diese freudige Nachricht mitzutheilen, und fordern Euch hiermit zur i h i enn n nien Ruhe und Ordnung auf, damit der Zweck der öffentlichen Wohlfahrt desto leichter erzielt und zugleich bewiesen werde, daß wir Alle die wahren Interessen des Vaterlandes, so wie die ehrbarsten Mittel, die denselben günstig und nützlich sein können, zu würdigen verstehen. Dadurch, daß Ihr diese würdevolle Haltung bewahren und, den bestellten SObrigkeiten gegenüber, ehrfurchtsvoll bleiben wollt, gewährt Ihr uns die Zeit und die ünterstützung, deren wir bedürfen, um mit Sorgfalt die Ein— berufung der National⸗Versammlung, wovon man die Befestigung des con⸗ stitutionellen Thrones in unserem Vaterlande, so wie die glückliche Zukunft desselben, erwartet, in der Frist von 30 Tagen, zu bewirken. Athen, den 3. (15.) September 1843. Der Minister⸗Rath. Metaxas, Präsident. Londos. Melas. Kanaris. Schinas.
Otto von Gottes Gnaden König von Griechenland. Auf den Vor— schlag Unseres Minister⸗Rathes haben Wir beschlossen und befehlen hiermit:
1) Alle Ausländer, welche sich gegenwärtig im Dienste Unseres Staa— tes befinden, mit Ausnahme der früheren Philhellenen, sollen aus demselben entfernt werden.
2) Unsere Minister werden so bald als möglich die gegenwärtige Ver— ordnung zur Ausführung bringen, insofern sie die betreffenden Zweige ihrer Verwaltung betrifft. Sie bleiben beauftragt, die gegenwärtige Verord— nung zu unterzeichnen, zu veröffentlichen und zu vollstrecken.
Athen, den 3. (15.) September 1843.
Higas. Dro sos.
* ö (unterz) Otto. Metaxras, Präsident des Minister⸗Rathes. Londos rng.
Otto, von Gottes Gnaden König von Griechenland. Da Wir auf den Vorschlag Unseres Staats⸗Rathes den Tag des 3. (15.) September als ein National⸗Fest und glorreich für die Garnison, die Bürger von Athen und für Jedermann, der an den Exeignissen dieses Tages Theil genommen hat, betrachten wollen, so haben Wir beschlossen und befehlen hiermit:
1) Der Tag des 3. (15.) September, Vorbote einer glänzenden Zu— kanst für das Königreich, ist zum National Fest geweiht. z
2) Eine Medaille aus Eisen, die auf der Vorderseite die Inschrift: III. Ze ε νοο 1843, und auf der Kehrseite: an πιλ s G Ooο!άηs (constitutioneller Thron) tragen und an einem purpurrothen Bande hängen wird, soll unter die Garnison der Hauptstadt, unter die Bürger von Athen, und unter diejenigen, welche an den Ereignissen des erwähnten Tages Theil nahmen, vertheilt werden.
Unser Minister-Rath wird die gegenwärtige Verordnung unterzeichnen und vollstrecken.
Unterz. Otto.
Unterz. Metaxas, Präsident, Londos, Melas ze.
Es scheint, daß die Insurgenten befürchteten, die fremden Ge⸗ sandten möchten dem König den Rath ertheilen, dem Begehren seiner Nation zu widerstehen. Darum ließen sie die fremden Gesandten erst dann vor, nachdem der König alle Dekrete und Verordnungen unter⸗ zeichnet hatte, welche ihm das Ministerium und der Staatsrath zu Annahme vorlegte. Man versichert, daß die fremden Gesandten ge— meinschaftlich eine Note an Herrn Metaxas, den Präsidenten des neuen griechischen Ministeriums und Minister der auswärtigen Ange⸗ legenheiten, richteten, um sich wegen der an einem Tage zweimal er⸗— folgten Verletzung der ihnen zustehenden Privilegien, denen zufolge sie das Recht haben, in solchen Fällen sogleich sich um die Person des Monarchen zu versammeln, zu beschweren. Man kennt noch nicht die Antwort des Herrn Metaxas, der indessen sich beeilte, an die Reprä⸗ sentanten von Frankreich, Großbritanien und Rußland, als die drei Schutzmächte, ein Manifest zu adressiren, worin er die letzten Er⸗ eignisse von Athen, und die durch dieselben hervorgebrachte Aende⸗ rung der absoluten Königlichen Gewalt in eine constitutionelle Re⸗— gierungsform, zu rechtsertigen sich bemühte.
Daß die fremden Gesandten nicht ohne Besorgniß waren, daß neue Unruhen ausbrechen, und die Person des Königs Otto mehr oder weniger bloß gestellt bleiben könnte, geht daraus hervor, daß sie nicht nur am 3. (15. September Abends längere Zeit an der Seite des Königs blieben, sondern auch am Aten (16.) und Sten (17) mehr⸗ mals in dem Königlichen Palast erschienen, um der griechischen Na⸗ tion augenscheinlich zu machen, daß König Otto unter dem Schutze aller europäischen Mächte stehe, und daß mithin die Griechen für jede noch so geringe Verletzung der Majestät seiner Person verant⸗ wortlich gemacht werden würden. Die meisten Ausländer, die in griechischen Diensten standen, reichten sogleich ihre Demission ein, und stellten sich unter den Schutz ihrer respektiven Gesandten.
Ca Plata - Staaten.
