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namentlich Konduriotti, gestanden mit Thränen, daß sie mit Gewalt in den Staats- Rath geführt worden seien. Nur Psilas bekannte sich als freiwilliger Theilnehmer, worauf ihm der König erwiederte, von ihm sei nichts Anderes zu erwarten. Der König äußerte hierauf, wie sehr ihn dieser Vorfall betrübe und daß er sedenfalls vor der Beschlußfassung fordere, daß man seine Briefe an die Gesandten der Großmächte, welche an Griechenlands Wieder⸗ geburt thätigen Antheil genommen, überbringen solle, indem er erst nach näherem Benehmen Um dieser Forderung mehr Nachdruck zu geben, fügte der König bei, daß dieses um so nothwendiger sei, als die Mächte, welche, so leb haftes Interesse für die Angelegenheiten Griechenlands äußerten, gegen die neue Ordnung der Dinge Einsprache erheben könnten. Der König versicherte ferner, daß er, geleitet, jedenfalls und hier besonders die Verhältnisse des Au⸗— genblicks berücksichtigen wolle. Nachdem übrigens bekannt gewor⸗ den, daß die Soldaten und Offiziere, Kalergi an der Spitze, sich dem Eintritt der fremden Gesandten in den Palast wider setzten und die aufrührerischen Bewegungen und Drohungen des das Königshaus umlagernden Volkes und Militairs — die Häupter der Verschwornen und viele Betrunkene tiger wurden, so fand der König, um die Stadt und die ruhigen Bürger vor den Uebeln einer Anarchie zu bewahren und seine treuen Landsleute und Anhänger nicht dem Messer preiszugeben, sich endlich bewogen, einen Theil der ihm vorgelegten Verordnungen (die Beru fung der National-Versammlung und die Einsetzung eines neuen Ka binets betreffend) zu unterzeichnen, ohne die Ankunft der Gesandten abzuwarten. Hätte der König so äußerte er sich seinem Ge fühle folgen dürfen, er hätte in diesem Augenblick lieber auf diese Krone verzichtet, als solche mit bewaffneter Hand ihm abgedrungene Forderungen angenommen. (Schluß folgt.)
der, Waffen
3 Atheu, 25. Sept.) Es wird nicht ohne Interesse sein, noch einige Züge aus dem Drama nachzutragen, welches am 15. September vor unseren Augen aufgeführt wurde. Ich glaube, daß noch nie eine au sich höchst verdammliche Revolution in ihrer äußeren Erscheinung mit so wenig Excessen vollbracht worden ist. Die Kanonen, obwohl gegen die Thore des Schlosses gerichtet und zum Einschießen derselben bereit, imponirten dennoch dem versammelten Volke, und die Truppen, ob gleich durch ihre Offiziere zu offenem Aufstande gegen den König ge führt, verhielten sich so ruhig, wie an dem Tage einer Parade, und die letzteren waren bemüht, möglichst die Ordnung zu erhalten. Ein einziger junger Mensch, aus einer der besten Familien von Morea, welcher auf einen Stein gestiegen war und dem Volke beweisen wollte, daß man den König nicht übereilen müsse, ward sogleich von. 2 Lan— ziers arretirt und erhielt von den Umstehenden so handgreifliche Ar gumente gegen seine Ansicht, daß er schwer verletzt nach Hause ge⸗—
3
tragen würde. Dies Beispiel wirkte und es fand sich kein Redner
mit denselben beschließen könne und wolle.
von seiner Liebe zur Nation Streben
.
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pflicht begriffenen Gendarmen; der erste Schritt war damit geschehen, und nun wurde den Palikaren nicht mehr Zeit gegeben, an die Folgen desselben zu denken. Der zweite Schritt war die Belagerung der Residenz ihres Königs, der folgende ein Angriff auf dessen geheiligte Person durch Drohungen mit der Gewalt der Waffen. Als nun der König, den die persönliche Gefahr nicht gebeugt hatte, den Rath— schlägen seiner Umgebungen nachgeben zu müssen glaubte, nachdem er be⸗ willigt hatte, was ihm als einstimmiger Wunsch des griechischen Volks, als einziges Rettungsmittel des Staats, geschildert wurde: — da fügten die Aufrührer zum Zwange noch den Hohn. Sie verlangten, daß er ihnen ein freudiges Antlitz zeige, daß er die versammelte Menge täusche über das Gefühl des tiefsten Schmerzes, welches ihn ergreifen mußte. Für den schwärzesten Undank, womit sie ihres Herrschers redliches zu ihrem Wohle gelohnt hatten, verlangten sie seinen Dank! Von ihrem durch Wort und That auf unerhörte Weise verletzten
Könige, begehrten sie Belohnung und Auszeichnung. ö Dieses ist eine getreue Darstellung des wahren Charakters von dem in Athen geschehenen Stadt- Aufruhr; der nur durch einen kaum erklärlichen augenblicklichen Erfolg und einige dabei vorge
angetrieben durch kommene außergewöhnliche Erscheinungen besondere Aufmerksam immer hef⸗ keit verdient.
Welchen Charakter aber legen manche Par tei⸗Blätter dieser Empörung bei? Wir haben sie in denselben bezeichnet gefunden als „die Aeußerung des Enischlusses der griechischen Nation, das bestehende Joch abzuwerfen;“ „den einstimmigen Ausspruch des griechischen Volks, welches nach Freiheit, verlange“; „ein Volks-A kt, zeugend von bewun—
derungswürdiger Eintracht zwischen Civil und Militair; welcher ohne Blutvergießen nach Verlauf zweier nächtlicher Stunden die vollkom menste Harmonie zwischen König und Nation herbeiführte.“
Wenn französische und englische Blätter kalt geblieben sind bei den empörenden Vorgängen in Athen, wenn sie sogar eine gewisse Befriedigung nicht haben verbergen können; so finden wir das er klärlich aus dem Geiste der sie leitet, obgleich der Ehrenmann dem Unglück Achtung zollt. Allein wie dergleichen Blätter in ihrer Partei Verblendung soweit gehen können, den Aufruhr in Athen zu schil dern wie die obigen Beispiele ergeben; das begreifen wir nicht.
