496
der standischen Kommission für den Ausbau des hiesigen Schlosses auf die Herren Fürst zu Salm, von Beckerath, Graf Nesselrode, Leven und von der Heydt gefallen.) = ; ö . Nachdem nunmehr sämmtliche. noch zu berathende Gegenstände erledigt waren, bemerkt der Herr Landtags Marschall, daß nun der Augenblick ge— fommen sei, in welchem er von der Versammlung Abschied zu nehmen habe, und wo ein jedes Mitglied darauf angewiesen sei, die erfreulichen Erinnerungen an diesen Landtag mit sich zurückzunehmen; er spreche der Bersammlung seinen Dank aus für das Vertrauen und die Unterstützung welche sie ihm während dieses Landtages habe zu Theil werden lassen. Hierauf erwiedert ein Mitglied der Versammlung: uns , . Herr Marschall! z nsere Arbeiten sind beendet, überall nach bestem Wissen und Wollen. . ö. Gott wolle unseren Bestrebungen Segen . r 5 gerden / . V Die Stände sind von dem Gefühl durchdrungen, daß sie bei diesen ser Art so wenig als ein anderer Gerichtshof, die Arbeiten durch die milde und sachkundige Leitung Ew. fürstlichen Durch ⸗ seiner Entscheidungen zum Zweck der Veröffentlichung. laucht wesentlich erleichtert worden sind; Ihnen dafür durch meinen Mund den tiefgefühlten Dank der Stände auszusprechen, ist die ehrenvolle forderung, die mir von mehreren Seiten geworden ist. Got wolle Ihre Tage, verehrtester Herr Marschall! gnadenvoll be— schützen, und des Königs Majestät Sie oft an unsere Spitze zurückführen!“ Nachdem der Herr Landtags-Marschall geäußert, daß er diese Aner⸗ kennung um so dankbarer hinnehme, se weniger er sich selber genug gethan habe, — äußert ein anderes Mitglied: er sei überzeugt, ebenfalls einem allgemeinen Wunsche der Versammlung zu entsprechen, indem er in deren Namen den Dank für den Eifer, die Ausdauer und die Thätigkeit aus- drücke, womit der Protokollführer sich den von ihm übernommenen schwie⸗ rigen und mühsamen Geschästen unterzogen habe, und indem er noch be ⸗ sonders die große Zuvorkommenheit anerkenne, womit derselbe den zahlrei⸗ chen an ihn gesteilten Anforderungen seiner Kollegen zu entsprechen nicht
ganz oder theilweise versagen könnten.
und ohne die mindeste Veränderung zum Druck zuzulassen.
aus den Schriftstücken, welche den Gegenstand der betreffenden Streit
. . ꝛ und als solche den ohnehin schon damit bekannten Parteien aus
ähnliche Fälle werden häufig genug bei richterlichen Erkenntnissen ir Kriminal-Injurien oder Ehescheidungssachen eintreten. Sollte
müde geworden sei. Der Protokollführer spricht seinen Dank aus für diesen Beweis des ö . 3 . ; . Wahr c enn . J nur beschämen ane, da er sich bewußt gericht aber bad urch niem a e ln hie gag lommen iber sich selbst Recht z sei, in der Nachsicht und Güte der Versammlung, welche ihm bei Ausübung sprechen. Denn es handelt sic bei . solchen Entscheidung nicht darum seiner Functionen im reichsten Maße zu Theil geworden sei, die lräftigste ob die vom Gericht angeführten Gründe in die für die Parteien be⸗ Unterstützung gefunden zu haben. . stimmten Ausfertigungen übernommen werden durften, Eingeführt von einer Deputation aus der Mitte der Versammlung, war es, was das Gericht that; erscheint hierauf der Königliche Landtags-Kommissarius, Herr Ober Präsi⸗ dent von Schaper, und bemerkt: Obwohl durch die Gnade Sr. Majestät . die Dauer des siebenten rheinischen Landtags bis zum 23sten getheilt werden können? M. pröͤrogirt worden, um demselben Zeit zu gewähren, die ihm vorlie— . 6 GJ genden ö mit Gründlichkeit . 3. . zu erledigen, so sei KJ es doch der Thätigkeit und den unausgesetzten Anstrengungen der Versammlung Aachen, 11. Sept. gelungen, dieses Ziel schon heute zu erreichen, indem nicht nur alle König⸗ liche Propositionen, sondern auch alle anderen, dem Landtage zugegangene Gegenstände vollständig erledigt seien. Im Namen Sr, Majestät des Königs und kraft der ihm ertheilten Vollmacht erkläre er demnach den siebenten rheini⸗ schen Provinzial Landtag hierdurch für geschlossen, und benutze die Ge⸗ legenheit, denjenigen Mitgliedern, welche er vor ihrer Abreise zu sehen nicht mehr die Ehre haben möchte, ein herzliches Lebewohl zuzurufen, der ganzen Versammlung aber für das Vertrauen, welches sie ihm während des jetzt geschlossenen Landtags bewiesen, zu danken und sie zu bitten, ihm die⸗ ses Vertrauen, auf welches er so großen Werth lege, auch für die Zukunft in gleichem Maße erhalten zu wollen, indem er dann um sof freudiger dem Ruf Sr. Majestät des Königs, der die Versammlung in zwei Jahren hier wieder vereinen werde, folgen würde. . Unter dem dreimaligen Rufe: Es lebe Se. Majestät der König! ging die Versammlung auseinander. ö kö
Berlin, 15. Sept. Heute sindet ein Familien⸗-Diner bei den Großherzogl. Sachsen⸗Weimarschen Herrschaften in den von Höchst denselben bewohnten Appartements im Königl. Schlosse statt, welchem die Allerhöchsten und alle anwesenden Höchsten Herrschaften beiwoh⸗ nen werden.
Morgen soll ein großes Diner von 100 Gedecken im weißen Saale des Königlichen Schlosses und in den Zimmern neben Ker Bilder⸗Gallerie stattfinden, woran sämmtliche Allerhöchste und Höchste Herrschaften Theil nehmen werden auch wird die gesammte Generalitãt nebst allen in Berlin anwesenden Stabs— Offizieren und fremdherrlichen Offizieren eingeladen werden. Abends werden die Allerhöchsten und
Höchsten anwesenden Herrschaften Sich nach dem Theater der Königs⸗
zen Umfange auch dem gesammten Publikum durch den Druck mit—
(Aach. 3.) Heut Morgen ist Se. Excellenz der Geheime Staats- und Minister für die geistlichen, Un⸗ terrichts und Medizinal-Angelegenheiten, Herr Dr. Eichhorn, hier angekommen und im Hotel Nuellens abgestiegen. Noch am Vormittag empfing Se. Excellenz die Herren Geistlichen, die Vorsteher der Lehr Anstalten, und wohnten sodann einer mehrstündigen Sitzung des Re⸗ gierungs Kollegiums bei. ö
Koblenz, 11. Sept. (Rh. u. M. 3.) Gestern traf Ihre Königl. Hoheit die Prinzessin Alexandra von Bayern nebst hohem Gefolge, auf der Durchreise von Aachen und Köln nach Schlangenbad, hier ein. Ihre Königl. Hoheit besuchte gestern Stolzenfels und dürfte heut vielleicht einen Ausflug nach Rheinfels unternehmen.
