Als am 3. September zu Liebschau, Ablaßfeier gehalten wurde, und ein marien⸗ durch die Volksmenge hinritt, hielt diese sein st und stieß es mit Stöcken, worauf dasselbe
X¶doScͤirschau, im Kreise Dirschau, burger Kaufmann Pferd am Schweife fe einige Menschen b jener Kauft
nann vom Pferde und flüchtete sich in das Haus des
wesfender Gendarm wurde zur Erde
X Nawiez, 8. Sept. Die uns benachbarte fürstlich sulkows⸗ kische Stadt Görchen (polnisch Mieyska Gorka) ist in diesem Jahre zweimal von schwerem Brandunglücke betroffen worden, so daß jetzt
beinahe der ganze größtentheils von Ackerbau sich nährende s Ausnahme der beiden Pfarrkirchen und weniger anderer Gebäude in einen Schutthaufen verwandelt ist. durch das erste Feuer, das am 17. Mai ausbrach, 31 mit 52 Neben⸗ gebäuden, durch das zweite, das am 1sten zum Ausbruch kam, 1099 mit 104 Stallgebäuden und 44 Scheunen, nebst der Hospital Kirche, und dem Hospital eingeäschert. Die reichlich gefüllten Scheunen sind von den Flammen verzehrt; alle Habe der armen Einwohner ist ver⸗ Familien sehen, ohne Obdach, mit Verzweiflung der herannahenden rauhen Jahreszeit entgegen. .; thut hier die Hülfe barmherziger Menschenfreunde dringend Noth.
Johnhäusern wurden
nichtet, und Wenn irgend wo, so
Ausland.
Deutsche Bundesstaaten.
3a München, 19. Sept. der König hat, wie schon seit mehreren Jahren, an Seinem hohen Doppelfeste den Akt der Gnade geübt, für Kinder von Max-Josephs⸗ Ordens⸗ Gliedern abermals drei Präbenden zu begründen, und dadurch die Zahl der letzteren auf sechs und zwanzig zu vermehren. neugestifteten Präbenden geruhte Se. Majestät an die Generalmajors Tochter Therese Gräfin von Ysenburg, an die Oberstentochter Marie Spengel, und an die Oberst⸗-Lieutenantstocher Auguste von Heiligen⸗ stein zu verleihen. — Die Eleven der Königlichen Pagerie haben in den gegenwärtigen Herbstferien eine Reise nach dem Elsaß angetreten. . General⸗Zoll-Administrator von Bever hat sich näch dem Schlusse des Landtags zu den Zollkonferenzen nach Berlin begeben.
Se. Majestät
Bamberg, 10. Sept. In der heutigen (der letzten) Verei⸗ nigung der Architekten wurde die Wahl des Versammlungsortes und Vorstandes für 1814 berathen. Es waren die Städte Köln, Prag, Gotha. Heidelberg und Erfurt vorgeschlagen; hiervon traf Prag mit 12 Stimmen die Wahl; Köln bekam 34 Stimmen. Vorstand zählte 12 Mitglieder, welche beinahe sämmtlich wieder ge⸗ wählt wurden; als neu traten Professor Wiesenfeld aus Prag In⸗ spektor Streck aus Halle und Professor Heideloff aus Nurnberg ein. Nach einem Festmahle in dem schön geschmückten Saale der Concor— dia begab sich die Versammlung in den schön gelegenen Felsenkeller des Bierbrauers May, wo man bis spät in die Nacht verweilte. Viele Mitglieder der Vereinigung haben uns schon heute verlassen. Die übrigen, mit Ausnahme unserer einheimischen, werden ihnen mor⸗ gen folgen. ;
Der frühere
Baden. Karlsruhe, 12. Sept. (J. J.) In diesem Augen⸗ blick herrscht hier in allen Kreisen große bedauerlichen Streitsachen, des Duells d. M., die täglich noch vermehrt wird durch umgehenden Gerüchte, die größtentheils den wicker durch andere widersprechende verdrängt So viel ist sicher, daß die Untersuchungen, sow als der tumultuarischen Auftritte, mit allem und in letzterem Betreff beinahe täglich neue Vorladungen stattsinden. rachaga eine vollständige, von stellung der ganzen Sache, worin poss été,“ in vielen Stücken widerlegt we zu veröffentlichen beabsichtige, oder enkstellten Erzählungen dieser Male entgegen zu treten.
Mißstimmung in Folge der
und der Exzesse vom 5ten die vielen fortwährend anderen Tag schon und ersetzt werden. ohl wegen des Eifer geführt werden Verhaftungen oder daß Herr von Sa⸗— ihm vor Gericht beschworene, Dar⸗ die Haber'sche Broschüre „x- rden soll, durch den Druck um allen unrichtigen, unvol verwickelten Sache mit einem
Auch vernimmt man,
502
Karlsruhe, 12. Sept. Die hiesige Zeitung enthält unter den Inseraten folgende Erklärung: „Die in der Karlsr. Ztg. No. 2 a, geben Beschreibung des am von Haberschen fef ꝛ Hause am Abend des 5. d. M. begangenen Unfugs betreffend, kö nte eschädigte. Auf den Ruf: „schlagt ihn todt“, sprang een n, mit der Sachlage nicht bekannten 3 6 die . Meinung beibringen als ob derselbe von der hiesigen Bürgerschaf . . * —— 5) 1 ö ⸗ h Irger Ein zur Aufrechthaltung der * . 3 gutgeheißen worden sei Jener Artikel wird dahin . en geworfen und lebensgefährlich biesige Bürgerschaft nicht nur keinen Antheil an j 4 , verletzt. Auch mehrere andere Personen wurden beschädigt, im Hause engel n h . des Schulzen die Thüre erbrochen und die Fenster eingeworfen. . ᷣ Man wurde indeß doch der Unruhstifter Meister. Fünf derselben sind arretirt und dem hiesigen Land- und Stadtgericht übergeben worden.
2
billigt. Im Namen einer großen Anzahl Bürger, deren Unterschrif—
ten auf Verlangen vorgelegt werden.“ 3. Mecklenburg⸗Schwerin. Schwerin, 3Ztg.) Se. Königl. Hoheit der Großherzog
13 J hier wieder eingetroffen.
Holst ein. Kiel, 13. Sept. (A. M.)
nach Ploen zu begeben.
Von dort werden Sie morgen Abend hier eintreffen.
. ohenzolleru⸗Sig maringen. Sigmaringen, 8. Sept. Der regierende Fürst hat gestern, als am Z2sten Geburtsfeste des Durchlauchtigen Erbprinzen, zur Vermehrung des von Höchstdenselben als Erbprinzen im Jahre 18238 durch eine Schenkung von 10,000 Fl. gegründeten allgemeinen Landes Spital⸗Fonds die Summe von 50, 0h03 l. anzuweisen geruht. Durch dieses wahrhaft fürstliche Geschenk hat sich
der Fonds auf ungefähr 120,009 Fl. vermehrt, und es steht die bal dige Realisirung dieser wohlthätigen Anstalt in Aussicht.
