1843 / 73 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Der vorletzte Redner äußert; Er habe nur seine Ansicht, wie sie sich durch die e, bes ihm gebildet habe, freimüthig aussprechen wollen.

Der Herr Landtags-Marschall: Ein solches Verfahren würde in der Ordnung sein, wenn die Versammlung eine gesezgebende wäre, welche den setzten Ausspruch zu thun ätte, und wenn das Gesetz in der durch die De⸗ batte festgestellten Form eingeführt werden müßte. Allein die Provinzial= Landtage geben ein bloßes Gutachten ab, und. Se. Majestät der Konig entscheide, ob die Gründe der Majorität oder die der Minorität mehr be⸗ rüchsichtigt werden sollen.

Ein Abgeordneter der Landgemeinden sagt: Es sei ihm wohl bekannt, daß der Provinzial Landtag nur eine berathende Stimme habez allein es sei die Absicht Sr. Majestät des Königs, die Meinung der Stände zu ver— nehmen und demnächst Allerhöchste Enischeidung zu treffen.

Ein Abgeordneter der Städte; Die Behauptung, daß die gestrige Abstimmung mit der nun begehrten identisch sei, beruhe auf einem Irrthum. Auf den Vorschlag in dem ersten Paragraphen des Gesetzes, die Aufrecht⸗ erhaltung der Art. 641 u. f. des B. G. B. ausdrücklich auszusprechen, habe der Referent entgegnet, dies sei nicht nöthig, weil das neue Gesetz alles in jenen Art, Gesagte ebenfalls enthalte. Es sei daher leicht möglich, daß manche Mitglieder der Versammlung jenen Vorschlag für überflüssig gehalten, weil sse der Versicherung des Referenten Glauben beimaßen. Die wahre Ansicht der Versammlnng werde sich klar herausstellen, wenn eine nochmalige Abstimmung über das Gesetz im Ganzen stattfinde. Diese könne nicht verweigert werden, weil gerade bei dieser Proposition eine gründliche Erörterung durch die Denkschrift selbst dem Landtage zur beson⸗ deren Pflicht gemacht sei, und weil noch nicht feststehe, ob das neue Gesetz mit den vom Ausschuß vorgeschlagenen und von der Versammlung ange— nommenen Modiftcationen für wünschenswerth erachtet werde.

Der Referent: Die Bemerkung des vorigen Redners sei auf einem Irrthum basirt, mit dessen Aufdeckung sie in sich zusammenfalle. Derselbe habe seine, des Referenten Worte sehr unvollständig citirt. Es sei vielmehr gesagt worden: der Vorschlag in dem ersten Paragraphen des Gesetzes, die

Aufrechthaltung der Artifel 641 u. folg. des B. G. B. ausdrücklich auszu⸗ sprechen, werde einestheils überflüssig en, insofern die allegirten Artikel des B. G. B. in dem neuen ebenfalls enthalten seien, anderentheils aber werde er in Widerspruch mit den in diesem Gesetz enthaltenen Modificationen jener Artikel stehen.

Ein Abgeordneter der Städte erwiedert; Die angeführten Worte seien wirklich so ausgesprochen worden, nur habe der Referent zuerst bestimmt 2 daß die Artikel 641 u. folg. in dem neuen Gesetze schon enthal— ten seien und erst später, nachdem er, der Redner, ihm entgegnet, daß als⸗ dann sein Vorschlag ungefährlich sei, jenen Nachsatz hinzugefügt.

Der Referent: Auch diese Anführung sei nicht richtig. Er habe jene Behauptung gar nicht und auch nicht im Anfange ausgesprochen, sondern nur bemerkt, daß das Gesetz grundsätzlich dieselben Bestimmungen wie jene Artikel enthalten.

Ein Abgeordneter der Ritterschaft protestirt gegen eine nochmalige Ab— stimmung des ganzen Gesetzes, indem es nicht in der Befugniß des Herrn Landtage Marschalls liege, auf schon abgestimmte Fragen zurückzukommen. Die Verhandlung müsse bei ihrem gestern gefaßten Beschlusse beharren, und en r if keiner neuen Abstimmung, um die Annahme des Gesetzes festzu—

ellen.

Ein Abgeordneler der Städte bemerkt: Es scheine Thatsache, daß auf eine fernere Abstimmung nicht eingegangen werden solle; nach seiner Ueber⸗ zeugung sei aber die Majorität der Versammlung gegen die Annahme des Gesetzes. Diese Bemerkung wird von sehr vielen Seiten unterstützt.

Ein anderer Abgeordneter sagt; Diese Diskussion könne nur dadurch zu Ende geführt werden, daß man über das ganze Gesetz abstimme. Gesetz⸗ Entwürfe werden in der Negel dem Landtage zur Berathung und Begut⸗ gichtung zugefertigt; hier aber sei ganz besonders verlangt worden, daß die Versammlung sich darüber ausspreche, ob und unter welchen Modificationen die Einführung des Gesetzes als ein Bedürfniß oder wünschenswerth er⸗ scheine. Vor der Berathung des Gesetzes selbst habe die Versammlung über diese Frage nicht urtheilen wollen; gegenwärtig aber sei sie im Stande, dies mit Umsicht und Gewissenhastigkeit zu thun.

Der Referent: Die Frage des Königlichen Propositions -Dekrets sei vollständig erledigt, sobald die einzelnen Modisicationen des Gesetzes bera— then und festgestellt seien.

Der Herr Landtags-Marschall: Um der bisherigen Dislussion ein Ziel zu setzen, bleibe nur übrig, darüber abstimmen zu lassen, ob jetzt noch die Frage gestellt werden solle: ob es ein Bedürfniß sei oder für wünschenswerth erachtet werde, daß ein den Gegenstand regulirendes Gesetz erlassen werde? Er müsse übrigens wiederholen, daß diese Frage gestern in Anregung hätte gebracht werden müssen, und daß die bisherige Diskussion nicht stattgefunden haben würde, wenn man es gestern, da es an der Zeit gewesen, nicht ver= säumt hätte, die Stellung dieser Frage zu beantragen. .

Nach einer kurzen Diskussion über die Fassung der Frage erklärt der Referent, daß nach seiner Erfahrung von sieben Landtagen der gegenwärtige Fall das erste Beispiel sei, daß man, nachdem ein Gesetz in allen Para graphen nach, dem Vorschlage des Ausschusses angenommen, auf einer noch⸗ maligen Abstimmung bestanden habe.

Ein Abgeordneler der Ritteischaft tritt dieser Erklärung bei.

Hierauf wird folgende Frage: „Ist die Versammlung der Ansicht, daß ein Bedürfniß zum Erlaß eines den Gegenstand regulirenden Gesetzes vor⸗ handen sei?“ zur Abstimmung gebracht und von 35 Stimmen bejaht, von 29 verneint.

