1843 / 74 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

zur Sprache gebracht wird, in einem Ausschuß des ganzen a, in Erwägung gezogen werden solle, ist in der gestrigen Sitzung .. ) nicht zur Enischeidung gekommen. Die Minister k sich . Motion, weil keine bestimmte praktische Maßregel zur Abstellung de Streites vorgeschlagen würde; übrigens aber erklärte Sir J. Graham, der Minister des Innern, daß, wenn ein solcher Vorschlag gemacht wurde und derselbe etwa die Aufhebung der Akte aus der Regierungszeit der Königin Anna in Betreff des Patronatsrechts bezwecken sollte, die 25 sich ebenfalls entschie⸗ den werde dagegen erklären müssen. So oft die Schottische Kirche, sagte der Minister, sich durch einen Ausspruch der Schottischen Civil⸗ Gerichtshöfe beeinträchtigt glaube, stehe ihr in jedem einzelnen Falle die Appellation an das Oberhaus frei, aber aus Prinzip im Allge⸗ meinen jene gerichtlichen Entscheidungen für ungültig zu betrachten, sey eine Ueberschreitung ihrer Rechte und der Pflichten, welche sie bei ihrer Verbindung mit dem Staat übernommen habe.

In dem Requssitorium des General-Prokurators Pollock gegen Feargus O'Connor und die übrigen vor Gericht gestellten Chartisten ist gesagt, das den Angeklagten schuldgegebene Vergehen sey das Ve⸗ streben, durch zahlreiche Vollsmassen, mittelst Gewaltsamkeit, Dro⸗ hung und Einschüchterung, Unruhe und Schrecken im Lande bis zu einem solchen Grade zu verbreiten, daß eine Aenderung in den Fun— damental⸗Gesetzen herbeigeführt und bewirkt werden könne. Bei einer Versammlung am 7. August hatte der Chartist Moorhouse den ver sammelten Arbeitern erklärt, es handle sich weder um eine Lohnfrage, noch um eine Religionsfrage, sondern um eine Nationalfrage; der Zweck ihrer Anstrengungen sey: die Charte des Volks zum Geset des Landes zu erheben. Am 16. August hatte eine Ver sammlung stattgefunden, wobei den empörten Fabrik- Arbeitern die Abgeordneten der Chartisten-Vereine, eine Art National⸗ Konvent, vorgestellt wurden; bei dieser Versammlung, wurde eine Adresse an das Volk von England berathen und gutgeheißen, die unterzeichnet war von fünf Individuen, welche sich den Namen eines exekutiven Comité's der National-Association zur Durchsetzung der Charte beilegten. In dieser Adresse, die der General-Prokurater dem Gericht und den Geschwornen vorlegte, sind die Lehren des Chartis⸗ mus enthalten. Sie laufen im Grunde auf das Verlangen nach all— gemeinem Wahlrecht, welches die Chartistischen Agitatoren den arbei⸗ tenden Klassen als ein spezifisches Abhülfemittel für alle Noth be⸗ zeichnen. . Bei den Debatten, welche im Unterhause über das Marine⸗ Budget stattgefunden haben, äußerte Sir Charles Napier unter An⸗ derem: „Meine Meinung geht dahin, daß, anstatt alle unsere Auf⸗ merksamkeit auf die Linienschiffe zu verwenden, wir besser thun wür— den, eine große Anzahl Fregatten auf der See zu halten. Ich befand mich vor einiger Zeit in Gesellschaft des Prinzen von Joinville. Ich saß bei Tafel neben ihm. Der Prinz fing von der Marine zu reden an. Er sagte, were awelz ein Krieg zwischen England und Frankreich stattsände, eren dn mne Männer Frankreichs eutschlos— sen, nicht ausschließlich muß eüm arte Farce zu zählen, sondern kleine Schiffs⸗Abtheilun zen miözuskenhhrn, wur en Serdaadal Englands hemmen würden. Es it dees ann dar ufer iam keit wohl verdient.“

Nach amtlichen un Vantauteiti vurgeretrer

re 1842 die Aust Wintistitn un winnbistin

imwoll⸗Fabrifatt Br lien gann 2 m

Wolle, Wollengarn unt Wollenztugen 6.7 2 .

Stahl und Stahlwaaren 3, 85k n Pfr. St.; 1 20

an Kupfer

Mo Pfr. St.; 6) an Steinkohlen und Schmiedekoh⸗

Pft. St.; 7) an Seidenzeugen 689,000 Pfd. St.; Waaren 554,000 Pfd. St.

önglische Regierung hat kürzlich eine Reihe von Aktenstücken

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Brüssel, 9. März. Der Niederländische außerordentliche Com—= missair, Herr van Breugel, ist, nachdem er den Zweck seiner Mission bei der Belgischen Regierung erfüllt hat, gestern nach dem Haag ab gereist. Man glaubt, daß er binnen kurzem nach Brüssel zurückkehren werde.

Lüttich, 9. März. (Köln. 3.) Die Eisenbahn zwischen hier und Aachen, welche man jetzt in den Details ihres Baues sehen kann, läßt, was das Großartige der Anlage und den siegreichen Kampf mit dem widerstrebenden Boden betrifft, Alles hinter sich, was dermalen von Eisenbahnen auf dem Kontinent besteht. Es verlohnt sich der Mühe, gerade jetzt, wo noch tausend rührige Hände beschäftigt sind, in das Getriebe der Arbeit auf und unter der Erde, in die Höhe und in die Tiefe, über Flüsse und Berge hinzuschauen und sich das Bild menschlichen Scharfsinnes und Fleißes, woran in kurzer Zeit die Lokomotive schnell vorübereilen wird, in soeinen einzelnen Partieen vor die Sinne zu stellen. Sie mögen sich einen Begriff von der Größe des Unternehmens daraus bilden, daß allein auf der zehnstündigen Strecke von hier bis aan die Deutsche Gränze achtzehn Tunnels, fünf Viadukte, dreiund⸗ Bwanzig Brücken sind, die Dämme und Einschnitte ganz ungerechnet. Einer der schwierigsten Punkte ist gleich beim Aachener Bahnhof, wo

ie Züge durch stehende Maschinen auf die Höhe gebracht werden müssen. Ueber die Kosten der Bahn eirkuliren sehr übertriebene Be⸗ richte. Allerdings hat die Belgische Regierung den bei weitem grö⸗ eren Antheil zu tragen und rechnet bei diesem Ausfall mehr auf politische als finanzielle Vortheile.

