Bundesstaaten. Schreiben aus Altenburg. (Be⸗ schleunigte Post⸗Verbindung; Inspection des Bundes⸗Kontingents; Eisenbahn.) ö . .
Oesterreich. Agram. Ankunft einer Tuͤrkischen Mission. — Lem berg. Postulaten⸗-Landtag. .
Spanien. Telegraphische Depeschen: Fortschritte O Don⸗ nell's in Navarra; Stand der Dinge in Pampelona, Valeneig und Madrid. — Prozeß des Generals Diego Leon.
Türkei. Naͤheres uͤber den Tod des Lieutenant Falk.
Nord-Amerika. Fruͤheres Verfahren der Englaͤnder gegen den Amerikaner Grogan. ö ; .
China. Aussetzung von Preisen auf die Koͤpfe der Englischen Be⸗ fehlshaber.
Schreiben aus Madrid: Naͤhere direkte Nachrichten uͤber die Ereignisse in Madrid am 7 und. 8. Oktober und ihre naͤchsten Folgen bis zur Hinrichtung des Generals Diego Leon am 15. Okt.
Amtliche Nachrichten.
Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht:
Dem Rittmeister außer Dienst und Gutsbesitzer von Tietzen und Hennig auf Laubsdorf bei Kottbus; so wie dem katholi— schen Pfarrer und Schul-Inspektor Kiesgen zu Hermeskeil, Re⸗ gierungs-Bezirk Trier, den Rothen Adler-Orden vierter Klasse zu verleihen; s z
Dem Wirklichen Geheimen Legations-Rath Eichmann, welchem von dem Köoͤnige von Wuͤrttemberg Masestaͤt das Com⸗ mandeur⸗Kreuz des Civil-Verdienst-Ordens der Wuͤrttembergschen Krone und von dem Großherzog von Sachsen-Weimar Königl. Hoheit das Komthur-Kreuz des Falken⸗-Ordens; so wie dem Ge— heimen Legations-Rath Michaelis, welchem von des Königs von Sachsen Majestaͤt das Cemmandeur-Kreuz des Civil-Verdienst— Ordens verliehen worden ist, die Anlegung dieser Orden zu gestat— ten; ferner J ;
Dem ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultaͤt der Universitaͤt zu Breslau und Direktor des chirurgischen Klini⸗ kums daselbst, Dr. Benediet, das Praͤdikat eines Geheimen Medizinal-Raths beizulegen; und
Den bisherigen Direktar des Gymnasiums in Duisburg, Landfermann, zum Regierungs- und evangelischen Schulrath in Koblenz zu ernennen.
Der bisherige Direktor des Gymnasiums in Kreuznach, Dr. Hoffmeister, ist zum Direktor des Friedrich⸗Wilhelms-Gymna— siums in Koͤln ernannt worden.
Dem Fabrikanten W. C. J. Kiesling zu Potsdam ist unter dem 21. Oktober 1841 ein Patent auf ein Verfahren zur Bereitung eines Bier-Surrogats, in so weit dasselbe als neu und eigenthuͤmlich anerkannt worden ist, . ; fuͤr den Zeitraum von fuͤnf Jahren, von jenem Tage an gerechnet, und den Umfang der Monarchie ertheilt worden.
Angekommen: Se. Excellenz der General-Lieutenant und Commandeur der Garde⸗Infanterie, von Röder, von Magdeburg.
Der Kaiserl. Russische General-Major, Fuͤrst Michael Galitzin, von Halle.
Zeitungs Uachrichten. Ausland. Frankreich.