Der Ausschuß war ferner der Ansicht, daß die zu dem Gesetze und namentlich zu den §§. 25, 36 und 37 beantragten Modificationen so we⸗ sentlich mit den in der Rhein- Provinz bestehenden gewerblichen Verhältnis⸗ sen und deren Erhaltung zusammenhängen, daß des Königs Majestät zu bitten sei, die Einführung dieses Gesetzes nichts anders, als mit den zu dem §§5. 25, 36 und 37 vorgeschlagenen Modificationen Allergnädigst be⸗ fehlen zu wollen.

Ein Abgeordneter der Ritterschast schließt sich mit dem ausgesprochenen Protest in Betreff der Annahme des Gefetzes, so wie es vorliegt, an, und wünscht gerade die Weglassung dieser Modificationen. Das Gesetz soll den Ackerbau? und die Wiefenkultur schützen; durch die Streichung der Nr. 4 des §. 25 sei aber nur für das Interesse der Gewerbtreibenden Sorge ge— tragen.

Ein Abgeordneter der Städte bemerkt:; Da der Neferent bei dem Vor⸗ trage des Reserats diesen Schluß⸗A1Antrag mit verlesen habe, so könne eine weitere Berathung und noch mehr eine Abstimmung darüber nicht mehr stattfinden.

Gegen diese Bemerkung, welche von vielen Seiten Unterstützung findet, wird eingewendet, daß über jeden einzelnen Antrag des Ausschusses beson— ders abgestimmt werden müsse.

Die Versammlung tritt hierauf dem vorigen Antrage des Ausschusses, so wie auch dem folgenden, bei, welcher dahin lautet: daß es des Königs Najesti gefallen wolle, zur Erzielung der Gleichförmigkeit in der ganzen

63 den vorgeschlagenen Modificasionen auch für diejenigen Theile der he ren , wo das Gesetz schon jetzt Anwendung finde, Gesetzkraft ver⸗ 56 9 . Der leßte Antrag des Ausschusses lautet: daß Se,

66 b . onig . werden möge, die beschleunigte Bearbeitung des

2 , utwässerungsgesetzes befehlen zu wollen, damit dasselbe auf 3 6 Provinzial Landlage zur Berathung kommen könne,

3. . 9. e. anderen Abgeordneten desselben Standes bemerkt

vird, eset alntrag schon durch die vorhergehenden Beschlüse erledigt

6 daß derselbe aber jedenfalls von dem Ausschusse nicht motivirt wor⸗

Der Neferent entgegnet, daß es sich hier j ;

Art, nämlich über die Entwässerung al gl edel nr cd ge a n, bei dem mangelhaften Justande der Entwässerun gs Anftalten und bei dem anerkannten Vedürfnisse einer gesetzlichen befferen Ordnung dieses Gegen— standes sehr wünschenswerth sei; daß es auch einer nellen ie Motivirung dieses Antrages nicht bedürfe, weil sich bereits der vorige Landtag ent' schleden dafür n,, Nach dieser Erörterung findet der schließliche Vorschlag des Ausschusses in der Versammlung keinen weiteren Widerspruch. (Schluß folgt.)

Berlin, 10 Septbr. Die heute eingegangene Elberfelder 3 u bringt den vollständigen Bericht über die vier und funf⸗ zigste Plenarsitzung des rheinischen Landtages vom 19. Juli. Die Berathungen über das Gesetz in Bezug auf die Benutzung der Pri⸗ vatflüsse wurde zu Ende geflihrt. Darauf kamen eine Angelegenheit

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der Provinzial⸗-Feuersozietät, mehrere Anträge in Bezug auf die Klassensteuer, ein Antrag in Bezug auf Neclamationen wegen einge⸗ zogener kirchlicher Privatstiftungen, ein Antrag in Betreff der höhe⸗ ren Bürgerschulen und verschiedene andere Anträge von weniger all⸗ gemeiner Erheblichkeit zur Erörterung und Beschlußnahme.

21 X Halberstadt, 8. Sept, Heute Mittag 2 Uhr kamen Se. Majestät der König von Sachsen, unter dem Namen eines Grafen von Hohenstein reisend, mit Gefolge von Goslar hier an und reisten, nachdem Allerhöchstdieselben den Dom besichtigt und im Héatel zum Prinzen Eugen ein Diner eingenommen, zu welchem der Herr Ober -Bürgermeister von Brünken die Ehre hatte, geladen zu werden, über Quedlinburg nach Leipzig und Dresden weiter. .

Aachen, 7. Sept. Heute Morgen ist Se. Majestät der Kö⸗ nig der Belgier, von Wiesbaden zurückkehrend, hier angekommen und ohne Aufenthalt nach Belgien weiter gereist.

Ausland. Deutsche Bundesstaaten.

Sach sen. Dresden, 7. Sept. E. 3.) Se. Königl, Hoheit Prinz Wilhelm von Preußen und Höchstdessen Frau Gemahlin sind gestern Abend hier angekommen und heute nach Fischbach abgereist. Se. Kaiserl. Hoheit der Erzherzog Stephan ist gestern Abend hier angelangt. ö .

Leipzig, 8. Sept. (E. Z.) Das dankbare Andenken unserer Stadt an die hohen Verdienste Sr. Excellenz des Herrn Staats Ministers von Lindenau wurde hier nicht nur bei dem Festmahle an dem Constitutionsfeste von hiesigen Behörden und von den Bürgern in Toasten gefeiert, sondern es wurde dasselbe auch dem hochverehrten Staatsmanne von der Stadt Leipzig durch eine Abschieds-Adresse bezeugt, die ihm durch eine von hier abgeschickte Deputation, weil sie den Herrn Minister in Dresden nicht mehr antraf, in Teplitz am 6ten d. überreicht worden ist.

