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der aufgelösten Frei⸗Corps, die sogenannte Patulea, zu erkaufen. Die Regierung war von allem unterrichtet, ergriff aber, um auch den ent⸗ ferntesten Schein der Willkürlichkeit zu vermeiden, gegen die Verschwor⸗ nen feine persönlichen Maßregeln.

Sobald man hier erfuhr, daß ein Theil der Patulea die von Degollada, Castañs u. s. w. eingesetzte Central-⸗Junta mit den Waf⸗ fen in der Hand gegen Prim und die übrigen Militair⸗Behörden Barcelona's unterstützte, verkündete das Organ der Ayacuchos, der Espectador, diesmal werde seine Partei stegen, und die Regierung keine acht Tage mehr bestehen. Die Ayacuches beten für den Triumph der Central Junta. Und warum? Offenbar weil die Sache der Central⸗-Junta keine andere ist, als die der Anarchie, und weil sie nur in dieser die Leiter erblicken, auf welcher Espartero aufs neue zur Ge⸗ walt gelangen könnte. Offenbar dient ihnen die Einsetzung der Central⸗ Junta nur als Mittel, um sich der gegenwärtigen Regierung zu ent⸗ ledigen, und dann über die jetzt von ihnen begünstigten Francisquisten und Republikaner herzufallen. Sie möchten, mit einem Worte, in ganz Spanien aufräumen, damit das von ihnen anerkannte Ober⸗ haupt, das zugleich ihr Schützling ist, hinreichenden Spielraum für seine weiteren Pläne finde. Wer die Manifeste der Rebellen von Barcelona, wer die Artikel des einzigen dort noch erscheinenden Blat⸗8 tes, des Eonstitucional, auch nur oberflächlich liest, wird sogleich gewahr werden, daß die Hand der Apacuchos das Ganze leitet, und die Francisquisten nur vorgeschoben sind. Es war, wie man sagt, in der Junta sogar die Rede davon, ein Dampfschiff nach Gibral⸗ tar zu schicken, um Espartero, den man dort vermuthete, kommen zu lassen.

Die Partei des Infanten Don Francisco scheint ihrerseits an die Aufrichtigkeit des mit den Ayacuchos geschlossenen Bündnisses zu glauben oder doch vorauszusetzen, daß sie mit diesen fertig werden könne, wenn nur die Einsetzung der Central-Junta erreicht sein werde. Gestern verlangte das Eco mit großer Selbstverleugnung, die Mit⸗ glieder dieser Junta sollten vermittelst allgemeiner Abstimmung ernannt werden. Zugleich versichert dieses Blatt, man würde schon die Zu⸗ sammenkunft der Cortes zu verhindern wissen, und diese Prophezeiung beweist, daß die Anhänger des Infanten befürchten, mit ihren Ver⸗ mählungs- Projekten auf verfassungsmäßigem Wege nicht durchdringen zu können. Ich habe schon bemerkt, daß es durchaus der älteste Sohn des Infanten ist, dem dieser die Hand der jungen Königin bestimmt. Einige Blätter legten demnach die Frage vor, warum man denn gerade den ältesten und nicht den zweiten Sohn, einen jungen Prinzen don unabhängigerem Charakter, einer so hohen Bestimmung entgegen⸗ zuführen bemüht wäre. Die Antwort war: Der jüngere Infant soll sich mit der Infantin Marie Louise, Schwester der Königin Isa⸗ bella, vermählen! Damit ist freilich jeder Einwand beseitigt, und der Wille der Königin selbst, so wie die Einwilligung der Cortes kommt nicht in Betracht. In Barcelona wird die Heiraths⸗Frage in diesem Augenblick durch die Patulea ausgefochten. Uebrigens scheinen die Francisquisten selbst noch darüber zu schwanken, ob sie mit ihren wahren Plänen hervortreten sollen.

Aus diesen Nachweisungen wird erhellen, was der neueste in Barcelona ausgebrochene Aufstand zu bedeuten habe. Wird er un⸗ terdrückt, so erringt die Regierung einen wichtigen Vortheil über die beiden gefährlichen Gegner, welche sie, von verschiedenartigen Beweg⸗ gründen geleitet, bekämpfen, mit einem Schlage. Unterliegt die Regierung, sei es, weil sie nicht versteht, von den ihr zu Gebote stehenden Kräften den rechten Gebrauch zu machen, oder weil die Gegner ihr an Kräften und Selbstbewußtsein ihres Willens überlegen sind, so wird sich eine neue Lage bilden, aus der ein neuer heftigerer Kampf und mit ihm das immer höher steigende Bedürfniß der Na⸗ tion, sich um jeden Preis Ruhe zu verschaffen, hervorgehen wird.

Die Minister, auch die der weiteren Ausdehnung der constitutio⸗ nellen Freiheit am günstigsten, begreifen, daß ihre eigene Existenz mit dem Ausgange des Aufstandes von Barcelona verknüpft ist. Sie haben ungesdumt den Truppen Prim's 50,00 Piaster zugeschickt und ihm aufgetragen, die Anarchie durch Anwendung aller gesetzmäßigen Mittel zu unterdrücken. Es herrscht in Betreff dieser Frage unter den Ministern das vollkommenste Einverständniß. .

Im Gefühl der Unzulänglichkeit ihrer Kräfte haben die Ayacuchos und Francisquisten zu einer anderen abgenutzten Waffe, gegriffen. Der Espectador und das Eco versichern gestern übereinstimmend, die diesseitige Regierung hätte eine hohe Person nach Paris abgeschickt, um die Intervention Frankreichs zum Behuf der Unterdrückung des Aufstandes von Barcelona zu verlangen, und die Hand der Kö⸗ nigin Isabella zu Gunsten des Herzogs von Aumale als Preis dieser Hülfsleistung gestellt. Diese Behauptung ver—⸗ diente wohl kaum die Ehre einer förmlichen Widerlegung, die in der Gaceta von heute enthalten ist, und aus der ich nur folgende Worte entnehme: „In Betreff dessen, was man in Bezug auf Intervention und sonstige Voraussetzungen andeutet, sagen wir blos, daß die Mit⸗ glieder des Kabinets einen großen Werth auf die Konsequenz ihrer Prinzipien legen, von der sie nie abgewichen sind, noch abweichen werden, und daß sie ebenfalls ihre Pflichten gegen die Würde der Nation zu sehr achten, um auch nur von dergleichen, eines echten Spaniers unwürdigen Verrücktheiten Cleliriss) zu träumen. Die Ayacuchos scheinen vergessen zu haben, daß einer der vertrautesten Freunde Espartero's, der jetzige General-Capitain von Cuba, Don Geronimo Valdes, der Erste war, welcher im Frühjahr 1835 der Regierung förmlich erklärte, daß die Armee der Königin außer Stande wäre, die Karlisten in den Nord-Provinzen zu bestegen, und daß deshalb eine bewaffnete Intervention Frankreichs nachzusüchen wäre. Diese amtliche Erklärung des Generals Valdes war von dem Brigadier Don Bal⸗ domero Espartero mitunterzeichnet.