Eine traurige Erfahrung ist, daß jede Schandthat, sie mag be— stehen worin sie will, ihre Vertheidiger in einzelnen öffentlichen Blät tern findet, sobald derselben nur irgend ein politisches Mäntelchen umzuhängen ist. Kann dieses (selbst mit einigem Zwange) bewerk stelligt werden, so heißt: der Straßenräuber ein Banden füh rer; der Mordbrenner ein Parteigänger; der Rebell ein
Organ des Volkswillens; die Drohung mit blanken Waffen Wünschen der Nation;
eine Ueberzeugung von den einstimmiger die Desertion ein Uebergang zu geläuterten Ansichten; die Em
pörung eines Soldatenhaufens gegen ihre Führer, Ausbruch gerech ten Unwillens gegen
den der öffentlichen Meinung angethanen Zwang; der Versuch eines Anführers, seine Untergebenen zum Auf⸗—
, nr. . , , z . 1 . ] 2 mehr für diese Sache. Ein Anderer, von einem persönlichen Feinde uhr zu verleiten, nachdem er vorläufig gelungen scheint, eine
der Menge als Gegner der Constitution bezeichnet, wurde hart mit⸗ genomwaen, und nur durch die Dazwischenkunft der Offiziere und nach dreimaligem Vivatrufen für die Constitution vor weiteren Mißhand lungen gerettet.
Erst als bekannt wurde, daß keine Gefahr mit der Sache verknüpft sei, strömten die Bewohner Athens und des Piräus mit Frau und Kind, wie zu einem Schauspiele herbei, und es wurden bis zu 12 r. für ein Kabriolet bezahlt, um vom Piräus aus noch zu rechter Zeit einzutreffen. daß um 3 Uhr Morgens schon die 3 Repräsentanten der Schutzmächte und der preußische Gesandte auf dem Platze waren. Der russische Gesandte fragte den Obersten Kalergis, ob Ihre Majestäten in Sicherheit seien, und nachdem dieser erwiederte: er stehe mit sei nem Kopfe für die Sicherheit Ihrer Majestäten ein, zogen sich die 3 Gesandten der Schutzmächte zurück und das ganze diplomatische q Corps erschien, wie ich schon berichtet, später wieder in Uniform. Bei Unterzeichnung der Dokumente, welche die Deputation des Staatsrathes dem Könige vorlegte, soll Se. Majestät geäußert haben, „daß, wenn das was von ihm verlangt werde, das wahre Glück Griechenlands begründen sollte, er das Verletzende der Form, in der es verlangt worden, weniger schmerzlich empfinden werde“, und später hinzugefügt haben, „daß, nachdem er seine Jugend und seine Gesundheit dem von der Vorsehung ihm gewordenen Rufe ge⸗ opfert habe, er es für Pflicht halte, auch ferner auszuharren, damit das Land nicht in neue Verwirrungen gestürzt werde, mit einem Worte, Alles zu thun, was dazu beitragen könne, Ruhe, Ordnung und Entwickelung der National-⸗Wohlfahrt zu sichern.“
Am folgenden Tage war Oper bei erleuchtetem Hause. Vom diplomatischen Corps bemerkte man nur den englischen Gesandten in einer Loge mit dem Obersten Kalergis.
Von der Elbe, im Okt. Dem aufmerksamen Zeitungs leser werden zwei täglich sich wiederholende Erscheinungen nicht ent⸗ gehen, nämlich die außerordentliche Gewalt des ersten Eindrucks und die Geschicklichkeit, mit welcher die ser Eindruck aus⸗ gebeutet werden kann. Ist das Ereigniß ein durchaus unvor hergesehenes, ein wahrscheinlich folgenreiches, so macht es begreiflich den dauerndsten, allgemeinsten und tiefsten Eindruck; berührt dasselbe irgend einen wichtigen Grundsatz der Politik oder der Staatswirth⸗ schaft, so bietet es am meisten Stoff zur Ausbeute für verschiedenar⸗ tige Ansichten dar. —ĩ
Die Empörung des Kalergis und seines Haufens Palikaren zu Athen in der Nacht des 14ten September ist ein Ereigniß, welches beide Eigenschaften an sich trägt. Es mußte im höchsten Grade überraschen durch den eigenthümlichen Gang, welchen es nahm, durch den seltsanmen Stempel, welcher ihm aufgedrückt wurde; allein noch . , m muß bei dem unparteiischen Beobachter die Art
J ehandlung, Zerlegung, Benutz ĩ chen öffentlichen kHlhtier . zerlegung, Benutzung in manchen öffentliche
8 ef J 2 . . — 6, die Dor gänge in Athen ihres geborgten Schmucks, , den Mantel, welchen der Parteigeist bemüht ist,
denselben umzuhängen, so erblickt s en, ene
f. . man Thatsachen, von denen das
ugbesan gene Wige mit Ekel sich abwendet. Eine kleine Rotte pflichtvergessener Soldaten e. ; . 6.
l hat der Ueberred er Anführer nachgegeben, verletzt ihre Ei 1. , , . ihrer Empörung aufzustellen. Di . Eide und beschließt, die Fahne der mißkennt' die Größe der Heß gert ung obgleich davon unterrichtet,
ihr Geb ahr, und die zur Abwendung dersel. ben ihr zu Gebote stehenden Mittel. Sie glaub 4 durch Verhaftung der Anführer in Fümolaubesgden Aufruhr
urch Veihastung der,. Anführer im Keime 'ersiscke 6
ü fe bien unbel 3 sticken zu kön⸗ nen, weil sie ie gegründete Ueberzeu gung hat, daß die übrige Truppen, so wie die Bevölkerung Athens, dein Verbreck ö
lieben sei. Allein die griechisch ier hen fremd ge⸗ bliebe ein die griechische Regierung ver aß, d S
22,9000 Ei . ,,. ö R . aß eine Stadt von 22.0! inwohnern mit einer zerstreuten Besatzung von noch nicht 1000 Mann sehr wohl für kurze Zeit unter die Gewalt 46 Bande von einigen hundert Mann gerathen kann, wenn der lieber c rasch und unerwartet und von denjenigen Personen geschieht, wel chen die Sicherheit der Stadt anvertraut ist. Die Reihe bei Ver= brechen wurde eröffnet durch Ermordung der in Ausübung ihrer Dienst—
) Wir bemerken, daß der vorgestern gegebene Brief aus Athen fälsch— lich mit dem Zeichen O versehen worden ist; er rührt von a Korrespondenten her, wie der vorliegende.