Sach sen-Alten burg. Altenburg, 6. Seyt. (D. 1. 37 In der heutigen allgemeinen Versammlung der deutschen Land = und Forstwirthe wurden die Versammlungsorte für die nächstlünftigen Jahre resp. bestätigt und vorläufig erwählt. Für das Jahr 1841 ist München der Srt der Zusammenkunft. Zu Vorständen wurden ernannt Freiherr von Stichaner und Baron von Klosen. Jür das Jahr 1845 war die Wahl um deshalb sehr schwer, weil Verschiedene dazu ihr Land der Versammlung in begeisterter Rede empfahlen. Se Baron von Töröf aus Ungarn, welcher Grätz empfahl und die Bersammlung darauf aufmerksam machte, daß Steiermark der Wir= kungskreis des Erzherzogs Johann sei und daß dieser Prinz sehnlichst wünsche, die deutschen Land- und Forstwirthe in Grätz versammelt zu sehen. So der Graf Reventlow aus Schleswig- Holstein, der in ergreifenden Worten der Versammlung zurief: „Wenn auch hoch im Norden wohnend, sind wir doch echte Deutsche, erglühen wir in Liebe für unser geliebtes Vaterland, bei uns würden unsere deutschen Brüder eben die Liebe empfangen als in anderen Gegenden unsezes gemeinsamen Vaterlandes!“ Noch andere Länder wurden in Vorschlag gebracht, aber weder Grätz, noch Kiel, wurden für das Jahr, 1815 erwählt, sondern die Provinz Schlesien und darin die Stadt Liegnitz, da auf Schlesten das Absehen schon seit längerer Zeit gerichtet gewe⸗ sen und der Ober-Forstmeister von Pannewitz die Versammlung im Namen der Provinz herzlich einlud, Schlesien für 1845 zu erwählen, hinzufügend, daß der König bereits die nöthigen Geldmittel verwilligt, und die Regierung sowie auch die Behörden zu Liegnitz ihre Zustim⸗ mung erthellt hätten. Nachmittags wurden die ausgestellten Acker⸗ geräthe probirt. Hierauf verfügten sich die fremden Mitglieder der Versammlung auf das Herzogl. Residenzschloß, wohin sie zu einer Vorstellung bei dem Prinzen Georg eingeladen waren.

Altenburg, 7. Sept. (D. A. 3. Die, heutige allgemeine Versammlung der deutschen Land- und Forstwirthe war unstreitig eine der interessantesten. Es wurde nämlich die Frage verhandelt: „Worin hat sich die Wirksamkeit der landwirthschaftlichen Vereine bis jetzt am erfolgreichsten bei dem Betriebe, der Landwirthschaft gezeigt, und welche Anhaltpunkte ergeben sich theils hieraus, theils aus allge— meinen Wahrnehmungen für die zweckmäßigste Organisation solcher Vereine?“ Wenn auch die Fragsteller wohl zunächst die größeren landwirthschaftlichen Vereine in Auge gehabt haben mochten, so wurde doch diefer Vereine nur im Vorübergehen gedacht. Das Hauptau⸗ genmerk der Bersammelten war auf die Bauern⸗-Vereine gerichtet. Zunächst ergriff ein Mecklenburger, Poppe aus Ziersdorf, das Wort. Er theilte mit, daß er, nach dem Vorbilde der großen Versammlung deutscher Land- und Forstwirthe, einen Bauern Verein ge— gründet habe, der sich über ganz Mecklenburg erstrecke, daß dieser Verein sehr zahlreich besucht werde und schon die, herr⸗ lichten Früchte getragen habe. Ex gedachte mit Nührung des verstorbenen Großherzogs, der, ein Vater seines Volkes, die⸗ sen Verein kräftig unterstützt habe, und daß auch der jetzt regierende Großherzog, die hohe Wichtigkeit dieser Association anerkennend, diese Unterstützung fortgewähre. Er ersuchte die Versammelten, in Zukunft aus allen Ländern deutscher Zunge bäuerliche Abgeordnete zu der Bauern Zusammenkunft in Mecklenburg zu senden, indem daraus eben so gro ßer Segen hervorgehen werde wie aus den Versammlungen deutscher Land und Forstwirthe. Hierauf betrat Geheimer Ober Regierungs⸗Nath Lette aus Berlin die Rednerbühne. In trefflicher Rede wies er nach, daß, wenn Bauern -Vereine wirklich den Segen bringen sollten, den sie allerdings bringen könnten, die Negierung nicht als gesetzgebende und polizeiliche Behörde sich in die Angelegenheiten der bäuerlichen Ver⸗ eine mischen dürfe, daß in dieser Beziehung jeder amtliche Charakter. bei Seite gesetzt werden müsse und eben so jeder Standesunterschied. Ueberhaupk müßte, um gegen den Paußerie mus anzustreben, diesen mit der Zeit ganz zu vertilgen, mit allen Kräften dahin gestrebt werden, den Bauer heranzubilden, ihn hauptsächlich in geistiger Beziehung zu einem neuen Menschen zu machen; denn wenn dies erreicht sei, dann werde auch das materielle Wohl nicht außenbleiben, dann werde auch zwischen den Begüterten, ob Ritterguts⸗ oder Bauergutsbesitzern, kein Rangunterschied mehr stattsinden; sie würden sich alle zu dem einen schönen Zwecke vereinigen: das Wohl des Staates zu befördern. v. Vreitenbauch berichtet hierauf über den von ihm gegründeten Bauern⸗ Verein und bemerkt, wie es ganz besonders nothwendig sei, von den Vereinen der vornehmeren Klasse der Landwirthe abgesondert besondere bäuerliche Vereine zu gründen, da der Bauer noch nicht auf der Stufe der Bildung stehe, um an den Versammlungen der vornehmeren Klasse der Landwirthe Theil zu nehmen. Dies wird jedoch vielfach bestritten.

Namentlich erhebt sich Graf Reventlow aus dem holsteinischen wel- cher nachwies, daß im Holsteinischen in dieser Beziehung kein Unter . staͤttfinde, daß alle bestehenden landwirthschaftlichen Vereine guch en Bauern offen ständen und daß diese auch an diesen Vereinen zahlreich Theil nähnien. Es müsse auch das Augenmerk der Land— wir the darauf gerichtet sein, jede Scheidewand, die bisher noch den

kleineren Grundbesitzer von dem größeren entfernt gehalten habe, zu entfernen. Ob Graf oder Bauer, wir seien alle Brüder, alle Kinder Eines Landes, unseres großen deutschen Vaterlandes! Zum Schlusse hielt der Geheime Finanzrath Pabst aus Berlin einen Vortrag, in dem er nachzuweisen suchte, daß landwirthschaftliche Lehranstalten ein Haupt⸗ mittel zur Bildung der jungen Landwirthe seien, daß aber, wenn solche Anstalten ihrem Zweck entsprechen sollten, tüchtige Männer an ihnen angestellt sein müßten. Da aber zur Heranziehung und Aus⸗ bildung solcher Männer bisher nichts gethan worden sei, so stehe zu befürchten, daß in Zukunft Mangel an Lehrern der Landwirthschaft eintreten werde. Er lege deshalb der Versammlung ans Herz, in dieser Beziehung das Nöthige zu veraulassen.

