1841 / 328 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

fort aus Syrien zu entfernen, habe mittheilen lassen, halte ich mich verpflichtet, Ihnen zu erklaren, daß das Betragen k ziere und Mannschaft, aus denen jene Deta chen . 3 während ihrer Verwendung in Syrien nach der ; w, , . auswärtigen Departements, der Art gemeg 6 . 3 * kommens Billigung der Regierung Ihrer Meafsstät Serdient , ö ö n kommandirenden Offizier dahin vielem Vergnuͤgen habe ich den kommen , , instruirt, eine Bꝛitthellung dorstehender 96. J Mannschaft unter seinem Befehle . a assen . . Nachricht gegeben, daß ich eine . r, . . das Feld⸗ zeug⸗Amt gelangen lassen werde . interʒ ) ] ze ö. n. 4

In Mancherster hat vorgestern eine Versammlung von twe 120 Deputirten aus verschiedenen he n des Reichs stattgefun⸗ den, in welcher mehrere Beschluͤsse, die Abschaffung der jebigen Korngesetze betreffend, gefaßt wurden. Unter den Petitionen, die zu diesem Behufe empfohlen wurden, waren auch solche, welche bie Frauen des Köbnigreichs uͤberreichen sollten. . .

Die Untersuchung uͤber den Ursprung des Feuers im Tower ist noch nicht beendigt und die eigentliche Ürsache desselben bis jetzt noch nicht ermittelt. ö

Am Mittwoch wurde eine Versammlung von Whigs in Ply— mouth gehalten, um dem Ex⸗Minister Lord John Russell, der sich in der RNaͤhe befindet, eine Adresse zu uͤberreichen. Die Versamm— lung, obschon von den Chartisten und Tories gestoͤrt, votirte die Adresse beinahe einstimmig.

An die Stelle des zum Bischof von Jerusalem ernannten Dr. Alexander, ist der Dr. Mac Caul zum Professor der hebraͤi— schen und rabbinischen Literatur am King's College zu London ernannt.

H. London, 19. Nov. In den diplomatischen Kreisen herrscht noch immer große Unbehaglichkeit wegen des Benehmens von Frankreich in Bezug auf die Spanischen Angelegenheiten, und

ungeachtet des sehr aufrichtigen Wunsches von S eiten des gegen—⸗

wärtigen Ministeriums, die Einigkeit und das gute Vernehmen zwischen beiden Laͤndern wiederherzustellen, haben doch die geheime Politik der Tuilerieen, die auffallende Beguͤnstigung der Umtriebe der Königin Christine und der tiefe Haß gegen Espartero von

Seiten des Koͤnigs neue Veranlassung zur Entfremdung gegeben. e n : ,, ] fen, mindestens ungenau sind, und daß selbst diejenigen, welche einzelnes Wahre enthalten, doch groͤßtentheils daneben auch positiv

Die Englische Regierung ist, wie man Grund hat, anzunehmen, im Besstz genügender Beweise von der Theilnahme Frankreichs

an den neueren Ereignissen, welche die Ruhe der Halbinsel ge— stͤrt haben. Diese Beweise werden wahrscheinlich niemals ans Licht kommen, wenn nicht ein offener Bruch zwischen Frankreich und der gegenwartigen Regierung in Spanien unvermeidlich wird. Es ist jedoch einleuchtend, daß das Kabinet der Tuilerieen nicht geneigt ist, die Bemuͤhungen des Kabinets von St. James zur Wiederherstellung der Ruhe in Spanien zu unterstützen, und daß diese Wunde am aͤußersten Ende Europa's so lange offen erhalten werden wird, als es den Zwecken Frankreichs entspricht, die mo— dernen Leidenschaften des Volks im Dienste der alten Vorurtheile der Nation und der alten Anspruͤche des Hauses Bourbon an zuwerben. Belgien.

Brüssel, 19. Nov. Man vernimmt daß die letzten sinan ziellen Differenzen, die durch den Friedens⸗-Traktat noch unerledigt geblieben, nunmehr ihrer völligen Erledigung entgegengehen; Von beiden Seiten wird jetzt ein definitives Uebereinkemmen vorbereitet. In einer Kohlen⸗Mine im Hennegau hat sich am 16. d. M. ein furchtbares Üngluͤck zugetragen, indem in einer Tiese von 1450 Fuß eine Gas-Explosion stattfand, durch welche 29 Arbeiter verschuͤttet wurden. Beim Abgange der letzten Nachrichten war man noch mit Arbeiten beschaͤftigt.

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 16. Nov. Wie man jetzt vernimmt, ist die Freisprechung der ofterwähnten, die Straußischen Saͤe betreff en⸗ den Schrift in der Jury mit 4 gegen 5 Stimmen, also Lurch eine Minoritaͤt erfolgt, welche nach dem bei uns in solcher Beziehung geltenden Gesetze zu einem solchen Resultate hinreicht.

Seit dem 12ten d. haben wir scharfen Frost und S chlitten⸗

bahn. . ö . ö Von der halbamtlichen Nachricht aus Christiania, daß Se.

Majestaͤt gegen Ende dieses Monates dort eintreffen wurden, ha man hier bis jetzt nichts vernommen. Dänemark.

