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Grossbritanien und Irland. London, 5. Sept. Das Ziel der See- Exkursion der Köni⸗
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der Provinzial-Feuersozietät, mehrere Anträge in Bezug auf die Klassensteuer, ein Antrag in Bezug auf Reclamationen wegen einge— zogener kirchlicher Privatstiftungen, ein Antrag in Betreff der höhe⸗ ren Bürgerschulen und verschiedene andere Anträge von weniger all⸗ gemeiner Erheblichkeit zur Erörterung und Beschlußnahme.
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. X SDalberstadt, 8. Sept. Heute Mittag 2 Uhr kamen Se. Majestät der König von Sachsen, unter dem Namen eines Grafen von Hohenstein reisend, mit Gefolge von Goslar hier an und reisten, nachdem Allerhöchstdieselben den Dom besichtigt und im Héötel zum Prinzen Eugen ein Diner eingenommen, zu welchem der Herr Ober Bürgermeister von Brünken die Ehre hatte, geladen zu werden, über Quedlinburg nach Leipzig und Dresden weiter.
zwei erklärte Parteien getheilt haben, welche bald hätten feindselig aneinander gerathen müssen. Manche der alten Orangisten sind freilich höchst unzufrieden damit; indem sie sich Hoffnung gemacht, denen, die sie einst mit Füßen getreten und vor denen sie sich jetzt gewissermaßen verkriechen müssen, auch einmal wieder ihre Macht zu zeigen. Einige haben deswegen sich wieder in Gesellschaften, ungefähr wie die ehe⸗
kleineren Grundbesitzer von dem größeren entfernt gehalten habe, zu entfernen. Ob Graf oder Bauer, wir seien alle Brüder, alle Kinder Eines Landes, unseres großen deutschen Vaterlandes! Zum Schlusse hielt der Geheime Finanzrath Pabst aus Berlin einen Vortrag, in dem er nachzuweisen suchte, daß landwirthschaftliche Lehranstalten ein Haupt mittel zur Bildung der jungen Landwirthe seien, daß aber, wenn solche Änstalten ihrem Zweck entsprechen sollten, tüchtige Männer an ihnen angestellt sein müßten. Da aber zur Heranziehung und Aus⸗ bildung solcher Männer bisher nichts gethan worden sei, so stehe zu befürchten, daß in Zukunft Mangel an Lehrern der Landwirthschaft eintreken werde. Er lege deshalb der Versammlung ans Herz, in dieser Beziehung das Nöthige zu veraulassen.
Nachmittags war Thierschau. Die Anzahl der ausgestellten Thiere war bedeutend. Für die besten Exemplare waren 27 Preise ausgesetzt, bestehend in silbernen Bechern und Geldpreisen. Nächst der Thier-Ausstellung waren auch noch Ausstellungen arrangirt von
er vorletzte Rebner äußert; Er habe nur seine Ansicht, wie si⸗ sich 3 . bei ihm gebildet habe, freimüthig aussprechen wollen.
Der Herr Landtags ⸗Marschall: Ein solches Verfahren würde in der Ordnung sein, wenn die Versammlung eine gesetzgebende wäre, welche den setzten Ausspruch zu thun e und wenn das Gesetz in der durch die De⸗ batte festgestellten Form eingeführt werden müßte. Allein die Provinzial- Landtage geben ein bloßes Gutachten ab, und Se. Majestät der König entscheide, ob die Gründe der Masjorität oder die der Minorität mehr be⸗ rüchsichtigt werden sollen.
Ein Abgeordneter der Landgemeinden sagt: Es sei ihm wohl bekannt, daß der Provinzial-Landtag nur eine berathende Stimme habe; allein es sei die Absicht Sr. Majestät des Königs, die Meinung der Stände zu ver— nehmen und demnächst Allerhöchste Enischeidung zu treffen.
Ein Abgeordneter der Städte: Die Behauptung, daß die gestrige Abstimmung mit der nun begehrten identisch sei, beruhe auf einem Irrthum. Auf den Vorschlag in dem ersten Paragraphen des Gesetzes, die Aufrecht⸗ erhaltung der Arl. 641 u. f. des B. G. B. ausdrücklich auszusprechen, habe der Referent entgegnet, dies sei nicht nöthig, weil das neue Gesetz alles in jenen Art. Gesagte ebenfalls enthalte. Es sei daher leicht möglich,
Mademoiselle von Montpensier (la grande Mademoiselle) die Graf⸗ schaft 9 für die Summe von 2,560, 000 Fr., die heutigen Tages
x / ibrer?« ing sie, wie Jeder⸗ 2 ; . 266 2 , ,, rs . des gin war Falmonth, am Ausgange des Kanals in den allantischen 1 / D* ü ö
n ! w Ihre Majestät verließ am Freitag (1) früh den Hafen von
r me, ,. ‚. . 2 J Söhne wurden, nach der Ver⸗ Ocean. I z ; ö .
, . , d, Re tschaft, verbannt. Darauf Devonport, erreichte zu Mittag Falmouth, und verließ noch an dem- g von l ö
34 iesen O e ie auf der Königlichen Bark ö j 8 a ⸗ 12 * nubsch. hlthätigen selben Tage diesen Ort. nachdem s glichen Barke, um maligen Orangisten- Loge
y 3, , gol, kuchen en e. , von zahllosen Böten der Bewohner Hon Falmoöuth, eine kleine ! außfsten Logen, Lach ahne Ei. äind role (welch e. Herzog v hievre, . h
ö ; Gesetz verbietet aneinander geschlossen; und andere sollen in ihrer Bitter⸗ nem Tode für Staats- Eigenthum erklärt, gab die Restauration sie Fahrt rings um ben Hafen gemacht und die Bewillkommnungs-Adressen , — .