Der sinterimistische Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Herr Frias, scheut sich, in diesem Departement, das mit Beamten besetzt ist, die fämmtlich in Folge der September Revolution von 131460. eintraten, Abänderungen vorzunehmen. Da sich aber das Bedürfniß ergiebt, manche Fragen durch Personen von Einsicht und guten Gesin⸗ nungen erörtert zu sehen, so hat die Regierung so eben dem erwähn⸗

ten, Ministerium eine bergthende Kommission (Junta de Estade) zur Seite gestellt, die vorläufig bis zur weiteren Entscheidung der Cortes

6 sein soll und den Herzog von Frias zum Präsidenten, so wie

9. . 26 Carnerero, Don Juan de la Concha (Bruder des

, . 9 Zoll und Handels- Angelegenheiten den Herrn ar 9 nie 9 . omo zu stimmführenden Mitgliedern hat.

An die Stelle des Herrn Carnerero sst Herr Lopez de la Torre Aillon, vormals Legations-Secretair in der Schweiß, Kopenhagen Berlin, Wien und Paris, zum bevollmächtigten Mini . . schweizerischen Eidgenossenschast ernannt . ö ag wird binnen einigen Tagen mit besonderen Liufträ , abgehen. Der Herzog von Osunn ist vo * agen ne n geehzt. 6 st von London hierher zurück⸗

ö Die hiesigen Feinde der neuen Ordnung der Dinge arbeiten thätiger als je an einem Aufstande. Indessen steigt auch die Wach= samkeit der Behörden. Eine Versammlung von Verschworenen de man mit den Insignien der Freimaurcrei bekleidet antraf, wurde bei Nacht aufgehoben. Heute sind abermals die National-Milizen, welche noch Waffen in Händen haben, aufgefordert worden, diese abzuliefern.

n

554 Sisenbahnen.

Berlin- Frankfurter Eisenbahn. In der Woche vom 17. bis 23. September sind auf der Berlin-Frank-

surter Eisenbahn 7297 Personen befördert worden.

Heidelberg, 19. Sept. Gestern wurde in hiesiger Stadt neuerdings ein Kongreß von Technikern gehalten, um den für den Trakt der Main⸗-Neckar⸗Eisenbahn von ihnen schon früher entworfenen und den dabei betheiligten Regierungen überreichten Plan nochmals in Be⸗ rathung zu ziehen. Dieser Plan nämlich hat bis jetzt noch keinesweges die Zustimmung jener Regierungen erhalten; vielmehr soll badischerseits gewünscht werden, denselben namentlich in Betreff des Kostenpunkts ab⸗ zuändern, von wo aus sich die Bahn in zwei Arme scheidet, wovon der eine in Heidelberg ausmündet, der andere aber nach Mannheim führt.

London, 20. Sept. Die Manchester⸗-Leeds Eisenbahn⸗-Ge⸗ sellschaft hat diese Woche die Vorarbeiten zu einer Verbindungs⸗Bahn zwischen Heywood und Bury begonnen, durch welche eine wesentliche Verbesserung in der Verbindung der bedeutenden Orte Manchester, Liverpool im Süden und Rochdale, Leeds, Mork und Hull im Osten erlangt wird. Man erwartet, daß nach Vollendung dieser Heywood⸗ Bury Zweigbahn auch der ganze ausgedehnte Fabrikdistrikt Ashton⸗ under-Lyne mit der Manchester⸗Leeds Hauptbahn in Verbindung ge⸗— setzt werden wird. Jener Distrikt umfaßt volkreiche und sehr betrieb⸗ same Gegenden.

gandels- und Bäörsen-Uachrichten.

Breslau, 22. Sept. Handelsbericht. Die fortwährend flauen Berichte von auswärts und die schlechte Qualität des bis jetzt zu Markt gekommenen neuen Weizens machten, daß sich der Preis desselben drückte, und bezahlte man in den letzen Tagen für neuen gelben 46 3 49 Sgr., für neuen weißen 50 à 52 Sgr. pro Scheffel. Alter Weizen kommt wenig

zu Markte, und bezahlten Konsumenten bei Vorkommen fur gelben 6965

Sgr., für weißen 64 à 68 Sgr. pro Scheffel. Noggen, neue Waare mit 36 3 39 Sgr. bezahlt, alle Waare kommt nicht mehr vor. . Von neuer Gerste ist die Zufuhr nicht bedeutend und wird mit 25 3 28 91. bezahlt. Neuer Hafer is à 17 Sgr. pro Scheffel. Von neuen Erb= sen wurden bisher nur Kleinigkeiten angetragen, welche aber eine schöne Qunalität zeigten, und holten 35 à 38 Sgr. pro Scheffel. Von vorjähriger Waare wurden einige schöne Partieen am Marfte angetragen und 43 à 45 Sgr. pro Scheffel gesordert. ö. [ Raps ist steigend, und wurde für Winterwaare 89 3 91 Sgr., Som⸗ merwaare 80 à 82 Sgr., Rübsen, Winter- S0 à 82 Sgr., und Sommer⸗ wagre 74 3 75 Sgr. pro Scheffel bezahlt. . ö Von Schlagleinsaat wurden bisher nur Kleinigkeiten zugeführt und mit 3. 2 V Rihkr. pio Sack von 2 Scheffel bezahlt.. Kleesaamen, neuer weißer zeigt sich nur äußerst selten und bei gFleinig⸗ keiten, und fordert man dafür 19 bis 20 Rthlr. pro Ctr., alter weißer 17 à 19 Rthlr., auch von neuem rothen, ersten Schnitts, kamen bereits Pro= ben an den' Markt, welche eine schöne grüne Waare zeigten, man hielt auf 14 3 15 Rthir, alte rothe Saat 12 2 143 Rthlr. pro Ctr. Rüböl steigend, Locowgare zuletzt mit 416 2 12 Rthlr., Oktober, Nobeniber, Dezember 12 à 125 Rthlr. bezahlt. Spiritus, loco 8 Rthlr., Lieferung pro Wintermonate 65 Rthlr. pro Eimer von 60 Quart à S056 Tr. Rappskuchen 31 2 32 Sgr. pro Ctr. Zink ohne Umgang, Kosel 89 für Kleinigkeiten bezahlt.