(K. 3.) Die diesjährige Bern steingräberei bei Lappöhnen hat den dortigen Pächtern (Fischern und Baurrn) einen bedeutenden Ertrag gewährt. Die Pächter erhielten für ihr Meergold für das Pfund nach Beschaffenheit der Stücke 3 bis 4 Rthlr. Einzelne Sortimentstücke von 20 Sgr. bis 6 und 8 Rthlr. Bei der diesjährigen Gräberei in Lappöhnen sollen 9 Scheffel Bern⸗ stein erbeutet worden sein.
Königsberg, 12. Sept.
Monaten günstig. Die A
mittelmäßigen, von den Sommersaaten einen guten Ertrag. Am 26. August Nachmittags nahm man vom Seestrande bei Zoppot aus eine lata Morgana wahr, welche über eine Stunde lang in den stadt begeben, wo die Eröffnung der stalienischen Oper mit „Beatrice wechselndsten Gestaltungen die nördlich gegenüberliegenden Hügelreihen di Tenda'“ stattfinden wird. und Waldungen der entfernten Halbinsel Hela hoch in den Lüften
Sonntags begeben die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften erscheinen ließ. Sich nach der großen Parade, die in der Gegend von Friedrichsfelde
.
und Lichtenberg abgehalten wird; demnächst ist großes Diner bei ö
Sr. Königl. Hoheit dem Prinzen von Preußen. Deutsche Bundesstaaten.
Bayern. Bamberg, 9. Sept. (Fr. M. Die Versammlung deutscher Architekten und Ingenieure, welche heute in ihrer zweiten Siz⸗ zung 2 Theilnehmer zählte, bestieg nach 2 Uhr ein großes und zwei kleine Kanalschiffe, um nach der hierzu ergangenen Einladung des Ausschus⸗ ses der Actien-Gesellschaft eine Fahrt auf dem Ludwigs-Kanale zu machen. Die Schiffe waren mit bayerischen Flaggen und der Stadt⸗ fahne geschmückt, und die Gesellschaft der Harmonie, von welcher die Versammlung zu einer Landpartie nach Bug an diesem Nachmittag eingeladen war, hatte die Aufmerksamkeit, ein Musik-Corps zu schik⸗ ken, welches vorausfuhr. Man lief in die große Schleuse bei Bug⸗ hof ein und fuhr dann noch eine Strecke auf dem Kanal gegen Strul⸗ lendorf. In der Schleuse selbst brachte Professor Stier dem Könige Ludwig von Bayern, dem Vollführer des großen Gedankens, den selbst Karl der Große nicht ins Leben zu rufen Sermochte, dem Verbinder des deutschen und des schwarzen Meeres, dem Vereiniger deutscher Stämme, ein Lebehoch. Auch des ersten Baumeisters des Kanals, des Freiherrn von Pechmann, wurde freundlich erwähnt und bei der Herausfahrt aus der Schleuse die Kanal— Actiengesellschaft mit einem Hoch begrüßt. — Die Schiffe landeten nun bei Bug, woselbst die Gesellschaft der Harmonie der Architekten wartete. Diese riefen ihr vom Flusse ein jubelndes Hoch zu, wurden am Ufer von den Vorständen, dann von der Gesellschaft mit einem herzlichen Hoch empfangen, wofür Pro— fessor Stier in feurigen Worten dankte, besonders hervorhebend die über alle Erwartung freundliche, herzliche Aufnahme des Vereins in der schönen anmuthigen Stadt Baniberg, und zumal in dieser lie—⸗ benswürdigen Gesellschaft, wodurch gewiß ein Band mehr der herz⸗ lichen Vereinigung zwischen Süd- uͤnd Nord-Deutschland geknüpft werde. Bei ihrer Rückfahrt wurden die Architekten oberhalb der Stadt von dem Liederkranz und der Landwehrmusik mit einer Sere
nade überrascht, während aus dem Garten der Concordia bengalische Feuer die ganze Gegend in glühende Erleuchtung versetzten, und der Vollmond seine Strahlen herabwarf, um den Reiz der nächtlichen Landschaft zu erhöhen.
Nürnberg, 11. Sept. Se. Kaiserl. Hoheit der Erzherzog Albrecht von Desterreich langte gestern Nachmittag, von Aschaffenburg kommend, in Begleitung des Generals und Oberst⸗Hofmeisters Barons von Birtet und des Majors und Kammerherrn Grafen von Braita hier an, und setzte heute die Reise nach Wien fort.
Sachsen. Dresden, 13. Sept, 18. 3) Von Sr. Excel⸗ dem Königl. Sächsischen Staats- Minister von Lindenau, wurde in Altenburg eine vereinigte Deputation des Stadt-Rathes und der Stadtverordneten hiesiger Residenz empfan⸗ gen, welche ihm, dem treuen Hort der sächsischen Verfassung, dem äufrichtigen Freunde des Bürgerthums, in dankbarer Anerkennung
Berlin, 15. Sept. Das heute ausgegebene Justiz⸗ Mini⸗ sterialblatt enthält 1) eine allgemeine Verfügung vom 14. September, worin sämmtliche Gerichts Behörden auf die in die Bestätigung des Statuts des schlesischen Vereins der Freiwilligen aus den Jahren 1813 — 1815 aufgenommene Allerhöchste Ordre vom 2. Mai d. J. aufmerksam gemacht werden, durch welche genehmigt worden ist: daß bie von dem Verein verliehenen Unterstützungen von keinem Gläubiger mit Beschlag belegt werden können; 2) eine Verfügung vom 4. Sep- tember, betreffend die Gebühren der Sasth een enn in Bagatell⸗ sachen; 3) einen Plenar-Beschluß des Königlichen Geheimen Ober— Tribunals, vom 12. Juni d. J., wodurch mit Bezugnahme auf das Allgemeine Landrecht Theil II. Titel 16 6 154 festgestellt wird, daß der Schürfschein für die Dauer seiner Gültigkeit das Feld dergestalt deckt, daß dadurch die Muthung eines zufällig Findenden ausgeschlossen werde; I) einen Bericht und Plenar⸗-Beschluß des Königlichen Ge⸗ heimen Sber-Tribunals, — betreffend die Frage: ob in revisorio materiell zu erkennen, wenn in zweiter Instanz nur auf den Grund Einer von mehreren Einreden die Abweisung des Klägers erfolgt ist und diese Einrede vom Revisions-Richter verworfen wird.