ö keit geradezu ins feindliche La inübergel d Repealers d * hei nn afen 6 ö * dezu ins ager hinübergelaufen und Repealers geworden nz Kant ge Gärzogin von Brleans, der Mutter Ludwig Philipp's der städtischen Corporationenmwie, den Besuch des Mayors (dessen Adresse sein. Dies hat jedoch nur wenig zu bedeuten. Die genannte Herren haben
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abhanden gekommen war) An Bord der Dammpfiacht empfangen hatte. indeß noch besseres gethan, indem sie über einen Plan übereingekom⸗ Tode seiner Mutter besuchte der König, dieses Schloß, das . Die ,, 3 ö. ö. Lage ihrer ir. verbessern und deren 23 r . a bern efe z das Schloß um in Er ni ! rn me e ,, ͤ nisse auf einen sicherern Fuß stellen sollen, als worauf sie jetzt stehen: 1791 nicht gesehen hatte, und ertheilte Befehl, daß das his n Unbkeft'und' bie Nufnahmme den Königin in Eu, am Sennabend kurz ein Mitte 3 Pi fr tlat. säiri ** . z dete Behausu der Herzoge von Guise, die ge⸗ ie Ankunf n , me . 2 ri, . urz ein Mittel, welches die berüchtigte Fixit) of tenure O Connell' s 1 — e n es. von Montpensier, den Charak⸗ Abends (2) haben unsere pariser Nachrichten gestern schon das Nä= unnöthig machen möchle. Auch wurde bei einer Versammlung des
seiner Zeit nicht, verlieren, aber auch in seiner Einrich—
8 . ‚ r 8 n . k z . ssi z 8 Aachen, 7. Sept. Heute Morgen ist Se. Majestät der Kö⸗ here mitgetheilt. Heute hier ein egangenen zuverlässigen Berichten irländischen ökonomischen Vereins, welcher gleich darauf zu elfast
zufolge, wird Ihre Majestät am Donnerstage früh (Y in Brighton gehalten wurde, manches wichtige und versöhnende Wort gesprochen,
nig der Belgier, von Wiesbaden zurückkehrend, hier angekommen und
daß manche Mitglieder der Versammlung jenen Vorschlag für überflüssig gehalten, weil sle der Versicherung des Referenten Glauben beimaßen. Die wahre Ansicht der Versammlnng werde sich klar herausstellen, wenn eine nochmalige Abstimmung über das Gesetz im Ganzen stattfinde. Diese könne nicht verweigert werden, weil gerade bei dieser Proposition eine gründliche Erörterung durch die Denkschrift selbst dem Landtage zur beson⸗ deren Pflicht gemacht sei, und weil noch nicht feststehe, ob das neue Gesetz mit den vom Ausschuß vorgeschlagenen und von der Versammlung ange— nommenen Modificationen fur wünschenswerth erachtet werde.
Der Referent: Die Bemerkung des vorigen Nedners sei auf einem Irrthum basirt, mit dessen Aufdeckung sie in sich zusammenfalle. Derselbe habe seine, des Referenten Worte sehr unvollständig citirt. Es sei vielmehr gesagt worden: der Vorschlag in dem ersten Paragraphen des Gesetzes, die Aufrechthaltung der Artikel 641 u. folg. des B. G. B. ausdrücklich auszu⸗ sprechen, werde einestheils überflüssig fein insofern die allegirten Artikel des B. G. B. in dem neuen ebenfalls enthalten seien, anderentheils aber werde er in Widerspruch mit den in diesem Gesetz enthaltenen Modificationen jener Artikel stehen.
Ein Abgeordneter der Städte erwiedert: Die angeführten Worte seien
wirklich so ausgesprochen worden, nur habe der Referent zuerst bestimmt 3 daß die Artikel 646 u. folg. in dem neuen Gesetze schon enthal— ten seien und erst später, nachdem er, der Redner, ihm entgegnet, daß als— dann sein Vorschlag ungefährlich sei, jenen Nachsatz hinzugefügt.
Der Referent: Auch diese Anführung sei nicht richtig. Er habe jene Behauptung gar nicht und auch nicht im Anfange ausgesprochen, sondern nur bemerkt, daß das Gesetz grundsätzlich dieselben Bestimmungen wie jene Artikel enthalten.
Ein Abgeordneter der Ritterschaft protestirt gegen eine nochmalige Ab⸗ stimmung des ganzen Gesetzes, indem es nicht in der Befugniß des Herrn Landtagẽ · Marschalls liege, auf schon abgestimmte Fragen zurückzukommen. Die Verhandlung müsse bei ihrem gestern gefaßten Beschlusse beharren, und 2 keiner neuen Abstimmung, um die Annahme des Gesetzes festzu—
ellen.
— Ein Abgeordneier der Städte bemerkt: Es scheine Thatsache, daß auf eine fernere Abstimmung nicht eingegangen werden solle; nach seiner Ueber⸗ zeugung sei aber die Majorität der Versammlung gegen die Annahme des Gesetzes. — Diese Bemerkung wird von sehr vielen Seiten unterstützt.
Ein anderer Abgeordneter sagt: Diese Diskussion könne nur dadurch zu Ende geführt werden, daß man über das ganze Gesetz abstimme. Gesetz⸗= Entwürfe werden in der Regel dem Landtage zur Berathung und Begut⸗ achtung zugefertigt; hier aber sei ganz besonders verlangt worden, daß die Versammlung sich darüber ausspreche, ob und unter welchen Modific ationen die Einführung des Gesetzes als ein Bedürfniß oder wünschenswerth er⸗ scheine. Vor der Berathung des Gesetzes selbst habe die Versammlung über diese Frage nicht urtheilen wollen; gegenwärtig aber sei sie im Stande, dies mit Umsicht und Gewissenhaftigkeit zu thun.
Der Referent: Die Frage des Königlichen Propositions Dekret sei vollständig erledigt, sobald die einzelnen Modificationen des Gesetzes bera— then und festgestellt seien.
Der Hert Landtags-Marschall: Um der bisherigen Diskussion ein Ziel zu setzen, bleibe nur übrig, darüber abstimmen zu lassen, ob jetzt noch die Frage gestellt werden solle: ob es ein Bedürfniß sei oder für wünschenswerth erachtet werde, daß ein den Gegenstand regulirendes Gesetz erlassen werde? Er müsse übrigens wiederholen, daß diese Frage gestern in Anregung hätte gebracht werden müssen, und daß die bisherige Diskussion nicht stattgefunden waben würde, wenn man es gestern, da es an der Zeit gewesen, nicht ver= säumt hätte, die Stellung dieser Frage zu beantragen. ö
Nach einer kurzen Diskussion über die Fassung der Frage erklärt der Neferent, daß nach seiner Erfahrung von sieben Landtagen der gegenwärtige Fall das erste Beispiel sei, daß man, nachdem ein Gesetz in allen Para— graphen nach dem Vorschlage des Ausschusses angenommen, auf einer noch— maligen Abstimmung bestanden habe.
Ein Abgeordneler der Ritterschaft tritt dieser Erklärung bei.
Hierauf wird folgende Frage: „Ist die Versammlung der Ansicht, daß ein Bedürfniß zum Eilaß eines den Gegenstand regulirenden Gesetzes vor⸗ handen sei?“ zur Abstimmung gebracht und von 35 Stimmen bejaht, von 29 verneint.
Der Ausschuß war ferner der Ansicht, daß die zu dem Gesetze und namentlich zu den §§. 25, 36 und 37 beantragten Modificationen so we⸗ sentlich mit den in der Rhein-Provinz bestehenden gewerblichen Verhältnis⸗ sen und deren Erhaltung zusammenhängen, daß des Königs Majestät zu bitten sei, die Einführung dieses Gesetzes nichts anders, als mit den zu dem §8§. 25, 36 und 37 vorgeschlagenen Modificationen Allergnädigst be— fehlen zu wollen.