Danzig, 22. Sept. Marktbericht. An der. gestern nachträglich: Weizen, poln. 21 L. 194pf. a Cf. 3873; heute Ct 33 34pf 2 Ef. 70, 14 S. do. u. 14 8. 1432 339. 2 Cf. 375, 56 *. 133— 34pf. a Ef. 390 u. 66 L. 131 35pf. Cf. 400; inl. 16 L. 131 bis 32pf. 2 Ef. 350 u. 107 L. do. a Cf. 3624 pr. Last.

Köln, 19. Sept. Rüböl. Effekt. 32 bis 323, pro Oltober 32 324, pro November und Dezember 295, pro Mai 295 bis 295 Rthlr.

Leipzig, 24. Sept. (D. A. 3) Meßbericht. Die Zufuhr von Waaren unserer Messe ist, so weit als bis jetzt nur aus dem Anschein beurtheilt werden kann, fast noch größer als zur vorigen, und beweist aber mals, daß man bei der Fabrication auf das Bedürfniß auch gar keine Rück⸗ sicht nimmt, denn außerdem würde man sich gesagt haben, daß die aller⸗ dings sehr gesegnete Aerndte jetzt auf, die Einkäufe der Meßbesucher noch keinen Einfluß haben könne, weil der Landmann seine Früchte eben eist ein- gebracht und folglich noch kein Geld zur Befriedigung anderer weniger nö— thiger Bedürfnisse erhalten hat. Aus diesen Gründen klagen denn auch die denͤtschen Einkäufer über die ihnen gebliebenen Vorräthe und zeigen sich bis jetzt eben nicht lebhaft. weil nicht das Bedürfniß sowohl als die Hoffnung sie leitet, daß die Wirkung der diesjährigen Äerndte sich doch wohl noch einstellen werde. Die warschauer Einkäufer und mehrere wallachische sind bereits eingetroffen, allein über ihren Verkehr läßt sich noch kein Urtheil fällen. Es sind viel Gründe vorhanden, um auf ein großes Pelzgeschäft rechnen zu können.

Lieferung pro

Rthlr., loco Breslau 67 Nthlr.

1

An der Börse sind verkauft:

1

bis

Paris, 20. September. An der heutigen Börse war das Gerücht verbrestet, der Schatz habe den Diskonto für die Bons seiner Kasse auf 25 pCt. heruntergesetzé. Diese Nachricht veranlaßte ein merkliches Steigen in den französischen Renten.

Mailand, 9. Sept. Sowohl rohe als

Ansprüche der Verläufer Tramen aller

gesponnene Seide wird un— in Masse umgesetzt. Be— Sorten und der Vorrath Die Preise sind im Stei⸗

he 6—– 87 L.,

21 9 1 237 - 285 8.

223 25 L. per Libbra p

Tramen

m Den 25. September 1843.

Pr. Cour. Brief. Geld. Gem.

Erl. Pots. Fisenb. 5 / 154 do. do. Prior. Obl,. 4 Psd. Lz. Eisenb. do. do. Prior. Oh. 4 Brl. Anh. Bisenb. do. do. Prior. Obl. 4 Düss. Elb. kisenb. 5 do. do. Prior. Ohl. 4 Rhein. Eisenb. 5 do. do. Prior. Obl. 4 tzrl. Fraulef. Eisb. 5

Cour. Geld.

Er.

Actien. 8 Brief.

Fonds. *

104 103 90

k St. Schuld- Seh. 37 103 Pr. Engl. Obl. 30. 4 '. Präm Sch. d. Seeb. Kur- u. Neumärk. Schuldverschr. 3 102 nerl. Stadt- obl. 37 103 Danz. 40. in Th. - 48 Wes tpr. Pfandbr. 3 102 Grossh. Pos. do. 4 1063 40. do. 1015 Ostpr. Pfandhr. . Pomm. do. 103 Kur- u. Neum. do. 1033 Schlesische do. 1017

103) 116 163

do. do. Prior. a 41 Ob. Schles. Bisb. 4 Brl. Stet. E. Lt. A. do. do. do. Lt. B. Megdeh. Ilalbher- städter inenb. 1

Bresl- Sch weidn.- Freibg. Eisenb. 4

Gold al marco. Friedrichsd'or. 1314 Aud. Gldm. à s Ib. 127

Dis eonto. *

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 21. Sort. Riederl, wirkl. Sch. S35. B') do. 1004. Kanz-Bill. . 5 96 Span. 175. 395 do. 263. Pass. —. Ausg. —. zinsl. —. brenss. Prän. Sch? . Lol. Gestern. 1093. 4360 Russ. Nope 90 .

Antwerpen, 20. Sept. Ziusl. Neue Aul. 1757. Hamburg, 23. Sept. Bank- Actien 1675 Br. Engl. Russ. 1I23 6. Paris, 20. Sept. 5 Rente ain eour. 121. 30. 336 Reute n cour. S2. 25. öh Neapl. au eompt. 107. 90. 59h Spaun. Rente 274. Pass. 45. Wien, 2. Sey. Ss die. Tir. 4b 1005. 56 76. Aeüen 1643. Anl. de 183 146. de 1839 1145.

Bauk-

Angekommene Fremde.

König von Portugal. Gutsbesitzer von Troschke, nebst Gemahlin und? Tochter, und Stud. von Troschke aus Pfortte. Particuliers Ruschecke aus Warschau und Schmidt aus Danzig. Fabrikant Ha— genstein aus Hamburg. Kaufleute Meyer aus Rostock, Bischoff, Bischoff jun. aus Basel, Dietel aus Eisenach. Banquier Nulandt aus Merseburg. Ober⸗Amtmann und Rittergutsbesitzer Caspari aus Nogora in Ostpreußen. Künstler Arma ud, nebst Gemahlin, und Stu. Arm aud aus Paris. Gutsbesitzer von Capowski aus Turew bei Posen.

