1843 / 125 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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letzt worden, und dies hatte mit solcher Gewalt und

, er n ehe, ergriffen, daß der allgemeine Ruf. und die Stimmung des Volkes für augenblicklichen Beginn eins , en die Türken war, und die Regierung nur an die Spitze sich stel⸗ fen, dem allgemeinen Wunsche entsprechen durfte. Es wäre ihr da⸗ mals leicht gewesen, diesen Augenblick des Enthusiasmus zu benutzen, um die ganze Bevölkerung zu einem nationalen Kampfe fortzureißen, der Auesichten auf Erfolg geboten hätte. Aber der Schach besaß nicht die Geschicklichkeit, diest Stimmung seiner Unterthanen zu be⸗ nutzen, und seitdem ist ihr Eifer so sehr erkaltet, daß er nicht ein⸗ mal mehr auf ihre indirelte Mitwirkung rechnen kann. Gegen die franzbsischen Offiziere, die im Dienste des Schachs gestanden, die nun

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Viertelmeile westlich bei Kanth vorbei, wo der Bahnhof hart neben einem anmuthigen Park sich befindet, vor Mettkau über das Stri⸗ gauer Wasser, östlich bei Ingramsdorf, wo ein zweiter Bahnhof ist, und führt etwa Meilen westlich bei Schweidnitz vorüber, wo der Bahnhof Königszelt liegt, und sodann längs dem rechten Ufer der Polsnitz bis hart an Freiburg. Auf dem mit Ehrenpforten geschmück⸗ len Bahnhofe von Kanth wurde der Zug von den städtischen Be⸗ hörden bewillkommt. Jenseits Kanth öffnete sich dem Auge, als der Nebel sich völlig verzogen hatte, das Gebirge, (links der Altvater Zobten der Ümschauer und Beschauer überall hinter ihm die Eule, vorn der Hochwald, der Sattelwald, etwas rechts die Riesenkoppe, in stets riesigeren Umrissen, je mehr der Zug sich

aber denfelben verlassen haben und bereits zu Konstantinopel ange ommen find, hatte derselbe indeß in jeder Beziehung sich gut benom⸗ men, und ihnen noch bei ihrer Verabschiedung bedeutende Geschenke gemacht, zum Beweise seiner Zufriedenheit mit den von ihnen gelei⸗ steten Diensten. Dieselben sind daher auch voll Lobeserhebungen für ihn.

In den Gebirgen von Kurdistan wohnte seit Jahrhunderten eine Sekte von nestorianischen Christen, welche, eifersüchtig ihre Unabhän gigkeit bewachend und bewahrend, ihre Stellung auf unzugänglichen Bergkuppen dazu zu benutzen wußten, sich gleichmäßig der ottoma⸗ nischen Herrschaft, wie jener Persiens, zu entziehen. Diese beiden Mächte hatten der Reihe nach Ansprüche auf diese Bevölkerung ge macht, die jedoch wegen der Schwierigkeit, in ihre Wohnsitze selbst vorzudringen, nie geregelt worden waren. Nun hat aber die Pforte in den Konferenzen von Erzerum erklären lassen, sie werde nicht län⸗ ger dulden, daß man ihre Rechte in dieser Beziehung bestreite, und dem Pascha von Bagdad wurde der Befehl gegeben, der Oberherr lichkeit des Sultans Anerkennung zu verschaffen. Der Pascha aber sah wohl die Unmöglichkeit ein, gegen die Nestorianer mit regelmäßi— gen Truppen zu agiren, und nahm daher zu dem Behufe der Er füllung des ihm gewordenen Auftrags seine Zuflucht zu einem anderen Mittel, Er ward Banden von herumstreifenden kurdischen Räubern an, die auf vier verschiedenen Punkten in den Aufenthalt der unglück lichen Nestorianer eindrangen, welche, nach kurzem Widerstande, fast sämmtlich niedergemetzelt wurden, während man die Frauen und die Kinder nach ganz Asien in die Sklaverei fortschleppte.

Bei den Türken bemerkt man dort überhaupt seit einiger Zeit eine den Christen unbestreitbar feindselige und mehr und mehr hervortretende Reaction. Von allen Seiten vernimmt man von Insulten und Ver- letzungen, die sie sich gegen diejenigen erlauben, die nicht unter ihrem Joche leben, von Plackereien und Verfolgungen gegen die Rajas. Es scheint sogar, als ob die Behörden diese unselige Richtung der Gemüther noch begünstigen, und das über sein Elend erbitterte Volk sucht sich dafür an den Europäern zu rächen, die es als die Urheber der Reform und die Veranlasser und Werkzeuge seines Unglücks an klagt. Der Fanatismus, der einige Zeit zu schlummern schien, scheint mit neuer Stärke erwacht zu sein.

Dlie Nation hatte nach so vielen Niederlagen und unheilvollen Kriegen das Gefühl ihrer Stärke und Würde verloren; sie glaubte bereits auf immer alle materielle Macht verloren zu haben. Nun hat aber die von Riza Pascha so eben durchgeführte Organisation der Armee, indem er alle Männer, welche fähig waren, die Waffen zu kragen, mobilisirte, den erstaunten Blicken des Volkes 159 200,900 Mann, wohl bewaffnet und mit Allem versehen, gefolgt von einer zahlreichen Artillerie, vorgeführt. Diese immerhin imposante Kraft— Entfaltung, von deren Vorhandensein man gar nicht auch nur die Möglichkeit wähnte, hat nun der Türken wieder eine ziemlich hohe Meinung von ihrer Macht beigebracht, die sie jetzt durch eine auffallende Jnsolenz zu erkennen geben, und zugleich einem vor herrschenden Zuge im Charakter der Türken neues Leben verliehen, nämlich ihrer tiefen Verachtung für Alles, was nicht Muselmann ist. Daraus erklären sich die blutigen Vorgänge, die oben erwähnt wur— /

den, so wie die Prätensionen, welche die Pforte seit einiger Zeit den eurbpäischen Mächten gegenüber zu erheben scheint. Noch neuerlich hatte die Regierung bei Anlaß der beklagenswerthen Geschichte mit dem Arme— nier, der enthauptet wurde, mit unverhohlener Entrüstung das offi⸗ zielle Dazwischentreten des englischen Botschafters zur Verhinderung dieses Aktes der Grausamkeit gesehen, und nun ihre Maßnahmen ge⸗ nommen, um künftig eine Einmischung in ihre innere Verwaltung un— möglich zu machen. Der Große Rath der Pforte hat nämlich in einer seiner letzten Versammlungen den Beschluß gefaßt, daß den auswärtigen Konsuln und Handels -Agenten künstig kein Berat oder Exequatur mehr ertheilt werden solle ohne Einrückung der bisher nie

üblich gewesenen Klausel: „daß sie sich in keiner Weise in die inneren sich gleichstellen oder die Differenz desselt . . und sicheren Fahrt und die Niedrigkeit der hiesigen Platzspesen aus

Angelegenheiten des Landes einmischen können.“ Der Zweck hiervon ist, den Repräsentanten der christlichen Mächte so das Recht zu ent ziehen, Vorstellungen zu machen, so oft die Religion, die Moral und die Humanität von einem despotischen Pascha oder sonstigen Beam— ten verletzt werden. Die Gesandten haben daher gegen diese Neue⸗ rung die kräftigste Opposition erhoben, und werden in diesem Punkte schwerlich nachgeben.

Eisenbahnmen.