S Paris, 28. Sept. Durch das Schiff „Cornelie“, welches am 6. Juli von Buenos-Ayres und am 11ten von Montevideo ab— segelte, haben wir neuere Nachrichten von den Verhältnissen am La Platastrome. Montevideo war noch immer ziemlich enge eingeschlossen von der argentinischen Armee unter Oribe. Dieser selbst befehligte vorzugsweise die Reiterei seines Heeres, während Pacheco die Jufan⸗ terie und die Belagerungs⸗Equipagen unter seinem unmittelbaren Befehle hatte. Fast jeden Tag machte der General Paz, dem be⸗ kanntlich der Ober-Befehl in der belagerten Stadt übertragen ist, Ausfälle an der Spitze der belagerten Truppen und der französischen Legion, und in diesen im Ganzen ziemlich unblutigen Scharmützeln beschränkt sich im Grunde meistentheils Alles darauf, daß eine Anzahl Leute bald von der einen, bald von der anderen Partei zu den Geg— nern überlaufen. Der 11. Juli, das Ziel der funfzehn Tage, welche Oribe für die Einnahme von Montevideo festgesetzt hatte, war ver— strichen, ohne daß er auch nur um einen Schritt seinem mit so gro ßen Worten ausgesprochenen Vorhaben näher gerückt wäre. Die ar⸗ gentinische Flotille, welche die Blokade von der Seeseite aufrecht hal⸗ ten soll, war in der Nähe der Spitze von la Bareta vor Anker, und Admiral Brown war durch nichts in seinen Operationen gehemmt, da die englischen und französischen Kriegsschiffe fortwährend strenge Neu— tralität beobachteten. Die französische Division unter den Befehlen des Admirals Massieu de Clerval bestand aus den Fregatten „Ata⸗
. ire 2K / . 1 ö „Gloire“, aus der Korvette „Arethuse“ und der Brigg
4 1 , * Paris, 28. Sept. Der Capitain Dury des gestern zu Havre 36. Babig her eingelaufenen Schiffes „Industrie“ war Au— bene ö ung lich oe welcher diese Stadt durch einen Erdsturz weer, A e e üble darüber sind die folgenden „Wie schon gleich anfangs bemerkt wurde, war es im westlichen Theile von Bahia, wo ein Theil des Felsabhanges, auf . . obere Stadt gebaut ist, sich losriß, und in seinem' Sturze eine An⸗ zahl der an seinem Fuße erbauten Häuser mit fortriß, und mit seinen Trümmern das Qunartier bedeckte, wo die Entrepots belegen sind. Alle Fagaden der dortigen, Magazine, die nach dem Berge zu gelehrt sind wurden mehr oder minder davon berührt, und fünf von ihnen sind u einem Viertheil zerstört. Die Straßen und die dort im Depot ben findlichen Wagren wurden unter dem Schutte begraben. In der buch= stäblich erdrückten Kirche del Pillar feierte man eben den Gottesdienst ber wegen der großen Hitze daselbst in früher Morgenstunde gehalten wirb, und zwei Geistliche sind verschwunden. Von den durch den Erdsturz überraschten Häusern wurden drei oder vier der im Mittel⸗ punfte gelegenen das Grab aller ihrer Bewohner. Zu gleicher Zeit traten auf der ganzen Länge des Felsabhanges theilweise Erdstürze
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ein, die jedoch keine unheilvollen Folgen hatten. Vom ersten Augen⸗ blicke an hatten die Ingenieure sogleich die Bevölkerung gewarnt, ihre Vorsichtsmaßregeln zu treffen; später jedoch nach genaueren Un— tersuchungen des Terrains und nachdem an verschiedenen Stellen der— selbe sondirt worden war, gaben sie ein beruhigenderes Gutachten ab und kündeten an, daß für dieses Jahr wenigstens nichts mehr zu fürchten sei.
Zeugen der Katastrophe, hatten die Capitains der auf der Rhede vor Anker liegenden Schiffe ihre Mannschaften ans Land geschickt, um Beistand und Hülfe zu leisten, wo man solcher bedürfen könnte. Ihre Anstrengungen richteten sich zuerst auf Rettung der Waaren, die man noch aus dem Schutt hervorarbeiten konnte, und es gelang ihnen wirklich, alle diejenigen zu retten, die nicht allzu tief unter der Erd masse verschüttet waren. Der Verlust an Handelswerthen wurde da⸗— durch beträchtlich vermindert.
Zur Zeit der Abfahrt der „Industrie“, nahe an einem Monat nach dem Ereignisse, waren die Aufräumungs⸗Arbeiten kaum begon⸗ nen. Man war damit beschäftigt, dem Terrain wieder Festigkeit und Halt zu geben, und eine Anzahl Häuser niederzureißen, deren Fun damente blosgestellt waren, und die daher den Einsturz drohten. Die Folge dieser Langsamkeit in den Aufräumungs-Arbeiten war, daß die bisher bewerkstelligten Ausgrabungen noch keinen genauen Maßstab für die Größe und den Umfang des zu beklagenden Unheils gaben, In der Stadt schlug man die Anzahl der Personen, welche dabei das Leben verloren, annäherungsweise auf 35 bis 10 an. Die schie⸗ ferartige Natur des Bodens, der die felsige Basis des Berges be⸗ deckt, auf welchem die obere Stadt erbaut ist, ließ für das folgende Jahr neue Unglücksfälle befürchten. Man beforgte, die große Hitze werde Sprünge im Boden erzeugen, in welche dann die Regengüsse während der Wintermonate sich Weg bahnen, und neue starke Erd⸗ stürze verursachen könnten. Während der ersten Tage, die auf die Katastrophe folgten, war die Donane geschlossen geblieben, und. der Handel hatte seine Operationen eingestellt gehabt; aber bei Abfahrt der „Industrie“ waren Beruhigung, Sicherheit und Vertrauen voll kommen wiedergekehrt und die Geschäfte hatten wieder ihren Fort gang wie früher.
Eisen bahnen.
Magdeburg, 2. Olt. (M. 3.) Sicherem Vernehmen nach, ist das Projekt zu einer Bahnstrecke von Magdeburg auf dem linken Ufer der Elbe nach Wittenberge, zum Anschluß an die von Berlin nach Hamburg zu bauende Eisenbahn genehmigt worden.
Bonn, 27. Sept, (W. M.) Wie ich von einem, Angestellten der Bonn? Kölner Eisenbahn vernehme, will die Direction derselben Alles aufbieten, um die Bahn, deren gänzliche Vollendung nun einmal für dieses Jahr unmöglich ist, am 15. Oktober zur Feier des König lichen Geburtsfestes wenigstens auf der Strecke, von hier bis Brühl dem Publikum eröffnen zu können; selbst für diese theilweise Eröff nung aber ist noch so viel zu thun übrig, daß es wohl beim guten Willen sein Bewenden haben oder höchstens eine Versuchsfahrt statt finden wird. In voriger Woche sind bereits mehrere der für die Bahn bestimmten Waggons hier angelangt, die sich durch Schönheit und zweckmäßige Construction auszeichnen. Die Gebäude im hiesigen Bahnhof, welche sehr solid und massiv aufgeführt werden, können bis nächstes Frühjahr mit allem Zubehör fertig sein; bis dahin is auch die Beendigung des kölner Bahnhoses und der Arbeiten zur Durch⸗ brechung der dortigen Festungswerke 2c. zu bewerkstelligen, so daß hoffentlich im April die Eröffnung der ganzen Bahn vor sich gehen kann.