Nachmittags war Thierschau. Die Anzahl der ausgestellten Thiere war bedeutend. Für die besten Exemplare waren 27 Preise ausgesetzt, bestehend in silbernen Bechern und Geldpreisen. Nächst der Thier-Ausstellung waren auch noch Ausstellungen agrrangirt von Woll Proben, Produkten des Feld- und Gartenbaues, Acker geräthen und Maschinen und von Kunst- und Industrie⸗Gegenstäudeir. Die Ausstellung von Woll-Proben war sehr ansehnlich, indem deren aus allen Ländern Europa's zur Stelle waren. Von den Produkten des Feld- und Gartenbaues, für die auch einige Preise ausgesetzt waren, erregten besondere Aufmerksamkeit die zahlreichen und schönen Obst⸗ und Gemüsesorten und die prachtvollen Georginen. Landwirthschaft⸗ liche Geräthe und Maschinen waren in großer Auswahl und Anzahl ausgestellt. Namentlich waren auch alle im Altenburgischen gebräuch liche Acker-, Garten⸗, Fahr- und Hausgeräthe zur Stelle. Für die besten landwirthschaftlichen Geräthe waren vier Preise ausgesetzt. Die ausgestellten Kunst, Industrie⸗ und Gewerbsgegenstände zählen Iz Nunnnern. Besoͤnderes Interesse gewährten Zeugé aus Alpaeca wolle und den Nadeln der Schwarzholzbäume, Waldwolle). Die Zahl der anwesenden Mitglieder beläuft sich auf 54.

Holstein. Altong, 8. Sept. (A. M.) Dem Vernehmen nach haben sowehl Se. Majestät der König von Dänemark, als Se. Majestät der König von Hannover dem holstein-lauenburgischen Kon tingent, das an der Concentration des 19ten deutschen Bundes⸗Ar mer Eorps bei Lüneburg theilnimmt, für die Korrespondenz mit der Heimat Porto- Freiheit ertheilt, welche sich sowohl auf die Offiziere als auf die Gemeinen erstrecken soll.

Freie Städte. ** Frankfurt a. M., 7. Sept. Se. Kaiserl. Hoheit der Erzherzog Albrecht traf heute, zunächst von dem Höchstihm verwandten Herzogl. nassauischen Hofe hier ein und nahm alsbald die Aufwartung des diplomatischen Corps an. ;

Ihre Kaiserl. Hoheit die Frau Großfürstin Helene von Rußland war mit Höchstihren Großfürstinnen Töchtern, begleitet von Sr. Durchlaucht dem Herzoge von Nassau, heute hier anwesend. Se. Durchlaucht der Prinz Friedrich zu Hessen ist von Petersburg auf dem nahen Schlosse Rumpenheim eingetroffen.

Das Tagesgespräch bildet heute die vorgestern in Karlsruhe von einem Volkshaufen erfolgte theilweise Demolirung des von Ha berschen Hauses. Karlsruher Briefe behaupten, daß die bewaffnete Macht erst zum Einschreiten erschienen sei, nachdem der Skandal schon längere Zeit gedauert hatte. Herr Moritz von Haber flüchtete unter den unmsttelbaren Schutz der Polizei.

Frankreich.

Paris, J. Septbr. Wir erhalten folgende Nachrichten aus Eu vom 3zten d.: „Heute früh um 8 Uhr machten die Königin Victoria und der Prinz Albrecht einen Spatziergang in dem Park. Sie begaben sich nach dem Pavillon-Montpensier, von wo sie auf der Rhede von Treport das englische Geschwader erblickten, das sie bis Cherbourg begleitet, und sich während der Nacht mit der könig. lichen Nacht wieder vereinigt hatte. Nachmittags machten Ihre Majestäten eine Ausfahrt; die Königin Victoria saß neben dem nige; Prinz Albrecht und die Herzoge von Aumale und von Mont pensier begleiteten den Zug zu Pferde, Um 5 Uhr, kehrte man nach dem Schlosse zurück. Ueberall drängte sich eine zahlreiche Volksmenge in die Nähe der Königlichen Wagen und die Königin von England erhielt die unzweideutigsten Beweise der Hoch achtung und der Bewunderung, welche diese erhabene Freundin unseres Königs allen Franzosen unwillkürlich einflößt. Um 7 Uhr war großes Diner im Schlosse, zu dem der Präfekt des De partements, die Befehlshaber der nach Eu kommandirten Truppen, die Obersten der National-Garde, so wie die, Ober-Ofsiziere der vor Treport stationirten französischen Escadre, eingeladen waren. Nach dem Diner zogen sich Ihre Majestäten in die Familiengemächer zurück, wo sie sich noch einige Zeit mit den Gästen unterhielten. Die nigin Victoria erblickte unter den Anwesenden den Grafen Chabot, gegenwärtig Geschäftsträger am londoner Hofe, und richtete einige freundliche Worte an ihn. Jemand erinnerte bei dieser Gelegenheit daran, daß bei der berühmten Zusammenkunft im goldenen Lager (Camp du Draß d'Orj der König von England dem nige von Frankreich die beiden Hofherren vorstellte, die er am meisten schätzte, nämlich die Herzoge von Suffolk. und von Norfolk, daß Franz J. dagegen dem Könige Heinrich VIII. vorzugs weise den Connetable von Montmorency, und den Admiral von Chabot empfahl. Dieser Letztere begleitete darauf den König von England als Gesandten. Es ist allerdings merkwürdig, daß ein Abkömmling dieses Admirals gerade zu einer Zeit die Stelle eines Geschäftsträgers in London bekleidet, wo eine neue, denkwürdige Zufammenkunft zwischen den Souverainen beider Länder stattfindet.

Gestern wohnte die Königin von England einem Gottesdienste bei, welcher in einem eigends zu dieser Ceremonie im Schlosse her gerichteten Betzimmer stattfand. Ihre Majestät wird bis zum Donnerstag Morgen in Eu verweilen, sie wird an demselben Tage Nachmittags in Brighton erwartet. 4

Es heißt, daß gestern in dem Schlosse von Eu ein Minister Conseil stattfand, dent auch der König, der Prinz von Joinville, der Herzog von Aumale, so wie die Lords Aberdeen und Liverpool bei- wohnten. Nach dieser Konferenz verbreitete sich auf eine ziemlich sichere Weise das Gerücht, die Königin von England werde nicht, wie man gehofft hatte, nach Paris und Versailles gehen. (⁊Vergl. unten Brief aus Paris.) .

