ea, ,, e, , , , .
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e ein elektrischer Funke auf ihre Hoffnungen gewirkt und e * . Von den esparteristischen Offizieren, welche vereinzelt über, die Gränze nach Portugal herüberka⸗
aber Viele in einer wahrhaft bedauerungswürdigen Lage Aller Hülfsmittel entbehrend, selbst am Nöthigsten Mangel feidend, ohne Kleidung, ohne Schuhe, schleppten sie sich, mehr Ge⸗ spenstern als Menschen gleichend, das schauderhafteste Bild des Elendes daher, bis sie endlich an Orten anlangten, wo Garnisonen befinden, deren Kommandanten dann thaten, was die Pflicht der Menschlichkeit gebot und die ihnen zu Gebote stehenden Mittel er⸗ saubten. General Linage, der nach den uns zugekommenen madrider Blättern in Gibraltar sich befinden sollte, verweilt im Gegentheile noch hier und scheint noch immer an den Nachwehen des Pferdeschlages zu leiden, den er bei dem Ausmarsche Espartero's aus Ma⸗ drid, also vor einem Vierteljahre schon, erhalten hatte, Man will wissen, er unterhalte eine eifrige Korrespondenz sowohl mit seinen in Spanien zurückgebliebenen Freunden, als mit dem Herzoge von Vitoria zu London. Bestimmtes darüber läßt sich natürlich nicht an⸗ geben, doch zweifelt hier Niemand, daß im Falle eines neuen Um— schwunges der Dinge in Spanien Linage sowohl als die anderen be⸗ deutenden Männer derselben Partei schnell wieder auf dem Schauplatze selbst erscheinen würden, um selbst thätig aufzutreten. ;
Nachschrift. Nach einer mir eben zugehenden Nachricht hätte Zurbano von Porto aus seine Unterwerfung an die provisorische Re gierung nach Madrid geschickt und wartet hier nur die Antwort ab, um nach dem Aufenthaltsorte in Spanien sich zu begeben, den man ihm anweisen würde.
men, sind gewesen.
Griechenland.
Athen, 17. Sept. Der Griechische Beobachter, ein der Bewegungspartei angehöriges Blatt, hatte sich zuerst beeilt, den ausführlichsten Bericht über die Ereignisse des 15ten zu geben. Das offizielle Blatt, der Griechische Courier, theilt nun dieselben faktischen Nachrichten mit, und spricht sich darüber folgendermaßen aus: . .
„Ein großes Ereigniß hat in der Hauptstadt des Königreichs stattge funden. Die Schranken, welche den Thron und das Volk von einander trennten, sind in Folge einer friedlichen llebereinkunst gefallen, die zwischen dem Könige und seinem Volke stattgefunden hat.
Bewegt von dem einmüthigen Gefühl des Patriotismus und der An— hänglichkeit an das Königthum, haben der Staatsrath, die Bevölkerung und die Garnison von Athen sich vereinigt, um zu den Füßen des Thrones das Verlangen des ganzen Landes niederzulegen.
Die peinlichen Verhältnisse, welche ein Hinderniß des National-Fort⸗ schritts waren und der Entwickelung der öffentlichen Wohlfahrt schadeten, hatten deutlich das Mittel angegeben, welches den gefährdeten Interessen zusagte; die Schritte, welche die Einwohner und die Armee thaten, hatten daher keinen anderen Zweck, als um die Anwendung dieses Mittels ehrer bietigst zu bitten.
Der Staats-Rath, von demselben Gefühl wie die Einwohner und das Militair beseelt, hat es über sich genommen, der Dolmetscher bei Sr. Ma— jestät zu sein, und durch die Vermittlung dieser Körperschaft ist der Wunsch des Landes dem Oberhaupte des Staates lundgemacht worden. ;
Dieser allgemeine und einstimmige Wunsch beschränkte sich auf das Gesuch, eine National-Versammlung zu berufen und diejenigen Fremden aus dem öffentlichen Dienste zu entfernen, welche erst nach der Wiederher— stellung des Friedens in das Land gekommen sind.
Als Se. Majestät der König diese Bitte des Volkes durch eine Kom— mission des Staats-Rathes erfahren hatte, stand er nicht an, den Natio— nalwunsch zu erfüllen, und erließ die nachfolgenden Verordnungen, welche edis i, rä ff⸗ welche aurden .
(Hier folgen die bereits bekannten Verordnungen, bezüglich, M de Ernennung eines Ministeriums, auf die Zusammenberufung den Nationgl⸗ Versammlung und auf die Verabschiedung der Fremden, die nach dem Frie den nach Griechenland gekommen sind.) .
. Die Bewegung, die so eben vorgegangen ist, und von deren
Folgen nunmehr das Schicksal des Staates abhängt, hat in wenig Stun— den und ohne alle Unordnung stattgefunden. Das Land hat sich bei dieser feierlichen Gelegenheit neue Ansprüche auf die Achtung aller eivilisirten Nationen erworben. J
An dem denkwürdigen Tage des 15. September ist kein öffentliches oder Privat- Interesse in der geringsten Gefahr gewesen. Während eine ernste Demonstration stattfand, wachte man zugleich mit der größten Sorg⸗ falt über die Aufrechlerhaltung der Ruhe in der Hauptstadt. Dank der Wachsamkeit der Anführer, welche Volk und Armee bei dieser Gelegenheit sich erwählt hatten, ist das große Nesultat, von dem wir sprechen, ohne die geringste Erschütterung erlangt worden. Der König hat bei diesem Anlaß dem Obersten Kalergi, der die Truppen befehligte, und Herrn Makrijani, Präsidenten des Stadt-Raths, der sich während der Ereignisse an der Spitze des Volkes befand, seine hohe Zufriedenheit ausgedrückt. .. ..
Die mit Griechenland befreundeten und verbündeten Mächte haben
.
schon lange unablässig den glücklichen Augenblick herbeigewünscht, der das Land für immer in die glückliche Lage versetzen möchte, welche alle groß= müthigen Vertheidiger seiner Unabhängigkeit einst für dasselbe erstrebten. Dieser Zeitpunkt ist endlich gekommen, und er hat unter den Auspizien der Ordnung und der Mäßigung begonnen.“
Eisenbahnen.
Stettin, 2. Okt. Aus sicherer Quelle erfahren wir, daß die hiesige Königliche Regierung das zum Bau der Stettin⸗ Stargarder Eisenbahn erforderliche Forst⸗- Terrain überwiesen hat und das in der Bahnlinie vorhandene Holz forträumen läßt. .