Kopenhagen, 30. Nov. (Alt. M.) Die Daͤnische Kanz⸗ lei hat auf geschehene Anfrage unterm 9ten d. M. erwiedert, es sey nach der Verordnung vom 13. August d. J. nichts dagegen zu erinnern, daß die Bekenner des mosaischen Glaubens zu Mit⸗ gliedern sowohl der Kirch spiel-Vorsteherschaften als der Amtsraths Behoͤrden gewahlt wuͤrden, daß dieselben jedoch an den Verhand— lungen uͤber Schul-Angelegenheiten, wie das schon in der Verord— nung vom 29. Juli 1814 8. 37 begruͤndet sey, nicht theilnehmen koͤnnten. ; ö

Am 11. März v. J. setzte die Land⸗Haushaltungs⸗Gesellschaft fuͤr Ausarbeitung einer populairen Schrift, die „Friedrich . als Freund des Bauern“ in kerniger und wuͤrdiger Sprache schilderte, wie fruͤher erwaͤhnt, einen Preis aus. In Folge davon erhielt die Gesellschaft 8 Schriften, wovon indessen nach dem Ur— theil der Kommission derselben nur drei in Betracht kommen konnten, keine aber die von der Gesellschaft gewuͤnschten Eigen⸗ schaften besaß. Der Verfasser einer dieser Schriften, Etatsrath Thagrup, hat nun seine Arbeit, nachdem er sie mit Ruͤcksicht auf die Bemerkungen und Erinnerungen, die von Seiten der Gesell— schaft gemacht waren, revidirt, theils in der „Zeitschrift fuͤr Land— Oekonomie“, theils in besonderen Abdruͤcken unter dem Titel: „Koͤnig Friedrich VI., als Gesetzgeber und Regent, der Freund der Bauern“, herausgegeben. ; :

Deutsche Bundesstaaten. München, 2). Nov. (A. 3) Se. Majestaͤt der Konig

von Preußen, der sich wieder in erfreulichem Wohlseyn befindet, ist diesen Morgen 7 Uhr nach Tegernsee abgereist, von wo er heute Abend wieder hier erwartet wird. Die Abreife der Preußischen Herrschaften soll, wenn nicht anders beschlessen wird, nächsten Montag stattfinden, die Reise wird, wie es heißt, über Dresden gehen, woselbst Ihre Majestaͤt die Kbnigin einige Zeit verweilen durfte. ö . , de,. . Das Testament der Hochseligen Königin ist zur Stunde noch nicht erbͤffnet, da noch einige Vollmachten hoher Interessenten seh— len' sollen, die zur Vornahme dieses Aktes nothwendig sind,

Wie man vernimmt, haben Se. Majestaͤt der König von Preußsen geruht, dem Kabinets-Prediger der Hochseligen Köntgin, Ministerickrath Dr. Con. Schmidt, die Decorgtizen des, Rothen Adler Ordens zweiter Klasse, mit einem uüͤhsraus huldreichen Hand

schreiben, zu ertheilen. Dieser wuͤrdige Greis, einer der ersten

irrige Angaben oder falsche Voraussetzungen bringen. In

1464

Kanzelredner seiner Zeit, genoß einige 40 Jahre hindurch, und bis zu ihrem Ableben, das besondere Vertrauen der Verewigten.

Nachstehendes ist die (kuͤrzlich erwaͤhnte vom Ministerium des Innnern unterm 109. November an die Senate der drei Lan— des-Universitäten ergangene Entschließung:

„Auf Allerhoͤchsten Befehl Sr. Majestaͤt des Koͤnigs ward bereits durch Ministerial-Entschließung vom 2. Maͤrz 1839 auf das große Mißverhaͤltniß aufmerksam gemacht, welches zwischen der Zahl der gepruͤften Staatsdienst⸗Adspiranten und jener der Anstellungs⸗-Gelegen heiten dort schon sich offenbarte. Ungeachtet dieser allgemein verdͤffent= lichten Erinnerung vergrdßert sich dieses Mißverhaͤltniß fortschreitend bei jenen Juͤnglingen, welche sich dem Studium der Medizin widmen. Wahrend in dem Königreich, außer den acht Kreis Medizinal-Raths stellen und den Lehrstellen an den verschiedenen aͤrztlichen Unterrichts Anstalten, nur 285 Physikate und beiläufig 150 aͤrztliche Stellen im Militairdienste bestehen, waͤhrend bei vorhandener Uebersetzung der zur Ausübung der Praxis gebildeten aͤrztlichen Disteikte ein nicht ge ringer Theil der praktischen Aerzte mit Mangel und Nolh zu kaͤmpfen hat und die Zahl der gepruͤften, groͤßtentheils auf Anstel lung harrenden Aerzte dermalen schon uͤber 7090 betraͤgt, hat sich der Andrang zu dem Studium der Medizin noch immer nicht vermindert. Je großer aber die Anforderungen sind, welche an Jeden, der diesem Studium sich ergiebt, in Beziehung auf Talent, Fleiß und Mittel gestellt werden muͤssen, und je mehr auch bei dem bereits in die Praxis uͤbergetretenen Arzte durch Mangel und Noth die in ununterbrochener wissenschaftlicher Fortbildung ruhenden Bedingungen gedeihlichen Wirkens gaͤnzlich aufgehoben werden, um so nothwendiger erscheint es, alle jene Inlaͤnder, welche an die Hochschulen bereits uͤbergetreten sind oder an dieselben uͤberzutreten in Begriff stehen, auf die oben erwaͤhnten Verhaͤltnisse warnend und belehrend aufmerksam zu machen, damit sie noch rechtzeitig einem anderen, guͤnstigere Aussichten gewaͤh renden Beruf sich zuwenden konnen. Der Koͤnigliche universitaͤts Senat hat desfalls in angemessener Weise das Weitere zu verfuͤgen.“

Braunschweig, 21. Nov. (L. A. Z.) Ueber den Stand unserer Verhandlungen wegen des Beitritts zum Zoll-Vereine bringen die Zeitungen seit einigen Wochen zum Theil sehr ver schiedene Nachrichten. Sollte ich auch nicht im Stande seyn, die Zahl der kursirenden Neuigkeiten zu vermehren, so halte ich doch fuͤr meine Pflicht, Ihnen aus sicherer Quelle zu melden, daß fast alle jene Berichte, besonders so weit dieselben die bishe— rige Theilnahme der Staͤnde-Versammlung an der Sache betref—

diesem

„Augenblicke hat die staͤndische Kommission ihren Bericht noch nicht

abgestattet, man erwartet denselben aber in den naͤchsten Tagen. Daß das Herzogthum uͤberhaupt dem Deutschen Zoll-Verein an— geschlossen werden wird, steht außer allem Zweifel, und zwar nicht nur nach dem von der Regierung gefaßten festen Entschlusse, son— dern auch der im Allgemeinen fast einstimmigen Ansicht der Mit— glieder der Staͤnde-Versammlung, und was das Geruͤcht in dieser Hinsicht von Meinungs-Verschiedenheiten erzaͤhlt hat, betrifft kei Sache selbst, sondern nur die Modalitaͤten d

nesweges die er

Ausfuhrung.

