1841 / 324 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

„Sie proklamirten die Diktatur und eine Schreckensregierung; sie proklamiren Wahlversammlungen undl rufen alles Andere an, was, ihrem Urtheile nach, die Sympathien ihrer Mitbürger zu Gunsten ihrer Plaͤne erregen kann. Sie werden ohne Uebercinstimmung pöir⸗ ken und werden sich vielleicht auf die Unordnung selbst stützen wolsen/ um einen Triumph zu erreichen, welchen ihnen die den lich. Men, nung, die Moral und die Gerechtigkeit verweigern. e gt inigin 2 diejenigen wärdig sind, Euch zu regieren, welche die Fs'hne der 533 8 erhoben haben und ihrer Habsucht oder ihrem Ehrggin, theuersten Interessen hintanstellen. Prufet ihr öffentliches 2 g.. TEreue und ihre Ehre und entrüstet Euch beim Anblick ihrer abge— schmackten Anspruͤche.“ .

Schließlich wiederholt er noch ; anderen . oben 2 seine Verwaltung gesagt, , . daß er nicht von seinem Platze weichen, sondern der.? ebellion die Stirn bieten werde, schildert die Graͤuel einer Umwaͤl zung und hofft von dem gesunden Sinn der Mexikaner, daß sie ihm treu— lich beistehen und durch ihr Benehmen die Revolution bald ent— muthigen wurden.

Valencia seinerseits hat Heeres“ aus dem Hauptqiar Truppen erlassen, welche in

ö rg 6 Ich habe gerade den Zeitpunkt, gewaͤhlt, um an Euch das Wort, zu richten, in welchem man meinerseits keine Schwache, noch die eigennuͤßige Absicht, eine Partei zu gewin nen oder aus einer ünedlen Verfuͤhrung Vortheil zu ziehen, voraussetzen kann. Ich bin der Meinung, daß man zu den Tapferen des Mexikanischen Heeres nicht von Hoffnung und Furcht reden darf, wenn sie einen Entschluß zu fassen haben, der aus ihrer gewissenhaften Ueberzeugung herorgehen und daß

einmal mit etwas

„als erster General des Befreiungs— tier folgende Proclamation an die der Hauptstadt noch der Regierung

muß,

zu erfuͤllen, die Pflicht, welche uͤber Alles geht, darum handelt, erforderlichen Falls das Schicksal des Vaterlandes zu leiten. Von Zeit zu Zeit wird das Volk durch große Bedraͤngnisse zu der Ueberzeugung gefuͤhrt, daß es seinen Zustand nur durch sich selbst verbessern kann, und spricht dann seinen Willen mit einer Ener gie aus, der Nichts widerstehen kann. Da die Volksbewegungen in der offentlichen Meinung vorbereitet werden, und da der Soldat im mer Buͤrger ist, so denkt er auch und bespricht sich uͤber Gegenstaͤnde, welche die allgemeine Aufmerksamkeit erregen und ihn also wesentlich interessiren.“ ö „Da nun eine Revolution eine Nothwendigkeit geworden ist, weil die Institutionen monstroͤs sind und die Behoͤrden, welche sie hervorgebracht haben, hartnaͤckig darguf bestehen, das beizubehalten, was die allgemeine Stimmung verwirft, so muß das Heer den Wi— derstand zu einem regelmaͤßigen machen, damit nicht die Anarchie sich der Umstaͤnde bemaͤchtige und das ganze Land in jede Art von üunordnung und Elend stuͤrze. In allen Theilen, in allen Richtun gen hatte die bewaffnete Macht kaum ihren Entschluß ausgesprochen, fuͤr eine so edle Sache zu kaͤmpfen, als sie sich vom dankbaren Volke umgeben sah, welches wieder mit Begeisterung das Banner von Ygüala (wo Iturbide die Trennung Mexiko's von Spanien prokla— mirte) begruͤßte und von neuem den allmaͤchtigen Ruf der Freiheit wiederholte. Daher kommt es auch, daß in Jalisco, Aguas Calien tes, Guanajuato, in S. Luis Potosi, in Queretaro und tausend an deren Gegenden die Namen der ausgezeichnetsten Generale der Ar mee sich mit solchen tugendhaften Buͤrgern vereinigen, welche immer eine eherne Mauer zwischen dem Despotismus und der Freiheit zu setzen wußten. Der verdienstvolle General Paredes in Jalisco, der brave General Franco in Zaecatecas, der tapfere Cortazar in Gua najuato, der unerschrockene Rivas in Santa Anna de Tamaulipas Condelle in S. Luis Potosi, Juvera in Queretaro und hundert an dere Haͤuptlinge, welche Euch bekannt sind, marschiren schon unter dem Einflusse der Sonne, welche in Tampico leuchtete und jetzt

2733 * * 4 2 2 4 2 Dre, r, e, ,, Ne, , ,, . die Umngbhaͤn gigkeit die ses Landes sicherte, der die Macht und die Tapferkeit des Mexikanischen Soldaten 18358 bewies, der immer nur den Weg des allgemeinen Wohls betrat und dem immer der Sieg voranging. Weshalb verbleibt ihr denn in Eurer unthaͤtigkeit, wo

durch Ihr Niemand nuͤtzt, aber Euch selbst sehr schadet?“ .