Deutsche Bundesstaaten.

München, 8. März,. (Bayer. Bl) In der heutigen Sitzung der Kammer der Abgeordneten legte der Finanz- Minister Graf von Seinsheim einen Nachtrag zu dem bereits unterm

28. November v. J. eingebrachten Budget der fün ten Finanz ⸗Pe⸗ ö Aus dem dabei vom il e. erstatteten

riode zur Prüfung vor.

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Vortrage erhellt, daß am Schluß des Rechnungs Jahres 1840 41 an Erübrigungen verblieben 29,247,460 Fl. 2 Kr., daß dazu, gemäß der vorliegenden Wahrnehmungen aus den früheren Jahren, die bei— den Rechnungs Jahre 1841 1812 und 18142 1843 weitere Erübri⸗ gungen im Betrag von 7 Millionen Gulden ergeben werden, daß sich sohin die in die fünfte Finanz Periode hinübergehenden Erübrigungen auf die Gesammt- Summe von 36,247,460 Fl. 2 Kr. feststellen. Von dieser Gesammt- Summe kommen in Abzug l) das auf 1843 1844 übergehende Verlags-Kapital im Betrag von 6, M0, 668 Fl. 32 Kr., und 2) auf die Erübrigungen hingewiesene und theils schon bestrittene theils noch zu bestreitende Reichs Reserve⸗ Fonds, dann sonstige im Budget nicht vorgesehene außerordentliche Staats-Ausgaben im Betrag von 23,646,012 Fl. 4 Kr., sonach im Ganzen 30,586,680 Fl. 367 Kr., so daß nur noch eine Einnahms⸗ Summe von 5, 660,779 Fl. 257 Kr. bleibt. Dieser gegenüber stehen Als Ausgaben folgende drei Posten: 1) Kosten des Ausbaues der Festung Germersheim 4,210,000 Fl., 2) für Eisenbahnen 1,000,000 Fl. (die Gesammtsumme der zur Deckung der Kosten des Eisenbahnbaues aus Staats Fonds geschöpften Mittel beläuft sich nunmehr auf 15,619,826 Fl.), 3) für Straßen, Wasser— und Landbauten 450,779 Fl., also im Ganzen die gleiche Summe von 5, 660,779 Fl.

Berathungs-Gegenstand war der Antrag des Abg. Stöcker auf Aufhebung des Lottospiels. Der Ausschuß hatte denselben in folgender Fassung angenommen: „es sey Se. Königl. Majestät ehr furchtsvollst zu bitten, den Ständen des Reichs Allergnädigst einen Ge setzes Entwurf zur Aufhebung des Lotto's gegen anderweitige Deckung des dadurch in den Staats-Einnahmen entstehenden Ausfalls vorlegen zu lassen“; und zugleich den Wunsch zugefügt: „es möge Sr. Königl. Majestät gefallen, bei den sämmtlichen zum Deutschen Bunde gehöri— gen Staaten Allergnädigst dahin wirken zu lassen, daß innerhalb des Gebietes derselben die Lotto- und Klassen-Lotteriespiele gänzlich auf gehoben werden.“ Aus der Mitte der Kammer gingen im Ver lauf der Diskussion noch zwei weitere Wünsche hervor. Der Abg. Dr. Müller beantragte, Se. Majestät den König zu bit ten, dahin wirken zu lassen, daß in allen zum Deutschen Bunde gehö rigen Staaten die öffentlichen Spielbanken und Spielhäuser aufge hoben werden. Der Abg. Dekan Böckh wollte, es möchte der Wunsch ausgesprochen werden, „daß es Sr. Majestät gefallen möge, von jetzt und bis zu der erbetenen wirklichen Aufhebung des Lotto's diejenigen Einrichtungen treffen zu lassen, welche geeignet seyn können, die jeden falls sogleich wünschenswerthe und thunliche Verminderung der immer wachsenden Theilnahme an diesem Glücksspiele zu bewirken, und namentlich das, was zu demselben offenbaren Anreiz geben kann, auf wirksame Weise abzuhalten.“ Sowohl der Haupt-Antrag als sämmt liche Wünsche wurden am Schluß der fast vierstündigen Diskussion von der Kammer mit einer an Stimmen-Einhelligkeit gränzenden Majorität angenommen.

Dresden, 10. März. (Ceipz. 3.) Der Appellations-Rath Dr. Ludwig von der Pfordten zu Aschaffenburg ist zum siebenten ordentlichen Professor der Rechte in der Juristen-Fakultät zu Leipzig, und der Professor Wilhelm Weber zu Göttingen zum ordentlichen Professor der Physik in der philosophischen Fakultät zu Leipzig er

z worden.