Paris, 21. Okt. Das Schreiben des Herrn Olozaga bil— dete gestern in allen politischen Zirkeln den Gegenstand der Unter⸗ haltung. Die in Paris befindlichen Anhaͤnger der Königin Christine druͤckten unverholen ihr Erstaunen uͤber die Sprache aus, welche Herr Olozaga der Königin in den Mund gelegt hatte. Man nahm keinen Anstand, den Spanischen Gesandten der Unwahrheit zu zeihen, da Niemand glauben wollte, daß die Koͤnigin Christine, die bisher offen eingestanden hatte, daß die Bewegung in ihrem Namen geschehe, sich zu eineni so unedlen und unpolikischen Wi— derruf hätte verstehen sollen. In der That giebt auch heute das Journal des Deahats, soffenbar im Namen der Königin Thristin', folgende Erklaͤrung ab: „Wir sind aus dr'uͤcklich er— mächtigt worden, anzuzeigen, daß die Marie Christine zugeschriebenen Worte in der Depesche, welche der Spa⸗ nische Gesandte dem General Alcala hat zugehen lassen, schon der Gegenstand einer förmlichen Ableugnung (cun désavéu! for- mel) von Seiten der Koͤnigin gewesen sind, und datz diese Ab— leugnung dem Herrn Olozaga selbst durch den Pæivat-Secretair Ihrer Majestaͤt zugesandt worden ist.“ — Diese Erklarung wird
Berlin,
die Stellung des hiesigen Spanischen Gesandten vollig unhaltbar machen. Es kann fast nicht ausbleiben, daß er, nachdem er sich so entschieden ausgesprochen hat, mit einer Entgegnung auftreten wird. Diese Erdͤrterungen koͤnnen weit führen, und Herr Olo— zaga duͤrfte es leicht mit seiner Wuͤrde fuͤr unvereinbar halten, in seiner gegenwärtigen Stellung zu verbleiben. Er soll ohnehin schon sehr unzufrieden daruber seyn, daß man ihn 2 Monate in
Paris gelassen hat, ohne die feierliche Audienz anzusetzen, in der
er dem Könige seine Akkreditive uͤberreichen könnte.
Der Constitutionnel, bekanntlich das Organ der Spani— schen Gesandtschaft, theilt Folgendes mit: „Man versichert uns, daß Herr Qlozaga unserer Regierung eine Note uͤberreicht hat, in welcher er sich auf sehr energische Weise uͤber das Benehmen der in Paris und Bayonne wohnenden Spanischen Fluͤchtlinge be—
klagt und verlangt, daß alle diejenigen, welche als Anstifter der
Revolte in Spanien und als Mitglieder der verschledenen zu je— nen Zwecken gebildeten Comité's bekannt sind, aus Frankreich ge⸗
ꝛ 2 p =. . . = wiesen wurden.“ — Noch bedeutungsvoller ist aber nachstehende
Notiz des Temps, deren Wichtigkeit dadurch vermehrt wird, daß
das Feurnal des Débats sie in seine Spalten aufnimmt:
„Es heißt, daß Herr Olozaga dem Franzoͤsischen Kabinette ein— oder zweimal zu verstehen gegeben habe, daß er geneigt sey, seine
Paͤsse zu verlangen. Ein Minister sagte gestern Abend in der
Oper, daß die Regierung entschlossen sey, sie ihm zu geben, sobald er sie verlangen werde.“
Das Journal des Débats sagt: „Wir erinnern uns der Zeit, wo die Schriftsteller, welche uns jetzt vorwerfen, keine uͤber— triebene Zaͤrtlichkeit fuͤr die Regierung Espartero's zu hegen, nicht Haß genug im Herzen, nicht Provocationen und Schmaͤhungen genug im Munde gegen diejenigen fremden Regierungen hatten, welche es sich herausnahmen, bei sich Insurrestionen zu unter— drucken, die von jenen Schriftstellern damals fuͤr sehr rechtmaͤßig erklart wurden. Wenn man uns zu jener Zeit gefagt hätte, daß eine Zeit kommen wuͤrde, wo dieselben Maͤnner uͤns unter Schmaͤ⸗ hungen aller Art das Recht bestreiten wurden, ein Urtheil, selbst ein strenges, uͤber eine fremde Regierung zu faͤllen, so wuͤrden