ö
Ich habe bereits in meinem letzten Schreiben erwähnt,
q
glorreiche Revolution.
Wann endlich werden hören, mit leichtfertigen Worten die heiligsten Gefühle anzutasten; wann werden sie der Wahrheit, auch wenn sie in ihren Plan nicht paßt, die Ehre geben; wann werden sie aufhören, Verbrechen aus zuschmücken, welche selbst zu vollbringen sie gewiß, zu ihrer Ehre darf man es glauben, verweigern würden?
,
Konstantinopel, 27. Sept. (A. 3.) Die Nachricht von der in Athen vollzogenen Umwälzung hat hier große Sensation her vorgebracht. Die türkische Regierung besorgt, daß sich der Geist des Aufruhrs nach Thessalien und Macedonien ausdehne, und beab sichtigt, ein kleines Beobachtungs-Corps bei Larissa zusammenzuziehen, um dem Umsichgreifen der Unruhen zuvorzukommen. Herr Metaxas, der neue griechische Minister des Aeußeren, hat Herrn Maurokordatos nach Athen zurückberufen. Dieser zögert und scheint Konstantinopel nicht verlassen zu wollen, sondern auf einen neuen Umschwung der Dinge in Athen zu hoffen.
die Schreiber der neuesten Geschichte auf
g ien nn.
Hannover, 14. Okt. Sicherem Vernehmen nach, hat das Ministerium des Innern Einleitungen getroffen, um durch technische Untersuchungen an Ort und Stelle genau ermitteln zu lassen, auf welchem Wege die hiesigen, von Bremen und von Harburg nach Han—
nover und Hildesheim anzulegenden, theilweise schon im Bau begrif fenen Eisenbahnen nach der südlichen Landesgränze am zweckmäßigsten weiter zu führen sein würden, damit sie in möglichst grader Linie an die jenseits entstehenden Eisenbahnen über Kassel, Frankfurt a. M., Heidelberg nach Basel, und über Meiningen, Koburg, Nürnberg nach München sich anschließen können.
In Beziehung auf die beschlossene Eisenbahn von Hannover nach Bremen werden die Unterhandlungen zwischen beiderseitigen Regie rungs-Kommissarien gegenwärtig in hiesiger Residenzstadt fortgesetzt. Es sind zu diesem Zwecke von Bremen die Herren Senator Duckwitz und Archivar Dr. Smidt seit einigen Tagen hier anwesend.
Paris, 12. Okt. Herr Teste hat mehrere Regierungs-Inge nieure bezeichnet, die der feierlichen Eröffnung der rheinisch⸗belgischen Eisenbahn beiwohnen sollen.
Handels- und Börsen Uachrichten.
Stettin, 16. Oft. (B. N. d. O.) Getraide. Der Umsatz in Wei⸗ zen bleibt stockend. Seit Ankunst der letzten, etwas flaueren engl. Post möchte wohl etwas billiger dafür anzukommen sein, doch noch nicht so, daß es zu neuen Geschäften Veranlassung geben könnte. Roggen ist ebenfalls etwas billiger. Vom Boden sind 56 Wspl. 82 Pfd. p. Schfl. zu 34 Rt., auf Lieferung p. Okt. einiges zu 35 Rt. gekauft, unter welchem Preise jedoch ferner nichts zu haben ist. p. Frühjahr zu 33 Rt. nominell. Oderbruch⸗ Gerste auf 237 Rt. gehalten, zu 23 Nt. jedoch gekauft. Hafer und Erbsen wie letztgemeldet.
Landmarkt vom 14. Oktober:
Weizen. Roggen. Zufuhren ... 20 16 2 14 8 Wsp. Preise R 3 34 à 37 Rt. Winter-Rübsen in loco und schwimmend auf 71 Rt. gehalten.
Spiritus aus erster Hand zur Stelle 245 — 24 Y
Rüböl fest, doch mit wenig Umsatz, in loco und p. Okt. io Rt., Oft. / Rov. 10 Rt. bezahlt, p. Jan. / Febr. 11 Rt. nominell.
Magdeburg, 14. Oft. Höchster und niedrigster Getraide⸗Markt= preis pro Wispel. Weizen: 18 — 42 Nthlr. Roggen: 40 — 39 * Hafer: 18 — 17 5 Köln, 11. Oft. (H. O.) Rüböl. Effekt. 325 bis , pro Lause des Monats 322, pro Nov. 2957, pro Dez. 29, pro Mai 1814 2943, pro Oktober 1844 31 Rthlr.
Niga, 12. Olt. (B. N. d. O.) beträgt Lis heie? v5 Hille To. Säc- und Der reis hält sich auf SRo. 5. 33.
Auĩswürtige Börsen.
. 2 13. ort. diederl,ů wiki. Seb. b4. 596 40. 100. eee m RE nnn. 185. 396 do. . Pass. —. Ausg. —. Zinsl. — . 1 ; Sch. —. Eol. —. Qesterr. 1097. 495 Russ. Hope 91
utwerpen, 12. Out. Mina. 45. Neue Aul. 18.
Gerste. Hafer. Erbsen. 9 1
Gerste: 28 — 27 Rthlr.
Die Zufuhr von neuem Leinsamen 35 Mille To. Thurmsaamen.
Paris, 12. Okt. õ dh Rente u our. 121. 20. 396 Rente du cour. 8I. S0. õꝰh Neapl. au eompt. 108. 20. 596 Span. Reute 2833. Pass. 5.
Wien, 12. Ort. SR, Meir, i107. 4, 10. 3 765. Actien 1667. Anl. de 1831 146. de 1839 1147.
. Den 17. Oktober
KHank-
n e r . 1843.
.
Er. (Cour. Brief. — Geld. Gem
Er. Cour.
Fonds. kriet. Geld.
8 Actien. 8
103 Erl. Pots. Biseub. 102 do. do. Prior. Obl. 89 Mxęd. Lp. Kiseub. do. do. Prior. Obl. 1
Erl. Auli. Eiscub. do. do. Prior. Ob. Püss. Elb. Eisenk. do. do. Prior. Obl. Rhein. Eisenb.
do. do. Prior. Obl.“ rl. Frankf. Eisb. do. do. Prior. Obl. Ob. - Schles. Bisb. Brl. Stet. E. Li. A. do. d0. do. Lt. R. Mag deb. IIaller st‚dter Eisenb. 4 Bresl- Schweidn Freibæ. Kisenb. 1
St. Schuld-Sch. 104 Pr. Bugl. ObI. 30.