Freie Städte. ** Frankfurt a. M., 13. Sept.
ö. 2 -. tur . Durchlaucht der Prinz August von Sachsen-Koburg und Höchstdessen Gemahlin, Ihre Königl. Hoheit die Prinzessin Clementine von Or⸗
leans, sind heute Vormittag, Se. Durchlaucht der Herzog von Sach
sen-Meiningen gestern hier angekommen, Wie man aus Wiesbaden vernimmt, wird die Vermählung Sx. Durchlaucht des Herzogs von Nassau mit einer hohen nordischen Fürstentochter im nächsten Früh⸗
zahre stattfinden.
Der hiesige evangelische Verein hält in Bezug auf die in näch ster Woche hier stattsindende konstituirende Versammlung der Gustav Adolph-Stiftung heute Abend eine Versammlung, Nach allem was
man hört, wird die Versammlung am 21. und 22. September zahl⸗
reich besucht werden und keiner der auswärtigen Vereine dabei un⸗ vertreten bleiben.
Hamburg, 16. Sept. Die Wöchentlichen Nachrichten theilen folgende Nachrichten über Hamburgs Neubau mit: Nach dem Be⸗ richte der öffentlichen Unterstützungs- Behörde brannten ab 1202 Erben: in' St. Peiri 50h, in St. Nikolai 4435, in St. Jakobi 257 Erben. Zur Herstellung derselben sind bis Ende Juli d. J. 1475 Bau⸗-Besichtigun⸗ gen gehalten, nämlich: in St. Petri 154, in St. Nikolai 206, in St. Jakobi 115. Davon waren bis zu derselben Zeit schon 268 unter Dach gebracht: in St. Petri etwa Hö, in St. Nikolai 126, in St. Jakobi 77 Erben. Die übrigen 207 Erben werden fact alle noch bis Ende d. J. unter Dach gebracht werden. Von den neu gebauten Häusern waren schon viele um Himmelfahrt d, J. bewohnt. Neue Bau-Besichtigungen werden unausgesetzt und allwöchentlich gehalten, iind wenn in' den ganz neu zu ziehenden Straßen noch nicht überall angefangen wird, zu bauen, so hat das seinen guten Grund darin, daß der Verkauf der neu eingetheilten Plätze begreiflich nicht übereilt werden darf. Die neuen Straßenzüge werden bis Ende dieses Jah res größtentheils hergestellt sein.
Curhaven, 9. Sept. Ritz eb. Z.). Das heute Morgen von Helgoland gekommene Dampfschiff „Elbe“ bringt von Norder⸗ ney die Nachricht mit, daß das zur Fahrt zwischen Bremen und Amsterdam bestimmte neue niederländische Dampfschiff „König Wil⸗ helm II.“, Eapitain Thormann, welches am 3Zten d. seine erste Rückreise von Vegesack nach Bremen antrat, in den letzten Stürmen in der Gegend von Borkum gänzlich verunglückt sei; nur die Mannschaft und die Passagiere, 80 Personen, sollen geborgen sein.
sondern denselben im höchsten Grade miß—
Sept. (Schwer. J Königl. Hoheit ind gestern Morgen und Ihre Königliche Hoheit die verwittwete Frau Großherzogin und Ihre Hoheit die Herzogin Louise gestern gegen Abend von Potsdam
ö Se. Masestät der König haben gestern Morgen Rendsburg verlassen, um sich zunächst nach, zu begeben. Sie geruheten mit dieser Reise eine Be sichtigung desjenigen Theils der Eisenbahn-Linie zu verbinden, welcher wegen der theils überwundendn, theils noch zu überwindenden Schwierig— keiten des Bodens dem Beschauer das größte Interesse darbietet. Heute haben Se. Majestät Sich über Lütjenburg nach Panker begeben, um den Landgrafen Friedrich von Hesse it ei Bes⸗ beehren Landgrafen Friedrich von Hessen mit einem Besuche zu beehren.
ration der Kathedrale von Paris zu bewerkstelligen sei.
richte des Großsiegelbewahrers hersorgeht. solcher Urtheile 7 gesprochen.
30, 1837: 33, 1838:
Frankreich.
Paris, 11. Sept. Wie es heißt, wird der Herzog von Nemours auf seiner Reise nach Loon am 19ten in Macon eintreffen; auf der Mairie wird ein Festball veranstaltet. Die Handels⸗Kammer von Lyon wird der Herzogin von Nemours eine werthvolle Robe überreichen, bie ein Mei⸗ sterstück der dortigen Fabriken ist. Sie wird ferner die Anwesenheit Ihrer Königl. Hoheit dadurch feiern, daß sie die Summe von 25, 00 0 Fr aussetzt, um sie bei der Sparkasse zu belegen und die über klemme Summen lautenden Sparkassenbücher an die Schüler der in der Stadt befindlichen Kommunalschulen zu vertheilen. . J Nachricht, daß Mendizabal sich nach London begeben habe
ist falsch; er selbst hatte dies Gerücht verbreitet. Er hat sich viel mehr bei dem jetzigen Zustande der Dinge in Spanien nach dem Departement, der oberen Pyrenäen begeben, um sogleich zur Hand zu sein, wenn die dortigen Angelegenheiten eine für seine Partei günstige Wendung nähmen. . ; Der Marschall Soult wird Ende der nächsten Woche auf das Bestimmteste in der Hauptstadt erwartet. . ;
. Nan schreibt aus Toulon vom 6. d.: „die Fregatte „Afri⸗ caine“, welche so eben aus Westindien anlangt, bedarf einiger Aus⸗ besserungen, worauf sie, zu einem langen Seezuge bestimmt ist. Der Contre⸗ Admiral Lainé wird seine Flagge an Bord derselben auj⸗ ziehen und an die Stelle des Contre- Admirals Massien de Clerval das Kommando der Station im stillen Ocean übernehmen. Auch die Korvette „Zelée“ soll ausgerüstet werden, um die Fregatte „Sabine“ abzulösen, die von Toulon nach Bourbon beordert wurde. Die „Sa bine“ dagegen soll sich der Escadre anschließen, die nach den chine sischen Gewãässern bestimmt ist. Der „Alger“ und der „Jamappes“ sollen von Tunis, wo sie sich jetzt befinden, nach Toulon zurückberufen
werden.“
Man beschäftigt sich jetzt viel damit, auf welche Art die Restau— Verschie dene
Pläne sind bereits vorgelegt, und man wird in der nächsten Sessio
die dazu nöthigen Jonds von der Kammer begehren. Von dem 1. Januar bis zum 1. Septeniber d. J. ist von den
serschiedenen Assisenhöfen des Königreiches über 51 Individuen das
Todes-Urtheil ausgesprochen worden. Wenn die Zahl derselben in den vier letzten Monaten des Jahres im gleichen Verhältnisse wächst,
so wird die Zahl der im Jahre 1843 gefällten Todes-Urtheile 81
erreichen, und also die höchste Zahl übertreffen, welche bis jetzt in einem zehnjährigen Zeitraume stattgefunden hat, wie aus dem Be
; s Im Jahre 1832 waren Aber wenn auch bis zum nächsten 1. Januar kein einziger solcher Fall mehr vorkäme, würde doch die Zahl 51 der höchsten gleich sein, die seit dem Jahre 1833 vorge kommen ist, denn es waren 1833: 142, 1834: 25, 1835: 54, 18356: 41, 1839: 39, 1849: 51 und 1841: 59. Wenn wir gut unterrichtet sind, soll die Zahl im Jahre 1842 nur
4 betragen haben. Das wäre eine starke Vermehrung von einem
Jahre zum anderen, und es möchte schwer sein, dafür eine genügende
Ursache anzuführen.