Hannover, 11. März. Die Hannov. Zeitung enthält er mcrichten über den Fortgang der Eisenbahn-Vorarbeiten im sniartich. Im Eingange des Artikels wird gesagt: „Die Königl. Regierung hat bekanntlich beschlossen, Eisenbahnen 1) von Hannover über Lehrte nach Braunschweig und von Hildesheim über Lehrte (Durchkreuzungspunkt) nach Celle, 2) von Celle nach Harburg, 3) von Hannover nach Bremen, und 4) von Hannover nach Minden, von Staatswegen ausführen zu lassen. Die Vorarbeiten für diese Eisen bahnen, in wiederholten, sorgfältig geprüften Vermessungen, Nivellis rungen, Veranschlagungen bestehend, sind auf Kosten öffentlicher Kassen beschafft, und im Laufe des Jahres 1841 vollendet wor— den. Auf den Antrag der Königl. Regierung hat die allgemeine Stände-Versammlung im Juni 1842 die zur Ausführung der oben angegebenen Eisenbahnen anschlagsmäßig erforderlichen Geldmittel aus der Landes-Kasse und auf deren Kredit bewilligt, zusammen etwa zwölf Millionen Thaler, wobei jedoch angenommen ist, daß wenigstens die Hälfte der Kosten einer Bahn von Hannover nach Bremen durch die Stadt Bremen werde herbeigeschafft werden. Der Bau der Eisenbahn von Hannover nach Braunschweig ist im Hannoverischen Gebiete im Juli 1842 in Angriff genommen, und es sind die Erdarbeiten auf dieser Strecke gegenwärtig bereits zur Hälfte beschafft, so daß im Herbste des Jahres 1843 ein beträcht— licher Theil der Bahnstrecke dem Betriebe wird geöffnet wer⸗— den können. Die erforderlichen Bahnschienen sind bereits angekauft. Auch ist ein Theil der Lokomotiven, Wagen und des sonstigen Be— triebs Materials in Bestellung gegeben. Die Strecke von der Han noverischen Landesgränze bis zur Stadt Braunschweig (etwa 2 Mei len) muß vertragsmäßig von der Herzoglich Braunschweigschen Re gierung gebaut und gleichzeitig mit der Hannoverschen Strecke vollen⸗ det werden. Zur Ausführung des Baues der Eisenbahnen von Hildes heim nach Celle und von Celle nach Harburg sind die nöthigen Vor bereitungen (namentlich Verhandlungen mit allen betheiligten Stadt= und Landgemeinden wegen der Bahnhöfe und materieller Beförderung des Unternehmens) eingeleitet. Der Bau dieser Eisenbahnen wird in Angriff genommen werden, sobald die dazu erforderlichen, von Ständen beantragten Gesetze erlassen seyn werden. Die Ausführung des Baues der Eisenbahnen von Hannover nach Minden und nach Bremen ist von den dieserhalb mit den bethelligten auswärtigen Regierungen annoch zu treffenden näheren Verabredungen und von der desinitiven Bestimmung der speziellen Bahnrichtungen abhängig.“

** Frankfurt a. M., 11. März. Der Nückkehr des Sund fn. hun, Herrn Grafen von Münch-Bellinghausen, sieht man im nächsten Monat entgegen. ,.

Der Königlich Belgische Gesandte an der Bundes- Versammlung, Prinz von Chimah, wuͤrbe täglich hier erwartet, doch dürfte der in Frankreich plötzlich erfolgte Tod seines Vaters seine Ankunft nun ver zögern. Der Königlich Französische Gesandte, Marquis von Chasse⸗ loup-Laubat, wird alsbald nach dem Schlusse der Kammer-Session hierher zurückkehren. Der Königlich Großbritanische Gesandte, Herr For -Strangvays, ist immer noch abwesend, scheint aber doch nicht, wie es hieß, von hier abberufen zu werden.

Se. Königl. Hoheit der Knrfürst von Hessen hat in den lekzte⸗ ren Tagen auch das von dem Königlich Preußischen Bundestags⸗ Gesandten, Herrn Grafen von Dönhoff, bewohnte Mülhenssche, Pa⸗ lais um den Preis von 200,000 Fl. erkauft. Es ist ein sehr günsti— ger Umstand für unsere Stadt, daß sich immer mehr reiche, und an⸗ gesehene Freniden hier ansiedeln Und ankaufen, wodurch die unserer Stadt zur Vergrößerung und Verschönerung gereichende Baulust im⸗ mer neue Nahrung erhält. Namentlich zeigt sich auch in diesem Jahre hier eine große Bauthätigkeit. .

Der wegen des Baues der Main-Neckar-Eisenbahn abgeschlos⸗ sene Traktat ist nun bei den legislativen Staats ⸗Behörden in 5464 rathung und bereits von der ständigen Bürger⸗Repräsentation auge nommen worden. Der Angriff des Baues der Bahn wird unzwei⸗

felhaft noch in diesem Frühjahr auf verschiedenen Punkten geschehen. Der Großherzogl. Badischen Regierung liegt besonders viel daran, daß die Main-Necaar-Eisenbahn bald ausgeführt werde, da der gro— ßen Badischen Eisenbahn, welche in diesem Frühjahre noch bis Karls ruhe befahren wird, dadurch eine größere Rentabilität wird. Die Unterhandlungen wegen des Baues der Kassel-Frankfurter Eisenbahn sind noch nicht wieder aufgenommen.

Der neue Aufschwung, welchen die Holländischen Fonds zu Am sterdam, in Folge der Vorlegung des Konversionsplanes eines Theiles der Holländischen Schuld in der 2ten Kammer der Generalstaaten, genommen, hat gestern und heute auch hier die Kauflust von neuem in den Holländischen Effekten erweckt, wodurch sie natürlich und na mentlich Integrale, viel höher gingen. Doch giebt es noch viele Kapitalisten, welche von der ungehenren Schuldenmasse Hollands zu rückschrecken, wiewohl Holland bis jetzt seinen Nredit unerschüttert hielt. Die Oesterreichischen Fonds waren heute auf die niedrigeren Wiener Course etwas flauer, doch war in dieser ganzen Woche der Umsatz darin nicht belebt. Den Besitzern der Spanischen Ardoins ist durch deren Steigen zu London und Paris ein neuer Schimmer der trügerischen Hoffnung gegeben. In den übrigen Fonds, Taunus-Eisenbahn-Actien nicht ausgenommen, war es in den letzteren Tagen und heute stille. Das Geld bleibt flüssig.

Die neue komische Oper von Heinrich Esser, „Riquiqi, oder: Die politische Heirath“, wurde vorigen Montag mit günstigem Erfolge, obgleich die Aufführung durch Zufälligkeiten gestört war, zum erstenmale hier gegeben und liefert den Beweis des bedeutenden Talentes, das der junge Komponist besitzt.

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Wien, 9. März. (Aerztl. Bülletin.) Am 8. März, um 9 Uhr früh.

Se. Kaiserl. Hoheit der Durchlauchtigste Erzherzog Franz Karl hatten zwar gestern mäßiges Fieber, die Verschärfungen desselben traten jedoch um die gewöhnlichen Stunden, nämlich Mittags und vor Mitternacht ein; des senungeachtet erfreuten Sich Se. Kaiserl. Hoheit. eines theilweisen, unter brochenen Schlafes. Heute ist das Fieber geringer, der Kräfte - Zustand jedoch etwas gesunfen. .

