1843 / 122 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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nicht von der Art, daß er die großen Hoffnungen auf 6 bald ein⸗ tretende vollständige Ruhe des Landes in Folge des Verfahrens der Regierung rechtfertigte, welchen man auf der anderen amn sich gern hingiebt. Versuchen wir, den Gegenstand nach. beiden Rich⸗ jungen hin zu erörtern und wenn auch nicht die definitiven, zukünfti⸗ gen Folgen der letzten Ereignisse festzustellen, was zu gewagt wäre, so doch die wahre gegenwärtige Bedeutung derselben, welche die ge⸗ hegten Besorgnisse und Hoffnungen ausschließt und die wahrscheinlichen Folgen errathen läßt. . . . Die Repeal⸗Bewegung ist nicht so neu, daß die gegenwärtigen zustände in den früheren Entwickelungs⸗- und Uebergangs⸗-Perioden derselben nicht ihre Analogie finden sollten, und wenn die Vergangen⸗ heit der Spiegel der Zukunft, oder wenn aus gleichen Verhältnissen unter gleicher Einwirkung von außen dieselben Resultate folgen müssen, so können wir die gegenwärtige Bedeutung der Ereignisse in Irland am besten aus früheren analogen Zuständen kennen lernen. Die Repeal Krisis im Jahre 1831 ist fast identisch mit der jetzigen von 1843. Sehen wir zu, was damals geschah. Als die Hoffnungen der Irländer, welche sie auf die Wirksam⸗— keit der Emancipations-Akte von 1829 gesetzt hatten, nicht erfüllt wurden, und die Katholiken sich nach wie vor in ihren Rechten be— schränkt, namentlich von aller Theilnahme an den öffentlichen Ange legenheiten ausgeschlossen sahen, erwachte von Neuem die Agitation, welche dem Erlaß jener Akte vorangegangen war, und gab das kaum beruhigte Land neuen Zerwürfnissen preis. Der damalige Zu stand des Landes bot denselben Anblick wie gegenwärtig. O'Con— nell hatte den Ruf: „Repeal“ ertönen lassen, hatte das ganze Land mit einem Netz von Repeal⸗Vereinen bedeckt und herrschte und regierte in Irland wie noch vor acht Tagen. An der Spitze der Regierung stand damals Lord Grey, der Urheber der Reform-Akte; der Lord-Lieutenant von Irland war der Marquis Anglesea und Staats-Secretair war Lord Stanley, welcher damals der Whig Partei angehörte. Die Regierung ließ der Agitation auch damals mehrere Monate lang freien Lauf, und entschloß sich erst zum Handeln, als der öffentliche Friede bedroht schien. Im Monat De zember 1830 sandte Lord Stanley an alle irländischen Magistrats Behörden ein Eirkular, worin erklärt wurde, daß das Gesetz die recht⸗ mäßige Ausübung des Petitionsrechts anerkenne und es dem Volke zustehe, in gesetzlicher Weise Versammlungen zu halten; aber das Ge— setz gestatte keine Versammlungen, welche die offenbare Tendenz hät⸗ ten, den öffentlichen Frieden zu verletzen. Einige Zeit darauf kün digte O'Connell an, daß am 27. Dezember ein großer Aufzug der Handwerker-Vereine durch die Straßen von Dublin stattsinden sollte, und am 25sten erließ der Lord -Lieutenant eine Proclama— tion, welche die Versammlung untersagte, und zwar aus densel— ben Gründen, welche die jetzige Regierung für ihre Unterdrückung des Clontarf-Meeting angab, nämlich „weil die Versammlung den öffentlichen Frieden gefährde und weil mehrere Personen derselben beiwohnen wollten, die bereits an anderen Orten eine aufrührerische Sprache geführt hätten.“ O'Connell veröffentlichte unverzüglich da— mals wie jetzt eine Gegen⸗Proclamation, und bat das Volk dringend, dem Befehle zu gehorchen; er versicherte zugleich, daß die Trennung der Union unfehlbar erfolgen werde, wenn das Volk sich ruhig ver⸗ hielte. „Wenn das Volk“ sagte er, „ruhig bleibt, so verspreche ich ihm, binnen drei Monaten in Dublin einen Verein zu gründen, welcher die englische Regierung zwingen soll, uns unsere Rechte zu geben.“ Ueberhaupt herrscht zwischen der damaligen Sprache und den Maßregeln O'Connell's und den gegenwärtigen eine auffallende Gleichheit. So wie er jetzt nach der Proclamation gegen das Clontarf-Meeting den Plan zur Bildung einer Gesellschaft ankündigte, welche alle diejenigen gerichtlich anklagen soll, die dem Gesetze nicht gehorchen, so bildete er da⸗ mals nach gleicher vorhergegangener Ankündigung eine solche Gesellschaft