Auch ein großer Theil der übrigen Grundbesitzer, deren Eigen thum von der Bahnlinie berührt wird, hat den erforderlichen Grund und Boden zur Bau⸗Ausführung überwiesen, und ist das Direkto⸗ rium der Gesellschaft dadurch in den Stand gesetzt, mit dem Bau der Bahn vorzugehen, wozu die nöthigen Einleitungen auch bereits getroffen sind.
Weimar, 29. Sept. Ueber den an unserer Stadt zum Vor— übergang bestimmten thüringsch⸗-sächsischen Eisenbahnbau verlautet noch immer nichts Sicheres; bie Angelegenheit scheint auf neue Shwierigkeiten gestoßen zu sein und sich deshalb aufs Neue in die Länge zi Ziehen. Die Geodäten, Geometer und Architekten des Rundes sind aber dennoch unter Leitung des Königl. preußischen Bau— Inspekters Henz mit dem Rivellement und mit Abstechung der Bahn— linien thätig beschäftigt. Das frühere Anlageprojekt scheint aber, wie man bemerkt, einer großen Aenderung unterworfen worden zu sein.
London. Bei uns ist kürzlich eine lusbi ,. zlich eine Schule zur Ausbildung von Conducteurs für die t el beige ens Jeder .
ling muß in dieser Schule zwei Jahre lang, Maschi ; f bauen oder wenigstens dem Bau dere len . . ferner über die Theorie der Dampf⸗Anwendung Unterricht nehmen
und seine erlangten Kenntnisse praktisch üben, namentli
er mehrere Monate lang er e lb, e, nnen fe. eines geschickten Conducteurs, führe. Erst, wenn er hinreichende . weise von Sachkenntniß, Erfahrung und Geistesgegenwart abgelegt hat, und wenn er gezeigt hat, daß er einen nicht gar zu bedenf d Schaden an der Maschine sogleich auszubessern im Stande ist, erhält er ein Attestat, womit er sich bei jeder Compagnie um AÄnstellung
melden kann.
Brüssel, 30. Sept. Die zur vollständigen Eisenbahn⸗Verbindung zwischen Köln und Ostende noch fehlende Strecke zwischen Aachen und
604
Verviers soll bekanntlich am 15. Oktober eröffnet werden, und es sollen dann zur Einweihung der ganzen rheinisch⸗belgischen Bahn große Festlich⸗ keiten zu Antwerpen, Lüttich und Köln stattsinden, wovon die hiesigen Blät⸗ ter bereits vorläufige Anzeigen enthalten. Am 13. Oktober werden diese Feste zu Antwerpen mit einem glänzenden Bankett und Ball beginnen; venetianische Spiele werden auf der Schelde veranstalter und Abends ein Feuerwerk abgebrannt werden. Am 14ten wird sich ein zahlreicher Zug nach Lüttich begeben und dort der Einweihnng der neuen Brücke de la Boverie beiwohnen, worauf daselbst im Foyer des Schauspielhauses ein Bankett und Abends im Kasino ein Ball statt. finden soll. Die Kosten dieser Feste werden von der Brücken- und Kasino⸗Gesellschaft getragen, welche letztere dazu von der Regierung einen Beitrag von 1000 Fr. erhalten hat. Am 13ten wird dann die Stadt Köln große Festlichkeiten zur Feier der Verbindung des Rheins und der Schelde veranstalten, und den Beschluß wird am l6ten, wie verlautet, die Rheinische Dampfschifffahrts⸗Gesellschaft mit einem am Siebengebirge auf ihren Schiffen vorbereiteten Fest machen.
gandels- und Bärsen - Nachrichten.
Berlin, 2 — 3. Oft. Alter weißer schles. Weizen s / 0 Psod— 54 Rthlr. p. Wspl., gelb. schles. 2 Nthlr. pr. Wspl, poln. weißer 5 bis
55 Rthlr. p. Wspl., hochbunter 52 — 54 Rthlr. p. Wspl. zu bedingen, neuer schles. weißer 2 50 Rthlr. p. Wspl., gelber 49 a2 48 Rthlr. p. Wspl. olse⸗ rirt ohne Nehmer. — Mährlischer gelber Weizen L8 Pfd. 46 Rthlr. p. Wspl. bezahlt; 47 à 48 Rthlr. p. Wspl. gefordert. — Roggen vom Boden, sür alte schwere Waare 85 — 7 Pfd. ist 44 a 42 Nthlr. p. Wspl. bezahlt; 82 a 83 Pfd. aus dem Kahn 37 a2 38 Nihlr. p. Wspl. zu bedingen. — Auf
Lieferung p. Okt. 37 Rthlr. Brf. 37 Rthlr. bezahlt u. Geld; p. Frühjahr k. J. 337 RNthlr. Geld; Mai / Juni a 335 Rthlr. p. Wspl. Käufer.
Hafer auf Lieferung etwas mehr Frage und p. Okt. 17 Nthlr. p. Wspl. für 50 Pfd. zu machen; p. Frühjahr fest auf 17 Nthlr. p. Wspl. gehalten; loco bedingt 165 a 19 Rthlr. p. Wspl. nach Qualität. — Winter⸗ Raps 74 a 75 Rthlr. p. Wspl. zu machen; Winter-Rübsen 72 Nthlr. p. Wspl.; Winter-Raps und Rübsen 73 Rthlr. p. Wspl. zuletzt be zahlt. — Rüböl loco flau und a 115 bis 1112 Rthlr. p. CEtr. verkauft; 11 Rihlr. p. Ctr. blieb Geld; p. Okt. 16 Rthlr. p. Ctr. Geld; p. Nov. / Dez. 114 Nthlr. p. Ctr. bezahlt und Brief; p. Frühjahr 11 Rthlr. p. Ctr. zu machen. — Leinöl auch flauer und a 105 Rthlr. p. Cir. käuf lich. — Mohnöla 16 Rthlr. p. Ctr. gefragt. Spiritus loco 15 Rthlr. auf
Lieferung bis April f. J. 141 Nthlr. für 10800 P bezahlt und Käufer.
75 *
e — 9 ss hiesigen Speich. Königsberg. Im Monat September ist auf den, hiesigen SprichWrn ⸗ 9 (. * 8 3 58 L. 45 S., durch vereidete Messer aufgemessen: a) vom Inlande: Weizen 158 .