Freiherr von Türkheim. Dr. Zangerl. . .

Venedig, 5. März. (A. 3.) Einer gestern hier eingetroffenen amtlichen Anzeige zufolge, ist die Kontumaz für die Provenienzen aus Griechenland, den Jonischen Inseln und Algier, wenn sie mit einem vom Konsulate bekräftigten palente ueçtte versehen sind, völlig aufgehoben, so daß sie in allen Oesterreichischen Häfen zur freien Pratica zugelassen werden.

w Spanien.

A Paris, 9. März. ꝑrch Spanis Blätter vom 1sten l. M. die wichtige Nachricht, daß die Städte Campeche, St. Jean d'Ulloa und andere Punkte der Argentinischen Republik Anfangs des laufenden Jahres die, Spanische Flagge aufg zogen und der Herrschaft Spaniens sich freiwillig unterworfen haben. Diese Nachricht wurde durch eine Britische Korvette nach der Havang und von dort nach Barcelona durch den Spanischen Kauffahrer „Tacio“ überbracht. Die übereinstimmenden Aussagen sämmtlicher Passagiere, welche auf dem „Tacio“ sich befanden, lassen an der Authentizität des erwähnten Exreignisses kaum zweifeln. So melden wenigstens der Constitucional von Barcelona und l' Eco de Comercio von Madrid.

2A. Paris, 9. März. Auf dem Wege über Madrid erfährt

man jetzt Näheres über die von der Republik Haiti an Spanien gewährte Genugthuung wegen der Wegnahme, der Spanischen Schiffe „Carmen“ und „Golondrina“ durch die Haitische Korvette „Pacisi— cation.“ Aus dem an den Marine-Minister in Madrid darüber er statteten Bericht des General-Capitains von Cuba geht hervor, daß bei der Ankunft des Fregatten-Capitains Don José, Bustillo 9 Bar reda auf dem Dampfschiffe „Congreso“ an der Haitischen Küste, um Genugthunng zu verlangen, die beiden Schiffe bereits freigegeben und nach ihrer Bestimmung abgegangen waren. In einer Junta der Behörden bon Haiti unter dem Voꝛsitze des Generals J. B. Ingi nal General- Secretairs des Präsidenten jener Republik, wurde dann im Beiseyn des Spanischen Fregatten⸗-Capitains, der mit allen Zei chen der Hochachtung enipfangen worden war, am 5. Januar beschlof sen: ) in Betreff der der Spanischen Flagge zu gebenden Genugthuung, daß die Spanische Flagge auf dem Hauptmaste der Korvette „Paci sication“ in dem Augenblicke aufgezogen werden solle, wo das natio nale Fort sie mit 21 Kanonenschüssen begrüßen würde, auf welchen Gruß das Spanische Kriegs Dampfschiff mit derselben Zahl von Ka nonenschüssen antworten und die Haitische Flagge auf seinem Haupt maste aufspflanzen solle; 2) in Betreff der für den Aufenthalt der beiden genannten Schiffe verlangten Entschädigung, erkennt die Haiti sche Regierung im Prinzip das Recht auf eine solche Entschädigung an, die nachher durch die beiden Regierungen geregelt werden sollz 3) in Betreff der Haitischen Goeletten „Juang“ und „Amistad“, welche Behufs von Repressalien durch die Spanische Fregatte „Isabella JI.“ angehal ten und nach Santiago de Cuba waren geführt worden, daß sie unmittelbar nach der Rückkehr des Kriegs Dampfschiffes „Congreso“ in den Hafen von Santiago de Cuba freigegeben werden sollen. Die im Art. I an gedeutete Ceremonie hakte um 8 Uhr, Morgens am folgenden Tage (6. Januar) statt, und da eine auswärtige Kriegs-Fregatte sich auf jener Rhede befand, so erklärte der Kommandant des „Congreso“ die erhaltene Genugthuung für die vollständigste, die man sich habe wün schen können. Der Regent von Spanien hat nun den oberen Be hörden von Cuba und den Individuen der Spanischen Marine, die babei verwendet worden waren, seine 1 Zufriedenheit mit der zewiesenen Energie und Thätigkeit ausgedrückt. . . tien ein Ehren aun am 8. ö g,

estindis⸗ Inse erfährt man ges Nähere. Der k . mas! und danerte ungefähr 90 Sekunden. Da ö. , langsam waren und die Stadt meist aus, hölzernen Häusern besteht,

e I Theile allein von Mauerwerk sind, so deren Fundamente und untere Eh

; j er Schaden angerichtet. Am gten um 8 Uhr wurde kein bedeutender Sch ger! ö Morgens traf das Dampfschiff „Tamise 3 Falmyouth ein, welches nahe bei den Inseln Antigug und Monserrat vorbeigekommen war im Augenblick des , Die Mannschaft dieses Schiffes erzählt, daß die Stöße an ord dieses Schiffes sich mit einer sol— chen Gewalt fühlbar machten, daß die init den äußeren Arbeiten der Mechanik beschäftigten Leute erschreckt aufs Verdeck eil ten, in der Meinung, das Dampfschiff, das 10 Faden im Wasser ging, sey auf den Grund, gelaufen. In diesem Augenblicke hatte eine bichte Staubwolke die Insel Monserrat eingehüllt. An demselben Tage Nachmittags kam eine Goelette von der Insel St. Christoph zu St. Hun an, welche meldete, daß die Douane und das Haus des Ober Richters der Stadt daselbst eingestürzt waren. Die Schwin⸗

Wir erhalten so eben durch Spanische

gungen hatten sich von Süden nach Norden zu fühlbar gemacht. Von Guadeloupe und Martinique hat man noch keine Nachrichten, ob auch dort das Erdbeben gespürt wurde, eben so wenig von Haiti; auf den Bermuden hatte es sich nur wenig fühlbar gemacht. .