wir, offen gestanden, an eine solche Prophezeihung nicht geglaubt haben. Wir hätten allerdings auch nicht voraussehen können, daß eines Tages auf irgend einem Punkte Europa's eine fremde Regierung existiren würde, welche alle diejenigen Bedingungen in sich vereinigte, die nothwendig sind, um die Zustimmung und den Beistand jener Schriftsteller zu erlangen. Wir gestehen, daß wir die Möglichkeit einer solchen Regierung nicht vorausgesehen hatten, denn sonst wuͤrden wir es fuͤr ganz einfach gehalten haben, daß dieselben Journale, die seit 11 Jahren das Monopol der Beleidi— gung fremder Regierungen hatten, als heftige und intolerante Ver— theidiger einer solchen Regierung auftraten. Wenn es uns gefaͤllt, alle Könige und Kaiser Europa's, die durch das politische Recht ihres Landes herrschen, zu schmaͤhen, immerhin! Das steht uns frei. Wir konnen jede Art von Kränkung auf sie haufen, wir brauchen kein Gesetz der Civilisation gegen sie zu beruͤcksichtigen,
wir kbnnen die Empörung ihrer Unterthanen und den Fluch der
Welt gegen sie heraufbeschwöͤren. Dies Alles ist erlaubt. Was sage ich? Dies Alles ist edel und hochherzig, und es giebt viele Schriftsteller bei uns, die sich fuͤr die muthigsten Pa— trioten halten, weil sie es sich zum Geschaͤft machen, alle Könige Europa's zu verabscheuen und zu schmaͤhen. Wenn wir es uns aber herautsznehmen, an der Legitimität Espartero's zu ruͤhren, seine Anspruͤche an die Gewalt zu pruͤfen, wenn wir uns nicht
vor jenem ohnmaͤchtigen Diktator auf beide Kniee niederwerfen,
oder wenn wir von ihm verlangen, daß er Spanien irgend etwas
wiedergebe, was einer Regierung ahnlich sieht, um die geordnete
und rechtliche Regierung zu ersetzen, die er vernichtet hat, oh!
dann tritt man uns entschieden entgegen. Halt! ruft man uns ; . , Rn, .
zu; man ruͤhrt nicht auf diese Weise an eine Regierung, die aus
einer Emeute hervorgegangen ist; Espartero ist unser Mann; er
regiert durch das Recht des Saͤbels; er ist geheiligt! Dies ist
die Sprache der Maͤnner, die seit 11 Jahren alle Könige der
Welt gehoͤhnt haben; man urtheile, ob sie geeignet seyn kann, einen Eindruck auf sie zu machen.“
Ueber die ab und zu besprochenen Spaltungen im Ministe— rium äußert sich heute der Con stitutionnel in folgender Weise: „In dem Maße, in dem die Verlegenheiten des Ministeriums zu— nehmen, waͤchst auch der Zwiespalt im Schoße desselben. In diesem Augenblicke giebt die Frage, ob Herr Vivien in den Staals— Rath aufzunehmen sey, Anlaß zu einer sehr ernsten Meinungs— Verschiedenheit. Die Herren Soult, Teste, Cunin-Gridaine und Duperré sprechen sich fuͤr die Affirmative aus; Herr Guizot da— gegen will nichts von dem Eintritt des Herrn Vivien in den Staats-Rath wissen. Herr Duchatel raͤumt dem Herrn Guizot ein, daß Herr Vivien als Minister des ersten Maͤrz, von Seiten des Ministeriums vom 20. Oktober nicht Gegenstand einer solchen Zuvorkommenheit seyn duͤrfe; indeß glaubt er, daß man sich da— hin vereinigen koͤnne, eine zweite Vakanz im Staats-Rathe zu veranlassen und dann die Herren Dejean, den Kandidaten des Herrn Guizot, und Vivien zu gleicher Zeit zu er— nennen. Herr Martin (du Nord) und Herr Villemain theilen die Ansicht des Herrn Guizot. Ein Punkt, über den alle Minister einerlei Meinung sind, ohne es sich jedoch gegenseitig anvertraut zu haben, ist der, daß das Ministerium nicht mehr lange zu leben hat. Es ist gewiß, daß den Herren Passy und Dufaure Eröffnungen