518 Preisen anzubringen ist, sind seit unserem letzten Berichte vom Freitgg nur 50 Wispel 129pfünd. märkischer zu 50 Rthlr. abgegangen. Neue Waare am Landmarkt ist ebenfalls etwas billiger. Roggen in 100 bleibt ohne Frage und zu 36 3 38 Rthlr. nach Qualität nominell. Auf Lieferung ist Fonds. s Er. Cour. dagegen wieder mehreres gemacht, und zwar pr. Sept. / Okt. zu 36 à 364 ; 8 Brief. geld. Nihlr., pr. Frühjahr zu 325 Rthlr. Zu 36 Rthlr. auf ersteren Termin, ; 327 35 Nthlr. auf letzleren bleiben noch einige Täufer, Für Gerste, Se. Schuld- seh. 3 1041 103 neue Oderbruch ist 23 2 21 Rthlr., große vorpommersche 28 Rihftr', neuen F. E 0. 30. F i633 jg2“ magazinmäßigen Oderbruch-Hafer 17 Rthlr. gefordert, ohne Umgang. Erb— 2 r,, . sen, alte preußische und kleine vorpommersche zu 35— 31 Rthlr. angetragen, Kar. * Neumark! I neue auch etwas billiger. 3 102 Landmarkt vom 16ten dr: ter. Stat O1. 165 Weizen. Roggen. r, . 35 * 4 anz. 40. imcn Eh. 48 Zufuhren ... 12 16 1 6 1 Wspl. VWerctpr. Pfandbr. 3 1023 Preise. .... 42 3 46 34 3 87) 25 2 7) 162 48 34 3 36 Rthlr., 8. . 1 * 105 Samen. Bei Partieen bleibt für Winter-Rapps 70 Rthlr. gefordert, ***, 'n, z bis 687 Rihlr. bel guter Qualität vielleich zu machen. Für Rübsen 9e btanslä' 69 Rthlr. gefordert. Bei Kleinigkeiten aus dem Wasser oder Produzenten wen n . 3. Händen will man für Beides nicht mehr über 60 3 62 Rthlr. bewilligen. n , r, . Spiritus aus erster Hand zur Stelle 24 — 244 96h. Auch aus zweiter gchlesische do. J Hand ist zu 24945 gekauft. ö Rüßböl ziemlich stille, in loco 1012 Rtihlr. bezahlt, auf 10 Rthli; ge halten, auf spätere Termine 10 à J Rthlr., pr. Frühjahr 11 Rthlr. gesordert.
1 Den 19. September 1843.
wir uns auf eine so furchtbare Weise bekämpfen wollen. Excel⸗ 3 2.
lenz, niemals haben bolitische Zwistigkeiten irgendwo vollständig durch bie' Gewalt und durch Blut ihre Endschaft erreicht; die Erfahrung hat es gezeigt, und neuerliche Beispiele beweisen es in unserem Lande. Die Un⸗ serzeichner können nicht umhin, mit Freimuth und Ueberzeugung zu ihnen zu 'sprechen; es ist ihnen nicht gegeben, in so kritischen Umständen eine an— dere Sprache zu führen: es ist die einzige Weise, Gefühle ihrer gan— zen Liebe für ihre Mitbürger zu beweisen und insbesondere für das Volt, dessen Vertreter sie sind. Sie haben mehr als einmal Gelegenheit gehabt, die vortrefflichen Eigenschaften Ew. Excellenz und Ihre Zuneigung zu die- ser Stadt zu würdigen, sollte Ew. Excellenz sich geändert haben? Nein, die Sache ist unmöglich, die Unterzeichner glauben es wenigstens, sie haben eine allzu gute Meinung von Ihnen. Hören Sie unsere Bitten, und ge— ben Sie zuͤert das Zeichen zu einem Frieden, der so nothwendig ist für die Rettung der geheiligien Interessen dieser reichen und volkreichen Stadt. Barcelona, 4. September. (Gez.) Jose Soler 9 Matos, Jose Santa Maria u. s. w.“
II. Aufruf der provisorischen obersten Junta an die Nation.
„Spanier! Barcelona hat von Neuem den Schrei der Entrüstung erhoben in Folge der Gefahr, in welcher die Freiheit sich besindet, und dem⸗ zufolge hat die oberste Regierungs- Junta sich von neuem errichtet. Dieser Schritt, den man für unbescheiden und selbst für aufrührerisch erklären könnte, war eine Nothwendigkeit und eine Pflicht, denn es ist die natür liche Pflicht jedes Menschen, uber seine Erhaltung zu wachen, und die Kette zu zerbrechen, die man ihm bestimmt; das ist unsere Lage und das ist die erste Anstrengung, die zur Abhülfe gemacht werden müßte. Man prüfe unparteiisch die Ereignisse der letzten drei Monate, so wie die Thatsachen und ihre Folgen, und sage dann, ob es nicht vernünftig ist, sich zu einer neuen Vertheidigung zu rüsten, und das Anathem über die irregeleiteten oder verrätherischen Minister auszusprechen, welche ihr Wort gebrochen und das Volk an einen Abgrund geführt haben. Im Monat Juni haben wir uns erhoben, um eine ehrsüchtige Gewalt
zu brechen, die mit den constitutionellen Gebräuchen ihren Spott trieb, wir Mich lis Mösse; “ Ff. Uatoßn Verkäufer sind Febr zablress . haben sie gebrochen. Aber welche Gewalt hat ihren Platz eingenommen! , , jan e , nei re enn welche Frucht haben diese Anstrengungen und diese Opfer getragen! Wir 1 ,,, , täglich vurch die Ab= sehen unn das Ministerium, bas 'die' Nation mit Enthusiasmus begrüßt Pi gen , ,,, . die in n. am Main keinen Absatz fanden. hatte, und dessen Programm für das Glück Spaniens vom Himmel herab far a, , . . ö 234 . ö ö . , . ungün stig gekommen zu sein schlen. Diese Junta setzte es wieder ein, schuf es, gab far i. . . . k ö ö 1 ihm eine gesetliche Existenz in den kritischsten Momenten, aber indem sie fond ö . ö. , . 6 etzten Jubi . ehe, Wen igstens ihm eine wefentliche Bedingung auferlegte, nämlich daß die in einer Cen— ö n, n. , , . fehlen, denn ö,, wurden von tral⸗Junta vereinigten Provinzen ihm die Gewalt bestätigen und ihm den , . , in der ,,. Meßlage auch in Stadt— dem Nationalwunsche am meisten entsprechenden Gang vorzeichnen sollten. J n, , ,, vormals keine tachfrgge at en. iu war Herr Serrano nahm diese Bedingung an, gab sein Wort darauf, und ganz . , ö. . n ,, , ö Ein Haupt , Spanien wird sagen können, ob er es gehalten hat. Die Junta protestirte 3. , nn,. Mißlihgen unserer Messen zu ,,,, , von gegen eine solche Verletzung des gegebenen Wortes von Seiten des Privat ö. . ,, . ,, . Polen ünd Staatsmannes. Aber diese Protestationen und die der anderen Pro— , ,, . , za ne ger Ein aufe ,, . fast ganz in vinzen sind mißachtet worden. Das Ministerium wollte nichts von einer ‚. ö . , . acht und 26 ind Central! Junta hören, allein befehlen. Die spanischen Liberalen würden Fer, ehe ent lagen. J , , , ,, d .. ; i, , ihre Anhäufungen sehr ansehnlich und es ist weltbekannt, daß unser Platz diesen ministeriellen Despotismus angenommen haben, wenn er zum Zweck , , ,, . sbeidel . ob''die rufssschen oder englisch- amerikanischen gehabt hätte, das Land zu retten ünd das große Programm zu verwirk die große Frage entscheidet, ob die zu i ; . ichen. Die Junta gab ihre Entlassung, und obgleich eine neue Krise
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Er. Cour. hriet. geld. Gem.
