Grunde nach mit der Juli-Dynastie einerlei Meinung waren.
Heiraths Projektes,
Und gerade während man diesen Augenblick dazu benutzen möchte, um neue Bekehrungen im Faubourg St. Germain zu versuchen, erhebt die
reichs eine neue Scheidewand zwischen den Legitimisten und der Juli Regierung.
deaur nach England nicht ohne Besorgniß beobachtet.
In gut unterrichteten Kreisen wird versichert, daß der König der Franzosen sich persönlich bei der Königin Victoria verwendet habe, auf daß der Empfang des Herzogs von Bordeaur so ausfalle, wie ten Zustande auf dem französischen Markte zu erscheinen. es die intimen Verhältnisse zwischen den Höfen von Paris und Lon⸗— ; Die britische Aristokratie soll deshalb einen e Nichtsdestoweniger berichten Privatbriefe aus London, daß die Torys dem Herzog von Bordeaur einen sehr glän⸗
don mit sich bringen. Wink erhalten haben.
zenden Empfang bereiten.
Schweizer Blätter wollen wissen, daß Herr Rossi, Mitglied der Pairs-Kammer, welcher so eben in Bern angekommen ist, mit einer
Lud⸗ winnphilipp hofft, wie ss scheint, durch die Verwirklichung ins ut. tri ; worauf das Faubourg St. Germain so viel hält, schein nach, nun noch wohlfeiler zu stehen kommt, auszubeuten: abge⸗—
früher oder später auf den Dank der Legitimisten zählen zu dürfen. sehen hiervon, werden sie eben deshalb schon bis dahin ungeheure ; Massen ihres Produkts auf den inländischen Markt werfen, so dem
ĩ : rheb Zucker aus den Kolonieen eine furchtbare Konkurrenz machen, und was Gegenwart des Herzogs von Bordeaur in der Nachbarschaft Frank- für sie die Hauptsache ist, weil dadurch eine neue Bürgschaft der Dauer ihnen sich bietet, sie werden auch, wenn die Gleichstellung der Das Gesagte wird Ihnen hinreichend darthun, warum Auflage wirklich eingetreten sein wird, wegen der größeren Wohlfeil man hier? von manchen Seiten den Ausflug des Herzogs von Bor— t . .
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um den neuen jetzt sich bietenden Vortheil bestmöglichst im eigenen
Interesse durch erhöhten Betrieb ihrer Fabrication, die ihnen, allem An
heit bei der Fabrication und der Leichtigkeit, das Produkt unmittel
bar ohne große Transport-Kosten zu Markte zu bringen, einen außer
ordentlichen Vortheil vor dem Kolonial-Zucker voraus haben, dem es
gesetzlich nach wie vor untersagt bleibt, schon im vollständig rafsinir
mit diesem Gegenstande beschäftigt werden müssen. GSrossbritanien und Irland.
. London, 28. Okt. Ihre Majestät die Königin verweilt noch 1 l ii in Wimpole bei dem Grafen von Hardwick, wo gestern ein großer sich zu versammeln, dringende Veranlassung habe. Würde der hohe Vorort
Staatsball stattfand.
diplomatischen Mission beauftragt sei, welche auf die schweizer Kloster⸗ bridge, so wie die angesehensten Mitglieder der Gentry aus der Um
frage Bezug habe. Gengueren Erkundigungen zufolge, steht jedoch die Sendung des Herrn Rossi mit den französischen Handels-Interessen
in Verbindung.
wurde Herr Rossi beauftragt, durch eigene Anschauung die Handels
Zugeständnisse zu ermitteln, die man zu Gunsten der Schweiz füglich
machen könnte. Herr Rossi war als Mitglied der Handels Kommission in unserem auswärtigen Amte mehr als jeder Andere zu dieser Mis— sion befähigt.
A Paris, 28. Okt. Der heutige Globe enthält einen kurzen aber inhaltreichen Artikel über die vermuthliche weitere Wendung der englisch-irländischen Verhältnisse, der, wenngleich ihm ohne Zweifel kein höherer Ursprung zuzuschreiben ist, doch als die Ansicht eines Blattes, das vielfältige und solide politische Verbindungen unterhält, beachtet zu werden verdient. Der Globe nämlich spricht die Ueber—
—
ausrichten, und daß namentlich der gegen O'Connell und seine Mitan geklagten eingeleitete Prozeß an irgend einer formalen Schwierigkeit, oder aber an den Garantieen, welche die Jury dem Angeklagten giebt, scheitern werde. Diese Angelegenheit, sagt der Globe, wird einen neuen Beleg des alten Satzes liefern, daß außeror— dentliche Uebel außerordentliche ärztliche Mittel nöthig machen, und daß der Brand nicht anders geheilt werden kann, als durch Amputation. Aber um diesen Beweis recht anschau⸗ lich zu machen, hat die britische Regierung irgend eine besonders auf—
fallende Thatsache nöthig, und diese ist es, welche sie in dem gegen den, welche die Zustände an Ort und Stelle untersuchen.