Roggen 144 L. 41 S., Gerste 23 L. 36 S., Hafer 43 8. 19 8. . 20 L. 35 S., zusammen 391 L. 17 S.; b) vom Auslande: Wetzen 266 Roggen 10602 L. 8 S., Gerste 41 L. X S., Hafer 11. . ö 14 L. 8 S., zusammen 1489 L. 43 S.; und ahgem; . 1 .
Inlande: Roggen 17 L. 109 Se, Gerste 16 L. 36 S* ö ö zusammen 44 X. 40 S.; b) secwärts: Weizen 1727 L. 56 S., Roggen
6 S., Erbsen 125 L.
Hafer 183 s auf⸗
* . 4 30. * * 1 479 L. 44 S., Gerste 482 L. 23 S., , 9 1 ; sind also im Ganzen 1881 L.
7 S., zusammen 3998 L. 14 S. Es gemessen und 4042 L. 54 S. abgemessen. .
Stettin, 29. Sept. (B. N. d. S) . Getraide;, Von Beizen ist seit Freitag nur eine kleine Partie 129, 130 Pfd. vorigsähr, ö,, 32 Rthlr. gekauft worden. Die, seitdem eingetrossene bessere engl. . den hiesigen Inhabern von vorigjcihr. Waizen, . geringen Vorrgth davon, vermehrte Festigkeit verliehen zu haben. Man verlangt . dergleichen gelben 51 Rthlr., weißen sß 3 57 Rthlr., bunten voln, 51 52 Mehsr, Kozu aber keine Liebhaber, die selbst zu 4 a 2 Rthlr. billigeren eifers fchwerlich etwas Erhebliches nehmen würden. Neuer Weizen ist dagegen an unserem Landmarkt eher billiger als theurer. Roggen in loco fortwährend ohne Kauflust und nominell 355 a 37 Rthlr. Auf Lief. pro Sept. / Oktbr. ist zuletzt 26 Rthlr. bezahlt, wozu noch anzukommen, pro Frühjahr nichts gemacht und 33 Rthlr. zu notiren. Gerste, neue Oderbruch ist neuerdings zu 23 Rthlr. gekauft, dazu aber schwer mehr anzubringen. Für neue große vorpomm. bleibt noch 27 Rthlr. gesordert. Von 48/49 7d. pro Schfl. Oderbruchhafer in loco ist bei kleinen Partieen zu 16 Rihlr. zu haben. Erbsen, wie am Freitag gemeldet.
Landmarkt vom 30. Sept.:
Weizen. Roggen. Gerste. Haser. Erbsen. Infuhren. . 24 16 2 4 2 Wspl. ,, 44 3 24 à 26 16 à 20 34 3 36 Rthlr.
Für Winter-Rapps und Rübsen guter Qualität 72 Nthlr. gefordert, 70 Rthlr. schwerlich zu machen.
Spiritus aus erster Hand zur Stelle 24 5h. Die Frage ist verhältniß— mäßig stärker, als die Zufuhr, und würde augenblicklich auch wohl zu 233 — * 56 zu verkaufen sein. Auf Lieferung in den Wintermonaten soll neuerdings zu 25 9 geschlossen sein.
Rüböl matter, in loco und pro Oktober 10 Rthlr. geboten, pro Frühjahr 117 Rthlr. Briefe. ;
Südsee-Thran ist auf Lieferung von Amerika 97 Rthlr. bezahlt, auf 99 Nthlr. ferner festgehalten.
Breslau, 1. Olt. Die Leblosigkeit im Produkten⸗Geschäst hat in der verflossenen Woche eher zu⸗ als abgenommen. — Unser Getraidemarlt blieb schwach versorgt; die Weizen-Zufuhren waren schlechter Qualität, meist nur zum Brennen tauglich; man bezahlte dafür 109 3 45 Sgr., für bessere Sorten gelben Weizen 47 à 50 Sgr. für den Schff,, weißer Weizen fehlte gänzlich: 50 — 51 Sgr. sind nominelle Notirungen. Samen-Weizen, alter wie neuer, wurde mit 60— 70 Sgr. pro Scheffel bezahlt.
Die Preise der übrigen Getraidearten hielten sich auf ihren früheren Standpunkten: Roggen auf 36 —10 Sgr., Gerste auf 25— 29 Sgr., Hafer auf 16 - 17 Sgr. pro Scheffel. . Für Oclsaaken erhielt sich eine günstige Stimmung, doch wollten die Oelschläger, unsere einzigen Käufer, nicht über 90 — 91 Sgr, für Winter— Raps anlegen, während Inhaber 1 — 3 Sgr. pro Scheffel mehr verlangten. Die Umsätze waren nicht von Belang; auch von Rübsen wurde nur wenig angetragen. .
Ruͤböl blieb angenehm; für rohes loss und pro Herbst⸗Lieferung sind 12 — 1215 Rthlr. pro Ctr. bezahlt; jetzt hält man auf 125 Rthlr. pro Ct.
Für kothen Kleesaamen zeigte sich durchaus keine Frage; Inhaber hal ten fest auf die letztbezahlten Preise von 1135 — 144 Nthlr. pro Etr. und drängen sich nicht zum Verkauf.
über
Briefe, 10) Rihlr.
Mit weißem Kleesaamen war es ange nehmer, doch kamen wegen Mangel an Waare feine Umnisätze zu Stande. Für Spiritus in 10cé0 mußten Benöthigte 753 Rthlr. pro Eimer bezah⸗ len; auf Lieferung von neuer Aerndte wird 63 Rthlr. gefordert, mehr als 6 Rthlr. ist aber nicht zu machen. . ; In Rapskuchen wurde Einiges mit 31 Sgr. pro Ctr. Mit Zink bleibt es still; die Notirungen von O35 — * Rthlr. Cosel erhalten sich nominellll..— k , Zum Wollmarkte treffen doch nicht so viele ausländische Käufer ein, als man erwartet hatte. Die Engländer, welche größtentheils kommen wollten, bleiben ganz aus. Dagegen sind von Polen und Galizien schon bedegtende Quantitäten Wolle eingetroffen, schlesische Wollen sind meist schon früher verkauft und kommt davon wenig zu Markte. Gestern wur⸗ den schon circa 500 Ctr. im Werthe von 40 50 Rthlr. pro Ctr. verkauft. Magdeburg, 2. Ott. Höchster und niedrigster Getraide⸗Matrft— breis pro Wispel. , gd 475 — 456 Rihlr. Gerste: 28 — 27 Rthlr. Roggen: 441 — 38 » Hafer: 17 — 16 *
St. Petersburg, 26. Sept. Waaren-Umsatz seit dem letzten Bör— senbericht: Gekaust: Von gelbem Lichttalg; 1äste Sorte, 1500 Fässer zu zi R. baar in loco, 109,000 Pud zu 31! R. pro Juni und 75090 Pud zu 305, R. pro August, beides in 1844 und mit 25 R. Handgeld, alles per Berk. — Hanföl 360 Fässer zu 2 R. per Pud, pro Juni und Juli in 1844, mit 3 R. Handgeld.