Die Ausstellung industrieller Erzeugnisse, die im nächsten Jahre stattfinden soll, ist die 10te seit der Stiftung dieser Ausstellungen; sie waren, mit Ausnahme von 1823, stets im Zunehmen begriffen, wie
folgende Zahlen ergeben:
die 1ste vereinigte 110 Industrielle im Jahre 1798 die 2te 220 9 ö 46800 die Zte 540 „1802 die Ate 42 = „1806 die Fte ; = » 1809 die 6te 18 n n 1873 die Tte 9. 13877 die Ste 24 ; . die gte 3,38 = ; 1839.
Grossbritanien und Irland.
. London, J. Sept. Die letzten Nachrichten aus Wales bestä⸗ tigen die vor kurzem noch gehegten Erwartungen von einem baldigen Aufhören der dortigen Unruhen keinesweges. Die Unsicherheit der Person und des Eigenthums steigt mit jedem Tage, und die Lokal
Behörden wie das Militair vermögen gegen die mit allen Schlupf winkeln des Gebirgslandes vertrauten Aufrührer, welche dazu noch fast mit der gesammten Land- Bevölkerung im Einverständniß steht,
nichts auszurichten. an der Spitze eines starken bewaffneten Reiterhaufens zur Nachtzeit einen Angriff auf eine noch übrig gebliebene Zoll-Barrisre (denn
die meisten derselben in der Provinz sind zerstört) in der Ge
Vor einigen Tagen führte Rebekka wiederum
zu haben, damit er die Kräfte Anderer auf die Lösung dieses schwierigen Problems lenkte.
Die weiteren Verhandlungen dieser Die wichtigste derselben w über die Veränderung, welche die S mentarischer Substanzen hervorbringen, Thema sein muß, da wir noch zu unbek ihre Eigenthümlichkeiten erst kennen lernen, Lichtes unterworfen waren.
(Fortsetzung folgt.)
Section lieferten keine neuen Re— Vorlesung des Professor Kane strahlen in den Eigenschaften ele⸗ was an sich schon ein unfruchtbares annt mit solchen Körpern sind und wenn sie schon dem Einflusse des
Die neueste Gesetzgebung über das englische Theaterwesen.
O London, 10. Sept. Ein Gesetz, welches ganz geräuschlos in der verdient in vieler Beziehung Beachtung. das Schau splelwesen, welches durch dieselbe aber in Bezug auf Würde der Kunst erhoben che seit der
letzten Session dur 5 nämlich isher in der sonderba —ĩ den Staat von einer , st. In sast allen Reformation gegeben worde war ihnen in der That nir sogenannten Patent⸗-Theatern, und da eines in den Provin Erlaubnisse oder Patente, ersonen aus Gunst oder ö ö nn . verkäuflich er Gebrauch in London sowohl als anderwä unter dem Deckmantel von drehe ge en 3 ijungen (Musie-Licences) zu geben, ö. angegangen, und zwar anfangs mit Glück; späte den Friedensrichtern wegen Ueberschreitung . zu erklären, sie hätten keine Befugniß gegen die Uebertreter zu er müßten sich an die Gerichte wenden, und sich auf ein altes Ge lches Schauspieler als Vagabunden zur gen einen solchen Ausweg jedoch und wagte es irgend ein Eiferer, aßregel gegen irgen Jury für schuldig erkennen. fürlich die Patent- Theater ein Monopol darin spielenden Schauspielern einen übrigen abging, denen jmmer der Begn
durchgegangen, eine neue Verordnun
n Bänkelsängerei zur Gesetzen gegen Landstreicherei, wel n, finden sich Klauseln gegen Schauspieler, Es gends erlaubt, Vorstellungen zu geben, als in den deren sich 4 oder 5 in Westminster und hier ziglstädten besinden. Diese haben wirkliche Hof— welche zu verschiedenen Jeiten an verschiedene eriheilt worden, und an gewisse indessen entstand che Vorstellungen usikalische Auffüh⸗ dann und wann wenn Klagen bei n, so pflegten diese verfahren; die Klä⸗
wurden. Allmäli
Diese wurden zwar
uchthausstrafe verdammte. Ge= . der liberalere Geist der Zeit; auf die Anwendung einer solchen barba? d eine Truppe anzutragen, so wollte sie keine Die Folgen von allem diesen waren, daß na- welches allen den d Ansehen gab, welches den ff von Landstreichern ankleben mußte.