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unter dem Namen: „Allgemeine irländische Association zur Verhinderung ungesetzlicher Versammlungen und zur Beschützung des geheiligten Peti tionsrechts.“ Die ser Verein trat am 6. Januar 1831 zusammen, und am Ften erließ schon der Lord⸗Lieutenant eine zweite Proclamation, wel⸗ cher denselben wieder auflöste, „weil unter dem Vorwande, ungesetz⸗ liche Verbündungen zu hindern, derselbe keinen anderen Zweck hätte, als die Ausübung einer Kontrolle über die gesetzliche Autorität.“ Es folgte jetzt ein eigenthümlicher Kampf zwischen dem Agitator und der Negierung, welche eine Proclamation nach der anderen erließ, um dem ersteren jeden Weg zur Fortsetzung seiner Agitation abzuschneiden, die er aber immer wieder in anderer das Gesetz nicht verletzender Gestalt zu erneuern suchte, bis endlich eine Proclamation jede Versammlung, welchen Namen sie führen mochte, untersagte. Als O'Connell diesem Verbot durch ein von ihm veranstaltetes öffentliches Frühstück entgegenhan⸗ delte, welches durch das unmittelbare Einschreiten der Behörden auf

gehoben wurde, erließ die Regierung gegen ihn und sieben andere Repealer Verhafts⸗Befehle, weil er der Proclamation des Lord-Lien

tenants zuwider gehandelt und gegen die Befolgung des Gesetzes kon⸗ spirirt habe. Er mußte für seine Person 10609 Pfd. Caution und zwei Bürgen zu 500 Pfd. stellen, worauf die Anklage-Akten vor die große Jury gebracht wurden. Unterdessen wurde das Parlament er

öffnet, und es verbreitete sich das Gerücht, die Regierung werde von der weiteren Verfolgung O'Connell's abstehen. Trotz der Erklärungen des Gegentheils von Seiten Lord Stanley's auf die desfallsigen Interpellationen im Parlamente blieb der Prozeß wirklich liegen, und es ist wahrscheinlich, daß zwischen beiden Parteien ein Vergleich zu Stande gekommen war. Das Ministerium hatte so eben die Reformbill eingebracht und brauchte, um sie durch— zusetzen, seinen ganzen Anhang, wozu die früher zugesicherten irlän

dischen Stimmen gehörten. O'Connell, noch unter der Anklage, un

terstützte die Regierung mit seinem ganzen Einfluß, und da die Pro

clamation des Lord-Lieutenants, deren Uebertretung die Haupt⸗-Anklage gegen ihn bildete, auf Grund einer temporairen, exceptionellen Akte, der sogenannten „Coercion Act“, erlassen war, so ließ man die kurze Zeit der Wirksamkeit dieser Akte verstreichen und die weitere gericht

liche Verfolgung O'Connell's fallen.

Man sieht hieraus, daß der Prozeß gegen O'Connell im Jahre 1843 durch dieselben Umstände veranlaßt worden ist, wie der von 1831. Es ist wahrscheinlich, daß der jetzige ein anderes Resultat haben wird, denn die Regierung wird ohne Zweifel auf die Aburthei— lung der Jury bestehen, aber der Beweggrund dazu ist derselbe, und der Entschluß der Regierung bietet somit nichts Ungewöhnliches, was die Besorgnisse über eine Herbeiführung von Kollislonen rechtfertigte.

Ist es nun zu voreilig, solche Besorgnisse zu hegen, so kann man freilich auch nicht auf die Maßregeln der Regierung die Hoffnung begründen, daß die vollständige Ruͤhe des Landes unmittel bar ihnen folgen werde. Die Regierung thut nichts Außerordent liches, sondern nur was ihr gesetzlich scheint und was sie immer ge than hat; es kann aber dadurch die außerordentliche Aufregung un ter dem Volke nicht gleich beseitigt, die Ruhe also nicht sofort hergestellt werden. Die Stimmung der katholischen Bevölkerung, was so viel ist als die Stimmung des Volkes in Irland, ist gegenwärtig von der Art, daß die geringste Anregung den Ausbruch eines Aufstandes zur Folge haben dürfte, der indeß durch die Ermahnungen zur Ruhe von Seiten der Volksführer, welche theils die Regierung zu gut ge rüstet sehen, theils von jeher einen Aufstand nicht beabsichtigten, verhindert wird. So lange deshalb die Regierung keinen Angriff gegen das Volk zuerst unternimmt, und das vermeidet sie in jeder Hinsicht, so lange ist ein Aufstand nicht zu erwarten; bevor sie aber nicht in der Stimmung des Volks selbst eine günstige Aenderung hervorbringt, und das ist durch eine gewöhnliche, gesetzliche Maßregel 1

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gegen O'Connell unmöglich, kann die Gährung unter dem Volke