Riga, 16. / 28. Sept. Leinsamen, welche bis gestern Abend circa
gehandelt. Rthlr. loco, 6
(B. N. d. O.) Die vermehrte Zufuhr von 15 Mille Tonnen betrug, hat die
Preise wieder etwas gedrückt, so daß man beste Qualität heute zu 5 SRo. kaufen kann. Mittlere und geringe Wagre ist mit 55 SRo. bezahlt.
Cours 353 ß. 3 Mt.
Paris, 29. Sept. Die Börse war auch heute noch sehr bewegt; es wurden anfangs große Anstrengungen gemacht, die Course wieder zu be— festigen, aber vergebens. Doch scheint diese Bewegung hauptsãächlich daher zu rühren, daß die Liquidation nahe bevorsteht. Von den spanischen An⸗ gelegenheiten war heute fast gar keine Nede. Die 3proc. Nente, die gestern zu 81. 55 geschlossen hatte, wurde heute zuerst 8. 60 und si. 790 notät, fiel aber dann wieder auf 81. 35 und hielt sich zuletzt auf 81. 409. Die Fproc. Rente, die gestern 120. 60 stand, begann heute mit demselben Cours, ging sodann auf si. 35 herunter und schloß zu 120. 45.
Ans wärtige Börsen.
Amsterdam, 30. Sept. Niederl. wirkl. Seh. 535. 59h da. 991.
CCauz- Bill. -=. 5 96 Span. 1718. 396 d. 26. Eass.— Ausz. — insl. — PFreuss. Prüm. Sch. — Pol. — . Oesterr. 109. 455 Russ. Hope 902. Antwerpen, 29. Sept. Ziusl. — Neue Anl. 174 6. lam burg, 2. Okt. Bauk- Actien 1670 Br. Engl. Russ. 1131. London, 29 Sept. Cous. 395 g5. hnels. 105. Neue zul. 1935. Ha- sive 15. Ausg. Sch. 11. 21 9h Holl. 3. 59h 101. 595 Port. 70. 2 790 12.
Eugl. Russ. 115. Bras. 757. Chili 1901. Columl;. 25]. Mex. 34. Peru 21. Paris, 29. Sept. 5 Ih Rente sin eour. 120. 45. 395 Rente ßiu cour. 81. 40.
— 0 , 56 8 . 27 ö . 595 Neapl. au compt. 107. 25. 59h Span. Rente 2. Pass. ö
32 20 238 ; 91 beter sburg, 26. Sept. Loud. 3 Met. 38 . „ HAamb. 35. Paris 409 Wien, 29. Sept. hoh n, . 1659 196 . =. 399 16. Han Actien 1640. Anl. de 1893 1452. de 18239 11 1 5.
Angekommene Fremde.
Hotel de Nome. Ihre Durchlaucht die Prinzessin Biron von Kurland aus Wartenberg. Gräfin von Lazarefs, aus St. Peters burg. Baron und Baronin Helldorf aus St. Ulrich. Baron von
Spi — z Dallentin.
Spiegel aus Posen. Rittergutsbesitzer von Gla] en g aus llentin Hotel du Nord. General-Lieutenant Ihr, von Xmoschte 4us Stettin. British Hotel. General a. D. von Bojansow s] y uk Jamilie aus
Adamsdorf. Nittergutsbesitzer von Zachow aus Strehlitz. Parlaments
Mitalied O'Brien aus London.
R , . . . Oberst Lient. und Brigadier von We de r nebst Gemahlin aus Stettin. Baron von Egloffstein aus Rathenow. Professor und Geheimerath Sachs aus Königsberg. . 4
Hotel de Prusse. Reichsgraf von S chm eto w, Oberst-Licutenant a. D.
h und Nittergutsbesitzer, nebst Gemahlin und Reichsgraf von Schmetow, Stud. d0ëconomiae, aus Brauschitzdorff in Schlesien. Seidler, Dr. med., nebst Gemahlin, aus Neu⸗Ruppin. Graf von Zedlitz-Trützschler, Königl. Landrath, aus Freienwalde. von Merernick, Rittmeister und Divistons-Adjutant, nebst Familie, aus Düsseldorf.
König von Portugal. Kaufleute Garrigues, Schultz und Lange aus Hamburg, Tischbein aus Magdeburg, Engelmann und Töpffer aus Stettin. Particulier Borchmann aus Hamburg. Gutsbesitzer Kreusler aus Eichenbach, von Wierciensti und Gutsbesitzerin
Oekonom Make aus Danzig.
Major des 6ten Ulanen⸗Ree
von Stryk aus Warscha Ober⸗Amtmann Hornickel
—
Neschke, nebst Tochter, aus Warschau.
Nentier Peterwein aus Braunschweig.
von Sellier aus Lippstadt. Beamter Konditor Corten aus Sils i. d. Schweiz. aus Gr. Weissand.
Kaiser son Rußland. Die Rittergutsbesitzer von Ramin aus D afer bei Stettin, Hemmerling aus Weißenfels und Baron von Zimar aus Schimmelbach. Particulier Baron von Dumnom. Die Gutsbe sitzer Nigolaisen nebst Gemahlin aus Warschau und Warbatus nebst Gemahlin aus Goalumare in Ungarn. Franz Warbatus, jur,, aus Wien. Amtsrath Meisk au aus Kalkesreuth. Kaufleute Loh
M., Goldschmidt aus Breslau und Nerr aus
aus Frankfurt a. Magdeburg.
Stadt London. Lieutenant im Garde⸗Husaren Regiment von Putt kammer aus Potsdam. Lieutenant im Sten Kürassier⸗Regiment So Plüskow aus Mühlhausen. Frau Hauptmann Kaiser, N itsbe
Bleichereibesitzer Klos aus Chemnitz. tudent
sitzerin, aus Neuguth. Kaiser aus Halle. Ockonomie-⸗Inspektor Rolla aus Bromberg.