Pram Sch. d. Seeh.
Kur- u. Neumärle.
Schuldvers chr. 3
Berl. Stadt- Obl. Danz. d0. in Ih. Wes t nr. Pfandbr.
Grossh. Pos. do.
—
do. do. Ostpr. Pfandbr. Pomm. do.
Kur- u. Neum. 40.
2
i e - E - M.
Schlesische do.
Gold al mare. Friedlrichksd' or. And. Gldm. a5 Th.
Dis couto.
Pr. Cour. Thlr. zu 30 S
Brief. Geld
z Amsterdum 141 3 do. . IJ. 2 Mt. 140
IIamburg Kö 1506 do. ; 300 M. 2 Me. 149
ond Paris. Wien in 20 Xr.
,,
Breslau Leipais in Courant im 14 ThlI. Fuss..
Frankfurt a. M.; W X. ..... w
Petersburg..........
. Woch. Angekommene Fremde. Geheimer Regierungs⸗Rath von Sellenthin neyst
Frau Rittergutsbesitzerin von Rudolphi aus . Ren⸗
Hotel de Prusse. Gemahlin aus Potsdam. Wesenthal. Frau Rittergutsbesitzerin von Brösicke aus Grebs. tier Krause aus Brandenburg. Rentier Jähnicke und Dlle. Jäh⸗ nicke aus Merseburg. Prediger Schindler aus Wittstock. Kaufmann Peretz aus Hamburg.
König von Portugal. Rittergutsbesitzer von Bagevitz, milie, von der Insel Rügen. Kaufleute Rir aus Stettin, Priester aus Greifswald, Witkowski aus Posen, Fo rest aus Rheims. Ober Amtmann Honig aus Spören bei Halle. Particulier Gansen aus Memel. Rentier von Rathmann aus Braunschweig. Gutsbesitzer Geismer aus Terranovo. Königl. sächs. Lieutenant Oertel aus Dresden. Cand. theol. Sehring aus Zettenin in Pommern. Lehrer Fielsach aus Dresden. Justiz⸗Kommissarius Görlitz aus Greiffenberg in Schlesien.
Rheinischer Hof. Ober⸗Bergrath Zincken, nebst Tochter, aus Mägde sprung. Gutsbesitzer Bisdorn aus Breslau und Freude, nebst Fa milie, aus Krakau. Dr. Müller, prakt. Arzt, aus Stettin. Kaufmann Brosmann aus Schleitz. Buchhändler Aue aus Deßau.
Hotel de Saxe. Regierungs-Rath von Saltzwedell aus Danzig. Oekonomie-Kommissarius Gläsemer, nebst Gemahlin, aus Schmiegel. Frau Ober-Amtmann Nabe und Fräulein von Sandrart aus Stet tin. von Gayl, Stud. jur., aus Heidelberg. Gutsbesitzer Löwen stern aus Frankfurt a. d. O. Kaufleute Jarrigues aus Hamburg, de Bary und Knaut aus Krefeld und Czaban und Zalewski aus Warschau.
Kaiser von Rußland. Particuliers von Goldberg aus Köln, von Frankenberg aus Magdeburg, Grebert aus Mainz und Burgast aus Stockholm. Gutsbesitzer von Biedermann aus Dresden. Di med. von Tschernow aus St. Petersburg. Amtmann Mathie aus Neupnitz. Landstallmeister von Schwichow aus Warendorf. Pro viantmeister Kelterbornn aus Kolberg. Königl. schwed. Lieutenant von Sanstedt aus Nenneby. Particulier von Bronsart aus Heiligen beil. Kaufleute Willmann aus Magdeburg, Gottschewski aus Marienburg, Jacobi aus Neidenburg, Breyer aus Erfurt, Wilcke aus Rostock, Aberts aus Elberfeld Und Kiesholz aus Barmen.
Stadt London. Land-⸗Oekonomie⸗Rath Thaer aus Möglin. Partien lire von Böhler aus Brunthal. Akademiker Radem ann aus
Brandenburg. Kaufleute Gosewisch aus Leipzig und Spitzer aus Landsberg 4. d. W.
Rother Adler (Kölnischer Hof. Schulgz, Gutsbesitzer, und Schulz, Lieutenant im Iten Landwehr-Regiment, aus Posen. Dr. Zehrt, Kommissariats-Assessor und Pfarrer, aus Heiligenstadt. Dlle. Endorf aus Brandenburg. General-Secretair Kielmann aus Frankfurt 4. 8. O.
König von Preußen. Kaufleute Abel aus Stettin, Sickmann aus Manchester, und Ehrenbaum aus Magdeburg.
Hotel de l'Europe. Partieulier Müller aus Magdeburg. Geill aus Schleusingen. Particuliere Paul aus Potsdam.
Hotel de Rome. Ritterguts-Besitzer von Laczynski, nebst Gemah
lin und Frl. von Miroslawska, aus Posen.
Hotel du Nord. Landschasts-Direktor von Gralack, nebst Gemahlin, und Frau von Foller, aus Sullmin.
British Hotel. Baron von Eckardst Falkenhagen. Geh. Regierungsrath Ma Stettin.
Meinhardt's Hotel. Major a. D. und Rittergutsbesitzer von Arnim, nebst Gemahlin, aus Neuensund.
Hotel de Brandebourg. Frau Baronin von Seckendorff Brook. Frau Landschaftsräthin von Neetzow aus Kagenow.
Königliche Schauspiele.
Mitwoch, 18. Okt. Zum erstenmale: Ein Sommernachtstraum, nach Shakespeare von Schlegel, in 3 Akten. Musik von Felix Men delssohn. Tänze von Hoguet. Decorationen von Gerst.
Zu dieser Vorstellung sind nur noch Billets zum dritten Range 1 10 Sgr., Parterre à 15 Sgr. und Amphitheater 4 77 Sgr. zu haben.
Donnerstag, 19. Okt. mernachtstraum.
Im Konzertsaale: Französische Vorstellung.
Königsstädtisches Theater. Mittwoch, 18. Okt. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Belisario. Opera in 3 Atti. Musica del Maestro Gaetano Doniaetti.
Oeffentliche Aufführungen.