Von der Serbischen Gränze, 28. Febr. (Deutsche Bl.) Die jetzigen Machthaber Serbiens haben eine allgemeine und unbedingte Amnestie, wogegen Wutsitsch sich bisher mit aller Kraft gestemmt hatte, endlich erlassen. Die täglich wachsende Opposition gegen ihn, besonders aber die Berichte aus St. Petersburg, welche lategorischer als je die Wiederherstellung des früheren Status quo sordern, erzwangen endlich Wutsitsch's Zustimmung, allein jetzt kommt diese zu spät, wenigstens hört man nicht, daß auch nur einer der Flüchtlinge in Semlin von diesem Gnaden Akte einer Regierung Ge— brauch machen will, deren naher Sturz als unvermeidlich betrach— tet wird.

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Konstantinopel, 22. Febr. (Oest. B.) Die Pforte hat so eben eine Bekanntmachung hinsichtlich der zwischen Konstantinopel und Bagdad hergestellten Post-Verbindung erlassen.

Das Aegyptische Dampfboot „Bulack“, welches den Harem des unlängst in Aegypten verstorbenen Ex-Kapudan-Pascha, Ahmed Fewzi Pascha, an Bord führte, ist, nachdem es in den Dardanellen die Quarantaine bestanden, vor einigen Tagen hier angelkommen.

Am 19ten d. M. ist die Einweihung der neu erbauten, unter Französischem Schutze stehenden Kirche zu St. Peter in Galata von dem hiesigen katholischen Erzbischofe, Msgr. Hillereau, unter angemesse nen Feierlichkeiten vorgenommen worden.

Der diesjährige Winter hatte bis jetzt in dieser Hauptstadt so— wohl als in den Umgebungen einen ungemein milden Charakter. Um so auffallender ist es, daß im Archipel und in Aegypten reichlicher Schnee gefallen ist.

Den neuesten Sanitäts-Berichten aus Alexandrien zufolge, hat ten sich daselbst wieder einige Pestfälle gezeigt; die dortigen Prove nienzen bleiben daher, wie bisher, einer funfzehntägigen Kontumaz unterworfen.

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bereinigte Staaten von Uord Ameriüa.

:I Paris, 9. März. h vom 12. Februar. Die Annahme des Gesetzes wegen Besitznahme des Oregon-Gebietes durch den Senat wurde allgemein als eine De— monstration gegen die Fortschritte Englands in Ehina und im stillen Meere betrachtet. Die Regierung von Washington will sich so gegen mögliche Fälle in Bereitschaft setzen, die sie fürchtet, und diese Vor— sicht giebt sich auch durch ein Projekt zu erkennen für Errichtung ei ner regelmäßigen Communications Linie zwischen Pensacola und Cha gres, um von da über Panama in den Großen Ocean zu gelangen. Man zweifelt übrigens, daß dieser Beschluß werde aufrecht erhalten werden, und Manche glauben, die Bill werde entweder einer nochma ligen Erwägung unterstellt oder das Veto des Präsidenten dagegen eingelegt werden. In den ersten Tagen des März wird die Session des Kongresses endigen. Dem Senate war der Degen des großen Washington und das Rohr Franklin's überreicht worden, der sie mit Respekt entgegennahm. ,,

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Paris, 9. März. Aus Galveston reichen die Berichte bis 25. Januar. Eine Summe von 87,000 Dollars war votirt worden, um Galveston in Vertheidigungsstand zu setzen. „Diese Summe“, sagt der Telegraph von Houston, „wird hinreichen, um die schöne Batterie von Kanonen à la Paishans zu vollenden, welche von New Orleans durch den General Hamilton abgesendet worden ist. Mit dieser furchtbaren Artillerie werden die Bürger von Galveston im Stande seyn, sich gegen die Mexikanische Flotte zu vertheidigen.

Man erfährt jetzt, daß der Kampf innerhalb der Mauern von Mier, wobei die Mannschaft der so tollkühner Weise in Mexiko eingedrun genen Expedition der Texiauer größtentheils gefangen wurde, nicht weniger als 17 Stunden gedauert hatte. In jeder Straße, in jedem Hause schlug man sich mit Wuth. Endlich sahen sich die Texianer von allen Seiten eingeschlossen und gezwungen, vor den Mexikanern unter General Ampudia, welcher dem General Woll zu Hülfe geeilt war, die Waffen zu strecken. Sie kapitulirten unter ehrenvollen Be— dingungen. Nach dem Berichte der Mexikaner haben sie bei dem Kampfe 420 Mann an Todten verloren und 120 Verwundete gehabt, die Texianer aber nur 11 Todte und 9 Verwundete. Es scheint, daß die Texia ner besser mit Handhabung des Karabiners umzugehen wußten und erst dann sich ergaben, als sie keine Munition mehr hatten. Dage gen haben die Mexikaner Beweise von Muth und Ausdauer gegeben, indem sie, trotz so bedeutender Verluste, nicht vom Kampfe abließen. General Ampudia war am 7. Januar nach Matamoras zurückgekehrt. Sein Empfang in dieser Stadt wird einem wahren Triumphzuge ver glichen. Er führte 212 Texianische Gefangene mit sich, darunter die Obersten Green und Fisser. Diese Gefangenen sollten am 15. Ja nuar nach Mexiko abgehen, wo Santana über ihr Schicksal entschei den sollte. Die beiden genannten Obersten und die Gefangenen im All gemeinen waren bis dahin vom General Ampudia gut behandelt worden.