Kaiser von Rußland. Gutsbesitzer Grotisch aus Brena. Particulie Babitz aus Frankfurt a. d. O. Kaufleute Geisler und Pietsch as Magdeburg, Meyer aus Stettin, Steinberg aus Eisleben, Frannt aus Leipzig und Pottly aus Leeds in England. otel Stadt London. Senator Zückler, nebst Gemahlin, aus Win tenberg. Instrumenten-Fabrikant Tscheuche aus Tresden. Amtmann Bartels aus Wongrowitz. Nittergutsbesitzer Merkewitz, nebst Ge mahlin, aus Rogasen bei Posen. Kaufmann Ko erg el. aus Erfurt.

Hotel de Saxe. Tonkünstler Skraup aus Prag. Gutsbesitzer Zen cker nebst Familie aus Brunow. Gutsbesitzerin Frau On Dvemp el nelst Famille aus Sidow. Kaufleute Arnolsz aus Hamburg, Jaffé aus Posen und Abelsdorf aus Schwedt. , ; '

Hotel de Prusse. Rentier von Arnim aus Brandenburg. Gymnasiast ; Bertram und Kunst⸗Gärtner Michaelis aus Halle.

König von Preuß en— Kausleute Lehmann aus Pillau, Königsberg und Hauf aus Paris.

Roth cr Atlgr. (Kölnischer Hof), liers wald aus Straupitz und Freyschmidt aus Stettin. von Oppeln, ehemaliger Gutsbesitzer, aus Krossen. Gutsbesitzer Por sche aus Naackow. Br. Alferieff aus Moskau. Bankier Plaut aus Nordhausen. Kauf mann Hausen aus Paris.

Hotel de l'Europe. Particuliers von Münchhausen aus Stach furth und Muddenburg aus Breslau. Rentier Janeck aus Naum burg a. d. S. Kaufmann Handwerck aus Mühlhausen.

British Hotel. Frau Gutsbesitzerin von Osten, nebst Tochter, aus Stettin. Ober-Landesgerichts-Rath Crelänger aus Königsberg, Ober Justizräthin Ro sch er, nebst Tochter, aus Göttingen. Hofrath Schmidt, nebst Gemahlin, aus Wagen.

Meinhardt's Hotel. Baron von Heyden -Linden, Kammerhert und Land Erb-Mundschenk, und Baron Karl von Hesden Linden, Nit tergutsbesitzer, aus Tütz. Frau Generalin von Kam ke, nebst Tochter, aus Danzig. Grimm, Kaiserl. russischer Hofrath, nebst Gemahlin, ans St. Petersburg. Bergrath L assen aus Koblenz. .

Hotel St. Petersburg. Baron von Arnim, Königl. Kammerher

aus Suckow. Frau Ober-Appellations-Räthin Viereck aus Rostock.

Rhelnsscher Hof. Rittergutsbesitzer und Major a. D. von Brösigt aus Cammer. Großherzogl. Mecklenburg-Schwer. Ober ⸗Appellations Rath Ackermann, nebst Gemahlin, aus Nostock.

Hotel de Russie. Graf Ezieszowski aus Posen.

Landhaus. Landes-Direktor der Niederlausitz Berger aus Domainen Rath Zimmermann aus Anklam,

Der Großherzoglich oldenburgische Geheime Staats aus Oldenburg, Louisenstr. 11 bei Trende Liegniß, Anhalt

Kohl aus

Particuliers Baron von Hou—

e

Metrorologische Beobachtungen.

——

Abends Nach einmalier

10 Uhr.

1 9 1 8,0“ R. .

Bodenwärme 11,7“ R

18143. 24. Sept.

Nachmittags 2 Uh T.

Morgens

6 Uhr.

Beobachtung.

Luftdruck .... 339, 4 Par. 338, 87“ Par. 337, 0 Par. Quellwürme Luftwärme ... . 6,19 R. 4 13 89 Rn. 4 II, 0 R. Thaupunkt ... 4 3.6 * R. * m . 845 R. Dunstsättigung; S0 pet. 59 pet. 79 pet. Wetter halbbeiter. halbbeiter. regni, trüb. Wiud / s. w. w. VWolkenzusg.. . . Tagesmittel: 338,6

Fluss wü‚rme Ausdüustung (0, 025, Rh NiFeders ebhlag 0,019 Rh

; . Wärme wechsel -- 14,2

Mer Der Weiberfeind, Lustspiel in 1 Akt, Potpourri über Themata aus „Precios. für Violoncell von Kummer, vorgetragen von Herrn di Div. Und: Der reisende Student, musitalisches Quodlibet in 2 Abth.

In Potsdam: Le bon moyen, vaudeville en 1 acte, pa Mr. Brunswick. Hierauf: 1) Päs de trois, ausgeführt von d Galster, Dlle. Wagon und Herrn Reichner. 2) La Lituana, geführt von Dlle. Polin. Dann: Le dépit amourens, en 2 actes et en vers, Par Molidre. Und: 1) Pas seul, aus Ar mide, ausgeführt von Dlle. Lemke. 2) Ensemble⸗Tanz, von HoPer, ausgeführt von Dlle. Wagon und dem Corps de ballet. Zum Schluß: Tiridate, 0Ou: Comédie et Tragèdie, com die- vaudeville en 1 acte, par Mr. Fournier.

Zu dieser Vorstellung werden Billets mit gelbem Etiquett und Satz Nr. 3. bezeichnet, verkauft.

Zu der am Mittwoch in Potsdam stattfindenden italienischen Opern-Vorstellung bleiben die bereits gekauften Billets mit rothem Etiquett und Satz Nr. 2. bezeichnet, gültig, auch werden die dozd noch zu verkaufenden Billets eben so bezeichnet sein. ;

Die französischen Theater⸗-Vorstellungen werden in dem Konzert saale des Königl. Schauspielhauses stattsinden und beginnen im Laufe bes nächsten Monats. Das Abonnement findet wie bisher auf die ganze Dauer der Vorstellungen, d. i. vom Monat Oktober bis Ende Jun k. J, zur Hälfte des Eintritts preises statt; der letztere betrigt für einen numexirten Platz im unteren Raume 20 Sgr., auf de Gallerie 1 Rthlr. .

Meldungen um Abonnements sind bis zum 2. Oktober. c. in Buregu der General-Intendantur abzugeben, wo alsdann später die Kontrakte abgeschlossen werden.

Königsstädtisches Theater. 26. Sept. Der alte Junggeselle. Hahn. Vorher: Die beiden Brigadiers. nach Rosiier, von B. A. Hermann. 27. Sept. Endlich hat er es doch gut gemacht. Auf Allerhöchsten Befehl: GItalienische Opern⸗ ammermog0r.

ist um 6 Uhr.