Ein Abgeordneter der Ritterschaft schließt sich mit dem ausgesprochenen Protest in Betreff der Annahme des Gesetzes, so wie es vorliegt, an, und wünscht gerade die Weglassung dieser Modificationen. Das Gesetz soll den Ackerbau und die Wiefentultur schützen; durch die Streichung der Nr. 4 des 8. 25 sei aber nur für das Interesse der Gewerbtreibenden Sorge ge— tragen.
Ein Abgeordneter der Städte bemerkt: Da der Neferent bei dem Vor⸗— trage des Referats diesen Schluß⸗Antrag mit verlesen habe, so könne eine westere Berathung und noch mehr eine Abstimmung darüber nicht mehr stattfinden.
Gegen diese Bemerkung, welche von vielen Seiten Unterstützung sindet, wird ein gewendet, daß über jeden einzelnen Antrag des Ausschusses beson— ders abgestimmt werden müsse.
Die Versammlung tritt hierauf dem vorigen Antrage des Ausschusses, . auch dem folgenden, bei, welcher dahin lautet: daß es des Königs
ajestät gefallen wolle, zur Erzielung der Gleichförmigkeit in der ganzen
3 den vorgeschlagenen Modisicationen auch für diejenigen Theile der ,. das Gesetz schon setzt Anwendung sinde, Gesetzkraft ver= i e stãn der e 9 2 letzte Antrag des Ausschusses lautet: daß Se. . n , n ebeten werden möge, die beschleunigte Bearbeitung des uf dern . nt wäserungsgesetzes befehlen zu wollen, damit dasselbe
nächsten Provinzial Landigge zur Berathung kommen könne. Worauf von einem and ;
s ; eren Abgeordneten desselben Standes bemerkt
wird, daß dieser Antrag schon durch wi ö edi schenie, daß derselbe ab fel 9m die vorhergehenden Beschlüsse erledigt
, alls von dem Ausschusse nicht motivirt wor⸗
Der Referent entgegnet, da 1 j , bei dem mangelhaften Zustande der Enuvn e nee le r ei . j aß Me 7 .
anerkannten Bed rfnisse einer gesetzlichen besseren , he ; ö. standes sehr wünschenswerth sei; daß es auch einer weitläusigen Moti der dieses Antrages nicht bedürfe, weil sich bereits der ne n kan e s n schieden bafuͤr ausgesprochen habe. — Nach dieser Erörterung findet der
ohne Aufenthalt nach Belgien weiter gereist.
Ausland. Deutsche Bundesstaaten.
Prinz Wilhelm von Preußen und Höchstdessen Frau Gemahlin sind gestern Abend hier angekommen und heute nach Fischbach abgereist.
. Se. Kaiserl. Hoheit der Erzherzog Stephan ist gestern Abend hier angelangt. z
Leipzig, 8. Sept. (L. 3.) Das dankbare Andenken unserer Stadt an die hohen Verdienste Sr. Excellenz des Herrn Staats Ministers von Lindenau wurde hier nicht nur bei dem Festmahle an dem Constitutionsfeste von hiesigen Behörden und von den Bürgern in Toasten gefeiert, sondern es wurde dasselbe auch dem hochverehrten Staatsmanne von der Stadt Leipzig durch eine Abschieds-Adresse bezeugt, die ihm durch eine von hier abgeschickte Deputation, weil sie den Herrn Minister in Dresden nicht mehr antraf, in Teplitz am 6ten d. überreicht worden ist.
Sach sen-Altenburg. Altenburg, 6. Sept. (D. A. 37 In der heutigen allgemeinen Versammlung der deutschen Land- und Forstwirthe wurden die Versammlungsorte für die nächstkünftigen Jahre resp. bestätigt und vorläufig erwählt. Für das Jahr 1844 ist München der Ort der Zusammenkunft. Zu Vorständen wurden ernannt Freiherr von Stichaner und Baron von Klosen. Jür das Jahr 1845 war die Wahl um deshalb sehr schwer, weil Verschiedene dazu ihr Land der Versammlung in begeisterter, Rede empfahlen. So Baron von Török aus Ungarn, welcher Grätz empfahl und die Versammlung darauf aufmerksain machte, daß Steiermark der Wir⸗ kungskreis des Erzherzogs Johann sei und daß dieser Prinz sehnlichst wünsche, die deutschen Land- und Forstwirthe in Grätz versammelt zu sehen. So der Graf Reventlow aus Schleswig- Holstein, der in ergreifenden Worten der Versammlung zurief: „Wenn auch hoch im Norden wohnend, sind wir doch echte Deutsche, erglühen wir in Liebe für unser geliebtes Vaterland, bei uns würden unsere deutschen Brüder eben die Liebe empfangen als in anderen Gegenden unseres gemeinsamen Vaterlandes!“ Noch andere Länder wurden in Vorschlag gebracht, aber weder Grätz, noch Kiel, wurden für das Jahr, 1815 erwählt, sondern die Provinz Schlesien und darin die Stadt Liegnitz, da auf Schlesien das Absehen schon seit längerer Zeit gerichtet gewe⸗ sen und der Ober-Forstmeister von Pannewitz die Versammlung im Namen der Provinz herzlich einlud, Schlesien für 1845 zu erwählen, hinzufügend, daß der König bereits die nöthigen Geldmittel verwilligt, und die Regierung sowie auch die Behörden zu Liegnitz ihre Zustim— mung ertheilt hätten. Nachmittags wurden die ausgestellten Acker gerälhe probirt. Hierauf verfügten sich die fremden Mitglieder der Versammlung auf das Herzogl. Residenzschloß, wohin sie zu einer Vorstellung bei dem Prinzen Georg eingeladen waren.