Treport, welchem jetzt die Ehre eines Königlichen Besuches widerfährt, war der ulterior , d. h. der am weitesten vor⸗ gerückte Hafen der Römer. Seine Bevölkerung bestand stets aus den gewandtesten Seeleuten, Der Ursprung des Schlosses Eu steigt bis über das zehnte Jahrhundert hinauf. Es hatte schon eine ge⸗ raume Zeit der Familie Lusignan gehört, ehe es an die Guisen kam. Diesen Letzteren fiel es durch eine Heirath zu, die Katharine von Kleve mit Heinrich von Guise le Balafré schloß. Während der acht zehnjährigen Ehe dieser Fürstin und während ihres langen Wittwen—⸗ standes, der fünfund vierzig Jahre dauerte, ward das gegenwärtige Schloß gebaut. Die Arbeiten begannen im Jahre 15678. Der Tod Heinrich's von Guise und unsere Religionskriege waren der Ausfüh⸗ rung sehr hinderlich. Paris machte unseren Verlegenheiten ein Ende; die Wittwe des ermordeten Prinzen nahm aufs neue ihre. Residenz in dem Schlosse von Eu und vollendete es. Es vererbte in der Familie der Guisen bis zum Jahre 1662 fort. Dann kaufte

Mademoiselle von Montpensier (a grande Mademoiselle) die Graf⸗ schaft Eu für die Summe on 2500000 Fr., die heutigen 6 mehr als das Doppelte werth ist. Aus ihrer Hand ging sie, 66 ) ; mann weiß, durch einen gezwungenen Verkauf in k. ee, 63. Herzogs von Maine über. Seine Söhne wurden, nach 4 . schwörung von Cellamare, unter der Regentschaft, e . 1 . siel diese herrliche Domaine, durch Eibschast, an den . 1 Herzog von Penthievre, welcher sie bis 1789 bewohnte, . . nem Tode für Staats- Eigenthum erklärt, gab die Niestautz 9 . 1318 an dle Herzogin von Orleans, der Mutter udwig h 1

und einzige Erbin des Herzogs von Penthikvre zurück. da h 9 Tode seiner Mutter besuchte der König dieses Schloß, das . 9. 1791 nicht gesehen hatte, und ertheilte Befehl, daß. das 8 hloß von Eu, diefe Behausung der Herzog von Guise, die 9 liebte Wohnung der Mademoiselle von Montpensier, den n. ter seiner Zeit nicht verlieren, aber auch in seiner . tung den Bedürfnissen der Gegenwart gemäß angepaßt werden so lte. Man stellte daselbst die Bildnisse aller FJürsten aus den Häusern Bourbon und Lothringen auf. Die Königin Victoria kann unter ö. Zahl dieser Letzteren diejenige berühmte Fürstin auffinden . ie ihr auf dem Throne voranging, Elisabeth. Dort sinden sich dran von Guise, der mit einem Hunde zu seinen Füßen abgebildet st un der Kardinal von Lothringen, der so mächtig in Staats Angele⸗ genheiten, und namentlich in denen der Kirche war, daß man ihn in Italien den kleinen Papst nannte; so wie ihre Schwester, Marie von Lothringen, die Jakob V., König von Schottland, heirathete und die Mutter der Maria Stuart war. Zu diesen Bildnissen der Lothringischen Fürsten fügte man diejenigen, welche Mademoiselle von Montpensier ge⸗ sammelt hatte, man wählte daraus die berühmtesten ihrer Zeitgenessen. Die Sammlung, in chronologischer Ordnung aufgestellt, ist, so zu sagen die reichste Zierde des Schlosses. Aber es besitzt auch noch andere Vorzüge, die es seiner glücklichen Laie verdankt. Der Wald von Eu hat fast nur hundertjährige Bäume; der Fluf Bresle, welcher am Fuße des Parks hinläuft, tränkt sie. Von einem der in diesem Park stehenden Pavillons, den Mademoiselle de Montpensier erbaute, srblickl man das Meer. Man zweifelt nicht, es einst, durch geschickt geleitete Arbeiten, bis zum Fuß des Schlosses zu führen. Gegen⸗ wärtig hat Eu 6h fürstliche Gemächer, 250 Zimmer für das Gefolge, Stallung für 130 Pferde und Remisen für 6) Wagen. Man urtheile danach von allen Räumlichkeiten, die man improvisiren mußte,

um die erhabenen Gäste und ihre liebenswürdige Souverainin zu

empfangen.

im Paris, 5. Sept. Gestern Abends ist ein Courier aus Eu hier eingetroffen, welcher den Befehl überbracht, daß alle Vorberei⸗ tungen zum Empfang der Königin Victoria in Neuilly und Versailles eingestellt werden sollen. Da man mit Gewißheit auf die Ankunft der Königin von England in Paris rechnete, so wurde deren Aus⸗ bleiben schnell dazu benutzt, um allerhand lächerliche Gerüchte in die Welt zu schicken, welche nicht verfehlten, auf der heutigen Börse ein wenig die öffentlichen Fonds herabzudrücken. Man sagte unter Ande— rem, daß Lord Aberdeen sich geweigert hätte, den Ausflug, der Königin Victoria nach Paris unter seine ministerielle Verantwortlichkeit zu nehmen. Andererseits schrieb man das Ausbleiben der Königin den Vorstel⸗ lungen des diplomatischen Corps bei, welches den Besuch in Eu nicht gern sehen soll u. s. w. Ich erwähne hier besonders des letzteren Gerüchts, weil dasselbe mit einer gewissen Affectation von mehreren Korrespondenten englischer Blätter wiederholt wurde, und wir darauf rechnen können, in wenigen Tagen, sei es im Morning Chro⸗ nitle oder Morning Herald, darüber ein Langes und Breites zu lesen.

Schon in meinem gestrigen Berichte machte ich Sie darauf auf⸗ merksam, wie die Königin Victoria geflissentlich ihrer Reise nach Frankreich jeden Schein einer politischen Bedeutung benehmen möchte. Hierin liegt der Hauptbeweggrund, wodurch sie sich veranlaßt fand, die französische Hauptstadt, den Sitz der Regierung, nicht zu berühren. So lange die Königin Victoria nur in Eu, dem Privat- Eigenthume der Familie Orleans, weilt, hat ihre Reise blos den Charakter eines freundschaftlichen Besuches. So bald sie aber nach Paris kommen wollte, so wäre sie, ungeachtet ihres Inkognito, genöthigt, die Auf⸗ wartung des diplomatischen Corps anzunehmen, besonders nachdem sie bei ihrer Landung in Treport mit allen einem gekrönten Haupte gebührenden Ehrenbezeigungen empfangen wurde. Die bloße Auf wartung des diplomatischen Corps würde dann ihrer Reise jene ofsi⸗ zielle Bedeutung verleihen, deren sie bisher entbehrt, und welche die Königin Victoria augenscheinlich zu vermeiden wünscht,. Aus dem nämlichen Grunde hat die Königin ungeachtet der dringen⸗ den Vorstellungen unseres Hofes sich nicht bewegen lassen, länger als fünf Tage in Eu zu bleiben. Ihre Abreise ist auf übermorgen (7ten J. M.) festgesetzt. Ihre Majestät wird direkt nach Brighton sich einschiffen.