Berlin, 15. Sept. nasium zu Königsberg in der Neumark, fessors beigelegt worden.
Dem Oberlehrer Dr. Haupt, am Gym ist das Prädikat eines Pro⸗
. Berlin, 14. Sept. Ein Artikel aus Berlin 5. September in Nr. zb. der Barmer Zeitung theilt die Nachricht mit: „Die Veröffentlichung des Urtheils des Ober-Censurgerichts in der Bendaschen Angelegenheit sei die Veranlassung geworden, daß der Minister des 22 er reren Bie Anweisung ertheilt habe, daß sie künftig ö,. über die Zulässigkeit dieser Urtheile wachen und in den be= treffenden Hillen sreichen sollten, was sich nicht für die Oeffentlichkeit Rieme ˖ , ,,, können wir hiermit aus bester Quelle für 6 2 egründet erklären. Der Minister des Innern hat von dem en, we Fall überhaupt keinen zune zu einer Anweisung an die Censoren genommen und dieselben auch sonst keineswegs dahin in⸗ struirt, „über die Zulässigkeit der ober- censurgerichtlichen Erkenntnisse strenger zu wachen und,dat mn zu streichen was sich fir die Deffentlichtei nicht zieme.“ Eben so unrichtig wie diese Prämisfen ist die in jenem Artikel daraus gezogene Folgerung: „Bei Beschwerden über derartige Entschei⸗ dungen der Censoren würde das Dber=Censurgericht ba über sich selbst Recht zu sprechen haben, ein Fall, der in der bisherigen rd der preußischen Gerichte noch e n , sei. Es ist gar nicht
davon die Rede gewesen, daß die Censoren solchen Erkenntnssen des lenz,
gestern des Vormittags
) Wir haben den hier folgenden Theil des Berichtes über die Schluß Sitzung des rheinischen Landtages zwar bereits in Nr. 25 der Allg. Preuß. Zeitung von 25. Juli mitgetheilt, halten es jedoch der leichteren Uebersicht wegen für geeignet, den Abdruck desselben hier zu wiederholen.
Ober ⸗Censurgerichts, die mit Genehmigung oder gar auf Veranlassung dieser Behörde selbst veröffentlicht werden sollten, die Druck ⸗Erlaubniß ; Kein Censor würde Bedenken tragen, ein mit Genehmigung oder auf Veranlassung des Ober⸗Cen⸗ surgerichts, dem der Königliche Wille die höchste Entscheidung über das Maß der öffentlichen Mittheilung durch die Presse anverkraute, zu veröffentlichendes Erkenntniß mit seinen Gründen ohne Weiteres Ganz anders verhält es sich dagegen mit solchen Erkenntnissen und deren Gründen, welche von Privat- Personen ohne Vorwissen und Geneh⸗ migung des Gerichts zum Druck bestimmt und deshalb zur Censur Das Ober-Censurgericht entwickelt in Fällen die⸗ Gründe x J Sie werden den Parteien nur in der Absicht eröffnet, dieselben von der Auf. Rechtmäßigkeit des für oder wider sie gefällten Urtels zu überzeugen.
In solche Entscheidungsgründe können in einzelnen Fällen allerdings
fragen bilden, Stellen oder Aeußerungen übernommen werden, die gerade von dem Gericht ale die nicht zum Druck geeigneten erkannt,
drücklich bezeichnet, dessenungeachtet aber ohne Verletzung der Gesetze und des eigenen Ausspruchs des Ober-Censurgerichts nicht zur Veröffentliching durch den Druck zugelassen werden können. Ganz
1
unter dergleichen besonderen Voraussetzungen die Druck-Erlaubniß versagt werden, so kann allerdings Beschwerde geführt werden, das Ober⸗Censur⸗
1
J t das aber r sondern lediglich darum: ob jene Gründe ohne Genehmigung des Ober-Censurgerichts in ihrem gan—
Die gänzliche Verschiedenheit dieser beiden
seiner Verdienste um die größere Selbstständigkeit der Städte des
war. Dresden forthin als Bürger anzugehören.
Baden.
zu bewahren sei. des Herrn von Göler bei dem Duell, setzt sich also durch sein Er
scheinen jedenfalls allen Folgen und Strafen aus, die das Gesetz ge— Dieses edelmüthige Benehmen hat hier all—
gen ihn verhängen kann. gemeine Bewunderung erregt.
greisen General-Lieutenants Stockhorner von Starein hat hier unter allen Ständen, besonders unter dem Militair, eine große Theilnahme erregt. Er starb drei Tage nach zurückgelegtem 7östen Lebensjahre und 55jährigen treu geleisteten Militairdiensten an der Herzwasser⸗ sucht. Im Jahre 1788 war er in badische Dienste getreten und hatte seit 1792 alle Feldzüge mitgemacht. Er war bei Bürgerschaft und Militair gleich sehr beliebt und hatte von der Stadt Mannheim, de⸗ ren Kommandant er war, einen silbernen Eichenlaub-Kranz als ehrende Bürgerkrone erhalten.
Grsh. Hessen. Mainz, 9. Sept. (Schw. M.) An einem der nächsten Montage wird die bekannt gewordene Sache des Schnei ders Peter Fuhrmann von Büdesheim in Rheinhessen, der wegen Muttérmordes zum Tode verurtheilt ist, vor dem hiesigen Cassations hofe zur Verhandlung kommen. Die kürzlich durch die öffentlichen Blätter verbreitete Nachricht, daß der Cassationshof sein Urtheil be— reits abgegeben habe, war voreilig.