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nicht wohl aufhören. Zieht man dazu noch in Betracht, daß die ganze Thätigkeit der Regierung vorläufig auf diese Maßregel beschränkt bleiben muß, und sie nichts zur günstigeren Stimmung des Volks thun kann, weil sie es durch die für eine Tory⸗Regierung unmögliche Agentschaft der alleinigen Mittel, in Irland zu wirken, durch die Priester und Agitatoren, thun müßte, so bleibt nichts übrig, als der Zeit es zu überlassen, die sozialen Zustände Irlands zu verbessern, durch eine weise Gesetzgebung diese Zeit zu beschleunigen und somit die Stim⸗ mung des Volkes zu besänftigen. Gegenwärtig hat O'Connell durch seine Repealversprechen jeden Einfluß der Regierung auf das Volk unmöglich gemacht, und die Priester haben im Geheimen die Massen für einen Aufstand so weit vorbereitet und organisirt, daß kein auch noch so wohlthätiges Gesetz die Erwartungen der Aufgeregten befrie— digen könnte. Man erkennt dies am besten aus dem Berichte eines Reisenden in Irland, der eine auffallend gleiche Sprache unter der südlichen katholischen Bevölkerung des Landes bemerkte, welche ohne Zweifel von den Priestern ihr eingegeben war.

„Man kann nicht die einfachste Frage thun“, heißt es da unter An derem, „ohne ein Repealgespräch zu veranlassen, und wenn man die alten Weiber auf der Straße nach dem Preise des Schweinefleisches oder der Fische fragt, so verbinden sie mit der Antwort die Gegen frage: Wann erhalten wir unser Recht? Wann wird unser Parla ment sich in Collegegreen versammeln? Auch ist das Volk auf Alles gefaßt. Ueber jeden Punkt, der bei einem Aufstande in Betracht kommen kann, weiß es eine gute militairische Antwort zu geben, und da man diese in den verschiedensten Theilen des Landes fast mit denselben Worten erhält, so läßt sich nicht bezweifeln, daß die Belehrung aus einer gemeinsamen Quelle stammt und auf geheimen Wegen verbreitet ist. Erwähnt man den Aufstand von 1 heißt es unwandelbar: „Das war die Zeit des, Wh skytrinkens! Un— ser Volk lag betrunken in den Gräben und die Soldaten gewannen Jetzt sind wir aber ein nüchternes, mäßiges Weist man auf die Ueberlegenheit der Mili „Sie denken doch nicht, daß wir eine regelmäßige Schlacht liefern werden? Wir werden einzeln in unse ren Distrikten aufstehen und verrichten, was nöthig ist (damit meinen sie, alle Protestanten ausrotten), und wenn die Truppen ankommen, werden sie Alle ruhig hinterm Pfluge finden, während anderswo das selbe geschieht!“ Auch spricht man überall von Ueberfallen und Ab schneiden der Proviantzüge und Streifcorps, von der Besetzung der Hecken am Wege mit Pikenmännern, von der Ueberrumpelung der Kasernen 2c. Eines Morgens erwartete ich in einer kleinen, armseli gen Stadt auf der Straße einen Wagen, und da gerade eine Frau eine Kartoffelbude öffnete, fragte ich nach Wan ren. Sie antwortete höflich, allein ein Mann, der dabei stand, fügte sogleich hinzu: „Nächstes Jahr werden wir .

wußte nicht, was er sagen wollte, und äußerte scherz

Das freue mich, zu hören, allein ich möchte auch wohl wis

„Wir werden weniger sein!“ war seine

leicht den Sieg. und frommes Volk! tair-Disziplin hin, so heißt es:

Weizenbrod

es gebe jetzt 8 Millionen Einwohner, von denen recht gut entbehrt werden könnten. Nachher hörte ich diese furch noch vielmals wiederholen, und der Refrain war ste Protestanten und Katholiken fallen und den Ueberl gehören!“ Ihr Kommissariat ist auch fertig. Jeder, der es ver mag, soll auf einige Tage Kartoffeln und Butter mitbringen. I! Betreff der Waffen verlassen sie sich auf die versteckten Gewehre, be sonders aber auf ihre Nationalwaffe, die Pike, die jeder Grobschmied täglich in Menge verfertigen kann.“

Eine solche Stimmung des s kann freilich keine Hoffnungen auf eine bald eintretende Ruhe rechtfertigen, obschon sie keinesweges einen Aufstand bedingt, der allein von den schlauen Leitern des Volks abhängt.

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Allgemeiner Anzeiger.

Eisen⸗P Zweiter Artikel. Die M 11 26* . 7 169 ü * ĩ

Wohnungen. Die Oeffentlichkeit det. Gedachte Handlung

56 * Imh Verlage von Bekanntmachungen. i Stuhrschen, Berlin, Schloßhla

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O. dam, am Kanal neben der Post, zu habe / Wan e

338 h] Hagelschaden ) cherungs-⸗Gesellschaft zu Schwedt a. d. Die im Laufe des gegenwärtigen Sozietätsjahres vor gefallenen und zur Vergütigung sich eignenden Hagel schäden sind auf „104,513 Thlr. 6 Sgr. C6 Pf.“ und die in dem Halbjahr vom 2. März bis 2. September e. vorgefallenen Brandschäden auf „66,391 Thlr. 16 Sgr. 6 Pf.“ von uns festgesetzt worden. Wir haben zur Aufbringung dieser Summen, und zwar der ersteren eis so wie nach der nen Beitrag von „26 Sgr. 5 Pf.“ und der letzteren

und Mobiliarbrand⸗Versi

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von „4 Sgr. 5 Pf.“ vom Hundert der Versicherungs- 2 Blatt in Oelfarbendruck ausgeführt. = Dessen Handkarte dazu, kol. 4 Sgr. In Partieen 3 Sgr. 96