Nach dem Wunsche der Königin Victoria hat unser Hof die Etikette, die anfangs in Eu nicht ohne Absicht herrschte, verbannt. Alle unsere Prinzen sind, gleich dem Prinzen Albrecht, in Civil ge⸗ fleidet. Bei den Ausfahrten sind nur die Adjutanten und Ordon— nanz-Offiziere des Königs und der Prinzen in Uniform, alle übrigen Personen, wie Lord Aberdeen, Herr Guizot, Graf St. Aulaire, Lord Cowley u. s. w., erscheinen in einfachem schwarzem Frack, doch legen sie zur Königlichen Tafel ihre Uniform an. Der erste Tag, nämlich Sonntag, ging ganz geräuschlos vorüber, da nach dem angli fanischen Ritus äm Tage des Herrn höchstens eine Spazier⸗ fahrt als Erholung gestattet wird. Königin Victoria besuchte an je⸗ nem Tage zuerst die Königin und dann die Herzogin von Orleans, mit der sie über eine Stunde sich unterhielt. Da die Herzogin von Orleans zum Andenken an ihren Gemahl immer in Trauer gekleidet sein will, so behielt sie die Trauerkleidung auch jetzt bei, welche, wie ein Augenzeuge mich versicherte, unter so vielen glänzenden Toiletten einen besonders wehmüthigen Eindruck auf alle Anwesenden machte.

Gestern wurde nach dem Dejeuner in Eu eine Lustpartie in dem Park arrangirt, wobei ein in England sehr beliebtes Gesellschafksspiel im Freien veranstaltet wurde. Abends führten die Sänger unserer Opera- comiquè das bekannte Stück: Jean de Paris auf. Heute wird nach dem großen Diner ein Konzert statt= sinden, wobei Herr Auber, Kapellmeister des Königs, das Orchester leiten wird. Die Festlichkeiten werden morgen Abends (6. Sept.) mit einer Vorstellung des Vaudeville's beschlossen werden.

Die Königin und Prinz Albrecht werden übermorgen zwischen 10 und 11 Uhr von Eu aufbrechen. Die Königin der Fran⸗ zosen und die Prinzessinnen werden das Königliche Paar bis zum Landungsplatze von Treport begleiten. Der König und die Prinzen werden nicht nür der Königin Victoria bis zur britischen Yacht das Geleit geben, sondern mit der französi chen Flottille eine Strecke in die See hinausfahren, bis wohin das .

nannte Territorial⸗Meer (Schußweite der Kanonen vom Gestade aus) sich ausdehnt. Man spricht von zahlreichen 8 en,, n. ;

ter dem Gefolge der britischen Monarchin. rinz Albrecht Aberdeen und gerd Clarendon sollen mit dem 6 e. 2

Legion dekorirt werden, die übrige Suite soll in Verhältniß zu ihrem Rang die verschiedenen Grade der Ehren Legion erhalten. . . daß, die Königin von England ihrerseits unseren Prinzen und Herrn Guizot einen oder den anderen ihrer Hausorden verleihen werde.

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Grossbritanien und Irland.

London, 5. Sept. Das Ziel der See Exrkursion der Köni⸗ gin war Falmouth, am Ausgange des Kanals in den atlantischen Trean. Ihre Majcestät verlicß ain Jreitag (i) früh den Hafen von Devonport, erreich te zu Mittag Falmouth, und verließ noch an dem— selben Tage diesen Ort, nachdem sie auf der Königlichen Barke, um—⸗ geben von zahllosen Böten der Bewohner von Falmouth, eine kleine Jabrt rings um ben Hafen gemacht unt die Ben iikommmnnngs A reffen der städtischen Corporationen wie den Besuch des Mayors (deffen Adresse abhanden gekommen war) an Bord der Tampfsacht empfangen halte. Die Rückreise setzte Ihre Majestät längs der französischen Küste sort, um in Eu dem Könige der Franzosen einen Besuch abʒustatten. Ueber die Ankunft und die Aufnahme der Königin in Eu, am Sonnabend Abends (? haben unsere pariser Nachrichten gestern schon das Nä⸗ here mitgetheilt. Heute hier eingegangenen zuverlässigen Berichten zufolge, wird Ihre Majestät am donnerstage früh (') in Brighton eintreffen, wo gegenwärtig die beiden Königlichen Kinder verweilen.

zwei erklärte Parteien getheilt haben, welche bald hätten feindselig aneinander gerathen müssen. Manche der alten Orangisten sind freilich höchst eg, damit; indem sie sich Hoffnung gemacht, denen, die sie einst mit Füßen getreten und vor denen sie sich jetzt gewissermaßen verkriechen müssen, auch einmal wieder ihre Macht zu zeigen. Einige haben deswegen sich wieder in Gesellschaften, ungefähr wie die ehe⸗ maligen Orangisten-Logen, doch ohne Eid und Parole (welche das Gesetz verbietet aneinander geschlossen; und andere sollen in ihrer Bitter⸗ keit geradezu ins feindliche Lager hinübergelaufen und Repealers geworden sein. Dies hat jedoch nür wenig zu bedenten. Die genannte Herren haben indeß noch besseres gethan, indem sie über einen Plan übereingekom⸗ men, welcher die Lage ihrer Pächter verbessern und deren Verhält⸗ nisse auf einen sicherern Fuß stellen sollen, als worauf sie jetzt stehen: kurz ein Mittel, welches die berüchtigte Fixity of tenure O Connell s unnöthig machen möchte. Auch wurde bei einer Versammlun des irländischen ökonomischen Vereins, welcher gleich darauf zu Belfast inen i . e . und versöhnende Wort gesprochen, . tig di wen . ne Aussicht auf den Wohlst 2