Grh. Oldenburg. Oldenburg, 9. Sept. (Brem. 3.) Heute Nachmittag um 1 Uhr starb unser erster Staate und Kabl= nets Minister und Ordens⸗-Kanzler, der Geheime Rath Günther Hein⸗ rich Freiherr von Berg Excellenz (geboren gin 27. November 1765 zu Schreigern bei Heilbronn. Ein seine Gesundheit seit Jahren un tergrabendes und immer nur geheiltes Halsübel führte, verbun den' mit einer bei so hohem Alter nicht auffallenden allgemeinen Schwäche, den schon längere Zeit voraussichtlichen Tod auf eine für den Hingeschiedenen ruhige und schmerzlose Weise herbei. Der Staat verliert viel an ihm. Bekanntlich begann er seine Laufbahn als Prak tikant bei den vormaligen Reichs Behörden zu Wien und Wetzlar, nahm auf Pütter's Veranlassung den Lehrstuhl des deutschen Staats rechts an der Universität Göttingen im Jahre 1793 ein, wurde im Jahre 1800 als Hof— und Kanzlei-Rath und advocatus patriage (Minister-Konsulent) in Hannover angestellt, trat 1810 als Regierungs⸗Präsident in schaumburg⸗ lippesche Dienste, besuchte als bevollmächtigter Gesandter für Schaumburg-Lippe und Waldeck den Wiener Kongreß von 1815, an dessen Verhandlungen er lebhaf— ten Antheil nahm und blieb nicht ohne Einfluß auf die Abfassung der deutschen Bundes⸗Akte. Von dem hochseligen Herzog Peter Friedrich Ludwig, dem er bei dieser Gelegenheit bekannt wurde, nach Beendi⸗ gung des Kongresses als Präsident des Ober Appellationsgerichts zu Oldenburg und zugleich als Gesandter am deutschen Bundestage für die zur Führung der 17ten Stimme berechtigten Staaten (Oldenburg, die anhaltschen und die schwarzburgschen Fürstenthümer) angestellt, bekleidete er diesen Posten bis zum Jahre 1821, in welchem er als Mitglied des Staats- und Kabinets-Ministeriums mit dem Titel Geheimer Rath in die Verwaltung übertrat, wobei er jedoch seine Stelle als Präsident des Ober-Appellationsgerichtes beibehielt, die er erst nach dem Regierungsantritte des jetzigen Großherzogs (Mai 1829) aufgab. Jetzt widmete er sich ausschließlich den durch eine neue Organisatioꝛ der Ober-Behörden sehr vermehrten Kabinets-Geschäften und nahm im Jahre 1834 in Begleitung eines seiner jüngeren Söhne, des jetzigen Amtmanns und Kammerjunkers von Berg zu Hooksiel, als Gesandter an den damaligen wiener Mi— nisterial-Konferenzen Theil. Seine ausgezeichneten Dienste fanden theils in dem unbedingten Zutrauen seines Landesherrn, welches ihm bis ans Lebensende bei fast ununterbrochener Geschäftsthätigkeit in vollem Maße verblieb und sich in Ehrenbezeigungen, wie die Verleihung des Titels eines Staats- und Kabinets-Ministers mit dem Prädikate Excellenz und die Ernennung zum Kanzler des im Jahre 1838 er richteten oldenburgischen Haus- und Verdienstordens, kundgab, theils in der Erhebung in den österreichischen Freiherrnstand von Seilen Sr. Majestät des Kaisers von Oesterreich und in mehreren rden: Verleihungen auswärtiger Fürsten ihren äußeren Lohn.! . 3m Ge biete der Literatur, der er nur in jüngeren Jahren seine Kräfte wir mete, zeichnete er sich als Publizist hauptsächlich durch das deutsche
Polizeirecht und die Abhandlungen über die rheinische Bundesakte aus.
Schwarzb. Sondershausen. Son dershausen, 7. Sept (D. J.) Heute erfolgte die Eröffnung unseres ersten Landtages. Ihr zing eine gottesdienstliche Feier in der Hauptkirche unserer Stadt Foraus, und nachdem darauf die sämmtlichen Abgeordneten dem Für⸗ sten vorgestellt worden, wurde der Landtag um halb 12 Uhr, Mittags burch den Geh. Rath von Kauffberg, als Chef des Geheimeraths— Kollegiums, eröffnet. Mit schlichten, herzlichen Worten machte der Nestor unserer Beamten (er feierte bereits voriges Jahr sein Dienst— Jubiläum) die Abgeordneten der Stände auf ihren hohen Beruf zufmerksam, und sprach die Versicherung aus, daß der Fürst allen gutgemeinten, billigen Vorschlägen derselben gern sein Ohr neigen werde. Zum Beweise, wie sehr es dem Landesherrn am Herzen liege, die Lasten seiner Unterthanen zu vermindern, wurde ein höchstes Reskript vom heutigen Tage bekannt gemacht, nach welchem dem Lande diejenigen 100,000 Rthlr., welche es, nach dem der Verfassung beigefügten Patente, als Vergütigung für die bereits von der fürstlichen Kammer gebauten und jetzt von ihm über nommenen Kunsistraßen an erstere zu, bezahlen hätte, gänzlich er⸗ lassen sind; eben so beansprucht der Fürst als Entschädigung für die dem Lande abgegebenen Einnahmen von den Konzesstonen zu Gewer⸗ ben und dergleichen statt der früheren 19,090, jetzt nur 11,000 Rth!r. Namens des Präsidenten der Stände-Versammlung drückte der Ab⸗ geordnete von Greußen, Bürgermeister Huschke, züvörderst das Be— bauern der Stände darüber aus, daß der Landesherr nicht persön⸗ lich der Eröffnung habe beiwohnen können, und sprach dann mit kurzen und kräftigen Worten den Dank der Stände für das fürstliche Geschenk und den Wunsch aus, daß die Staats⸗Regierung mit ihnen Hand in Hand gehen möge, um dadurch das gewünschte, glückliche Ziel zu erreichen.
Vaterlandes und seines der Stadt Dresden vielfach bethätigten Wohl⸗ wollens, das Diplom des ihm am 14. September dieses Jahres ver⸗ liehenen Ehrenbürgerrechts hiesiger Stadt zu überreichen beauftragt Se. Excellenz geruhten, diese Urkunde mit der Versicherung anzunehmen, daß es ihm zur besonderen Freude gereiche, der Stadt
Karlsruhe, 11. Sept. (JF. J.) Ein vorgestern hier verbreitet gewesenes Gerücht über ein neues, in der Göler⸗ Haberschen Streitsache stattgefundenes Duell hat keine Bestätigung gefunden. Als Ducllanten waren nämlich Herr von Sarachaga und General Rosen genannt worden; nun aber hat sich an demselben Tage Herr von Sarachaga freiwillig vor Gericht gestellt, weil die Untersuchung ohne ihn nach seines Freundes J. von Göler's Tode doch nur unvoll— ständig geführt werden könne, da Niemand so vollständige Aufschlüsse zu geben im Stande und dadurch nur das Andenken des Verstorbe⸗ nen vor jeder Verunglimpfung durch einseitige Darstellungen der Sache Herr von Sarachaga war bekanntlich Sekundant
Die Nachricht von dem unerwartet schnell erfolgten Tode des
Holste in. Kiel, J. Sept. (K. Korr. Bl.) Gestern wurde hier im Ballhause eine Bittschrift an Se. Majestãt unterzeichnet, welche bittet, daß keine dänische Töchter⸗Bank in den Herzogthümern errichtet werden möge, wenigstens nicht ehe der Rath der Stände⸗ Verfammlungen gehört worden sei— Die Bittschrift wird an Se. Majestät nach Rendsburg eingesandt werden. Aehnlich Bittschriften werden in mehreren Städten Holsteins vorbereitet, Aus dem Amte Tondern sollen 17 Bittschriften gegen die dänische Töchter⸗Bank an Se. Majestät nach Föhr gelangt sein; auch soll eine Abordnung aus der Landschaft Eiderstedt den König gebeten haben, eine solche Töch⸗ ter Bank nicht zu gestatten.