J

Comclse

Posse in 2 Auf

Dienstag, Lustspiel

zügen, von R. in 2 Aufzügen, Mittwoch, In Potsdam; Au Vorstellung) Lucia di Der Anfang dieser Vorstellung um 5 Uhr geöffnet. . ö Der Billet-Verkauf findet in Potsdam bei dem Kastellan des Königl. Schauspielhauses statt. ; 2. ! , Textblicher in italienischer und deutscher Sprache, sind bei ge⸗ dachtem Kastellan und Abends an der Kasse à 5 Sgr. zu haben.

Verantwortlicher Redacceũ? ß. J. W. Z in keisen.

Gedruckt in der Decke rschen Geheimen Dber⸗ Hofbuchdruckerei. Beilage

Die Kasse wird

M S8.

555

Beilage zur Allgemeinen Preußischen Zeitung.

Dienstag den 265en Sept.

* 2

Inland.

Die heutige K. Allg. Ztg. enthält die Ereignisse im Regierungsbezirk Marienwerder während der Monate Juli und August, nach welchem der Einfluß der Witterung auf den Ertrag der Aerndte innerhalb des Regierungsbezirkes sich im Ganzen als ungünstig herausgestellt hat. Beim Roggen und Weizen ist das Stroh überall im Wuchse sehr zurückgeblieben; von ersterem ist auf dürftigerem Boden aber auch an Körnern mitunter kaum die, Saat wiedergewonnen. 2er schwere Boden hat gleichfalls nur eine geringe Ausbeute geliefert, und blos auf dem in guter Kultur stehenden Mittelboden ist der Körner Ertrag reichlich gewesen. Der Weizen hat dem nach⸗ theiligen Frühjahrswetter viel besser widerstanden, und würde eine recht reichliche Aerndte geliefert haben, wenn er nicht in vielen Gegen den vom Mehlthau gelitten hätte. Auch die Erbsen lassen, da sie eben⸗ falls fast allgemein daran stark gelitten haben, keinen ergiebigen Er⸗ trag erwarten. Das übrige Sommer -Getraide erweckt dagegen günstigere Hoffnungen und verspricht, wenn der noch auf den Feldern stehende Theil gut eingebracht wird, eine lohnende Aerndte. Die Kartoffeln haben bei der anhaltenden Dürre im August in vielen Gegen⸗ den Besorgnisse eingeflößt, welche der zuletzt eintretende Regen indeß wieder verscheuchte, so daß wenigstens eine mittelmäßige Aerndte zu erwarten steht. 3. ö .

In der Mitte des August stieg das Wasser in der Weichsel sehr rasch zu einer in dieser Jahreszeit nicht gewöhnlichen Höhe. Einige offene Niederungs Gegenden und sämmtliche Außendeiche sind dadurch unter Wasser gesetzt worden, und haben bei dem gerade stattfinden⸗ den sehr warmen Wetter am Getraide, Heu und sonstigen Feld- und Gartenfrüchten ziemlich beträchtlichen Schaden erlitten.

Die Schifffahrt und der Handel wurden durch den höheren Wasserstand in der Weichsel sehr belebt, besonders war die Zahl der von Polen herabkommenden Fahrzeuge aller Art außerordentlich groß, nämlich im Ganzen 1331 mit einer Bemannung von 085 Köpfen. Diese führten unter Anderem M12, 369 Sch. Weizen, 399,322 Sch. Roggen, 501 Ctr. und 42 Pfd. Leinsaamen, 32,229 Stück Zinkplatten, Gf Stück eichene Balken und 8i50 Stück eichene Bohlen.

Königsberg, 21. Sept. einen ausführlichen Bericht über

Nach Polen gingen 24 Oderkähne mit 78 Mann, 26 Last Steinkohlen und 1850 Tonnen Heringe, und 160 Kähne mit 561 Mann ohne weitere Ladung. Aus Thorn sind nach Danzig und Berlin 27 Oderkähne mit 95 Mann verladen.

Im Kreise Deutsch-Crone hat sich ein landwirthschaftlicher Ver⸗ ein gebildet, welcher sich dem in Marienwerder bestehenden als Zweig⸗ Verein anschließen wird.

Die Gründung einer evangelischen Kirche in Lebehnke, Kreises Deutsch⸗ Crone, hat einem lebhaft gefühlten Bedürfnisse abgeholfen, und es sind die dortigen Bewohner in Folge des von Sr. Majestät dem Könige bewilligten Gnadengeschenks vom tiefsten Danke erfüllt. Außerdem wird die Errichtung eines eigenen evangelischen Pfarr⸗ systems in Tütz vorbereitet. In Schwetz ist eine Schule, in wel⸗ cher arme Kinder unentgeltlich Unterricht im Stricken und in der Obstbaumzucht empfangen, eingerichtet worden. In verschiedenen Gegenden des Regierungshezirks werden die Vorarbeiten zur Untersuchung des für die Anlegung einer Eisenbahn von Berlin nach Königsberg geeigneten Bodens eifrigst betrieben und im Juli war der Finanz. minister von Bodelschwingh, so wie in der Mitte des August der Oberst- Lieutenant von Schmidt vom großen Generalstabe in Grau⸗ denz anwesend, um von der Lage der Stadt in dieser Beziehung perfönlich Kenntniß zu nehmen. Der Rosenberger Chausseebau= Verein schreitet in seinen Arbeiten rasch vor; 3 Meilen Planum sind bereits vollendet und 2 Steinbrücken erbaut.

Oppeln, 19. Sept. Das heutige Amtsblatt bringt aner⸗ kennend zur öffentlichen Kenntniß, daß der Besitzer der Herrschaft Tillowitz, Herr Graf von Frankenberg, zum Aufbau eines neuen Schulhauses in Baumgarten, Falkenberger Kreises, den benöthigten Bauplatz und 1 Morgen Gartenland unentgeltlich, so wie 4 Mor— gen Ackerland zur Dotation des Lehrers gegen eine sehr billige Ent schädigung überwiesen und dadurch, so wie durch anderweite Unter⸗ stützung den seither in der Kreisstadt eingeschulten Gemeinden Baum— garten, Michelsdorff und Weiderwitz die Exrichtung eines eigenen Schulsystems möglich gemacht hat.

