4. Oft. Ruhetag. Am 5. Okt. und am 6. Okt.: Feld⸗Manöver. — An 7. Oft. Ruhetag. — Am 8. Okt.: Große Parade.
Die allgemeine Eintheilung des 19ten Bundes Armee ⸗Corps während der Ronzentrirung ist nach der H annoverschen Zeitung folgende: . (
Kommandirender General des Armee-Corps: General-Lieutengnt Halkett. 1. Erste Corps⸗Division. General- Läieutenant von der Decken. — Königlich hannoversche und Herzoglich braunschweigische Kontingente.
Kavallerie⸗-Division. — General⸗Major von 86 König⸗ lich hannoversche Kavallerie; das Regiment zu drei Schwadronen. f. Kavallerie⸗Brigade. — Oberst Cleve. — Gande du Corps; Garde⸗Kürassier⸗ Regiment. Zweite Kavallerie⸗Brigade. — Oberst Graf von der Decken. — Harde Husaren⸗ Regiment; 1stes Regiment Königs⸗Dragoner; ztes Regiment Leib Dragoner. Dritte Kavallerie Brigade. — General -Major Freiherr von Poten. — Königin Husaren⸗ Regiment; Ztes Regiment Herzog von Cam- bridge ⸗Dragoner; Ates Regiment Kronprinz-Dragonern.
Erste Infanterie Division. — General⸗Major Freiherr von Baring. — Königl. Hannoverische Infanterie. — Erste Brigade. — Oberst Wonelen. — 1stes Bataillon Garde⸗Regiment; 2Ates Bataillon Garde-Re— giment; 1stes Bataillon Leib Regiment; 2tes Bataillon Leib⸗Regiment; Garde-Jäger-Bataillon. — Zweite Brigade. — General-Major von der Decken. — Istes Bataillon des Aten Infanterie⸗Regiments; Ates Bataillon des 2ten Infanterie⸗Regiments; 1stes Bataillon des Zten Infanterie-Regi— ments; 2tes Bataillon des 3Zten Infanterie⸗Negiments.
Zweite Infanterie-Division. — General-Lieutenant von dem Bussche. — Königlich hannoversche und Herzoglich braunschweigische Truppen. Dritte Brigade. General-Major von Düring. — Königlich hannoversche zn fanterie. — 1stes Bataillon des Iten Infanterie⸗Regiments; 1stes Bataillon des 5ten Infanterie⸗Regiments; 2Ates Bataillon des 5ten Infanterie⸗Regi⸗ ments; Z3ies leichtes Bataillon. Vierte Brigade. — General-Major von Normana. a) Königlich hannoversche Infanterie: Istes leichtes Bataillon; 2Ztes leichtes Bataillon. b) Herzoglich braunschweigisches Kontingent: 1 stes Bataillon des Infanterie⸗Regiments; 2tes Bataillon des Infanterie⸗Regi⸗ ments; Leib⸗Bataillon.
Als Divisions Kavallerie und Artillerie (braunschweigisches) Husaren⸗ Regiment zu 3 Schwadronen. (braunschweigische) Fuß -Attillerie zu 6 Geschützen. .
Ingenieur-Truppen. — Oberst Lieutenant Schweitzer — König⸗ lich hannoversche Pontonnier⸗- Compagnie; Königl. hannoversche Pionier⸗ Compagnie; sezoßlich braunschweigsches Pionier⸗Detaschement.
Königlich hannoversche Artillerie. — Oberst Wiering. — 1ste Batterie reitender Artillerie. 2te Batterie reitender Artillerie. (Uste Batterie Fuß-Artillerie. 2te Batterie Fuß -Artillerie. Zte Batterie Fuß⸗ Artillerie. Jede Batterie zu 6 Geschützen. Eine reitende Batterie wird der Kavallerle-Division, eine Fuß-Batterie der 1sten Infanterie-Division zugetheilt.
Gesammt⸗Bestand der 1sten Corps-Division: 27 Schwadronen Kavallerie; 18 Bataillone Infanterie; 6 Batterieen Artillerie mit 36 Ge— schützen; L Pontonnier⸗Compagnie; 1 Pionier⸗Compagnie.
II. Zweite Corps⸗-Division. General-Lieutenant Landgraf Wil⸗ helm von Hessen. Erste Brigade. — General⸗Major von Lützow. — Derzoglich holstein⸗lauenburgisches Kontingent. dronen; 15tes Infanterie Bataillon; 16tes Infanterie⸗Bataillonz 17tes In fanterie⸗Bataillon; tes Jäger-Corps; eine Batterie fahrender Artillerie zu 53 Geschützen. — Zweite Brigade. — General-Major von Elderhorst. — ) Großherzoglich mecklenburg⸗schwerinsches Kontingent. — Dragoner⸗Re⸗ giment, 4 Schwadronen; Grenadier-Garde⸗-Bataillon; A4stes Musketier⸗ Bataillon; 2tes Musketier-Bataillon; leichtes Infanterie- Bataillon; eine Batterie Fuß-Artillerie zu 6 Geschützen. b) Großherzoglich mecklenburg⸗ strelitzsches Kontingent. — Ein Infanterie⸗Bataillon. — Dritte Brigade. — General⸗Major von Gavl. — Großherzoglich oldenburgsches und hanseatisches Kontingent. a) Hanseatische an,, m. zu 2 Schwadronen Dragoner. b) stes Bataillon vom (sten oldenburgschen Infanterie -Regimente; 2Qtes Bataillon vom 4sten oldenburgschen Infanterie Regimente; 14stes Ba⸗ taillon vom 2ten oldenburgschen Infanterie⸗RNegimente; 2tes Bataillon vom 2ten oldenburgschen Infanterte⸗Regimente. () Lübeck- bremensches Bataillon; hamburgsches Bataillon; hamburgsches Jäger⸗-Detaschement. d) Eine ol⸗ denburgsche Batterie Fuß-Artillerie zu 8 Geschützen. Herzoglich holstein— lauenbuͤrgsche Pontonnier-Compagnie für den Ponton Train der zweiten Corps · Division.
Gesammt-Bestand der zweiten Corps-Division: 10 Schwadronen Kavallerie; 15 Bataillone Infanterie; 3 Batterieen Artillerie mit 22 Ge⸗ schützen; ( Pontonnier⸗Compagnie. ö
Zur Garnison in Lüneburg: Das 2te Bataillon des 4ten Königlich hannoverschen Infanterie⸗Regiments. 4
Gefammt-Bestand des Armee⸗-Corps; 37 Schwadronen Ka⸗ vallerie; 34 Bataillone Infanterie; 9 Batterieen Artillerie mit 58 Geschützen; 2 Gompagnieen Pontonniere; J Compagnie Pioniere.