Da gluͤcklicherweise die Interessen des Volkes und der Soldaten hier gemeinschaftlich sind, so sprechen sie sich uͤbereinstimmend aus un zur Sanction ihrer Wuͤnsche bedarf es nur, daß Ihr Euch denfelben anschließt. Unkenntniß der Begebenheiten, Ueberraschung und gemei ner Betrug konnten Euch in den Reihen halten, die nicht mehr die der Nation sind; es konnten Kompromisse, welche die Ueberlégung jedes rechtlichen Mannes in Anspruch nehmen, Euch die Augen ver schließen und veranlassen, an der Hartnaͤckigkeit Anderer Theil zu nehmen, aber es ist der Augenblick gekommen, wo man Euch die Wahrheit nicht mehr verhehlen kann, und Ihr wißt, daß die Revo⸗ lution triumphirt und daß nichts den Fall der Dinge und der Per sonen aufhaͤlt, welche seit langer Zeit zwischen Widersprüchen und Gefahren geherrscht haben.“ ö „Im Namen der Nation rufe ich Euch deshalb zu, auf meine Seite zu kommen, Ihr tapferen Eroberer ihrer Ungbhaͤngigkeit und Freiheit! kommt, vereinigt Ener Schicksal mit Euren Kameraden, die Euch nur in einer edlen Laufbahn vorangegangen sind.“

„Ich hege die Besorgniß, daß, wenn die Truppen, welche die tapferen Genexale Paredes und Cortazar absenden, sich diefer Haupt stadt naͤhern, Unordnung in die Reihen der Veteranen komme, de ren Dienste das Vaterland doch noch so sehr bedarf, und daß solche

1442

und Ausdauer gebildet sind. Dies ist die vornehmste Ursache wes⸗ halb ich an dem Tage zu Euch rede, wo der Triumph der Nation unfehlbar ist, denn nach den Beschluͤssen der Vorsehung hat jede

Regimenter aufgeldbst werden, die nur in vielen Jahren durch Fleiß

Offiziere und Chefs, hen der Regierung

Ihr braucht nicht zu

mache, welche zuerst mit mir

immer die guͤnstige Zeit fuͤr ein vor Anarchie zu bewahren, e

uud die Nation

Gott Soldaten! es geschieht in dem

Sache ihr Ende, und so Mexikanischen Volkes haben.“ Erlauchte Generale so vieler

brave seyd /

muͤssen es auch die bitteren Leiden des

Schlachten, kriegserfahrene

Soldaten, die Ihr noch in den Rei— ich erwarte Euch mit offenen Armen. fuͤrchten, daß ich einen Unterschied darin den Entschluß en Jeden von Euch, das Vaterland ö s vom Joche einiger Wenigen zu befreien auf den hohen Standpunkt zu erheben, welchen ihr unter den ausgezeichnetsten Nationen Es ist nicht mein Name, in welchem ich Euch anrufe ö der souverainen Nation, zu welcher wir Alle ge hoͤren; aber bedenkt, daß, entschieden wie im

faßten; es ist noch

Erdballs bereitet.

des

Juli 1840, ich nicht

weniger großmuͤthig und eben so sehr als damals Euer Freund bin.“

„Hauptquartier in der Citadelle von Mexiko, 13. September 1811.

Gabriel Valeneia.“

3 Mexiko so wird am Schluß der Korrespondenz in der oben genannten Zeitung hinzugefuͤgt „giebt es weder Con—

scription, noch besteht der Soldatendienst aus Freiwilligen; mit Gewalt werden die Indianer und Mestizen in den Doͤrfern zu Soldaten gemacht. Diese Ungluͤcklichen, welche in Lumpen und halb barfuß gehen, kaum Sold erhalten und schon seit Jahren sagen, daß nur die Offiziere bei den Revolutionen profitiren, erklärt der General Valencia fuͤr muͤndig, uͤber die politischen Verhaͤltnisse zu urtheilen und das

Schicksal des Vater

als er gegen

volution der ehemali

Bustamente man es ihnen selbst zu uͤberlassen hat, die heiligste aller Pflichten Proclamation Valencig's ist

wenn es sich sie einen tiefen Blick in die gen Spanischen Kolonieen gewaͤhrt.

landes

zu entscheiden. auszog, sprach er ganz anders. aber jedenfalls sehr interessant, weil Zustaͤnde und Begebenheiten der Re—

Im vorigen Jahre, Die

Der

Styl ist schwuͤlstig, ubrigens hat bis jetzt noch jeder Pronuncigdo

versprochen, daß er die Leiden der Nation mildern wolle. V jedem Pronunciamento erhalt der uͤbergegangene

Bei

Offizier einen

hoheren Grad, wer nun so gluͤcklich war, immer bei der siegenden

Partei zu bleiben, der wurde schnell General. 2 Generale wie in Frankreich.

Rexiko eben so viele

,

Berlin, 20. Nov.

Daher giebt es in

1

6

Jul an d.