Berlin-Potsdamer Eisenhb ahn.
In der Woche vom 26. September bis incl. den 2. Oktober c. sind
aul der Berlin-Potsdamer Eisenbahn 10,364 Personen gefahren.
Berlin -Frankfurter Eisenbahn. In der Woche vom 24. bis 30. September sind auf der Berlin-Frank- furter Eisenbalim 4302 Personen befördert worden. Berlin-Stettiner Eisenbahn. Frequenz in der Woche vom 24. bis incl. 30. Septeniber b8 15 Per-
80nen.
gandels- und Börsen -Uachrichten.
Paris, 28. Sept. Die Bewegungen, welche seit einigen Tagen an der Bbrse stattfanden, haben dem Fondsmarkt eine sehr schlimme Gestal⸗ die bei dem ersten Rückgange gekauft
tung gegeben. Viele Spekulanten, di e hatten, in Erwartung eines starken Wiederaufschwunges, fangen nun, da nach und nach an,
sie sehen, daß die Course fortwährend angeboten sind, ĩ sich selbst mit Verlust ihrer Ankäufe zu entledigen. Auch heute sprach man an der Börse von einem weiteren Umsichgreifen der insurrectionellen Bewe— gungen in Spanien. Es hieß, es würden Truppen an der Pyrenäen Gränze zusammengezogen werden, um den Gang der Dinge in Spanien zu überwachen.
me r nee, 2. Den 3. Olkd(t ober 1813. Pr. Cour. ;. . Pr. (Mur. . * 46 ö. . 1 Brief. Geld. K Rrief. Geld. Gem. 2 „xisen. 6 185 154 gi. c unn een, G oe in,, . . 4 Pr. Engl. Obl. 30. 4 / 1023 102 . 3 3 = ö w .
J ; 5 37 99 8d. Ip. Eis- ub. Prüm Scł. q. Seer. 89 / 89 10. d0. Prior. Obl. 4 104 . 1 Denman, ' 3 Brl. Aub. Bisenb. — 139 1 * 83
Schuller. 3] 1924 do. do. Prior. Obl. 4 199 Berl. Stadt. Ohl. 3* 103 — Hüss. Elb. Eisenb. 5 763 75 Danz. d0. in 2 18 w Ob. 4 94 .
Westpr. Pfandbr. 3 10 23 , mnhein. Bisenb. 5 745 73 roseh. Pos. 40. 4 196 1065 lo. d0. Prior. Oui. 4 967 — 3 z . o. d0. Obl. 4 ö . o. 33 1915 1005 a9. Pran. Bich. 8 126. — Ostipr. Pfaudbr. 33 104 — zo. 40. Prior. Oki. 4 1015 ö Comm. ä., 3 , ', fore. eher Fieh 4 111. 1195 knee. Neun. 40. 3 1025 102 snrJ. Stern. M — 1165 115 Sekhlerische da. 3 101 — io. do. do. Li. n. — 1165 115 Gold al mareo. — — — Magdeb. Ilalber- Friedrichsd'or. 26 1375. 131 stüdter Eisenb. 4 115 114 Aud. Gldm. à5 Tb. — 11 11* Bresl- Schweidn.· Discouto. — 3 Freibg. Eiseub. 4 — ͤ — Pr. Cour. H eckSe l- CoOurs. Thlr. zu 30 Svr. krief. geld. Amsterdam.... ...... 250 *! Kurz 1414 1414 w KJ ..... 250 H 2 Mi. 1403 . IIamburg ... ..... ...... .... ..... 300 Me. Kur — 1493
4, , .... 300 M. 2 Mt. — 149 London ...... 1ẽ18t.ä 3 Mt. 6 255 3 Paris.... . ... 300 r. 2 Mt. ö 791 Wien in 20 Xr. ...... ... K . 2 M.. 194. 23 Augaburg.... 150 *I. 2 Mt. 102 102 H .... ..... 100 Thlr. 2 Mt. 995 —
) S Tage ne. 995 Leipait in Courant im 14 ThI. Fuss.. 100 Thlr. 2 Mi 99 gg Frankefurt a. M. Wꝶæ. ..... .. ..... 100 PI. 2 Mt. — 56 24 Petersburg .. ...... ... 2 6 6 1090 sRbl. 3 Woch. 1077 —
Auswärtige Börsen.
Niederl. virkl. Sch. 6315. 575 do. 99. 396 do. —w— Pass. — Ausz. —. zZiusl. —. Preuss. Präm. Seh. Pol. Qesterr. 1093. 4965 Russ. Ilope 905.
An t wer pen, 28. Sept. Zinsl. Neue Anl. 173.
Paris, 28. sept. 53 Rente fin eour. 120. 60. 395 Rente sn cour. 81. 55. 59h Neapl. au eompt. 107. 60. 59h Span. Reute 265. Pass. 43.
Wien, 28. sert. SX. Met 11IIJ. 4Æ 1007. 3 763. Aetien 1641. Anl. de 1834 146. de 16839 1143.
Amsterdam, 29. sept. kKauz- Bill. — 5 96 Span. 17.
Rank.
Angehommene Fremde.
von Winterfeld, Oberst-Lieute⸗ Rentier König aus Havelverg. Frau Bau ⸗Inspelton mn Kaufleute Lery
Rother Adler (Kölnischer Hof). nant a. D., aus Frankfurt a. d. OS. N Frau Ober-Amtmann Hamann aus Pinnow. Schindler und Gomnasiast Schindler aus Stolp. aus Hamburg und Pfeiffer nebst Gemahlin aus Halle. )
Hotel de Pru sse, Rittergutsbesizer Kohlba ch aus Neu⸗Mühle, von
Winterfeld nebst Gemahlin, aus Felchow, Baron von O u illfeld und Gutsbesitzer von Engfort aus Hohen-⸗Ziethen. G ründle r, Kö⸗ nigl. Ober-⸗Amtmann, aus Amt Biesenthal. von Unrun h, Regierungs und Vau-Rath, und von Gontard, Particulier, aus Potsdam. Fran Majorin von Schmeling nebst Tochter, aus Nieder⸗Landin. Sturm, Kandidat der Theologie, aus Nordhausen. . ᷣ
König von Portugal. Justiz⸗-Kommissarius und Landgerichts Rath Sarbino wski aus Breslau.