Baden. *ĩ Karlsruhe, 19. Sept. In diesen Tagen hat das rastadter Hofgericht in der Sache des Herrn Moritz von Haber sein Urtheil gefällt, welches diesen von den gegen ihn erhobenen Anschuldigungen voll⸗ kommen freispricht. Herr von Haber, der elf Tage lang in so strenger Haft gehalten wurde, daß ihm nicht einmal verstattet gewesen sein soll, seinen Sachwalter, den bekannten Landtags- Abgeordneten Sander, zu sprechen, hat demgemäß am vorigen Freitage seine Freiheit wieder erhalten; doch soll derselbe entschlossen sein, sich dabei nicht zu be⸗ ruhigen, da kein Grund vorhanden gewesen wäre, eine Untersuchung gegen ihn einzuleiten und am wenigsten seine Papiere mit Beschlag zu belegen und zu durchforschen, die auf den unglücklichen Streit nicht die entsernteste Beziehung hatten, durch den alle diese Unannehmlich⸗ keiten veranlaßt worden sind. — Von der Untersuchung, die zur Er⸗ forschung der Urheber des jüngsten Pöbel-Auflaufes eingeleitet ist, erfährt man wenig. Ein sehr vermögender Bürger, Namens .
2tes Dragoner-Regiment, 4 Schwa⸗
558 an den Ausschweifungen des Pöbels, im Haberschen Hause
und
Pöbel
daher in dem alt in dem⸗ der Erhal⸗ g des Ge⸗
Sach sen-Koburg-Gotha. XñĩKoburg, 19. Sept. Ziem⸗ lich unerwartet ist gestern unser Wahlstreit, der die Gemüther lange genug in Bewegung gesetzt hatte, doch noch zum Ziele gediehen. Un⸗ sere Z6 Wahlmänner haben sich bereit sinden lassen, die bisher ver⸗ weigerte Wahl vorzunehmen, obwohl die Negierung auf ihre Forde⸗ rung in Bezug auf Bekanntmachung des Wahl⸗Ergebnisses nicht ein⸗ gegangen war; sie haben nämlich ein Mittel gefunden, welches jene Bekanntmachung in der That überflüssig macht. Sie gingen vor der Wahl gegenseitig auf Ehrenwort die Verpflichtung ein, die Namen, die sie bei der üblichen mündlichen Abstimmung dem Wahl⸗Commissair nennen würden, nach der Hand niederzuschreiben und einander zur Vergleichung mitzutheilen. So ist das Ergebniß der Wahl auf zu⸗ verlässige Weise bekannt geworden, obwohl die Regierung dem von ihr aufgestellten Grundsatze treu geblieben ist, ihrerseits das Ergebniß nicht zu veröffentlichen. Um sich von dem, was sie als ihr gutes Recht betrachten, nichts zu vergeben, sind übrigens die Wahlmänner nur unter ausdrücklichem im Protokoll niedergelegten Vorbehalte zu der Wahl geschritten, wobei sie die Hoffnung ausgesprochen haben, daß mit der demnächst zusammentretenden Stände⸗Versammlung eine Vereinigung zu Stande kommen werde, welche Vorgängen, wie die jüngst gemeldeten, für die Zukunft vorbeugte.
Oesterreichische Monarchie.
Wien, 21. Sept. (Oest. B.) Am 18ten d. M. fand auf der Schmelz vor der mariahülfer Linie ein großes Revue⸗Manöver vor Sr. Majestät dem Kaiser statt. Das Ganze stand unter Kom⸗ mando Sr. Durchlaucht des Feldmarschall-Lieutenants Prinzen von Hohenzollern. Zwischen 9 und 10 Uhr war die Aufstellung sämmt⸗ licher Truppen, welche sich auf 16 — 17000 Mann belaufen haben dürften, beendet. Der weite Plan der Schmelz, im Glanze des herr⸗ lichsten Herbstmorgens von dem freundlichsten Sonnenlichte umstrahlt, gewährte mit der Aufstellung dieser Truppenmacht ein prächtiges Bild. Der für die Bewegungen des Militairs bestimmte Platz war von einem Spalier durch die Pioniere und Artillerie Mannschaft um⸗ geben, um den Zudrang der Zuschauer zu wehren, welche zu Tau⸗ senden den weiten äußeren Raum bedeckten. Um 10 Uhr erschienen Se. Majestät der Kaiser in Feldmarschalls- Uniform, begleitet, von Ihren Kaiserlichen Hoheiten dem Erzherzog Karl, den Söhnen Höchstdesselben, den Söhnen Sr. Kaiserlichen Hoheit des Erz⸗ herzogs Rainer und Sr. Königlichen Hoheit dem Erzherzog Maxi
milian, gefolgt von einer eben so zahlreichen, als glänzenden Suite von Generalen und Adjutanten. Ihre Majestät die Kaiserin⸗ Mutter erschienen ebenfalls, dem prächtigen kriegerischen Schauspiele beizuwohnen. Se. Majestät ritten zuerst die Fronten der aufgestellten Truppen hinab, und stellten sich sodann auf der Höhe der Schmelz gegen Penzing hin auf, um die auszuführenden Bewegungen der Truppen zu beobachten. Nachdem dieselben mit eben so viel Präcision als Feuer und Energie ausgeführt waren, defilirten die Truppen vor Sr. Majestät. Zuerst das Ulanen⸗ Regiment, dann die Grenadier—⸗ Bataillone, dann die Infanterie⸗Regimenter Erzherzog Karl, Hessen⸗ Homburg und Hoch- und Teutschmeister. Se. Kaiserl. Hoheit der Erzherzog Karl, welcher in der Uniform seines Regiments erschienen war, führte dasselbe an Se. Majestät vorüber. Mit der innigsten Freude sahen alle Verehrer dieses großen Feldherrn ihn an der Spitze der Truppen, welche er in unvergeßlichen Schlachttagen so oft zum Siege geführt hatte. Auch Se. Königl. Hoheit der Erzherzog Maximilian war in der Uniform seines Infanterie Regiments er— schienen und führte dasselbe persönlich Sr. Majestät vor. Das Ende des Revue-Manövers erfolgte gegen halb 12 Uhr. Se. Majestät, welche Ihre volle Zufriedenheit mit demselben aussprachen, geruhten der sämmtlichen ausgerlückten Mannschaft vom Feldwebel abwärts eine dreitägige Gratislöhnung zu bewilligen.