Durch die neuesten Forschungen des Prof. Dr. Ro- binson und Smith im Orient, namentlich Palästina, und die hierauf gestützte von K. Ritter redigirte Karte HI.“ des heil. Landes ist dieser wichtige Theil der Geogra 16 phie so umgestaltet worden, daß eine besondere Rück sichtnahme der Schulmänner nicht ausbleiben konnte. . Vorliegende Wandkarte in dem, so sehr bewährten Del⸗ ausgeführt, für rühmlichst bekannte Name des Herausgebers bürgt, ist

Summe auszuschreiben beschlossen, und machen dies den geehrten Mitgliedern der Sozietät mit dem Bemerken be—⸗ Hagelschaden⸗ Mobiliarbrand⸗

Nersig ge sesss af zr, , 683,300 Th Versicherungs-Gesellschaft gegenwärtig ) . *

kannt, daß die Versicherungs-Fonds der

) betragen. Schwedt, den 7. Oktober 1843. d , (gez) Meyer, Zierold. C. Lit decke.

, farbendruck Biel ke.

1844

Zwischen den hier anwesenden und resp. den Bevoll— mächtigten der Gläubiger des Kaufmanns J. C. Ah⸗ rends hierselbst, ist zu dem Protokolle vom 28sten v. M. über die Auflösung des Debitwesens, mit der Ehefrau desselben ein Vergleich beredet, und ist zur Herbeifüh— rung der Erklärung über die Annahme desselben, dessen Einsicht, so wie die der Akten, auch abschriftliche Mit⸗ theilung bewilligt ist, ein Termin auf

den 46. Dezember d. J., Vormittags 11 Uhr, ange) eßt, zu, welchem alle nicht präkludirte Gläubiger zur Abgabe ihrer Erklärung sub boena pro omni der

1842

*111 bezielien ö

6 ie 36 . . 9 248 d Benehmigung und der demgemäßen konkursrichterlichen bol technis hes

Bestäti 5 ; Bestätigung desselben, hierdurch vorgeladen werden.

Signat. Güstrow i 6 2 ĩ . . im großherzogl. Stadtgerichte, den

Titerarische Anzeigen. .

Bei Beck C Fraenkel in Stuttgart und Sigma⸗ ringen ist erschienen und durch alie Buchhandlungen zu beziehen, in Berlin (Stechbahn 3), Posen und Vrom̃⸗

berg durch E. 3 Mittler: 1831 . Die Genealogie des Hochfürstlichen Hauses

Hohenzollern. Ein Beitrag zur Geschichte desselben von ö *, Fürstlich hohenzollern hechingschem Archivar. Press: Velinpap. 26 Sgr., ord. Papier 20 Sgr.

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* . * * heiligen nach den besten Hülfsquellen, besonders auch nach den 882 neuen Ermittelungen von Robinson und Smith, ; e, . ittle .

Karte entworfen und herausgegeben von E. Sallmann.

. 2 1 = 8 ö 5 bereits vn Kurf. Hess. Regierung in allen betreffenden Landesschulen eingeführt worden und wird gewiß auch im erweiterten Kreise den ver⸗ dienten Beifall finden.

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Vie Ausgabe der Hefte erfolgt je den 15ten und 151en jeden Monats. ö Lipziz, 1. OQktoher 1843. Die

Wei dldmannsche Buchhandlung.

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113 Nr. 44. enthält u. v. A. auch folgende Oniginal⸗

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Theodor Fischer ist so eben Die

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Landes . , Berlin (Stechbahn , Posen und 71 .

Nitter redigirten

vom Prof. K. J ö 6 Geschichtliche Nachri

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Jahrhundert.

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durch incenz von Bali , 1h 6

deren Vorzüge der ö.

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historisch-kirchenrechtliche von

Ellen dorf.

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1843. 19. Heft. .

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n Großvolen im Nach der Folgenreihe der Jahre geordnet Lukasiewitsch.

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ö. ; Ge an fertigaa⸗ . einer Zeile des

üaum e Anzeigers 2 gr.

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Antlicher Theil.

Inland. Arnsberg.

Dentsche Bundesstaaten. Sammlungen zu Gunsten der aus Bauten. Speyer. Maßregeln in Bezug auf die Hundswuth. Holstein. Kiel. Zusammenkunft von Offizieren des 10ten Bund Armeecorps. Freie Städte. Hamburg. Freisprechung der gen Verbreitung von Schmähschristen Angeklagten. be ck. Fortsetzung der Ostseeblätter.

Frankreich. Paris. Wahrscheinlicher Tag der Ka Befinden der Prinzessin Adelaide. Briefe aus nach Haiti und die daran gelnüpften Hoffnungen der Kolonial-Pe— Die lyoner Seiden-Industrie und die Handels-Verbindungen mit China.)