1345
; 6 Actien. *
Brl. Pots. Bisenb. o. do. Prior. Obl. Md. Lp. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Brl. Anh. Eiseunb. do. do. Prior. Obl. Düss. Elb. Bisenh. do. do. Prior. OblI. Rhein. kisenb.
do. do. Prior. Obl. BrlI. Fraukf. Eisb. do. do. Prior. Obl. Ob. -Schles. Eisb. Erl. Stet. E. Lt. A. do. do. do. Lt. Iz. Mag deb. - Halber- städter Eisenb. Bresl- Schweidn.“-
Freihæ. Eisenb.
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Ber lin, D
101* 102
Hafer. Erbsen.
M S3.
Gerste.
onnerstag den 2lsen September
1843. 104. 101 — 113 — den, welche namentlich durch das Abtragen eines Theils der zu Tage
stehenden Bruchstücke des nördlichen Thurmes, so wie durch das Wie⸗
1 des nördlichen Fundaments, veranlaßt waren. Um diese Gerüchte zu widerlegen, ergriff in der vorgestrigen Versammlung des
Dombau-Vereins-Vorstandes unser Dombaumeister Zwirner das Wort und sagte:
Die Vorarbeiten an dem nördlichen Thurm und dem nördlichen Seitenportal haben seit nunmehr zwei Monaten begonnen, und sind bei diesen Arbeiten täglich über 100 Steinhauer beschäftigt worden. Der südwestliche Pfeilerstumpf des nördlichen Thurmes mußte wegen seiner stark verwitterten Außenfläche und des inneren, aus unregelmäßig kleinen Bruchsteinen konstruirten Kernmauerwerks in Abbruch genom⸗ men werden, und ist bereits die neue Sockelseite in Arbeit begrif⸗ fen. Nach Abbruch der auf den Fundamentstellen des nördlichen Portals errichteten Gebäulichkeiten, namentlich des Kapitelhauses und der Pfarrkirche zum Pesch, hat sich das ganze nördliche Funda⸗ ment, wie ich dies bekanntlich bereits im vorigen Jahre vermu⸗ thet, wirklich vorgefunden. Ueber den ganzen dortigen Baubefund habe ich sofort genaue Aufnahme veranstaltet und den mit der obe⸗ ren Leitung des Dombaues beauftragten hohen Behörden, na⸗ mentlich dem Herrn Erzbischofe, Koadjutor von Geißel, pflicht⸗ schuldige Anzeige gemacht. Hochderselbe hat sich demgemäß mit mir an Ort und Stelle begeben, daselbst von der Lage der Sache über- zeugt und meinen an des Königs Majestät demnächst allerunterthänigst gerichteten Wünschen und Anträgen seine Beistimmung gegeben. Die Allerhöchste Entscheidung ist in diesem Augenblicke zwar noch nicht in meinen Händen, ich erfreue mich indeß einer mir so eben zugegangenen Mittheilung des Königl. General-Direktors der Museen, Herrn Ge⸗ heimen Raths von Olfers, d. d. Berlin, den 10. September, wonach
—
I —— — — — — *
Se. Kaiserl. Hoheit der Großfürst Michael Pawlowitsch Rußland ist nach Weimar von hier abgereist.
Amtlicher Theil.
Inland. Stettin. Abreise des Kronprinzen von Schweden und des — Herzogs von Leuchtenberg. — Oels. Gewerbe- Ausstellung. — Mün⸗ ster. Einführung der westphälischen Landgemeinde Ordnung. — Ein führung der revidirten Städte⸗-Ordnung zu Ahlen. Arnsherg. Gro Fer Brand in Breckerfeld. — Köln. Der Fortbau des Domes. —
Damscheid. Unnatürliche Mißhandlung.
Deutsche Bundesstaaten. Ba vern. Aus Franken. Aerndte. — Würzꝙ. urg. Brand auf dem Lande. — Württemberg. Stutt gart. Wohlthätigkeits Verein. — Baden. M aunhe im. Beerdigung des Generals von Stockhorn. Vom Wiesenthal. Belebung der Gewerbsthätigkeit. — Nassau. Wiesbaden. Voranschläge für den Staatshaushalt. — Holstein. Kiel. Abreise des Königs von Däne— malle w Mnruhen. Freie Städte. Hamburg. Schluß der Anleihe.
Frankreich. Paris. des Herzogs von Nemours. Vermischtes.