Sondershausen, 18. Nov. Durch eine Fuͤrstliche Ver— ordnung vom 24. September wird eine Trennung der Rechts— pflege von den uͤbrigen Geschaͤften der Staats-Verwaltung vor— bereltet. Mit dem 1. April 1842 sollen die beiden Regierungen zu Sondershausen und Arnstadt ihre Rechtsgeschaͤfte an ein zu Arnstadt zu errichtendes Landes-Justiz-Kollegium abgeben, welchem die Justiz-Aemter untergeordnet werden. Das Justiz-Kollegium soll als Spruch-Kollegium in allen buͤrgerlichen Rechtssachen nur in der Appellations-Instanz erkennen, in Kriminalsachen aber in allen den Faͤllen die erste Entscheidung ertheilen, in welchen die Unter-Behoͤrden zeither die Akten an die Regierungen einzusen— den hatten.

Hamburg, 23. Nov. De enthaͤlt folgende Beschreibung des e vollen Boöͤrsen-Gebäudes: „Es nimmt 249 Fuß Laͤnge und 178 Fuß Breite ei Stadttheile, auf der Stelle, wo ehemals stand. Das große, ein laͤngliches Viereck bildende Gebaͤude ge währt an sich von außen einen imposanten Anblick, der sich aber fuͤr jetzt noch nicht geltend machen kann, weil die um liegenden Baulichkeiten, als einem der aͤltesten Stadtviertel und einer fernen Vergangenheit angehoͤrend, denselben beein traͤchtigen; doch nicht gar lange ; wahren, und Hamburgs stattliche Böͤrse wird eine ihrer wuͤrdige Umgebung erhalten: dies bezeugen die schon rings um dieselbe begonnenen zahlreichen Bauten, aus denen Haͤuser im edelsten Geschmack er— stehen. Die Fronte der Bbrse ist dem Adolphs⸗Platze zugekehrt; hier ist der Haupt-Eingang, zu dem eine breite, bequeme Treppen— stiege von fuͤnf tufen fuͤhrt. Ein offener Korridor fuͤhrt zu den in Fronte liegenden fuͤnf Hauptthuͤren, die mit Glasscheiben

beiden Seiten befinden sich zwei Neben⸗ thuͤren zur Verhuͤtung der Zugluft. Auch an den drei anderen Seiten befinden sich ahnliche geraͤumige Eingänge zu dem Gebäude, dessen Fußboden , Fuß 6 Zoll üuͤber das Niveau der Gasse erhebt. Die eigentliche Halle liegt in der Mitte des Gebaͤudes und ist 127 Fuß 5 Zoll lang, 69 Fuß 9 Zoll breit und 76 Fuß hoch; ringsum befinden sich drei Reihen 25 Fuß hoher Bogengaͤnge, die von viereckigen, sehr massiven Saulen getragen werden. Dieser zur Aufnahme des Böbrsen-Publikums bestimmte Raum ist im Ganzen 28,0090 Quadratfuß groß. Ringsum, und mit den Arkaden in unmittel— barer Verbindung stehend, man 21 Makler-Comtoire und Geschaͤfts-Zimmer, jedes fuͤr sich abgeschlossen, namlich 12 von 102, 5 von 200 und 4 von 500 Quadratfuß Groͤße. Die große Halle mit den umliegenden Saͤulengängen er— haͤlt das volle Tageslicht von oben durch 28 große, auf— recht stehende Bogenfenster. Der Fußboden dieses großen Rau⸗ mes ist mit Oel-Cement uͤberzogen und von Saͤule zu Saule in Quadrate getheilt, in deren Mitte sich ein großes Auge von dickem gegossenem Glase befindet, durch welches das Licht in die verschie⸗ denen Abtheilungen des großen uͤberaus massiven Souterrains fällt. Mit Ausnahme der Nebenzimmer und Comtoire wird Alles durch eine dem Boden entstromende Luftheizung erwärmt. Gleich beim Eintritt in den Haupt-Eingang, unter den vorderen Ar⸗ kaden, befinden sich zwei aus Eisenstaͤben gebildete Paniers, aus deren Boden die warme Luft emporsteigt; aus Scheinbfen, mit Oel⸗Lement uͤberzogen und an verschiedenen Stellen des Gebäudes angebracht, entstroömt dieselbe ebenfalls. Damit aber eine gehörige Circulation der Luft stattfinde, befinden sich zu Fuͤßen der Saͤulen der Haupt⸗ halle vergitterte Oeffnungen, die mit der äußeren Luft korrespondi⸗ ren und somit eine angenehme, weiche Warme vermitteln. Zu beiden Selten der auf der Frontseite des Gebaͤudes befindlichen Arkaden fuͤhren zwei sehr bequeme, mit gu jeisernen Ge⸗ laͤndern versehene Treppen, deren Stufen ebenfalls mit Oel-Cement überzogen sind, zu der oberen Etage, die aus vielen Sälen und Zimmern und einem rings um die

Der Hamburger Korrespondent ben vollendeten neuen, pracht einen Flaͤchenraum von in einem der aͤltesten Magdalenen-KRloster