Uussland und Polen.
Warschau, 22. Sept. Gestern Vormittags besuchte Se. Majestät der Kaiser das Lager zwischen Marymont und Powonsk und wohnte daselbst dem Feld-Gottesdienst bei. Darauf war Parade vor Sr. Masjestät, die Regimenter aller Waffen-Gattungen defilirten vor dem Monarchen und begrüßten Höchstdenselben mit freudigem Hurrah. Als der Kaiser nach dem Palast Lazienki zurückgekehrt war, empsing er daselbst die Mitglieder des Administrations-Raths, die Senatoren und Mitglieder der für das Königreich Polen im dirigirenden Senat bestehenden Departements, die höheren Hof Beamten und die frem⸗ den Konsuln. Abends war die Hauptstadt wieder erleuchtet, und die Militair-Musik spielte vor den Terrassen des Palastes. Wie es scheint, wird Se. Majestät noch ein paar Tage hier verweilen.
Frankreich.
Paris, 21. Sept. Durch Königliche Verordnung vom vor⸗ gestrigen Tage ist dem Minister des öffentlichen Unterrichts, Herrn Villemain, während der Abwesenheit des Grafen Duchatel interimistisch die Verwaltung des Ministeriums des Innern übertragen worden.
Der Messager publizirt eine an den Kriegs Minister gerichtete Depesche des General Bugeaud aus Algier vom 30. August. Der Inhalt lautet im Ganzen günstig; in den Provinzen Algier und Titteri herrscht vollkommene Ruhe und ungestörte Sicherheit,
Seit einigen Tagen ist das Gerücht von einem abermals bevor— stehenden Wechsel der Garnison des Forts Ham hier verbreitet, Die dortige Garnison war schon dreimal gewechselt worden, weil sich zu verschledenen Malen unter ihr Sympathieen für den daselbst gefan⸗ gen sitzenden Prinzen Louis Napoleon oder vielmehr blos durch des⸗ sen Anwesenheit geweckte allgemeine napoleonische Regungen gezeigt hatten. Dies soll nun kürzlich wiederum vorgekommen sein, indem die Schildwachen, obgleich es ihnen verboten war, vor jenem Gefan— genen das Gewehr präsentirten und selbst der Ruf: „Es lebe der Kaiser!“ gelegentlich unter der Garnison laut wurde. Die Militair— Behörde foll daher von neuem eine strenge Untersuchung eingeleitet haben, und man glaubt, daß nicht nur ein Garnisonwechsel, sondern auch eine Aenderung in der inneren Gefängniß⸗Disziplin von Ham stattfinden werde. Von einer Amnestie zu Gunsten Louis Napoleon's dürfte unter diesen Umständen für jetzt keine Rede mehr sein.
Das in der Straße Pastourel entdeckte Kommunisten-Komplott erregt im Publikum wenig Aufmerksamkeit; man glaubt, daß nach der Instruction nicht mehr als 3 bis 4 Angeklagte übrig bleiben werden, welche vor dem Zucht- Polizeigericht zu erscheinen haben dürften.
In dem Befinden Casimir Delavigne's, welches ernste Besorgniß verursachte, ist wieder Besserung eingetreten.
Grossbritanien und Irland.
London, 20. Sept. Der Krieg, welchen die Bauern in Ir— land gegen ihre Grundherren beginnen, indem sie ihnen den Grund— zins verweigern und das noch auf dem Felde stehende dafür verpfän dete Getraide heimlich abmähen und in Sicherheit bringen, muß den erklärten friedlichen Absichten des Agitators durchaus entgegen sein. O'Connell hütet sich, durch irgend eine Maßregel seiner Versamm lungen das Gesetz zu verletzen, um auf friedlichem Wege, sei es durch die Trennung der Union, wenn er wirklich daran glaubt, oder durch die Regierung selbst, welcher die Repeal als Schreckbild dienen soll, die Aufhebung der Lasten des Volkes zu erlangen, und er hat sich bis jetzt noch immer mit Erfolg jedem auf eine Verletzung der Gesetze ausgehenden Antrage widersetzt. Aber seine Gewalt über die Leidenschaften der Volksmasse ist nicht so groß, daß er dem nothwen⸗— dig aus den Verhältnissen hervorgegangenen Kriege der Bauern vor— beugen konnte, und da die feindselige Stimmung derselben gegen die Grundrente in den Repeal-Versammlungen selbst sehr eifrige Vertre⸗
gebildet haben, braucht kaum bemerkt zu werden. Neben den schon beste⸗ henden Sozietäten dieser Art, von denen eine ihre nützliche Wirksamkeit längst über einen Theil von Deutschland erstreckt, hat sich eine neue unter dem Titel „Gesellschaft der Garten-Freunde Berlin's? zu dem Zwecke ge⸗ bildet, durch öffentliche Ausstellung von Garten- Produkten und anderen, die Gärtnerei betreffenden Gegenständen, die Blumenzucht, so wie den Obst⸗ 9 Gemüseban hier und in der Umgegend J . . elben sind die Serren Bergemann, Deppe, Faust, Eduard Haene!, Heese und Nietner . Die Gesellschaft zählt bereits eine nam⸗ n Zahl don Mitgliedern die die Lösung der Aufgabe des Vereins mit Ernst und Liebe erfassen. Sie haben saͤmmtlich an der Verloosung von Pflanzen Und Früchten Theil, welche unmittelbar nach einer jeden statt= sindenden Ausstellung vorgenemmen werden soll; jedem Loose fällt ein Ge— gin zu, und zu den Aukäufen dieser Gewinne werden die Beiträge der Mitglieder Zwei Nihlt. für die Perfon) verwendet.“ Die erste ditser Ausstellüngen fand am 21., 25. und 26. September im Saale des Hotel de Russie gegen ein Eintrittsgeld von 3 Sgt. statt. Derselbe ist jedech für die Masst der dem Auge zum Genuß vorgelegten Blumen- und Obstsorten viel zu beengt ie Töpfe mußten ordenilich j zu beengt, und die Töpf, 5 dent aufgeschichtet werden, wodurch natürlich ein Gewächs das andere beeinträch= tigte. Auch sah man es vielen Pflanzen schon am zweiten Tage der Aus= stellung an, daß sie sich in dei beklommenen Atmosphäre leidend fühlten, Donst waren die Eintheilungen und Anordnungen sinnig und geschmackvoll und gereichten dem Comits um so mehr zur Ehre, als sie in ganz kurzer Zeit hatten getroffen werden müssen und gleichsam imprévisirt waren. Zu eiten Seiten des Saales Pracht. Exemplare von Erzeugnissen der Kunst— Gärtnerei, eine überaus reiche Auswahl von seltenen Jierpflanzen und fruchttragenden Gewächsen und ein Schatz der schönsten Blumen, sowohl wie sie der Herbst mit sich bringt als wie sie durch Kunst in denselben und
über denselben hinaus erhalten werden. Es ward Einem im Anschaun die= . i. an r en welche uns die ganze Schönheit und Fülle des Sommers beim Abschiede der heiteren Jahreszeit noch einmal vergegenwär= tigen zu wollen schien, wahrhaft wonnetrunken zu Muth, und man konnte sich in die Stimmung der römischen Piiesterinnen der Blumengöttin, i. dieselben die Floralien feierten, versetzen; denn Blumen können nicht blos
durch den Anblick betäuben.