Die Texianer scheinen aber durch die erlittenen Unfälle keines weges entmuthigt. Nach dem Morning Star von Houston wird sogar eine neue Expedition gegen Mexiko ausgerüstet, und man soll entschlossen . den Krieg bis aufs äußerste zu treiben, bis, die Texianischen Gefangenen freigegeben sind, und die Mexikanische Regierung aufhört, Texas mit einem Einfalle zu bedrohen. Der General Pusk, der zum Major-General der Miliz erwählt worden ist, hatte noch vor seiner Erwählung den Plan ge— faßt, auf Rio Grande zu marschiren; jetzt wird er ohne Zweifel nur noch mehr Eifer in Ausführung . Projektes bethätigen und wegen des Vertrauens, das er einflößt, leicht ein Corps um sich sammeln, das beträchtlich genug ist, den Erfolg zu sichern. Im Kongresse, der sich am 17ten vertagt hatte, war eine Bill zur Vertheidigung der Gränze durchgegangen, da man ziemlich allgemein an eine Invasion der Mexikaner für nächstes Frühjahr glaubt. Die Texianische Presse war in Allgemeinen voll bitterer Angriffe auf den Präsidenten Hon= ston, dem sie Schwachköpfigkeit Schuld giebt und zum Vorwurfe macht, daß er die Operationen der verunglückten Eypedition gegen Mexiko nicht unterstütz habe. Einige gehen sogar so weit, die Nie derlage des Obersten Fisher zu Mier ausbrücklichen Instructionen des Präsidenten Houston zuzuschreiben. Der Präsident hatte mit Zu stimmung des Senats den Hr. Hill zum Staats-Secretair des Krie— ges und der Marine ernannt.

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Man hat Nachrichten aus New-York

315

Die Berlin⸗Hamburger Eisenbahn.

Seit dem Anfange des Jahres 1833 sind verschiedene Vorschläge und Abhandlungen über dieses Unternehmen veröffentlicht worden (vergl. Eisenbahn⸗ Journal Nr. 1. 2. ff.), dessen auch schon einige Jahre zuvor bei den Verhandlungen über die Hamburg-Hannover Bahn und im Jahre 1836, als wegen der Boitzenburg-⸗Wismar Bahn ein Vertrag geschlossen wurde, gelegentlich Erwähnung geschah. Die Hamburg? Bergedorfer Eisenbahn-Gesellschaft ließ 1838 das Terrain am rechten Elbufer im Allgemeinen untersuchen, und der damit beauftragte In⸗ genieur erstattete über den nivellistischen Charakter des Landes einen

interessanten Bericht ab. Im Anfange des Jahres 1840 wurde, wie es scheint, zuerst von der Berlin-Potsdamer Eisenbahn⸗Gesellschaft, der Plan einer Eisenbahn-Anlage zwischen Berlin und Hamburg wieder aufgenommen und zwar als Verlängerung der Potsdamer Bahn über Brandenburg, Genthin, Tangermünde, Stendal, Salzwedel, Lü⸗ neburg, nach Bergedorf, mit einer, Zweigbahn von Genthin nach Magdeburg, um auf diese Weise mittelst der Hamburg-Bergedorfer und der Berlin-Potsdamer Eisenbahn die Städte Berlin, Hamburg und Magdeburg mit einander in direkte Verbindung zu bringen. Die ganze Strecke, ungefähr 39 Meilen betragend, sollte ein Anlage- Ka⸗ pital von circa 8 Millionen Rthlr. erfordern, welches um so sicherer rentiren müßte, als die Bahn von Potsdam bis Genthin den ganzen Verkehr von Hamburg nach Berlin, von Pommern und Schlesien um— fassen und einen Theil der Frequenz von Berlin bis Magdeburg und sofern die nicht mehr in weiter Aussicht liegende Bahn von Mag— deburg über Braunschweig, Hannover, Minden 2c. ins Leben trete auch noch den Verkehr gegen den dem Harze nördlich gelegenen Westen Deutschlands hin aufnehmen würde, während der Theil von Hamburg bis Genthin durch die Frequenz zwischen Hamburg und Berlin, und Hamburg, Magdeburg, Leipzig, so wie der Altmark, reich liche Zinsen in Aussicht stellte. Gleichzeitig ließ die Hamburg— Bergedorfer Eisenbahn-Gesellschaft das Terrain an beiden Elbufern genauer untersuchen, um der Berlin— Potsdamer Hand zu bieten; unterm 2bsten September 1840 aber trat eine neue Gesellschaft mit einer Aufforderung zur Unterzeichnung der für die Vollendung der Vorarbeiten erforderlichen Summen auf. Diese, vorzugsweise aus Berliner Banquiers und Kaufleuten bestehend, beabsichtigte den Bau einer Eisenbahn zwischen Berlin und Hamburg auf dem rechten Elbufer über Wittenberge. Aus ihren Angaben ging hervor, daß das Anlage-Kapital auf höchstens 10 Millionen Rthlr. veranschlagt war, „obwohl es keinem Zweifel unterliege, daß dieses nur aus äußerster Vorsicht so hoch veranschlagte Kapital nicht verwendet werden dürfte, indem sich bei dem beabsichtigten Bahnzuge keine, erheblichen Terrainschwierigkeiten entgegenstellen.“ Sehr er freuliche Ereignisse für dieses, auch von der Hamburg-Bergedorfer Eisenbahn begünstigte Comité waren: die Beschlüsse des Mecklenburgi— schen Landtages am 30. November 1840: 1) daß das Expropriations—⸗ Gesetz auch auf Eisenbahnen auszudehnen sey; 2) daß die Stände eine Actien= Zeichnung von 30,000 Rthlr. pro Meile für die Bahn von Wismar und Boitzenburg und von Berlin nach Hamburg, so weit diese Mecklenburg berührt, bewilligen wollten; sodann ein Reskript des Königl. Preußischen Finanz- und Handels -Ministeriums vom 28. Januar 1841, folgenden wesentlichen Inhalts:

„Im Allerhöchsten Auftrage eröffene ich dem Comité auf die mir zur Bescheidung zugegangene Immediat-Vorstellung vom 27. Dezember v. J., bei Rückgabe der eingereichten Verfügung vom 28. November v. J', daß des Königs Majestät unter den beiden konkurri— renden Projekten für die Herstellung einer Eisenbahn zwischen Berlin und Hamburg zunächst dasjenige, wonach die Bahn auf dem rechten Elbufer über Wittenberge durch die Priegnitz geführt werden soll, zur Berücksichtigung geeignet erachtet hat; vorausgesetzt, daß mit der Großherzogl. Mecklenburgischen Regierung eine Verständigung, nament lich über die Wahl einer angemessenen Richtung, zu Stande kommt; auch Königl. Dänischer Seits keine Schwierigkeiten gemacht werden. Demgemäß haben Allerhöchstdieselben den Anträgen wegen Konzes— sionirung der projektirten Bahn auf dem linken Elbufer vorläufig keine Folge zu geben, dagegen die weitere Verfolgung des von dem Comité, vorbereiteten Unternehmens zu genehmigen geruht. Ich sinde mich daher ermächtigt, dem Comité auf die Ertheilung der Kon⸗— zession für dieses Unternehmen für den Fall Aussicht zu eröffnen, daß jener Voraussetzung entsprochen wird, und daß binnen einer Frist von 6 Monaten nicht nur die Ausführbarkeit des projektirten Unterneh— mens nach Anleitung der von dem Herrn Ober Präsidenten unterm 14. Dezember 1838 bekannt gemachten allgemeinen Bestimmungen über die Begründung von Anträgen auf Konzessionirung von Eisen⸗ bahn Anlagen nachgewiesen, sondern auch die Nachweisung des sich als erforderlich ergebenden Bau-Kapitals durch eine genügende Anzahl

von Theilnehmern gesichert werde. Schließlich bemerke ich noch, daß der Königl. Regierung in Potsdam von der Lage der Sachen, und dem Gesuche vom 28. Oktober pr. Nachricht gegeben worden

ist, um demselben bei den Vorarbeiten auf geeignete Weise die ge—

wünschte Unterstützung angedeihen zu lassen.“

Endlich kam hierzu der Beschluß der Dänischen Regierung, daß die Vorarbeiten im Lauenburgischen gestattet werden, und daß das Unter nehmen, unter Voraussetzung der erwähnten Richtung in der möglichsten Nähe der Elbe, auf alle Unterstützung werde rechnen können, welche die diesseitigen Verhältnisse und Interessen gestatteten.

Diese Ereignisse und der Umstand, daß die Großherzogl. Mecklen—⸗ burgische Regierung von ihrem Verlangen, die Bahn solle über Schwerin geführt werden, abgestanden sey, und nur eine Zweigbahn für Schwerin bedinge, theilte das provisorische Comité den Unterzeichnern in einem Schreiben vom 13. April 18141 mit und forderte zugleich zur Wahl eines definitiven Comité auf, welche nach einer ferneren Mittheilung vom 19. Juli 1841 auf die bisherigen Mitglieder fiel.

Eine der größten Schwierigkeiten, nämlich die Ansichten der vier betreffenden Staaten über die zweckmäßigste Richtungslinie in Ueber— einstimmung zu bringen, wurde im Wesentlichen durch Verträge vom, 8. November 1841 beseitigt, namentlich: durch einen Vertrag in Be⸗ zug auf eine von Berlin bis Bergedorf zu erbauende Bahn, nebst dazu gehörigem Schluß Protokolle; durch einen, die Verhältnisse der Hamburg⸗-Bergedorfer Bahn zur Bahn von Berlin bis Berge— dorf feststellenden Vertrag. Der Inhalt derselben wurde ratifizirt, und nunmehr scheint, nach einer an den Provinzial-Landtag der Marken ergangenen Eröffnung, die Bahn am rechten Elbufer ge— sichert, wenn die erforderlichen Geldmittel zusammen kommen. ;

Das Comité für die Verlängerung der Berlin-Potsdamer Eisen⸗ bahn auf Magdeburg und Hamburg wurde dadurch zu der am 5. Januar 1842 erlassenen Bekanntmachung, „das von ihm aufgenom⸗ mene Projekt für jetzt und bis zu einer gelegeneren Zeit fallen lassen zu wollen“, veranlaßt. Man, ersieht darans unter Anderem, daß das Nivellement der ganzen Linie und die Veranschlagung derselben bis Genthin bereits geschehen war. ;

Diese Angelegenheit war nun bis gegen das Ende des Jahres 1842 ziemlich still, dann aber erschienen in öffentlichen Blättern, na⸗ mentlich von Berlin und Hamburg, eine Menge Artikel für und gegen die Bahnen am rechten und am linken Elbufer. Auch die Äctio= naire der Berlin-Potsdamer Eisenbahn hielten am 21. September eine General-Versammlung, in welcher sie Maßregeln beschlossen, um

Gesellschaft die

w

eine Verlängerung ihrer Bahn über Brandenburg und Genthin und

dann nach Magdeburg und Hamburg sich theilend, zu erwirken, indem

sie zu erweisen suchten, daß eine Bahn, welche nur den Zweck habe,

Berlin mit Hamburg, oder Berlin mit Magdeburg zu verbinden, keine

Wahrscheinlichkeit der Rentabilität gewähre, während eine Eisenbahn,

welche beide Zwecke erreiche, glänzende Resultate in Aussicht stelle.

. Von der anderen Seite erfolgte unter dem 25. November 1842

eine Bekanntmachung des Comité zur Begründung eines Actien⸗-Ver⸗

eins für die Eisenbahn-Verbindung zwischen Berlin und Hamburg, welche mittheilte, daß die Vorarbeiten beendigt seyen, daß sie höch

günstige Nesultate geliefert hätten, daß der ausführliche Bericht bald folgen solle, und daß zur Actien Zeichnung eingeladen werde.

Unter dem 15. Dezember 1812 erschienen die Bedingungen für die

Unterzeichnung von Actien zu diesem Unternehmen, und gleichzeitig

wurde der versprochene Bericht veröffentlicht, aus welchem wir das

Wesentlichste hervorheben und einige Bemerkungen liber das Gegen⸗

projelt daneben stellen wollen. ; ;

Nach Inhalt dieses Comité-Berichts vom 15. Dezember 1842, welchem ein General- Plan und Profile beigegeben sind, stellt das Verhältniß der für die Berlin Hamburger Eifenbahn vorgeschlagenen verschiedenen Richtungen sich folgendermaßen dar: ;

1) A. Von Berlin über Potsdam, Brandenburg, Genthin, Tanger⸗ münde, durch die Altmark über Harburg nach Hamburg; 2 bis 3 Brücken über die Havel, 1 über den Plauenschen Kanal, 2 über die Elbe ... 41 Meil. lang.