Breslau, 28. Okt. Nachdem vor noch nicht siebzehn Mo— naten der erste Spatenstich geschehen, fand heute die Eröffnungs⸗ Fahrt der Breslau⸗-Schweidnitz- Freiburger Eisenbahn statt. Vor mittag 9 Uhr versammelten sich die Direktoren, die Mitglieder des Verwaltungs⸗Raths und Actionaire der Gesellschaft und auf ergangene Einladung die Herren: Ober-Präsident von Merckel und komman⸗ dirender General Graf von Brandenburg, Excellenzen, und mehrere andere Stabsoffiziere, die Präsidenten der Landes Kollegien und der

t

ürgermeister und Bürgermeister, die Direktoren der Geri 9 8 . germeister, die Direktoren der Gerichte, der kadtverordneten-Vorsteher und mehrere Mitglieder des Magistrats

chlesi F ; z . Tie nklhs Gee sshaft und viele andere Notabilitäten der Jegend in den festlich geschmückten Räumen des Empfangs—

hauses des * an ö e ben zwei mit Laub umwundenen Säulen Stadt Vredlau en , . prangte das Wappen unserer guten

und Freiburg lehnte, . Wappen der Städte Schweidnitz f

l

bindung. Kurz vor 10 Uhr be ihrer gegenwärtigen engeren Ver- lität. böl flan mit mehr Verkäufen, loco über 11 Rthlr. p. Ctr. nicht zu machen, Dez. / Jan. 14 Rthlr. Brief, Jan -/ Febr. 113 Rihlr. ge

Jrüßte eines von den Mitgliedern

des Verwaltungs⸗ J e Faches der Graf Burghaus, mit einem fröhlichen

Glückauf, welches das Loos

ö unge ö 6 ö K g. . Versammlung, welche bald kö. der Bahn sei und bleibe, die Ctr. bezahlt. Spärit,us co bis 163 Rihlr. für 19,800 9, bezahlt, in neuen Wege getragen werden sollte . fruchtbaren Ebenen auf einem den Winter Monaten 153 ) Rthlr. zu machen, p. Frühjahr zu 153 Nthlr. schiff bare Welle zu ersetzen bestimmi 6 die von der Natur versagte begehrt. l

J Marktbericht. An der Börse sind verkauft:

vor unsere Thore rücken und den Fl fi and Lie Nähe des Geötrges

t . „Gleiß und die Schä . 8

6 r den frischen TIhilern und ih de g ge gif hen der . zuführen werde. Jeßt nahm age . schneller und

regte Versammlung auf und vörleß ben Bab hoß'nd. wich kreudig er=

hnhof, begünsti 3e5 und 8 C. do. a Cf. 3875; poln. 25 L. 13 1pf. a Ef. 3724 215 X. Fünstigt Son dem 15301 Efé zs, und 19 T. So. 2. Cf. 103. Nagzen inl; is. L. 1247

herrlichsten Wetter, unter Trompetensch ö unter dem Jubelruf von Ta en en Hel an ü erf fen, .

tioe Vorwärts, war die Ehre der Zül 3 e, . Führung des der sie sich würdig zeigte, als sie nicht , ,. gn

Marschall Vorwärts vorüber brauste. Di ; auste. ie Bahn geht i Richtung bis Sadewitz, und mit unbedeutenden ö

theils verhandelt worden sind.

geglichen wird. IAnstand nehme, bald für mehrere Artikel die Fracht von Köln nach Antwerpen noch herabzusetzen, um auch in dieser Richtung dle Gleich heit mit Rotterdam ohne Ausnahme zu bewirken. irrige Behauptung des Precurseur, nur einzelner Güterzug von hier nach Köln zusammenbringen lassen, durch die notorische Thatsache am besten widerlegt, großen Zahl von Transportmitteln auf unserer Eisenbahn, schon so diele hundert Waggons Ladung nach Köln in Anspruch genommen sind, daß die Eisenbahn-Verwaltung große Mühe haben wird, dem Bedürfniß des Handelsstandes zu genügen.

mit den Regulirungen der abgelauf

den. Weizen bleibt alte Waagre begehrt; gelber schlesischer 53 54 Rthlr., 6 . . . 3 7 - r , , 4 . ; Polizei⸗Yr 5 j 6. . 1 weißer schlesischer 56 Rihlr., alter polnischer weißer 3! 5 Rthlr., bunter lizei⸗Präsident, die Abtheilungs⸗-Dirigenten der Regierung, der Ober- 534 54 Rihlr', ordinairer 51 - 52 Rthlr., neuer weißer schlesischer 51 52 Rthlr., gelber 50 —51 Rthlr. p. Wspl. Ok 3. Fermin zu 36, 355 und 35 Nthlr. viel verkauft, schloß gester und der S . itglie Okftober-Termin zu z6, z5* und 33 Nthlr. Siel verkauft, schloß gestern, Stadtverordneten⸗-Versammlung, die Direktoren der ober- nachdem noch zu 35— 353 Rihlr. manches erlassen wurde, 36 Nthlr. Brief und Geld. R n lo6 Große Gerste 72. 73pfünd. 253 26 Rthlr., kleine Gerste 22 23 Rthlr. p. Wspl. Hafer 48pfünd. 16 Rihlr.. Z0pfünd. 17 Rihlr. p. Wspl. Herren Smith, Taylor, Kemp und Hollyoak. infa Ouvertüre: Akademische Erinnerungen, von H. Gödecke.

ohne Umgang, auf I und 72 Rtihlr. p. Wspl. gehalten.

boten, März. April zu 11 Nthlr. p. Ctr. gesucht.

nachträglich am 28sten: 6 L. 1i9pf. inl. Noggen a Ef. 234.

60, 12 L. 129 30pf. und 19 X. 130pf. a Cf. (6). 5 L. 130 -=31pf. n Cf.

21pf. a Cf. (I, poln. 45 L. und 21 L. 122pf. 4 Cf. 217, Erbsen w. 93 X. a Cf. 230 pro Last.

Freiburg näherte, wo, kurz vor Zirlau, das reizend schöne Fürsten stein jetzt in stummer Trauer herüberblickt. In Königszelt hatte sich eine große Anzahl Bewohner von Schweidnitz und der

Umgegend zu Roß und zu Wagen und zu Fuß eingefunden, welche den Ruß mit tausendstimmigen Hurrahs empfingen. Hier zweigt sich . Bahn nach Schweidnitz, fast im rechten Winkel, ab. Einige Minuten nach 12 Uhr langte der Zug in Freiburg an. Ein Musik⸗

Chor in Bergmanns-Gallakleidern und ein Sänger-Chor führten einen von Rieck gedichteten Fest Gesang auf. Die heiteren geräumigen Hallen des Bahnhofes waren bald von den Angekommenen, denen sich die städtischen Behörden Freiburgs anschlossen, erfüllt. Hier wurde ein Hejcuner dinatoine eingenommen. Allgemeiner Frohsinn belebte die Versammlung, in der Se. Excellenz der Herr Ober Präsident von Merckel das Wort ergriff und, nachdem derselbe an die segensreiche und beglückende Regierung erinnert, die alles wahrhaft Gute fördere, Sr. Majestät dem Könige und Ihrer Majestät der Königin ein Lebe hoch ausbrachte, welches, so wie das Sr. Königl. Hoheit dem Prin zen von Preußen und dem Königlichen Hause dargebrachte, mit Be geisterung wiederholt wurde. Auch denen, welche zuerst den Ge danken faßten und mit Eifer und Einsicht und Thätigkeit das Werk gefördert, den Direktoren und dem tüchtigen Techniker wurde ein fröh liches Glückauf bei Becherklang gebracht. Nicht minder ward dem Königl. Kommissarius, dem Sber-Regierungsrath von Heyden ein schallendes Vivat zugerufen. Mit einem Lebehoch, welches er dem „rastlosen Fortschritt“ ausbrachte, erwiederte er seinen Dank. Mit einer kurzen aber inhaltsvollen Rede schloß einer der Direktoren, der Jaufmann Kopisch, indem er bemerkte, daß der Vorwurf, unsere Zeit sei zu materiell, zurückgewiesen werden müsse, zu Ehren unseres Va terlandes, zu Ehren der jetzigen Generation. Anderthalb Stunden später glitt der Zug schon wieder in den Bahnhof von Breslau herein.