Da

Das in Nr. 20 der Gesetz-Samm

lung enthaltene Gesetz, betreffend den Zinsfuß bei Ausleihung von Geldern der Pflegebesohlenen an Privatpersonen, lautet folgender

maaßen:

„Wir Friedrich Wilhelm,

Preußen ze. ꝛ0 haben Uns auf den

Vorschriften des Allgemeinen Landrechts Theil

und der Deposital⸗O Ordre vom 27.

rdnung

Mai 1838 unter

allgemein abzuändern, , . . daß zur Ausleihung von Geldern der Pflegebefohlenen an Pri

vatpersonen die Genehmigung der,

von Gottes Gnaden, Koͤnig von

Vitel . . 3. getroffenen

Antrag Unseres Staats- Ministeriums und ngch erfordertem Gutachten Unseres Staatsraths, bewogen gefunden, die

I. Titel 18 5 490 Verfolg der in der

S. 49 in ; Bestimmung dahin

dem Vormundschaftsge

richte vorgesetzten Behörde nur dann erforderlich seyn soll,

wenn die Ausleihung zu niedrigeren

ein halb vom Hundert geschieht.

Urkundlich unter Unserer Höͤchsteigenhaͤndigen Unterschrift

beigedrucktem Königlichen Insiegel.

Frh. von Muͤffling.

(L. S.)

F

von Kamptz.

zinsen, als zu drei und

und

Wilhelm. Muͤhler.

Beglaubigt: von Duͤesberg.

riedrich

Meteorologische Beobachtungen.

1841. 19. Nov. 6 Uhr.

Morgens

2 Ubr

Na hmittags

Abends 10 Uhr.

Nach einmaliger

Reohachtung

Luftdruck . ... Lustwärme ... Thaupunkt ...

PDunstsättigung

Wind Wolkenzug. . . Lagesmittel: 336,13

217 555 6. zu 500 FI. 138.

1373.

.

6 Uh

Lhends

Gz uellwärme 8,29

FElusswärme 2,0“

3, 47 n. Ausdünstung 0,029 Rh. Niederschlag G, 010 Rb.

Wärmewechsel 42,5),

M

Boldenwärme

2 2

n 88 pCt. Os

starke

Auswärtige Börsen.

Loose zu

BFank- Act. ,,,

Erankfurt a. M., 17. Nov. Oesterr. 53 Met. 1072. 107 19 241 ö 9 ö j 5 245 Br.

1896.

90 001 2 15 99 . *. Partial! Obl. —. Loose Preuss. Prüm. Seh. 80 6.

18914.

25 9 2

do. 4 Aul. 102 kr. Foln. Loose 7145 6. 5 Spau. Aul. 223. 22. 35 Holl. 50. 4915.

Eisenbahn- Actien. 8t. do. linkes München- Augsburg —. Dresden 191ñ. G6. Köln- Aachen 973 6.

Ham burg, 18. Nor. Hauk Actien 1605 G6. Bag. Russ. 108.

p aris, 15. Nov. 53 Rente in eour. II6. 50. 35 Rente fin cour. 9H. 10. Anl. de 1841 an cour. 81. 15. 55 Neœapl. 106. 55. 55 Span. Reute 25. Passive 13.

Ufer Leipzig -

Germain :. Versailles rechtes

Strassburg - Basel —.

n 1 w Den 20. November 1841.

Pr. Cour. Briet. ß9deld.

Pr. Rrief.

Actien.

Fonds.

M

Brl. Pots. Eisenb. do. do. Prior. Act. Męgd. Lp. Eisenb. do. do. Prior. Act. Brl. Anh. Bisenb. do. do. Prior. Act. Diss Elb. Eisenb. do. d0. Prior. Act. Rhein. do. do. Prior. Act.

101 102

1033 101

St. Schuld- Sch. Pr. Engl. Obl. 30. Sch.

Seehandlung.

er

Präm. der 80 * 102 103 do. 37 Danz. do. in Ih. 18 Wesip. Pfandbr. 3 102 Grossh. Pos. do. 105 Ostpr. Pfandbr. 102

1013

Kurm. Schuldv. Berl. Stadt - OblI. Elbinger

Eisenh.

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5 Ih

Pomm. do.

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250 FI. Kurz 250 kl. 2 Mt. 300 Mr Kur do. . ö 300 Mr. 2 Mt n, ; ; 118t. Mt. 300 Er. Mt 150 I. Me. 150 FI. Mt. 100 TpIr. Mt. 100 Thlr. Tas 100 I. Mt. 1 8Rypl. Woch

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Im Schauspielhause: Treue Liebe, Schauspiel in 5 Abth., von Eduard Devrient.

Montag, 22. Nov. Im Schauspielhause: Der Stiefvater, Lustspiel in 3 Abth., von E. Raupach. Hierauf: Ein Herr und eine Dame, Lustspiel in 1 Akt, von C. Blum.

Dienstag, 23. Nov. Im Opernhause: Czaar und Zimmer mann, komische Oper in 3 Abth., Musik von Lortzing. Tanz von Hoguet. Im Schauspielhause: Pour le second début de

1) Lhétel garni, comédie en 1 acte el reprise de: Le chévalier du Guet, eomédie en rose, par Mr. Lockrov. remplira le röle de Mr. Che vasier.)