Halberstadt, 20. Sept. (M. 3.) Die Thätigkeit, welche bei der Wiederherstellung unseres Domes und der Liebfrauenkirche entwickelt wird, erregt hier große Freude. Am Dome ist bereits das Basament an zwei Strebepfeilern und drei Feldern wiederhergestellt und es ist zu rühmen, daß streng darauf gehalten wird, Form und Charakter überall dem alten noch Vorhandenen auf das Treueste und Sorgfältigste nachzubilden. An der Liebfrauenkirche sind sehr viele Hände thätig, und die Leitung des Baues ist in der Hand eines Mannes, der mit rastlosem Eifer und großer Liebe und Ehrfurcht für das uralte Baudenkmal und dessen alterthümliche Kunstwerke, wirkt. Am 12. September hat des Heirn Ober-Präsidenten, Wirkl. Königl. Geh. Rathes Flottwell Excellenz die Bauten besichtigt und der Grund⸗ steinlegung des nordöstlichen Thurmes beigewohnt. Zuerst sprach der Herr Ober⸗-Präsident ernste erhebende Worte, darauf der Herr Hof⸗ Prediger Frösdorff. Mit dem ehrfurchtsvollsten Danke wurde die (Gnade und Weisheit unseres erhabenen Königs gerühmt, dessen eigenem Allerhöchsten Befehl wir die Wiederherstellung dieser Kirche in der , Gestalt und die Wiedereinrichtung für den Gottesdienst verdanken.

Koblenz, 21. Sept. (Rh. u. M. 3.) Die Schiffbarmachung der Lahn beschäftigt fortwährend viele Arbeiter und die Bauten schrei⸗ ten voran. Bei den wieder gesunkenen Preisen der Lebensmittel ist der Lohn für den fleißigen Arbeiter ausreichend; Kraft und guter Wille darf freilich nicht fehlen, indem die Arbeit nicht im Tagelohn, sondern je nach dem ausgeführten Pensum bezahlt wird. Nebst den übrigen Wasserbauten wird auch der Wegebau lebhaft betrieben; so gehen namentlich die Arbeiten auf der koblenz- mindener Straße, Section von Dierdorf nach Raubach, rasch vorwärts, so daß diese Strecke wohl noch vor dem Winter fertig werden wird. Desgleichen waren die Strecken von Roth und Giedeln über Kirchen bis nach Niederschelden den Sommer hindurch fleißig in Angriff. Diese Chaussee ist der dortigen Gegend äußerst vortheilbringend, und es herrscht all⸗ gemeine Freude über das seiner Vollendung sich nähernde Werk. Das ehemalige Nonnenkloster in der Stadt Andernach, Kreis Mayen wird jetzt zu einem Armen⸗ und Krankenhause eingerichtet; die ganz liche Vollendung wird kontraktmäßig im nächsten Frühjahr eintreten.

Kommern am Blei-Bergwerke, 17. Sept. (D. ; weit von hier, in der Richtung nach Euskirchen . ist ö 33 ein ähnliches altes Bauwerk zu Tage gelegt worden, wie vor einigen Jahren bei Gelegenheit der Chaussee- Anlage nach Trier unfern des nahen Dorfes Weingarten. Durch das Bivonak der wetzlarer

. ..

Schützen- Abtheilung wurde man während des vergangenen Herbst⸗ Han dders bei Burg Zivel in einer Privat⸗Waldung auf die ersten Spuren geleitet, die bald ein scheinbar sehr weitläusiges Ge⸗ bäude entdecken ließen. Bereits hat man den Anfang zu den Nachgrabungen gemacht, und es ist ein gevierter Raum von etwa? 2 Ruthen' offen gelegt. Man erblickt dort ein regel⸗ mig abgeschlossenes Gelaß, dessen Boden mit einer etwa drei Zoll starken Tuffsteinmasse gusgegossen ist. Im Innern fanden sich den Wänden entlang eine Menge Thonplatten lose auf einander ge⸗ schichtet, theils von kreisrunder oder viereckter, theils von unregel⸗ mäßiger durchlöcherter Form. Das ganze Gebäude, dessen Funda⸗ mente sehr tief liegen, möchte leicht mehr als einen Flächenraum von 60 70 Ruthen einnehmen. Inschriften sind unseres Wissens bis jetzt nicht entdeckt, wohlerhaltene Treppen aber, die einen starken Gebrauch bekunden, und die unmittelbare Nähe des Römer⸗Kanals bei dem Dorfe Lessenich möchten schließen lassen, daß das Gebäude in der Vorzeit zu Bädern benutzt worden sei.

Ausland. Deutsche Bundesstaaten. (N. K.) Se.

Bayern. München, 15. Sept. Majestãt der König hat zu genehmigen geruht, daß geprüften Rechts-Kandi daten, welche den zur Anstellung im Zweige der Finanz⸗-Verwaltung vorgeschriebenen Bedingungen genügt, oder solchen Persouen, welche die Konkurs-Prüfung für den niederen Finanz-Dienst bestanden haben (und zwar vorläufig einem für jede Division), ohne eigentliche Ein— reihung in das Heer und Uebernahme einer bestimmten Dienstzeit, die Praxis in der Militair-Verwaltung, zuerst bei einem Regimente, und später bei den Divistons- und Artillerie⸗Corps Kommandos und der Revisions-Abtheilung gestattet werde, welche sodann nach erlangter hinlänglicher Befähigung, in Konkurrenz mit den im Heere dienenden und zu höherer Beförderung geeigneten Aktuaren (denen jedoch bei gleicher Befähigung der Vorzug zugedacht ist) von der Gnade Srx. Majestät des Königs die Anstellung als Unter-Quartiermeister zu er⸗ warten haben.

München, 18. Sept. Das General⸗Comité des landwirtl schaftlichen Vereins in Bayern fordert Diejenigen, welche in den Zwei gen der Landwirthschaft, Garten Kultur, des 6konomischen Maschinen wesens, der Hanf- und Flachsspinnerei, der Leinwand- Fabrication, der Seidenzucht 2c. ausgezeichnete Proben des Fleißes und der Ein sicht aufzuweisen vermögen, auf, diese Erzeugnisse behufs der öffent lichen Ausstellung bei dem am 1. Oktober stattsindenden Central Landwirthschafts-Feste in das Lokal des Vereins einzusenden.