Großbritanien und Irland. London. Loughrea und Stimmung des irländischen Volks. — an die Unterthanen der britischen Krone. Brief aus London. Berichtigung der Urtheile über die irländischen Zustände.)
Niederlande. Aus dem Haag. Entbindung der Oranien.
Belgien. Brüssel.
)
Gold al marco.
Dem Uhrmacher Engelhardt zu Berlin ist unter dem 18. Sep tember 1843 ein Patent auf einen durch Modell und Beschreibung erläuterten, für nen und eigenthümlich erachteten Sekundenzähler auf sechs Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang der Monarchie ertheilt worden. ö
Friedrichsd'or. And. GIdim. à 5 Th.
Discouto.
Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr Geld
Hornburg, 15. Sept. Hopfen. Bei der bereits begonnenen Aerndte hat sich herausgestellt, daß durchschnittlich nur Aerndte sein wird. — Da Bayern, Böhmen und die Altmark Mißärndten, Baden dagegen eine „Alerndte haben sollen, auch der unter dem Namen Stadigut bei Braunschweig gewonnene Hopfen nicht gerathen ist, so läßt sich hiernach auf einen Preis von 5 bis 6 Lsd'r. pro Ctr. hoörnburger Hopfen schließen. .
Briet.
Abgereist: Der Kaiserl. russische General-Major von Tol
3
stoy, nach Weimar.
Amsterdam
300 Me. 300 MJ.
11.8t. 300 r. 150 FI. 150 FI. 100 ThIr., J
ö ö. ß ⸗ . ö ö ö d i .
Leipzig, 15. Sept. Am 18. d. M. beginnt die Vorwoche unserer 1 ö do.
London
K . ö
Wien in 20 r. Die Reise
Augsburg...
Königin Christine in St. Cloud. — . l
llichtamtlicher Theil. Inland.
Se. Majestät der König haben Allergnä— digst geruht: dem Unteroffizier Kränkel der 4ten Invaliden-Com pagnie die Anlegung der ihm verliehenen Königlich schwedischen sil bernen Medaille für Tapferkeit im Felde zu gestatten.
Nepeal-Versammlung in Adresse O'Connell's
(Zur
Breslau Leipzig in Courant im 14 ThI. Fuss..
100 EI. ⸗
100 snhl 1073
In dem gestrigen Blatte der Allg. Pr. 3.
S. 511, Sp. 3, Z. 25 ist bei Angabe der Zahl der reitenden Ge⸗
schütze statt: „12“ zu lesen: 32.
Angekommene Fremde.
Hotel de Prusse. von Tietzen und Hennig, General-Major und Commandeur der 6ten Kavallerie⸗Brigade, aus Torgau. von — tu! nagel, General-⸗Major und Commandeur der 5ten Kavallerie und von Sobbe, Major und Adjutant im Generalstabe des
mee⸗-Corps, aus Frankfurt a. d. O. Rittergutsbesitzer von Niech
,, Petershurg
Berichtigung.
Cc N N CON NN C.
100 Thlr. h
Woch. Berlin, 20. Sept.
Prinzessin von
Die Königin von England in Brügge und Ostende.
Spanien. Briefe aus Paris. (Reclamation des General-Intendanten wegen der von Espartero mitgenommenen Gelder. Die Bewegung in . ö Barcelona. Vermischtes. Die Insurrection in Catalonien gewinnt an XñStettin, 19. Heute Vor: ; drast; Narsacz soll mit 10,500 Mann im Anzuge gegen Barcelona sein; mit dem Eisenbahnzuge Ihre Königl. Hoheiten der Kronprinz und Valencia und Saragossa sollen der Insurrection beigetreten sein; Graf die Kronprinzessin von Schweden und Se. Kaiserl. Hoheit der Ofalia ,.; der Zwiespalt im Ministerium.) Herzog von Leuchtenberg hier ein, bestiegen am Eisenbahnhofe eine
Portugal. Schreiben aus Lissabon. . ⸗ ; Dampf
Sept. Heute Vormittag 10 Uhr trafen
(Stimmung gegen die Modi Schaluppe und begaben sich an Bord des Kaiserl. russischen T
Pelzwaren in vielen Artikeln die höchsten Preise erlangen, werden. Mit fürchtend, wollte sie nicht, daß man sagen könne, ihre Meinung sei eine eipzig niemals viele Geschäfte ge Ursache zur Uneinigkeit und zu neuen Aufständen. Aber der Verrath ist mit Riesenschritten seinem Ziele entgegengegangen, die Freiheit geht so schnell unter, daß die Junta nicht mit Ruhe den Ruin des Pronuncig miento und den Verlust der Constitution mit ansehen kann, deren Verthei— digung so viel Blut gekostet hat.
Wir haben das Ministerium mit Verletzung seines Wortes und förm— lichen Versprechens einer Central-Junta, die gewöhnlichen Cortes zusammen— berufen, ohne daß es dazu das Recht hatte, den Senat auflösen, eine Re— krutirung anordnen, Steuern ausschreiben, Munizipal-Räthe auflösen sehen, die es durch andere ersetzt hat. Es hat die Erneuerung der Provinzial— Deputationen befohlen, die National-Miliz auf verschiedenen Punkten ent waffnet und die Patrioten verschiedener Provinzen abgesetzt, um sie durch Afrancesados ohne Achtung noch Moralität zu ersetzen. Es hat die In— spection der Armee den Reagctionairen von 1841 anvertraut; es hat die für bie Freiheit begeisterten Offiziere abgesetzt, die Veräußerung der Naiongl— güter vermittelst eines Anlehens von 400 Millionen projektirt, welches die Priester bereichern wird, und das Land wird in Mißkredit und Elend ver⸗ setzz werden. Es hat die Wagschale zu Gunsten einen Partei sinken gemacht, indem es alle Gehässigkeiten früherer Epochen wieder aufweckte; vie rödblichsten und festesten Männer haben sich, von seiner Sache getrennt. Es hat sich zum Werkzeuge einer Camarilla von politischen 83 geunern ohne Treue, ohne Schaam und ohne Ueberzeugung gemacht. Was erwartet ihr noch weiter? Habt ihr deshalb umarmt im letzten Monat Juni? Heißt das strenge Beobachtung der Constitution, wie Herr Lopez in seinem Programme gesagt hat? In diesem Zustande der Dinge und in Mitte so großer Gefahren hat die Junta sich von neuem konstituirt, um der Krise die Stirn zu bieten, und den Provinzen das Signal zu geben, auf daß diejenigen, welche den Verrath nicht kennen, dessen Opfer wir zu sein im Begriffe sind, aus ihrer Lethargie erwachen. Zu den. Waffen Spanier! zu den Waffen Spanier! und möge das uns zum Kampfe führende Banner ber Eentral' Junta vom Siege gekrönt werden, und auf immer die Consti tution, Isabella JI. und die National-Unabhängigkeit, kostbare Gegenstände für uns sichern.,
Barcelona, 5.