durch den Geruch, sondern auch l : ll. . Tisch mit einem doppelten Aufsatz
Mitte des Saales zog sich von Blumen- und i,, ,, Schaalen, Vasen und Körbe im 6 gönn. . pariser Mustern, durch den Kunst - Töpfer Herrn Warch in Charlottenburg hat anfertigen lassen. Auch die blumengefüllten Hängegefäße stammten aus dieser Quelle. Besonders anziehend war der durch den ganzen Saal vertheilte Pracht. Georginenslor; man hatte die abgeschnittenen Blüthen dieser, in ihren zahllosen Farben-Variationen im mer und immer reizenden Blumen zu einer Mosaik verbunden, die das Auge überraschte und entzückte. Mit wehmüthigem Blick standen viele holde Zuschaucrinnen vor diesem, zu flüchtigen Logs⸗ bestimmten hunten Estrich; mir kamen dabei unwillkürlich Rückert's Worte in den Sinn:
O wenn die Menschen doch wüßten, Wie Blumenstaat ist bestellt,
Wie ihn in friedlichen Lüsten
Die Liebe zusammen hält!“
Daß auch so friedlich sie's trieben, Sich wie die Blumen zu lieben, So wär' ein Garten die Welt!
Sowohl auf den verschiedenen Tischen als am Boden befanden sich in reichlichem Debit und in einem lebendigen Gemisch die verschwenderischen Gaben Pomona's, und neben ihnen ausgezeichnete Exemplare von Gemü⸗ sen und was das Feld sonst für die kilinarischen Genüsse liefert. Viele bieser Früchte rochen so appetitlich und sahen so einladend aus, daß sich zwischen den Augen und dem Magen ein ganz eigener Rapport einstellte. Holdreinctten und Pfundäpfel, Erdbeeren und Diamantpflaumen, Melonen und Nektar-Orangen, Citronen und holländische Johannisbeeren, Schneide⸗ bohnen und doppelte Pfirsiche, Wirsingkohl und Fürsten-Tafelbirnen (soge= nannte weiße Franzmadams), Herkuleskeusen und Ananasse, Cactus und Zier⸗Kürbisse, Ehampignons und Königin⸗Louise⸗Aepsel, Trauben und Gur⸗ len zeigten sich im pikantesten Quodlibet, und von der Frucht des Franz Drake, Lie sowohl in Hütten als Palästen auf den Schissteln dampft und nirgend fehlen darf, gewahrte man als avant- la- leure- Exem—-
Durch die
dazwischen reichbeladene Muscheln,ů neuesten Geschmacke, welche Herr
trefflich gerathene Ausgaben von Rohan und Nieren- Kartof— Die Gruͤppirung aller dieser, den Naturfreund so sehr interessi— renden Spezies war lobenswerth. Erfreulich wahrzunehmen war, daß sich darunter so viele Ehrengeschenke vorfanden. Die Sortiments aus der Fruchtsammlung der Frau Gräfin von Itzenplitz auf Kunersdorf, jene aus der Königk. und Landes-Baumschule, von Herrn Eduard Haenel, Herrn Nietmer aus Sanssouci zeichneten sich besonders aus. Auch von anderen hiesigen Blumenliebhabern und verschiedenen Handelsgärtnein war Werthvolles beigesteuert worden. Behörden und Privaten hatten gewett— eifert, das Schöne mit dem Nützlichen verbindend, den Beschauern ein ge— wiß genußreiches Tableau alles dessen zu eröffnen, was Widder, Drache, Eidechs und Salamander, die thierischen Attribute der vier Jahreszeiten, in Flur und Garten unter ihre friedliche Obhut nehmen.
plare feln.
S.
Berlin, 26. Sept. Heute Morgen fanden in der Aula des Königl. Friedrich Wilhelms-Gymnasiums die üblichen Herbst-Prüfungen der Schüler in Beifein der hohen Autoritäten und vieler Aeltern der Zöglinge mit an. gemessener Feierlichkeit statt; sodann wurden die Abiturienten durch den Direktor, Herrn Ranke, entlassen. Das von demselben bei dieser Gele= genheit herausgegebene Programm enthält, außer zwei Abhandlungen (auf die wir, ihres hohen Interesses wegen, morgen zurückkommen werden), fünf Nefrologe: der Lehrer Siebenhaar, Wiga nd, Gerber und Seibt, so wie des Fräulein Pauline March aur (Kehrerin an der Elisabeth⸗Schule), wodurch diesen verdienten Mitarbeitern an dem großen Werke, die Jugend zum Glauben, zur Wissenschast und zur Sitte heranzubilden, ein ehrendes Denkmal gesetzt ist. Aus den beigedruckten statistischen Nachrichten erhellt, daß die Anstalt, mit Inbegriff der Real- und Elisabet)⸗Schule, am Schluß des abgelaufenen Semesters in 35 Klassen 1643 Schüler zählte, von denen 03 das Gymnasium, 791 die Real⸗Schule und 446 die Elisabeth⸗Schule besuchten. In Zeit eines Jahres sind 17 Zöglinge dieses Gymnasiums mit dem Zeugniß der Reife zur Universität abgegangen.