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Sachsen. Dresden, 19. Sept. ) Das Vergnügen, welches die Dampfschifffahrt auf unserer Ober-Elbe dem Publikum gewährte und den Besuch der sächsischen Schweiz so genußreich machte, hat für dieses Jahr schon aufgehört, da die Schiffe der hiesigen Actien-Gesellschaft des niedrigen Wasserstandes halber ihre Fahrten schon seit länger als 8 Tagen einstellen mußten. Das Direktorium hatte, überzeugt von der Rothwendigkeit, wenigstens ein flacher ge⸗ hendes Schiff zu besitzen, am Montag eine außerordentliche General Versammlung einberufen und ihr Anschläge vorgelegt, nach welchen zwei bewährke auswärtige Schiffsbauer Bürgschaft leisten wollten, ein solches Schiff mit 7 bis S00h Rthlr. herzustellen. Zu diesem Bau war eine Einzahlung durchaus nicht nöthig, sondern wenn man nur auf die diesjährige Dividende verzichtete, so blieb selbst für die Win ter⸗Verwaltung noch ein hinreichender Kassa⸗-Bestand übrig, und das neue Schiff würde sich durch die künftig gesicherten Fahrten bald be⸗ 9 gemacht und gute Zinsen, gebracht haben. Das Ergebniß, der Abstimmung war jedoch, wie wir vernehmen, abfällig, und die Direc tion wird sich daher genöthigt sehen, mit den alten Schiffen zu fah— ren, so lange es geht. j

Württem berg. Ellwangen, im Sept. ( chw. M.) Der wegen, Futternoth im vorigen Jahrèé sehr verminderte Viehstand hat bei dem diesjährigen Futter-Ueberfluß in unserer Gegend eine sehr bedeu tende Vieh-Einfuhr aus Bayern veranlaßt. Schaarenweise gingen Land⸗ leute in die bayerische Donaugegend bis Neuburg und Ingoistadt, um Kühe, und nach der Oberpfalz, meistens in die Gegend von Amberg, um Stiere und Ochsen zu kaufen. Sie fanden ihre Rechnung durch Wiederverkauf in unserem Lande sehr gut, und es wurden dadurch weitere Nachbarn zu gleichem Unternehmen ermuntert, wobei beson= ders der Handel mit den schönen und ausdauernden Zügen aus der Oberpfalz gut rentirt hat. Bei einem einzigen Handlungshause in Ellwangen wurden zum Viehhandel und zum Einkauf von Vieh zu eigenem Besitz in den Monaten Mai bis August 22,700 Fl. als Dar⸗ lehen abgegeben. .

Ludwigsburg, 12. Sept. (Schw. M.) Der Oberamt⸗ mann dieses Bezirks macht die Ortsvorsteher auf die bedeutende Vermehrung der Feuersgefahr, welche der diesjährige Feldsegen her beiführt, aufmerksam. Das Erzeugniß an dürrem Futter und Stroh sei so groß, daß beinahe nicht ein einziger Güterbesitzer Raum ge⸗ nug habe, um Alles unter Dach zu bringen. Dieses hat zur Folge, daß sowohl in den Häusern, als auch im Freien Räume mit Futter, Stroh und dergl. besetzt werden, welche sich nichts weniger als hierzu eignen; namentlich werden in den Häusern alle Räume auf diese Weise ausgefüllt und dadurch die Feuersgefahr bedeutend ver⸗ mehrt, gefährlicher aber noch ist das allseitige Aufbeugen des Strohes in den Höfen, an den Straßen, hinter den Häusern und Scheunen und in den Hausgärten unmittelbar an Gebäuden, indem, wenn in einem Orte Feuer auskäme und ein Wind sich einstellte, sicher in der kürzesten Zeit der ganze Ort in der Art in Flammen stehen müßte, daß Ergreifung der Flucht das Einzige wäre, was man dabei thun könnte. Er beauftragt daher sämmtliche Ortsvorsteher, sogleich in dieser Beziehung nachsehen zu lassen und das Geeignete zu ver⸗ fügen.

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Holstein. Altona, 22. Sept. (A. M. Heute, Morgen verließ uns das zum Bundes⸗-Kontingent gehörige 17e Linien⸗Ba⸗ taillon, um auf der Bergedorfer Eisenbahn seinen Weg nach dem La⸗ ger bei Lüneburg fortzusetzen. Hanseatische Offiziere geleiteten den Zug der bundesberwandten Truppen über den hamburger Wall ze, und beim Eisenbahnhofe war ein Piket Infanterie aufgestellt. Der ö Menschen auf dem Wege und beim Eisenbahnhofe war ehr groß.

Itzehoe, 18. Sept. Das hiesige Wochenblatt giebt heute zur Berichtigung der von den Hamb. Wöchentl. Nachrichten mitgetheilten etwas übertreibenden Erzählung folgende eigene Dar stellung der Vorgänge vom vorigen Sonnabend, deren strenge Wahr—

heit verbürgt wird: versammelten Kavallerie⸗Regiment war ein Dragoner der in

„Von dem hier zum Ausmarsch nach Lüneburg Ploen

liegenden Eskadron zu einer Arrest-Strafe verurtheilt und sollte am Sonnabend Morgen nach Glückstadt abgeführt werden, als seine Kameraden in großer Anzahl man sagt, die ganze Eskadron—

vor der Wache, jedoch unbewaffnet, erschienen, mit Hurrah davon führten. Daß nun ein Auflauf entstand, konnte wohl nicht ausbleiben; unrichtig aber ist es, wenn in den Wöchentl. Nachrichten ; an der Befreiung des Arrestanten; noch keine anderen Theilnehmer da, als die Kameraden desselben. Der Arrestant wurde nicht aufgefunden. Am Abend jedoch fand von

sordert, entgegenzutreten.“

fällen vom gestört worden und hat die Bürgerschaft durch ihre vortreff liche Hal⸗ tung am besten die Gerüchte widerlegt, die ihr etwa eine Theilnahme daran beimessen möchten.

ihn befreiten und dann

Volk habe Theil als diese geschah,

erzählt wird, das genommen

waren

allerlei müßigem Volk, an welchem es an keinem Orte mangelt so

wie es jeden Anlaß zu lärmenden Auftritten willig ergreift, ein Auf⸗

lauf statt vor dem Hause des Commanders in der Breitenstraße, es wurden in diesem einige Fenster eingeworfen, von wem, ist noch nicht ermittelt; indessen ward die Menge durch die hier garnisonirenden Eskadronen und die Polizei leicht zerstreut, und sind gottlob keine Verletzungen noch Unglücksfälle vorgefallen. Ein paar ÜUnrunhestifter wurden von der Polizei verhaftet. Da das Regiment am anderen Morgen abmarschirte und die städtische Obrigkeit hauptsächlich auf die Assistenz der ordnungsliebenden Bürger sich verlassen mußte, so wur⸗

den diese abseiten des versammelten Magistrats dazu speziell aufge⸗

und erklärten sich auch bereit und willig, jeder Ruhestörung

Itzehoe, 20. Sept. 16ten d.