Karlsruhe, 28. Okt. Eine Großherzogl. Entschließung vom Iten d. M. verfügt, daß zur Ausführung des Baues der Main Neckar- Eisenbahn innerhalb des badischen Gebiets ein besonderes Bau Amt unter der Benennung „Eisenbahn-Bau-Amt Heidelberg“ errichtet werden soll. Für die Rechnungs- und Kasseführung werden zwei' Main- Neckar- Eisenbahn-Baukassen, die eine zu Heidelberg, die andere zu Weinheim aufgestellt.

Brüssel, 27. Oft. Die Emancipation meldet, daß wichtige

Handelsgeschäfte, welche man der Eröffnung der belgisch rheinischen

Eisenbahn verdankt, seit einigen Tagen in Belgien theils abgeschlossen, Nach diesem Blatt hat Seraing für die bayerschen Eisenbahnen, durch die Vermittelung des bayerschen Konsuls, einen neuen Kontrakt für die Lieferung von 20 Millionen Kilogramm Schienen abgeschlossen; wegen der Lokomotiven ist man noch' in Unterhandlung. Das Etablissement von Couillet soll eben⸗ falls einen Verkauf von 1 Millionen Kilogramm gemacht haben; andere Verkäufe, die sich zusammen auf 5 bis 6 Millionen Kilogramm belaufen, sollen sowohl zu Lüttich als Charleroy, sämmtlich für deutsche Rechnung, stattgefunden haben. Dies ist eine der Eisenbahn gesicherte Bewegung von 30,9000 Tonnen.

2 ntwerpen, 27. Ott. (Köln. 3.) Der Precurseur klagt über die Festsetzung hoher Frachtsätze der belgisch - rheinischen Eisenbahn zwischen hler und Köln und spricht die Meinung aus, daß vormittelst des angenommenen Tarifs unser Platz nicht mit Rotterdam konkurriren könne. Dies verdient eine Berichtigung, damit das han deltreibende Publikum nicht irre geleitet werde. Der Tarif ist so

niedrig gestellt, daß überall für die nach Köln gehenden Waaren Antwerpen im Vortheil gegen Rotterdam ist, und diese Waaren sind viel beträchtlicher als die, welche in der umgekehrten Richtung, von Köln nach dem Meere, versandt werden. Fracht- Verhältniß auf der Eisenbahn nur bei einigen Artikeln nicht günstig für Antwerpen, weil bei den meisten entweder der Transportpreis

Aber auch für diese ist das

Differenz desselben durch den Vortheil der schnellen

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Wir hoffen, daß die Eisenbahn-Verwaltung nicht

. . . Indessen wird die zuweilen würde sich ein

daß, ungeachtet der

gandels- und Börsen-Uachrichten. Berlin, 30— 31. Okt. Unser Kornmarkt war gestern und heute fenen Roggen-Engagements so beschäf igt, daß fast gar keine Geschäfte in anderen Getraide⸗-Arten gemacht wur⸗

m

Roggen p. Regulirung für

Roggen loco von 37 40 Rthlr. v. Wspl. zu bedingen.

Winter-Raps und Rübsen flau und . Rothes Klee gat von 11—15 Rthlr., weißes von 16 —20 Rthlr. p. Ctr. nach Qua⸗

ach und nahe schwimmend.

.

Leinöl 117 Rthlr. p.

Danzig, 30. Okt. amn Heute: Wei⸗

hung Ln tzgrf. . Cf. 330, 85 6. do. Ef, z5z, 12. 8. 1nrf, Cf 3742*

34 Königsberg, 28. Okt. Marktberich t. Weizen 50 —– 65, Roggen

ö. große Gerste 30 —– 32, kleine Gerste 26 330, Hafer 16 = t, graue

Gan . und weiße Erbsen 32— 37 Sgr. pro Schfl., das Schock h 120 Sgr. Die Zufuhr war mittelmäßig.

König von Pren ßen.

Hotel de Prusse.

Hotel de Saxe.

Hotel de Rome.

British Hotel. Hotel de St. Peters bo urg. Kommerzien Rath Griebel aus Stettin.

Hotel de Hambourg.

Landhaus. In Privathäusern.

der gynmastischen Künstler aus London in 3 Abtheilungen. Abtheilung, nach dem zweiten Att des Stücks: ausgeführt von den Herren Smith, Kemp und Taylor. dritte Abtheilung zum Schluß des Stücks: Die magische Stange, oder: Der Antipode, ausgeführt von Herrn Chapmann— gymnastische akademische Exercitien und Gruppen, ausgeführt von den

Symphonie - Soiréen, lichen Kapelle, ; denen nächst den Werken von Haydn, Mozart, Beethoven, Compo sitionen älterer und neuerer Zeit aufgeführt werden sollen. Die erste Soire wird Mittwoch den 29. November (., die zunächstfolgende den 6. Dezember und die ferneren so⸗— dann alle 4 Tage, Abends von 7 bis 9 Uhr, stattfinden. Abonnements Billets zu numerirten Plätzen à 3 Rthlr. Cour. für alle 6 Versammlungen sind in der Musikhandlung der Herren Bote und Bock, Jägerstr. 42, und bei dem Hauswart. der Sing⸗Akademie zu haben. Der Eintrittspreis für eine einzelne Soir e ist à Billet 1 Rthlr.

Breslau, 28. Oft. Getraide Preise. M asu de e, pf. 18hht Mittler: Niedrigster: eizen 2Rihl. 3 Sgr. Pf. 1 Rihl. 25 Sgr. 9 Pf. 1 Rthl. 18 Sgr. 6Pf. Rog K 6 * * 366 22 1 th ** 57

Gers 6 1 * 1 9 6 * 1 1 1 1 „h 1 1 6 1 Hafer K w 1 18 * 9 * K—— 6 *

Magdeburg, 30. Oft. Höchster und niedrigster Getraide⸗Markt= preis pro Wispel.

Weizen: 48 15 Rihlr. Gerste: 297 287 Rihlr. Roggen: 41 40 Hafer: 207 19 *

St. Petersburg, 24. Okt. Waaren-Umsatz seit dem letzten Bör⸗ senbericht: Gekauft: Von gelbem Lichttalg erste Sorte 1065 Fässer zu zi Rub, 470 do. zu 31 Rub., 170 do. zu 314 Rub, von Schaufeltalg 236 Fässer zu 304 Rub. . Paris, 27. Olt. Die Neigung zum Steigen, welche sich zu An— fang der heuiigen Börse zeigte, war von kurzer Dauer; nachdem die Renten einen Augenblick 81. 85 und 121.5 notirt worden, ging die 3proc. auf S1 70, die 5proe. auf 120. 95 herab, und zu diesem Course wurde ge schlossen. Im Ganzen waren die Geschäfte sehr unbedeutend, und der größte TheiJß der Fonds wurde gar nicht notirt.