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ter hat, welche nur durch ben zur Zeit noch überwiegenden Einfluß D'Connell's von Anträgen auf gewaltsame Abschaffung. dieser Rente zurückgehalten wurden, so dürfte leicht dieser Krieg eine bedenkliche Spaltung in der Repeal Partei selbst zur eg, haben. Denn es ist zu bezweifeln, ob der bisherige Einfluß des Agitators noch lange so ungeschwächt bleiben wird, wenn die Agitation in derselben Rich⸗ tung wie gegenwärtig fortgeht, und die große Klugheit ihres Urhe⸗ bers ihr nicht eine andere Wendung, giebt, und einige bemerlenswerthe Symptome von Unzufriedenheit mit den friedlichen Plänen des Agi⸗ talors, welche sich in der letzten Versammlung an der dubliner Korn⸗ börse vorgestern zeigten, rechtfertigen diesen Zweifel. Ein Herr Con⸗ nor nämlich, bekannt als ein eifriger Vertreter der Verwandlung der Zeitpacht in Erbpacht, stellte offenbar unter dem Einflusse der statt⸗ gefundenen Kollisionen den Antrag, daß bis zu dem Zeitpunkte, wo das irländische Parlament hergestellt sein würde, alle Repea⸗ lers sich weigern sollten, weder Grundzins noch Grasschafts Armen⸗ und . auf dem Boden lastende Steuern zu zahlen. Der Agi⸗ tator selbst war in der Versammlung nicht gegenwärtig, und wurde durch feinen Sohn, John O'Connell, vertreten, der aber auch sofort in diktatorischer Weise den Antragsteller zur Ordnung rief, und durch seinen Anhang bewirkte, daß nicht allein der Antrag verworfen, son⸗ dern auch Herr Connor aus der Repeal⸗Gesellschaft ausgestoßen wurde, als er sich weigerte, zu widerrufen. Die Majorität der Ver⸗ sammlung war natürlich auf. Seiten O'Connell's, doch die Rede des Antragstellers wurde nicht minder durch wiederholtes hört! hört! und Beifallsrufen unterbrochen. Der Vorfall zeigt schon die für O'Con⸗ nell bedenkliche Spaltung in seiner Nepeal⸗Armee. Uebrigens betrug die wöchentliche Rente noch 1462 Pfd.
Der Standard berechnet die Anzahl der Irländer in der eng⸗ lischen Armee, welche der Bestechung von Seiten der Repeagler zugänglich wären. „Im Jahre 1830“, sagt er, „gab es in der Armee 12,897 Irländer und 18140 nur 40,218. Wir wissen nicht, ob die Besorg⸗ nisse der Whigs oder die Declamationen der Priester gegen die En⸗ rollirung die Ürsache dieser Verringerung waren, indeß kann das den Repealern noch nicht viele Hoffnungen machen. Die Armee bestand 1840 aus 67,000 Mann Briten und Schotten und 40,218 Irländern. Da die Hälfte der Letzteren aber der von der Repeal⸗Bewegung noch nicht berührten Provinz Ulster angehören, so sind 87,000 Mann für die Bestechung gänzlich unzugänglich und 26, 0h0 Mann nur insoweit, als es von guten, loyalen Männern, die in Gemeinschaft mit gleich loyalen, aber der Repeal feindlich gesinnten leben und von britischen Offizieren kommandirt werden, zu erwarten ist. Es ist daher wenig für die Armee zu fürchten.“
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Brüssel, 22. Sept. Nach der Abreise der Königin Victoria begaben sich der Baron van der Capellen, außerordentlicher Gesand⸗ ter des Königs der Niederlande bei Ihrer großbritanischen Majestät, die Baronin van der Capellen und Sir Edward Disbrowe, englischer Gesandter am holländischen Hofe, begleitet von dem holländischen General-Konsul und Geschäftsträger an Bord des „Leo“, einer schö— nen Nacht König Wilhelm's, welche die genannten Personen nach Antwerpen geführt hatte. Diese Jacht wies die englische und die belgische Flagge vom großen Mast und auf dem anderen die hollän⸗ dische Flagge. Der General-Konsul verließ das Schiff und kehrte mit einem Boote nach Antwerpen zurück.
Als die Königin Victoria bei ihrem Besuch in Brügge über den dortigen großen Platz fuhr, wandte sie dem Thurm der Stadthalle den Rücken zu, als sie aber dies herrliche Gebäude bemerkte, bog sie sich aus dem Wagen, und bewunderte dasselbe mehrere Minuten lang. „Ihre Majestät hätte sich,“ sagt der Moniteur belge, „dabei auch erinnern können, daß in dem Gebäude, welches die Basis dieses großen Glocken-Thurmes bildet, vor ungefähr fünf Jahrhun- derten jene berühmten flamändischen Woll-Manufakturisten ihre Han⸗ dels-Geschäfte abmachten, welche später nach England hinüberschiff⸗ . und den Grund zu der Größe der Königin der Handelswelt egten.“ .
Trotz der großen Frequenz auf der Eisenbahn des Westen und des Norden während der Anwesenheit der Königin von England hat sich doch kein einziger Unfall ereignet. Bei den letzten Fahrten von Antwerpen mußten Extrazüge abgefertigt werden, da der Zufluß von Menschen ungeheuer war. Die Engländer waren überrascht von der Ordnung, womit der Dienst auf den belgischen Eisenbahnen betrieben wird, uͤnd ließen der Geschicklichkeit in der Verwaltung der Eisen— bahnen und den ausgezeichneten Maßregeln, welche getroffen waren jede Gerechtigkeit widerfahren. . ;
Die englische Fregatte „Penelope“ hat der Königl. Nacht nicht folgen können. Der Hafen von Antwerpen hatte nicht Wasfer genug sie mußte daher den Eintritt der Fluth abwarten, um die Scheld hinabgehen zu können. Ein englischer Künstler, der von London ge— kommen war, hat eine Skizze der vor Antwerpen stationirten eng— lischen Flotte entworfen. Diese Zeichnung ist unverziglich nach Eng— land geschickt worden. —
Man glaubte allgemein, daß die Königin Victoria und Prinz Albrecht die Nacht in Vliessingen zubringen würden; dem ist aber nicht so. Die Königliche Nacht und alle Schiffe, welche dieselbe es kortirten, haben ihre Reise fortgesetzt, nachdem sie ihre Lootsen bei Vliessingen abgesetzt hatten. Gegen fünf Uhr gestern Morgens er— reichte die Escadre die offene See, und noch im Laufe desselben Ta— ges werden Ihre Majestät und ihr erlauchter Gemahl wahrscheinlich schon in Windsor eingetroffen sein.