Donnerstang den 19. Oktober, Abends 7 Uhr, wird der Kom— ponist und Virtuos C. Eckert vor seiner Zurückreise nach Italien in dem als Waffenhalle dekorirten Jagorschen Saale, Unter den Linden Nr. 23, ein Konzert veranstalten, in welchem ihn die ersten Talente der Königlichen Oper unterstützen werden.
nebst Fa
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Kaufmann
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Zum erstenmale wiederholt: Ein Som—
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober Hofbuchdruckerei. Beilage
Mm 110.
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Beilage zur Allgemeinen Preußischen Zeitung.
Mittwoch den 18 ten Okt.
—
Inland.
Breslau, 14. Olt. Am 3zten d. M. hat der feierliche Einzug des Herrn Fürstbischoss Dr. Knauer in Schloß Johannisberg und am Sten nach vorgeschriebenem Ceremoniell die Uebergabe der Temporalien durch den Kreishauptmann von Troppau als Kaiserl. Kommissarius, so wie die Huldigung auf dem Schlosse stattgefunden. Viergenlawird sich der Herr Fürstbischof zur Jubelfeier nach Trebnitz zegaebe a,, Bedürfniß eines Waisenhauses für ume Waisen unserer Stadt, katholischer Konsession, hat bereits am 13. Januar 1842 die
nes Vereins herbeigeführt, in welchem wir die Namen des atussek, Kanonikus Foerster, Baron von Plotho, Kauf⸗ Der Zweck des Vereins ging
ölthäter Gaben und Beiträge die
s Innern für sich und die Bildung der beiden Fonds, so wie für e erwähnte Annahme von Waisenkindern zur Verpflegung und Er ziehung die Genehmigung erhalten. Er besitzt für die einstige Grün⸗ dung des Hauses einen Kapitals Bestand von 10,430 Rthlrn. und gewährt gegenwärtig 12 Waisenkindern Erziehung und Verpflegung in einem ihm unentgeldlich überlassenen Lokale. Die öffentliche Bekanntmachung ist heut, am Vorabend der 60600 jährigen Gedächt
nißfeier der heiligen Hedwig erfolgt.
Liegnitz, 14. Okt. In unserem heutigen Amtsblatte erläßt die hiesige Regierung folgende Bekanntmachung: „Wiewohl die An⸗ lage von lebendigen Zäunen eben so sehr zur Holz⸗Ersparung als zur Landes-Verschönerung gereicht, und wird nur die mit Rücksicht auf Boden-Beschaffenheit geeignetste Baumart gewählt, und die mit der Anpflanzung verbundene Mühe nicht gescheut, sich mit lohnendem Erfolge daran Hand legen läßt: so lehrt doch der Augenschein, daß selbst in holzarmen Gegenden damit nicht vorgegangen wird. Es haben jedoch des Königs Majestät unlängst mittelst Allerhöchster Ka binets Ordre zu befehlen geruht, daß, wo es die örtlichen Verhält nisse irgend erlauben, auf den Domainen⸗Aemtern die Anlage von lebendigen Hecken unternommen werden soll, auch zu dem Zwecke als Beispiel zur Nachfolge dienen zu können. Indem wir darauf mit dem Wunsche, es möge dieser gemeinwichtige Gegen stand der thätigsten Beherzigung aller Landwirthe gewürdigt werden, hinweisen, bemerken wir, daß die Schrift des Herrn Ober Forstmeisters von Pannewitz mit dem Titel: „Anleitung zur Anlage lebendiger Hecken oder Grün- Zäune, Breslau bei Graß und Barth“ einschlägige nützliche Belehrungen gewährt, namentlich ent hält bie Angabe der verschiedenen Arten von Hecken und deren Zweck, e Bezeichnung der zu den lebendigen Hecken geeigneten Holzarten, e Angabe, in welcher Art diese Hecken am sichersten und leichtesten zulegen sind, ferner den Nachweis, wie dergleichen Hecken am zweck— mäßigsten zu erhalten und zu benutzen sind.“
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* 81
1 Di J J I
Waldenburg, im Okt. Landrath waldenburger Kreises, Herr Graf von Zieten auf Adel bach, die von ihm seit neun Jahren bekleidete Stelle und die damit verbundene amtliche Wirksamkeit nieder, um einem anderen Allerhöchsten Rufe zu folgen. Sämmtliche bäuerliche Kreistags-Abgeordnete, an die sich auch nach und nach andere ehrenwerthe Kreis-Einsassen an geschlossen, vereinigten sich an diesem Tage, um dem scheidenden Vorstande des Kreises ihre Gefühle der Dankbarkeit und ein recht herzliches Lebewohl darzubringen. Der Scheidende, der vor neun Jahren von der Kreis-Versammlung einstimmig zum Landrathe er wählt war und das damals ihm bewiesene Vertrauen während der ganzen Zeit seiner Amtsführung nur noch mehr befestigt hatte, dankte mit herzlichen Worten, die bei allen Anwesenden die tiefste Rührung hervorriefen.
Am 30. v. M. legte der Königl.