Kaufleute Wihard aus Liebau, Sun! nebst Gemahlin, aus Hamburg, Witthaus aus i, . Fa tzler aus Stettin, Jorg aus Breslau, Le h mann aus Mitau, Löwenh ei m aus Königsberg, Lebegott aus Tilsit, Freudenberg aus Mühlheim. Herzogl. sächs. Bibliothef⸗Secretair Dr. R athgeb er aus Gotha. Gym nasial Lehrer Dr. Hense aus Halberstadt. Particulier Vogelsang
aus Hannover. Ober⸗Amtmann Heyden reich aus Fraßdorf bei Deßanu. Rentier Raumann aus Hanau.
Hotel de Saxe. Kommissionsrath Weigel aus Oranienburg. Frau Oberst von Korff, nebst Fräulein Tochter, aus Stettin. Gutsbesitzer Krogmann, nebst Gemahlin, aus Schwasdorff in Mecklenb. Kauf leute Klein aus Danzig, Merseburg, nebst Gemahlin, aus Anklam, Mielcke aus Stolp und Schoenlanck, nebst Familie, aus Königs— berg in Pr. Rentier Itzig, nebst Gemahlin, aus Prenzlau. Juwelier Schneider aus Braunschweig. Lithograxsh Golde, nebst Gemahlin, und Schauspieler Kell aus Dresden. von Franckenberg, Haupt mann im 14. Infanterie⸗Regiment, aus Königsberg in d. Neum.
Kaiser von Rußland. Cand. theol. Beck aus Wusterhausen. Land und Stadtgerichts-Direktor Harassowitz aus Wriezen 4. D., Can d. math, Sefdel aus Hof in Bavern. Kaufleute Guth aus Güstrow, Kaiserling aus Trier, Schwaifinger aus Stuttgart. G tsbesitzer Brauns aus Friedberg. Particuliers von Müller aus Dresden und de Chancelette, nebst Gemahlin und 2 Töchtern, aus Paris.
König von Preußen. Kaufleute Grönland aus Memel, Meyer aus Hamburg und Michaelis aus Magdeburg. Maureimeister Neu barth aus Wrietzen a. d. O. . .
Hotel Stadt London. Gutsbesitzer von Schmalensee aus Stettin. Frau Hauptmann von Flotow und Fräulein LonFloto mw, Particuliere, aus Braunsberg. Oskar von Flotow, Student, und Al er. von Flotow, Akademiker, aus Breslau. Königl. Regierungs Rath Hei nich en aus Hildesheim. Professor Lamprecht aus Padug. Apotheler Schube aus Breslau.
Hotel de Rome. Baron von Herzeelen aus Dresden.
Meinhardt's Hotel. Obrist 4. D. l' Estocg aus Breslau. Landesgerichts-Rath Crelinger aus Königsberg. Baron und Baronin von Hoff aus Riga.
Hotel St. Petersbourg. Frau von Blankenhagen und Fräuleins von Stöder, von KnSrring, von Mittroff und Stein, sämmt lich aus Riga.
British Hotel.
Hotel de Russie.
Hotel de Brandebourg. walde.
Goldner Adler. Frau Majorin von Bünau aus Altenburg.
Großfürst Alexander. Königl. Seminar-Direltor Krüger aus Neu⸗ zelle.
— Ober
Rittergutsbesitzer von De witz aus Miltzow. Geh. Postrath von Pritzbuer aus Schwerin. Baron von Fürst aus Neustadt-Ebers
Metrorologische Geobachtungen.
——
E * . 1843. Morgens Nachmittags Abends Nach eiumaliger 2. Okt. 3 kBeohachtung. Luftdruck .... 33 l, 00 par. 334, 00 Par. 334, s Par. Quellwärme J Luftwüärme -... * 11,70 R. 4 12,39 R. 4 9, 27 R. Fluss wärme 8,47 R. 2. 9 * * 50 Thaupunkt ... * 1, R. 106,3 R. . 565 R. Rkoldenwäürme 10,6, K. Dunstsüttigun 93 pet. S7 pet. S3 pCt. Aus düus tuns O, 021, Rh. Wetter... regnig. renig. heiter. Niederschlag (0, 3863 Rh. J Sw. w. Worme wechsel 12, 9 n,, ws w. 6. 4 7,50 m.
PTagesmittel: 334,29 Par.. 4 11,17 R... 4 9, K
Königliche Schauspiele.
Mittwoch, 4. Okt. Der Sohn der Wildniß, romantisches Drama in 5 Abth.', von F. Halm.
Donnerstag, 5. Okt. burtstag. .
Freitag, 6. Okt. Fidelio. (Mad. Köster, geborene Fidelio, als letzte Gastrolle. Herr Mantius: Florestan.)
Zwischen dem ersten und zweiten Akt der Oper wird die Ouver— türe zur Oper: Lenore von Beethoven ausgeführt. In Potsdam: Minna von Barnhelm, oder: glück. Hierauf: Zwei Genre⸗Bilder. ö. ö
Rücksichtlich dieser Vorstellung wird an diesem Tage die letzte Eisenbahnfahrt von Potsdam nach Berlin Abends 10 Uhr stattsinden.
Die Schleichhändler. Hierauf: Der Ge—
Schlegel:
Das Soldaten⸗
Königsstädtisches Theater.
Mittwoch, 4. Okt. (Italienische Opern Vorstellung.) Zum ersten. male wiederholt in dieser Saison: lielisario. Opera in 3 Alti. Musica del Maestro Donizetti.
Donnerstag, 5. Okt. Der alte Junggeselle. Vorher: Die beiden Brigadiers. J e,, 7. Okt. Italienische Opern⸗-Vorstellung.) Zum
erstenmale: ¶ hiara di Rosenberg. Opera semiseria in 2 Alti.
Musica del Maestro 1 Ricci.
— —
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober Hofbuchdruckerei.
Beilage
M g.
599
Beilage zur Allgemeinen Preußi schen Zeitung.
Mittwoch den 4 ten Oktober.
ü
Inland.