Auch kam es auf, besonders in Westminster, wo sich belanntlich die ersten Bühnen im Lande, Drurylane und Covent-garden, besinden, daß die Patent- Theater allein Shakespear'sche Stücke und überhaupt regelmäßige Tragödie aufführen durften. Ferner war es in diesem Bezitk gesetzmäßig eingeführt, baß keine dramatischt Vorstellung gegeben werden durfte, die nicht die Cen- sur des Ober⸗Hof⸗ Marschalls (Lond. ig - chamberlain) erhalten hatte, welchem sogar unter dem Titel Licencer hierzu ein eigener Gehülfe zu— gegeben war. Ja ohne Erlaubniß dieses Hofbeamten durfte auch überhaupt suddiesem Bezirk kein anderes Theater eröffnet werden, als die patentirten. Im ganzen übrigen Lande, ja der ganzen übrigen Hauptstadt, hing dagegen die Licenz, wie gesagt, von den Fricdensrichiern ab und alle Censur war unbekannt. So ' geschah es denn wirlich, daß das sogengunt Pantheon auf der Südseite der Orford-Straße, welche die Gränze des Westminster= viertels bildet, keine Licenz erhalten konnte, und deshalb, nachdem es meh⸗ rere Jahre lang unbenutzt gestanden, endlich in einen Bazar umgewandelt werden mußte; während man, zur selben Zeit ein neues Schauspielhaus (ihe Queen's tlieater] gegenüber, an der Noꝛdseile der Straße baute, wo, mittelst Musik-Licenzen schon öfter dramatische Vorstellungen stattgefunden haben und zwar ohne alle Censur. . . - . Solche Anomalien sind schon an und für sich dem Geiste unserer Zeit zu⸗ wider, welcher gern alles unter gleicher Regel sieht. Besonders aber strebte ein Häuflein Autoren dagegen an, welche mehr oder weniger gute Schau, oder Trauerspiele geschrieben haben, die sie nie haben zur Aufführung bringen können, weil die Unternehmer der hiesigen Patent- Theater keine Lust dazu hatten, die Provinzial-Regisseurs nie etwas aufführen, was nicht zuvor die Probe in London bestanden, und die lleineren hiesigen Theater es entweder ihrer Lage wegen nicht durften, oder wegen des Fleckens, der ihnen erzähltermaßen anflebte, nicht für schicklich dazu gehalten wurden. Diese Männer nun ar— beiten schon seit 5 — 6 Jahren, kwie sie sagen) die englische Bühne von ihrem Verfall zu retten, d. h. ihre Stücke gespielt zu erhalten. Unter an⸗ dern ließen sie voriges Jahr durch Lord Mahon, Sohn des bekannten Grafen Stanhope und selbst bekannten, obgleich dramatischen Schriststeller, eine Bittschrift an das Unterhaus einreichen, welche auch zur Zeit günstig besprochen wurde. Während der Parlaments Ferien schickten sie ihm den Grundriß zu einem neuen Gesetz über dramatische Vorstellungen zu aber der edle Lord hielt es für eine zu schwere Aufgabe für ein Privat⸗Mitglied, ein solches im Parlamente durchzuführen und meinte, solches könne nur von der Ne⸗ gieruͤng geschehen. Da entschloß man sich Knall und Fall und schickte die ganze Masse Papier nebst Lord Mahon's Brief, an den schon so sehr überhäuf⸗ len Peel. Schon am nächsten Morgen erhielt der Sender ein Billet vom b mit der Frage, wer die Leute seien, die er eigentlich reprä⸗ entire. Diese gab er an? und nach wenigen Tagen erhielt er eine Einla= dung von Lord Mahon, sich zu ihm zu beßeben, um sich über das Nähere zu verständigen. Bald indessen erhoben sich Schwierigkeiten, Männer von
Rang und Einfluß, welche persönlich an den hiesigen Patent ⸗Theatern ein Interesse haben, widersetzten sich. Vergebens bot man ihnen an, daß sie alle Stücke ausschließlich behalten sollten, die je von beiden Häusern gekauft worden.
Besitz von Shakes ten, das Eigenthumsrecht an allen anderen fahren zu lassen. Man mußte also hlerein willigen oder, wie der Minister des Innern drohte, den ganzen Vorschlag fahren lassen. Form vom Unterhause angenommen, Im Oberhause aber bestritt man das Shafespeare⸗Monopol aus allen Kräften, und wollte durchaus nicht zugeben, daß die Erzeugnisse dieses dramatischen Heros nicht Gemeingut werden sollten. Um jedoch die Patent Theater einigermaßen für diesen Verlust zu
Sie bestanden darauf, sie müßten im ausschließlichen peare's Stücken bleiben, wogegen sie sich bereit erklär=
Die Bill wurde demnach in dieser
.
entschädigen und für ihre Liberalität in der Hingebung ihrer gekauften Stücke zu belohnen, verfiel man darauf, das Monopol des italienischen Spernhauses anzugreifen und die Aufführung italienischer Opern in jenen Häusern zu gestatten, die bisher blos auf dieses beschränkt gewesen. Die Hauptsache aber war, daß den Friedensgerichten die Befugniß ertheilt wurde, Personen von gutem Charalter und welche eine Bürgschaft von 500 Pfd. St. zu leisten vermögen, Licenzen für die Aufführung von Stücken seder Art zu ertheilen, ausgenommen innerhalb eines Kreises
von 20 engl. Meilen in und um London (welches Windsor mit einschließh), worin dem' Ober- Hofmarschall allein diese Befugniß vorbehalten wurde, nebst dem Rechte der Censur für alle von ihm berechtigten Bühnen, doch so, daß das Amt eines Licensers abgestellt und jener Hof⸗Beamte selbst für bie Art und Weise der Ausübung seiner Censur verantwortlich gemacht wird.)
Es ist klar, daß das ganze Theaterwesen durch die Bill zu einer
nie gekannten Ehre erhoben worden, und es steht zu erwarten, daß man auch in kleineren Häusern vorzügliche Stücke spielen wird und hierzu
— —
*) In polizeilicher Hinsicht ist durch letztere Veränderung unendlich ge=
wonnen, indem hierdurch eine Menge sogenaunter Salons, welche seit eini⸗ gen Jahren hier aufgekommen sind und mit Konzerten, Tanz und Schwelgerei auch dramatische Vorstellungen verbanden, den letzteren Gegenstand der An. ziehung einbüßen werden. Vielleicht auch wird man unter diesem Gesetz einem noch nicht lange bestehenden Unwesen ein Ende machen önnen, wel ches zum großen Sitten-Verderbniß gereicht. Man sührt nämlich in vielen Schänken Prozesse auf, wobei Richter, Geschworene, Advokaten, Kläger und Beklagte nebst Zeugen auftreten und wobei mit lächerlicher Feierlichkeit standalöse Prozesse mit Uebertreibungen nachgeahmt oder erfundene aufge⸗ führt werden, mit vieler Laune und Witz, aber voller Zoten und ekelhasten Mittheilungen, und wobei denn natürlich tüchtig getrunken wird, was na= türlich der Zweck des ganzen Treibens ist.