„Die jugendliche Königin Victoria schreibt der Spectator, die sich ben blindlings . n ,,, „begleitet von ihrem treuen ritterlichen Ehegemahl Albrecht, hat ihr gegeben, anziehene dürfte. Unter Anderem wurde auf das gutes Schloß auf der „Windsor-Insel“, wie es immer in den Ritter⸗ schnelle Wiederaufblühen der Leinwand Jabrilen u Belfast und den Romanen heißt, verlassen und ist auf Abenteurer ausgezogen. Eine großen Verbrauch von Flachs in denselben inen en emacht, und angenehme Ungewißheit verleiht den täglichen Erzählungen von den anf Verbesserungen im Ackerbau hingedeutet, wod . a n, ia . Bewegungen der erhabenen Dame Interesse. Im vergangenen Jahre brauchte rohe Material im Lande selbst ,,, könnte ? war ihre Reiseroute in Schottland schon im voraus. bekannt, und die Inzwischen aber haben die e. ö. we. x uen Ge enstand Berichte erzählten uns nun das, was Jedermann schon wußte; jetzt gefunden, um die Gemüther zu min le mn e,, 96 Riegie⸗ aber konnte felbst die betriebsamste Neugierde nicht im voraus die ung zu tadeln. Denn diese hat so eben a . unter dem d. nächste Bewegung der Wanderer auf der Jacht aussindig machen. Alle Welt katenstande erledigten Ehrenstelle (Sergeantry) einen Katholiten er⸗ war gespannt, ob die Königin und ihr Gemahl wirklich eine Lleberfahrt nach nannt, der natürlich kein Repealer sst. Nun schreien vi Protestan⸗ Frankreich macheu und den Besuch der Söhne Ludwig. Philipp's in ten dagegen, daß man die würdigen Männer aus ihrer Partei einer Art vergelten würden. „Kann sie gehen“, fragte der Eine, übergangen. Die Repealers spötteln, daß der Gewählte ein unbe⸗ „ohne Erlaubniß des Parlaments oder des Geheimen Raths?“ sragte deutender Mensch sei, den man nur gewählt habe, um den Katholi⸗ ber Andere. Natürlich, wenn sie geht, so kann sie gehen. Auch ken ein Kompliment zu machen; und diesen stimmen die Whigs na⸗ sehen wir nicht ein, warum die Königin nicht dahin gehen kann. türlich bei. Ist nun aber der Mann wirklich so unbedeutend, als Die einzigen Beispiele, deren wir uns erinnern, daß britische Könige man ihn schildert, so zeigt es um so mehr, wie schwer der Stand das Veresnigte Königreich verlassen haben, seit Jakob's II. Flucht zu der Regierung ist, da sie in dem so sehr katholischen Lande unter einer Abdalkung gemacht wurde, sind den. Feldzug Georg's Il. in den Rechtsgelehrten dieses Glaubens nicht einen tüchtigen Mann von Deutschland und Georg's IV. Krönungsreise nach Hannover; und gemäßigter Politik finden konnte, obgleich sie doch durch die häufigere beides fand während der Parlaments Ferien statt, Ein Abstecher nach Erhebung von Katholiken zu Aeintern und! Würden diesen so großen. Eu ist sicherlich nicht von solcher Bedeutung als ein Aufenthalt in Theil der Nation mit der britischen Herrschaft auszusöhnen wünscht. St. Germain, und die allererwartungsvollsten noch lebenden Ja In Bezug auf Espartero und das Verfahren des hiesigen Stadt⸗ kobiten oder die allerehrgeizigsten Plantagenets werden kaum auf die Rathẽs verweise ich Sie auf einen Artikel in der gestrigen Times, Abwesenhelt der Königin Victorig in Frankreich ihre. Hoffnungen da solcher durchaus die Gesinnung aller vernünftigen Engländer aus⸗ gründen. Laßt uns darum getrost sein, daß kein Erbfolgekrieg bis fpricht. (Wird morgen von uns berührt werden. ; Spanien.

dahin, daß sie wieder unter uns ist, entstehen wird. Es heirscht ein auffallender Kontrast zwischen den Gesichtspunkten, aus welchen die beiden Länder diese Zufammenkunft ansehen. In England herrscht Paris, 5. Sept. Telegraphische Depesche aus Spanien. BVBayonne, 4. Sept. Herr Aston, bevollmächtigker Minister Englands, hat am 28. August den Minister der auswärtigen Ange⸗

gewiß darüber nur ein Gefühl, das einer gern empfundenen Neugierde; ein legenheiten in einer Audienz, welche er bei demselben nachsuchte, an⸗

Interesse, das man gewöhnlich an dem Thun Königlicher Personen nimmt,

und ein Vergnügen über eine Zusammenkunft, welche die freundschaft⸗ gezeigt, daß seine Regierung die provisorische Regierung zu Madrid) anerkenne und die Verhältnisse freundschaftlichen

lichen Gesinnungen beider Regierungen zu bestärken und den Frieden, den

belde Länder jetzt haben, zu verlängern verspricht. Unsere Nachbaren Einverständnisses, welche bis daher zwischen den beiden Ländern ge⸗= herrscht haben, gleichmäßig wie zuvor fortbestehen werden. Diese

haben hierin einen weiter schauenden Blick, der eine Menge Dinge sieht, die der thatsächliche John Bull ganz vergessen hat; sie erheben for Die ein „Hütet Euch“, gegen die Zumuthung, daß man sie von der mili⸗- Nachricht ist am 31. August in die offizielle Gaceta eingerückt tairischen Thätigkeit ausschließen möchte, denn sie verlieren niemals worden.

den Krieg aus dem Gesichte; sie, erblicken darin gewisse „sich an . . wichtige Interessen knüpfende Motive“ der britischen Minister, denn 3 Madrid, 29. Aug. Die Gleich gültigkeit mit welcher die sie können nicht begreifen, wie die Vergnügungen einer jungen Fürstin neue Negierung den Umtrieben ihrer Feinde zusieht, hat diese zu dem andere als politische Zwecke haben können; sie stählen sich gegen den Ein⸗ Entschluß veranlaßt, mit einem Versuche, ihre Kräfte mit jener zu druck, den Victoria's freundlicher Blick auf sie machen könnte, und rufen messen, hervorzutreten. In der vorgestrigen Nacht vom 27sten hatten sich ins Gedächtniß, daß gleich darauf, als Heinrich VIII. den König die Verschwornen sich an verschiedenen Punkten versammelt, und Tam⸗ Franz J. im Lager zum goldnen Ring umarmt hatte, der britische bours der aufgelösten National-Miliz beauftragt, auf ein ihnen zu Monarch an Frankreich, damals in Händel mit dem Kaiser verwickelt, gebendes Zeichen Generalmarsch zu schlagen, worauf denn die große den Krieg erklärte. So argwöhnt, bei aller seiner Galanterie, das Anzahl von Milizen, welche die Waffen nicht abgegeben hat, zusam= Volk mit der starken Einbildungskraft, daß die erste, der englischen mentreten, und den General-Capitain Narvaez in seiner Wohnung Frauen im 19. Jahrhundert etwas mit dem britischen Blaubart überfallen und ermorden sollte. Die Verschwornen, welche auf Mit⸗ gemein habe. Indessen urtheilen doch nicht alle Pariser Politiker wirkung eines Theils der Besatzung gerechnet zu haben scheinen, be⸗ in solcher Weise über den bevorstehenden Austausch freundschaftlicher absichtigten, sobald sie Herren der Hauptstadt geworden wären, eine Gesinnungen.“ breifache, aus dem General San Miguel, Argulles und einer ande⸗

ren Person bestehende Regentschaft einzusetzen, die das Land während der von ihnen ausgesprochenen Erledigung des Thrones zu regieren hätte. Allein die Behörden waren von Allem unterrichtet, und als die Tam⸗ hours der National-Miliz sich auf den ihnen bezeichneten Punkt begaben, wurden sie verhaftet. Der General Narvaez ließ mitten in der Nacht, ohne Generalmarsch schlagen zu lassen, alle Offiziere der Besatzung in die Kasernen rufen und verfügte sich persönlich in die des Regi⸗ ments „la Princesa“, dessen Soldaten er anredete und in der besten