Hotel de Saxe. Frau Konsistorialräthin Dütschke, nebst Familie, aus Posen. Rittergutsbesitzer von der Hagen aus Buchholz. Kaufleute Sewydell, nebst Gemahlin, aus Warschau, Borowski aus Danzig und Wittkowski aus Posen. Prediger Münchhoff aus Gerstleben bei Magdeburg. .
Hotel de l' Surope. Gräfin von Bülow, nebst Kindern, aus Cum merow in Pommern. Partikulier J. Reinhardt aus Königsberg in Preußen. Kaufmann A. Kreutz mach aus Groß-Glogau.
Hotel de Russie. Frau von Latinovits, aus Wien. nin Urkuüll, aus Reval.
Hotel de Petersbonrg. derstein, nebst Tochter, aus Petersburg. Stettin.
Hotel de lie, aus Riga. Strelitz. .
Meinhardt's Hotel. Frau Generalin aus Danzig. General-Superintendent Sartorius
Kronprinz. Baron Favrat und Jacquier de Bernay, liers, aus Trier.
Metrorologische
Frau Baro⸗
Kammerjunker und Kollegienrath von He— Justizrath Nernst aus
Brandebourg. Baron von Foelkersahm, nebst Fami Fräuleins von Vogelsang und von. Brog aus von Kamke, nebst Tochter, aus Königsberg.
Particu
. 29932 Beobachtungen.
1843. Morgens Nachmittags Abeuds Nach einmaliger 3. Okt. 6 Uhr. ö 10 Uhr. Heobachtuntz.
Luft.lruck .... 335,20 Far. 336,51“ Par. 336, 75 Far. GRuellwärne ö
i 4 19 1 6,77 R. Eluss wärme S, s? R. Luftwärme ... 8,1 R. C111 R. 1 , J Thaupunkt ... 4 5, 8? N. 4 5 n. 5,1 R. Bodenwärme 10 . R. Dunstsittizungß. S3 pet. 62 pCt. S9 pCt. Aus düins tu nt 9, 023 Kn. Wetter.... heiter. malbheiter. halhheiter. Niedersehlag G, 011 nit, Wind... WV W. W. Wärme e chsel * 12,0
w. v — 4 7, 19 R.
Walk enzutg. . ‚. LTagesmittel: 336, 15 Par. .. * 8.3 R... 4 5, 4 R... Königliche Schauspiele. Donnerstag, 5. Okt. Die Schleichhändler, Posseuspiel in 4 Abthe, von E. Raupach. Hierauf: Der Geburtstag, Divertissement in Auf⸗ zug, von Hoguet, Musik von C. Blum. (Herr und Mad. Taglioni werden hierin wieder auftreten.) . ö Freitag, 6. Okt. Fidelio. (Mad. Köster, geborene Schlegel: Fidelio, als letzte Gastrolle. Herr, Mantius: Jlorestan,) . Zwischen dem ersten und zweiten Akt der per wird die Onver zur Bper: Lenore von Beethoven ausgeführt. In Potsdam: Minna von Barnhelm, oder: as Hlerauf: Zwei Genre-Bilder. ö. . Ricksichtlich dieser Vorstellung wird aun die sem Tage die. letzte Eisenbahnfahrt von Potsdam nach Berlin Abends 10 Uhr stattsinden. Sonnabend, 7. Okt. Torquato Tasso. a ,, Rönigsstädtisches Theater. Donnerstag, 5. Ott. Der Mie Inger, Aufzügen, von R. Hahn. . Die beiden Brigadiers. spiel in 2 Aufzügen, von B. A. Hermann. Freitag, 6. Okt. Freien nach Vorschrift. Si über? 294 k 7. Okt. Italienische Opern-Vorstellung. ) Zum erstenmale: Chiara di Rosemhberg. Opera semiseria in 2 Atti. Musica del Maestro L. Ricci.
18 pt. W.
türe . Soldaten
glück.
Posse in 2 Lust⸗
Hierauf: Wie denken
—
— ** * J . Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober Hofbuchdruckerei.
Beilage
Das Abonnement beträgt: 2 Rthlr. für Jahr.
4 RKthlr. Jahr. 8 Üthlr. — 1 Jahr.
in allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung.
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Kaum einer Zeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr.
Preuß
Allgemeine
ische Zeitu
Alle Post-Anstalten des An- und Auslandes nehmen Gestellung auf dieses glatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuss. Zeitung: Friedrichsstrasse Ur. 72.
98.
8.
. 1
Durchreise Sr. Majestät des Königs. — Branden Hoheiten des Prinzen von Preußen — Potsdam. Jahresfeier des Ansprache des Ministers Eichhorn Einführung der Land—
Amtiicher Theil.
Inland. Kyritz, 3
—brurg. Durchreise Ihrer Königl. und der Prinzen Karl und Albrecht. Enthaltsamkeits-Vereins. — Bonn. an das corpus academicum. — Münster. gemeinde⸗Ordnung.
Deutsche Bundesstaaten. Besuch
Bavern. Aschaffenburg.
des Herzogs von Cambridge. — München. Hof⸗-Nachrichten. — Han nover. Lüneburg. UNuͤruhige Auftritie im Lager. — Kriegs- Uebun gen. — Baden. Karlsruhe. Die von Habersche Angelegenheit. — Holstein. Altona. Akten⸗Versendung an Spruch-Kollegien. — Freie Städte. Hamburg. Ankunft des Herzogs von Bordeaux. ; Frankreich. Paris. Audienzen beim Könige. — Vermischtes. — Briefe
aus Paris. (Stand der Untersuchung wegen des jüngst entdeckten Kom munisten-Komplotts; Umsichgreifen des Kommunismus; die griechischen Angelegenheiten. Zur Statistit des Zucker-Verbrauchs; Polemik über die Befestigung von Paris; Graf Salvandy und der madrider Botschaf ter⸗Posten.)
Großbritanien und Irland. London. Hof-Nachricht. — Die englische Presse über die Revolution in Griechenland. — Die Arbeiten der Anti⸗corn-law- league. — Lord Mayors-Wahl. — Brief aus Lon⸗ don. (Bedeutung der Festlichleit in Mansion-House zu Ehren Espar— tero's; Sir Mathew Wood; die englische Presse über Repeal-Agitation in Amerika.)