48 86 wird es

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versehen sind; an den

zahlt

Haupthalle laufenden, nach dieser Richtung offenen und 14 Fuß breiten Korridor oder Gallerie besteht. Eine Zeituhr ist zwi— schen den Säulen der vorderen Seite, eine Winduhr, deren Na— del die Bewegung der auf dem hohen Dache des Gebaͤudes be— findlichen Windfahne andeutet, zwischen denen der hinteren Seite angebracht. Ueber dem Haupt- Eingange erblickt man erst den großen schönen Versammlungs-Saal mit fuͤnf hohen Fen— stern nach der Frontseite, der 70 Fuß lang und 41 Fuß breit ist. Von hier gehen wir den Korridor zur Linken entlang und bemerken den Böoͤrsensaal, mit dargn stoßendem Salon und Konferenz-Zimmer, drei Zimmer fuͤr den Cafetier kom— men sodann. Die ganze Ruͤckseite des Gebaͤudes in der oberen Etage wird von der Bibliothek des Kommerziums, dem Biblio— thekar-Zimmer und dem Bibliothek-Lesezimmer eingenommen und hier fuͤhren zwei Nebentreppen zu dem großen Versamm lungssaal hinab. An den Korridor zur Rechten stoßen das Kom— merz-Comtoir, das Makler-Zimmer, das Sekretariat der Kom merz-Deputation, das Sitzungs-Zimmer derselben, zwei sehr große Zeitungs-Lesezimmer mit einem Nebenzimmer. Der Fußboden des Korridors ist ebenfalls mit Oel-Cement uͤberzogen, und dessen Oeffnungen zwischen den Saͤulen der Haupthalle sind mit geschmack— vollem guüßeisernen Gelaͤnder versehen. Das ganze Gebaͤude wird späaͤterhin mit Gas erleuchtet werden, zu welchem Behufe bereits uͤberall die Roͤhren gelegt sind. Einen sehr imposanten Anblick gewahrt es, wenn der Beschauer zwischen einer der Säu— len-Oeffnungen des oberen Korridors Posto faßt und hinab in den großen Versammlungsraum sieht; aber wie viel imposanter wird es seyn, wenn erst die Tausende in der Eile des wichtigen Ge schäftsbetriebes dort versammelt sind! Am 2. Dezember wird das neue Börsengebaͤude durch eine würdige Feierlichkeit eingeweiht werden und am 6. Dezember das Börsen-Publikum sich zum er stenmale in demselben versammeln.“

5

1 Spanten.

Saragossa, 9. Nov. Der Regent hat nachstehendes (gestern bereits erwaͤhntes) Manifest an die Spanier erlassen:

„Spanier! Am (6ten vorigen Monats habe ich mich mit dem ganzen Herzen eines Soldaten und als erster Beamter, dem das Glück, die Wohlfahrt und die Freiheiten Spaniens anvertraut sind, an Euch gewendet. Ich zeigte Euch an, daß ich die Hauptstadt verlassen haͤtte, um eine verraͤtherische und betruͤgerische Empörung, die uns zu ver nichten drohte, im Keime zu ersticken. Der Patriotismus der Armee der National-Garde und aller Spanier, die sich dieses Namens wuͤr— dig zeigen, haben meine Expedition in einen Triumphzug verwandelt Die Komplotte der Feinde des Vaterlandes werden an Eurem Muthe und an Eurer Loyalitaͤt scheitern. Es lag kaum ein Augenblick zwi schen der Empoͤrung und dem Siege. Diejenigen, welche sich auf dem Ruin der Nation zu erheben dachten, sehen sich unter ihren ei genen Ruinen begraben. Spanien begruͤßte mit Enthusiasmus jenen Tag des Triumphs, es gab sich der erfreulichen Aussicht auf die Be festigung eines stets ersehnten Friedens hin, die ich auch erlangt ha⸗ ben wuͤrde, als von neuem die Toͤne der Zwietracht unser Ohr er reichten, als ein Angriff gegen die Gesetze und die Wuͤrde der Regie rung seine Bitterkeit in die suͤßen Taͤuschungen mischte.

Eine Handvoll unruhiger, der dffentlichen Ordnung feindseliger Personen hat in Barcelona eine gewaltthaͤtige, durch die begleitenden Umstaͤnde verabscheuungswuͤrdige That veruͤbt. Man hat, mit Ver achtung der Gesetze, ein oͤffentliches Werk, ein Eigenthum der Nation zerstoͤrt; man hat das Vertrauen gemißbraucht, womit man der Na tional-Garde die Bewachung der Mauern anvertraute, die sie nun mehr zerstoͤrt haben. Man hat die Stimme der Militair verachtet, die verlangte, daß man sie respektire. Man hat das schaͤn liche Beispiel gegeben, durch die rohe Gewalt uͤber Dinge zu ent scheiden, die nur durch die Berathung der Cortes und der Regierung entschieden werden koͤnnen.

Die Cifadelle von Barcelong bedrohte weder die Freiheiten, noch das Eigenthum dieser so gewerbfleißigen Stadt. Mußte man der ge genwaͤrtigen Regierung mißtrauen, deren einziger Zweck die Befol gung der Gesetze ist? War jene Festung nicht dem Patriotismus der National Garde anvertraut? War es edel, auf solche Weise die Abwe senheit der tapferen Truppen zu benutzen, die ausgezogen waren, um ihr Blut gegen die Feinde des Vaterlandes zu vergießen? Spanier! Diese Handlung ist mit anderen Gewaltthaͤtigkeiten verbunden gewe sen, wodurch eine sogenannte Sicherheits und Ueberwachungs Junta sich des Eigenthums bemaͤchtigte, sich eigenmaͤchtig zur Herrin Schicksals einer ganzen Provinz machte ünd sich die Functionen der Staatsgewalten anmaßte, waͤhrend die Regierung mehr als jemals uͤber der Erhaltung der Gesetze wachte.

Diese Vorfaͤlle sind in ganz Spanien mit der entschiedensten Miß billigung aufgenommen worden. Der Regent wuͤrde seine Pflicht gegen die Nation, gegen die Gerechtigkeit verletzen, wenn so eine gewalt same Verachtung der Gesetze, wenn die Haupt-Urheber derselben un gestraft blieben und die Letzteren dadurch ermuthigt wurden, neue Unordnungen zu begehen. Habetz Vertrauen, Spanier, zu der Ge rechtigkeit einer Regierung, die sich auf die Gesetze stuͤtzt. Die Hand welche stets bereit ist, die Constitution und die offentlichen Freiheiten zu vertheidigen, wird alle Exzesse, die der Mißbrauch der Freiheit herbeifuͤhren koͤnnte, zu unterdruͤcken wissen.