Grossbritanien und Irland. London. Hosnachricht. Besuche des Großfürsten Michael bei dem englischen Adel. Schreiben aus London. (China und Afghanistan; Irland und die Cito⸗Wahl.)

Belgien. Brüssel. Hof-⸗Nachricht. Convention mit Luxemburg. Vermischtes.

Spanien. Briefe aus Madrid. (Fortdauernd kritische Lage der Dinge; Eröffnung der Cortes; Nachrichten aus den Provinzen; Prüfung der Wahlen.)

Portugal. Schreiben aus ö Gränzen Spaniens und die Mittel dagegen; Aufstand der zu Terres-Novas .

Griechenland. rie st. Ruhe im ganzen Königreiche; Kolokotroni an den König von Bayern gesandt; Athen überreicht dem Kalergis einen Ehrensäbel nebst Dank-Adresse; die Wahlen.

Eisenbahnen. Stettin. Waaren-Transport auf

Handels- und Börsen⸗-Nachrichten. Berli Getraidemarkt.

Durchführung der neuen Gemeinde Bayern. München.

Griechenland Zurücktehren d

Lissabon. (Das Schmuggelwesen an den

Straäflinge

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Bahn. Börsenbericht;

Yi 3 ö Ne . —— (Die Erbhuldigung zu Berlin am 15. Oktober

Das Krügersche Gemälde. (Kunst= und Literatur-Notizen.)

1840.) Schreiben aus Wien. Die Menagerie des Herrn Schreyer.

eilage. Inland. Düsseld orf. Verordnung in Bezug auf die Maßregeln zur Verhinderung der Hundswuth. Köln. Erwerb einer Saline für den Staat. Deutsche Bundesstaaten. Württem berg. Ulm. Herstellung des Domes. K irh een, Fassel. Stände-Versammlung. Grh. Hessen. Darmstadt. Historischer Verein. Aus dem Herzogthum Meiningen. Auflösung der Forst-Akademie zu Dreißigacker Aus dem Nassauischen. Wein— lese. Oesterreichische Monarchie. Briefe aus Wien. (Ver ordnung in Betreff der Militair-Beurlaubung.) und Lemberg. (Verzollung des Tafelglases in Polen.) Frankreich. Paris. Schreiben des Erzbischofs von Loon über den Universitäts⸗Unterricht. Schweiz. Luzern. Bericht der Regierung über die Kloster-Frage.

Altorf. Die Bezirks-Regierung von Ursern verlangt; die guͤtliche Beilegung des Klosterstreites. Bern. Die milizpflichtigen Berner dürfen den Kanton nicht verlassen. Italien. Rom. Alexander de Retz 4. Herbstfeste. Haiti. Schreiben aus Paris, (Aberma lige vereitelte Verschwörung.) Handels- und Börsen⸗Nach⸗ richten. Königsberg, Danzig, Stettin, Breslau, Magde burg, Hamburg und Riga. Marktbericht. Paris. Börse.

Alerandrien. Die Schleuse von Atfs und der für dieselbe geltende

Zolltarif.

Amtlicher Theil.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: Dem Königl. sächsischen Rittmeister von Prentz el, Adjutanter r. Königl. Hoheit des Prinzen Johann von Sachsen, deu Rothen ler-Orden Zter Klasse; so wie dem Major und Train-Rendanten a. D.,, Lange, den rothen Adler-Orden Ater Klasse; desgl. dem Be zirks Feldwebel Findeklee, des 2ten Bataillons (Oels) 10ten Land wehr-Regiments, und dem Capitaind'armes, Unteroffizier Stock des 1sten Bataillons (Königsberg) 1sten Landwehr-Regiments, das Allge meine Ehrenzeichen zu verleihen.

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m ach Anweisungen, ius Friedemann auf die Königlich ie folgenden: iber 300 Rthlr. Nr. 500 200 200

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2191419 welche

300 200 900 1000 wie darin ausdrücklich bestimmt ist, nur

1 spätestens bis dahin

gültig und daher sla

6 nöäà nnch hi noch 81 5*

„Zahlung einzuliefern, widrigenfalls sich

Folgen der Versäumung selbst beizumessen veranlaßt, auf den schon nahen Ablauf der obigen Frist vorzüglich diejenigen Inhaber, welche mit dem Giro Verkehr nicht genau be kannt sind, hierdurch besonders aufmerksam zu machen. Berlin, den 13. Oktober 1843. Königl. Haupt-Bank-Dir gez. Witt. Reichenbach.

Angekommen: Der Kaiserl. russische W Geheime Rath

und Senator von Lubianowsky, von Dr Der General-Major à la Suite Sr.

Rußland, Graf Koucheleff, von Karlsba Der Königl.

1 Dresden.

des Kaisers von

1

Uichtamtlicher Theil. Inland.