Altenburg, 7. Sept. (D. A. 3. Die, heutige allgemeine Versammlung der deutschen Land- und Forstwirthe war unstreitig eine der interessantesten. Es wurde nämlich die Frage verhandelt: „Worin hat sich die Wirksamkeit der landwirthschaftlichen Vereine bis jetzt am erfolgreichsten bei dem Betriebe der Landwirthschaft gezeigt, und welche Anhaltpunkte ergeben sich theils hieraus, theils aus allge⸗ meinen Wahrnehmungen für die zweckmäßigste Organisation solcher Vereine?“ Wenn auch die Fragsteller wohl zunächst die größeren landwirthschaftlichen Vereine im Auge gehabt haben mochten, so wurde doch diefer Vereine nur im Vorübergehen gedacht. Das Hauptau—⸗ genmerk der Versammelten war auf die Bauern⸗-Vereine gerichtet. Zunächst ergriff ein Mecklenburger, Poppe aus Ziersdorf, das Wort. Er theilte mit, daß er, nach dem Vorbilde der großen Versammlung deutscher Land- und Forstwirthe, einen Bauern⸗ Verein ge— gründet habe, der sich über ganz Mecklenburg erstrecke, daß dieser Verein sehr zahlreich besucht werde und schon die, herr⸗ lichsten Früchte getragen habe. Ex gedachte mit. Rührung, des verstorbenen Großherzogs, der, ein Vater seines Volkes, die⸗ sen Verein kräftig unterstützt, habe, und daß auch der jetzt regierende Großherzog, die hohe Wichtigkeit dieser Association anerkennend, diese Unterstützung fortgewähre. Er ersuchte die Versammelten, in Zukunft aus allen Ländern deutscher Zunge bäuerliche Abgeordnete zu der Bauern Zusammenkunft in Mecklenburg zu senden, indem daraus eben so gro ßer Segen hervorgehen werde wie aus den Versammlungen deutscher Land- und Forstwirthe. Hierauf betrat Geheimer Ober Regierungs⸗Rath Lette aus Berlin die Rednerbühne. In trefflicher Rede wies er nach, daß, wenn Bauern-Vereine wirklich den Segen bringen sollten, den sie allerdings bringen könnten, die Regierung nicht als gesetzgebende und polizeiliche Behörde sich in die Angelegenheiten der bäuerlichen Ver eine mischen dürfe, daß in dieser Beziehung jeder amtliche Charakter. bei Seite gesetzt werden müsse und eben so jeder Standesunterschied. Ueberhaupk müßte, um gegen den Pauperismus anzustreben, diesen mit der Zeit ganz zu vertilgen, mit allen Kräften dahin gestrebt werden, den Bauer heranzubilden, ihn hauptsächlich in geistiger Beziehung zu einem neuen Menschen zu machen; denn wenn Dies erreicht sei, dann werde auch das materielle Wohl nicht außenbleiben, dann werde auch zwischen den Begüterten, ob Nitterguts⸗ oder Bauergutsbesitz ern, kein Rangunterschied mehr stattfinden; sie würden sich alle zu dem einen schönen Zwecke vereinigen: das Wohl des Staates zu befördern. v. Breitenbauch berichtet hierauf über den von ihm gegründeten Bauern⸗ Verein und bemerkt, wie es ganz besonders nothwendig sei, von den Vereinen der vornehmeren Klasse der Landwirthe abgesondert besondere bäuerliche Vereine zu gründen, ba der Bauer noch nicht auf der Stufe der Bildung stehe, um an den Versammlungen der vornehmeren Klasse
schließliche Vorschlag des Ausschusses in der Versammlung kejn Widerspruch. (Shin .
Berlin, 10 Septbr. Die heute eingegangene Elberfeld 4 bringt den vollständigen Bericht über die vier 1 for zigste Pienarsitzung des rheinischen Landtages vom 19. Juli. Die Berathungen über bas Gesetz in Bezug auf die Benutzung der Pri⸗
vatflüsse wurde zu Ende geführt. Darauf kamen eine Angelegenheit
der Landwirthe Theil zu nehmen. Dies wird jedoch vielfach bestritten. Namentlich erhebt sich Graf Reventlow aus dem holsteinischen, wel- cher nachwies, daß im Holsteinischen in dieser Beziehung kein Unter- 6 stattfinde, daß alle bestehenden landwirthschaftlichen Vereine auch en Vauern offen ständen und daß diese auch an diesen Vereinen zahlreich Theil nähmen. Es müsse auch das Augenmerk der Land⸗ wirthe darauf gerichtet sein, jede Scheidewand, die bisher noch den
Sach sen. Dresden, 7. Sept. (8. 3.) Se. Königl. Hoheit
und Maschinen und von Kunst- und Industrie⸗-Gegenständein. Die Ausstellung von Woll Proben war sehr ansehnlich, indem deren aus allen Ländern Europa's zur Stelle waren. Von den Produkten des Feld- und Gartenbaues, für die auch einige Preise ausgesetzt waren, erregten besondere Aufmerksamkeit die zahlreichen und schönen Obst⸗ und Gemüsesorten und die prachtvollen Georginen. Landwirthschaft liche Geräthe und Maschinen waren in großer Auswahl und Anzahl ausgestellt. Namentlich waren auch alle im Altenburgischen gebräuch⸗ liche Acker-, Garten-, Fahr- und Hausgeräthe zur Stelle. Für die besten landwirthschaftlichen Geräthe waren vier Preise ausgesetzt. Die ausgestellten Kunst-, Industrie⸗ und Gewerbsgegenstände zählen 656 Nummern. Besonderes Interesse gewährten Zeuge aus Alpaeca wolle und den Nadeln der Schwarzholzbäume Waldwolle). Die Zahl der anwesenden Mitglieder beläuft sich auf 884.
Holstein. Altong, 8. Sept. (A. M.) Dem Vernehmen nach haben sowehl Se. Majestät der König von Dänemark, als Se.
Majestät der König von Hannover dem holstein-lauenburgischen Kon
das an der Concentration des 10ten deutschen Bundes- Ar mer. Eorps bei Lüneburg theilnimmt, für die Korrespondenz mit der Heimat Porto-Freiheit ertheilt, welche sich sowohl auf die Ofsiziere als auf die Gemeinen erstrecken soll.
h tingent,
Freie Städte. * Frankfurt a. M., 7. Sept. Se. Kaiserl. Hoheit der Erzherzog Albrecht traf heute, zunächst von den Höchstihm verwandten Herzogl. nassauischen Hofe hier ein und nahm alsbald die Aufwartung des diplomatischen Corps an. ;
Ihre Kaiserl. Hoheit die Frau Großfürstin Helene von Rußland war mit Höchstihren Großfürstinnen Töchtern, begleitet von Sr. Durchlaucht dem Herzoge von Nassau, heute hier auwesend. Se. Durchlaucht der Prinz Friedrich zu Hessen ist von Petersburg auf dent nahen Schloffe Rumpenheim eingetroffen.
Das Tagesgespräch bilbet heute die vorgestern in Karlsruhe von einem Volkshaufen erfolgte theilweise Demolirung deß von Ha berschen Hauses. Karlsruher Briefe behaupten, daß die bewaffnete Macht erst zum Einschreiten erschienen sei, nachdem der Skandal schon längere Zeit gedauert hatte. Herr Moritz von Haber flüchtete unter den unmittelbaren Schutz der Polizei.
Frankreich.