London, 25. Okt. (leber Hull.) Getraidemarkt. Bei guter Zufuhr von englischem Weizen fand darin ein ziemlicher Umsatz zu reellen Preisen vom Montag statt; die Frage für fremden Weizen zu letzter Noti— rung war unbedeutend. Malzgerste bedang die vorigen Preise, Mahl- und Destillir Sorten fanden aber gar keine Rachtung. Malz zu letzter Noti rung sehr flau. Hafer, Bohnen, Erbsen und Mehl unverändert.

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 28. Okt. Niederl. Gwirkl. Sch. 5115. 576 do. 100 5.

65 99 Span. 18 656 ˖ 390 10. 29155. Hass. 5. Ausz. —. TZinsl. —. Freuss. Präm. Sch. . Pal. e sSterr. 1693.

Antwerpen, 27. Okt. Ziusl.— Neue Anl. 185.

1ILamburg. 390. Okt. Bauk- Actien 1690. Eusl. Russ. 1123.

10 n don 27. okt. Cons. 3995 955. ela. 105 NKeue Anl. 2053. Pas- sive 5. Aus. Sch. 11. 2795 IIoll. 533. 59795 99. 55h Port. 23965 Engl. Russ. 1152. Bras. 73. Chili 100. Columb. —. Mex 303. Peru 23.

Pa ris, 27. Okt. 57h Rente fin eour. 1I20. 95. 3995 do. iu Cour. Sl. .. 59h Neapl. au campt. 108. 60. 595 Span. Reute —. Pass. =

P etersh urg, 24. Okt. Lond. 3 Met. . HHIamb. 345. Laris 1066.

Angehommene Fremde,

Hotel de BrandeböHurg. Baron von Schönguf-Carghath, Königl. preust. Bergwerks-Erpeltant, aus Saabor. Kaufmann Metze, nebst Gemahlin, aus Brandenburg. Köhler, Kandidat des Prediger⸗ Amts, und Madame Köhler, aus Quedlinburg. Pharmaceut Bauer aus Dresden. Student Fabri aus Würzburg.

Rheinischer Hof. Particulier Bruls aus Dalhem. Particuliere Laurenti aus Hamburg. Lient. im 23 Inf. Regt. von G raurock aus Neisse. Kaufleute Neuwirth aus Nürnberg, Mohr aus Fürth, Grah aus Solingen, Eberhard aus Barmen, Listmann aus Magdeburg, Möller aus Hamburg. Fabrikant Kuntze aus Oschatz. Student Fahle aus Arnsberg.

Kaiser von Rußland. Nitiergutsbesitzer von Kurnatow Sky und von Tros aus Posen. Parnculier von Bülow aus Rathenow. Student Jacob sen und Kaufleute Göhricke, Christen und Phi [ip pi aus Stettin, Meyer aus Dresden und Ehnenberg aus Wei ßenfels.

Stadt London. Baron von Lleist, Lieutenant im tsten Garde-Ula— nen- (Landwehr) Regt, aus Potsdam. Partieulier von Arnim aus Breslau. Gutsbesitzer Lindemann nebst Gemahlin aus Posen. Aktuar Althen aus Nothen in Westphalen. Naths Zimmermeister Kuhnem ann aus Cöthen. Kaufleute Wagner aus Gera und Pügler aus Leipzig.

Kaufleute Honig aus Eldena, Huber aus Rürnberg, Peter aus Leipzig und Nupprech! aus Elberfeld.

König von Portugal. M. von Mielzonski, Particulier, und 27 von Mielzonski, Studiosus, aus Chobienie bei Posen. Kaufleute Moses aus Stettin, Fritsch, nebst Gemahlin, aus Halle, Knob lauch aus Magdeburg. Particuliers Frank und von Schönborn aus Graudenz und Blasiuns aus Hannover. Justiz-Kommissarius Weidemann aus Magdeburg. Nentier Bellmann aus Nordhau sen. von Zettlowski und von Horlowski, Studiosen, aus Leipzig.

kanz-Bill. —. . Russ. Hope 902 ö

Rother Adler (Kölnischer Hof). Fräulein von Ende aus Jüterbogk.

Ober-Ingenieur Fritze aus Boitzenburg. Kaufleute Steinhaus aus Krefeld und Erhardt aus Leipzig.

Privatmann von Bredow, nebst Gemahlin und Kaufmann Hummel aus Luckau. Frau Pre Studiosus Freiherr von Meerheimb

Tochter, aus Dresden. diger Krause aus Nackel. aus Schwerin.

Hotel de l'Europe. Prakt. Arzt Gegoro ff aus Kasan in Rußland.

Rittergutsbesitzer Baron von der Hagen aus Prenzlau.

. Koch Raypnaud aus Paris. Mad. Rubel aus Kolberg.

Staöl von Holstein, Kaiserl. russ. Nittmeister, aus St. Petersburg. Landräthin von Jagow und Rittergutsbesitzerin Frau von Hagen aus Hohennauen.

Graf und Gräfin von Hosezéonski aus Posen.

Rittergutsbesitzerin Frau von Strawinska, nebst Tochter, aus Wilna. t von Ahlefeld, Königl. dänisch. Legations Secretair und Kammerjunker, aus Paris. Rittergutsbesitzer von Buchholz aus Rietz.

Oberst Lieutenant von Kalkreuth aus Königs berg, Friedrichsstr. 39 bei Kalkreuth. Landrath Graf Ernst von der Schulenburg aus Kielzenburg, Französischestr. 19 bei Meyer. Haupt— mann Zimmermann aus Posen, Kochstr. 30 bei Zimmermann.

NRönigliche Schauspie!e. Donnerstag, 2. Nov. Der Wildschütz, komische Oper in 3 Akten,

frei nach Kotzebue. Musik von A. Lortzing.

Aiönigsstädtisches Theater. Donnerstag, 2. Nov. Das bemooste Haupt, oder: ssrael. R D

D

er lange Vorstellung Erste Bajaderen⸗Tanz, Zweite und

Lustspiel in 4 Akten, von R. Benedix. Dazu:

Große

Vor Anfang des Stücks:

Oeffentliche Aufführungen. Im Laufe dieses Winters wird abermals ein Cyklus von sechs ausgeführt durch die Mitglieder der König im Saale der Sing- Akademie gegeben werden, in

Comité der Stiftung für Wittwen und Waisen des Königlichen Orchesters. Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

Gedruckt in der Dederschen Geheimen Ober- Hofbuchdruckerei. Beilag

M 125.

787 .

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Beilage zur Allgemeinen Preußischen Zeitung.

Donnerstag den 2m Nov.

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; . E die siebente Versammlung dentscher Nückblicke aul ud. und Forstwirthe,

gehalten zu Altenburg vom 4. bis zum 10. Sept. 1813. * 1 . . Erste Sitzung.