. Vi. , 12. Sept. Se. Kö⸗
Freie Städte. Frankfurt Vi. ö . Preußen sind gestern aus Düs⸗
nigl. Hoheit der Prinz Friedrich von seldorf hier eingetroffen. Oesterreichische Monarchie.
Prag, 3. Sept. (Wien. 3. ). Zu den diesjährigen Waffen⸗ Uebungen in Böhmen sind in 3 Tüöisionen oder 7 Brigaden 1 Ra vallerie Regimenter, 3 Bataillons Grenadiere, 13 Bataillons Jufan⸗ terie, 4 Bataillons Jäger und Kavallerie und 5 Fuß- Batterieen konzentrirt. ö
Heute treffen Kozomin und Weltrus ein, die Positionen von Klecan,
die sämmtlichen Truppen in den Bivouals bei marschiren von da am 4. September in Zdibsko, Wetrusic und Kljcan, und am Ften nach Prag, woselbst sie theils ihre Kasernen, theils das Lager bei Holefowic, theils ihre sonstigen Kantonnirungen— beziehen. Am Ften sinden theils beim Invalidenhause, theils bei Holesowie, theils bei Prosik brigadeweise Feld⸗Uebungen statt. Der 8. September. ist zu elner Kirchen-Parade unter dem Kommando Sr. Kaiserlichen Ho⸗ heit des General-Majors Erzherzog Karl Ferdinand bestimmt. Am hten und am Iten, zwischen welchen der 10te als Ruhetag, finden wieder brigadeweise, am 12ten, 13ten, 11Iten, 15ten, 16ten aber Feld - Uebungen in Divisionen statt. Am 17 ten mar schiren die vier Jäger⸗ Bataillone und die Brigade Schlick bis Kre und Kundratie, am 18ten rücken sämmtliche Truppen bis Jessenitz, wo sie, so wie bei Giran, Bivouaks und Vorposten be⸗ ziehen. Am (yten findet ein Feld Manöver bis über Sulic lbei Stjrim) und von dort zurück bis Stirmeric und Radesowic statt, bei welchen letzteren Orten mit ausgestellten Vorposten bivouakirt wird. Am 20sten zieht sich das Feld Manöver bis Prag zurück. Nach einem allgemeinen Ruhetag wird am 22sten unter dem Kommando des Feld⸗ märschall Lieutenants Baron Kreß bei Prosik über sämmtliche Trup⸗ pen Revue abgehalten werden, und nach einem abermaligen Ruhetag schließt die Trüppen⸗Konzentrirung am 24sten mit einer großen Kir⸗ chen Parade sämmtlicher Truppen unter dem Kommando des Feld⸗ marschall-Lieutenants Baron Sunstenau.
Frankreich.
Paris, 10. Sept. Man schreibt aus Eu vom Sten d.: „Um 5Uhr früh haben der Herzog und die Herzogin von Sachsen-Koburg das Schloß verlassen, um sich nach Brüssel und von dort nach Ko⸗ burg zu begeben. Mittags ließ der König die Truppen, welche in der Gegend von Eu und Treport zusammengezogen sind, die Revue passiren, und theilte dann eigenhändig den Srden der Ehren -Legion an verdiente Offiziere und Soldaten aus. Die Truppen riefen in voller Begeisterung: „Es lebe der König!“ und defilirten mit klin⸗ gendem Spiele. Sie werden sich morgen in ihre respektiven Stand⸗ guartiere zurückbegeben. — Heute früh um 190 Uhr erschien Herr von Salvandy im Schlosse, und ward sogleich von dem Könige empfangen. Um 8 Uhr Abends langte ein von der Königin von England abgesandtes Dampfboot an, welches die Nachricht von der glücklichen Landung Ihrer Majestät auf britischem Boden brachte. Der Eapitain des Dampfschiffes überreichte dem Könige ein an Se. Majestät gerichtetes Schreiben seiner Souverginin.“
Auf telegraphischem Wege ist nach Toulon der Befehl gesandt worden, ein Schiff nach Tunis abzusenden, welches dem Befehlshaber der vor Tunis stationirten französischen Division die Ordre überbrin— gen soll, sich sogleich nach der Küste von Catalonien zu begeben, um die dortigen Franzosen zu beschützen. Zugleich ist das Dampfboot „le Grondeur“, in Folge der dem französischen Konsul zu Jerusalem widerfahrenen Beleidigung, nach der Levante abgegangen.
Man versichert, daß heute im Marine⸗ Ministerium Depeschen aus Algier eingegangen wären, wonach sich wieder einige Stämme im Osten empört hätten, und daß der Marschall Bugeaud genöthigt sein werde, eine neue Expedition nach dieser Seite hin auszusenden. Es hieß, daß Abd el Kader selbst sich in jenen Gegenden befände, und ansehnliche Streitkräfte um sich gesammelt hätte.
Der König hat sich während der Anwesenheit des englischen Ho— fes in Eu vielfach mit dem Capitain Hall, Befehlshaber der Königl. Nacht „Victoria und Albrecht“ unterhalten. Dieser Offizier ist erst kürzlich aus China zurückgekehrt und hat den ganzen dort geführten Krieg mitgemacht. Der König achtete mit besonderem Interesse auf die Versicherungen des Capitains, daß eine vortheilhafte Handels⸗ Verbindung der europäischen Staaten mit dem himmlischen Reiche sehr leicht herzustellen sein dürfte.
Der Dienst der transatlantischen Dampfschiffe soll binnen ein paar Monaten ins Leben treten. Es werden vier Haupt- und vier Nebenlinien eingerichtet. Die erste Hauptlinie geht von Havre nach New-⸗Nork, die zweite von Bordeaux nach Martinique; die Schiffe werden zu Corufsia und bei den Azoren anlaufen; den Rückweg zwischen Martinique und Bordeaux legen sie ohne Aufenthalt zuruck. Die dritte Hauptlinie geht von Niarseille nach Martinique; die Schiffe berühren Barcelona, Cadir und Madeiraz die Rückfahrt geschieht di⸗ rekt. Die vierte Hauptlinie geht von St. Nazaire nach Brasilien. Stationsorte sind Lissabon, Gorée, Fernambuco, Bahia und Rio Ja⸗ neiro; die Rückfahrt geschieht direkt. Die erste Nebenlinie ist von Martinique nach der Havanna, mit den Zwischen-Stationen St. Tho⸗ mas, Portorico, Cap Haitien und St. Nago de Cuba. Die Rück— fahrt geschieht in derselben Weise. Die zweite Nebenlinie ist von der Havanna nach Mexiko, mit den Stationsorten Veracruz, Tampico, Galveston und Neu Orleans. Die Nückfahrt geschieht in derselben Weise. Die dritte Nebenlinie ist zwischen Martinique und der Terra⸗ sirma; die Stationsorte sind CEhagräs, Carthageng, Santa. Martha und Laguayra; sie kehren über Lagüayra nach Martinique zurück. Die vierte Nebenlinie ist auf Brasilien eingerichtet und geht zwischen den Häfen von La Plata, Montevideo und Buenos-AUyres.