Paris, 5. Septbr. Wir erhalten folgende Nachrichten aus Eu vom Iten d.: „Heute früh um 8 Uhr, machten die Königin Victoria und der Prinz Albrecht einen Spatziergang in dem Park. Sie begaben sich nach dem Pavillon-Montpensier, von wo sie auf der Rhede von Treport das englische Geschwader erblickten, das sie bis Cherbourg begleitet, und sich während der Nacht mit der könig— lichen Nacht wieder vereinigt hatte. — Nachmittags machten Ihre Majestäten eine Ausfahrt; die Königin Victoria saß neben dem Ke nige; Prinz Albrecht und die Herzoge von Aumale und von Mont pensier begleiteten den Zug zu Pferde, Um 5 Uhr, kehrte man nach dem Schlosse zurück. Ueberall drängte sich eine zahlreiche Volksmenge in die Nähe der Königlichen Wagen und die Königin von England erhielt die unzweideutigsten Beweise der Hochachtung und der Bewunderung, welche diese erhabene Freundin unseres Königs allen Franzosen unwillkürlich einflößt. Um Uhr war großes Diner im Schlosse, zu dem der Präfekt des De partements, die Befehlshaber der nach Eu kommandirten Truppen, die Obersten der National-Garde, so wie die Ober-Offiziere der vor Treport stationirten französischen Escadre, eingeladen waren. Nach dem Diner zogen sich Ihre Majestäten in die Familiengemächer zurück, wo sie sich noch einige Zeit mit den Gästen unterhielten. Die Kö nigin Victoria erblickte unter den Auwesenden den Grafen Chabot, gegenwärtig Geschäftsträger am londoner Hofe, und richtete einige freundliche Worte an ihn. Jemand erinnerte bei dieser Gelegenheit daran, daß bei der berühmten Zusammenkunft im goldenen Lager (Camp du Draßß d'Or der König von England dem Kö nige von Frankreich die beiden Hofherren vorstellte, die er am meisten schätzte, nämlich die Herzoge, von Suffolk. und von Norfolk, daß Franz J. dagegen dem Könige Heinrich VIII. vorzugs weise den Connetable von Montmorency, und den Admiral von Chabot empfahl. Dieser Letztere begleitete darauf den König von England als Gesandten. Es ist allerdings merkwürdig, daß ein Abkömmling dieses Admirals gerade zu einer Zeit die Stelle eines Geschäftsträgers in London bekleidet, wo eine neue, denkwürdige Zusammenkunft zwischen den Souverainen beider Länder stattfindet.
Gestern wohnte die Königin von England einem Gottesdienste bei, welcher in einem eigends zu dieser Ceremonie im Schlosse her gerichteten Betzimmer stattfand. Ihre Majestät wird bis zum Donnerstag Morgen in Eu verweilen, sie wird an demselben Tage Nachmittags in Brighton erwartet. ; P .
Es heißt, daß gestern in dem Schlosse von Eu ein Minister Conseil stattfand, dem auch der König, der Prinz von Joinville, der Herzog von Aumale, so wie die Lords Aberdeen und Liverpool bei= wohnten. Nach dieser Konferenz verbreitete sich auf eine ziemlich sichere Weise das Gerücht, die Königin von England werde nicht, wie man gehofft hatte, nach Paris und Versailles gehen. (Vergl. unten Brief aus Paris.) J
Treport, welchem jetzt die Ehre eines Königlichen Besuches widerfährt, war der ulterior Eortus, d, h. der am weitesten vor⸗ gerückte Hafen der Römer. Seine Bevölkerung bestand stets aus den gewandtesten Seeleuten. Der Ursprung des Schlosses Eu steigt bis Über das zehnte Jahrhundert hinauf. Es hatte schon eine ge raume Zeit der Familie Lusignan gehört, ehe es an, die Guisen kam. Diesen Letzteren siel es durch eine Heirath zu, die Katharine von Kleve mit Heinrich von Guise le Balafre schloß. Während der acht⸗ zehnjährigen Ehe dieser Fürstin und während ihres langen Wittwen⸗ standes, der fuͤnfundvierzig Jahre dauerte, ward das gegenwärtige Schloß gebaut. Die Arbeiten begannen im Jahre 1578. Der Tod Heinrich's von Guise und unsere Religionskriege waren der Ausfüh— rung sehr hinderlich. Paris machte unseren Verlegenheiten ein Ende; die Wittwe des ermordeten Prinzen nahm aüfs neue ihre Residenz in dem Schlosse von Eu und vollendete es. Es vererbte in der Familie' der Guisen bis zum Jahre 1662 fort. Dann kaufte
Woll, hroben, Pradn ten . el, nn Gartenbanies, Acker geräten . den Bedürfnissen der Gegenwart gemäß angepaßt werden sollte.
Man stellte daselbst die Bildnisse aller Fürsten aus den ,, Bourbon und Lothringen auf. Die Königin Victoria kann unter ö. Zahl dieser Letzteren diejenige berühmte Fürstin auffinden ö. ie ihr auf Thr voranaing, Elisabeth. Dort finden sich Franz
auf dem Throne voranging, sabeth. er gj ? von Guise, der mit einem Hunde zu seinen Füßen abgebi det ist und der Kardinal von Lothringen, der so mächtig in Staats Angele⸗ genheiten, und namentlich in denen der Kirche war, daß man ihn in Italien den kleinen Papst nannte; Jo wie ihre Schwester, Marie von Lothringen, die Jakob V., König von Schottland, heirathete und die Mutter ber Maria Stuart war. Zu diesen Bildnissen der Lothringischen Fürsten fügte man diejenigen, welche Mademoiselle don Montpensier ge⸗ sammelt hatte, man wählte daraus die berühmtesten ihrer Zeitgenossen. Die Sammlung, in chronologischer Ordnung aufgestellt, ist, so zu sagen die reichste Zierde des Schlosses. Aber es besitzt auch noch andere Vorzüge, die es seiner glücklichen Laie verdankt. Der Wald von Eu hat fast nur hundertjährige Bäume; der Fluß Bresle, welcher am Fuße des Parks hinläuft, tränkt sie, Von einem der in diesem Park stehenden Pavillons, den Mademoiselle de Montpensier erbaute, erblickl man das Meer. Man zweifelt nicht, es einst, durch geschickt geleitete Arbeiten, bis zum Fuß des Schlosses zu führen. Gegen⸗ wärtig hat Eu 69) fürstliche Gemächer, 250 Zimmer für das Gefolge, Stallung für 1309 Pferde und Remisen für 6 Wagen. Man urtheile danach von allen Räumlichkeiten, die man improvisiren mußte, um' die erhabenen Gäste und ihre liebenswürdige Souverainin zu empfangen.
m Paris, 5. Sept. Gestern Abends ist ein Courier aus Eu hier eingetroffen, welcher den Befehl überbracht., daß alle Vorberei⸗ lungen zum Empfang der Königin Victoria in Neuilly und Versailles eingestellt werden sollen. Da man mit Gewißheit auf die Ankunft der Königin von England in Paris rechnete, so wurde deren Aus⸗ bleiben schnell dazu benutzt, um allerhand lächerliche Gerüchte in die Welt zu schicken, welche nicht verfehlten, auf der heutigen Börse ein wenig die öffentlichen Fonds herabzudrücken. Man sagte unter Ande⸗ rem, daß Lord Aberdeen sich geweigert hätte, den Ausflug der Königin Victoria nach Paris unter seine ministerielle Verantwortlichkeit zu nehmen. Andererseits schrieb man das Ausbleiben der Königin den Vorstel lungen des diplomatischen Corps bei, welches den Besuch in Eu nicht gern sehen soll u. s. w. Ich erwähne hier besonders des letzteren Gerüchts, weil dasselbe mit einer gewissen Affectation von mehreren Korrespondenten englischer Blätter wiederholt wurde, und wir darauf rechnen können, in wenigen Tagen, sei es im Morning Chro⸗ niele oder Morning Herald, darüber ein Langes und Breites zu lesen.