Belgien. Brüssel. Rückkehr des Königs. — Vermischtes. Italien. Rom., Maßregeln zur Erhaltung der öffentlichen Ordnung. — Spanien. Paris. Telegraphische Nachrichten aus Spanien. — Briefe
aus Madrid. (Zurbano unterwirft sich der Regierung; Näheres über die jüngste Pulver⸗Explosion; Vermischtes) und Paris. (Das Gefecht bei San Andres del Palomar; Stand der Dinge in Barcelona.)
Türkei. Von der türkischen Gränze. Neue Unruhen in Bosnien.
Eisenbahnen. Breslau. Ober-Schlesische Eisenbahn. — Paris. Nord ⸗Eisenbahn.
Handels- und Börsen⸗Nachrichten. Swinemünde. Schiff⸗ fahrt. — Stettin und Magdeburg. Marktpreise. Breslau und Strehlen. Wollmarkt. — Leipzig. Messe. — Rig a. Leinsamen. — London. Getraidemarkt. — Amsterdam. Börse; Getraide.
Königsberg. Festungsbau. — Eröffnung des Turnsaales. — Arnsberg. Anlegung von Koaköfen. — Minden. Veränderungen im Postenlaufe. Dentsche Bundesstaaten. Bagern. München. Berathungen der Reichsräthe. — Aus der Pfalz. Gedeihen des Landes und Aufblühen des Verkehrs. — Würt⸗ temberg. Stuttgart. Wohlthätigkeit. Nassau. Hatters⸗ heim. Kriegs Uebungen. — Freie Städte. Lübeck. Die Diskonto— Kasse. — Bekanntmachung. — Afrika. Erneute Feindseligkeiten der Boers. — Haiti. Schreiben aus Paris. (Boyer; die Schilderhebung gegen die Regierung unterdrückt; Port au Prince soll abermals Port Republicain heißen.)
Karl Wilhelm Georg von Grolman.
Beila ge. Inland.
Amtlicher Theil.
Se. Masjestät der König haben Allergnädigst geruht: Den Land- und Stadtgerichts Rath Büchtemann zu Groß— Oschersleben zum Direktor des Land- und Stadtgerichts daselbst zu ernennen.
Die nicht immatriculationsfähigen angehenden sowohl als älteren Studirenden, der Chirurgie und Pharmacie bei hiesiger Königl. Friedrich Wilhelms-Universität werden aufgefordert, noch vor Anfang des bevorstehenden neuen Semesters, um wegen Beginnen oder Fort setzung ihres Studiums die nöthige Anweisung zu empfangen, unter Beibringung der über ihre Schulkenntnisse und respektiven Besuch der Vorlesungen sprechenden Zeugnisse bei Unterzeichnetem (Französische Straße Nr. 29) Morgens von 8 bis 9 Uhr sich zu melden.
Berlin, den 5. Oktober 1843.
Der provisorische Direktor des chirurgisch-pharmaceutischen Studiums bei hiesiger Universität. Kluge.
Dem Buchhalter C. E. Kropp zu Duisburg ist unter dem 30. September 1843 ein Einführungs- Patent auf einen durch Zeichnung und Beschreibung erläuterten Dampfsiede Apparat für Jucker, so weit er als neu und ) eigenthümlich anerkannt worden ist, nuf acht Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang der Monarchie ertheilt worden. N 9 6. ü h . 5 . *. . Abgereist: Der General⸗Major à la Suite Sr. Majestät des Königs, von Rauch, nach Posen. Minister . außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte . er am Königl. dänischen Hofe, Freiherr Schoultz von Asch z 2 . * * 7 8 el⸗ raden, nach Oranienburg. 3. . . 9 Der Erbschenk im Herzogthum s ᷣ . b Herzogthum Pommern, von Heyden-Lin⸗ den, nach Tützpatz. ĩ ö . ;
Uichtamtlicher Theil.
6 Inland. 8e c ri. 9 DYkt. Gestern Abend gegen dI9 Uhr trafen , onig auf Allerhöchstihrer Durchreise nach Line— , h Pe osdam hier ein. Die Stabt war festlich geschmückt und be,. 8 ö Posthanse, welches Se. Königl. Majestät für Sich ,, , , . , 2 („zahlreich versammelten hiesigen Ein⸗ wohner auf das freudigste begrüßt, wurd e en . Ober. Präsl e . ; en Allerhöchstsi Ober-Präsidenten von Meding, welcher auf e, . 9
Priegnitz begriffen war, dem Bataillons -Commandeur Unruh, dem Landrath und einigen Ständen des Kreises, der Geistlichkeit fo wie von den Mitgliedern der Königlichen und städtischen Behörden hier selbst empfangen und in die für Allerhöchstdieselben in Bereitschaft gesetzten Gemächer geführt. Die gedachten Personen hatten hierauf das hohe Glück, Sr. Majestät vorgestellt zu werden, Allerhöchstwelche sich mit vielen derselben auf das herablassendste unterhielten und einige von ihnen zur Tafel befahlen. Gleichzeitig mit Sr. Kö niglichen Majestät trafen noch die General-Lieuntenants Grafen von Gröben und von Nostitz Ezcellenzen, der General-Masjor von Neumann, die Flügel- Adjutanten Grafen von Brühl und von Finckenstein, der Ober⸗Stabs⸗ und Leibarzt Dr. Grimm so wie der Geheime Kämmerier Schöning, hier ein. Heute Morgen um 6 Uhr haben Se. Königl. Majestät mit dem bezeichneten Gefolge, nachdem Sie über die zu Ihrer Aufnahme getroffenen Anstalten auf die huldvollste Weise Ihr Wohlgefallen bezeugt hatten, unter den Segenswünschen der über Allerhöchstihre Auwesenheit hochbeglückten hiesigen Einwohner Ihre Weiterreise nach Lüneburg über Perleberg und Ludwigslust im besten Wohlsein angetreten.