Der Violin⸗Virtuose Vieuxtemps, der seine Reise nach Amerika wegen Ankunft der Königin von England, vor der er in Gent gespielt hat, verschoben hatte, verläßt Morgen Belgien und begiebt sich nach London. Er wird sich binnen wenigen Tagen in einem der englischen Häfen nach New⸗Nork einschiffen. . nen
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Neuchatel, 19. Sept. Ihre Durchlaucht die Fürsti Liegnitz hat auf ihrer Reise durch die n e eng gn nn ng. und während ihres, zweitägigen Aufenthalts den hiesigen verschied enen öffentlichen Instituten ihre AÄufmerksamkeit gewidmet. Gestern früh ist Ihre Durchlaucht von hier nach Bern abgereist. ;
ö. Spanien.
Di gdrid, 16. Sept. Der Königin Christine si
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hie gen Ie erung, zur Deckung der drei rie r gen n d
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Realen, geschickt . nd Manlla, im Betrage von s Minen
Madrid, 14. S Die provisori an ,, ö n,, Regierung hat für
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Die Regierung weist darauf hin daß sie i Reg ⸗ d ihr V 1 Lr re ent , n. 3. ger r er rn ger . t anier hätten Theil an der öffentli . ; . ö. ö. ö. 36. einer Partei ein lr , n n . Ven Cortes, und nicht einer von eini . strebenden Ehrgeizigen beabsichtigten Central un dn fehl 9 . /
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geschaffenen Lage das Siegel der Gesetzmäßigkeit aufzudrücken. Nur sehr Wenige hätten die Errichtung einer solchen Junta beantragt, die durch die bei weitem überwiegende Mehrzahl der Spanier zurickgewiesen würde. Demnach wäre es Pflicht der Regierung, den Willen der Mehrheit gegen den der Minderzahl zu unterstützen. Man werfe der Regie⸗ rung vor, verschiedene Artikel der Constitution verletzt zu haben; gegen die Vertreter der Nation werde sie sich deshalb zur rechten Zeit zu rechtfertigen wissen. Keinerlei betrübende Reaction hätte stattgefunden. Die persönliche Sicherheit, die Preßfreiheit wären unverletzt geblieben, und man hätte, um die Regierung zu bekämpfen, zur Verleumdung Zuflucht genommen. „Man beschuldigt die Re. rung“, heißt es in dem Manifeste, „in Betreff von Projekten . Königin zu vermählen, Verabredungen getroffen zu haben, und andere Menschen rechnen es ihr als Verbrechen an, daß sie an tine so wich⸗ t ge Frage, die man weder aus dem Stegreif behandeln, noch durch irgend eine im voraus gefaßte Verpflichtung beeinträchtigen darf, son⸗ dern im allgemeinen Interesse der dereinstigen Entscheidung durch die Cortes unberührt überlassen muß, auch nicht einmal gedacht habe.“ Die Mitglieder der Regierung erwarteten mit Sehnsucht den Tag, an welchem sie von ihren Posten abtreten könnten. „Aber, so lange sie sich im Besitze der Gewalt erhalten, werden sie diese gegen die auftretenden Privat-Interessen, deren Triumph die Nation in ein Chaos stürzen würde, geltend zu machen wissen.“
Die großen und mannigfaltigen Schwierigkeiten der Lage führen den Vortheil mit sich, daß die Gesinnungen der bisher schwankenden Personen, die mit der Wiederherstellung des Staats beauftragt sind, nunmehr scharf und in unzweideutigem Lichte hervortreten müssen. Die Personen, welche noch, nachdem sie die Zügel der Regierung übernahmen, mit revolutionairen Elementen spielen zu können glaubten, werden jetzt begreifen, daß es sich um ihre eigene Existenz handelt, und daß die ganze Frage nur durch den höchsten Auswand von Kraft entschieden werden kann. Die Minister Lopez, Caballero und Ayllon, die als Deputirte allen bisher bestandenen Verwaltungen eine syste⸗ matische Opposition machten, und diese, wie es scheint, selbst jetzt gegen ihre beiden Amtsgenossen, Serrano und Frias, fortsetzten, kehren erschrocken von dem Irrwege, den sie eingeschlagen hatten, um, da sie gewahr werden, daß dieser nicht zur Sicherstellung der ver fassungsmäßigen Freiheit, sondern zur vollständigen Auflösung des Staats und Wiedereinführung des Regiments der Ayacuchos führt. Prim, dessen Jugend und Erfahrungslosigkeit den Freunden der Ruhe und Stabilität ebenfalls manche Besorgnisse einflößten, sieht nun, was er von der Revolution zu erwarten hat und wird diese Gelegenheit er— greifen, um mit ihr auf immer zu brechen.
Die Regierung hat den General Villapadierna, der nach dem General⸗Capitain von Arragonien den Oberbefehl in Saragossa führt vor Gericht stellen lassen, weil er die dortige Junta anerkannte, nach dem sie auf Befehl der Regierung aufgelöst worden war.
Am Ften ist der neue General-Capitain von Cuba, General O'Donnell, an Bord der Fregatte „Cortes“ nach der Havana ab— gegangen.
.Die hiesigen Anhänger Espartero's verkünden ohne Scheu, daß binnen drei bis vier Tagen ein blutiger Aufstand zu Gunsten jenes Mannes hier stattfinden werde.
X Paris, 20. Sept. Die Proeclamation, welche der nun zum General⸗Capitain von Catalonien von der Junta von Barcelona ernannte Amettler an die Catalonier gerichtet hat, lautet wie folgt:
Catalonier!
Das Volk, welches im letzten Juni sich in den Kampf stürzte, das Volk, welches so ruhmwoll eine Regierung zu stürzen wußte, die es als eine Unterdrückerin unserer Freiheit betrachtete, hat sich von Neuem erhoben, um die Tyrannen zu vernichten. Freier Mann aus Grundsatz und aus Ueber- zeugung, konnte ich nicht mit Gleichgültigkeit diese Bewegung ansehen, welche wie jene von 1810 zum Zwecke hat, das Joch einiger schlechten Spanier, ohne Vaterland, dem Despotismus und dem Einflusse einer aus⸗ wärtigen Nation verkauft, abzuschütteln.