Eisenbahnen.
Köln, 16. Sept. Die Kölnische Zeitung enthält die der Königlichen Regierung zugegangene Benachrichtigung von Seiten des Ober Präsidenten von Schaper (d. d. Koblenz 11. Sept.), daß des Königs Majestät zufolge einer telegraphischen Mittheilung vom 19ten C. „die vereinbarten Maßregeln zum Durchführen der Bonn-Kölner Eisenbahn durch die Festüng und durch den Rayon der Festung Köln im Wesentlichen genehmigt haben“, und daß somit die projektirten Gränzen dieser Bahn, so weit es darauf bei der Expropriation an kommt, als feststehend betrachtet werden können.
Berlin -Potsdamer Eisenbahn. In der Woche vom 12. bis incl. den 18. Sceptemhem c. sind auf der Berlin Poisdamer kisenbalin W466 Personen gelahren.
Berlin -Stettiner Eisenbahn. Frequen? in der Woche vom 10. bis incl. 16. September 6804 Per- sonen.
Handels- und Börsen-MNachrichten. HR vom Getraide. erlin, den 18. September 1843.
Zu Lande: Weizen ( Nihlr. 27 Sgr. 6 Pf, auch 1 Rihlr. 20 Sgr.; Reggen 4 Wh. ts gt bös, uch Nihlt. 14 Sgr; grese Ger sie 1 Nihlr. 1 Sgr. 11 Pf.; lleine Gerste 1 Rihlr auch 28 han 35 Pf3 Hafer 2s Sgr. 3 Pf, auch 29 Sgr.; Erbfen 1 Rthir. 15, ö 5 R;
Ju Wasser: Weizen (weißer) 2 Rihlr. 10 Sgr. 8 Pf., auch 2 Rihlr. 8 Sgr. 9 Pf. und 2 Rihlr. 7 Sgr. 6 pf. Hi en i Ri . l Sgr. 3 Pf. auch 1 NRihlt, 13 Sgi. 3 Pf kleine Gerste 0 n 5 Can, Erbsen (schlechte Sorte) s Rthlr. 2 Sh. pf .
Sonnabend, den 16. September 1843.
Das Schock Stroh J Nihlr. 15 Sgr., auch 6 Rihlt. 10 Sar Centner Heu 1 Rithlr. 5 Sgr., auch 25 Sgr. 36.
Danzig, 16. Sept. Marktbericht. An der Bahn für Ce, 45 3 58 Sgr., Roggen 35 à 42 Sgr., Erbsen 9 ir g, GHerste 7 3 31 Sgr., Hafer s 3 24 Sgr. pro Scheffel. Spirstus z 3 1335 Rihlr. pro 120 Quart 80 pCt.
Stettin, 18. Sept. Getraide.
Der
Von Weizen, der in alter Waare zwar noch ziemlich wie letztgemeldet gehalten, jedoch nur noch zu billigeren
dem eigentlichen freien Griechenland hat? als viel macht und die Rothschildschen Zahlforderungen. an diesen Staat, der eben beginnt, sich den civilisirten Völkern anzuschließen, tragen noch mehr dazu bel, den guten Griechen jeden Luxuseinkauf aus der Fremde zu untersagen. Aber auch unsere Freunde aus dem Thale der Nieder⸗Donau klagen über den noch“ immer fortdauernden Münzwirrwarr in der Türkei, über das Streben der englisch französischen Handels- Häuser, von Konstantinopel aus die drei Hospodarschaften mit ihren Waaren zu versorgen, zum Nachtheil unseres Mesplatzes.
K Frankfurt a. M., 16. Sept. In unserer Stadt zeigt sich jetzt eine überaus starke Lebendigkeit. Der Fremden⸗-Durchzug ist so stark, wie er es in diesem ganzen Jahre noch nicht gewesen, und bei der anhal⸗ tenden wahrhaften Sommer-Witterung ist auch der Messenbesuch im Klein— handel stärker, als man erwartete. Dennoch klagen die Detaillisten sehr über allgemeinen Mangel an Kauflust. Der Lederhandel ist auch beendigt, und nur die Nachzügler vom Lande werden noch erwartet, sich aber bei dem auf dem Lande heirschenden Geldmangel nicht in großer Zahl einstellen. Es war mehr als der dritte Theil Leder diesmal weniger zur Messe gekom men als sonst, und daraus erklärt sich die feste Haltung der Preise. Im Allgemeinen lieferte aber unsere diesmalige Herbstmesse sehr ungünstige Re sultate, und man ist sehr gespannt, wie die leipziger ausfallen wird.
In dieser Woche war der Umsatz in den Fonds an der Börse nicht besonders belebt, doch gab sich im Allgemeinen eine steigende Tendenz zu erkennen. Gestern und heute sind zwar, auf die niedrigeren Course von Wien, die wiener Bankactien- und beide Partialloose etwas gewichen. Die holländischen Fonds gingen gestern auf ihren Fall zu Amsterdam fühlbar zurück, erholten sich heute aber in gleichem Grade, da bessere Course und aufmunternde Berichte von Amsterdam einliefen. Man erwartet, daß die zweite Kammer der Generalstaaten nach den letzten Auftlärungen der Re gierung die Budgets der nächsten zweijährigen Finanzperiode annehmen werde. Die übrigen Effekten unterlagen ganz geringen Fluctuationen. Ne⸗ gere Kauflust zeigt sich in dieser Woche in den Taunus -Eisenbahn-Actien, die täglich höher gehen und heute 348 Fl. blieben. Die über alle Erwar tung starke Frequenz der Bahn giebt den Impuls zu dieser Kauflust und sie würde bei größerer Abondanz des baaren Geldes noch stärker sein. Die Main-Dampsschifffahrt hat nun mit dem niedrigeren Wasserstand schon et was zu kämpfen und mit den fortdauernden Reparaturen der Maschinen der Böte.