* Brandenburg, 4. Okt. Gestern Abend 87 Uhr hatten wir das Glück, Ihre Königl. Hoheiten den Prinzen von Preußen, Prinzen Karl und Prinzen Albrecht auf Höchstihrer Reise nach Achtel burg, und von dort nach Lüneburg, mit dem Seehandlungs-Dampf⸗ boote „Prinz Karl“ hier eintreffen zu sehen. Obgleich die Ankunft der Höchsten Herrschaften erst wenige Stunden vorher bekannt ge worden, war es doch noch möglich gemacht, den Schifffahrts⸗Kanal zu erleuchten, und hatten sämmtliche angränzende Hausbesitzer in aller Eile eine möglichst glänzende Beleuchtung und Ausschmückung ihrer Häuser veranstaltet. Von der an den Ufern des Kanals dicht gedrängten Menge mit freudigem Zuruf begrüßt, hatten die Höchsten Herrschaften die Gnade, im Schleusen⸗-Bassin die Militair-Chefs und den Ober-Bürgermeister an Deck kommen zu lassen und Sich mit ihnen während des Durchschleusens zu unterhalten. Ihre Königl. Hoheiten, die schon heute Nachmittag in Lüneburg einzutreffen ge⸗ dachten, verließen gegen 9 Uhr die Stadt. Das heiterste Wetter versprach für die Nacht eine glückliche Fahrt.
X Potsdam, 3. Okt. Am vergangenen Mittwoch feierte der hiesige Enthaltsamkeits Verein den Eintritt in sein tes Jahr mit einem Gottesdienste in der Königlichen Hof— und Garnisonkirche, welche ihm zu diesem Zwecke Se. Majestät der König Allergnädigst einzuräumen geruht hatten. Die Festpredigt hielt Herr Pauli, Pre diger der anglikanischen Kirche, nach welcher der Secretair des Ver⸗ eins, der hiesige Prediger Bernhardi, Bericht über die Enthaltsam— keits-Vereine im Allgemeinen und über den hiesigen im Besonderen abstattete. Aus demselben ergab sich, daß in Deutschland, bis zur General-Versammlung der deutschen Enthaltsamkeits⸗-Vereine zu Ham⸗ burg im August dieses Jahres, 452 Vereine gegen das Branntwein⸗ trinken vorhanden waren. Die Statuten des hiesigen Vereins hatten im Laufe der 5 Jahre seines Bestehens 105 Personen unterschrieben, im letzten Jahre 89. Nach beendigtem Berichte hielt Pastor Feldner aus Jauer in Schlesien eine Ansprache. Beim Ausgange aus der Kirche wurden viele hundert Exemplare kleiner geeigneter Schriften unentgeltlich ausgetheilt und für die Zwecke der Gesellschaft eine Kollekte gesammelt.
Bonn, im Sept. (Berl. Allg. Kirchenz.) Se. Excel⸗ lenz der Herr Minister Eichhorn, der am 6. September auf seiner Inspectionsreise hier angekommen war, hatte am Tten das Corpus academicum sich versammeln lassen und richtete nach Vorstellung der einzelnen Mitglieder an dasselbe dasselbe folgende Worte: Er habe vor 25 Jahren mit dem Fürsten Hardenberg an der Wiege der Univer— sität gestanden und finde sich nach diesem Zeitraume jetzt in der Mitte eines herangewachsenen, reichen geistigen Lebens wieder. Die Universität sei bestimmt gewesen, einen so bedeutenden, dem Vater⸗— lande lange äußerlich und beinahe geistig entfremdeten Landestheil von neuem mit deutscher Wissenschaft zu durchdringen, aber sie habe nicht bles diese ihre ursprüngliche Aufgabe erfüllt, sondern sich auch selbstständig neben die altbegründeten Universitäten gestellt. Er wolle sich erlauben, in dieser verehrten Versammlung, in diesem weiteren Kreise einige Punkte näher zur Sprache zu bringen. Seit kurzem höre man, das Gerücht habe sich verbreitet, es sei vorbei mit der unbedingten Freiheit der Forschung, und eine Reaction sei eingetreten. Die anwesende Versammlung sei aber zu genau mit den Richtungen der Zeit bekannt, um einem solchen Gerüchte Glauben zu schenken. Es sei davon nichts wahr; vielmehr wollten der König und die Männer, die sein Vertrauen zur Leitung des Staates berufen, die Wissenschaft auf alle Weise befördern: nur die dämonischen Kräfte, die sich den Universitäten aufzudrängen suchten, sollten aus dem Schooß der Universitäten verwiesen werden; aber welches diese dämonischen Kräfte seien, das wolle der König weder selbst, noch nach dem einseitigen Rath und Beschluß seiner Minister be— stimmen, sondern dem Urtheil der Universitäten selbst zu entschei⸗ den überlassen. Ein zweiter Punkt sei solgender. Unser großherzi⸗ ger König fühle ein mächtiges Drängen, daß aus der Jerstöͤrung und Verödung der jetzigen Zeit heraus Etwas geistig gestaltet, et⸗ was Positives geschaffen werde. Se. Majestät habe ö. nicht die Absicht, direkt auf . Gestaltung einzuwirken, befehle und verordne nicht, erlasse keine Reglements an die Minister, sondern wünsche blos, daß möglichst viele geistige Kräfte geweckt würden, die aus sich selbst handelten. Augenblicklich sei ein großes Drängen, ein großer Kampf der Meinungen, an welchem theilzunehmen Pflicht sei. e. habe eine große Anzahl wackerer Männer, obgleich sie trauere, daß dem so sei, einen Degout vor dem Kampf, zwar zögen sich manche aus bescheidener Schen von dem Markt und Lärmen des öffentlichen Le—⸗ bens zurück, zwar geriethen manche in Lässigkeit und Unbestimmtheit, indem sie an sich und ihren Meinungen irre würden, wenn sie etwas mit solcher Bestimmtheit und Allgemeinheit behaupten hörten; aber vielmehr müsse er die Universität ermahnen, mitzuwirken, alle ordent⸗ lichen tüchtigen Männer sollten sich bei der Verwirrung der Zeit nicht durch die Verwirrung abhalten lassen, selbst Hand an das Werk zu legen, zu bilden, zu unterrichten, zu gestalten. Indem
Berti in, Freitag den Gen Oktober
ng.