Arnsberg, im Okt. Nachdem die Gemeinde⸗-Ordnung vom 31. Oktober 1841 jetzt auch in den Aemtern Fredeburg, Elslohe, Serkenrode und Bödefeld des Kreises Meschede und im Amte Alten rüthen (Landbezirk Rüthen) eingeführt worden, hat dieselbe damit in dem ganzen Kreise Meschede, so wie im ganzen Kreise Lippstadt, mit Ausnähme der Städte Lippstadt, Rüthen und Gesecke, welchen bereits die revidirte Städte⸗Ordnung vom 17. März 1831 verliehen worden ist, gesetzliche Kraft erlangt.

Ausland. / Deutsche Bundesstaaten.

Bayern. München, 23. Okt. Die Zahl der mit dem am 6. Oktober aus dem Piräus nach Triest abgegangenen Dampfboote eingeschifften Deutschen ist nicht so groß gewesen, als man annahm. Manche hatten es vorgezogen, gewöhnliche Schiffsgelegenheiten zu be nutzen, um ihre Mittel nicht völlig aufzuzehren, wozu um die jetzige Jahreszeit freilich einige Selbstüberwindung erforderlich ist, nament lich für denjenigen, welcher die Bequemlichkeiten einer Dampfschiff fahrtsreise bereits kennen gelernt hat. Die Meisten hatten zur Rückreise gar kein Geld. Zu diesen gehörten jedoch nicht blos jene aus dem öffentlichen Dienste Entlassenen, denen die ausbedungenen Rückreisegelder und selbst Gehaltsrückstände nicht aus bezahlt wurden, sondern auch verheirathete Geschäftsleute und Hand werker, die sich aus Mangel an Nahrung (denn kein Grieche läßt seit dem 15. September so leicht mehr bei einem Deutschen Etwas ar beiten) zur Heimkehr entschließen mußten, selbst auf die Gefahr hin, ihrer Ausstände verlustig zu werden. Im Uebrigen melden weder die Briefe der in Triest angekommenen Landsleute etwas Neues über

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Anstalten des In- und ] s nehmen Sestellung dieses glatt an, sür Berlin Expedition der Allg. Preuss Zeitung: edrichsstrasse Ur. 72

ist dergleichen de ung der bereits

e hier eingetroffenen zu entnehmen.

Das Präsidium der Königlichen Regierung vo: ber⸗Bayern läßt folgende Bekanntmachung: „Se. Maje haben mädigst zu genehmigen geruht, daß für die in Griechenland be lichen, größtentheils aus Bayern bestehenden, dem Militair nicht gehörenden Deutschen (einschließlich der Frauen und Kinder unge fähr Einhundert an der Zahl, welche in Folge der jüngsten Ereig⸗ nisse daselbst brodlos geworden sind und, um dem ihnen drohenden Elende zu entgehen, die dringendsten Bitten um Unterstützung zur Rück kehr ins Vaterland gestellt haben, eine Sammlung in allen größeren Städten des Königreichs veranstaltet werde, wozu schleunigst geeignete Co⸗ mités gebildet werden sollen, welche mit dem in München zu bildenden Cen

J. tral-Coömité ins Benehmen zu treten und die eingegangenen Beiträge zur gegen seinerzeitige Rechnungsstellung an dasselbe abzuliefern haben.

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jneten kundgegebenen Allerhöchsten Willensmeinung hat und Residenzstadt

r durch höchste Ministerial-Entschließung vom 20. d. M.

8 Folge die se dem Unterzeich sich unterm Heutigen ein Comité für die Haupt gebildet, bestehend aus 1) dem Unterzeichneten, 2) dem Königl. Kämmerer und Reichsrath Herrn Grafen von Seinsheim, 3) dem Königl. Kämmerer und General-Major von Heideck, 4) dem Königl. Regierungs-Direktor Dr. Fischer, 5) dem Domdechant Ritter von Oettl, 6) dem Koͤnigl. Kämmerer und Polizei⸗Direktor Frhr. von Karg burg, ͤ und Residenzstadt,

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Beben⸗ 7) dem ersten Bürgermeister der Haupt Dies wird mit dem Anhange bekannt gemacht, daß Königl. Polizei-Direktor Freiherrn von Karg, des Kassiers übernommen hat, abzuliefern seien, daß übrigens wegen Anordnung ähnlicher Comités in den Städten Au, Freising, Ingolstadt und Landsberg die geeignete Ver⸗ getroffen worden. München, den 22. Oktober 1843. Prä der Königl. Regierung von Oberbayern. von Hörmann.“ (F. J.) Wie gewöhnlich nach einer mehrmonatlichen Abwesen heit sieht man auch jetzt unseren König täglich einige Stunden der

Bauer. ĩ ö.

Beiträge an den welcher die Functionen

Besichtigung der verschiedenen öffentlichen Bauten widmen, um sich

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von der genauen Vollziehung seiner Befehle zu überzeugen. Mit großer Zufriedenheit soll sich Se. Majestät bei einem dieser Besuche über die innere Einrichtung des neuen Bibliothekgebäudes ausgespro chen haben. Von einem anderen, seiner Vollendung äußerlich rasch entgegengeführten Neubau werden seit einigen Tagen die Außengerüste abgenommen. Es ist dies die Heldenhalle (gewöhnlich Loggia genannt) am Anfange der Ludwigstraße. Eine schon mehrjährige Sage macht diesen Bau zur künftigen Hauptwache. Es ist derselbe jedoch lediglich zur Aufnahme zweier kolossaler Standbilder bestimmt, nämlich jener

Tilly's und Wrede's.