St. Petersburg, 28. Aug. bis 9. Sept. (B. N. d. O), Ueber den russischen Talghändler A. Podsossoff waren schon seit längerer Zeit nach theilige Gerüchte im Umlauf. Vorgestern nun ist das Fallissement desselben mit einer Passivmasse von 1,700,000 BRo. zum Vorschein gekommen. Von Talg pro August hatte derselbe 45, 0900 Pud mit allem Gelde voraus ver— kauft. Wie sich die Sache stellen wird, läßt sich diesen Augenblick noch nicht sagen.
In den letzten Tagen ging hier in Talg wenig um. Gewöhnliches gel— bes Lichtentalg ist 111 à 1117 Ro. nach Qualität zu notiren, wozu jedoch keine Partieen genommen werden dürften. Durch obiges Fallissement wird die anderweitige Anschaffung von einigen Tausend Fässern Talg nöthig werden. Seifentalg zuletzt mit 106 Ro. bezahlt. Weißes Lichttalg 121 No. nominell.
Riga, 14. Sept. (B. N. d. O.) Von neuem , — Q Sin.
bis heute ca. 1000 To, angekommen, wovon Kleinigkeiten zu J genommen worden sind. Man erwartet allgemein, daß sich der Preis bald auf 6 SR. zurückstellen werde, . .
Von Hanf ist nur polnische Winterwaare zu 82, 76 und 72 R. in den bekannten drei Sorten gemacht, beste Sommerwaare aber noch nicht unter 85 3 86 für Rein und 78 — 72 sür Sorten zu haben. Feine Waare Iilt gl ü 95, 87 = 843, gewöhnl. Tors 45 à 46, langer 55, schwarzer Paß 67.
Flachs fest. Weißer Kron 32 3 33 SR., auch noch höher bezahlt. Andere Sorten 20, 23 und 27 - 26.
Paris, 14. Sept. Heute übten die Nachrichten aus Spanien einen nachtheiligen Einfluß auf die Course aus. Die französischen Renten, so wie die spanische aktive Rente erlitten eine entschieden rüchgängige Bewe⸗ gung. An der Börse wurde behauptet, es seien sehr ungünstige Nachrichten aus? Barcelona eingetroffen; es hätten sich wieder mehrere Bataillone, die in die Stadt eingezogen wären, für die Central-Junta erklärt und die Trup— pen Prim's wären zurückgeschlagen worden. — Man, vernimmt so eben, daß der Graf Toreno gefährlich erkrankt sei; die Königin Marie Christine läßt sich täglich sehr angelegentlich nach seinem Befinden erkundigen.
Aus wüärtige Börsen.
Amsterdam, 15. Sept. Riederl. wirkl. Sch. 535. 57h do. 100. Kanzchill. — H 9h span. 1773. 395 do. 263. Pass. — . Ausz. — . Ziusl. —. Preuss. Pram. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 1093. 195 Russ. Hope 90255.
Antwerpen, 14. Sept. Binsl. —. Neue Anl. 173.
Paris, 14. Sept. 595 Rente fin eour. 121. 35. 396 Rente fin cour. 82. d) b Neapl. au eompt. 107. 90. 59h Span. Rente 265. Pass. 43.
Wien, 14. Sept. 596 Met. 1105. 456 100. 396 76. Actien 16417. Aul. dé 1834 id65. de 1839 1145.
Bank-
Rauschendorff. Benoit, stud. theol., aus Jördon. Kaufleute A pelt aus Magdeburg, und Preiß nebst Gemahlin, und Frau Dr. Fi scher aus Reichenberg.
Hotel de Saxe. Demmler, Lieutenant im 12ten Landwehr-Infanterie Regiment, aus Krossen. Kaufleute Jakobi aus Strelitz, Moritz sohn, Pfaul und Heymann aus Königsberg in Pr.
Kaiser von Rußland. Particuliers von Eberhardt aus Neu-⸗Ru pin, von Bolschwing aus Frankfurt a. d. D. Gutsbesitzer Scheunem ann aus Alt-Marrin, von Schichow aus Werend Guse aus Maiendorf. Kaufleute David aus Sternberg, Salon aus Goldberg, Vielitz aus Zehdenick, Wiener, Leo, Lapöhn, Landsberger aus Königsberg i. Pr., Lassal aus Breslau, In kobi, Beh rend aus Neidenburg. Digon, Marchand du me aus Paris. Nittergutsbesitzer von Schwennold aus Eisendorf.
König von Portugal. Kaufleute Grunow nebst Familie und von
Dadelsen aus Stettin, Besson nebst Sohn aus Neuchatel, Hee schen aus Düren und Meyerheim aus Hamburg. öntgen, h ur, aus Güstrow. Amtmann Fricke und Particulier Schröder aus Koburg. von Schlamann, Stud. jur., aus Halle. Gutsbesitzer Kloser aus Erfurt. Mad. Jorns, Particuliere, aus Braunschweig.
Hotel Stadt London. von Lehmann, Amtmann und Gutsbesitzer nebst Gemahlin, aus Golantz im Großherzogthum Posen. Rentier von Schack aus Schwerin in Mecklenburg. Particulier Köhler g Breslau. Fabribbesitzer Bergfeldt aus Chemnitz.
König von Preußen. Chemiker Leese, nebst Gemahlin, aus Fri land. Kaufmann Weber, nebst Gemahlin und Töchtern, aus G
Hotel de l' Europe. Conducteur Schäffer aus Stettin. 3Zten Dragoner-Regiment von Hirsch aus Woldenberg. Lieutenan Zten Dragoner⸗Regiment von Rathenau aus Woldenberg. Germann aus Breslau.