Sara gossa, den 9. November 1841. Herze von Vitoria

Evariste San Miguel.“

.* 8 39 ** Sehbrde

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Madrid, 12. Nov. Gestern Abend begaben sich die De putirten und Senatoren zum Conseils-Praͤsidenten, der sie mit großer Freundlichkeit empfing. Sie überreichten ihm eine an den Regenten des Koͤnigreichs gerichtete Petition, um denselben in Bezug auf die letzten Ereignisse in Barcelona zur Milde zu be wegen. Es wurde sofort ein Courier mit diesem Aktenstuͤcke in das Hauptquartier des Regenten abgesandt. Auch die Kommi sarien des constitutionellen Ayuntamiento von Valencia verfügten sich heut zu dem Conseils-Praͤsidenten, um die dort stattgehabten Exzesse in milderem Lichte darzustellen und zugleich die Versicherung zu geben, daß die Munizipal- und Provinziãl Wehrden der Re gierung alle ünterstuͤtzung und den ihr gebuͤhrenden Gehorsam zu leisten entschlossen seyen.

Madrid, 13. Nov. Die Berichte aus den Provinzen lau— ten ganz beruhigend. Man zweifelt nicht daran, daß die Ord nung und die Herrschaft der Gesetze in Valencia und Barcelona baldigst wiederhergestellt seyn werden. ;

Die Zusammenberufung der Cortes auf den 20. Dezember ist noch nicht offiziell beschlossen. Man, besorgt, das Ministerium werde mit einer starken Opposition zu kämpfen haben.

Man bemerkt seit einigen Tagen, daß die Communicationen zwischen dem Conseils-Praͤsidenten und dem Franzoösischen Ge schaͤftsträger wieder haufiger und freundlicher sind. Nachschrift, 10 Uhr Abends. Die Sturmglocke wird gezogen; im nördlichen Theil der Stadt soll ein heftiger Brand ausgebrochen seyn.

O Madrid, 12. Nov. Gestern erhielt der Franzoͤsische Geschaͤftstraͤger, Herr Pageot, einen außerordentlichen Courier aus Paris, nach dessen Ankunft er eine Konferenz mit dem Minister— Praͤsidenten, Herrn Gonzalez, hatte. Personen, die im Ministe— rium Verbindungen haben, versichern, daß der Geschäͤftstraͤger Letzterem eine Depesche des Herrn Guizot vorlas, in welcher die—

ser seine vollkommene Billigung daruͤber ausdruͤckte, daß Herr Pageot die von Seiten des Spanischen Minister-Praͤsidenten in Betreff der telegraphischen Depesche vom Sten v. M. erhobenen Reclamationen mit Nachdruck zuruͤckgewiesen hatte. Herr Gon— zalez soll darauf aufs neue Beschwerden erhoben, Herr Pageot aber sich darauf bezogen haben, daß es ihm in derselben Depesche des Herrn Guizot untersagt worden sey, sich mit dem Spanischen Ministerium in Contestationen uͤber eine Frage einzulassen, in Betreff deren er nur seiner eigenen Regierung Rechenschaft abzulegen verpflichtet sey. Die uͤble Laune des Minister-Praͤsidenten soll sich noch vermehrt haben, als er erfuhr, derselbe Courier hahe dem Herrn Pageot den Befehl uͤberbracht, auf seinem Posten fuͤr jetzt hier zu verbleiben, indem dieser durchaus durch einen Mann von Geschicklichkeit und festem Charakter besetzt seyn muͤsse und die Abreise des Herrn von Salvandy auf unbestimmte Zeit verschoben sey. In dieser Verfuͤgung will das Spanische Kabinet, das auf die Abberufung des Herrn Pageot mit Zuversicht gerechnet zu ha— ben scheint, die Absicht der Franzoͤsischen Regierung, eine un— freundliche Haltung anzunehmen, erblicken. Uebrigens trägt die Spanische Regierung kein Bedenken, auch ihrerseits ihre Verstimmung gegen die Franzbsische Botschaft an den Tag zu legen. Das Hotel derselben, der Palast des Grafen von Ehinchon, bildet die Ecke eines Platzes und der Straße del Barquillo, in welcher fast nur Diplomaten wohnen. Seit einigen Abenden ist auf dem Platze ein Piquet Soldaten aufge— stellt, das seine Schildwachen bis vor die Thuͤre des Botschafts— Hotels vorruͤckt und alle Personen, die in

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Bar quillo gehen wollen, anhalt, in ein benachbartes nach ihrem Namen, wohin sie gehen, und wesenheit befraͤgt. Als der Franzoͤsische Geschaͤftstraͤger sich Auf— klaͤrung uͤber diese laͤstige Maßregel erbat, erwiederte ihm der Minister-Praͤsident, man habe in Erfahrung gebracht, daß einige Uebelwollende das an das Botschafts-Hétel stoßende Gebäude in stecken wollten, und deshalb diese Vorsichts-Maßregel getroffen. Sie werden demnach sehen, daß das, was ich Ihnen in Betreff dieses Planes schrieb, begruͤndet war. Die Regierung erreicht auf diese Weise drei Zwecke zugleich: sie verhindert die Ausfuͤhrung der Mordbrennerei, sie belästigt den Franzoͤsisel Geschaͤftstraͤger und nimmt endlich Kenntniß von den Person die sich zu diesem begeben. Fruͤherhin bewilligte nd Capitain von Madrid eine Eskorte fuͤr die Couriere der Gesandtschaften, so oft jene verlangt wurde. Man sagt, d zoͤœsische Geschaͤftstraͤger hatte in Erfahrung einen von ihm vor acht Tagen abzufertigenden wolle, um ihn seiner Depeschen zu berauben. deshalb an den General-Capitain mit der Bitte um eine Eskor dieser aber ließ ihm sagen, er koͤnne ihm ohne ausdruͤcklichen Be— fehl der Regierung keine verabfolgen lassen. Herr Pageot wandte sich darauf an den Minister-Praͤsidenten und erhielt zur Antwort, man muͤsse sich sehr wundern, daß er eine Eskorte verlange, jetzt, da die Wege sicherer wären, als jemals. Herr Pageot erklaͤrte demnach, daß, falls sein Courier beraubt wuͤrde, die Verantwortlichkeit auf die Spa nische Regierung fiele, weil sie die Eskorte verweigere. arschall Saldanha verweilt noch immer hier, behaupten, er habe der hiesigen Regierung die lung Portugals angeboten, um ihr die Anerkennung r Nordischen Maͤchte zu verschaffen. Oberst-Lieutenant Don Damaso Fulgosio erschoss nicht ganz dieselbe Fassung, mit der ̃ storben waren. Naͤchste Woche Offiziere gehalten, die am 7ten v. M. die Wache im Koͤniglichen se hatten. Sieben derselben sind jedoch entflohen. laufen von allen Seiten Aldressen ein, welche einen glaubhaften Blutdurst athmen. So einer Adresse des Ayuntamiento itleiden mehr, erlauchtester Regent:

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wird Kri Garde . S chlosse Daneben

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Bis der wird, 1 64 Espartero's Christine, indem sie Fĩÿ eine Art von Studentenstreich g promittirten und dagegen dem am Rande des Abgrundes ften, als unbesiegbarer Held mit! weniger leisten , die Patrioten Barcelona't deren Schultern er vor anderthalb Jahren zur Regentschaft porstieg, diesem die uͤbelsten Dienste. Denn was er nun thun mag, immer erscheint er als ihr alter Verbuͤndeter, auf sie sich selbst berufen. Laßt er das Juntenwesen bestehei scheint er in den Augen der Nation und Europa's cher Parteimann, der nach der ei 3 jen alle Gebote der Menschlichkeit und

Zeitalters, sein Schwert ir

uf

9 'nten Gele zenheit verschaffte , praͤnge aufzutreten. Und nicht

. T 5 (na AEON aufrichtigsten Freunde Espartero's

8 nen n gegen dem Blute seiner persoͤnlichen Geg ner traͤnkt und dagegen den von dem verworfensten Gesindel b gangenen Graͤueln mit wohlwollendem Auge zusieht, weil der Name der (entweihten) Freiheit sie rechtfertigen soll. Macht er den Junten im Namen und mit der Kraft des Gesetzes ein Ende, so beraubt er sich fuͤr kuͤnftige Faͤlle der einzigen Stuͤtze, auf die er bisher rechnen konnte. Zwischen Moderirten und Exaltirten wird er in der Luft schweben, denn eine wahrhaft constitutionelle Partei giebt es in Spanien nur auf dem Papier. Indessen haben dle himmelschreienden Exzesse der Junta von Barcelona und selbst die Besorgniß, von dem Auslande nicht mehr neben Napoleon gestellt zu werden, den Regenten gendthigt, gegen Leute eine zornige Miene anzunehmen. Das Armee-Corps Navarra unter Ayerbe und die in Tudela zusammengezogene serve haben Befehl erhalten, auf Catalonien zu marschiren, seit dem 8ten befindet sich Espartero selbst in Saragossa, um von dort aus das Weitere gegen Barcelona zu verfuͤgen. In Sara gossa sang man im Theater ein Lied vor ihm, in welchem sol— gende Strophe vorkommt, die er wiederholen ließ:

Si algun dia la faccion

De 198 tiranos se

1

8024 Por desgracia en la nacion, Venid Duque à Taragoza ; Vereis Rey de A rag on. (Wenn einst die Bande der Tyrannen zum Ungluͤck in der Na— tion aufkommen sollte, so kommt, Herzeg, nach Saragossa, und ihr werdet König von Aragonien seyn.)

Die oberste Sicherheits-Junta von Barcelona hatte sich frei— lich, dem Anscheine nach, aufgeloͤst, aber nur um am ten als De— molitions-Kommission wieder aufzutreten und durch neue Geld— Erpressungen und Gewaltthaten den Befehlen des Regenten Hohn zu sprechen. Man fuhr mit Schleifung der Citadelle fort, so daß, wie der halb-offizielle Espectador von heute bemerkt, der Schutt dem General van Halen, der mit einer Armee in der Naͤhe stand, in die Augen siel.

1465

der Muth gesunken zu seyn, denn sie fertigten zwei Deputirte nach Saragossa an Espartero ab, um ihm die Schuldlosigkeit der Junta vorzustellen und um Nachsicht fuͤr das Uebermaäß ihres Eifers zu bitten. Allein der Regent erkannte daraus, daß Furcht und Schwaͤche eingetreten waren, und entließ die Deputirten mit harten Worten. Am 9ten erklaͤrte er sogar in einer an die Spanier gerichteten Proclamation, daß er seine Pflichten ge— gen die Nation und gegen die Gerechtigkeit verletzen wurde, wenn er die in Barcelona begangenen Verletzungen der Gesetze unbe— straft ließe und die vornehmsten Urheber und Vollstrecker derselben aufgemuntert wurden, neue Zuͤgellosigkeiten zu begehen. Diese Proclamation hat das Mißfallen der Republikaner und der exal— tirten Partei gleich sehr erregt, wenngleich jene es lauter als diese zu erkennen geben. Ehe diese Proclamation hier bekannt wurde, hatte der Correo Nacional nur leise anzudeuten ge— wagt, daß die Regierung den Graͤueln von Barcelona Einhalt thun muͤsse, und sogleich beschuldigte die progressistische Presse jenes Blatt des Hochverrathes. Noch heute sucht das Eco del Comercio die Junta von Barcelona durchaus zu rechtfertigen und spricht die Hoffnung aus, daß die Drohungen des Regenten nicht vollzogen werden wuͤrden. Die hier anwesenden Deputirten Cataloniens richteten vorgestern Abend eine Bittschrift zu Gunsten der Junta an den Minister-Praͤsidenten, die dieser sogleich durch einen Courier an den Regenten befoͤrderte. Freilich befindet sich die Regierung in einer seltsamen Lage. So lange ihr Triumph uber die Oktober-Bewegung nicht entschieden war, ermaͤchtigte sie selbst die Errichtung von Junten und belobte sie wegen ihres Eifers. Nun spricht sie die Ansicht aus, daß alle Behoͤrden, die nicht ver— mittelst der Constitution eingesetzt wären, verfassungswidrig und hochverrätherisch seyen. Der Regent sagt als Rechtfertigung seines Entschlusses, Barcelona zu bestrafen: „Eine sogenannte Sicherheits- junta machte sich zur Herrin des Eigenthums, richtete sich als Verfuͤgerin uͤber die Beamtenstellen einer Provinz auf und maßte sich die Befugnisse der Staatsgewalten an.“