Stimmung fand. Die Infanterie, und Kavallerie rückte darauf aus und stellte sich bis Tagesanbruch in den Hauptstraßen, die Artillerie im Prado auf. Diese ganze Bewegung ging mit solcher Ruhe vor sich, daß die meisten Einwohner Madrids eist gestern erfuhren, welche Gefahr durch die Umsicht des Generals Narvaez von ihnen abge⸗ wendet worden war. Da man sehr wohl wußte, daß eine große Anzahl derjenigen Generale, welche zu den eifrigsten Anhängern der Ayacuchos gehörten, sich hier zu dem Behuf aufhält, um gegen die neue Srdnung der Dinge zu konspiriren, wie sie selbst diesen Zweck im Espectador laut verkünden, so befahl der Kriegs Minister daß alle Generale und Offiziere, die nicht zu der hiesigen Besatzung gehörten, die Hauptstadt sofort verlassen, und sich an bestimmte, ihnen angegebene Punkte begeben sollten. Grade die Hauptverschwornen, nämlich die Generale Rodil, San Miguel,, Rodriguez Vera, Aristi⸗ zabal, Minuisir, Capaz und der 2berst Lujan, die mit dem Beispiel der Subordination vorangehen sollten, leisteten jenem Befehl keinen Gehorsam, und erhielten deshalb die geschärfte Verfügung, die Haupt- stadt zu verlassen. Dies veranlaßte den Espectador gestern zu folgenden Worten: „Die despotische Reaction, welche die Handlungen sener Macht, die sich selbst Regierung nennt, und die man richtiger einen Divan nennen sollte, bezeichnet, hat ihre tyrannische Wirksam⸗ keit in den schauderhaftesten Formen entfaltet. Die bisher durch eine Constitution und gegebene Gesetze regierte Nation ist jetzt das Schlacht⸗ opfer einer ee , Gewalt, welche selbst die Gegenden des Trients mit Euntsetzen erfüllen würde. . . . Sogar der Freiheit des Gedankens muß man entsagen.“ Der Umstand, daß dergleichen De⸗ elamationen hier gedruckt werden dürfen, widerlegt am besten die in ihnen enthaltene Behauptung.

Die Junta von Barcelona hat sich endlich am 23sten aufgelöst, nicht sowohl in Folge der Haltung, welche die Regierung entwickelt, sondern weil die Einwohner von ganz Catalonien sich erboten, gegen ene Stadt zu marschiren, um die Handvoll Abenteurer unter deren Des potismus sie seufzen, zu Paaren zu treiben. Der Gedanke, bei nächster Gelegenheit mit neuen anarchischen Projekten hervorzutreten, ist damit nicht aufgegeben. In Saragossa beharrt man fortwährend auf Einberufung der Central⸗Junta, und der neue General⸗Capitaim von Arragonien, Lopez Basios, legte sein Amt nieder, weil tige Junta sich weigerte, ihm zu gehorchen. k

Der englische Gesandte hat dem nter swisis

wärtigen Angelegenheiten ein Schreiben Lor in welchem von Seiten des englischen tan brücht wird, daß Las gute Eindeistꝗündniß s

O London, 4. Sept. Der gute Empfang, welchen, unsere geliebte Monarchin in Frankreich gefunden, versetzt unser Publikum in den trefflichsten Humor, welcher noch durch das ungemein heitere, warme Wetter und die Nachrichten von einer guten Aerndte sowohl, als von der fast täglichen Zunahme der Thätigkeit in den Fabrik— Gegenden und Häfen bedeutend vermehrt wird. Was kann auch er⸗ freulicher sein, als Frieden nach außen und Wohlstand im Innern. Indessen bleibt noch Vieles zu überwinden. Eine große Menge der deschäftigten Arbeiter ernähren sich und die Ihrigen immerfort nur höchst ärmlich, und die auflösende Unwissenheit unter den Massen nimmt noch immer eher zu als ab.

Besonders leiden die Arbeiter auf dem Lande, welche immer am meisten darunter leiden, so oft die Produkte fallen, und durch die Schmälerung des Taglohns weil mehr verlieren, als die niedrigeren Preise anderen Klassen nutzen. Auch fängt in Wales diese Klasse jetzt an, wie die Pächtern, nächtliche Versammlun⸗ gen zu halten, wo sie gegen diese eben so heftige Klagen führen sollen, als diefelben gegen ihre Gutsherren u,. s. w. zu führen pfle⸗ gen. Wahrscheinlich werden sie auch zu ähnlichen gewaltsamen Mit⸗ feln zur Abstellung ihrer Beschwerden greifen, da es jenen damit so gut gelungen, wie denn überhaupt in dem Fürstenthume (das man vor ein paar Tagen beruhigt glaubte) sich ein höchst gefähr⸗ licher Geist der Auflösung zeigt. Der Umsturz von Zoll⸗ häusern ist noch öfter voi. Gewaltthätigkeiten gegen Personen begleitet wie sonst, und die übrigen Angriffe, auf Menschen und Eigenthum nehmen täglich zu. Vas beste Heilmittel sind sür die Effentlichen Versammlungen, welche seit Kurzem so oft statt ge⸗ funden haben. Dergleichen sieht man bei uns allzeit als die Sicher heitsklappen an, wodurch der angehäufte Dampf sich Luft macht. Sachkenner meinen daher, daß alles zusammen jetzt zum Guten wirkt, und so trübe es auch für den Augenblick aussieht, die Krise erreicht sei, nach welcher sich die Dinge zum Besseren wenden werden.

Von Irland sind die Nachrichten um vieles beruhigender. Von vielen Seilen hört man jetzt, O'Connell süche den Rüchzug. Alles was er über die Königlichs Verdammung seiner Aufregung und dem ausgesprochenen Entschluß der Monarchin, die Union zu behaupten, ausgesprochen, war höchst zahm. Auch erklärte er, daß er bestimmt wisse, daß während seiner Lebenszeit keine gewalisamen Mittel gebraucht werden würden, um die Auflösung derselben zu erlangen; obwohl man nicht wissen könne, was nach seinem Tode das Volk in der Ver zweiflung thun könne, Da er aber selbst erklärt hat, daß er noch lange zu eteeben gedenke, so dürfte er es wohl rathsam sinden, die Aufregung auf einige

Jahre zu verschieben. Denn die Aufregung, wie man von allen Seiten ein⸗

räumt, schadet dem materiellen Wohlstande des Landes, und es ist nun

ooPfenbar, daß Großbritanien in Güte nicht nachgeben wird. In dieser Be⸗ ziehung haben die zu Belfast versammelten Edelleute und Herren denn auch kehr vernünftig gehandelt, indem sᷣ der Berufung der Protestanten von ülster zu einer allgemeinen Versammlung gegen die Auf lösung der

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Union entsagt haben. Denn eine solche würde die sich erschöpfenden Leidenschaften der Katholiken aufs neue entflammt und die Nation in