gend von Llanon aus, zerstörte dieselbe zum Theil, und entzog sich mit ihren Kameraden nach kurzem Handgemenge mit den aus bem Hinterhalte hervorbrechenden Polizei- Könstablern den später
gleichfalls auf sie eindringenden Dragonern des Capitain Napier
. 1 . ĩ ö durch eine schleunige Flucht. Man hat leinige Gefangene gemacht, Knechte von Pächtern der Umgegend, aber die Haupt- Rädelsführer
wie gewöhnlich. Die Behörden werden noch viele solcher Siege er⸗ kämpfen müssen, ehe Rebekka von ihrem Treiben abstehen wird. In⸗ dessen zeigt sich doch in der ganzen Provinz ein aufrichtiges Bestre⸗ ben von Seiten der Behörden und der Grundherren, die wirklich gegründeten Beschwerden, welche den Aufstand veranlaßten. abzt⸗ siellen; nur scheitern diese Bemühungen wieder an dem Widerstaude ber Einzelnen, welche ihre Interessen dabei verletzt sehen, und 22 ein energisches Einschreiten der Regierung werden schwerlich ie Uebel. stände beseitigt werden. Die Nothwendigkeit der Abschaffung eines Hauptübels, der Schlagbäume, erkennt man so ziemlich allgemein an. Versammlungen von Abgeordneten der Rentämter, wurden dazu in letzter Zeit gehalten, um über die Entschädigungs Summen zu berathen, welche man den Zoll-Einnehmern im Jall der Abschaffung gewisser Hebestellen zu zahlen hätte, aber die Zoll? Einnehmer selbst bilden Opposition gegen jede Vermin⸗ derung ihrer Stellen. Dasselbe sindet statt bei, Erledigung der übrigen Hauptbeschwerden des Landes, der Pachtzinse und der Zehnten, so daß, während die Leute mit allem möglichen Eifer sich beeilen, Vorschläge zur Besserung zu thun und gegenseitige Forderun= gen zu Konzessionen stellen, doch Niemand sich dazu verstehen will, demjenigen Uebel abzuhelfen, für welches er selbst ursprünglich ver⸗ antwortlich ist. Die Ackerbauer klagen die Schlaghäume an, die Pächter den Pachtzins, die Eigenthümer den Zehnten; die Arbeiter sind unzu⸗ frieden mit dem niedrigen Arbeitslohn, die Grundherren mit der Unred⸗ lichkeit ihrer Pächter. Aber wenige von ihnen haben ernstlich den Willen, das Uebel zu heilen, welches in ihren Bereich gehört. So9 murrt der Zoll Einnehmer über die vorgeschlagene Entschädigung; der Laien⸗ Eigenthümer des Zehnten denkt nicht daran, etwas von seinem ge⸗ setziichen Zehnten aufzugeben, ohne aber die Pflichten zu erfüllen, die ihm diese Einnahme gegen die in Wales vorzugsweise vernachlässigte Kirche auflegt; die Grundbesitzer haben nur in sehr geringer Anzahl den auch 'Üübertriebenen Forderungen der Pächter nachgegeben und dadurch dieselben nur zu neuen Forderungen aufgemun⸗ tert, so daß es rein unmöglich ist, in irgend einer Sache zum Schluß zu kommen. Während, nun diese Versammlungen ihre Corporations- und Privat⸗ Interessen schonen, aber doch um Heilmittel für die gegenwärtigen Zustände bemüht sind, suchen sie in höheren politischen Reformen, von denen sie natürlich nichts ver⸗ stehen, die Erledigung der Beschwerden des Landes. Es ist spaßhaft, die Beschlüsse dieser zottigen weitbehoseten“ Landleute zu lesen, welche sie in ihrer letzten Versammlung annahmen, und welche der einfluß⸗ reiche Reporter der Times mittheilt, „Kirche und Staat“ heißt es „müssen getrennt werden; und das Gefetz, welches die Religion schützt, muß so sein wie in Madagaskar und Otaheiti. Das Korngesetz muß auf einige Jahre abgeschafft werden, um zu sehen, ob man ohne dasselbe fertig werden kann. Jedes Kirchspiel soll sei⸗ nen eigenen Prediger wählen wie in Deutschland. Das Ge⸗ setz muß in manchen anderen Einzelheiten noch verbessert werden. (Eine unverständliche Klausel.) Einkommensteuer. Es ist eine Thor heit, eine Steuer zu erheben, die solchen Namen führt ꝛc.“ Die Times bemerkt mit Recht hierzu: „Die Walliser haben mit Ar— mensteuern, mit Wegegeldern und anderen Lokal-Beschwerden zu thun. Mit Kirchen-Verwaltung und Staatswirthschaft haben sie so viel zu schaffen und sind mit solchen Dingen gerade soviel vertraut, als mit ihren beliebten Autoritäten von Staheiti und Madagaskar.“ Die Sache hat aber doch ihre sehr ernste Seite, denn es ist nicht abzusehen, was aus diesen Zuständen werden soll.
Vor einigen Tagen enthielt der Scotsman das Gerücht, daß ein neuer Anfall einer in Sir Robert Peel's Leibes ⸗Beschaffenheit tief eingewurzelten Krankheit den Minister veranlassen werde, aus dem Kabinet zu scheiden, eine Nachricht, welche die Whigblätter sogleich aufnahmen. Dem Derby Mercury zufolge aber war Sir R. Peel daselbst auf der Eisenbahn durchgereist, um nach Nork zu gehen, und a sich durchaus wohl. Auch sagt die Morning Post, daß Sir Robert und Lady Peel für den nächsten Monat eine große An zahl von Einladungen erlassen haben.
O'Connell beabsichtigt, sagt der Globe, seinen Nath der Drei⸗ hundert gegen Ausgang des Jahres zu konstitniren.
des Aufruhrs, waren sogleich spurlos verschwunden, und entkamen
Jedes Mitglied soll 100 Pfd. von seinen Waͤhlern mitbringen, so daß die Summe von 30,060 Pfd. zusammengebracht wird. Geld scheint die Haupt sache zu sein, doch scheint nach den zahlreichen bis jetzt eingegangenen
503 Meldungen zu urtheilen, es leine Schwierigkeiten zu haben, daß die Zahl der Mitglieder vollständig werde.
Spanien.
Paris, 11. Sept. Telegraphische Depesche aus Spanien.