1843.
der Minister dann zu spezielleren Punkten überging, bemerkte er, daß die Theologie ein Fach sei, in welchem augenblicklich besonders wich⸗ tige Kämpfe geführt würden. Er freue sich, sagen zu dürsen, daß die Universität Bonn sich von dieser Seite sehr hervorgethan habe durch ihre theologische Fakultät, die so ausgezeichnete Mltglieder be⸗ sitzt und deren segensreiche Wirksamkeit nicht blos am Rhein, sondern auch im Centrum der Monarchie und überhaupt in der Monarchie mit Freude und Dankbarkeit anerkannt sei, da sie nicht blos durch die gründlichste Wissenschaft, sondern auch besonders durch thä⸗ tige Theilnahme an dem kirchlichen Leben wirke. Nachdem er sodann auch die übrigen Fakultäten einzeln angeredet, wiederholte der Mini⸗ ster schließlich noch einmal, daß, obschon er das Ministerium erst kurze Zeit inne habe, er doch die Bemerkung habe machen können, daß die Universitäten noch viel mehr, als geschehen, in die Interessen der Zeit eingreifen müßten, und ermahnte die Versammelten, sich nicht durch Lügen in den Zeitungen täuschen zu lassen, sondern ihm nach wie vor unbedingtes Zutrauen zu bewahren. Hierauf ergriff der zeitige Rektor, Professor Naumann, das Wort, um in einer kräftig gespro⸗ chenen Rede Sr. Excellenz für diese schönen Worte zu danken, indem er äußerte, dieselben dahin verstanden zu haben, daß die echte Wissen⸗
schaft nur bei der echten Freiheit gedeihen könne.
Münster, 30. Sept. Mit der Einführung der neuen Landgemeinde-Ordnung geht es rüstig vorwärts, und wir hegen das Vertrauen, daß die gegenwärtigen Tadler derselben, die bald in unse⸗ rem Westphälischen Merkur, bald in den nächsten rheinischen Blättern sich vernehmen lassen, früh genug verstummen werden, so⸗ bald die Einführung erst allgemein erfolgt und die Wirksamkeit so mancher zweckmäßiger Bestimmungen in das Leben getreten ist. Un— ser heutiges Amtsblatt meldet wieder, daß die Landgemeinde⸗ Ordnung in vier früheren Bürgermeistereien und gegenwärtigen Aem⸗ tern des Kreises Koesfeld, nämlich in den Aemtern Haltern, Dülmen, Buldern und Rorup, eingeführt worden ist.
Ausland. Deutsche Bundesstaattn.
Bayern. Aschaffenburg, 28. Sept. (Asch. Z.) Gestern Nachmittag traf, von Rumpenheim kommend, zu einem Besuche am Königlichen Hof-Lager, Se. Königl. Hoheit der Herzog von Cam- bridge hier ein und stieg im baperschen Hofe ab. Nachbein Höchst⸗ derselbe einen Besuch von Sr. Majestät dem Könige empfangen, verfügte der hohe Gast sich in das Schloß zur Königlichen Tafel. Abends reiste Se. Königl. Hoheit wieder von hier ab.
München, 29. Sept. (Fränk. Merk.) Die Annahme, Ihre Majestät die verwittwete Kaiserin Karoline von Oesterreich werde längere Zeit zum Besuch in Ismaning bleiben und noch nach der Rück⸗ kehr der Allerhöchsten Herrschaften aus Aschaffenburg hier anwesend sein, war irrthümlich. Höchstdieselbe wird schon morgen oder höch⸗ stens übermorgen nach Wien zurückkehren. — Nach den neuesten Nachrichten aus Aschaffenburg werden Ihre Majestäten der König und die Königin am 10 Oktober hier eintreffen. Am 12. Oftober, als am Maximilianstage, findet dann, wie bereits gemeldet, die fei⸗ erliche Grundsteinlegung zum Siegesthor am Ende der Ludwigstraße und wohl gleichzeitig die Enthüllung der beiden prachtvollen Brunnen auf dem Platz vor der Universität und diesem gegenüber statt. Ueber den Tag der Einweihung der Ludwigskirche verlautet noch immer nichts Bestimmtes.
Hannover. Lüneburg, 30. Sept. (Hamb. C.) Gestern sielen einige unruhige Auftritte im hiesigen Lager vor, die leider nicht ohne beklagenswerthe Ausschweifungen abliefen. Die Ursache war, daß einige Wirthe und Verkäufer von Eßwaaren und Getränken die außerordentliche Gelegenheit zum Gewinn etwas gar zu unbescheiden benutzen wollten. Sie hatten ungeheure Preise für ihre Waaren verlangt, den Soldaten schien dieses unbillig, und sie machten dagegen ihre Vorstellungen; da diese aber nicht früchteten, so spielten sie ihre eigenen Richter: sie warfen die Zelte um, zerhieben dieselben mit den Säbeln und zertrümmerten die Geräthe. Ein Soldat war aber, wie man sagt, zu einem Unschuldigen gekommen, und wie er denn auch hier das Werk der Zerstörung begann und der Wirth sehen wollte, was es gebe, so bekam dieser mit dem Säbel einen Hieb über den Kopf, der ihn schwer verwundete. Er hatte indessen noch die Be⸗ sinnung, dem Thäter ein Achselband, worauf die Nummer des Regi⸗ ments stand, abzureißen, wodurch dieser augenblicklich zur Haft gebracht werden konnte; außerdem sind in diesem Augenblick noch 16 Andere verhaftet. Die nächste Folge war, daß jeder Wirth ein Verzeichniß der Preise seiner Getränke ze. einsenden mußte, das vom Lager⸗Adju⸗ tanten unterzeichnet wurde, und welches nun in jedem Zelte, wo solche Sachen zu haben, angeheftet ist; dadurch werden fortan wohl ähn— liche Auftritte vermieden werden.
Lüneburg, 1. Okt. (H. C.) Die allgemeine Idee zu dem gesttigen Manöver war folgende: Ein Nord-Corps, welches in Lan= enburg steht und nach Uelzen bestimmt ist, hat am 28. September bei Artlenburg die Elbe überschritten und am 29. September ein Bivouac bei Adendorf bezogen. Ein schwächeres Süd- Corps ist von Uelzen her in Aumarsch, um den Feind so lange wie möglich aufzu⸗ halten. Es ist bei Bienenbüttel angekommen und hat Lüneburg mit Vortruppen besetzt. Vom Vorrücken des Nord-Corps unterrichtet, und dessen Ueberlegenheit kennend, sucht das Süd-⸗Corps seinen Zweck zu erreichen, wenn es sich am rechten Ufer der Ilmenau aufg wo sich die kürzeste Verbindungslinie zwischen Lüneb befindet. Es hat deshalb das Süd⸗Corps am 29. Ilmenau passirt, ein Bivouac bei Welschenbruch Vortruppen aus Lüneburg nach Kaltenmoor tember rückt das Nord- Corps zum Angri Das Süd-⸗Corps wird en e
ö gestellt. — Stellung zu Anfan er des Südheeres hatte, in der fern
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