Schon in meinem gestrigen Berichte machte ich Sie darauf auf⸗ merksam, wie die Königin Victoria geflissentlich ihrer Reise nach Frankreich jeden Schein einer politischen Bedeutung benehmen möchte. Hierin liegt der Hauptbeweggrund, wodurch sie sich veranlaßt fand, die französische Hauptstadt, den Sitz der Regierung, nicht zu berühren. So lange die Königin Victoria nur in Eu, dem Privat- Eigenthume der Familie Orleans, weilt, hat ihre Reise blos den Charakter eines freundschaftlichen Besuches. So bald sie aber nach Paris kommen wollte, so wäre sie, ungeachtet ihres Inkognito, genöthigt, die Auf⸗ wartung des diplomatischen Corps anzunehmen, besonders nachdem sie bei ihrer Landung in Treport mit allen einem gekrönten Haupte gebührenden Ehrenbezeigungen empfangen wurde. Die bloße Auf wartung des diplomatischen Corps würde dann ihrer Reise jene offi⸗ zielle Bedeutung verleihen, deren sie bisher entbehrt, und welche die Königin Victoria augenscheinlich zu vermeiden wünscht. Aus dem nämlichen Grunde hat die Königin ungeachtet der dringen⸗ den Vorstellungen unseres Hofes sich nicht bewegen lassen, länger als fünf Tage in Eu zu bleiben. Ihre Abreise ist auf, übermorgen ( 7ten . M. festgesetzt. Ihre Majestät wird direkt nach Brighton sich einschiffen.
Rach dem Wunsche der Königin Victoria hat unser Hof die Etikette, die anfangs in Eu nicht ohne Absicht herrschte, verbannt. Alle unsere Prinzen sind, gleich dem Prinzen Albrecht, in Civil ge⸗ kleidet. Bei den Ausfahrten sind nur die Adjutanten und Ordon— nanz-Offiziere des Königs und der Prinzen in Uniform, alle übrigen Personen, wie Lord Aberdeen, Herr Guizot, Graf St. Aulaire, Lord Cowley u. s. w., erscheinen in einfachem schwarzem Frack, doch legen sie zur Königlichen Tafel ihre Uniform an. Der erste Tag, nämlich Sonntag, ging ganz geräuschlos vorüber, da nach dem angli kanischen Ritus am Tage des Herrn höchstens eine Spazier⸗ fahrt als Erholung gestattet wird. Königin Victoria besuchte an je⸗ nein Tage zuerst die Königin und dann die Herzogin von Orleans, mit der sie über eine Stunde sich unterhielt. Da, die Herzogin von Orleans zum Andenken an ihren Gemahl immer in Trauer gekleidet sein will, so behielt sie die Trauerkleidung auch jetzt bei, welche, wie ein Augenzeuge mich versicherte, unter so vielen glänzenden Toiletten einen besonders wehmüthigen Eindruck auf alle Anwesenden machte.
Gestern wurde nach dem Dejeuner in Eu eine Lustpartie in dem Park arrangirt, wobei ein in England sehr beliebtes Gesellschaftsspiel im Freien veranstaltet wurde. Abends führten die Sänger unserer Opera -comique das bekannte Stück: Jean de Paris auf. Heute wird nach dem großen Diner ein Konzert statt⸗ sinden, wobei Herr Auber, Kapellmeister des Königs, das Orchester leiten wird. Die Festlichkeiten werden morgen Abends (6. Sept.) mit einer Vorstellung des Vaudeville's beschlossen werden.
Die Königin und Prinz Albrecht werden übermorgen zwischen 10 und 11 Uhr von Eu aufbrechen. Die Königin der zosen und die Prinzessinnen werden das Königliche Paar bis zum Landungsplatze von Treport begleiten. Der König und die Prinzen werden nicht nur der Königin Victoria bis zur britischen Yacht das Geleit geben, sondern mit der französi chen Flottille eine Strecke in die See hinausfahren, bis wohin das .
nannte Territorial⸗Meer (Schußweite der Kanonen vom Gestade aus)
sich ausdehnt. Man spricht von zahlreichen Ordens⸗Verleihungen un⸗ ter dem Gefolge der britischen Monarchin. Prinz . Aberdeen und Lord Clarendon sollen mit dem Großkreuz der Ehren⸗ Legion dekorirt werden, die übrige Suite soll in Verhältniß zu ihrem Rang die verschiedenen Grade der Ehren-Legion erhalten. Man glaubt, daß, die Königin von England ihrerseits unseren Prinzen und Herrn Guizot einen oder den anderen ihrer Hausorden verleihen werde.
Fran ⸗
eintröffen, wo gegenwärtig die beiden Königlichen Kinder verweilen. „Die jugendliche Königin Victoria schreibt der Spectator, „begleitet von ihrem treuen ritterlichen Ehegemahl Albrecht, hat ihr gutes Schloß auf der „Windsor⸗Insel“, wie es immer in den Ritter⸗ iomanen' heißt, verlassen und ist auf Abenteurer ausgezogen. Eine angenehme Ungewißheit verleiht den täglichen Erzählungen von den Bewegungen der erhabenen Dame Interesse. Im vergangenen Jahre war ihre Reiseroute in Schottland schon im voraus bekannt, und die Berichte erzählten uns nun das, was Jedermann schon wußte; jetzt aber konnte selbst die betriebsamste Neugierde, nicht im voraus die nächste Bewegung der Wanderer auf der Jacht aussindig machen. Alle Welt war gespannt, ob die Königin und ihr Gemahl wirklich eine Ueberfahrt nach Frankreich macheu und den Besuch der Söhne Ludwig Philipp's in einer Art vergelten würden. „Kann sie gehen“, fragte der Eine, „ohne Erlaubniß des Parlaments oder des Geheimen Raths?“, fragte ber Andere. Natürlich, wenn sie geht, so kann sie gehen. Auch sehen wir nicht ein, warum die Königin nicht dahin gehen kann.