Perpignan, 2. Sept. Am Tien um 5 Uhr Abends hat das Fort Monsuich angefangen, auf die Atarazanas zu schießen. Eine Artillerie Brigade, aus Molins del Rey kommend, und 400 Milizen von Igualada sind zu Gracia angekonmen; die Milizen von Vich, Villafranca, Manresa und Berga sind auf dem Marsch, um die Ope⸗ rationen des General-Capitains gegen die Insurgenten zu unterstũtzen. Oberst Sayas hat das Kommando im Fort Monjuich übernommen.
x Paris, 11. Sept. Außer der bereits mitgetheilten Pro- clamation des Herrn Castells hat auch die oberste provisorische Junta
der Provinz Barcelona folgende an die Einwohner der Provinz Bar—
celona erlassen: . „Bewohner der Provinz Barcelona Indem die neue oberste provisorische Junta, die durch den Willen des stets heroischen Volkes von Barcelona zusammengetreten ist, in ihren Schooß
die Mitglieder der im letzten Juni geschaffenen Junta berufen, muß sie euch
auf die Gefahr aufmerlsam machen, welche die Sache der Freiheit lief, wenn ihr nur einige Augenblicke noch gezögert hättet, den Rettungsschrei ertönen zu lassen; Die Tonstitution! Isabella II.! National- Unabhän gigkeit und die Central-Junta! Der Aufstand vom Juni ist durch den BPerrath einiger verachtungswürdigen Spanier neutralisirt worden, welche unter dem Vorwande der Wiederversöhnung aller politischen Parteien dar— auf hinarbeiten, die Situation den Feinden der Prosperität und des Grund⸗
gesetzes des Staates zu überliefern; es blieb euch also kein anderes Mittel mehr, als ein neuer Aufstand von solcher Art, um ein- für allemal das große Problem zu lösen, nämlichl, die Frage, zu wissen, ob wir frei oder Ellaven, unabhängig oder einem fremden Einflusse unterworfen sein wer— den. Eure Junta beschäftigt sich damit, alle Maßregeln zu treffen, die sie für geeignet halten wird, um die Situgtion aufrecht zu halten, welche ihr o eben geschaffen habt, und die bald durch alle anderen Provinzen Spa— niens unterstützt sein wird, die entschlossen sind, wie ihr, nicht zu dulden, daß ein Dutzend politischer Mäkler ohne Schaamgefühl, ohne Moralität und ohne Worttreue nach ihrer Laune das Geschick des Landes regeln. Bleibt treu dem Banner, das ihr entfaltet habt, und bald werdet ihr es auf allen Städten wehen sehen, welche alle ohne Ausnahme wünschen, die Freiheit und die nationale Prosperität für immer gesichert zu sehen. Bar— celona, 3. September 1843. Antonio Baiges, Jose Maria Bosch, Vincent Soler, Raphael Degolladg, Jose Verges, Jofe Masanet, Juan Eastells, Augustin Reverter, Jose Maria Montana 9 Roma.“
An der Spitze dieses Dokuments, welches der Constitucional vom 4. September veröffentlicht, befindet sich ein Rundschreiben, wel ches dieselben Unterschriften trägt. In demselben ist gesagt, die pro⸗ vdisorische oberste Junta habe sich nur zu dem Zwecke konstituirt, die Constitution zu retten, die unzähligemale von der Regierung zu Madrid verletzt worden sei. Diese sei taub geblieben gegen das von verschie⸗ denen Provinzen mit Recht gestellte Verlangen für den Zusammentritt einer Central-Junta, ohne welche jede Regierung durchaus unmöglich sei. Die Junka ladet die Alkalden ein, unmittelbar zur Ernennung einer Hülfs-Distrikts-Junta zur Unterstützung der obersten Junta zu
st
/
schreiten. Schon am Tage zuvor (2ten) war ein ähnliches Manife
erlassen worden.
Die oberste Junta hatte am Zten in ihrer Sitzung Herrn An⸗ tonio Baiges zu ihrem Präsidenten, Herrn Jose Maria Montana Y Roma aber zu ihrem Secretair ernannt; Ersteren zugleich zum ober sten Befehlshaber der in der Stadt befindlichen Streitkräfte, und Don Franco Riera, der Kommandant des dritten Freibataillons, war ihm beigeordnet worden. Der Oberst Baiges wurde aber in der Nacht vom Zten auf den Aten durch einen Schuß im Kampf getödtet. Der Constitucional führt eine außerordentlich heftige Sprache und vers
sichert, das Blut des Gefallenen werde gerächt werden. Man kann von feiner Heftigkeit sich einen Begriff machen aus der folgenden Stelle: „Die Entrüstung der Barceloneser ist auf ihren Gipfel ge⸗ stiegen: unser Blut kocht uns in den Adern. Fluch über die Verrä⸗ iher! Das Blut der Patrioten ist vergossen worden! Die Kanonen der Absolutisten haben Kartätschen ausgespieen! Aber wir werden uns nicht einschüchtern lassen! Der Donner der Kanonen erhöht un⸗ seren Enthusiasmus!“ ö Man“ erwartete von Lerida die drei Freibataillone, die kürzlich unter den Befehlen des Brigadier Amettler von Saragossa ausgerückt waren. Die Garnison, welche nur 2500 Mann zählt, hat die Ci⸗ tadelle und den Hafen hesetzt. Die Insurgenten sind Herren den Stadt. Die Nationalmiliz ist während der Gefechte zwischen den Linientruppen und den Freiwilligen neutral geblieben. Die Garnison sollte über See einige Verstärkungen erhalten. Mataro und einige andere benachbarte Srte hatten sich für die Junta erklärt, und Glei⸗
sich auch Schauspieler bilden werden. Wahrscheinlich werden wir auch wohlfeilere italienische Opern erhalten, und somit dürfte nun auch das große Publikuman dieser bildenden Ergötzlichkeit Theil nehmen können, welche setzt, der hohen Eintritispreise wegen, fast nur von dem Adel und der Geld⸗ Aristokratie genossen wird. Und diese, wie man hoffen darf, kehrt dann vielleicht zum höheren National-Drama zurück, welches sie lange der Qper wegen vernachlässigt, und somit auch die Menge, welche gern ihrem Bei⸗ spiele gefolgt, gelehrt hat, solche ebenfalls zu vernachlässigen.