Der Ruf eurer Großthaien hat meine Ohren erreicht, mein Herz ge⸗ rührt, und eifersüchtig, aus allen meinen Kräften zu dem Gelingen eures patriotischen und gerechten Verlangens beizutragen, habe ich mich so wacke⸗ ren Kämpfern mit den tapferen Soldaten meiner Division angeschlossen. l(Latasonier! haltet euch des Sieges versichert, denn die freien Männer ind unbesiegbar, wenn sie für ihre Grundsätze kämpfen. Constitation von 1837, die Königin Dona Isabella 1I., die Central-Junta und der Fort schritt, das ist mein Banner; schließt euch an dasselbe an, schaart euch um dasselbe, vertheidigt es mit der Entschlossenheit, die ihr bis jetzt gezeigt habt, und wir werden sagen können: die Freiheit des Volkes ist keine Lüge, wie sie es bisher gewesen war.
Barcelona, den 10. September 1813.
Der Abfall Amettler's von der Regierung zu Madrid mit seiner ganzen Division, ist für dieselbe ein um so schlimmeres Exeigniß, als sie vorzugsweise auf ihn und die Streitkräfte, die er zu Bekämpfung des Aufstandes von Lerida herbeiführen sollte, gerechnet hatte, wie man aus dem Heraldo ersieht, der seine Leser noch am 12ten ver— sichern zu können glaubt, daß Amettler fest entschlossen sei, den Auf⸗ stand kräftig darniederzuschlagen. Es zeigt sich nun, daß die neuer liche Mittheilung des Telegraphen, wonach die Linientruppen, welche mit Amettler's Division angekommen waren, als sie dessen Erklärung für den Aufstand vernahmen, ihn verlassen, theils in die Citadelle, theils auf das Fort Monjuich, theils nach Molins del Rey, theils ganz nach Hause entlaufen sein sollten, den wirklichen Thatsachen widerspricht. Von den sämmtlichen regulairen Truppen der früheren Expeditions-Division von Unter-Arragonien, die mit Amettler gekommen waren, haben ihn nur eine Anzahl Offiziere von entschieden moderan— tistischen Gesinnung verlassen, und sich theils zu Prim nach Gracia, theils in die Citadelle begeben. Man ersieht auch aus dem Wort laute des Dekrets der Junta gegen diesen, daß er nicht blos als Va⸗ terlands-Verräther, sondern auch aller seiner Ehren, Würden, Grade und Decorationen verlustig erklärt wurde.
Ein Brief aus Barcelona sagt, der Geist der Truppen, welche bei dem General-Capitain Araoz in der Citadelle, im Fort Monjuich und in den anderen Forts stehen, sei von der Art, daß, wenn sie nicht in diesen Forts eingesperrt wären, es beinahe sicher wäre, daß sie die Bewegung unterstützen würden. Denn die Hinrichtung der Soldaten des Regiments Principe, welches noch vor kurzem zur Armee von Catalonien gehört hatte, habe dieselben über alle Maßen erbittert. Der Oberst- Lieutenant Calonge, Secretair und Freund Serrano's, ist zu Barcelona eingetroffen, allein die Instructionen, welche er über⸗ brachte, waren gegeben worden, als man zu Madrid noch nichts von dem Abfalle Amettler's gewußt hatte, auf dessen energisches Auftreten man besonders gerechnet zu haben scheint, und sie sind deshalb jetzt eben so unzureichend als unausführbar. Aus diesen Notizen erklärt sich volllommen die Unthätigkeit des General- Capitains Araoz mit seinen 5000 Mann in der Eitadelle, so wie die Prim's zu Gracia.
Nach dem Phare des Pyrenées war Amettler in der Nacht vom 12ten auf den 13ten schon von Barcelona mit allen Streitkräften der Insurgenten ausgerückt; er hatte, wie es scheint, die Bewachung und Vertheidigung der Stadt gegen einen allen— fallsigen Versuch des Angriffs von Seiten der Garnison der Cita⸗ delle fast ausschließlich der National-Miliz übertragen, und nur eine Compagnie im Fort Atarazanas und einen Posten auf dem be⸗ kanntlich verbarrikadirten San Jaime⸗-Platz zurückgelassen, ein Be⸗ weis, daß er ganz sicher auf die National-Miliz sich verlassen zu
können glaubt. Einige neue Verstärkungen, die von Gerong und verschiedenen anderen Punkten angekommen waren, schlossen sich Amett⸗ ler zu San Andres del Palomar an. Nach dem Phare glaubte man, Amettler habe die Absicht, nach Gerona zu ziehen, um den Aufstand in dieser Provinz weiter auszubreiten, da er in derselben einen großen Einfluß besitzt und dieselbe auch als Deputirter im Kon⸗ gresse vertreten hatte. Indeß geht aus den direkten Nachrichten aus Gerona hervor, daß man dort seine Ankunft gar nicht abgewartet hat, um überall das Banner des Aufstandes auf;upflanzen.
Zu Figueras ist Abdon Terradas jetzt Meister der Situation, die dortige Junta hat ihn zu ihrem Präsidenten ernannt. Als er am 10ten daselbst der Stadt sich näherte, soll er zuerst von Kindern, die vor dem Thore spielten, erkannt und dann von ihnen und der schnell in Kenntniß gesetzten Bevölkerung unter Lebehochrüuf bis in seine Woh⸗ nung geleitet worden sein. Eine große Masse Volks erschien dann
vor seinem Hause und soll sogar eine Serenade improvisirt haben, wobei er auf dem Balkon erschien und eine, wie man sich denken kann, echt revolutiongire Dankrede für die ihm gegebenen Beweise der Somßathie hielt. Auch der Gränzort la Junquera ist am 15ten dem, Aufstande, beigetreten, und der die dortige Zoll⸗Schutzwache be⸗ fehligende Offizier ist als Jlüchtling zu Perpignan angekommen. Nach den heute aus Madrid eingetroffenen Briefen vom 13ten war man daselbst nicht ohne Besorgniß vor einem Aufstande zu Sa⸗ agossa. Auch gingen Gerüchte von bevorstehendem Austritte Ser⸗ jano s„aus dem Kabinette, um das letztere von jedem Scheine einer Verpflichtung zu Berufung einer Central-Junta, die nur von Serrano allein zu Barcelona versprochen worden war, zu befreien. Narvaez wurde als sein designirter Nachfolger genannt. Auch in Granada und Sevilla herrscht noch immer eine beuntuhigende Stimmung gegen die Regierung. Die Provinzial-Deputation und das Ayuntamiento der erstgenannten Stadt hatten gleich dem Ayutamiento von Madrid eine feierliche Begehung des Pronunciamiento vom 1. Sept. 1840 (welches die Abdankung der Königin Christine zur Folge hatte) angeordnet und durchgeführt. Noch schlimmer sieht es zu Sevilla aus. Dort hat man in der Nacht vom 6ten auf den Tten an zahlreichen Orten Mauer⸗An⸗ schläge angeheftet, worauf geschrieben stand: Tod den National⸗Mi⸗ lzen vom Zten Bataillon! Es lebe der absolute Espartero! Diese Anschläge wurden sogar an das Quartier des genannten Bataillons, das größtentheils aus Moderados zusammengesetzt ist, dann an die Thüre des Hauses, in welchem die Redaction des Blattes El Sevil⸗ lano sich befindet, angeheftet. Die Hülfs-Junta von Sevilla mißt diese Umtriebe in einer deshalb erlassenen Proclamation den in der Nähe der spanischen Gränze zu Gibraltar befindlichen esparteristischen Heneralen Linage und Infante bei. Ein schlimmer Umstand ist da⸗ bei, daß gerade jetzt die Truppen der Garnison von Sevilla in der größten Entblößung und daher mißvergnügt sind. Der spanische General Juan van Halen, Bruder des früheren General-Capitains von Barcelona, ist am 16sten mit der Mallepost von Madrid zu Bayonne eingetroffen. Der politische Chef von Ge⸗ long traf ebenfalls dort ein, auf der Reise ins Ausland begriffen, nachdem er vergebliche Bemühungen zu Gerona gemacht, dem Auf⸗ stande vorzubeugen, und endlich sich gezwungen gesehen hatte, seinen Posten aufzugeben. Herr Aston, der bisherige britische bevollmächtigte Minister zu Madrid, ist hier angekommen.