Die diesjährige Versammlung deutscher Land⸗ und Forstwir he, welche in ; (treundlichen, heiteren Altenburg, das sich zu einem solchen Vereinigungs⸗ e. gastseen besonders eignet, vom 4. bis einschließlich 10. September statt 1 gan . intereffanten Erörterungen über landwirthschaftliche Ver and dann * relischen Vaterlande Veranlassung, daß wir uns den Tant eren, ,. zu veidienen glauben, wenn wir in Nachstehendem noch einige n, . Tas werfen, was sich auf diesem, zunächst prattische Zwecke ver= solgenden und in seiner Grundverfa sung wohlgeregelten Kongrese ereignet hat. Bekanntlich war Altenburg schon auf der letzten in Stuttgart , tenen Versammlung. für das laufende Jahr zum Versam nlungs or der Ge⸗ eusch ft bestimmt worden; und wenn man die eigenthümliche Beschaffenheit ird elne gesegneten Landes, welches diese freundliche Dauptstadt umgiekt, den blühenden Zustand, dessen sich gerade hier der Ackerbau 2 bie nn, wirthschaft in allen ihren Zweigen zu erfreuen haben, die Wohlhabenheit und die Intelligenz eines Bauemstandes, welcher schon durch sein ehrenhaftes Festhalten an angestammter Sitte und Tracht weit und breit betann ist, dazu noch die reizende Lage der Stadt mit ihrem majestätischen Resid enz schlosse, an welches sich so manche historische Erinnerungen knüpfen, in Er wägung zieht, so kann diese Wahl nur eine höchst glückliche genannt ne, den. Auch gehört Altenburg durch seine Eisenbahn-Verbindung bereits mit in das große Netz des Welt⸗Verkehrs, welches sich immer weiter über Veutsch

land und seine Nachbarländer ausdehnt. Wirtte dies vielleicht auf der einen Seite mit dahin, daß man sich von vielen Seilen gleichsam angezogen fühlte, so war es auf der anderen für die Stadt selbst eine Ehrensgche geworden, die erwarteten Gäste aufs beste zu empfangen. Die treff liche Ne die zeitigen Voistände der Gesellfchaft, Geheime Nath von Wüste

gierung, 2 Deh. , mann Und Rittergutsbesitzer Dr. Crusius, alle gesellige und wissenschaftliche Vereine, Bürger⸗ und Bauernstand schienen gewetteiserl zu haben, den Lom⸗ menden den freilich nur kurzen Aufenthalt so angenehm und interessant wie P möglich zu machen. Zu den Haupt-Sitzungen war auf einem großen freien Platze vor der Stadt, dem sogenannten Schützen ⸗Anger, eine eigene, , mäßig eingerichtete, mit Tribünen versehene und sreundlich delorirte Ver sammlungshalle erbaut worden, in deren Nähe passende Lokale für die Ver handlungen der verschiedenen Sectionen, so weit diese nicht in dem Haupt- Lokale staͤttsinden konnten, eingerichtet waren, en besonderes Empfangs Büreau sorgte für das Unterkommen der fremden Gäste und gab bereitwillig jeden in Bezug auf die Versammlung gewünschten Nachweis, mehrere zu dem Gegenstande der Verhandlungen in besonderer Beziehung stehende Ausstel lungen waren mit eben so viel Eifer und Umsicht als glücklichem Ersolg vorbereitet worden, und die eigenthümliche Sitte des wackeren Bauernstandes gab Gelegenheit zu heiteren Festlichkeiten, welche, eben weil sie gerade von diesem ausgingen, ganz im Geiste der Versamnilung waren und vielleicht in ahnlicher Weife an keinem anderen Orte hätten stattfinden können.

Kein Wunder also, daß die im Laufe des Sommers wiederholt ergan⸗ gene Einladung des Vorstandes der Gesellschaft in ganz Deutschland und selbst in den Nachbarländern den erfreulichsten Anklang gefunden hatte: Bis zum Abend des 3. September war die Zahl der, Mitglieder der Ver sammlung nach den amtlichen Verzeichnissen schon bis auf 354 gestiegen; am 4ten, als am Eröffnungstage, belief sie sich auf 707, und beim Schlusse der Sitzungen, am 109ten, waren im Ganzen 92 Theilnehmer gezeichnet. Zonäch war diese siebente Versammlung deutscher Land- und Forstwirthe von allen bisherigen die am meisten befuchte. Und unter den Gästen be⸗

fanden sich nicht nur eine Menge Rotabilitäten vom Fach, sondern auch eine ziemliche Anzahl Beauftragte verschiedener Fürsten und Regierungen, wie namentlich Sr. Majestät des Königs von Dänemark, Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs von BZachsen, Wenmar, der Noöniglich ptenßischen, der Vö⸗ niglich sächsischen und der Herzoglich nassauischen Regierungen, Jo wie Ab geördnete vieler landwirthschaftlichen Vere nne aus allen Gegenden Deutsch fands. Die Versammlung bekam aber diesmal auch noch dadurch einen ganz eigenthümlichen Charakter, daß man unter den Mitgliedern eine große Jinzahl Bauern des Landes bemerkte, welche durch ihre Nationaltracht und durch ihr gemessenes, viel Intelligenz und höhere yvraktische Erfahrung in ver Landwirthschaft verrathendes Wesen einen besonders günstigen Ein= pruck machten. Auch hatten sich für diesmal zwei Frauen als Minglieder ves Vereins gemeldet und waren als solche zugelassen wonden. Daß. übri gens die Damen, welchen der Zutritt zu den Haupt— . 1 besonders für sie eingerichteten Tribüne gestattet war, sobald sie . von einem Mitglied eingeführt wurden, überhaupt große Theilnahme an dieser Festversammlung zu Ehren der deutschen Landwirthschast an den Tag legten, bedarf kaum einer besonderen Erwähnung. . .

Die erste Sitzung fand, wie gesagt, am 4 September statt, und ward vom ersten Vorstande der Versammlung, dem Derzoglich altenburgischen Geheimen Nathe, Herin von Wüstem ann, mit einer Nede eröfnnet, in welcher er die Versammelten im Auftrag des regierenden Landesherrn und der Stadt Altenburg willkommen hieß und unter Bezugnahme auf eine an die Theilnehmer bereits vertheilte Druckschrift: „Nachrichten über den Bezirk pez Kreis Amts Altenburg“ und auf einige in der Versammlungs, Halle aufgehangene Flurkarten über mancherlei eigenthümliche Verhällnisse des Herzogthums Sachsen Altenburg erläuternde Auskunft ertheilte. Wir wollen aus Fiesen interessanten Mittheilungen das Charakteristische ausheben.

Den sächsischen Rautenkranz“, sagte unter Anderem der ehrenwerthe Red ner, „hat in verschiedenen Zweigen eine lange Neihe refflicher Regenten getragen. Seit Jahrhunderten haben Recht und Gerechtigkeit, Religion und Gewissensfrei heit, Unterricht und Wissenschaft ihre Altäre in diesen Ländern aufgeschlagen; seit Jahrhunderten herrschten Ordnung und Mäßigung im Stagtshaushalt und seinen Ansprüchen, werden Gewerbe, wird die Landwirthschast befördert, wird und bleibt dem Rittergutsbesitzer, dem Bürger, dem Bauer, jeglichem Stande, seine Ehre.“

„Mäßigen Umfangs, wie die sächsischen Länder sind, haben sie sich frei gehalten von Extremen und gefährlichen Experimenten, die Geschichte weiß nicht eben viel Einzelnes von ihnen zu erzählen: aber ihre Jahrbücher ha⸗ ben sich rühmen können (und können es wohl noch!), daß in ihnen gut wohnen, gut Hütten bauen 6st

„Sic treffen bei uns manche alte (ob auch veraltete?) Einrichtung; Sie begegnen auch mancher, neuen, und, wenn Sie manches Neue nicht fin den, so rechnen Sie es weniger der Unkenntniß seines anderweiten Bestehens, als einer noch absichtlichen Zurückhaltung zu.“

„Als wir erwogen, was zunächst wohl Ihre Ausmerksamkeit auf Alten burg gelenkt haben möge, waren wir nicht zweifelhaft, es sei die hiesige Landwirthschaft, namentlich jene der bäuerlichen Grundbesitzer, begin nend vom 4. bis 6 spännigen Bauer und Anspänner, und endend mit dem bescheidenen Kuhbauer und Gärtner. Darum gestatten Sie ein Wort zum näheren Verständniß!“

„Große Domainen, große Nittergüter wie im Norden Deutschlands giebt es nicht in diesem Umkreise. Das Domaniagl Vermögen des Landes⸗ herrn ruht hauptsächlich in den Forsten des westlichen Kreises des Herzog⸗ thums. Aber Sie treffen auch jene Güter-Zertrümmerung, jene Ackerzer⸗ stückelung nicht, wie in manchen Theilen des Süden. Auch die Bauerngüter in diesem Kreis sind geschlossen, und sie werden es so Gott will wohl bleiben; an waljenden Grundstücken neben ihnen zum aushülflichen Bedarf fehlt es nicht; das Güterschlachten, als es sich neuerlichst bei uns einnisten wollte, wurde in der Geburt erstickt.