Grossbritanien und Irland.
London, 9. Sept. Die Politik der Regierung in Irland, welche dem gefährlichen Treiben des Agitators bis jetzt nicht das ge⸗ ringste Hinderniß in den Weg legte, scheint doch am Ende unter den dortigen Verhältnissen die einzig anwendbare gewesen zu sein, welche man wählen konnte. Sie beginnt jetzt ihre Folgen zu äußern, die auf ein nicht mehr fern liegendes Aufhören der Repeal- Bewegung hindeuten. Es ist zwar schwer zu bestimmen, ob dies Aufhören nach dem Wunsche der Negierung in friedlicher Art stattsinden wird, und ob die aufgeregte Vollsmasse von hundert Tausenden, welche wirklich unter unnatürlichen Verhältnissen im größten Elende und in der zuversichtlichen Hoffnung lebt, daß in Folge der Repeal
497
dies Elend aufhören werde, sich aller Gewaltthätigkeiten enthalten wird, aber es erscheint doch nach den jetzigen Anzeichen wenigstens so viel als gewiß, daß die Bewegung in Folge . Politik der Minister ihrer Endschaft nahe ist. Diese Anzeichen sind ein Fallen der Jiepeal⸗ Rente unb' eine minder kühne und bestinunte Sprache O Connell's seit der Thron⸗Rede der Königin. Die nichtsthuende Politik der Regierung ist dem Agitator gefährlicher geworden, als , , . Maßregeln der stärksten Regierung es gewesen wären, . sieht sich am Ende seiner Wirksamkeit auf friedlichem Wege zur rtreichung seines angeb⸗ lichen Ziels, der Trennung der Union. Connell ist ein zu kluger Mann, um seine Bemühungen, die Trennung der Union herbeizu⸗ führen, nur einen Augenblick für ersolgreich gehalten zu haben; wäh⸗ rend er mit den lebhaftesten Farben irlndischer Berebtsamkeit die künftigen glorreichen Tage, der , . ausmalte, er⸗ kannté er sicherlich in seinem eigenen Geiste, daß Irland niemals zur Selbstständigkeit gelangen könne, und man beleidigt wirklich seinen Verstand, wenn man dies bezweifelte. auch gehabt haben mag, ihn' zum Handeln bestimmt haben, hörliches Dellamiren das Volk und dem Glauben veranlaßt, daß ruhe. Bis zu einem gewissen dem e ; die Agitation ist dem Agitator über den Kopf gewachsen.
.
so hat er doch durch sein unauf⸗ die katholische Priesterschaft zu
Das Volk
nichts bewirkt, weder Parlament, noch Regierung zum Wanken ge bracht haben. J zu , ind;
geht er entweder vorwärts, und fängt an, Friedensrichter einzusetzen oder sein Parlament einzurichten, und verfällt den Gesetzen für Hoch— verrath, oder er geht zurück, denn stillstehen kann er nicht, und sucht die Agitation zu beschwichtigen. j . ersten Weg nicht wählen wird; ob er aber auf dem zweiten reussiren wird, steht dahin. Ende nehmen, denn sie wird Agitator selbst beschwichtigt. in zwei dene Stimmen in England. Ver dubliner Korrespondent Standard zweifelt nicht an dem Gelingen der Beschwichtigung de— Bewegung von Seiten O'Connell's. „Sein Einfluß“ sagt der
so zahlreich, daß ich wenig daran zweifle, es werde ihm diese Beschwich
offen steht. In der Erwartung, hat es mich t 1 Montage davon reden zu hören, daß man gar, nicht nöthig habe, irgend etwas zu übereilen, denn in vier oder fünf Monaten trete ja erst das Parlament wieder zusammen. gab, daß, „so lange er lebe der Kampf um die Repeal nur ein friedlicher sein werde. Geschickt hat er auf diese Weise bereits be— gonnen, das Volk mit dem Gedanken an eine mögliche Verzögerung vertraut zu machen, erst auf Monate, dann auf Jahre, denn noch vor wenigen Wochen hat er wiederholt die Hoffnung ausgesprochen, daß ihm noch manches Lebensjahr beschieden sein möge.“ Die Times sieht nicht dieser friedlichen Lösung der irländischen Wirren entgegen, obschon auch sie den Tag der Entscheidung in Folge der Politik der Minister für herbeigekommen wähnt. Aber sie bezweifelt die Macht O'CEonnell's über den Sturm, den er heraufbeschworen, Meister zu bleiben, und erwartet darum traurige Exzesse. „Es ist gefährlich“, sagt dies Blatt, „mit der Geduld irgend eines Volkes zu spielen; es'ist am allergefährlichsten, mit der Geduld des irländischen Volles zu spaßen. Das Volk mag wohl organisirt sein; aher keine Orga nisation kann das Aufbrausen des heißen Blutes sänftigen oder den Stürmen angeborener Leidenschaft Einhalt thun. Sie haben sich es einmal in den Kopf gesetzt, den Schlag für die Unabhängigkeit zu thun und sie werden ihn schlagen, Früher oder später werden sie die Zeit für herbeigekommen erklären, Laß man handeln müsse, und wer! wird ste zuriücckhalten? Die Nepeal= Vorsteher? Was können solche Vorsteher mit einem Volke anfangen, das feine Priester bereits in Angst gesetzt hat?“ Dem Algitgtor rn phezeit dann die Times ein schlimmes Ende: Reisende im Osten beschreiben als ein erschütterndes Schauspiel den Kampf zwischen dem indischen Schlangenbeschwörer und seinem erzielten Opfer. Ein Mo⸗ ment des Stillstandes, ein Blinken des Auges und alles ist derloren. Mit dem Verlust der Macht kommt mit einem Male die Vernich⸗ tung; aber noch ein fürchterlicherer Kampf als dieser ist der, welchen die Kunst des Demagogen und die Leidenschaften eines auf⸗ geregten Volkshaufens hervorrufen. Wie bald verwandelt eine Revolution das Idol und in Opfer der Volkswuth! Welche Erniedrigung geht so tief, als jene, die den erwartet, welcher einen Volkshaufen nicht mehr zu bändigen vermag?“ Mit Besorgniß sieht so die Times der Zukunft entgegen, und kann sich darum nicht enthalten, der Re⸗
gierung ihrer grausamen Politik wegen einen Vorwurf zu machen. n politisch oder förderlich, Menschen so weit zu trei ben? Ist es weise für einen Staatsmann, ist es recht, einen Bürgerkrieg zur Bestrafung eines Demagogen hervorzu⸗ rufen? ein Volk zur Rebellion zu zwingen, damit der eine Mann durch dieselbe vernichtet werde? dies gleichgültige Zusehen kann eben fo viel Unheil anstiften als die grausame Verfolgung.“ Die Times hat nämlich eine Unterdrückung der Repeal-Bewegung gleich zu Anfange derselben im Januar angerathen, und darum mit der zögernden Politik der Regierung sich niemals zufrieden gezeigt.