Es scheinen jedoch für die Vernachlässigung des Drama noch andere Ur sachen vorhanden, welche diese Bill nicht berührt und welche durch kein Gesetz zu beseitigen sind; und die Herren, welche als die Urheber des neuen Gesetzes angefehen werden müssen, dürsten vielleicht am Ende den kleinsten Vortheil daraus ziehen. Vor ein paar Jahren z. B. unternahm es ein Herr Stephen, der Welt zu beweisen, wie unklug die Unternehmer der Patent Theater gehandelt, in⸗ dem sie seine Stücke nicht aufführen wollen. Er miethete ein Theater in West— minster, schickte ein Manuskript seines Trauerspieles Martinuzzi, mit einigen eingeschobenen Gesängen unter der Benennung einer Oper an den Licenser, erhlelt die Erlaubniß zur Aufführung, und das Publikum bekam die Ge— legenheit, sein Stück zu sehen. Aber obgleich dieselbe einen ganzen Monat lang fortgesetzt wurde, so blieb das Publikum — weg, und der Verfasser war noch schlimmer daran als zuvor. Inzwischen haben die Verfasser der unaufgeführten Dramen denen der aufgeführten einen großen Dienst ge— leistet, obgleich diese, welche ebenfalls einen Verein haben, an der Betrei— bung der Bill keinen Antheil genommen, Durch ein Gesetz nämlich, wel⸗ ches Bulwer vor etwa 7 Jahren durchsetzte, wurde zum erstenmale den Verfassern oder deren Vertretern auf immer das Recht zugesichert, für jede Aufführung ihrer gedruckten oder ungedruckten Stücke von dem Unternehmer eine billige Zahlung zu verlangen. Seitdem ist nun der Gebrauch ent standen, diese Zahlung auf 1 Pfd. St. Pro Akt für jede Vorstellung zu berechnen; und der Secretäir des genannten Vereins, welchem zu diesem Zwecke die Komödienzettel aus allen Theilen des Landes zugesendet werden, fordert am Ende jeder Saison die Gebühren ein, und schickt sie den Beihelligten zu. Da aber die meisten Unternehmer unbemittelte Abentheurer waren, so endigten viele die Saison mit einem Bankerott; welchem nun durch die zu leistende Bürgschast zum Theil vorgebeugt ist. ;
— Dresden, 12. Sept. Eine höchst bemerkenswerthe Erschei ist der in diesem Augenblicke in unserer Eren verweilende nir ge gelen techniler, Kandidat der Philologie Karl Otto Revent low, welcher hier einen Lehrkursus seiner, Gedächinißkunst zu halten gedenkt. Seine Leistun⸗ gen im leichten und schnellen Auffassen und Behalten mit dem Gedächiniß welche er bisher nur im Kreise einiger geschlossener Gesellschaften prodizirle, sind staunenerregend, und zwar um 9 mehr, als sie, seiner Vessiche rung nach,
nur von einem Gedächtnisse ganz gewöhnlicher Stärke unterstützt werden und lediglich seiner Methode zu verdanken sind. Eine beliebige Anzahl von Ramen Lund wären es mehrere Tausende), die ihm ein- höchstens zweimal vorgesprochen werden, giebt er in jeder beliebigen Ordnung, zu jedem Na⸗ men die Rummer oder zu jeder Nummer den Namen nennend, wieder; aus einigen hundert Tafeln, ungefähr 15,000 der schwierigsten Daten aus fast allen Gebieten des Wissens enthaltend (́. B. die Titel der Pandeßten, die Artikel des neuen württembergischen Strafgesetzbuches, die spezifischen Ge⸗ wichte mit 5 Dezimalen von 200 Körpern, die Höhen von mehr als 600 Bergen, die Expansionen einer großen Anzahl fester Körper beim Erwärmen von 0 zu 109 * C 1c.) beantwortet er jede Frage auf das schnellste und richtigste; eine beliebige Anzahl von mehr⸗ ziffrigen Zahlen, kürzeren Sätzen aus verschiedenen ihm selbst fremden Sprachen behält er nach einmaligem Anhören oder Durchlesen; die Namen und Phosiognomieen einer beliebigen Anzahl von Personen, ihm ein oder höchstens zweimal vorgestellt, prägt er sich so ein, daß er, nachdem alle ihre frühere Ordnung durchaus verwechselt haben, jede einzelne mit Nennung des Namens wieder herauszusuchen vermag. Seine Methode unterscheidet sich von allen bisher bekannten Theorieen der Mnemonit (Kästner, Finaigle, Aretin u. A. m.) wesentlich dadurch, daß er jede Thätigkeit des Gedächtnisses auf eine Operation der Denkkraft reduzirt. Der von ihm beabsichtigte Kursus der Mnemo -Technik soll nur aus 8 bis 10 Lectionen bestehen, und von der leichten Uebertrag- und Mittheilbarkeit seiner Kunst hatten wir Gelegenheit, uns durch eine in einer öffentlichen Lehr-Anstalt mit Kindern angestellte Probe zu überzeugen. Mit 4 Knaben, im Alter von 10 — 13 Jahren, beschäftigte er sich nur eine, Viertelstunde, und nach Verlauf derselben waren diese im Stande, die Bedeutung von 40 — 50 Vocabeln aus ihnen ganz fremden Sprachen (hebräisch, russisch, polnisch, jakutisch, schwedisch und dänisch) ohne alle Irrung und in jeder beliebigen Ordnung anzugeben. Auf diese Weise scheint Henn Reventlow's Erfindung, namentlich für den Sig ch Unterricht, von der größten Bedeutung zu sein, und ganz die Aufmerksamkeit zu verdienen welche ihr auch berelts von mehreren höchstgestellten Beamten, namentlich Se. Excellenz
dem Kultus⸗-Minister, zu Theil geworden ist.
Konzert.
Sonnabend, den gten, gab Herr Bazzini aus Mailand, den wir hier schon öfter zu hören Gelegenheit hatten, ein Konzert in der Sing⸗ zifademie. Unterd den Violin Virniosen nimmt Bahzini die nächste Stelle nicken Ein st ein. Das Eigenthümliche seines Spiels ist neben rapider Fertigkelt und Sicherheit in den mehr als Paganinischen =, ein (egisch rührender Ton, wobei ihn ein Guagrnerio von seltener Schön
ches ist auch von Gerona zu fürchten, so wie Vich wird länger der Regierung treu bleiben, pignan vom Ften giebt keine neuen Details über Barcelona, nur sagt er, daß sog von Prim selbst organisirt worden war, sich weigerte, entwaffnen zu lassen, und die Central⸗Junta proklamirte. t n von Saragossa hat am 31. August im Vereine mit dem politischen Chef dieser Stadt eine Proclamation er⸗ lassen, welcher ein Bando beigefügt ist mit folgenden Verfügungen: ; . Geb Waffen ist jedermann untersagt, der nicht die besondere Erlaubniß der Behörden dazu erlangt hat; Y) auch ber Gebrauch von Flinten, Karabinern oder Säbeln, außer für den öffentlichen Dienst, ist untersagt; 3) jedes Individuum, das Waffen führt und nicht die Uniform der National Miliz trägt oder zur Armee oder dem Corps der Carabiniers Zoll-Schutzwache) gehört, soll fest⸗ genommen und auf die Hauptwache des Platzes geführt werden, um dort zur Disposition der kompetenten Tribunale gestellt zu werden; 1 jeder Fremde, der nicht nachweist, daß er vor der Behörde eine Erklärung über seinen Wohnort abgegeben hat, und durch irgend eine rechtmäßige Beschäftigung in der Stadt zurückgehalten wird, soll in. nerhalb 2 Stunden ausgewiesen werden. tragt die Civil- und Militair-Behörden, den Vollzug der vorstehenden Verfügungen zu überwachen und sich jeder Zusammenrottung in den Straßen oder auf den öffentlichen Plätzen von Saragossa zu wider⸗
von Manresa: nur Ein Brief aus Per⸗ die Ereignisse von ar das Freibataillon von Reus, das sich von ihm
Der General- Capitai
1) Der Gebrauch jeder Art von
Der fünfte Artikel beauf⸗
ö Nach finer Korrespondenz des Memorial Bordelais aus Madrid sollen die drei Minister Lopez, Ayllon und Caballero jetzt, entgegen den Ansichten der beiden andern Minister Frias und Ser⸗ ranb, von denen der letztere schon jetzt der Königin die Ausübung ihrer vollen Gewalt übergeben möchte, für die Central-Junta sein was wenigstens in Bezug auf Lopez sehr zweifelhaft erscheint. ᷣ te des Infanten soll die Zwietracht begünstigen im Interesse der
Vermählung seines Sohnes mit der Königin Isabella, während das Streben der Republikaner immer offener auf Gründung einer Föde⸗ nativ Republik hingehe, weshalb sie die Central⸗Junta wollen, die in Barcelona, Saragossa, Galicien, Sevilla, Cadix, Granada, Burgos rten ihre Anhänger hat.