1 3 5
Elbing, 11. Okt. (E. 3.) Man schreibt der hiesigen Zei tung aus Dirschau vom 12. Oktober Folgendes: Bei einem furcht baren Orkan aus Südwest trieb heute Nachmittag um 1 Uhr eine vom Sturm losgerissene große Balkentraft auf die Schiffbrücke und legte sich so vor dieselbe, daß sie beinahe in einem Halbkreise strom— abwärts gedrückt wurde. Durch sofortiges Ausbringen vieler Ketten und Taue, so wie durch Zusammenknebeln der einzelnen Joche gelang es unter fortwährender Lebensgefahr den Brückenleuten, die Schiff⸗ brücke vor dem Zerreissen zu sichern, auch die Balkentraft stückweise abzubringen. In der Zeit von 3 bis 4 Uhr Nachmittags, wo der Orkan am heftigsten wüthete, mußte die Passage ganz gesperrt wer— den, weil die Wogen des Stroms von der Gewalt des Sturms über den Brückenbelag gepeitscht wurden und man auf der Brücke kaum gehen konnte. Seitdem ist die Passage für die Königlichen Posten und leichtes Fuhrwerk während Tag und Nacht nicht gestört, wohl aber dürfen Frachtwagen nicht eher passiren, bis die Brücke wieder in ihre gehörige Richtung gewunden und die theilweise verloren gegan— gene feste Verbindung der Joche wieder hergestellt ist. Morgen in den Vormittagsstunden wird jedenfalls die Passage für alles Fuhr werk sicher sein. Das Wasser wächst und steht 8 Fuß 8 Zoll. — Die Elbinger Anzeigen melden, daß die Brücke bei Marien— burg über die Nogat am 12ten Nachmittags vom Sturme zerstört worden. Der Sturm muß hiernach bei Marienburg und Dirschau weit heftiger gewesen sein, als hier bei Elbing. Die Brücke bei Marienburg ist übrigens bereits am Freitag Nachmittag wieder her— gestellt worden. ö . ;
folg * rt, 14. Okt. In dem heutigen Amtsblatte liest man lolgende Bekanntmachung des Herrn Ober -Präsidenten der Provinz Sachsen: 6. r Präsider ö! )
9 o * ich ä n en ele Anwesenheit in Sommerda, Kreis Weißensee, habe nehmen Und , die dortige städtische Baumschule in Augenschein zu strebungen 6 iert mich von den lobenswerthen und erfolgreichen Be— zucht und. . agithth in Sömmerda zur Beförderung der Obstbaum⸗ siefern einen e nz der Anpflanzungen zu überzeugen. Diese Leistungen Nitzen unb zn 9 ichen Beweis, wieviel auf diese Weise in kurzer Zeit zum warmes Interesse wt ern ng eines Ortes und seiner Umgebung durch ein beg bitoet tell werde i in Uni enen, be wennde, Torn, gewesen, die öffenen kann. Der dortige Magistrat ist besonders bemüht 6 * i, . hen Wege, Plätze, Triften und Gemeinde- Anger mit 1. ,, zu bepflanzen, und hat zu diesem Zwecke die schon stell ss, zu ei n aumschule, für welche ein besonderer Gärtner ange⸗—
zu einer Pflanzschule für alle Holzsorten, wesche dort nach Boden
ö
und Klima ein gutes Wachsthum versprechen, erweitert. Die städtische Baumschule umfaßt einen Flächenraum von 13 Morgen, und ist im Stande gewesen, in den letzten sechs Jahren 31464 Obstbäume, 3030 Erlenstämme und 5925 Stämme von Kastanien, Ahorn, Atazien, Pappeln, Eschen, Bir ken und anderen Holzsorten zur Anpflanzung zu liefern. Außerdem sind in derselben Zeit 5100 Weidenbaumstämme und 224,520 Stück Buschweiden⸗ Setzlinge an den Ufern der Unstrut verpflanzt worden, welche schon jetzt der Kämmerei-Kasse einen bedeutenden Ertrag liefern, und noch mehr in Zu kunft, so wie die übrigen Holz-Anpflanzungen einen ansehnlichen Gewinn versprechen.
Indem ich diese Leistungen der städtischen Behörden zu Sömmerda mit Anerkennung und zur Nacheiferung hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringe, muß ich jedoch auch des wesenilichen Antheils erwähnen, welcher hierbei dem Herrn Pfarrer Martini in Sömmerda gebührt, indem vorzüg lich seinen Erfahrungen als Baumzüchter und seinem uneigennützigen Be— mühen zum Wohl der Stadt die erfreuliche Zunahme der Obstbaumzucht und Holzkultur in dieser Gemeinde zu verdanken ist.
Auch in den übrigen Gemeinden des Kreises Weißensee ist dieses Bei spiel nicht ohne Nachfolge geblieben, und erst in diesem Jahre sind auf Anregung des Herrn Landraths von Münchhausen in sechs Gemeinden neue Baumschulen angelegt worden.“
Eine zweite Bekanntmachung des Herrn empfiehlt die Bildung von Vereinen zur Abhülfe mangel. Diese Bekanntmachung lautet, wie folgt:
Ober Präsidenten
gegen den Holz
„In den drei Kreisen des Eichsfeldes, Heiligenstadt, Worbis und Mühl hausen sind, unter dem Vorsitze der Herren Landräthe, Vereine gemeinsinniger Männer zusammengetreten, um gemeinschaftlich und in Verbindung mi ihren Gemeinden dem Steigen des schon jetzt für die ärmeren Bewohner sehr drückenden Holzmangels sowohl durch Ersparung in dem Verbrauche, als durch Beförderung des Anbaues und der Pflege des Holzes kräftig entgegen zu wirken. Jeder dieser Vereine hat einen Vorsteher und ihm zur Selte einen Ausschuß von 9 bis 12 Mitgliedern gewählt. Jedes einzelne Mitglied wird einen bestimmten Bezirk für seine Thätigkeit übernehmen und der Verein sich alljährlich zweimal, im Frühjahre und im Herbste, versam meln. Durch die Zunahme der Bevölkerung, die Vermehrung der holzver brauchenden Gewerbe und der Feuerungs-Anlagen ist der Holzbedarf in neuerer Zeit überall beträchtlich gestiegen und wird sich fortwährend ver— größern. Soll dieser vermehrte Begehr den Preis des Holzes nicht erhöhen, so muß außer der Herbeischaffung anderer Arten von Brennumgterialien, wie Torf-, Stein- und Braunkohlen, welche indessen in sehr verschiedenem Maße auf der Erde vertheilt und einzelnen Gegenden gänzlich versagt sind, einer seits der Verbrauch des Holzes gemindert, andererseits durch Vermehrung der Holzkulturen neue Vorräthe erzeugt werden. Daß meistens eine ver schwenderische Benutzung des Holzes stattfindet, daß ohne