Posen, 30. Sept. (P. 3 In dem Gre ß her os ben git sich eine bessere Kultur des Bodens immer mehr Bahn. ; 2. x eifert dem Gutsbesitzer nach, und lernt schon . ö. . 36. Hütung wirthschaften. Der Bau der Futterkränter begin 3 Rindviehstand wird vermehrt, man führt viel holsteiner r,. und schlesische und danziger Niederungskühe ein. . zt er größeren Städte fängt inan an, sich mehr ,,, legen, auch die Garten⸗Kultur wird bessen gepflegt, m . Verbesserungen des Grafen Lubienski durch , , . , bei Kröben, und die des Herrn von Czarnecki auf alwi ei Wie- lichowo, durch Entwässerung im Dbra⸗Bruch, sind ausgezeichnet. Auch die künstlichen Rieselwiesen breiten sich immer . reiche Torflager werden fleißig ausgebeutet und die Braunkohlen Lager auf den Roskower Gütern ebenfalls benutzt.
Liegnitz, 30. Sept. Die Königl. Regierung bringt es mit⸗ telst des heutigen Amtsblattes zur öffentlichen Kenntniß, daß das Königl. Ministerium des Innern mittelst Erlasses vom Ften d. M. dem Bildhauer und Stadtverordneten Ammendorf zu Lauban für seine menschenfreundliche Rettung des zweijährigen Sohnes des Stein setzer Moser daselbst, vom Ertrinken im Luecis, die Erinnerungs-Me daille für Rettung aus Gefahr verliehen hat.
Brieg, 28. Sept. Die Pfeiler unsexer neuen Oderbrücke sind nun fertig, und dies für unsere Stadt so ehrenvolle, bedeutende Werk! wurbe in seiner Hauptvollendung am 18. d. M. von der rech ten, am folgenden Tage von der linken. Oderseite mit Freudenschüssen begrüßt. — Das wohlthätige Schutzgesetz gegen den Nachdruck, mit dem Preußen schon 1837 den anderen deutschen Staaten voranging, enthält zur Zeit noch gar keine näheren Bestimmungen gegen den Nachdruck aus Journalen, wo namentlich die Novelle für eine Un⸗ zahl kleiner Blätter eine willkommene Beute bietet. Diese Mangel⸗ haftigkeit erzeugt bei manchen Journal Herausgebern, den Wahn, das Gesetz finde auf den Nachdruck einzelner Novellen keine Anwen⸗ dung, weil diese mit gewöhnlichen Zeitungs Artikeln, bei denen der Brauch der Redactionen eine gegenseitige Benutzung stattsinden läßt, in diefelbe Klasse zu bringen wären. Indeß ist vor Kurzem ein Fall gerichtlich entschieden worden, in welchem die entgegengesetzte Ansicht obsiegte. Wie es bis zum Erlasse näherer gesetzlicher Bestimmungen in solchen Fällen immer geschehen wird, mußte die Sache in ztatu Causa et controversiae der Sachverständigen-Kommission zu Berlin vorgelegt werden, auf deren Gutachten nun das Urtheil des betref fenden Ortsgerichts erfolgte. Da die Novelle gleich nach ihrem Erscheinen in' das nachdruckende Blatt übergegangen war, so wurde dem Verfasser nur die Hälfte des ihm von dem Original- Journale gezahlten Honorars als Entschädigung zuerkannt; und zwar aus dem Grunde, weil er bis zum vollendeten Umlaufe des Journals, der auf ein Jahr angenommen wird, nur ein bedingtes, d. h. zukünfti⸗ ges Eigénthumsrecht an seinem Produkte in Anspruch zu nehmen kat, während der Verleger das volle gegen den Nachdrucker geltend machen kann. Nach der landrechtlichen Bestimmung erhält ein Autor auch ohne Kontrakt bei jeder zweiten Auflage seines Werkes die Hälfte des ursprünglich empfangenen Honorars, und dieser Grund satz wurde bei der widerrechtlichen zweiten Auflage der Novelle als Entschädigungs-Norm aufgestellt. Uebrigens hat, der Herausgeber des nachdruckenden Blattes nun noch die Denunciation zu gewärtigen, wonach der Fiskus denselben mit wenigstens 50 Thalern Strafe in Anspruch nimmt. Denn nach §. 10 des Schutzgesetzes sind diese
Anss ⸗ fiskalischen Strafen von 50 bis 1000 Thalern bestimmt.
Düsseldorf, 29. Sept. (D. Z.). Mit der diesjährigen Ge⸗ neral-Verfammlung des landwirthschaftlichen Vereins für Rheinpreußen sst, wie auch in den früheren Jahren, eine Ausstellung landwirth⸗ schaftlicher Erzeugnisse und Geräthe verbunden; aber noch nie soll dieselbe so reichhaltig ausgefallen sein, als in diesem Jahre. Von allen Seiten treffen fast stündlich noch Gegenstände aller Art hier ein, und die ausgezeichnetsten Gärten der Nähe und Ferne senden die ausgewähltesten Früchte, Blumen, Gemüse und andere merkwür— dige Artikel dieser Art. Wir nennen hier nur die Königl. Gärten zu Düsseldorf, Engers, Köln und Benrath, die Herzoglich Aremberg⸗ schen Gärten zu Häberle und Anthienne, die fürstlichen Gärten zu Salm-Dyck und die hiesigen Privat⸗Gärten, der Herren Arnz und van Baerle. Man zählt unter anderen allein mehr als 200 ver⸗ schledene Arten Kartoffeln, gegen 800 verschiedene Georginen und eine zahllose Menge verschiedener Obstarten. Das Ganze macht in den freundlichen ünd großartigen Räumen des Gymnasiums einen höchst angenehmen Eindruck, und steht, zu hoffen, daß später auch dem größeren Publikum der Eintritt erösfnet werden wird.
Ausland.
Drutsche Bundesstaaten.