Nach der Morning Chronicle steht Lord Stuart de Nothesay im Begriff, geschwächter Gesundheit wegen seinen Botschafterposten in St. Petersburg zu verlassen, und das Whigblatt ermahnt die Regierung, diesen Posten, den wichtigsten von allen des Kontinents, mit einem fähigen Diplomaten zu besetzen, um so einigermaßen ihre Vernachlässigung der auswärtigen Politik von dieser Seite wenigstens gut zu machen. 9 .
In Bezug auf den kürzlich in den Gewässern von New⸗Found⸗ land stattgefundenen verdrießlichen Vorfall (mit dem Worte. unto ard bezeichnen denselben die Blätter), von der Tödtung eines französischen Fischers, giebt der Morning Herald folgende Nachricht: Der Besitz der Insel New=⸗Foundland gehört durch den Frieden von Utrecht (1713), welcher durch die Traktate von 1763 und durch den Vertrag von Amiens 1802 bestätigt wurde, ausschließlich den Engländern. Dagegen steht den Franzosen wieder ausschließlich das Recht zu, an den' Küsten dieser Insel zu fischen, und zwar vom Kap St. John im Osten der Küste bis zum Kap Ray im Südwesten derselben. Die Franzosen haben das Recht, Zelte zu errichten, um ihre Fische zu trocknen, aber ihnen steht nicht zu, bleibende Niederlassungen zu gründen. Als Stationen, wo sie sich erfrischen und ausruhen kön⸗ nen, sind ihnen die kleinen Inseln, gegenüber der Südküste New⸗ Foundlands, Langley, Miquelon und St. Pierre, angewiesen worden. Da ste aber nur' das Recht haben, bis zur Mitte des zwischen diesen Inseln in New-Foundland belegenen Kanals zu. fischen, so werden sehr leicht und häufig durch eine Ueberschreitung dieses Rechts Kollisionen herbeigeführt.
. g gi testanten in Irland, welche den Plan gefaßt hatten, einen
Anti⸗Repeal⸗Verein zu bilden und zu diesem Zweck ihre erste Versamm⸗
das Heil Irlands auf der Repeal be⸗
Punkte konnte er sich gemächlich von z 59 10 tz 35 Sr 2 o
Strome treiben lassen, aber jetzt kommt er dem Strudeln nahe; '
verlangt Resultate und ist dieser Declamationen müde, welche noch
Korrespondent, „ist so groß, und die Hülfsquellen seines Scharfsinns
denn auch nicht Wunder genommen, ihn am vorigen
Am folgenden Tage führte O'Connell diese Demonstration weiter aus, indem er die Versicherung
lung am Tten in Belfast zu halten,
9
n d
haben in Folge der mannigfachen n sie ergangenen Aufforderungen, von ihrem Vorhaben abzustehen, um icht den? Repealern neuen Anlaß zur Aufregung zu geben, ihren Plan
ahin abgeändert, daß nur eine schriftliche Erklärung unterzeichnet
werden solle, wodurch die Theilnehmer sich verbindlich machten, gemäß der in der Thron- Rede ausgesprochenen Erwartung mit Gut und Blut
für die Aufrechthaltung der Union zu wirken.
Ein aus den vornehm-
sten Pairs und den angesehensten Grundbesitzern gebildeter Ausschuß
h
at die Ausführung dieser Resolution übernommen.
Schweden und Uorwegen. Stockholm, 6. Sept. Im Jahre 1842 sind in Schweden
76 Preßfreiheitssachen behandelt worden, von welchen 74 beim Schlusse
des Jahres entschieden und 2
ahres ent unentschieden geblieben waren. Vermittelst Schreibens vom 30. April 1841 gaben die Reichs-
stände dem Könige ihren Wunsch zu erkennen, daß die Sklaverei auf
. Welche Beweggründe er aber St. Barthelemy abgeschafft werden möge. ob Patriotismus oder niedere Selbstsucht König dem Kemmandanten der Kolonie, dem Obersten Haasum, mit⸗
Dieses Schreiben ließ der
theilen, der hierauf in Folge der dabei an ihn ergangenen Aufforde⸗
Also O'Connell ist gezwungen zum Handeln; und zwar
Es ist klar, daß er den
In beiden Fällen muß indeß die Bewegung ein
entweder unterdrückt oder durch den Man vernimmt hierüber zwei verschie⸗ des
tigung, wie schwierig und bedenklich sie auch ist, gelingen. Er muß die Agitation suspendiren, denn das ist der einzige Rettungsweg, der ihm noch daß er diesen Weg einschlagen werde,
X Paris, 19. Sept.
ͤ
ö erklärt hat, daß die Sklaven auf jener Insel mit Nachsicht und Milde behandelt werden, daß aber nichtsdestoweniger die Abschaffung
der Elladerei in der Kolonie wünschenswerth, die Zahl der Sklaven ö. sei und die zur Loskaufung derselben erforderliche Summe 20,275 pfe. St. sein würde. Se. Maßjestät haben demnach unterm 30. Juli 1342 befohlen, daß diese Erläuterung mit dem Emancipations⸗-Vor⸗ schlage den Reichsständen bei ihrer nächsten Zusammenkunft vorgelegt und einstweilen die Stellung der Sklaven nach einigen vom Komman⸗ danten vorgeschlagenen Bestimmungen verbessert werden soll.
Spanien.