gemacht worden sind und noch taͤglich ge— macht werden. Die Combination, die man ihnen bestaͤndig vor— schlug, hatte die Entlassung des Herrn Humann und die Theilung des Ministeriums des Herrn Martin zur Grundlage. Herr Passy sollte an der Stelle des Herrn Humann Finanz-Minister, Herr Dufaure sollte Praͤsident der Deputirten⸗ Kammer und Herr Sauzet Kultus⸗Minister werden. Herr Passy, dessen Zustimmung man vor allen Dingen erhalten muß, setzt jenen Vorschlaͤgen eine entschiedene Weigerung entgegen, oder, was dasselbe ist, er fordert als erste Bedingung die Wahl-Reform, d. h, die Ausdehnung des Wahlrechts auf die zweite Liste der Jury. Diese Bedingung ver— hindert augenblicklich jede weitere Unterhandlung.“
Der Marschall Gérard hat den Wunsch zu erkennen ge⸗
Mittwoch den 27sen Oktober
geben, seinen Posten als Ober-Besehlshaber der Pariser National⸗ Garde aufzugeben. Da der Zustand seiner Gesundheit ihm die Ausübung der damit verbundenen Functionen nicht mehr gestatte. Der Konig soll bis jetzt das Gesuch des Marschalls nicht ange— nommen und ihn gebeten haben, an der Spitze der Pariser Na⸗ tional-Garde zu bleiben, wenn er auch vorlaͤufig sich noch nicht im Stande fuͤhle, seine Functionen wieder anzutreten. Die Marschallin Soult war in den letzten Tagen so krank, daß man an ihrem Wiederaufkommen zweifelte. Der Moniteur parisien zeigt indeß heute an, daß eine guͤnstige Krisis eingetreten sey, und daß die Aerzte erklart hatten, die Gefahr waͤre voruͤber. Durch Königliche Ordonnanz vom gten d. wird der neu er— nannte General-Prokurator beim Königlichen Gerichtshofe zu Paris, Herr Hebert, angewiesen, als General-Prokurator beim Pairshofe in dem Prozesse Quenisset zu fungiren. BVoͤꝗfsse vom 21. Oktober. An der heutigen Boͤrse waren sämmtliche Fonds-Gattungen wiedernm ausgeboten. Die Be⸗ sorgnisse der Londoner Boͤrse fangen an, sich dem hiesigen Platze mitzutheilen. Die 3proc. Rente schloß zu 79. und die neue An— leihe fand zu 80. 20 keine Kaͤufer. Die Spanische aktive Schuld ist bis auf 20 zuruͤckgegangen. Es hieß, die heute aus Spa⸗ nien eingegangenen Nachrichten meldeten, daß Narvaez bedeutende Fortschritte in Andalusien gemacht habe, und daß mehrere Trup⸗ pen-Corps zu O'Donnell gestoßen waͤren.
Paris, 21. Okt. Die Geruͤchte von einer Verände— rung des Ministeriums scheinen Konsistenz zu gewinnen. Der Marschall Soult wuͤrde fein Ausscheiden durch den sehr schwan⸗ kenden Gesundheitszustand seiner Gemahlin motiviren' (irrthüm⸗ lich wurde gestern von uns die Krankheit des Marschalls selbst als Grund angegeben); die üuͤbrigen Mitglieder des Kabinets sind in der letz⸗ ten Zeit uͤber viele Punkte verschiedener Meinung gewesen; die Ernennung mehrerer richterlichen Beamten hat zu sehr lehhaften Dis kussionen Anlaß gegeben; andere im Staats-Rathe vorzuneh— mende Ernennungen fuͤhren neue Meinungs-Verschiedenheiten her— bei. Dies sind im Grunde nur untergesrdnete Fragen, aber sie dienen dazu, die Harmonie zu stbren, die unter den Kabinets— Mitgliedern niemals sehr groß gewesen ist. Im Falle einer ein—⸗ fachen Modifizirung wurden die zuruͤckbleibenden Mitglieder, die Herren Dufaure und Passy, in ihre Combinationen ziehen, und zwar wärde der Letztere Herrn Humann ersetzen, Herr Dufaure die Praͤsidentschaft der Deputirten-Kammern erhalten und das Ministerium des Kultus vom Justiz-Ministerlum abgezweigt werden, um daraus ein Departement fuͤr Herrn Sauzet zu bilden.