X Paris, 21. Sept. Der Telegraph schweigt heute über Spanien und meldet namentlich nichts aus Barcelona, was allemal hier nach den bisher gemachten Erfahrungen, die sich leider nur zu oft bewährt haben, im schlimmen Sinne gedeutet wird. Allerlei Ge⸗
rüchte durchkreuzten sich nach den letzten Nachrichten von der Gränze. Und was man von anderwärts her hört, zumal auch aus Madrid selbst, ist nichts weniger als beruhigend. Je mehr und ausgedehnter die Vorgänge von Barcelona dort bekannt wurden, desto größer ward die Aufregung, die noch dazu von den der Regierung feindselig ge⸗ sinnten Blättern, dem Eco del Comercio und dem Espectador, aufs eifrigste genährt wurde. Um der herrschenden Aufregung zu begegnen, hatte die Regierung ein langes Manifest veröffentlicht, das Ihnen wahrscheinlich auf direktem Wege früher zukommen wird. (Vgl. ob. Brief aus Madrid.) Um den Mißvergnügten die Mittel zur Ausführung etwaiger Versuche zu einem Aufstande in der Hauptstadt selbst zu nehmen, war die Ablieferung der vielen Tausende noch verborgen ge⸗ haltener Gewehre und Waffen aller Art der aufgelösten National⸗ Miliz anbefohlen worden. Aber weder die eine noch die andere Maßregel der Regierung hatte den gewünschten Erfolg. Trotz der angedrohten strengen Strafen waren kaum einige wenige Gewehre abgeliefert oder vielmehr weggenommen worden, und die am Morgen des 14ten vorgenommene Vertheilung des Manifestes in vielen Tau⸗ senden von Exemplaren brachte nur noch größere Aufregung hervor, die Besorgniß vor einem gewaltsamen Aufstande war allgemein, und dabei der Geist der Truppen, von denen man zwei Regimenter nach Catalonien und Logroño geschickt hat, so beschaffen, daß man durch⸗ aus nicht auf sie rechnen konnte. Privatbriefe sagen, daß bei hellem Tage wie bei Nacht, trotz der zahlreichen Patrouillen, welche die ganze Hauptstadt durchstreifen, bald da bald dort der Ruf: Es lebe Espar⸗ tero! sich vernehmen läßt, ja daß er aus der Mitte der Patrouillen
selbst schon gehört worden sei.
In dieser kritischen Lage wurde am 14ten Mittags ein Kabinets⸗ Rath gehalten, zu welchem auch die einflußreichsten Generale wie Narvaez, Concha und mehrere poritische Notabilitäten wie Olozaga, Cortina, darunter auch entschiedene Progressisten zugezogen wurden, wie die Herren Domenech, Präsident des Ayuntamiento, und Pascual Mavoz, der eine Zeit lang mit der Regierung einverstanden zu sein schien, aber bald wieder von ihr sich zurückzog und seinen politischen Glaubensgenossen, den Progressisten, sich wieder anschloß. Es galt über die Mittel zu berathen, wie man am besten aus der gegenwär⸗ tigen kritischen Lage herauskommen könne. Aber die enn Cie. Berathung zeigte nun vollends erst recht den Zwiespalt, der unter den Mitgliedern des Kabinets selbst herrscht. General Narvaez, un⸗ terstützt vom General Serrano, dem Kriegs⸗Minister, drangen, wie sie dies schon früher und gleich anfangs immer gethan hatten, darauf, ohne Weiteres die Großjährigkeit der Königin zu proklamiren, ohne die Zusammenkunft der Cortes abzuwarten, und so der Regierung be⸗ stimmtere Richtung, festere Gestalt zu geben. Allein gegen dieses Verlangen wendete Herr Olozaga die Üngesetzlichkeit, Verfassungs⸗ widrigkeit der Maßregel ein, zu welcher Niemand befugt sei . der National-Vertretung, die in den Cortes repräsentirte Nation selbst; die Folge seines entschiedenen Widerspruchs war, daß er auch die übrigen Mitglieder der Versammlung auf seine Seite brachte und die zwei Antragsteller am Ende allein stehen blieben. Nun verlangten diese aber, man solle gegen die Rebellen in Catalonien zu den ener- gischsten, außerordentlichen Maßregeln schreiten, durch Anwendung aller zum Zwecke führenden Mittel die aufs neue dort das Haupt erhe⸗ bende Revolution ein für allemal daniederschlagen, ehe sie noch auf andere Provinzen auszudehnen vermöge. 28 Vorschlag, sich über die Verfassung wegzusetzen, und zu mn ehah= Maßregeln zu schreiten, erhoben sich die Herren e le, e e. . denen denn auch Herr . — e . . asse seine ganze iche des Chara i ,
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laufen darauf hinaus, daß man in