. (A. M.) Nach den bedauerlichen Vor⸗ M. ist die Ruhe hier keinen Augenblick weiter

Nicht nur, daß sie auf das Bereitwilligste

durch nächtliches Patrouilliren den an sie gestellten Forderungen auf Mitwirkung zur Aufrechthaltung der öffentlichen Ruhe

entsprochen hat,

herrschte auch in Gemäßheit einer Bekanntmachung vom 17ten von

8 Uhr Abends an, die ganze Nacht hindurch tiefe Stille auf den

Straßen, und der Geburtstag Sr. Majestät des Königs hat daher am 18ten in alter Weise gefeiert werden können. ö

Heute Mittag traf das 17te Linien⸗-Bataillon auf dem Durch⸗ marsch nach Lüneburg hier ein und wird hier übernachten. Zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Königs werden heute die Stadtarmen mit einer guten Mahlzeit bewirthet.

Freie Städte. Frankfurt a. M., 21. Sept. (O. P. A. 3.)

Die laufende Woche ist für die christlichen Bewohner Frankfurts eine Festwoche. Nachdem am Dienstag den 19ten die zahlreich auch von fremden Geistlichen besuchte Jahresfeier des hiesigen „Evangelischen Vereins“ stattgefunden, und am folgenden Tage eine freie Prediger⸗ Konferenz, an der viele Geistliche aus verschiedenen Ländern theil

nahmen, auf dem eine halbe Stunde von hier entfernten Sandhofe abgehalten worden, begann heute die konstituirende Haupt-Versamm⸗— lung des großen evangelischen Vereins der Gustav-Adolphs⸗-Stiftung. Um 8 Uhr Morgens lud Glockengeläute die Mitglieder und Depu

tirten der verschiedenen Landes⸗-Vereine, so wie das Publisum, zur kirchlichen Feier in die Hauptkirche zu St. Paul ein. Diese wurde durch das Lied: „Komm auf uns, o Geist des Herrn!“ eröffnet, vorauf der Prediger der hiesigen französisch-reformirten Gemeinde, Herr Pastor Bonnet, ein salbungsvolles Gebet sprach; sodann solgte Wechselgesang zwischen der Gemeinde und dem Chor der Schulkinder, der nicht wenig zur Erhebung der Feier beitrug. Der Herr Konsi— storialRath Br. Friedrich hielt darauf die dem Gegenstand entspre chende Festrede über: Ephes. , 16. Mit dem Absingen des Lie⸗ des: „Nun danket Alle Gott“ schloß die kirchliche Feier.

Hamburg, 21. Sept. (H. K.) Seit dem 15ten d. sind die Artillerie und Kavallerie des holstein⸗lauenburgischen Bundes⸗-Kontin— gents hier durchgekommen, um sich ins Lager bei Lüneburg zu bege— ben; die Infanterie folgt morgen. Die hamburgische Kavallerie ist bereits vor einigen Tagen dahin abgegangen, und die Infanterie und Jäger werden am nächsten Sonnabend folgen.

ß Wir erhalten von einem Reisenden in Amerika so eben folgende briefliche Mittheilung:

m Mexiko, 27. Juli. Der Krieg in Nukatan ist beendet oder, wie Andere meinen, nur aufgeschoben. Vor wenigen Tagen langten von dorther in unserer Hauptstadt die Herren Garcia, Reson und Pinelo y Castillo an, welche beauftragt sind, mit der hiesigen Re—⸗ gierung den obschwebenden Streit vollends zu schlichten. Sie wur⸗ den voöm Präsidenten Santana auf das zuvorkommendste empfangen, und Herr Torrel, Minister der auswärtigen Angelegenheiten, erhielt die Weisung, mit ihnen in Unterhandlung zu treten. Es wird ver— sichert, daß die beiden erwähnten Commissaire als Grundlage der zu verfolgenden Negociationen die Forderung aufstellen, daß der Provinz NMukatan das Recht eingeräumt werde, die Civil und Militair⸗ Behörden ihres Sprengels selbst zu ernennen und ihre Lokal-Interessen durch eigene Gesetze zu besorgen. Man zweifelt sehr, daß die mexi⸗ kanische Regierung dieser Forderung in absoluter Weise Genüge lei⸗ sten wolle. Es ist zu befürchten, daß die übrigen Provinzen das Beispiel Nukatan's nachahmen möchten, um das Joch der Ceniral⸗ Verwaltung abzuschütteln. Andererseits behauptet man, daß die vu⸗ katanischen Commissaire bestimmte Verhaltungs-Befehle haben, hierin nicht im mindesten nachzugeben. Santana wäre eher geneigt, den Streit friedlich auszugleichen, aber da er nichts ohne den Rath des Generals Don Pedro Lemus zu unternehmen pflegt und Letzterer nicht gut auf die Yukatauer zu sprechen ist, weil das erste Pronunciamiento derselben persönlich gegen ihn gerichtet war, so hegt man wenig Hoffnung, daß die eröffneten Unterhandlun gen zwischen der Central-Regierung und Aukatan ein erwünschtes End-Resultat nehmen werden. Mittlerweile befindet sich ein mexika nisches Geschwader in Veracruz versammelt, bereit, auf den ersten Wink gegen Nukatan die Feindseligkeiten zu erneuern.

Mit Teras stehen die Sachen noch bedenklicher. Eine Expedi tion, aus 2200 Mann bestehend, welche beinahe durchgehends im Ge— biete der Vereinigten Staaten ausgehoben und bewaffnet wurde, ist plötz⸗ lich in Neu⸗Mextko eingebrochen, zur Zeit, als wenig Hoffnung vorhanden war, daß die zwischen Santana und Teras gepflogenen Unterhand⸗ lungen glücklich beendet werden könnten. Herr Torrel, Minister der auswärtigen Angelegenheiten von Mexiko, richtete wegen einer so schreien⸗ den Gebiets Verletzung eine motivirte Note an den hiesigen and⸗ ten der Vereinigten Staaten, worin die Ausdrücke nicht sond. messen waren. Herr Torrel beschwerte sich über die offene

; J ren f attet hatte, der zufolge die nordamerikanische Regierung 497 eins man unter ihren Augen sich dazu rüstete, das 5 666 d 3 irletzin. Bie Note schloß j Nachbarstaates zu verletzen n selten antrifft. Tone, den man sonst bei solchen Dokumen