Bayern. München, 27. Sept. Eine Königliche Entschlie⸗ ßung d. d. Aschaffenburg 3. September, die Bewilligung von Tanz— musiken und Freinächten betreffend, sagt im Eingang: „Wir haben aus vielfachen Berichten und Anzeigen Unserer Kreis-Regierungen und der katholischen und protestantischen Kirchen⸗Behörden Unseres Reiches, so wie auch aus den in den Versammlungen der Stände des Reiches und der Landräthe laut gewordenen Klagen entnommen, wie die Ver⸗ vielfältigung der Tanz⸗-Unterhaltungen und Freinächte durch Beförde— rung der Unsittlichkeit, burch Nährung des Hanges zu Ausschweifun— gen, durch Anreiz zur Verschwendung und durch die Veranlassung der strafbarsten Exzesse, namentlich der blutigsten Raufhändel, den verderb⸗ lichsten Einfluß auf das Gemeinde- und Familienwohl ausübe, und die Grundlagen der öffentlichen Ordnung allmälig zu untergraben drohe. So wenig wir gemeint sind, Unseren Unterthanen den Genuß erlaubter Vergnügungen und unsträflicher Belustigungen in irgend einer Beziehung verkümmern zu lassen, so ist es Uns doch eine heilige Regentenpflicht, dem durch Zügellosigkeit und Mißbrauch bei den Tanzmusiken und Freinächten bereits erzeugten, und immer mehr sich verbreitenden schweren Uebel Einhalt zu thun.“ Hiernächst wird verfügt, an welchen Zeiten und Tagen Tanz — Unter⸗ haltungen Überhaupt gar, nicht, ferner in welcher Weise sie außer den geschlossenen Zeiten stattfinden dürfen, in der Re— gel nur bis zur Polizeistunde — in den Städten JI. KAlasse 11 Uhr, II. Klasse im Sommer 11, im Winter 10 Uhr, in den übrt⸗ gen Städten und Märkten 10 und 9 Uhr — ausnahmsweise 2 Stun⸗ den länger. Alle mit polizeilicher Bewilligung bestehenden Vereine für geselliges Vergnügen sind an die geschlossenen Zeiten gebunden.
Unter den Orten und Wirthen der Landgemeinden, Märkte und klei⸗
neren Städte ist besonders für die Kirchweihtage eine bestimmte Rei⸗
henfolge der Tanz-Bewilligungen einzuhalten. Uebertretung wird mit Geldbuße und zeitlicher oder gänzlicher Entziehung der Erlaubniß zum Musikhalten bestraft. Die Vorstände der Polizei⸗-Behörden sind für genaue Befolgung persönlich verantwortlich, und die höheren Behör⸗ den haben gegen Säumige sogleich mit Disziplinarstrafen einzuschrei ten. Die Pfarr-Aemter und kirchlichen Ober-Behörden werden eben⸗ falls alle ihnen zu Gebote stehenden Mittel anwenden, um durch Be festigung der Religion in den Gemüthern ihrer Anbefohlenen und durch Belehrung, Ermahnung und sittliche Besserung dieselben vor den Ge fahren und dem Verderben sittenloser Lustbarkeiten zu bewahren und von den Ausschweifungen fernzuhalten, deren Tummelplatz an vielen Orten die öffentlichen Tanzböden geworden sind.
Bamberg, 26. Sept. (Fr. Merk.) Die Direction der Nain-Dampfschifffahrt hat so eben mit dem Ingenieur Gache von Nantes, dem Erbauer des Main-Dampfbootes „Maximilian“, einen Vertrag auf Lieferung von noch 3 Dampfschiffen bis zum April und spätestens 1. Mai nächsten Jahres abgeschlossen, mit welchen der Dienst auf dem ganzen Ober-Main zwischen Würzburg und Bamberg hergestellt werden soll. Den unablässigen Bemühungen der Königl. Regierung ist es gelungen, die Beseitigung der bisherigen Haupt⸗ schwierigkeit der Schifffahrt, der Mühle und des gefährlichen Wehrs bei Kitzingen durch gütliches Einverständniß mit der Gemeinde allda, ohne Anwendung des Expropriatisns⸗Gesetzes, endlich zu bewirken, so daß diese schon im nächsten Frühjahr keine Hemmung mehr entgegen stellen wird.
—
Württemberg. Hall, im Sept. (Schw. M. Am 13. d. M. fand hier eine Vertheilung der Preise für Erzeugnisse des Gewerbefleißes statt. Einige Tage vorher waren diese Gegenstände in dem Sitzungszimmer des Gewerbevereins ausgestellt worden. Ein Schaugericht, bestehend aus Mitgliedern der Amts⸗Corporation, des Stadtraths und des Gewerbevereins, hatte über die Preiswürdigkeit entschieden. Die nöthigen Summen kamen theils von dem Gewerbe verein, von dem das Ganze ausgegangen war, theils von mehreren öffentlichen Kassen. 29
Besigheim, 22. Sept. (Schw. M.) Gestern hatte hier eine Versammlung von Landwirthen und Freunden der Landwirthschaft statt, welche mehrere hundert Personen zählte. Die Veranlassung zu y . Zusammenkunft waren Wünsche, die bei den landwirthschaftlichen Bezirksfesten der Umgegend laut geworden waren, und die dahin gin
gen, daß man nach zwei für die Landwirthschaft so erfahrungsreichen Jahrgängen in größerer Versammlung die gemachten Erfahrungen sich sollte mittheilen können. Die Versammlung, welche auf dem hiesigen Nathhause statthatte und aus Mitgliedern der Ober-Aemter Ludwigs⸗ ö Vaihingen, Maulbronn, Brackenheim, Heilbronn, Neckarsulm, Marbach und Besigheim bestaud, wurde in gedoppelter Weise erfreut, indem ihr nicht nur mehrere Modelle von wichtigen landwirthschaft⸗ lichen Werkzeuge aus dem Institut zu Hohenheim zur Anschauung zu— gekommen waren, sondern auch dadurch, daß Se. Excellenz der Herr General-Lieutenant von Röder in Ludwigsburg und von Seiten der Centralstelle des landwirthschaftlichen Vereines der Herr Präsident derselben und zwei Mitglieder, nämlich der Herr Direktor des Insti⸗ tutes in Hohenheim und Herr Hof-Domainenrath Ergenzinger von Stuttgart persönlich und thätig an den Verhandlungen theilgenommen haben. Am Schlusse der Verhandlungen drückten mehrere Bauern und Weingärtner für die ihnen gewordenen Belehrungen ihren Dank in einfacher Rede aus, und der Herr Präsident der Centralstelle gab die Versicherung, daß diese sich stets zum angenehmen Geschäfte ma— chen werde, ähnliche Versammlungen, so viel in ihrem Vermögen liege, fördern zu helfen, so wie überhaupt den Wünschen der landwirthschaft⸗ lichen Bezirks Vereine entgegen zu kommen und deren dankenswerthe Thätigkeit in jeder Weise zu unterstützen.