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ugust d. J. in Bruͤss x mehrfacher Hinsicht die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Sie war gewissermaßen das Vorspiel den Unter handlungen, die bald darauf in Paris begannen, und die, wenr auch nicht eine Verschmelzung, doch mindestens eine bedeutende Annaͤherung der gewerblichen Interessen beider reichs und Belgiens, zur Folge haben sollten. In der ren auch Abgeordnete des Franzoͤsischen Bruͤssel gekommen, um sich mit den Leistun Belgischen Nachbarlandes bekannt zu mac gewonnenen Resultaten einen Bericht uber Industrie zur Franzoͤsischen zu erstatten. fruͤher die Belgische Regierung indem sie einen scharfsinnigen Beobachter, Herrn Jobard, nach Paris sandte, der uͤber die große Franzoͤsische Gewerbe-Ausstellung eine Reihe— folge reichhaltiger Berichte erstattete, die zuerst im M

Gouvernements nach gen der Industrie des n und nach den hier

sa Mor käaltri Riögsor- as Verhältniß dieser

1 he 8 L Etwas Aehnliches hatte

veranlaßt,

doniteur Belge abgedruckt wurden und alsdann gesammelt als besondere Schrift erschienen, welche selbst in dem gewerblich vielgewandten England als eine Quelle vielfacher Belehrung bezeichnet wurde. Jedenfalls ist es auch wohl in einer Zeit des Friedens, wie die unsrige, eben so interessant und wichtig, die gewerblichen Verhaͤlt— nisse der Europaͤischen Nachbarlaͤnder zu studiren, wie es zur Zeit des Krieges von der hoöͤchsten Wichtigkeit war, die Kraͤfte zu ken⸗ nen, auf denen diese Laͤnder ihre Vertheidigungs- und Angriffs— mittel basiren. Darum wollen wir es hier versuchen, nach den zahlreichen Berichten, welche die Bruͤsseler Blaͤtter uͤber die Aus— stellung der Belgischen Gewerbs-Erzeugnisse lieferten, eine Ueber— sicht zu geben, die unsere Leser mit dem Zustande derselben, so viel man ihn aus einer nicht immer unparteüschen und noch viel weniger die Sache erschöpfenden Zeitungs-Kritik kennen zu lernen vermag, bekannt machen sollen.

Die Ausstellung von 18141 war, nach einstimmigem Urtheil, die reichhaltigste, die in Bruͤssel seit 1330 gesehen wurde, in wel— chem letzteren Jahre die damals noch vereinigte Holländisch-Bel—

Indessen scheint den Helden von Barcelona gische Industrie die grͤßten Anstrengungen gemacht hatte, um ihre

hiesigen Kreises, einen

Kraͤfte zu zeigen. Allerdings hat Belgien seitdem durch den Ver lust der Nlederlaͤndischen Kolonieen seine besten Absatzwege verlo= ren, und es sah sich eine Zeit lang genoͤthigt, einen Theil seiner gewerblichen Kraft unbenutzt zu lassen. Nach und nach haben sich jedoch die spekulativen Kaufleute und Fabrikanten des kleinen Landes neue Abzugs-Kanaͤle zu verschaffen gewußt, und wenn, wie aus den nachstehenden Bemerkungen zu ersehen ist, auch in ein⸗ zelnen großen Gewerbzweigen immer noch die Nachwirkung der Ereignisse von 1830 in sehr empfindlicher Weise sich wahrnehmen laßt, so hat doch die Industrie im Ganzen eine noch viel größere Ausdehnung erlangt, als sie fruͤher jemals gehabt. Wir lassen nun die Urtheile Belgischer Berschterstatter aber einzelne Artikel hinter einander folgen:

J.

Fruͤher bildeten die Gerbereien in Belgien, und vorzuͤglich in Flan⸗ dern, einen hoͤchst bedeutenden Erwerbszweig. Die anerkannte Gute des in Belgien gegerbten Leders sicherte ihnen einen ansehnlichen Absatz, und die Kunst selbst, dadurch angetrieben, erhob sich mit jedem Tage zu größerer Vollkommenheit. Heut ist es anders geworden; die Bel⸗ gischen Gerbereien treiben nur noch im Innern des Landes Handel, einige beschraͤnken sich auf ihre naͤchste umgebung; die hohe Besteue⸗ rung des Auslandes ndthigt uns hierzu; man gerbt nicht mehr, als der Bedarf des Landes erfordert, und hierbei noch thut uns das ein⸗ geschmuggelte Franzoͤsische eder Abbruch. Doch wie sehr dieses Ge⸗ werbe auch gegenwartig eingeschraͤnkt ist, wenn es aglang;, neue Maͤrkte fuͤr unsere Produkte zu gewinnen, so würden sich die Bel⸗ 9 n Gerbereien ohne Zweifel rasch wieder zu dem alten Ansehen erheben.

Bei Erwägung der Hemmnisse, welche diesen wichtigen Indu— striezweig in seiner Fortentwickelung aufgehalten haben, wuͤrde man es natuͤrlich finden, wenn derselbe auch im Innern Ruͤckschritte ge⸗ macht und die Erzeugnisse an Schoͤnheit und Guͤte verloren haͤt⸗ ten; dies ist jedoch nicht der Fall, das Leder auf der diesjaͤhrigen Ausstellung beweist das Gegentheil. Wir haben Stucke von selte⸗ ner c chöͤnheit gesehen, welche allen Anforderungen in Bezug auf Starke und Haltbarkeit entsprechen. Fruͤher gerbte man fast aus⸗ schließlich Haute von Buenos-Ayres; heut hat das rein inlaͤndische brikat dieselben fast ganz verdraͤngt; dieser Fortschritt ist nicht zu sehen, da er beweist, daß es gelungen ist, das inlaͤndische Leder erselben Stufe der Schoͤnheit und Guͤte zu erheben, welche das n fruͤher mit großen Kosten einfuͤhrte.

aus Roßhaaren. . Die Bereitung der aus Roßhaaren gewirkten Stoffe hat seit einigen Jahren bei uns große Fortschritte gemacht. Die bedeutendste Fabrik ist die des Herrn Hanssens Hap zu Vilvorde, der mehrere an Glanz und Weichheit wahrhaft ausgezeichnete Arbeiten aus⸗ .

gestellt hat.