Kronprinz. Albrecht, Königl. hannov. Ober-Finanzrath, aus Hanno ver. Justizrath Evelt aus Düsseldorf.
Hotel du Nord. Witthauer, Redacteur der wiener Zeitung, aus Wien.
Hotel de Brandebourg. Freiherr von Barnickow aus Potsdam Theater⸗-Direktor Mühling aus Hamburg.
Rheinischer Hof. Rittmstr. von Spalding aus Landsberg 4. d. W.
Landhaus. Geh. Justizrath Krause aus Glogau.
In Privathäusern. Nernst, Geheimer Hofrath und Ober- Post-Dirckto aus Tilsit, Behrenstr. 32 bei O'Etzel. von Lindenau, Königl. säqch— scher Kammerherr, aus Dresden, Taubenstr. 27 bei Dietrich. Kriegslatl Henni aus Schwedt, Französischestr. 37 bei Radeloff. Gutsbeßtze
von Platen aus Mudeke und von Saldern aus Plattenburg, Kue
nenstr. 44 bei Dierbach. NMietrorologische Veobachtungen.
Abends 10 Uhr.
Nachmittags
1843. 3. r.
18. Sept.
Morgens 6 Uhr.
J
Beohachtun,
Luftdruck .... 31 , Par. 3 10, 98! . Par. 3 10,77“ Par. Quellwärme 8, 0 R. Luftwärme ... 4 8d, 59 R. 18,57 R. 4 1 1,87 R. Elusswärme 13,19 M. Thaupunkt ... . R. 2,8) HR. * 5,0) KR. kodeu wärme 1 , — Dunstaüttigung . pt. 29 pCt. 59 pCt. U Aus dü us tung 0, 026 H h. Wetter heiter. — heiter.
Wind 0. 9. 0.
Niedersehlag 0. Wärme mweehsel 18,9) — = 4 7,0 R. 3411,24 Par. .. 13,0 R.. . 4,0 R... 55 pCt. g. Königliche Schauspiele. Mittwoch, 20. Sept. Minna von Barnhelm. 5 Akten, von Lessing. Zu dieser Vorstellung werden Billets, mit „Donnerstag“ bezeich⸗ net, verkauft. . 7 Donnerstag, 21. Sept. Jessonda. (Mad. Louise Köster, gebo— rene Schlegel: Jessonda, als Gastrolle. Dlle. Marr: Amiazili.) Die zu dieser Oper bereits gekauften, mit „Sonntag“ bezeichne, ten Billets sind zu Donnerstag gütlig; auch werden die zu. „Jessonda! noch zu verkaufenden Billets mit „Sonntag“ bezeichnet sein. In Potsdam: Das Glas Wasser.
Königsstädtisches Theater.
Mittwoch, 20. Sept. Endlich hat er es doch gut gemacht! Lustspiel in 3 Akten, nach einer englischen Idee für die deutsche Bühne bearbeitet, von Albini.
Donnerstag, 21. Sept. Einen Jux will er sich machen.
Wegen Heiserkeit der Signora Malvani kann die zu heute an— gekündigt gewesene Oper: „Lucia di Lammermoor“ erst Sonn⸗ abend, den 23sten d, gegeben werden.
heiter.
— — .
Wolkenzusgs. .. Tagesmittel:
Lustspiel in
Gedruckt in der De de rschen Geheimen Ober- Hofbuchdrucherei. Beilage
fiction des Tarifs; ein angebliches Manifest Dom Miguel's.)
schiffes „Ischora“, um gemeinschaftlich auf diesem die Reise bis * 7 h
Mexsiko. Schreiben aus Pßarris. (Texas besteht auf der Trennung von Mexiko.) Merlto.
Swinemünde zu machen. Punkt 115 Uhr setzte die Maschine ihre Hande, und Börsen⸗Nachrichten. Königsberg. Marltbericht,. Räber in, Bewegung, In Swinemünde werden Ihre, König, Breslau. Gefraidemarkt. — St. Petersburg. Bötsen-Bericht. — Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin von Schweden das Paris. Börse; Gerüchte aus Spanien. — London. Getraidemarkt. heute früh von hier dahin vorangegangene Königl. schwedische Am sterdam. Börse; Getraidemarkt. Dampfschiff „Nordstjerna“ besteigen und sich auf diesem nach Stock⸗ holm zurückbegeben, während Se. Kaiserl. Hoheit die Reise auf,
der „Ischora“ fortsetzen wird. /
Sing-Akademie. — Königsstädtisches Theater. — Einige Bemerkungen über die konstruktiven Anordnungen der Herstellung des abgebrannten Opernhauses. Oels, 7. Sept. (Schl. 3.) Am 28sten v. M. wurde die von dem hiesigen Gewerbe-Verein veranstaltete Gewerbe- und Kunst⸗Aus stellung im großen Saale des Rathhauses eröffnet, und wir können mit Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse diesen ersten Ver such als einen recht gelungenen bezeichnen. Das im Laufe dieser Woche erschienene Verzeichniß weist mehr als 280 Gegenstände nach, welche zur Schau gestellt sind, und von denen viele eine besondere Auszeichnung verdienen.
Beilage. Inland. Erfurt. Erlaß des Justiz-Ministeriums wegen der Zulassung der Rechts-Kandidaten zur ersten Prüfung. — Arns⸗ b eng. Wirkung des Mangels. — Aerndte. — Edler Muth eines Kna ben. — Dentsche Bundesstaaten. Bavern. München. Auf— lösung der Medizinal-Comité s. — Württemberg. Stuttgart. Abreise des Patriarchen von Pßprker. — Baden. Emmendingen. Mammuths-Gerippe. — Nassau. Wiesbaden. Beglückwünschun⸗ gen des Herzogs. — Sachsen Meiningen -Hildburghausen. ülus dem Meiningenschen. Taufe einer Prinzessin. 6 Lippe. Detmold. Bericht des Vereins für den Bau des Hermann's-Denk⸗ mals. — Freie Städte. Frankfurt a. M. Ankunft des Königs von Bayern. — Prinz August von Sachsen-Koburg. — Die Habersche Angelegenheit. — Bremen. Berichtigung einer Angabe über das Ver unglücken des „Konings Willem II.“ — Schweiz. Neuchatel. Un— tersuchung wegen Störungen bei den Großraths⸗-Wahlen. — Türkei. Konstantinopel. Weitere Forderungen Rußlands in Betreff Ser— biens. — Hinrichtung eines Armeniers wegen Rücktritts zum Christen— thum. — Herr von Bourqueney reklamirt wegen Beschimpfung der fran— zösischen Flagge in Jerusalem. — Ermordung nestorianischer Christen in Mosul. — Vermischtes. —Arabien. Dschedda, Mocha und Aden.