„Die, altenburger Bauern sind wendischen Ursprungs; die Eigen- thümlichkeit ihrer Tracht und Si sspet eine heitere Staff f . , ; ht und mancher Sitte bildet eine heitere Staff age, auf kenn Schaußlaß ihrer Wirfsamsei. Aber der Altenburger ist, ein fleißiger Landwirih, der den trefflichen Boden, den die Vorschung ihm anvertraut, wie ein Kleinod über Alles liebt, und unermüdlich und verständig bearbeitet; er ist zu Hause und außer dem Hause auch sonst ein guter Wirtl Sit werden unseren Landmann näher kennen, Si . ö ie , , . „Sie werden ihn vielleicht schätzen ernen. Vergebens fragt man auf den meisten Gütern nach Branntwein; aber man hört auch selten seine Begleiter, das wüste Fluchen oder S hwö' ren. Ein Trunkenbold ist eine nicht häusige Erscheinung.“ ö . „Der Wohlst and, it solid, getragen von einem regelmäßig eingreifenden Fleiß aller Familien Angehörigen, von Verträglichkeit und Bildung. Ordent=

liche Prozesse sind selten. Die Hausfrau steht dem Departement des Innern ziemlich selbsiständig vor; der Bauer (d. h. bei uns der Bauerngutsbesitze) dem Auswärtigen, Beide dem der Finanzen. Und sollte Ihr scharser Blick neben dem Licht auch Schatten sinden, oder sollten Sie so Etwas lesen in der Schrift unferes würdigen Kirchenrath Hempel in Stünzhain über die Altenburger Bauern (die ich Ihnen wohl empfehlen möchte) denn ich selbst mag nicht aus der Schule plaubein, nun so ist ja kein Gemälde ohne Schatten, und ein wohlvertheilter Schatten erhöht ja nur die Wükung des icht! „Die Geschlossenheit des Bauerngutes bedingt, daß nur Ein Kind es im Erbgang erhalten kann. Nach einer Regel des deuischen Nechts: Der Aeltere iheilt, der Jüngere wählt, ist bei uns, nach tiefeingewurzelter Natio⸗ nalsitte, der jüngste Sohn der Kühr⸗Erbe.“ „Der jüngste! denn er ist beim Tod des Vaters voraussetzlich der mindest versorgte, der hülsloseste. Ist er noch minderjährig, so bewahrt die Treue seiner Miterben das ganze Erbe ungetheilt bis zu seiner Volljährig⸗ keit. Dann erst erfolgt die Erbtheilung: selbstredend in eigenthümlicher Weise, eben wegen der Untheilbarkeit des Haupt Erbstücks. Die Verwandten, der Richter (d. h. der Ortsrichter, nicht der studirte) berechnen die ganze Erb schaftsmasse und wägen nach den Verh ltnissen ab: wie viel der Stamm⸗ halter, der künftige Gutsbesitzer, an baarem Gelde und durch Borgen auf

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das Gut an seine Miterben abgeben kann, ohne die Existenz des Familien gutes zu gefährden. Sie würdern nach die sem Maßstab das Gut, und hr Urlheik besteht in den wenigen Worten: „„Dafür kannst Du's neh⸗ men, und dafür könnt Ihr's aten.“ Dabei hat es sein Bewenden; ge richtliche Erbfonderungen bilden die Ausnahme. . . .“

„Zu Ehren des Stammhauses bringt mancher Einzelne Opfer, die stark ins Gꝛwicht fallen. Aber die Ueberzeugung vom allgemeinen Nutzen, die Liebe zur Erhaltung des Familienstammes, in welchem der Einzelne gern aufgeht, die Sitte, stehen erleichternd zur Seite. . .. .

Mit dem Lehngeld beim Eibgang wird es nicht so genau genem— ss erbt ein Gut viele Geschlechter

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men, auch nicht vom Lehnherrn; und so e hindurch in Einer Familie fort. Vies begründet eine in der That unver

sennbare Aristokratie im Bauernstande, und die Eigenthümlichkeit, daß, wenn ein Gut in andere als der Familie Hände kömmt, lange Zeit nicht nur das Gut nach dem vorigen Besitzer genannt, sondern im gemeinen Le ben sogar der neue Besitzer nach dem vorigen umgetauft wird.“ . „Wegen Zusammenlegung der Grundstücke besteht gegenwärtig noch kein Zwangsgesetz; bei der großen lnhänglichkeit des Landmannes zur angestammten Stolle wollte mans das Bedürfniß, das Verlangen redender werden lassen. Man sucht sie jeßt nur noch mittelbar auf mancherlei Weise

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zu befördern. . ..“

„Unser Notizenheft wird Ihnen ergeben, daß für Kirche und Schule ausreichend (um nicht zu sagen: reichlich) gesorgt wird. Sie werden sehen, daß die Communicationswege meist in guten Stand hergestellt sind. Sie weiden von Almosenbittenden nicht eben heimgesucht. Wohl aber würde eine Geschichte unseres Armenwesens für Manche unter Ihnen nicht uninteressant sein; denn wir haben 20 Jahre bis 1818 im Armenwesen einem überschwänglichen Sostem von Philanthropie gehuldigt und waren auf dem besten Wege, über den einzelnen Armen den Staat verarmen zu sehen. Jetzt gilt der Grundsatz: Jede Gemeinde sorgt für ihre Armen, und die durch dieses Prinzip allzu gedrückten Gemeinden empfangen einen Zuschuß aus der allgemeinen Landes Kasse.“

„Die Abgaben im Herzogthum überschreiten nicht das mittlere Maß

und mögen, nach dem Erfolge zu urtheilen, weder drückend, noch übel ver theilt sein. Die Finanzen sind in Ordnung und gewohnt, ihr Interesse nicht blos nach Prozenten zu berechnen.“ ; . Dir Hanpt-Bestandtheil der D omainen, die Forsten, liefern einen ansehnsichen Ertrag ohne Anwendung durchgreifender Auctionen. Sie sind unter der einsichtsvollen Mitwirkung des Herrn Forstmeisters Cotta aus Tharand so eben vermessen und taxirt worden.“ „Das Herzogthum Altenburg ist kein fab riktreibendes Land. Han⸗ del und Gewerbe ist die Regierung bemüht, den Städten noch vorzubehal ten. Den Städten an oder in der Nähe der Eisenbahn wird dieser mäch tige neue Hebel und Negulator des Verkehrs, diese gewaltige Nivellirungs— Maschine, für die nächste Zeit schwierige Räthsel geben; aber auch sie müssen gelöst werden, und es gilt die Augen öffnen, Und rasch handeln, Unser Landwirth kann etwas ruhiger zuwarten: aber auch er wird sein bisheriges Betriebs System zum Theil sehr ändern müssen. Und dazu fehlt es ihm weder an Speculationsgeist noch an Einsicht.“