Man sieht, daß bei dieser Combination der Marschall Soult bleiben wuͤrde; dies ist aber nicht wahrscheinlich. Es st aber noch ein anderer Grund vorhanden, der jenes Projekt vereiteln konnte. Ungeachtet der parlamentarischen S tellung der Herren Passy und Dufaure hat der Koͤnig keine große Zuneigung zu diesen beiden Deputirten, welche den Uebergang zwischen der Linken und dem Centrum bezeichnen. Tritt daher eine Veranderung ein, so wird sie weit vollstandiger seyn und wahrscheinlich Herrn Mol ans Ruder bringen. In diesem Sinne werden die Intriguen geleitet seitdem die Zwietracht sich in das Kabinet eingeschlichen hat. . Es ist auch die Rede von einer Veraͤnderung im General⸗ Kommando der National-Garde, das, wie es heißt, dem Mar— schall Molitor an der Stelle des Marschalls Gerard übertragen werden wuͤrde. ;
Man legt abermals dem Großsiegelbewahrer die Absicht unter, daß er neue Maßregeln zur Beschraͤnkung der Presse von den Kammern verlangen wolle. Man wuͤrde zu den September⸗-Gesetzen noch einige ergaͤnzende Bestimmungen hinzufuͤgen, die der Regierung gewisse praͤventive Mittel verschaf⸗ fen und das Schicksal der Angeklagten erschweren wurden. Wir enthalten uns jeder Acußerung uͤber dies neue Projekt, bis wir eine genauere Kenntniß desselben erlangt haben; wir wollen nur bemerken, daß, wenn Herr Martin (du Nord) die verlangten Ge— setze erhaͤlt, er weit wirksamere Mittel in Handen hat, als wenn er, wie es ganz vor kurzem geschah, durch aufreizende Cirkulare den Eifer der General-Proküuratoren und der Koͤniglichen Advo— katen anfeuert. ;
Die bloße Ankuͤndigung von jenem Projekt hat einen gewal⸗ tigen Laͤrm im Lager der Oppositions-Journale erregt. Wenn man sie hoͤrt, so sollte man meinen, die Freiheit und Existenz aller Buͤrger stehe auf dem Spiele, waͤhrend doch die Regierung es in der That nur auf die heftigen und aufruͤhrerischen Decla⸗ mationen einiger Tagesblaͤtter abgesehen hat. Wenn das Mini⸗ sterium sich deshalb an die Kammern wendet, so wird es nur den regelmäßigen Gang gehen. Die legislative Gewalt, welche die Oppositions-Blaͤtter in jedem Augenblicke exaltiren und deren All⸗ gewalt sie anerkennen, namentlich, wenn es sich darum handelt ein Ministerium zu stuͤrzen, oder dem Koͤnige eine Lehre zu geben, die legislative Gewalt, sagen wir, wird es in Erwägung ziehen und unsere kaͤmpfenden Politiker werden gezwungen seyn sich dieser hoͤchsten Entscheidung zu unterwerfen. Das Seltsame bei dieser Anerkennung der parlamentarischen Macht ist, daß sie stets unfehlbar ist, wenn sie sich in Opposition mit der Regierung = be⸗ sindet, daß sie aber veraͤchtlich, unwissend und servil ift, wenn sie in Uebereinstimmung mit dem Kabinette handelt. Das ist die Logik unserer liberalen Blaͤtter.
Es ist uͤbrigens ein sehr schwieriges Unternehmen, die Thaͤ— tigkeit der Presse in Frankreich zu reguliren. Wir haben Gesetze, aber wir haben auch fruͤhere Beispiele und Traditlonen. Die Revolution von 1836 hat den Journalisten eine ungeheure Macht und eine Autorität verliehen, wie sie in keinem anderen Lande besitzen. Das ist ein Ungluͤck; die Maͤnner, welche zu dieser Er⸗ hebung des Journalismus beigetragen haben, sehen dies jetzt selbst ein, namentlich wenn sie ans Ruder gelangen. Auch bringt man ungeheure Opfer, um den Einfluß der Presse so viel wie möglich zu schwaͤchen; man bewilligt ihr Unterstuͤzungen und unzählige Beguͤnstigungen so oft, sie der Verführung zugaͤnglich st. und diese Faͤlle sind allerdings nicht selten. Mehr als , Fr. werden sährlich aus den geheinlen Fonds für die Presse und fuͤr