Starkenburg, im Sept. (Grh,. Hess. worden, wie verderblich die Sitten, namentlich der un⸗
Grh. Hessen. 3.) Es ist schon oft schmerzlich gefühlt allzu häufigen Tanzbelustigungen auf die reiferen Jugend auf dem Lande, wirken. Alles, was sie in die ge⸗ hörigen Schranken zurückzuweisen sucht, kann deshalb nur dankbar erkannt werden, und mit Theilnahme wurde darum eine Verordnung vernommen, welche, auf höhere Weisung, die Kreisräthe erließen. Da nämlich bisher der Fall vorgekommen, daß Wirthe, obgleich den⸗ selben die erforderliche Erlaubniß zum Halten einer Tanzmusik ver⸗ weigert worden war, dennoch in ihrem Wirthslokale die beabsichtigte Tanzmusik abhielten, in dem Glauben, es sei genug, wenn sie die darauf gesetzte Strafe bezahlten; so soll künftig jeder Wirth, wel⸗ cher, trotz der verweigerten Erlaubniß zur Abhaltung einer Tanzmusik, diese doch hält, nicht nur mit der in der Verordnung vom 21. März d. J., die Vollziehung des Gewerbesteuer⸗Gesetzes, insbesondere die besonderen Erlaubnißscheine in einzelnen bestimmten Fällen für In⸗ und Ausländer betreffend, angedrohten Strafe belegt, sondern auch außerdem wegen Zuwiderhandlung gegen das in der Verweigerung der Tanzkonzession liegende Verbot der Abhaltung der Tanzmusik eine zeitweise oder, nach Umständen, gänzliche Entziehung der Erlaubniß zum Wirthschaftsbetrieb gegen ihn verhängt werden.
Vöhl, im Sept. (Großh. Hess. 3.) Auf Veranlassung des Großherzogl. Kreisraths-Vikars, Herrn Zimmermann, ist in jeder Gemeinde des Bezirks Vöhl eine dem Bedürfnisse entsprechende An⸗ zahl rechtlicher Güterbesitzer zur Mithandhabung des Feldschutzes in Vorschlag gebracht worden und es hat deren Verpflichtung durch die Gerichts⸗-Behörde bereits stattgefunden. Diese Männer, so heißt es in der deshalb erlassenen Bekanntmachung, welche, indem sie sich der fraglichen Verpflichtung unterzogen, ihren Sinn für Verbesserung der Feld⸗-Polizei auf eine löbliche Weise zu erkennen gegeben, haben hier⸗ durch die Verbindlichkeit übernommen, alle von ihnen gelegenheitlich wahrgenommenen Frevel zur Anzeige zu bringen. Die Namen dieser Güterbesitzer sollen, insoweit es noch nicht geschehen, so wie deren Verpflichtung zu dem angegebenen Behufe in den Bürgermeistereien zur öffentlichen Kenntniß gebracht und dieselben in der Erfüllung 6 Pflichten jederzeit von den Bürgermeistern gehörig unterstützt werden. .
Aus dem Großherzogthum Hessen, 24. Sept. (Schw. Merk.) Die in diesem Jahre, mit Ausnahme der Residenz Darm⸗ stadt, blos regimenterweise abgehaltenen Herbst-⸗Manövers sind mit dem Ablaufe der vorigen Woche zu Offenbach beendigt worden, wo zu dem Behufe das te Infanterie Regiment zusammenberufen wor⸗ den war.
Grossbritanien und Irland.
Londan, 27. Sept. Die großen Handels- und Geld-In⸗ teressen der City) von London erfuhren durch das vorige Whig⸗Mini⸗ sterium, — wie die Whigs denn überhaupt den Handels- und Fabrikstand vertreten, — eine besondere Begünstigung, und Lord
Palmerston's eifrige Bemühungen, diesen Interessen durch einen Handels- Vertrag mit Spanien zu dienen, welchen er von dem durch ihn auf jede Weise geschützten Regenten Espartero zu erlangen hoffte, sind deshalb in der Cit) noch in zu gutem Andenken, um nicht eine besondere Theilnahme an dem Schicksale des nunmehr flüchtigen Re⸗ genten, der Person, an welche sich so schöne Hoffnungen knüpften, zu erregen. So ist es erklärlich, wie vor kurzem der Gemeinde⸗Rath eine schmeichelhafte Adresse an Espartero entwerfen, dieselbe an den „Regenten von Spanien“ richten und auf dem gestern im Mansion⸗ House vom Lord Mayor dem General Espartero zu Ehren veranstal⸗ teten Festmahle demselben überreichen konnte. Man trennt sich ungern von der einmal gefaßten Hoffnung, von Spanien einen vortheilhaften Handelstraktat zu erlangen und erwartet einen solchen von der noch keinen Augenblick, wie es die Morning Chroniele ausdrückt, be⸗ zweifelten Wiedereinsetzung Espartero's in die Regentschaft. Die gestrige Feier im Mansion-House hat deshalb ihre besondere Bedeu⸗ tung. Ehe man hier zu dem Mahle schritt, welches in der „Aegyp⸗ tischen Halle“ angeordnet war, hielt der Gemeinde⸗Rath eine außer⸗ ordentliche Sitzung, welche mit der Einführung und Vorstellung Espartero's durch den Lord-Mayor eröffnet wurde. Espartero war in Civil gekleidet, in Gala, und trug das Band und den Stern des Bath-Ordens, so wie die Decoration des goldenen Vließes. Nachdem der Lord-Mayor den Präsidentenstuhl eingenommen, las er die fol⸗ genden am J. September von den Alderman angenommenen Resolu⸗ tionen: „Der Gemeinde- Rath, welcher eine aufrichtige Theilnahme für die Unabhängigkeit und die Wohlfahrt des spanischen Volkes em⸗ pfindet, so wie es jetzt in Hinsicht kommerziellen und politischen Ver⸗ kehrs mit England in einem Zustande sich befand, der das Glück bei⸗ der Nationen begründen mußte, hat mit Betrübniß und Trauer die gewaltsame Entfernnng des Regenten von Spanien aus jenem Lande vernommen, da dasselbe unter seiner eifrigen und patriotischen Lei⸗
tung reißend schnelle Fortschritte auf dem Wege constitutio⸗ neller Regierung und gesunder innerer Politik machte. Der Gemeinde ⸗⸗Rath trägt das Verlangen, dem Regenten sein
aufrichtiges Beileid über die Vereitelung der weisen und menschen⸗ freundlichen Pläne desselben zur Begründung dauernden Glückes für Spanien zu bezeugen, so wie demselben seinen herzlichen Wunsch aus⸗ zudrücken, daß der Triumph jener Grundsätze, denen er so treu ge⸗ dient, von ewiger Dauer für das Land sein möchte, weil nur auf ihnen das Glück des Volkes, das einzige werthvolle Ziel einer guten Regierung, beruhe.“ Espartero sprach hierauf folgende Worte in spanischer Sprache, welche der Lord⸗Mayor der Versammlung inter⸗ pretirte: „Ich empfange mit Dank den Ausdruck der hochherzigen Gesinnungen und der Theilnahme, welche mir der Gemeinde⸗Rath be⸗ zeugt. Die Gefühle, welche die Corporation dieser großen Stadt ausdrückt, sind dieselben, welche mich durchdringen. Als ein Bürger, ein Soldat, als Regent von Spanien ist mein Streben stets dahin gerichtet gewesen, die Unabhängigkeit, die Freiheit und die Wohlfahrt meines Vaterlandes zu erhalten, so wie den constitutionellen Thron meiner Königin zu befestigen. Spanien, heute so unglücklich, wird eines Tages so glücklich sein, wie es zu sein verdient, und innig ver⸗ bunden mit England, seinem natürlichen Alliirten, und mit allen civi⸗ lisirten Nationen, wird es mit sein Theil an der allgemeinen Wohl⸗ fahrt des Menschengeschlechts beitragen.“ (Lauter Beifall. Die Sitzung wurde hiermit aufgehoben, worauf die Versammlung sich zu dem in der „ägyptischen Halle“ für 300 Personen angeordneten Mahle begab.