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Speier, 24. Okt. Zufolge eines Reskripts der

(N. Sp. 3.)

Königl. Kreis-Regierung fand sich dieselbe durch das auch in neuerer

Zeit noch häufige Vorkommen der Hundswuth und durch die vielfach erprobte Erfahrung, daß diesem die öffentliche Sicherheit in so hohem Grade gefährdenden Uebelstande nur durch oft wiederholte thierärzt liche Untersuchung der Hunde mit Erfolg begegnet werden kann, ver anlaßt, zu verfügen, daß diese Untersuchung von nun an bis auf Weiteres in jedem Quartale, und zwar in den Monaten Januar, April, Juli und Oktober, stattzufinden habe.

Holstein. Kiel, 22. Okt. (K. Corr. Bl.) Eine große Anzahl jüngerer Offiziere des 109ten Armee - Corps, unter diesen viele der unsrigen, haben sich schriftlich verabredet, im nächsten Sommer eine Zusammenkunst in Hamburg zu halten, um dort die kameradschaftli chen Beziehungen, in welche sie als Mitglieder der deutschen Heeres macht getreten si zu erneuern und zu befestigen.

Freie Städte. Hamburg, 27. Olt. (H. N. 3.) Heute wurde das Erkenntniß des Niedergerichts gegen die peinlich Ange klagten Jambers, Hocker und Meldau publizirt. Sämmtliche Angeklagten wurden, unter Verurtheilung des Fiskals in die Prozeß kosten, von der wider sie erhobenen Anklage der Verfassung und Verbreitung von Schmähschriften freigesprochen. Die Freisprechung begründete sich, abgesehen von einem mehr formellen Punkte, darauf, .

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l das Fundament der peinlichen Klage, der Artikel 4. des Haupt

Das Krügersche Gemälde:

Die Erbhuldigung zu Berlin am 15. Oktober 1840.

Daß der Akt der Erbhuldigung, verherrlicht durch die unsterblichen Worte, welche Seine Majestät König Friedrich Wilhelm 1V. bei derselben an Sein getreues Volk unter freiem Himmel gerichtet, durch die Kunst auch den nachkommenden Geschlechtern zur Anschauung, und somit zur erheben— den Erinnerung an einen der feierlichsten Momente der neueren Geschichte Preußens, überliefert werden würde, wer hätte daran zweifeln können? Wie in dieser Beziehung die Stände die Initiative ergriffen, und wie das vollendete Bild von einer Deputation der Städte und Landgemeinden der sechs Provinzen, welche vor nun drei Jahren in Berlin gehuldigt hatten, Seiner Majestät dem Könige als ein Geschenk übergeben worden, ingleichen, wie Allerhöchstdieselben mit gewohnter Huld und Gnade dasselbe als einen neuen Beweis der liebevollen Anhänglichkeit Ihrer Unterthanen und deren Vertreter entgegenzunehmen geruht haben, ist bereits im politischen Theile dieser Blätter (Nr. 114) erzählt worden. Das Gemälde ist seitdem auch der Betrachtung des Publikums zugänglich geworden, und wir beeilen uns, einige Andeutungen und Bemerkungen über dasselbe vom ästhetischen und fun slkerishhe Standpunkte aus hier niederzulegen.

Professor F. Krüger hat seinen Beruf zum Historien-, Schlachten und Ceremonien-Maler längst und glänzend bewährt. Seine Kunst, die Vielheit zur Einheit zu gestalten, ist wahrhaft bewundernswürdig. Er sucht und weiß auch dem Gelegenheitlichen immer eine höhere Bedeutung abzugewinnen. Wenn Göthe, und gewiß mit Recht, behauptete, jedes Gedicht sei im Grunde ein Gelegenheilsgedicht, wobei es nur darauf an— komme, wie der Dichter das ihm vom Moment Dargebotene geislig verarbeiet und potenzire, so muß dieses noch weit mehr von der Historien- Malerei gelten. Künstler können sonst das Schöne, als real, wenn es sich ihnen nicht darbietet, im Geiste aufsuchen, es sich ausbilden, und kommen so zum Idealen; der Geschichts-Maler aber ist durch den Stoff an die Wirklichkeit gebunden, diesen muß er genau reproduziren, und seine Aufgabe ist nur, von dem positiv Gegebenen des Unschönen so viel auszuscheiden, als ge—

schehen darf, ohne mit der Wahrheit und Charaktertreue des Bildes in Konflikt zu gerathen, dabei aber der geistigen und belebenden Elemente mög lichst eine Menge beizuschaffen, damit Realität und Idealität sich am Ende organisch verbinden wie Leib und Seele.