9 9 9 nitlicher Theil 7 Amtlicher Theil. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: Dem Bürgermeister Holtschmidt zu Elsey den Rothen Adler vierter Klasse zu verleihen.
* Nꝛtünster, 16. Sept. Mit der Durchführung unserer Landgemeindeordnung, welche sich seit ihrer Annahnie auf, dem Pro vinzial Landtage länger als zwei Jahre verzögert hat, weil derselben in. den eigenthümlichen Verhältnissen unserer Landgemeinden mancherlei Hindernisse entgegenstanden, scheint es jetzt schneller vorwärts zu ge⸗ hen. Das heute hier ausgegebene Amtsblatt kündigt wieder an, daß dieselbe in zwei Bürgermesstereien, oder, wie diese jetzt heißen, Aem tern, eingeführt worden ist, nämlich zu Osterwick und Lette; in beiden Bürgermeistereien sind die bisherigen Bürgermeister zu Amtleuten ernannt woörden. In verschiedenen anderen Aemtern, wie namentlich in mehreren der Kreise Wiedenbrück und Warburg im Regierungs bezirk Minden, ist die Einführung bereits erfolgt, in anderen steht dieselbe noch im Laufe dieses Jahres bevor.
Miꝛünster, 16. Sept. Das heutige Amtsblatt bringt zur öffentlichen Kenntniß, daß in der Stadt AÄhlen die revidirte Städte Ordnung eingeführt worden ist.
Orden J Auf den von Sr. Majestät genehmigten Vorschlag des unter— zeichneten Kapitels ist der Luisen-Orden verliehen worden: 1) Der Wittwe des Stadtraths Säger und 2) Dem Fräulein von Steinmetz in Berlin; 3) Der Gattin des Oberst-Lieutenants von Knobelsdorf in Friedeberg 4) Der Gattin des Banquiers Schweitzer, 5) Der Wittwe Teusner, und 6) Der Wittwe des Kanzlei⸗Secretairs Gerlach in Breslau; ) Der Gattin des Predigers Ansorge in Gleiwitz, und 8) Der Wittwe des Rektors Burckardt in Aschersleben. ö Luisen⸗ Ordens ⸗ Kapitel. Marianne, Prinzessin Wilhelm von Preußen.
Arnsberg, 17. Sept. In der etwa drei Stunden von Hagen liegenden kleinen gewerbfleißigen Stadt Breckerfeld ist gestern Morgen ein verzehrendes Feuer ausgebrochen, welches den ganzen Tag hindurch gewüthet und beinahe den dritten Theil des Ortes, der etwa zwei Hundert Häuser und gegen tausend meist evangelische Ein⸗ wohner zählt, zerstört hat. Die Zahl der niedergebrannten Häuser wird auf 65 angegeben. Von Hagen sind sogleich mehrere Wagen mit Mundvorräthen zur Unterstützung der armen Nothleidenden ab geschickt worden. . .
Köln, 17. Sept. In der letzten Zeit waren vielfache ungün stige Gerüchte in Bezug auf den Fortbau des Domes verbreitet wor
dieselbe bereits ergangen ist und ihrem Eintreffen in den nächsten Tagen mit Sicherheit entgegengesehen werden kann.“
Der Herr Erzbischof von Geißel, welcher den Ehren⸗Vorsitz ein nahm, bemerkte: daß sich die Sache dem Vortrage des Herrn Regie rungs-Raths Zwirner völlig gemäß verhalte, und daß, wie ihm über⸗ haupt als stellvertretendem Vorstande der Erzdiözese das allseitige Ge⸗ beihen des Dombaues unausgesetzt warm am Herzen liege, er ebenfalls so im Besonderen als Schenknehmer des der Metropolitankirche für die Aufrichtung des nördlichen Portals und zur Mithülfe an der Er— richtung des nördlichen Thurmes übertragenen Baugeschenkes die sorgfältige Erfüllung der Bedingungen, unter welchen diese Schenkung stattgefunden, dem Vereine gegenüber fortwährend im Auge behalte.
Damscheid, (Kreis St. Goar) im Sept. (Rh. u. M. 3.) Es ging hier das Gerücht um, der Tagelöhner J. H. . . mißhandele sein etwa Zjähriges Kind seit einem Jahre, wo die Mutter gestor ben, auf unmenschliche Weise und gebe es dem Hunger und Elende preis. Dadurch entstand der Verdacht, er wolle sich auf diese Weise des Kindes entledigen. Der Bürgermeister fand dasselbe wirklich in einem be dauernswerthen Zustande, voll Schmutz und Wunden und wie ein Skelett abgemagert. Dem unnatürlichen Vater wurde das unglück⸗ liche Wesen sofort abgenommen, bei ordentlichen Leuten in Pflege ge⸗ geben und die gerichtliche Untersuchung gegen den Vater eingeleitet.
Au s land. Deutsche Gundesstaaten.
Bayern. Aus Franken, 13. Sept. (Köln. 3.) Die Aerndte ist nun überall vorüber und das Urtheil über die Ergebnisse derselben so ziemlich festgestellt. Der Roggen lieferte im Durchschnitt sowohl hinsichtlich der Qualität als Quantität einen nur mittelmäßigen Er⸗ trag. Weit besser gestaltete sich die Weizen⸗-Aerndte, welche in den meisten Gegenden sehr ergiebig an Körnern war, doch steht das dar⸗ aus gewonnene Mehl sowohl an Güte als Feinheit dem vorjährigen bedeutend nach. Trefflich ist überall die Gerste und der Hafer ge⸗ rathen, eben so die Hülsenfrüchte. Mit theilweiser Ausnahme des Korns wurde alles Getraide bei dem günstigsten Wetter eingebracht. Die Preise stehen gegenwärtig ziemlich niedrig, die Verschiffung nach dem Rhein hat bereits begonnen, doch dürfte sie erst bis zum näch⸗ sten Monat recht lebhaft werden. Was den Stand der übrigen Feldfrüchte anbelangt, so ist derselbe durchaus sehr günstig, namentlich gilt dies von den Kartoffeln. Der Hopfen, von dem man sich vor kurzem nur wenig versprach, steht jetzt so schön, wie man sich dessen seit Jahren nicht zu erinnern weiß.