Nach Beendigung des Mahles brachte der Lord⸗Mayor einen mit lautem Beifallsrufen aufgenommenen Toast auf das Wohl Sr. Hoheit des Herzogs von Vitoria aus. Er begleitete denselben ungefähr mit folgenden Worten: / IIch fürchte, daß meine Unkenntniß Spaniens und der Thaten des Herzogs mich hindern werden, demselben volle Gerechtigkeit widerfahren zu lassen; indeß kann ich dies behaupten, daß General Espartero in unserem Lande so aufgenommen worden ist, wie alle Fremden und alle Männer die von ihrer Partei verlassen worden sind, jemals aufgenommen wurden. Und warum ist General Espartero von seinen Landsleuten verlassen worden? Weil er solche Grundsätze behauptete — solche constitutio⸗ nelle Grundsätze — welche Engländer und insbesondere die Corpora— tion dieser großen Stadt London bewundere und dafür selbst zu sterben bereit wären. (Beifall Eine Feindseligkeit gegen Espartero ist entstan⸗ den, weil er seine Abstammung von derselben Quelle, wie die meisten von uns, herleitet, nämlich von dem Volke. Espartero ist ein Sohn des Volks, von niederer Herkunft; er stammt nicht von der Aristokratie Spa⸗ niens und deshalb erhob sich ein feindseliger Geist, der ihn aus dem Lande trieb . . . . . General Espartero's Gesinnungen sind constitutionell, wie er in seiner ganzen Laufbahn es bewiesen hat. Hätte er gewollt, so wäre er noch in diesem Augenblicke Regent; aber es widerstrebte seiner Gesinnung, gegen die Constitution zu handeln, welche er zu beschützen geschworen hatte. (Bei⸗ fall. Er war überzeugt, daß diese Constitution seinen Landsleuten zum Heile und seinem Vaterlande zum Ruhme gereichte. Er war bemüht, Spa⸗ nien zu der hohen Stellung zu erheben, welche es in früheren Tagen be⸗ hauptet hatte; aber während dieser Bemühungen wurde er einer Partei nach- theilig, die seine Macht zu zerstören suchte und in gewissem Grade auch reussirte. Es ist von Einigen behauptet worden, daß das spanische Volk den General Esparteio los sein wollte, weil er gegen England zu große Vorliebe gezeigt habe. Aber dies war nicht der Fall, denn er begünstigte unser Land nicht mehr als die übrigen. Er war bemüht, einen Handel herzustellen — einen wechselseitigen Han⸗ del, nicht allein mit uns, sondern auch mit Frankreich und überhaupt mit jedem Lande Europa's. En wünschte, daß die Erzeugnisse Spaniens, dessen Früchte, Weine und Erze, ausgeführt und dagegen unsere Fabrikate eingeführt wer⸗ den möchten. Das regte die Vorurtheile gegen ihn auf, und es ist nicht zu verwundern, wenn man bedenkt, daß selbst in unserem Hause der Ge meinen die Frage des freien Handels Animositäten veranlaßt. (Hört hört.) Seine Hoheit war bemüht, Freiheit des Handels in Spanien einzuführen und die Lage seines Vaterlandes zu verbessern, und ich bin überzeugt, daß die Zeit kommen wird, da Spanien den Verlust eines solchen Mannes und Generals beklagen wird und den Sieg der Grundsätze Espartero's gern sehen möchte.“
(Espartero erhob sich darauf unter den lautesten Ausdrücken des Beifalls und sprach mit vielem Ausdrucke und Feuer Folgendes:
„Molord Mavor und Gentlemen, — die edelmüthige und gastliche Auf⸗ nahme, welche ich von Seiten des britischen Volkes, seiner Königin und seiner Regierung erfahren habe, wird mir ewig eine Quelle der dankbarsten Erinnerung sein. Die britische Nation, das hochherzige, freie britische Volk hat völlig verstanden, welche Gefühle den Handlungen desjenigen zum Grunde lagen, welcher jetzt die Ehre hat, zu Ihnen zu sprechen, und der nach Er- richtung der constitutionellen Fahne in seinem Lande dieselbe siegreich, bis die Feinde der Freiheit verschwunden waren, geführt hat. ö den National -Willen feierlich zum Regenten Spaniens erwählt, war ich entschlossen, das Königreich, mit dem Gesetze in der Hand, zu regieren, das Gesetz zu schützen und keinem zu gestatten, es zu übersch Die Feinde der Freiheit und Unabhängigkeit meines Vaterlandes un constitutionellen Thrones meiner Königin haben den Grund f . mentanen Triumph in jener Achtung zu suchen, welche Fundamental⸗Gesetze des Staates . te. Aber ich niemals den Weg, welchen ich eingeschlagen überzeugt, daß es der einzige ist, welchen ein 7 26 ö an m. enn die
mmte Zeit herbeigekommen se de, .
legitime und constitutionelle rität auszum an der Spitze eines blühenden und großen