das Vereinigte Königreich verlassen haben, seit Jakob's II. Flucht zu einer Abdankung gömacht wurde, sind der. Feldzug Georg's II. in Deutschland und Georg's IV. Krönungsreise nach Hannover; und beides fand während der Parlaments Ferien statt. Ein Abstecher nach Eu ist sicherlich nicht von solcher Bedeutung als ein Aufenthalt in St. Germain, und die allererwartungsvollsten noch lebenden Ja
fobiten oder die allerehrgeizigsten Plantagenets werden kaum auf die Abwesenheit der Königin Victorig in Frankreich ihre Hoffnungen gründen. Laßt uns darum getrost sein, daß kein Erbfolgekrieg bis dahin, daß sie wieder unter uns ist, entstehen wird. — Es herrscht ein auffallender Kontrast zwischen den Gesichtspunkten, aus welchen die beiden Länder diese Zusammenkunft ansehen. In England herrscht gewiß darüber nur ein Gefühl, das einer gern empfundenen Neugierde; ein Interesse, das man gewöhnlich an dem Thun Königlicher Personen nimmt, und ein Vergnügen über eine Zusammenkunft, welche die freundschaft⸗ lichen Gesinnungen beider Regierungen zu bestärken und den Frieden, den beide Länder jetzt haben, zu verlängern verspricht. Unsere Nachbaren haben hierin einen weiter schauenden Blick, der eine Menge Dinge sieht, die der thatsächliche John Bull ganz vergessen hat; sie erheben ein „Hütet Euch“, gegen die Zumuthung, daß man sie von der mili⸗ tairischen Thätigkeit ausschließen möchte, denn sie verlieren niemals den Krieg aus dem Gesichte; sie erblicken darin gewisse „sich an wichtige Interessen knüpfende Motive“ der britischen Minister, denn sie können nicht begreifen, wie die Vergnügungen einer jungen Fürstin andere als politische Zwecke haben können; sie stählen sich gegen den Ein⸗ druck, den Victoria's freundlicher Blick auf sie machen könnte, und rufen sich ins Gedächtniß, daß gleich darauf, als Heinrich VIII. den König Franz J. im Lager zum goldnen Ring umarmt hatte, der britische Monarch an Frankreich, damals in Händel mit dem Kaiser verwickelt, den Krieg erklärte. So argwöhnt, bei aller seiner Galanterie, das Volk mit der starken Einbildungskraft, daß die erste, der englischen Fraun im 19. Jahrhundert etwas mit dem britischen Blaubart gemein habe. Indessen urtheilen doch nicht alle Pariser Politiker in solcher Weise über den bevorstehenden Austausch freundschaftlicher Gesinnungen.“
O London, 4. Sept. Der gute Empfang, welchen unsere geliebte Monarchin in Frankreich gefunden, versetzt unser Publikum in den trefflichsten Humor, welcher noch durch das ungemein heitere, warme Wetter und die Nachrichten von einer guten Aerndte sowohl, als von der fast täglichen Zunahme der Thätigkeit in den Fabrik⸗ Gegenden und Häfen bedeutend vermehrt wird. Was kann auch er⸗ freulicher sein, als Frieden nach außen und Wohlstand im Innern. Indessen bleibt noch Vieles zu überwinden. Eine große Menge der beschäftigten Arbeiter ernähren sich und die Ihrigen immerfort nur höchst ärnilich, und die auflösende Unwissenheit unter den Massen nimmt noch immer eher zu als ab. Besonders leiden die Arbeiter auf dem Lande, welche immer am meisten darunter leiden, so oft die Produkte fallen, und durch die Schmälerung des Taglohns weit mehr verlieren, als die niedrigeren Preise anderen Klassen nutzen. Auch fängt in Wales diese Klasse jetzt an, wie die Pächtern, nächtliche Versammlun— gen zu halten, wo sie gegen diese eben so heftige Klagen führen sollen, als diefelben gegen ihre Gutsherren u. s. w. zu führen pfle⸗ gen. Wahrscheinlich werden sie auch zu ähnlichen gewaltsamen Mit— feln zur Abstellung ihrer Beschwerden greifen, da es jenen damit so gut gelungen, wie denn überhaupt in dem Fürstenthume (das man dor ein paar Tagen beruhigt glaubte) sich ein höchst gefähr⸗ licher Geist der Auflösung zeigt. Der Unsturz von Zoll⸗ häusern ist noch öfter von Gewaltthätigkeiten gegen Personen begleitet wie sonst, und die übrigen Angriffe, auf Menschen und Eigenthum nehmen täglich zu. Vas beste Heilmittel sind für die öffentlichen Versammlungen, welche seit Kurzem so oft statt ge⸗ funden haben. Dergleichen sieht man bei uns allzeit als die Sicher heitsklappen an, wodurch der angehäufte Dampf sich Luft macht. Sachkenner meinen daher, daß alles zusammen jetzt zum Guten wirkt, und so trübe es auch für den Augenblick aussieht, die Krise erreicht sei, nach welcher sich die Dinge zum Besseren wenden werden.
Von Irland sind die Nachrichten un vieles beruhigender. Von vielen Seilen hört man jetzt, O'Connell suche den Rückzug. Alles was er über die Königliche Verdammung seiner Aufregung und dem anausgesprochenen Entschluß der Monarchin, die Union zu behaupten, 4 ausgesprochen, war höchst zahm. Auch, erklärte er, daß er bestimmt wisse, daß während seiner Lebenszeit, keine gewaltsamen Mittel gLebraucht werden würden, um die Auflösung derselben zu, erlangen; obwohl man nicht wissen könne, was nach seinem Tode das Volk in der Ver⸗ zweiflung thun könne. Da er aber selbst erklärt hat, daß er noch lange zu leben gedenke, so dürfte er es wohl rathsam sinden, die Aufregung auf einige Jahre zu verschieben. Denn die Aufregung, wie mau von allen Seiten ein⸗ räumt, schadet dem materiellen Wohlstande des Landes, und es ist nun
offenbar, daß Großbritanien in Güte nicht nachgeben wird. In dieser Be ziehung haben die zu Belfast versammelten Edelleute und Herren denn auch fehr vernünftig gehandelt, indem 6 der Berufung der Protestanten von Ülster zu einer allgemeinen Versammlung gegen die Auf lösung der Union entsagt haben. Denn eine solche würde die sich erschöpfenden Leidenschaften der Katholiken aufs neue entflammt und die Nation in
rung zu tadeln.