Paris, 10. Seyt. Telegraphische Depesche aus Spanien. ä 9. Sept. Der General Narvaez hat bei einer Musterung der Garnison (von Madrid) den Truppen die Anzeige ge⸗ macht, daß die zu Straf⸗-Arbeiten verurtheilten Soldaten des Regi⸗ ments „Principe“ begnadigt worden seien. Mehreren Offizieren, Un⸗ teroffizieren und Soldaten eben dieses Regiments, welche sich dem Aufstande entgegengesetzt hatten, sind Beförderungen und Decoratio⸗ nen verliehen worden. Die Truppen haben viel Enthusiasmus gezeigt. Madrid, 2. Sept. Im Castellano vom heutigen Tage liet man: „Der in Barcelona erscheinende Constitücional ent⸗ hält in seinem Blatte vom 27. August einen langen Artikel gegen den König der Französen, der leicht nachtheilige Folgen für Spanien haben könnte, wie Alles, was dies Blatt schreibt, dessen einziger Zweck ist, die Anarchie hervorzurufen und den Bürgerkrieg zu ent⸗ zünden. Ohne sich auf irgend eine Thatsache zu stützen, deklamirt es gegen den Einfluß, den Frankreich gegenwärtig auf die spanische Regierung ausübe, und behandelt den König Ludwig Philipp auf eine Weise, die man sich leicht denken kann. Wir, die wir keines⸗ weges Anhänger des Ausländischen sind, vielmehr unseren Ruhm darin suchen, reine Spanier zu sein, bedauern dergleichen Unvorsich⸗ tigkeiten schon deshalb allein, weil sie Spanien Unheil bereiten kön⸗ nen. Frankreich brauchte nur dem Don Carlos die Freiheit zu ge⸗ ben und ihm einige Unterstützung zu gewähren, um den Bürgerkrieg von neuem zu entzünden, dessen Ausgang zweifelhafter wäre, als jemals. Aber vielleicht ist dies eben der Zweck der Provocationen.
Wer kann das wissen?“
Man erfährt nun, daß Prim, als das dritte Freiwilligen Bataillon in Barcelona eingezogen war und auf dem Platze San Jaime sich zu verschanzen begonnen hatte, vor dem⸗ selben erscheinen wollte, um es von seinem Vorhaben abzubringen. Allein die Freiwilligen ließen ihn nicht einmal in ihre Nähe kommen. Von da begab er sich nun nach dem Fort Atarazanas, wo er gleich⸗ falls das Freiwilligen Bataillon der Junta, das dort, in Garnison liegt, haranguiren wollte, Dieses aber erwiederte mit dem Nufe: Es lebe bie Central-Junta, stellte sich unter Anführung seiner Offi= ziere in Schlacht⸗Ordnung auf und marschirte nach dem Platze, wo Las dritte Frei- Bataillon sich verbarrikadirt hatte. Dort angekommen, wurde es mit Jubel empfangen, und bald eilten noch andere zahlreiche junge Leute bewaffnet herbei, sich ihnen anzuschließen. Zu gleicher Zeit erließen die Insurgenten die folgende Proclamation, welche von Herrn Castells unterzeichnet ist, und der Bataillons ⸗Chef in der Na⸗ tional-Miliz von Barcelona, Mitglied der obersten Junta, und als solches zum Abgeordneten der barceloneser Junta zu der zu Madrid zusammenzuberufenden Central⸗Junta bestimmt war. „Catalonier!
Als man nach der Konstituirung des Ministeriums Lopez den wohlbe— gründeten Verdacht zu fassen begann, daß einige Undankbare sich ausschließ- lich der neuen Situation zu bemächtigen suchten; da erkannte ich selbst diese Infamie, als ich die geringe, Erwiederung sah, mit welcher diese Leute der Rberalen Partei die Edelherzigkeit bezahlten, womit sie ihnen in der Pro⸗ scription die Hand gereicht und sie im Schatten der Fahne der Einigung und der Freiheit in ihre Arme gedrückt hatte.
„Um mir in diesem Betreff eine tiefe Ueberzeugung zu begründen, habe ich verschiedene Gegenden Spaniens durchzogen, und überall hat sich der Wiederhall des Mißdergnügens vernehmen lassen, überall hat man begriffen, daß eine furchtbare Reaction das Leben des constitutionellen Systems be⸗ droht. In der Hauptstadt habe ich nichts anderes entdeckt, als Beste⸗ chung, Intrigue, Verführung und eine unaufhaltsame Tendenz nach dem Despotismus. Also darum ist das Blut so vieler Spanier, geliebter Söhne der Freiheit, geflossen, darum wären so viele Vermögen zu Grunde gegangen, darum hätten wir so viele Opfer dargebracht? Nein, die Frei⸗ hest wird in diesem klassischen und cixilisirten Lande nicht zu Grunde gehen, wie sehr dies auch den Tyrannen mißfallen möge.
„Catalonier! Ihr Alle, die ihr die Freiheit und den Fortschritt wollt, ihr Alle, die ihr ohne Hintergedanken und mit dem Hasse gegen jede Reac— fion die Tyrannei Espartero's niedergeschlagen habt, eilt zu den Waffen, und mit einer wahren Aufrichtigkeit vereinigt, rüstet euch, um zu verhindern, daß die Finsterniß des Despotismus nicht den Glanz eurer Lorbeeren zu trüben vermöge. Bei einem so großen Ziele und für eine so erhabene Sache werdet ihr mich stets an eurer Seite finden, als Soldat, Freund und Gefährten.
„Die Regierung, verführt durch einige Servile, beherrscht durch die Anfolderungen einiger Agenten von auswärtigen Kabinetten, welche die Uni- form spanischer Generale tragen, scheut sich nicht, die Mehrzahl der National— Milizen schmachvoll zu entwaffnen, verletzt die Constitution und die heilig⸗ sten Gesetze, indem sie willkürlich die Volks- Autoritäten, die wahrhaste Repräsentation des Volkes, absetzt, und sie will, ohne die unheilvollen Folgen zu erwägen, welche daraus hervorgehen können, die verhängnißvolle Lehre von der parlamentarischen Allmacht ausstellen, indem sie als zulässig annimmt, daß die gewöhnlichen Cortes das Grunde esetz des Staates abändern kön⸗ nen. Dutch diese Maßregel würden der Thron und selbst die Grundlagen der Gesellschaft erschüttert werden; mit dieser Maßregel, die nur eine Nach- ahmung dessen ist, was nach der Revolution von 1830 vor ing, will man die Zukunft der Nation in ein beständiges Schwanken 2 ohne in Erwägung zu ziehen, daß es in Frankresch sich um Freiheit oder Sllaverei handelte, und daß es in Spanien sich nur darum handelt, aus der Consti-
. 9. Mängel zu entfeinen, welche die Erfahrung darin hat wahrneh men lassen. 8 „Die Regierung hat die Nothwendigkeit einer Central ⸗ Junta aum und ungeachtet dessen hat sie sich geweigert, sie zu ver lamm nnn, Wunsches des Volles und einer feierlich übernommenen R
Regierung hat ihre Pflicht verletzt; sie hat verge sen e.,
diefem Lande ein Henimniß sein lann, einen