Die englische Negierung soll nach der nämlichen Korrespondenz dem Kabinette zu Madrid eine diplomatische Note übergeben haben, welche eine große Bewegung unter allen Staatsmännern zu Madrid hervorgebracht haben soll. Ein Ministerrath, welchem die bedeutend⸗ sten politischen Notabilitäten beiwohnten, so sein. Lord Aberdeen soll verlangen, daß in der kurzen Frist Tagen () die von dem spanischen Schatze an di schuldigen Summen bezahlt werden; wo nicht, nach Befund der Dinge die seinem Interxesse Diese Schuld schriebe
und vielen anderen
ll deshalb gehalten worden
e britische Regierung würde England je prechenden Maß⸗ n der englischen Legion Lieferungen verschiedener behufs Erfüllung der B anien gemacht hatte.
so muß dadurch das e Verlegenheit kommen.
and der Parte und deshalb
regeln ergreifen. schuldigen Rückständen her, und welche die englische Regierung des Quadrupel-Vertrags an Sy Anforderung wirklich gegründet Kabinet, dessen Schatz leer ist, Auch in Biscava ist der Widerst Wiederherstellung der Mascarrua mit keinesweges zu theile auch dort zuzunehmen. tische Chef Herr Tejera hatte, zu Bilbao an. an die Deputation ; aus Fueristen zusammengesetz übliche feierliche W ab darauf die Antwort, Amt antreten wolle, Biscaya zuwiderla arten, bis die Regierung zu haben werde, an dieselbe gerichtet habe. auf diesen Einwand keine Rüchsicht, und da in sein Amt verweigerte, so in⸗ Die Deputation aber, welche da⸗
feierliche Prʒo⸗
estimmungen Wenn diese
i, welche auf Herrn Arrieta ch Madrid geschickt hat, noch cheinen im Gegen⸗ am der neue poli⸗ ben erst ernannt richtete er eine anntlich jetzt fast mit der Bitte, sie möge sein Amt einführen. sie könne nicht auf dessen Bestand an s ersuchte dah
Fueros dringt, Reelamation na Ende, und die Schwierigkeiten s Am 26. August k das Ministerium so e Am darauf folgenden Tage der Provinz,
ihn auf die
Deputation g gehen, da er ein ros der Provinz
ich schon den Fue⸗ er Herrn Tejera, Madrid eine Antwort auf die Recla⸗ welche die Deputation um Wieder⸗ Der politische Chef,
mationen gegeben herstellung der Fueros Herr Tejera, aber nahm auf. die Deputation ihm die Einführung stallirte er sich sofo burch ihre Gerechtsame verletzt testation gegen sein gang der letzten N so wenig geneigt, „als die Regierung zu ferer kommt indeß der Umstand zu s
rt selbst darin. glaubte, erhob nun eine
So standen die Dinge noch bei Ab- Deputation scheint aber von ihrem Verlangen der Wiederherstellung der Madrid darauf einzugehen. tatten, daß Guipuzcoa und Alava,
Verfahren. achrichten aus Bilbao; die
Als Komponist nimmt Bazzini ebenfalls unter den Vir und seine gesellige Liebeuswürdigkeit Als zunächst Mitwirkender einige Zeit aus Italien zurückge⸗ welcher sämmtliche Gesang« und i Lieder ohne Worte eigener Stücke“ genannt, vortrug. end bemerkt wurde, daß man bei lavier-Compositionen den Spieler vor Noten ir uns, einmal wieder hier Compositionen zu e vorherrschend vernehmen läßt und die Sieg davonträgt.
üczek, sang zwei von Truhn ortrage, und wie sehr
heit unterstützt. tuosen einen bedeutenden Rang ein sichert ihm überall eine freundliche unterstützte den Konzertgeber unser auf fehrter Landsmann, Herr C. Eckert, Violinstüͤcke des Konzertes begleite Eomposition, von ihm „Char akter⸗ fürzlich in einem Konzert-Berich unferen neueren und neuesten K nicht erkennen könne, so freuten w hören, in denen sich die Melodi Kunst des Vortrages, Die Königl. Hof⸗ komponirte itastenische Kanzone sie der Liebling ni
zte sehr treff
nicht die Mechanik, den Sängerin, Fräul. T tten mit seelenvollem V Theater-‘, sondern auch des Konzert-Publi— ind rauschenden Beifall be— Romanze aus der und machte aufs
hr durch lebhaften Empfang Herr Mantius trug mit gleichem Beifall eine vom Grafen Westmorland, vor, diese oder eine andere Oper dieses edeln Kompo⸗ zur Aufführung gebracht zu sehen.
auf welchem C. Eckert spielte, ist, aus der Fabrik von Der Klang dieses Instrumentes ist daß von einem anwesenden
Oper ** Torneo neue den Wunsch rege, nisten Englands bei uns
Der Flügel, Breitkopf und Härtel in Leipzig. tig, zumal in den Bässen, ür einen Kenner gelten darf, gewettet wurde,
Die Namen Breitkopf
so voll und mäch Engländer, der f englischer Flügel. musikalischen Welt längst scho sen Flügeln immer weiter und wei dadurch von einem lästigen Tribut richten hatten; denn anstatt Mr. eintausend Thaler zu zahlen,
und Härtel, die in der n einen guten Klang haben, werden auf die⸗ ter getragen werden. befreit, welchen wir England zu ent. Brodwood in London für einen Flügel können wir bei Breitkopf und Härtel leichen, ja vielleicht noch besseren,
Sie haben uns
er aus Rom, wo er irkte, und zwei eigene rt nach Itali
ören zu lassen, irtuos ist, wird nes schönen Talentes ge schritte kennen zu lernen.
es Allen, welche seit folgt sind, gewiß zur
—