! Aahin, teäürlich bei. Die einzigen Beispiele, deren wir uns erinnern, daß britische Könige
und eine Aussicht auf den Wohlstand des Landes eröffnet, welche manche, die sich bisher blindlings einem unfruchtbaren politischen Streben hin⸗ gegeben, anziehene dürfte. Unter Anderem wurde auf das schnelle Wiederaufblühen der Leinwand-Fabriken zu Belfast und den großen Verbrauch von Flachs in denselben aufmerksam gemacht, und anf Verbesserungen im Ackerbau hingedeutet, wodurch all das hier ge⸗ brauchte rohe Material im Lande selbst erzielt werden könnte. ĩ
Inzwischen aber haben die Zeitungen einen neuen Gegenstand gefunden, um die Gemüther zu entflammen, oder doch die Regie⸗ ; Denn diese hat so eben zu einer unter dem Advo⸗ katenstande erledigten Ehrenstelle (Sergeantry) einen Katholiken er⸗ nannt, der natürlich kein Repealer ist. Nun schreien die Protestan⸗ ten dagegen, daß man die würdigen Männer aus ih rer Partei übergangen. Die Repealers spötteln, daß der Gewählte ein unbe⸗ deutender Mensch sei, den man nur gewählt habe, um den Katholi⸗ ken ein Kompliment zu machen; und diesen stimmen die Whigs na⸗ Ist nun aber der Mann wirklich so unbedeutend, als man ihn schildert, so zeigt es um so mehr, wie schwer der, Stand der Regierung ist, da sie in dem so sehr katholischen Lande unter den Rechtsgelehrten dieses Glaubens nicht einen tüchtigen Mann von gemäßigter Politik finden konnte, obgleich sie doch durch die häufigere Erhebung von Katholiken zu Aemtern und Würden diesen so großen Theil der Nation mit der britischen Herrschaft auszusöhnen wünscht.
In Bezug auf Esparters und das Verfahren des hiesigen Stadt⸗ Rathes verweise ich Sie auf einen Artikel in der gestrigen Times, da solcher durchaus die Gesinnung aller vernünftigen Engländer aus⸗ spricht. (Wird morgen von uns berührt werden.)
Spanien.
Paris, 5. Sept. Telegraphische Depesche aus Spanien.
Bayonne, 4. Sept. Herr Aston, bevollmächtigter Minister Englands, hat am 28. August den Minister der auswärtigen Ange⸗ legenheiten in einer Audienz, welche er bei demselben nachsuchte, au⸗ gezeigt, daß seine Regierung die provisorische Regierung E' zu Madrid) anerkenne und die Verhältnisse freundschaftlichen Einverständnisses, welche bis daher zwischen den beiden Ländern ge⸗ herrscht haben, gleichmäßig wie zuvor forthestehen werden. Diese Nachricht ist am 31. August in die offizielle Gaceta eingerückt worden.
3 Madrid, 29. Aug. Die Gleichgültigkeit, mit welcher die neue Regierung den Umtrieben ihrer Feinde zusieht, hat diese zu dem Entschluß veranlaßt, mit einem Versuche, ihre Kräfte mit jener zu messen, hervorzutreten. In der vorgestrigen Nacht vom 27sten hatten die Verschwornen sich an verschiedenen Punkten versammelt, und Tam⸗ bours der aufgelösten National⸗Miliz beauftragt, auf ein ihnen zu gebendes Zeichen Generalmarsch zu schlagen, worauf denn die große
Anzahl von Milizen, welche die Waffen nicht abgegeben hat, zusam⸗
mentreten, und den General-Capitain Narvaez in seiner Wohnung
überfallen und ermorden sollte. Die Verschwornen, welche auf Mit⸗
wirkung eines Theils der Besatzung gerechnet zu haben scheinen, be⸗
absichtigten, sobald sie Herren der Hauptstadt geworden wären, eine
dreifache, aus dem General San Miguel, Arguhllles und einer ande⸗
ren Person bestehende Regentschaft einzusetzen, die das Land während
der von ihnen ausgesprochenen Erledigung des Thrones zu regieren hätte.
Allein die Behörden waren von Allem unterrichtet, und als die Tam⸗
bours der National-Miliz sich auf den ihnen bezeichneten Punkt begaben,
wurden sie verhaftet. Der General Narvaez ließ mitten in der Nacht,
ohne Generalmarsch schlagen zu lassen, alle Offiziere der Besatzung
in die Kasernen rufen und verfügte sich persönlich in die des Regi⸗
ments „la Princesa“, dessen Soldaten er anredete und in der besten
Stimmung fand. Die Infanterie, und Kavallerie rückte darauf aus
und stellte sich bis Tagesanbruch in den Hauptstraßen, die Artillerie
im Prado auf. Diese ganze Bewegung ging mit solcher Ruhe vor
sich, daß die meisten Einwohner Madrids eist gestern erfuhren, welche
Gefahr durch die Umsicht des Generals Narvaez von ihnen abge⸗
wendet worden war. Da man sehr wohl wußte, daß eine große
Anzahl derjenigen Generale, welche zu den eifrigsten Anhängern der
Ayacuchos gehörten, sich hier zu dem Behuf aufhält, um gegen die neue Ordnung der Dinge zu konspiriren, wie sie selbst diesen Zweck im Espectädor laut verkünden, so befahl der Kriegs Minister daß alle Generale und Offiziere, die nicht zu der hiesigen Besatzung gehörten, die Hauptstadt sofort verlassen, und sich an bestimmte, ihnen angegebene Punkte begeben sollten. Grade die Hauptverschwornen, nämlich die Generale Rodil, San Miguel, Rodriguez Vera, Aristi= zabal, Minnisir, Capaz und der Oberst Lujan, die mit dem Beispiel der Subordination vorangehen sollten, leisteten jenem Befehl keinen Gehorsam, und erhielten deshalb die geschärfte Verfügung, die Haupt- stadt zu verlassen. Dies veranlaßte den EspectKador gestern zu folgenden Worten: „Die despotische Reaction, welche die Handlungen jener Macht, die sich selbst Regierung nennt, und die man richtiger einen Divan nennen sollte, bezeichnet, hat ihre tyrannische Wirksam⸗ keit in den schauderhaftesten Formen entfaltet. Die bisher durch eine Constitution und gegebene Gesetze regierte Nation ist jetzt das Schlacht- opfer einer N Gewalt, welche selbst die Gegenden des Orients mit Entsetzen erfüllen würde. . . . Sogar der Freiheit des Gedankens muß man entsagen.“ Der Umstand, daß dergleichen De—⸗ clamationen hier gedruckt werden dürfen, widerlegt am besten die in ihnen enthaltene Behauptung.
Die Junta von Barcelona hat sich endlich am 23sten aufgelöst, nicht sowohl in Folge der Haltung, welche die Regierung entwickelt, sondern weil die Einwohner von ganz Catalonien sich erboten, gegen jene Stadt zu marschiren, um die Handvoll Abenteurer, unter deren Despotismus sie seufzen, zu Paaren zu treiben. Der Gedanke, bei nächster Gelegenheit mit neuen anarchischen Projekten hervorzutreten, ist damit nicht aufgegeben. In Saragossa beharrt man fortwährend auf Einberufung der Central⸗Junta, und der neue General Capitaim von Ärragonien, Lopez Basios, legte sein Amt nieder, weil tige Junta sich weigerte, ihm zu gehorchen. :
Der englische Gesandte hat dem mn , wärtigen Angelegenheiten ein reiben in weichem Son Seiten des englischen drückt wird, daß das gute Ein verstün
Gg ***