Schmälerung des Zweckes und der wirklichen Nutzung bei Bauten, bei Feuerungs-Anlagen für Gewerbe, im wirthschaftlichen Gebrauch bei Kaminen, Stubenöfen und Kochheerden, überhaupt bei allen Verwendungen des Holzes eine bedeutende Verminderung des Verbrauchs durch Sparsamkeit und Einführung zweck mäßiger Einrichtungen möglich und zulässig ist, läßt sich eben so wenig in Abrede stellen, wie dies die Holzproduction durch Schonung der Holzkulturen, forstwirthschaftliche Behandlung der Waldungen, Kultur der Blößen und Bepflanzung der Wege, Triften und Aenger beträchtlich vermehrt werden kann. Das Bedürfniß ist allgemein anerkannt; die Ausführung der Ver besserungen und die Bekämpfung entgegenstehender Mißbräuche und Vor— urtheile kann aber nur dann rasch und durchgreifend erfolgen, wenn tüch⸗ tige und wohlgesinnte Männer sich vereinigen, um eben so einzeln, wie ge⸗ meinschaftlich und in übereinstimmendem Sinn durch eigenes Beispiel, Ein= sluß auf ihre Nachbarn und durch Vorkehrungen in ihren Gemeinden jenes Interesse praltisch zu befördern und die gegebenen Grundsätze im Einzelnen durchzuführen. Deshalb bringe ich mit fiendiger Anerkennung und der Hoff nung einer segensreichen Wirksamkeit hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß sich drei solche Vereine in Eichsfelde gebildet haben, und wünsche, daß dieses Beispiel auch in anderen Gegenden der Provinz Sachsen, wo ein gleiches Bedürfniß obwaltet, Anklang und baldige Nachfolge finden möge. Koblenz, 11. Okt. (Rh. u. M. 3.) Mit Trauern schauten auch heute wieder einige Schiffer zu, als ein hübscher kleiner Schlepp⸗ dampfer zwei mächtige, schwer beladene Segelschiffe von Mainz hin ter sich brachte und wie ein Pfeil mit diesen sonst so schwerfälligen, langsamen Ungethümen daher fuhr, alsdann geschickt durch die Brücke schoß, im großen Bogen sich schwenkte und nach der Mosel zu seine Geschleppten absetzte. Mit Trauern schauten das die Schiffer, während jeder Andere freudig darein sah und an den nachher gean kerten „Rhenus“ (Nr. 2 der Mainzer Gesellschaft) eilte, um ihn näher zu betrachten. „Viele Hunderte von Menschen (so hieß es) werden dadurch zurückgestelll! Bei dem heutigen Sturme und kontrairem Winde kann kein Segelschiff fahren; das Segelschiff liegt auch, wann der Rhein hoch ist und die Leinpfade verwässert; das Segel⸗ schiff liegt Nachts und die Gastwirthe verdienen von der Mannschaft;
Segelschiff wird von Pferden und Menschen gezogen, das kostet
el; alle diese Vorzüge und Vortheile bringen Geld unter die Leute, lehren den Menschen Geduld fassen. Jetzt führt ein Schlepp schiff bei allem Wasser, allem Winde, seine Segelschiffe hinter sich, in einem Tage durch immense Strecken, an den Gasthöfen und Ruhe plätzen vorüber macht viel weniger Mannschaft auf dem Segler nöthig die Pferde, welche sonst zogen, weiden am Ufer, die Wirthe schauen betrübt nach wir Schiffer aber bleiben zurück und mögen unsere Schiffe auf den Sand ziehen!“ — So wahr diese Bemerkungen im Munde der Schiffer sind, so bestätigen sie doch nur von neuem die unvermeidliche Nothwendigkeit des Sieges der Maschinenkraft, wo dieselben in Anwendung gebracht werden können.
Ausland. Deutsche Hundesstaaten.
Bayern. Würzburg, im Okt. Se. Majestät der König besich⸗ tigten während der kurzen Zeit Allerhöchstihres Aufenthaltes hierselbst auch den Dom. Die Aufmerksamkeit Sr. Majestät wandte sich dem wohlgelungenen Werke des Herrn Bildhauers Halbig dem Mo numente des letztverstorbenen Bischofs von Würzburg, Friedrich von Groß — zu. Se. Majestät sollen sich über die Ausführung des⸗ selben sehr günstig für den Künstler ausgesprochen haben. Wie wir vernehmen, ist Herr Halbig zur Zeit mit der Vollendung eines 14 — 16 Schuh hohen effektvollen Monumentes für Se. Durchl. der Fürsten Hohenlohe, Jaxtberg ꝛc. beschäftigt.
Baden. Rarlsruhe, 10. Okt. Einer auch von der Grh. hess. Zeitung mitgetheilten Nachricht zufolge soll der sich hier aufhaltende Schriftsteller M. Honek aus Hannover (unter dem Na men M. Cohen bekannt), der Verfasser verschiedener Artikel in der Kölner Zeitung, welche Aufsehen machten, Befehl erhalten haben, binnen drei Tagen das Großherzogthum zu verlassen.
Söllingen (Oberamts Durlach), 5. Okt. (Karls r. 3.) Gestern, den Aten d., hatte auf hiesigem Rathhause die achte Vereinssanimlung der Kirchenfreunde aus den Diözesen Stadt und Land Karlsruhe, Durlach, Bretten und Pforzheim statt. Um halb 10 begannen die Verhandlungen unter dem Vorsitze des Präsidenten, Herrn Professor
Maurer von Karlsruhe, mit Absingung des ersten Verses aus dem Liede: „O heil'ger Geist, kehr' bei uns ein u. s. w.“, worauf der Präsident die Besprechung mit einer einleitenden Rede über die Frage: Wie sich der Geistliche zur Beförderung der Missionssache zu ver⸗ halten habe? eröffnete. Es entspann sich hierüber eine sehr ausge⸗ dehnte Erörterung, nach deren Schlusse der zweite auf die Tages⸗ ordnung gesetzte Gegenstand zur Sprache kam, nämlich: über die kirchliche Feier der Sakramente. Alsdann wurden die Gegenstände der Besprechung für die folgende Versammlung gewählt und die Ver⸗ sammlung geschlossei
St. Blasien, 6. Okt. (Oberrh. 3.) Diesen Morgen ist der Maler Taver Winterhalter in Begleitung seines Bruders Fidel hier angekommen. Es ist eine Freude, diese am Fuße des Feldbergs (in Menzenschwand), also auf dem rauhesten Schwarzwalde, geborenen Landsleute, die sich einen europäischen Namen erworben haben und in Frankreich und England von den Königl. Familien und den ersten Großen des Reichs mit Auszeichnung behandelt wurden, in ihren kräf⸗ tigsten Jahren auf deutschem Boden wiederzusehen.