. Auch dieser Erwerbszweig koͤunte bedeutend werden, wenn ihm nicht, wie allen anderen, die Gelegenheit des Absatzes fehlte; der Franzdͤsische Zoll macht die Einfuhr unserer roßhaarenen Stoffe unmdglich, und dies ist um so mehr zu beklagen, als, bei der Mangelhaftigkeit der Franzoͤsischen Stoffe dieser Art, die unseren, ihrer Schoͤnheit, Feinheit und Geschmeidigkeit wegen, sicher den Vorzug erhalten wurden; die Gewebe, welche Hanssens- Hap aus⸗ gestellt hat, zeugen von der Vervollkommnung dieser Kunst und stehen hinter dem Besten, was darin hisher geleistet worden, nicht

Ote aus weißem Moß

voll Geschmack. Auch die schwarzen Damast⸗-Zeuge nicht zu vergessen, die brillant und fein gewirkt sind und die mannigfaltig⸗ sten Muster zeigen. Seifen.

III. Parfümerieen und

Die Seifenstederei ist dieses Jahr wuͤrdig vertreten; Herr Stoefs Bri hat eine Menge Seifen von hester Qualitat und dem feinsten Wohlgeruch gesandt. Wir haben nicht mehr noͤthig, zu den barfuͤmerie⸗ Händlern aus Paris zu gehen, um die durchsichtigen, wohlriechenden, ambraduften den Seifen zu bekommen, welche für die Toilette so unentbehrlich sind. Herr Stoefs kann, um der Vor

en Haͤndler sehen. Weshalb sollten wir aus Paris für denselben Preis, wenn nicht besser, doch eben

FXryr

chen Arbeiten, welche die Koͤ—

rng zur Ausstellung geliefert

diese Manufaktur eines Europaͤi⸗

en, sie verdient ihn. In die⸗

lle z sie bisher geleistet

an* n wir glauben nicht, daß überhaupt Größeres leisten laßt. Ungeachtet der Schwierigkei⸗ mit welchen dieser Industriezweig zu kaͤmpfen hat, hat er doch ungemeine Fortschritte bei uns gemacht. Vor 1828 wurden die Tep⸗ piche und vorzuͤglich die M dust von Tournay nach rankreic ; wo sie ihrer Guͤte und Billigkeit wegen sehr Ich in dem genannten Jahr wurde der Fran⸗ 20 pCt. auf 44 erhoͤht und dieser

Mit Huͤlfe dieses Tarifs und

fuͤr den Handel mit gewohnlichen

zem Vortheil ist, haben sich zu Raubair Ma— nufakturen det, welche gegenwartig mit Wollenwaaren Handel nach Belgien treiben, die man sonst nach Frankreich ausfuͤhrte. Die Belgische Steuer beschraͤnkt sich auf 6, hoͤchstens 8 pCt., und man fuͤhrt nicht blos Franzoͤsis sondern auch Englische Teppiche ein, welche den sehr schaden. Daher geschieht es nur durch fortgefetzte urch großen Kosten⸗Aufwand in old JÜund durch stete Opfer, wenn die

den hohen Ruf noch behauptet,

ch ausgeführt

. d Betreff der Besoldi Koͤnigliche Manufaktur zu Tournay den sie sich fruͤher erworben hat.

Dieser Betriebszweig verdient somit die hoͤchste Beachtung der Regierung und der Kammern, damit ihm wenigstens der Handel im Innern des Landes nicht geschmaͤlert werde; es gilt, hohe Steuern auf die fremden Teppiche zu legen, vornehmlich auf die sammetar⸗ tigen Englischen w unter dem Preise, zu

g zelche zu Antwerpen oft welchem sie im Inlande hergestellt werden koͤnnen, verkauft werden.

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Ve Dre,,

. Die Porzellan⸗Manufaktur gewinnt in Belgien taͤglich an Um— fang; es ist zu bedauern, daß diese Erzeugnisse von Frankreich so un gemein hoch besteuert werden; diese Steuer ist einem Verbote gleich zu achten. Fruͤher fand das Porzellan von Tournay reichlichen Ab satz. Gegenwaͤrtig hat das Belgische Porzellan noch mit dem Eng⸗ lischen Fayence zu kaͤmpfen, welches man zwar nachzuahmen gesucht hat, doch der Schutz von Seiten der Zoll-Verwaltung ist zu unbe⸗ deutend, als daß die Einfuͤhrung des fremden unmoͤglich gemacht wuͤrde; der ganze Centner Englisches Fayence zahlt beim Eintritt in Belgien nur 15 Fr.

Nur durch Anstrengung und Ausdauer erhalten sich unsere Fa⸗ briken. Das feine Porjellan von Tournay ist seiner Haltbarkeit we⸗ gen mit Recht berühmt, doch es ist etwas schwerfaͤllig, weil die Stuͤcke zu dick sind, und es hat stets einen blaͤullchen Schimmer, den zu vermeiden bisher noch nicht gelungen ist. Das grobe . hat man erst 725 in Europa zu bereften angefangen und ist it ze⸗ ner Zeit in der Kunst seiner Bereitung stets fortgeschritten. Die Kö. nigliche Manufaktur zu Seires, die in ganz Europa so bert hmt ist, hat die Bereitung des feinen Porzellanzs ganz aufgegeben, sie fertigt

sogenanntes Ehinesisches, weiches in der an ünfere Belgischen Fabriken haben den höchsten

nur noch starkes, s Welt gesucht ist.