Mittwoch, 24. Nov. der Else, Schauspiel in 5

Mr. Del

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vil: 51 1 2 actes e 6m (Dans la bremiere piüce, Mr. Delvil Gaillard, et dans la seconde, celui du Im Schauspielhause: Die Herr in Im Schauspielßause: Die Herrin von Abth, von C. Blum. ö Ränigstädtisches Theater. . Sonntag, 21. Nov. Lenore. Melodrama in 3 Abthl Gesang, von K. v. Holtei. Musik von Eberwein 5 ö 5). 556 ; ; ; 3 Montag, 22. Nov. Italienische Opern-Vorstelt⸗ ag.). Zum erstenmale; Lltaliana in Algeri. Opera in 2 *I. Musica del . Rossini. (S ignora Carmela Marz *, vom Theater zu Venedig: Isabella; Signor Francesco Siäffei, vom Theater la Scala zu Mailand: Lindoro; Säinbra Giuseppina Sori, vom Theater zu Venedig: Elvira, nan engagirte Mitglieder der Italie nischen Opern-Gesellschaft als Debuͤts.) ; (Zu dieser Vorsääung sind die mit Sonnabend bezeichneten Billets guͤltig.) = Dienstaz, 23. Nov. Zum erstenmale: Die Wette, oder: Kuͤnstlerstolz und Frauenliebe. Lebensbild mit Gesang, in 3 Al ten, von C. Elmar. Musik von F. von Suppe. ; * Verantwortlicher Redacteur Dr. J.

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rmat

Allgemeine

.

Amtlie achrichten. . 14 n ne 9 ris. Naͤheres uͤber das an der Belgischen Graͤnze angeblich zu bildende Observations Corps. Das Geruͤcht, uͤber die' Bildung eines Armee Corps im Suden erhält fich. Bewe= ungen im Hafen von Toulon. Guͤnstige Nachrichten aus rn, Vermischtes. Pairshof. Prozeß Quenisset; Mit⸗ schuldige; Bericht der Instructions-Kommission. Brief aus Paris. (Spanien und das Kabinet vom 29. Oktober.) Großbritanien und Irland. London. Buͤlletins. Begna⸗ digungen aus Anlaß der Geburt des Thronfolgers. Versuch eines Wahnsinnigen gegen die Koͤnigin. Bestellung neuer Ge wehre und Schaͤtzung des Schadens im Tower. Stempel der Schatzkammerscheine. Truppen-Abberufung aus Syrien. Mae Leod's Empfang in Kanada. Vermischtes. . Belgien. Bruͤfsel. Erwiederung des Königs auf die Adresse der Repraͤsentanten Kammer. z . Schweden und Norwegen. Stockholm. Die Straußsche Schrift. Deutsche Bundesstaaten. Muͤnchen. Trauer um die Koͤnigin Karoline. . . Oesterreich. Schreiben w, . . Italien. Rom. Verhaftung des Paͤpstlichen General-Vikars in Bombay. Monsignor Capaceini. Florenz. Gelehrten Kongreß. Spanien. stand der richtungen. ben aus Madrid, mung der herrschenden Partei und Zustand der Armee.) Portugal. Finanz ⸗-Angelegenheiten. mischtes. . Vereinigte Staaten von Nord-Amerika. Bau von Kriegs— Dampfbdöten. Katholisch politische Bewegung in New-York. Vermischtes. La Plata⸗Staaten. Inland. Königsberg. licher Gnaden⸗-Akt.

Madrid. Espartero's Politik in Bezug auf den Wider⸗ Provinzen; die Junten löͤsen sich auf; fortdauernde Hin Barcelona. Demolirung der Citadelle. Schrei id. (Die Franzdͤsische Intervention und die Stim⸗ gegen Frankreich; Bewegungen

Ver⸗

Auswanderung.

Fortdauernder Buͤrgerkrieg;⸗. . Polnische Kirche. Muͤnster. Köoͤnig

Neueste Plaͤne und Aussichten fuͤr die ausgedehnter Anlage von Eisenbahnen in Frankreich.

Beilage. Dentsche Bundesstaaten; Ba ireuth. Neanchauls

Denkmal. Wheaston's Voltaischer Telegraph. Wissenschaft,

Kunst und Literatur. Der wissenschaftliche Kunst-Verein.

Amtliche Uachrichten. Kronik des Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Kaiserl. Oesterreichischen Oberst-Lieutenant und ersten Wachtmeister bei der Lombardisch⸗ Venetianischen Adeligen Leibgarde, Ritter von Birago, den Ro— then Adler-Orden dritter Klasse Allergnaͤdigst zu verleihen geruht.

Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Au gust ist nach Rheinsberg abgereist. . 2 Angekommen: Se. Excellenz der Kaiserl. Russische Gene— 9 z . 2 9 . . [ 4 . ral der Kavallerie und Botschafter am Königl. Franzoͤsischen Hofe, Graf von Pahlen, von Paris.

Zeitungs Nachrichten.

Ausland.

Frankreich.