Kurhessen. Rinteln, 6. Okt. (Han. 3.) An unserem Brücken⸗ bau wird bei der gelinden Witterung noch fleißig gearbeitet. Seit einiger Zeit sind gegen 1090 Arbeiter dabei beschäftigt. Den 19. Sep⸗
tember ist der erste Grundstein, jedoch ohne Feierlichkeit, gelegt wor⸗
den; die Bewirthung der Arbeiter kann man keine Feierlichkeit nen⸗ nen. Die ganze Brücke erhält 8 Pfeiler, wovon 4 in den Fluß und auf die beiden Ufer zu stehen kommen. Jeder Pfeiler wird 41 Fuß lang und 9 Fuß breit. ᷣ
Hohenzollern-Sigmaringen. Sigmaringen, 8. Okt. as heutige Verordnungsblatt enthält folgende Bekanntmachung: Se. hochfürstl. Durchlaucht haben befohlen, Höchstihre anerkennenden ind dankbaren Gesinnungen für die mannigfach dargelegten Beweise vielfältig ausgesprochener Theilnahme und ungetheilt kundgegebenen Mitgefühls auszudrücken, welche der Höchstdieselben getroffene Unglücksfall auf eine Höchstihrem Herzen so wohlthuende Weise her— vorgerufen hat. Es ist Sr. hochfürstl. Durchlaucht nach nunmehr ein⸗ setener und hoffentlich entschiedener Heilung, deren langsamer Ver zig durch das Bewußtsein treuer Unterthanenliebe gemildert
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ein Bedürfniß, sämmtliche Landesangehörige Höchstihres dank
Wohlwollens versichern und auch der freundnachbarlichen Theil
Auslandes öffentlich Erwähnung machen zu Fürstliche Geheime Kanzlei.“
Bezeigungen des
Den 6. Oktober.
Freie Städte. Hamburg, 13. Okt. Die heutige Bör— senh alle enthält eine Uebersetzung des neuen chinesischen Zoll⸗Tarifs nach der amtlichen für die chinesischen und die mit China handelnden Kaufleute bestimmten Ausgabe.
Oesterreichische Monarchie. O Wien, 8. Okt. Bekanntlich ist in unseren Studien⸗ Gesetzen eine besondere Notie über die Sitten der Studirenden ange⸗ ordnet, welche in dem Zeugnisse über den Religions⸗-Unterricht beige⸗ fügt wird. Zur Vermeidung mancher vorgekommenen Beschwerden hat die oberste Studien⸗-Behsrde, behufs der Festsetzung einer be⸗ stimmten Norm zur Klassifizirung der Sitten in den Unterrichts und sprechende Sitten-Note bei den Studirenden, mit der oder schlechten Sitten Note nicht zu verwechseln und auch darauf genau zu sehen ist, daß die Klassifizirung der Sitten bei allen Studien⸗-Ab⸗ theilungen, nicht nach dem Ermessen einzelner Lehrer, sondern von dem gesammten Lehrpersonale vorgenommen, und daß, wenn ein Stu⸗ dirender mit einer zweiten Sittenklasse notirt wird, das Vergehen, durch welches er sich dieselbe zugezogen hat, im Zeugnisse genau an— gegeben werde. Den Schul- und Studien-Zeugnissen der Konvikts Zöglinge ist der Sittenkalkul in der Anstalt von Seiten der Kon— vikts Direction beizufügen. Eine in dem Zeitraume, über welchen ein öffentliches Prüfungs- Zeugniß ertheilt wird, einem Konvikts Zöglinge ertheilte zweite Sittenklasse, zieht für den Schuldigen den Verlust der Befreiung vom Unterrichtsgelde, des Stipendiums, oder der Konvikts-Stiftung, jedoch nicht die Ausstoßung eines bezahlenden Kostzöglings aus dem Konvikte nach sich, wenn er mit Zustimmun der Konvikts-D f eigene Kosten in demselben bleiben kan und will. ere Gründe obwalten, soll der Konvikts Direction gestattet sein, un Dispens vom Verluste der Stiftung aus dem erwähnten Anlasse, bei der höchsten Studien-Behörde fü einen mit der zweiten en⸗-Note belasteten Konvikts⸗Zögling ei zuschreiten.
Nur
O stindien. Aug. Man hat Nachrichten aus Sind aus
etzten Tagen des Monats Juni. Der Emir Mir Schach Ma homed hatte ein 9 Mann wieder gesammelt, um gegen Hyderabad zu n, wurde aber von der unter dem Ober— sten Roberts stehenden Brigade des britischen Heeres bei Schwan am 8. Juni ereilt und gänzlich geschlagen. Der Emir selbst ist gefangen genommen. Am 1. Juni erfocht eine andere Abtheilung der engli⸗ schen Armee, die irregulaire Reiterei von Sind unter dem Obersten Jacob, bei Dad-Puhr über Shir Mir Mohamed gleichfalls einen voll ständigen Sieg. Der Emir befehligte 4000 Mann, welche in die Flucht geschlagen wurden und mit ihrem Führer in die Wüste sich zurückzogen.
Diese einzelnen kleinen Siege haben indeß keine Veränderung in den Verhältnissen hervorgebracht. Die Provinz muß nach wie vor durch militairische Macht okkupirt werden, und ihr Zustand scheint eine immer größere Verstärkung dieser Macht nöthig zu machen. Außer den bereits zum Heere Sir Napier's gestoßenen neuen Trup pen, welche die ganze Streitmacht auf 9006 Mann in Hyderabad, 2700 in Kuratschieh und 3500 Mann in Sukkur brachten, wurden noch ein Regiment und ein Bataillon europäischer Truppen aus Bom⸗ bay erwartet. Sir Charles Napier hat besonders über den Mangel europäischer Offiziere bei den eingeborenen Regimentern geklagt, da dieselben zum größten Theile an der noch immer unter den Truppen herrschenden Krankheit daniederliegen. Der Gesundheits⸗Zustand, na⸗ mentlich im Hauptquartier zu Hyderabad, ist ein sehr unginstiger; weniger herrscht die Krankheit in Sukfur und Kuratschieh. Aus die⸗ sem Grunde und wegen der Ueberschwemmung des Indus und der zahlreichen Kanäle, welche das Land durchschneiden, haben alle . ren militairischen Operationen unterbleiben müssen, unt man ha 2
36 . ? h 36 zu sichern. 0 darauf beschränkt, für den Augenblick nur die Ruhe; (le en Emirs wurde ein Versuch des Mir All Mohamed, eines der ir, 1. von Sind, den Bezirk Chirpore zum Aufstande zu . un arg von Sulkur abgeschickte brilische Truppen -Abtheiluns,
ngefähr 2000
Heer
den zeitigen Emir von Chirpore, Ali Morad, vereitelt.