O'Connell anhängig gemachten Prozesse sucht, dessen Vereitelung sie voraussieht und den sie gleichwohl eingeleitet hat, um sich auf seinen unbefriedigenden Ausgang stützen zu können, wenn sie vor das Par
lament tritt, um außerordentliche Gewalten von demselben zu fordern. Ginge die Voraussagung des Globe in Erfüllung, was freilich belegenen Straße gänzlich überschwemmt war. immerhin möglich ist, so würde die hiesige Meinung ohne Zweifel in der ersteren eine neue Bestätigung der Voraussetzung finden, daß die
französische Politik dem neuesten Verfahren des Kabinets von St. James gegen Irland nicht ganz fremd sei.
X Paris, 28. Okt. Man erfährt nun, daß der Herbst⸗Feld⸗ zug des Marschalls Bugeaund in der Provinz Milianah diesmal ab— lief, ohne daß fast nur ein Schuß abgefeuert wurde. Dies war auch die Ursache, warum der Marschall schon am Tten die Expeditions⸗ Kolonne verließ und über Tenez nach Algier zurückkehrte. Auch die Truppen sind bereits wieder in Milianah eingerückt und werden von dort aus wieder in ihre früheren Kantonnirungen zurückgeschickt werden.
Der berühmte französische Schlachten und Historien⸗Maler Ho⸗ race Vernet hat bekanntlich vom König den Auftrag erhalten, die Wegnahme der Smala Abd el Kader's durch den Herzog von Aumale bildlich darzustellen. Der Künstler ist nun auf dem Wege nach Afrika begriffen, wo er auf dem Schauplatze dieser Waffenthat des jungen Prinzen selbst die nöthigen Studien machen will, um die⸗ selbe mit desto größerer Treue und Wahrheit wiederzugeben. Herr Horace Vernet war am 23sten zu Marseille eingetroffen, von wo er sich nach Algier einschiffen wird.
Die Weinlese im Departement der Gironde nähert sich ihrem Ende, und hat, wie dies auch noch weiter südlich der Fall war, auch dort im Allgemeinen alle Erwartungen rücksichtlich der Qualität des Ergebnisses weit übertroffen. Uebereinstimmend meldet man von al⸗ len Seiten aus jener Gegend, daß der bis jetzt gekelterte junge Wein von trefflicher Beschaffenheit sei, was man vorzugsweise der andauern⸗ den Wärme fast den ganzen September hindurch zuschreibt. Niemand hatte mehr auf ein solches Resultat gerechnet, und die Befriedigung darüber ist natürlich um so größer. ꝛ . Nachdem ich längere Zeit keinen Anlaß hatte, auf die Zucker— Frage zurückzukommen, muß ich dieselbe heute wieder einmal berühren, um Ihnen eine Thatsache zu berichten, die ohne Zweifel auch für die Esammte Runkelrübenzucker- Fabrication in Deutschland von hohem . sein wird. Im Departement du Nord, in der Gegend von , ö nämlich scheint es. uun Tefinitis, gelungen zu
. . n. des weißen, reinen Runkelrüben- Zuckers,
. ö. erst einem Rafsinations Verfahren unterworfen
Aucht, zu erzielen, nachdem man bereits seit mehreren
9 ö ö. ꝛ . er ch damit angestellt hat. Das zu Valen⸗ bereits Pri den 6 latt Echo de la Frontière berichtet, daß
, Dieser Fabrication, die sich durch ei ,,,. . Reinheit aus Jabrication, die sich durch eine bemerkenswerthe . 6 Twin Handel übergegangen sind und fügt Zuifers sei Fabrication des weißen Runkelrüben=
durch das neue ᷓ 3 ĩ dabei beobach cfabre vereinfacht und erleichtert worden, so n fh, .
thätiger und schneller ben r unt „betrieben werden könnt. Der Fi n bang wier, 6 die Fabrication in den . ö. ö . gin ene fehr ln a eit angestellt! hatte weit * * *. 2 8 9 ; ü ö der dabei in seinem Interesse bed f i . hl, w
nun die Zahl seined Aufsichtsben Mü zu werden besorgte, hat h 1 sbeamten in . . ch vermehrt, um die Fortschritte der neuen H überwachen und sorgfältig konstatiren zu könen, Geli ise genau selben wirklich, auch in den übrigen Nunkelrübenzucker⸗ J ö
reichs dort ünd anderwärts sich Geltun Dabtiten Rran. g ; g zu verscha j
. a ganze Zuckerfrage eine neue Gestalt st n ng
as in der letzten Session von den Kammern angenommene re
verliert dann vollends seinen Werth. Denn abgesehen davon, daß
die Rübenzucker- Fabrikanten die il illi — ü ö bri! hnen bewilligte bis zur e gen Gleichstellung der eln J. 3
Jahren
Zucker-Arten natürlich im vollsten Maße benutzen werden,
Das Kabinet der Tuilerieen beobachtet seit längerer Zeit die Stimmung der öffentlichen Meinung, welche täglich mehr unter den schweizer Kantonen zu Gunsten eines Anschlusses an den deutschen Zoll-Verein sich offenbart, und von der Nothwendigkeit durchdrungen, durch neue Handelsbande die Schweiz an sich zu fesseln,
der Oberrichter die strenge Majestät des Gesetzes geltend macht, of
gegend, hatten Einladungen dazu erhalten. höchsten Adels sind auf dem Schlosse anwesend. Ober-Richters Baron Gurney der Spezial-Gerichtshof eröffnet wor den, vor welchem der Prozeß gegen die verhafteten Rebekkaiten ge führt werden soll.