Von Magdeburg über Genthin, Tangermünde

über Harburg nach Hamburg; 3 Elb-Ueber gänge, 1 über den Plauenschen Kanal

A. Von Berlin über Potsdam, Brandenburg,

Genthin, Havelberg nach Hamburg, über schreitet 3 bis Jmal die Havel, jmal den Plauenschen Kanal

. Von Magdeburg, Genthin, Havelberg, Ham

burg 1mal die Elbe, 1mal die Havel, 1mal

den Plauenschen Kanal 3) Direkte Verbindung.

A. Berlin- Hamburg; 1mal die Havel. ..... ....

lj. Magdeburg-Hamburg; 1mal die Elbe

(durch die Altmark auf Stendal, rechts Tangermünde, Wer⸗

ben oder Wittenberge.) .

Diese Zusammenstellung empfiehlt allerdings schon auf den ersten Blick die unter Nr. 3 bezeichnete direkte Verbindung, wobei noch in Betracht gezogen werden muß, daß gegenwärtig bereits , . von Magdeburg über Wolmirstädt und Stendal gebaut werden, mit hin die Verbindung der Altmark mit der direkten Eisenbahn des rech⸗ ten Ufers schon sehr erleichtert ist. Ueberdies entspricht die Linie Magdeburg-Wittenberge ungleich mehr den Interessen der Altmark, als die Linie 1) B. auf dem linken Elb-Ufer; denn der Hauptmarkt der Altmark ist Magdeburg, die Richtung 1) B. führt aber nach Gen⸗ thin. Um von Stendal oder Salzwedel nach Magdeburg zu gelan— gen, würde man erst über die Elbe nach Genthin und von hier wieder über die Elbe zurück nach Magdeburg gehen müssen. Auf dem einen Wege ist Stendal 8 Meilen ohne Elb-Uebergang, auf dem anderen 11 Meilen mit 2 Elb-Uebergängen von Magdeburg ent⸗ fernt. Hierzu kommt endlich noch der entscheidende Ümstand, daß die Bahn des linken Ufers überhaupt nicht nach Hamburg führt, son⸗ dern in Harburg enden müßte, weil ein Brückenbau zwischen diesen beiden Städten, abgesehen von den in Territorial-Verhältnissen be⸗ gründeten Schwierigkeiten, so enorme Kosten voraussetzt, daß derselbe ganz außer Frage bleiben muß. Wollte man aber den Elb-Ueber— gang weiter stromaufwärts legen, so würden zwar die Kosten ermä⸗ ßigt, immer aber höchst beträchtlich bleiben, und der schon bedeutende Umweg in eben dem Maße vermehrt werden.

Als Resultat der vorbereitenden, wiederholten, technischen Unter— suchungen läßt sich jetzt unzweifelhaft darlegen, daß von allen vor— geschlagenen Richtungen am rechten Elbufer, eine Linie von Berlin, nahe an Spandau vorüberführend, Fehrbellin, Wusterhausen, Kyritz, Perleberg, Grabow, Ludwigslust berührend, Hagenow und Boitzen— burg aber in einer Entfernung von resp. Meile rechts, und Meile links lassend, mit Berücksichtigung der Terrain-, Verkehrs- und Ter⸗ ritorial-Verhältnisse, jeder anderen Richtung vorzuziehen ist.

Bei weiterer Verfolgung der Bahn durch das Lauenburgische hatte man die Wahl zwischen einer in der Nähe des Elbufers sich haltenden Linie, welche zwar die Uebersteigung des Lauenburgischen Landrückens nicht erforderte, deren Baukosten jedoch 1 Million höher sich beliefen, und deren jährliche Unterhaltungs Kosten um 9000 Rthlr. sich erhöhten, auf der einen, und einer Bahn über Schwar⸗ zenbeck, auf welcher eine Steigung von 1: 576 vorkommt, welche aber um obige Summen wohlfeiler ist, auf der anderen Seite. Das Tomité entscheidet sich für die letztere, als die rentabelere Richtung, berechnet die Ausgaben dafür auf 8,900,000 Rthlr. (für die Meile durchschnittlich 222, 009 Rthlr.) und weist deren Verwendung in run— den Summen, wie folgt, nach:

1) Der Bauz zerfällt in 8 Titeln:

4) Erd -Planirungs und Rasen-Arbeiten. . . .. 1,951,600 Rthlr.

b) Grund-Erwerb, Nutzungs- und Inkonvenienz Entschädigungen

e) Brücken und Durchlässe

Wege - Uebergänge .

Einfriedigung, Abtheilungs Zeichen, Signal—

Vorrichtungen .

624, 400 116,000 168,700

33,809 2,280, 500 687,000

308, 000 6, 50, 06MM Rthlr.

; Zusammen Zinsen 2 4 pCt. pro anno während der Bauzeit (p. p. 3 Jahre)

Betriebs Mittel

500,000 ** 1,000, 00) **

Di or vr.

Ein Anhang zum Comité -Berichte: „Motivirung der Verkehrs⸗ Verhältnisse der Berlin Haniburger Eisenbahn, bearbestet durch Herrn G. J. Oppert“, enthält eine Menge interessanter, wenig bekannter Details, auf welche wir verweisen müssen, und nur folgende Resultate hervorheben.

Die Bewegung auf der Bahn an Personen, Gütern, lebenden Thieren u. s. w. ist S. 4, 6 und 19 bis 27 nachgewiesen. Die Personen- Frequenz ist nur zum Iten bis 4dten Theil derjenigen, wie sie verhältnißmäßig auf anderen Bahnen stattsindet, angenommen. 611,20] Bewohner der von der Bahn berührten Städte geben da⸗ nach S5, 0090 Reisende auf der ganzen Länge der Bahn. Güter aller Art (S. 6) wurden 1840 auf ganzer Länge befördert:

Zu Wasser ...... .. , . Davon ausgeschieden als nicht übergehend zur Gisenbahn ...... ...... , Bleiben für den Transport auf der Eisenbahn J TDif dan Ch. Zu Lande (S. 25).. , , 230 330 *

Im Zwischen⸗Verkehr (S. 21) 575,200 Ctr. Total-Beförderung in ganzer Länge.. i is Ti.