Paris, 16. Nov. Der Commerce erhaͤlt aus Lille folgende Details aͤber die Aufstellung des Observations⸗CTorps, welches an der Belgischen Graͤnze zusammengezogen wird: „Zwei Bataillone des 10. Linien⸗Kegiments sind am 12ten von Duͤnkirchen abgegangen; sie wer⸗ den am 15ten in Tourcoing, Mouveaux, Roubaix und Lannoy eintreffen. Zwei Bataillone des 27. Linien-Regiments, von Calais und Boulogne kommend, marschiren nach Quesnoy an der Deule, Vambrechies und Vazemmes, wo sie am 19ten eintreffen wer— den. Zwei Bataillone des 71. Linien-⸗Regiments, die in St. Omer garnisoniren, werden am 15ten und 106ten in Esquarmes und Moulins eintreffen. Ein Bataillon des 14. leichten Regiments wird, von Arras kommend, am 14ten in Haubourdin und Loos kantoniren. Vier Schwadronen des 1. Karabinier-Regiments, von Cambray kommend, werden am 16ten und 17ten die Kantonirungen in Carvin, Pont-a⸗-Marcg, Phalempin und Seclin beziehen. Zwei Schwadronen des 2ten Dragoner-Regimentes, von Amiens kom— mend, werden am 18ten in La Bassöe und Lens eintreffen. Vier Schwadronen des 2ten Lancier-Regimentes, von Valenciennes kommend, werden am 14ten in St. Amand, Orchies und Mar— chiennes kantoniren. Zwei Batterieen des 2ten Fußartillerie-Re— gimentes bleiben in Douaiz; eine reitende Batterie wird nach Be— thune geschickt. Die zwei Bataillone des 42sten Linien⸗Regimen⸗ tes, welche nach Avesnes und Maubeuge detachirt waren, kehren am 14ten nach Valenciennes zuruͤck. Das Ste Kuͤrassier-Regiment begiebt sich von Arras nach Valenciennes, wo es am 17ten ein— treffen wird. Das 10te reitende Jaͤger-Regiment trifft am 19ten von Maubeuge in Conde ein. Ser Train und Artillerie⸗-Park wird am 20sten in Maubeuge, Avesnes und Quesnoy die Kaänto— nirungen beziehen. Die neuesten hier eingegangenen Privat-Nach⸗ richten und Journale aus Belgien enthalten nichts, was die mili— tairische Maßregel, deren Zeugen wird sind, motiviren koͤnnte.“

Der Constitutionnel erwaͤhnt heute des Gerüchts, daß man im Suͤden von Frankreich ein Armee-Corps von 62,000

ann zusammenzuziehen beabsichtige. Es wuͤrde von den Gene— wälen Schneider und Schramm kommandirt werden, und Toulouse ird als der Ort genannt, wo das Haupt⸗Quartier aufgeschlagen 6 soll. eder die hiesigen ministeriellen Journale, noch die Journale aus dem suͤdlichen Frankreich bestätigen bis jetzt dies Geruͤcht. . Man schreibt aus Toulon vom 11ten d.: „Seit einigen

22sten

N November

ontag den

6

Tagen herrscht auf der hiesigen. Rhede eine Bewegung, die uns unter den gegenwärtigen Umständen uͤberraschen muß. Wir ha— ben bereies die ploͤtzlsche Abfahrt mehrerer Schiffe, worunter 2 Linienschiffe, gemeldet. Gestern ist die Fregatte „Medea“ eben— falls abgegangen und es heißt, die Linienschiffe „Trident“ und „Marengo“ hätten Befehl erhalten, sich schleunigst zur Abfahrt vorzubereiten. Der „Marengo“ hat seine Batterie, Sechsunddrei— ßigpfuͤnder, gelandet, um mehr Leute an Bord aufnehmen zu koͤn⸗ nen, was genugsam andeutet, daß er Truppen einnehmen wird; er kann dieselben nur aus Afrika holen. Man will also zu Gun— sten der Observations-Armee, welche an den Pyrenaͤen gebildet wer— den soll, unsere Afrikanische Armee reduziren. Nachschrift: Man meldet uns in diesem Augenblick, daß das Linienschiff „Dia— dme“ und die Fregatten „Andromeda“ und „Minerva“, welche sich in Quarantaine befinden, den Befehl erhalten haben, so schleunig als moͤglich in See zu gehen.“

Eine telegraphische Depesche, datirt aus Mostagenem vom bten (Toulon vom 14ten) meldet, daß die Diviston, die von Oran am 13. September abgegangen war, am 5. November wie— der in Mostaganem eingetroffen ist. Ihr Gesundheits-Zustand ist befriedigend. Sie schlug zweimal die Kavallerie des Emir und mehrere Staͤmme und lieferte mehrere gluͤckliche kleine Gefechte. Sie zerstoͤrte die Stadt und das Fort von Saida und schloß mit sechs Stammen der Wuͤste ein Buͤndniß ab, deren Reiter drei Tage mit uns zogen und dazu mitwirkten, die Hagem, einen Stamm Abd el Kaders, zu bekaͤmpfen.

Es soll gewiß seyn, daß Herr Humann aus dem Ministerium aus utreten fest entschlossen sey; er soll dem Ministerrathe bereits eit mehreren Tagen nicht beigewohnt haben.