Wanderlieder und pikante Variationen zu komponiren, sondern auch den großartigen Stol der Kirchenmusik zu treffen versteht, bald eine seinen Nei= gungen und Talenten entsprechende äußere Stellung in der musikalischen West finden! — u.
Sing ⸗Akademie.
. Am Nachmittag des 19ten Septembers fand in der Sing-Akademie eine musikalische Trauerfeier zum Gedächtniß an ein verstorbenes Mitglied, unter gewohnter Theilnahme aller Anwefenden, statt. Sie wurde eingelei tet durch einen Choral von Zelter, worauf Herr Direktor Rungenha— Jen einige herzliche Worte zur Erinnerung an die Verstorbene sprach, welche wan ig Jahre lang diesem schönen Vereine angehört hatte. Dann wurden Königsstädtisches Theater. orgetragen: Fesca's Vater Unser; das berühmte achtstimmige Cruci— ö (x - inn on ,. ein „Sancta Maria“ von Hellwig, dem verstorbenen Eine neue Posse von Hahn. 1 , n , der unter Zelter besonders thätig bei der Sing- Das Theater in der Königsstadt, in jeder Hinsicht auf Ausbeutung der den. Zwischen . h mehrere Stücke von Fasch, dem Stifter dersel⸗ heiteren Muse angewiesen und durch seine beweglichere Stellung, wie durch in jugendlicher Kraft e , . älterer Meister vernahmen wir von einem den Besitz zweier wahrhaft ausgezeichneten Komiker, ich meine die Herten funds, g s f , Id u fsircbend en neueren Komponisten, Herrn Ju- Beckmann und Grobecher, zu guten, Leistungen, namentlich in der . aihtstkrmlhrn n m . berliner Akademie der Künste erlangt Volls Posse, befähigt, so daß es nur in seinem Beruf handeln würde, wenn r, e ,, ö so genannte kurze Nequiem: ker es immer mehr dichterische Talente heranzuziehen suchte, um mittels ihrer durch seine echt kirchliche und fromme? , , luscat ei), welches den brachliegenden Boden des Lust und Relttren Gingsplels anzubguen, ralter = Angemessenheit, allgemein ansprach dalung, durch feine Cha. dies Theatzt kracht, am 1gten d, einem gf sillten wanse aß, Ntgrigleit di klassischer Meister um so mehr eine tiefe W und inmitten der Werte zwesaktigs Pose; Der ats Jän gg elke. hr Perfaser Nn ola zieh ben Wen is ll fl rte ee en her ung, hervorbrachte, als es zu- Hahn, Mitglied des Königsstädtischen Theaters, hat schon mit einer ähn⸗ e ; ernste kontrapunktistische Studien lichen Arbeit? „Wie denken? Sie darüber?“ nicht erfolglos debütirt und mit seiner jetzigen einen so glücklichen Schritt vorwärts gethan, daß er, obwohl
n,, . kräftig hob sich das „Lux perpetua“ hervor, und er Eindru dürde ößer ĩ 5 e h 1 in fi rung e n n g, n , . hätte die Stelle durch die in seinem Stück nicht beschäsftigt, am Schluß gerufen ward. Der Stoff ist ntönnen. Möge der junge beschei! zwar der Paul de Kockschen Novelle: „Der Heiraths- Kandidat“ entlehni,
die dramatische Einfädelung und der Dialog aber sind ganz Hahn's Eigen—
dene Kor zonist, der sich durch seine gründliche musikali ᷣ ö n nudlich alische Bildung unter Kennern einen ehrenvollen Ruf erworben und nicht blos romantische thum. Die Posse spinnt sich nicht in Intriguen durch, sondern bietet nur
Situationen dar, und diese, aus der derben Wirklichkeit gegrif fen und in scharfen Kontrasten aneinandergereiht, malen uns sowohl jede für sich einen ungenirten Teniers aus, als sie aus ihrer anfänglichen Quod— libet⸗Natur zum Schluß in ein wahrhaftig lustiges Finale einheitlich zu sammentreten; das Ganze ist klug angelegt, die Heiterkeit geht im Klimar von Auftritt zu Auftritt, und da auch der Dialog Fluß hat, so verdient der Verfasser Aufmunterung. Nur die Erzählung vom Peter, der sich später als ein Kater herausstellt, dürfte kürzer sein. Der Grund⸗-Gedanke, daß ein alter Junggesell, der von der Heirathsmarotte befallen wird, in eine Odyssee von Liebes-Irrfahrten zu gerathen pflegt, erhält hier gleich durch die , des Hagestolzen einen komischen Refler, indem derselbe, ein Neunundoierziger, von seiner Mutter noch so gegängelt wird, als wäre er ihr fünfjähriges Schooßkindchen. Es hat sich so eine halb kindliche, halb kindische, eine halb bewußte, halb verkommene, halb anziehende, halb abstoßende Natur gebildet, welche zu repräsentiren nicht gerade leicht ist, daher, was Herr Beckmann als Wennecke leistete, mit Recht anerkannt ward, indem es, wie leicht und ungezwungen es sich auch in der Erschei— nung herausstellte, das Ergebniß von der Kenniniß derartiger Stuben Originale war. Der beliebte Künstler wurde zweimal gerufen, m a den Darstellern der Hauptrollen, worunter Herr Grobeckgg in,,
lich, Nad. Adami als Wernecke's süßelnde Mutter und n n mn, zun
als' la Ciauren schwärmende Lieutenants-Wittwe ehrenven,
werden verdienen. 5
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