„Von landwirthschaftlichen Gewerben wäre vorab die Bierbrauerei zu erwähnen, die in allen Städten des Landes schwunghaft betrieben wird *); während das Datum ihres jüngsten Emporblühens (der Beginn des Zoll Vereins) zugleich den Rückgang der Branntwe inbrennerei bezeichnet.“

„In allen Fragen der Verfassung und der Verwaltung sind Regie⸗ rung und La ndschaft bei uns in herzlicher Uebereinstimmung, und es kann wohl nirgends ein einträchtigeres sammenwirken, ein größeres gegen seitiges Vertrauen zwischen Herrn und S

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tänden obwalten, als bei uns. Die Nachbarländer, meist stammbefreundet, erleichtern sich die Staats-, die persönlichen Zwecke, im dienstwilligsten Austausch und Verkehre, zu gegen

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seitigem Frieden....“

Nachdem der Redner in solcher Weise die allgemeinen Verhältnisse und die Besonderheiten des altenburger Landes überblicklich geschildert, kam er auf die gegenwärtige Stimmung Deutschlands überhaupt zu sprechen, wie es auch dort allwärts heitere gemüthliche Bilder von Volksglück, von Volks liebe, von Unterthanentreue gebe, Bilder in verschiedener Zusammensetzung von abwechselnder Zeichnung und Tongebung, deren Charakter, deren Ge präge sich aber wiederholt, und schloß mit folgenden erhebenden Worten;

„Ja! die zum Fürstenschutz hingeopferte Bürgershsand, welche die Stadt Altenburg in ihrem Wappen führt: sie wohnt in allen Städten und in allen Dörfern Deutschlands! und die Prinzen-Eichen, die in unserem Schloßgarten an die Rettung der Stammväter unseres Sachsenhauses durch den treuen Köhlersmann mahnen, Deutschland zählt deren viele in seinen Gebirgen, in seinen Auen!“

„Es ist wahr, unser Vaterland gehorcht vielen Fürsten und hat man cherlei Verfassungen; es wurde oft von Parteiungen zerrissen und abge schwächt; seine Söhne waren nicht immer Brüder. Und die große tausend jährige Feier, die wir jüngst begingen, sie hat Jedem von uns Gemälde vielfacher Unzuträglichkeiten, Verwlckelungen und Nachtheile, manches Nacht?, ja manches Grabesstück vorgeführt als unwillkommene Früchte sener politischen Zerspaltung. Aber jene Feier lehrte uns auch, daß diese Zertheilung unser Volk vor vielen bitteren Abwegen anderer Nationen be⸗ wahrte; sie lehrte uns, daß: nicht tropz ihr, sondern eben durch sie!

wir in Bildung, Gesittung, Wissenschaftlichkeit, in einem mäßigen Wohlstand nicht hinter dem Höhepunkt anderer, Völker zurückgeblieben sind; daß diese Güter nebenbei ein möglichst gleichvertheiltes Gemeingut aller Klassen und aller Gegenden bilden, getragen und gehoben von einem kräftigen Bürgerthum und Bauernstande; sie Lehrte uns, daß bei uns Gewalt und Unrecht bald genug ihren rettenden Gegendruck in dem Ge⸗ sammtgefühl der Nation finden; sie lehrte uns, daß unser Deutschland die Geburtsstätte wichtiger Erfindungen ist, und in seinen geistigen wie materiellen Erzeugnissen je länger je mehr mit anderen Völkern wetteifert.“

„Und sollte nicht gerade jetzt ein innigeres Band um alle Aeste und Zweige unseres Eichbaums geschlungen sein, als in Jahrhunderten? sollte er nicht gerade jetzt tiefere Wunzeln schlagen sollte nicht in der gewonnenen gleichmäßigen Vertheilung des Wohlstandes und der Kultur unter die Einzelnen, wie sie vorzugsweise unserem Deutschland eigen, die sicherste Bürgschast liegen vor den uͤngethümen des Pauperismus Kommu⸗ nismus und Sozialismus, diesen Hodern, die gerade jetzt in anderen Län⸗ dern ihr verderbliches Haupt erheben?“ . ,

„O ja! so sei der Name unseres Vaterlandes auch auf unsere Fahnen hoch aufgesteckt! so arbeite Jeder, von uns vertrauens voll und freudig zur Ehre, zur Verherrlichung des geliebten Vaterlandes! Jeglicher in seinem

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) Am Montag den 4. September erschien gegen Abend unter dem vogenden Menschengewühl auf dem Schießanger zu Altenburg ein ge— schmückter Frachtwagen mit einem ehenfalls geschmückten ansehnlichen Fasse, bas mit tuefflichem Lagerbier gefüllt war. Es war eine Probe aus der dortigen Kommun-Brauerei, welche die Anwesenden unter harmloser Fröh— lichkest sehr probat zu finden schienen.

Beruf, aber Alle zusammen, wie Einer, für's Ganze, denn das Ganze baut sich auf aus dem Einzeluen und hilft diesem wieder im Schutz und Trutz. Auch unser Beruf führt zu Deutschlands Ehre, zu Deutschlands Frommen 3

An diesen gesinnungsvollen und ideenreichen Vortrag knüpfte der zweite Vorstand Herr Dr. jur. Erusius (Gutsherr auf Salis und Rüdigs dorf) sei⸗ nen Bewillkommnungsgruß und die Versicherung, wenn auch untergeordne⸗ ter, doch redlicher Mitwirkung für die Zwecke der Gesellschast, wie sie deren hochverdiente Gründer aufgestellt und wie sie, nach den bisherigen amt⸗ lichen Jahres-Berichten, viele ausgezeichnete Mitglieder der früheren Ver⸗ sammluͤngen unter allgemeiner Theilnahme zu verwirklichen gesucht hätten. Hierzu trage auch der Wechsel der Versammlungsorte nicht wenig bei. Denn so viele Vergleichungspunkte z. B. das gesegnete Württemberg, in welchem sich die vorjährige Versammlung unter der vortrefflichen Leitung der Herren von Gärtner und von Weckherlin so wohl befunden habe, mit den reichen Fluren Altenburgs darbiete, so gäbe doch auch die dortige Zerstückelung des Bodens mit der diesseitigen Heschlossenheit der Güter einen auffallenden Kontrast. Darum werde es auch in Altenburg nicht an Aufforderung zu interessanten Verhandlungen fehlen, dort, wo die Wohlhabenheit eines biederen Mittelstandes und einer ehrenwerthen Bauern- schaft der Versammlung so viele erwünschte Theilnehmer zuführe. Indem er nun die geehrte Verfammlung bitte, seine ihr gewidmete und zur Ver⸗ theilung bereit liegende Druckschrift „Fragmentarische Nachrichten über die landwirthschaftlichen Verhältnisse der Rittergüter Salis, Rüdigsdorf und Neunhof nebst Zubehörungen“ gütig aufzunehmen, ersuche er zum Schlusse nur noch Ferin Staatstath Fifcher, den Vortrag besser und ergreifender fortzusetzen, als er es selbst vermöge.