Böͤrse vom 16. November. Die Franzoͤsischen Renten waren heute an der Boͤrse etwas schwaͤcher, der Umsatz darin aber nur gering. Die Spekulanten fangen schon an, sich mit Eisen— bahn-Projekten zu beschaͤftigen, von deren Ausfuͤhrung im naͤchsten Jahre die Rede ist; man glaubt, die Regierung werde so ausge— dehnte Arbeiten nicht unternehmen koͤnnen, ohne zu einem neuen Anlehen ihre Zuflucht zu nehmen. (Vergl. unten den besonde— ren Aufsatz uber diesen Gegenstand.)

Pairshof. Sitzung vom 15. November. Der Graf von Bastard, Berichterstatter der Instructions⸗-Kommission, be— gann heute mit Vorlesung seines Berichtes. Außer Quenisset sind folgende Angeklagte in den Prozeß verwickelt: Napoleon Ba zin, gewoͤhnlich Napoleon genannt, 29 Jahr alt, Gehuͤlfe eines Kochs; Anton Boggio, genannt Martin, 32 Jahr alt, Schlosser; Jean Marie Boucheron, 36 Jahr alt, Holzschneider; Hein— rich Bouzer, 34 Jahr alt, Kunsttischler; Eduard Brazier, genannt Juͤst, 28 Jahr alt, Tischler; Baptiste Colombier, 13 Jahr alt, Weinhändler; PRavier Considere, 34 Jahr alt, Weinhändler und Kassendiener bei den Herren Lafitte und Comp.; Fremont, genannt Dufour (abwesend); August Dupoty, 44 Jahr alt, Haupt-Redacteur und verantwortlicher Herausgeber des Journal du Peuple; Alexis Faugeray, 24 Jahr alt, Kunsttischler; Jean Marie Jarasse, 33 Jahr alt; Paul Launois, 33 Jahr alt, Kupferschmied; Franz Mallet, 37 Jahr alt, Schuhmacher; Carl Martin, 25 Jahr alt, Kunst— tischler; August Petit, 30 Jahr alt, Kunsttischler; August Prioul, 26 Jahr alt, Tischler. Nachstehendes ist nunmehr der gedraͤngte Inhalt des heute verlesenen Theils des Berichtes:

Meine Herren! Es giebt eine Vorsehung, welche uͤber die fuͤr Frankreich so kostbaren Leben wacht. Wer unter Ihnen waͤre davon nicht uͤberzeugt, nachdem er gesehen hat, wie zum fuͤnften Male das Verbrechen ohnmaͤchtig und die moͤrderischsten Waffen in den Haͤnden der Koͤnigsmoͤrder unschaͤdlich gemacht wurden? Von welcher Be⸗ schaffenheit ist denn nun aber jene blinde Wuth, welche sich weder durch die Beispiele der unendlichsten Gnade, noch durch die gerechte Strenge der Gesetze besaͤnftigen laßt? Wie koͤnnen wir es erklaͤren, jenes Attentat gegen einen jungen Prinzen, der, ob⸗ gleich er zu den Mitgliedern der Königlichen Familie gehoͤrt, doch so weit vom Throne entfernt ist, und der sich nur dadurch aus gezeichnet hat, daß er an den Gefahren und den Strapazen unserer tapfern Armee Theil nahm? Er war umringt von den Prinzen, seinen Bruͤdern, und der Gegenstand des lauten Jubels des Volkes, als eine Möoͤrderhand sich gegen ihn erhob. In der Unmdglichkeit, die sem neuen Attentate irgend einen begreiflichen Beweggrund unter⸗ zulegen, mußte man sich natuͤrlich erst fragen, ob es nicht eine jener Handlungen des Wahnsinns sey, welche der Justiz nicht erlauben, den Urheber derselben einen Verbrecher zu nennen. In dieser Hinsicht hat indeß die Untersuchung jeden Zweifel gehoben; sie hat ermittelt, daß es nicht ein vereinzelter Akt, sondern eine moralische Verantwortlichkeit sey, und daß diese Verantwortlichkeit sich nicht blos auf den Thaͤter beschraͤnkt, sondern auch andere Personen trifft, welche ihn zur That anreizten und Waffen in seine Haͤnde gaben. Man hat sich endlich uͤberzeugt, daß es mit diesem nenen Attentate eben so war, wie mit allen vorhergehenden, von denen nicht ein einziges zufaͤlligen Ursachen oder unvorhergesehenen Umstaͤnden zugeschrieben werden konnte, son⸗ dern augenscheinlich das Resultat einer umfassenden und behgrrlichen Verschwörung, das Werk jener geheimen Gesellschaften war, in denen die schlechten Leidenschaften gegen die oͤffentliche Ruhe konspiriren und Alles angreifen, was bisher fuͤr das Heiligste gehalten wurde. Wenn ein solcher Krebs in dem Busen der Gesellschaft existirt, so haben die— jenigen, in deren Haͤnden die Justiz des Landes liegt, alle Mittel zu seiner Ausrottung aufzubieten. Von dieser Pflicht ist Ihre Kommis sion durchdrungen gewesen, und bevor noch dieser Bericht zu Ende gelesen ist, wird man sehen, daß sie dieselbe, so weit es nur irgend in ihren Kraͤften stand, erfuͤllt hat,. Der Bericht erwaͤhnt nun zuvörderst der Unruhen, die unmittelbar vor dem 13. September statt— fanden, der Verhaftungen, die in der Nacht vom 12ten in der Rue St. Denis gemacht würden, wo man in einem Weinhause eine Ge— sellschaft aufhob, bei der man wichtige aufruͤhrerische Doku— mente vorfand. Quenisset hatte an einer ahnlichen Versamm— lung Theil genommen, welche sich am 13ten Morgens versam—⸗ melke. Patronen und Waffen waren vertheilt worden, und die Mitglieder derselben verbreiteten sich in der Rue St. Antoine, durch welche der Prinz kommen mußte. Es scheint nicht, daß die Verschwörer etwas davon wußten, daß der Herzog von Orleans und der Herzog von Nemours ihren Bruder begleiten wurden. Aus Allem, was man ermittelt hat, geht hervor, daß der Herzog von Aumale hauptsaͤchlich der Gegenstand des Angriffes seyn sollte. Der Bericht erwahnt nun der naͤheren Umstaͤnde des Attentats und der Verhaftung