Krüger hatte bei seinem neuesten Gemälde eine höchst bedenkliche Scylla zu umschiffen. Als Vorwurf des Bildes ist nämlich der Augenblick gewählt, wo der König an die Versammelten die Frage gerichtet hat, ob sie als recht schaffene Unterthanen zur Erreichung Seiner Absichten mitwirken und Mann für Mann in guten und bösen Tagen mit Ihm ausharren wollten, und wie darauf ein tausendfältiges Ja und der Zuruf des patriotischen Enthu— siasmus aus Aller Mund erschallt. Nun geht es aber mit den Physiogno mieen der Menschen beim lauten Rufen oder Singen gerade wie beim Weinen; man kann, wie A. W. von Schlegel richtig bemerkt, das schönste Gefühl haben und macht doch beim Weinen ein garstiges Gesicht; die Züge der Sänger und Sängerinnen verzerren sich beim Singen, wie denn über haupt die Gesichtszüge unedel werden, wenn man den Mund zu gewaltigem Ausruf öffnet. Krüger hat dies wohl gefühlt und daher nur eine verhält nißmäßig sehr kleine Zahl der auf seinem Bilde angebrachten Personen den Mund zum Ja- und Vivat-Ruf öffnen lassen, während die Uebrigen das, was ihr Inneres bewegt, auf andere Weise, durch Entgegenstrecken der Arme, Hutschwenken, Händedruck, Umarmung, Emporheben der Kinder, Legen der Hand auf's Herz oder durch das beseelte Aufleuchten ihrer Augen kundgeben, während der König selbst die Rechte zum Schwur majestätisch gen Himmel hebt. . ö Das Königliche Schloß zu Berlin gehört in die Zahl der schönsten derartigen Gebäude, die es in der Welt giebt. Zwischen den alterthümli⸗ chen Burgen und den Schlössern im Geschmack der Zeit die Mitte haltend, imponirt es durch seine wuchtige Bewältigung gewaltiger Massen und durch das Ebenmaß der räumlichen Vertheilungen. Das Portal, die ganze Höhe des Gebäudes anstrebend, ist eine originellckühne Conception und sucht sei- nes gleichen. Jede moderne Zuthat am Aeußeern dieses riesigen Baues muß eine bildliche Darstellung desselben schmälern. Dieser Uebelstand war nun, da der rothe Baldachin, welcher an die dem Lustgarten zugewendete

Schloßfronte am 15. Okt gefüe r und von dem aus des Königs Majestät die Ansprache an Stände und Volk richtete, als nothwendige Im— provisation des Moments auf dem Krügerschen Gemälde angebracht wer⸗ den mußte, nicht zu vermeiden. Der Luftton kam hier, bei den regenge⸗ saͤttigten Wolken, die den Herbsthimmel schwärzen, als ein willkommenes Auskunftmittel zu Hülfe, um die durch die Verhältnisse gebotene Aus⸗ schmückung des altehrwürdigen Schlosses nicht in allzu grell abstechender Modernität erscheinen zu lassen und das ganze Tableau in ein vom Künst—⸗ ler mit großer Wahrheit aufgefaßtes Helldunkel zu legen.

Im Uebrigen ist Alles auf unserem Bilde wunderbar angelegt, grup pirt, geordnet, gegliedert und das Ganze, trotz seiner in das Unglaubliche gehenden Detail-Schilderungen, dennoch auf den ersten Blick überschaulich. Und das ist es gerade, worin sich die Kunst des tüchtigen Ceremonial-Ma lers erprobt. Die Perspektive ist trefflich berechnet. D

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/ Der Zuschauer hat zu seiner Linken das Königliche Schloß, auf dessen Zinnen die Musiker Fanfare blasen, und kann die Blicke über das unabsehbare Volksgewühl bis zu den menschenbesetzten Dächern der Häuser in der Schloßfreiheit und die Linden entlang bis zum Palais des Prinzen von Preußen schweifen lassen; das großartige Panorama, architektonisch durch das von den Lokalitäten Dargebotene verschönt, schließen die stolz aufstrebenden Thürme des Gen⸗— darmenmarkts, der Werderschen und Hedwigskirche. Viele slaggengeschmückte hohe Masten zieren den Fluß, im Lustgarken flattern bunte Fahnen, Ban— ner und Standarten Alles mit nicht genug zu rühmendem Fleiß bis in das feinste Gewebe hinein durchgemalt. And welches dramatische Leben in Vereinbarung aller vorhandenen so ver schiedenartigen Elemente zu einem Kunstganzen, welche Charakteristit der Massee von? aufgestellten Individualitäten Nlle diese Geslchter sin Por. traits, alle scharf ausgeprägt, dabei meist ganze Figuren und en 4 ture! Die meisten täuschend ähnlich, so daß man ste anf m, ,,, k / j * ifgefaßten erkennt. Neben der mit bezeichnender Wahrheit und . Hꝛuppe Allerhöchsten Person unseres Königs ist, die J hreh ed nnr ager aus die der Mitglieder der Königlichen Familie der , Die Man⸗ dem gesamniten Reiche und? der Stände höchst ma ö