Nun bestieg Herr Staatsrath Fischer aus Birkenfeld die Redner⸗ Bühne und führte den eben vernommenen Vortrag in der beredten Sprache des Herzens weiter. Die Vergleichung der schweren Besorgnisse bei der Trennung der letzten Versammlung und, der Fülle der Segnungen beim jetzigen Wiedersehen lenkte den Dankesblick des Redners zuerst auf Gott, an dessen Walten der Landwirih so oft und so nachdrücklich erinnert wird. Hierauf ging der Redner zu den Gründen der auf seinen Vorschlag er⸗ folgten Wahl Altenburgs zum diesjährigen Versammlungsorte über, hob unter diesen die väterliche Fürsorge des Herzogs Jo seph für die Ehre und das Gedeihen der Landwirthschaft in seinen Landen hervor, und brachte Sr. Durchl. dem Prinzen Georg, als anwesendem Stellvertreter des jetzt noch durch edle Pflichten von seiner Residenz fern gehaltenen re⸗ gierenden Herzogs die Versicherung des Dankes und Vertrauens im Namen der Versammlung dar, welche sich darauf, dem Redner beistimmend, zu einem dreimaligen Hoch für Herzog Joseph und das Herzogliche Haus erhob. Nach dieser Begrüßung des Herrn im Hause wendene sich der gemüthvolle Nedner an die anwesenden, unter Seinem Schirm in glücklichem Wohlstand lebenden Bewohner desselben, bei denen die Ver⸗ sammlung „nicht die Schule, sondern das Leben der La ndwirth⸗ schaft“ suchen wolle und sich nun auf sinnige Weise eingeladen sehe za einem Hochzeitfeste, dessen trauliche Feier auch den aus der Ferne Gekom— menen die Rechte von Familien Gliedern einräume. Hierauf die Genossen der Versammlung begrüßend, erinnerte er an die Gemeinsamkeit des Stre— bens nach Wahrheit und des ernsten Berufes, daß mit der Mehrung der Bevölkerung auch die Mehrung des Brodtes gleichen Schritt halte. Das rothe und das blaue Band sei nur der äußere Kreditbrief, der seinen Werth und seine Geltung erst durch das Herz erhalte, das darunter schlage.

Nachdem der Redner unter dem Beifall der Versammlung abgetreten war, nannte der Vorstand der Versammlung Herrn Professor Schweitzer

zu Tharand als ersten und den Protolollführer Herrn Ed. Lange als zweiten Geschäftsführer der diesjährigen Versammlung, und forderte daun letzteren auf, das Verzeichniß der SJuveraine, Regierungen, Gesellschaften und Vereine, welche Abgeordnete zur diesjährigen Versammlung gesendet haben, so wie die Namen dieser Abgeordnelen selbst vorzulesen.

Als darauf der Herr Vorsitzende die Bildung der gewöhnlichen fünf Sectionen in Antrag brachte, erhob sich Herr Dr. Jakobi aus Kaufungen, mit dem von Herrn Pogge aus Ziersdorf in Mecklenburg unteistützten Antrage, daß die allgemein interessanten Fragen, deren Verhandlung stets so anregend und belebend wirle, nicht an die Sectionen gewiesen, sondern so weit als nur möglich in den Haupt-Sitzungen vorgenommen und durch⸗ sprochen werden möchten.

Nach einer kurzen Diskussion, woran die Herren: Kämmerer von Clo⸗- sen (aus Gern in Bavern), Geheimer Kriegsrath Menzel aus Berlin, der Präsident und der Antragsteller theilnahmen, entschied sich die Versammlung für die Erneuerung der gewöhnlichen fünf Sectionen, worauf der Präsident

) Herrn Geheimen Ober-Regierungsrath Lette aus Berlin, die Konstituirung der Section für Ackerbau in der Haupt-⸗-Sitzungshalle,

2) Hern Ober-Forstrath Dr. König aus Eisenach, die Konstituirung der Forst-Section in der Aula des Josephinums,

3) Herrn Oefonomierath Bronner aus Wiesloch in Baden, die Konstituirung der Section für Wein- und Obstbau in den Räumlichkeiten der Freimaurer⸗L

) Herrn Wirthschaftsrath Waniek aus Prag, die Konstituirung der Section für Viehzucht in der Haut Sitzungshalle, und Schulze aus Jena, die Konstitui⸗

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rm eh 1 technische Gewerbe ebenfalls

820 O ge,

5) Herrn Geheimen Hofrath Di rung der Section für einzuleiten bat.

Hierauf betrat Herr Kammerherr von Breitenbauch aus Ludwigs hof bei Rains die Rednerbühne und empfahl den Versammelten, unter Hervorhebung der Unbestimmtheiten und Abweichungen in den Ansichten der the felbst, oft über die einfachsten und alltäglichsten Dinge als ein

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La Heilmittel dagegen: a. die Förderung von Versuchs«„, atskosten, p. die Anfertigung eines zu druckenden Verzeichnisses derjenigen vor— zugsweise anzustellenden komparativen Versuche, welche eine hierzu ernannte Rommission als die dringendsten und zunächst wichtigsten bezeichnen werde. Zu weiterer Prüfung dieses Antrages ersuchte der Herr Vorsitzende die Herrens von Bülow-Eummerow auf Cummerow, von Török (Se⸗ eretair der Königl. ungarischen Landwirthschaft aus Pesth) und von Wei⸗ ßenbach aus Dresden, mit dem Herrn Antragsteller und zwei von ihnen noch zu kooptirenden Herren eine Kommission zu bilden, und im Falle der Beistimmung zu dem gestellten Antrage wo möglich auch gleich das zu druckende Verzeichniß der zunächst anzustellenden komparativen Versuche zu entwerfen. Herr Professor Roßmäßler aus Tharand wurde alsdann zur Red⸗ nerbühne gerufen, um der Versammlung Einiges über sein ihr gewidmeles neues Druckwerk „Das Wichtigste vom inneren Bau und Leben der Ge— wächse, für den praktischen Landwirth faßlich dargestellt“ vorzutragen. Nach⸗ dem derselbe hervorgehoben hatte, daß sich die Pflanzenkunde jetzt nicht mehr auf eine äußerliche Kenniniß der Gewächse und ihrer Sostems-Namen be- schränken könne, sondern auch ihren inneren Bau und ihre Lebensentwicke lung ins Auge fassen müsse, bemerkte er, daß er in seinem Bedürfniß und Beruf als Lehrer einer land- und forstwissenschafilichen Akademie die Ver— anlassung zu einer populairen Bearbeitung dieses auch für die Landwirth— schaft wichtigen Gegenstandes gefunden habe. Des redlichen Willens, zur Lösung dieser Aufgabe nach Kräften mitzuwirken, sich bewußt, widme er nun der hochansehnlichen Versammlung dieses Werk, über dessen Ausführung er

nicht von Muster-Wirthschaften auf

sich der Entscheidung einer gerechten Kritik unterwerfe.

Die Versammlung stimmte dem Danke und der Aeußerung des Vor— sitzenden bei, daß die Kritik nicht ausbleiben dürfe, so wenig auch Herr Prof. Roß mäßler sich vor ihren Aussprüchen zu fürchten haben werde.

„Erlauben Sie mir“, fuhr hierauf Herr Professor Roß mäßler fort, „in Bezug auf den nur so eben vernommenen Antrag des Herrn Kammer berrn von Breitenb auch die Zeilen noch vorzulesen, womit ich mein der hochansehnlichen Versammlung gewidmetes Werk geschlossen habe.“ Diefelben betrafen die neuerdings wieder behauptete Umwandlung einer Pflanzenart in die andere, z. B. des Roggens in Trespe und des Hafers in Noggen, gegen welchen naturhistorischin Wunderglauben die Botan mit den' schärfsten Waffen der Wissenschast nicht cher allgemch stegreich sein werde, als bis Versuch gegen Versuch entschieden habe, im . eben begegne er dem geehrten Herin Antragsteller in dem gleichen . e n.

Die erste Sitzung, welche um P auf 11 Uhr begonnen hatte,

hiermit um halb 2 Uhr geschlossen. 8 d