Quenisset's, die aus fruͤheren Mittheilungen hinlaͤnglich bekannt sind, und fuͤgt hinzu, daß man 2 Pistole am Boden liegen fand, wovon das eine abgefeuert, das andere aber noch geladen war. Quenisset erkannte das erste als dasjenige an, womit er geschossen hatte, das zweite als dasjenige, was er einem seiner Mitschuldigen gegeben hatte. Ueber die fruͤheren Lebens-Verhaͤltnisse Quenisset's werden ebenfalls die bereits bekannten Details gegeben. Er war fruͤher Soldat im 15ten Infanterie Regimente und ward wegen Insubordination zu dreijaͤhrigem Gefaͤngniß verurtheilt. Nach 2 Jahren entwischte er aus dem Gefaͤngnisse und kam unter dem Namen Pappart nach Paris, wo er ein Verhaͤltniß mit einem Frauenzimmer, Namens Leplatre, anknuͤpfte, die ein Kind von ihm hat. In Folge einer Pruͤgelei ward er unter dem Namen Pappart zu einer Gefaͤngnißstrafe verurtheilt, und in Saint Pelagie machte er die Bekanntschaft Bri⸗ oul's, der ihn zuerst in politische Intriguen verwickelt zu haben scheint, und der ihn spaͤter in die Gesellschaft der Travailleurs egali⸗ taires einfuͤhrte. Im ersten Augenblicke seiner Verhaftung schien Quenisset bei einem tuͤckischen Stillschweigen beharren zu wollen, aber nach 2 Tagen ging sichtlich eine Veraͤnderung in ihm vor; er sah das Üngeheüre feines Verbrechens ein und schien es sich ange⸗ legen seyn zu lassen, durch die Aufrichtigkeit seiner Gestaͤndnisse Reue an den Tag zu legen. Alle Thatsachen, die er angab, und die verisizirt werden könnten, erwiesen sich als vollkommen richtig. Am 15. September ward er von dem Instructions⸗Richter, Herrn Perrin, verhoͤrt, und zu der Zeit hatte sich seine anfaͤngliche Aufregung schon sehr gelegt. Er schien gern die Namen seiner Mit⸗ schuldigen angeben zu wollen, aber er zoͤgerte damit, bis ihm die Versicherung gegeben werden konnte, daß sein Kind und die Mut⸗ ter desselben gegen die Rache der von ihm Denunzirten beschuͤtzt werden wurden. Nachdem er diese Versicherung erhalten hatte, ließ er sich auf eine Erzaͤhlung aller der mit dem Attentate in Verbin⸗ dung stehenden Umstaͤnde ein. Hier giebt der Bericht die Aussagen Quenisset's, wie er dieselben zuerst vor dem Instruetions⸗Richter ab⸗ gelegt, und dann in dem (weiter unten folgenden) Verhoͤr vor dem Kanzler wiederholt hat. Bevor der Berichterstatter das Verhdr Quenisset's giebt, schaltet er eine Rede ein, die August Petit in ei⸗ ner Versammlung der Verschwoͤrer gehalten hat, und auf welche in dem Verhoͤre Quenisset's angespielt wird. Sie lautet folgender⸗ maßen:

,,, ihr habt laͤngst wahrgenommen, daß wir sehr schlecht regiert werden, daß Tyrannen an der Spitze des Staates stehen, daß nur die Polizei und die Justiz im Stande sind, Geld zu verdienen, daß wir einen Koͤnig haben, dem wir jaͤhrlich 24 Millionen geben, und außerdem von einer Menge von Leuten gedruͤckt werden, die, gleich ihm, Geld erhalten, um nichts zu thun. Ihr sehet, daß Bauern, die weniger aufgeklaͤrt sind, als wir, Muth genug haben, Revolutiongire zu werden. Wir, die wir mehr oder minder civilisirte Arbeiter sind, muͤssen im Stande seyn, zu fuͤhlen, daß jene Tyrannen uns unterdruͤcken; und wir sind hier versammelt, um Zeugniß fuͤr dies Gefuͤhl abzulegen. Ich erklaͤre euch, daß ich und meine Mit⸗ burger Revolutionaire sind; nicht solche Revolutionaire, welche die Unterdruͤckung, sondern solche, welche die wirkliche Wohlfahrt aller Arbeiter wuͤnschen; denn ich erklaͤre euch, daß wir ouvriers egalitaires sind. Einige von euch wissen, was diese Worte bedeuten, aber Andere verstehen dieselben nicht. Ich will es daher mit kurzen Worten erklaͤren. Es wird darunter verstanden, daß wir nach dem Umsturz des Thrones National-Werkstaͤtten, gegenseitige Unter⸗ richts und andere aͤhnliche Anstalten errichten werden. In jedem Departement wird eine National-Werkstaͤtte errichtet werden. Die Arbeiter werden nicht laͤnger mehr um Arbeit besorgt zu seyn brauchen; sie werden einen durch das Gesetz bestimmten Lohn erhalten, der weit hoͤher seyn wird, als der jetzt bestehende, und dabei werden wir nur 8 Stunden des Tages zu arbeiten brauchen. Was denkt ihr, Buͤrger, von diesen Naätional⸗Werkstaͤtten? (Hier, sagte Quenisset, der diese Rede aus dem Gedaͤchtnisse angegeben hat, erwiederten alle Anwesenden: excellent!) Was die gegenseitigen Schulen betrifft, Buͤrger, so will ich euch deut⸗ lich sagen, wie dieselben zusammengesetzt werden muͤssen. Die Lehrer werden von dem Comité oder von der Regierung bezahlt, und den Aeltern kann fuͤr den Unterricht ihrer Kinder kein Geid abgenommen werden. Die Kinder des Arbeiters und die Kinder des Prinzen wer⸗ den mit gleicher Sorgfalt erzogen werden; denn viele von euch, Buͤr⸗ ger, haben Kinder, welche nicht dazu geboren sind, in der Unwissen⸗ heit zu bleiben, sondern welche vielleicht dazu bestimmt sind, große Maͤnner zu werden, aber aus Mangel an Geld hinter dem Pfluge bleiben muͤssen. Es bedarf, um unsere Zwecke zu erreichen, nichts weiter, als Festigkeit. Laßt uns den Thron umstuͤrzen, und ihr wer⸗ det sehen, daß fuͤr Alles im voraus gesorgt worden ist; die Gesetze sind bereits entworfen, und es ist nichts zu thun, als unser System an die Stelle desjenigen zu setzen, welches wir über den Haufen ge⸗ worfen haben werden. Es wird ungefaͤhr so seyn, als wenn wir sag⸗ ten: „„Der König ist lodt! Es lebe der Koͤnig!““ Wer unter euch mochte sich wohl weigern, Mitglied unserer Gesellschaft zu werden?“

Nachstehendes ist nun das Verhoͤr, welches der Kanzler von Frank⸗ reich am 22. September mit Quenisset anstellte:

Frage. Ihr gabt zuerst einen falschen Namen an? Antwort. Ja. Fr. Warum thatet ihr das? Antw. Weil ich Deserteur war und meinen eigentlichen Namen vor der Polizei verbergen wollte

Fr. Ihr wart es, der am 13ten d. M. ein Pistol auf die Prinzen abfeuertet, als dieselben an der Spitze des 17ten Linien⸗Regimentes in Paris einzogen? Antw. Ich war es, der ein Pistol auf die Spitze des voruͤberziehenden Zuges abfeuerte. Fr. Es konnte euch nicht unbekannt seyn, daß der Herzog von Aumale an der Spitze seines Regimentes ritt? Antw. Entschuldigen Sie, ich wußte nicht, daß es der Herzog von Aumale war; ich kannte ihn nicht; ich wußte, daß ein Prinz dabei war, aber nicht welcher. Fr. War nicht eine Per⸗ son bei euch, die euch den Herzog von Aumale bezeichnete? Ant w. Man zeigte mir, wohin ich schießen sollte, aber ohne mir den Namen der Person zu bezeichnen. Fr. Wie lange gingt ihr schon mit jener schlechten Handlung um? Antw. Sie war nicht vorher uͤberlegt; aber in die Verschwdͤrung war ich 6 oder 8 Wochen fruͤher eingeweiht. Fr. Was war der Zweck jener Verschwoͤrung? Antw. Der Zweck war, eine Revolution zu bewirken und den Thron umzustuͤr⸗ zen. Fr. Wer verleitete euch zum Eintritt in die Verschwoöͤrung? Ant w. Der Schlossergeselle Martin. Fr. Hatte die Gesell⸗ schaft, in die ihr eintratet, einen Namen? Antw. Sie nannte sich société des Ouvriers Egalitaires. Fr. Wo kam sie zusammen— Antw. Gewoͤhnlich bei dem Weinhändler Colombier in der Rue Traversiere Rr. 21. Es wurden zuwellen anderswo Versammlungen zbgchalten, wenn irgend etwas Geheimeres abtuhandeln war. Fr. So wurdet iht also bei Colombier eingeweiht? Antw. Nicht bei ihm, aber in demselben Hause, in dem Zimmer des Paul Launbis, wo die Rede gehalten würde, dis 9 ien es mir möglich war, wiederholt habe. An demselben Abend leistete ei= ner meiner Kameraden, Namens Morand Durville, den Eid, unten in einer kleinen dunklen Stube, die Colombier gehoͤrte. Mir wur⸗