werden könne, doch wären Gewaltthätigkeiten der am wenigsten ge
eignete Weg, gewesen, den Uebelständen abzuhelfen. Von den zahlreichen Fällen solcher Gewaltthätigkeiten liegen dem Gerichte im Ganzen nur
sechs zur Entscheidung vor, unter denen die bedeutendsten der Widerstand der Familie Morgan gegen einen oberen Polizei⸗Beamten, sowie der An griff auf das Chausseehaus zu Pontardulais sind, bei welchem letzteren der damalige Anführer der Bande ein Pistol auf den Capitain Napier abgefeuert hat. Die Grand Jury, welcher die Anklage ⸗-Akten über⸗ wiesen sind, hat gegen diesen Anführer, John Hughes, welcher bei jener Gelegenheit gefangen genommen wurde, auf eine „true Bill“ erkannt, d. h. sie hat die Untersuchung gegen ihn, als des Mordver— suchs schuldig, durch die Petty Jury für zulässig erklärt. Verhandlungen begonnen; die Resultate indeß sind noch nicht bekannt. Die Kommission der Regierung zur Unter suchung der Beschwerden der Waliser, die, wie bereits gemeldet, die Herren Lewis, Cripps und Cluni zu Vorsitzern hat, hat ihre Ar beiten in Carmarthenshire bereits begonnen. Die Tim es drückt ihre Freude aus, „endlich über die Regierung mit ungewohnter Zufrieden—⸗ heit sich aussprechen zu können.“ „Wir können uns nur freuen“, sagt sie mit stolzem Selbstbewußtsein, „daß die Regierung unserem Bei— spiele gefolgt ist, und wir hoffen mit Zuversicht, daß ihre Schwierig keiten nicht unbeträchtlich durch die Arbeiten derjenigen erleichtert wer—⸗ Während fenbart die Kommission die väterliche Fürsorge der exekutiven Gewalt.“ London wurde vorgestern von einer so ungewöhnlich hohen Fluth heimgesucht, daß ein großer Theil der längs den Ufern der Themse Der Eingang zum Tunnel in Rotherhithe konnte nur durch Abdämmung der Straße gegen den Einbruch des Wassers geschützt werden. Vom Cap der guten Hoffnung sind Nachrichten bis zum 13. Au— gust eingegangen. Die letzten Nachrichten von Port Natal reichten damals bis zum 1. August und waren nicht wenig Besorgniß erre
gend, da die Boers in ihrem Widerstande beharrten und in ihrem
Hauptorte Pietermauritzburg Anstalten trafen, um nöthigenfalls Ge walt mit Gewalt zu vertreiben, und da die dem Major Smith zuge schickte Verstärkung von 20 Mann damals noch nicht in Port Natal eingetroffen war. Der Königl. Commissair, Hr. Cloete, befand sich noch in Port Natal und hatte allen Verkehr mit den Boers auf gegeben.
Schweden und Uorwegen.
Stockholm, 17. Okt. (A. 3.) Der Gegenstand des allge⸗ meinen Gesprächs in der Hauptstadt ist jetzt ein unruhiger Auftritt, welcher vor einigen Tagen unter den Zöglingen der Militairschule oder sogenannten Kriegs- Akademie auf Carlberg stattgefunden. Die Kadetten waren nämlich gegen einen ihrer Lehrer, Major Stal, wegen seiner Strenge aufgebracht, da er, der zugleich Unter- Gouverneur ist, die ihnen vormals vergönnten Freiheiten und Mußestunden etwas geschmälert hatte. Sie beschlossen, ihr Mißvergnügen auf unzwei deutige Weise zu erkennen zu geben. Als die Lesestunde des Herrn Stal eintrat, wurden die Lichter im Lehrsaal auf einmal gelöscht, und die Kadetten stimmten ein allgemeines Charivari an, worauf vielleicht Thätlichkeiten gefolgt sein würden. Herr Stal aber, der nicht nur ein Mann von großen militairischen Kenntnissen, sondern auch von außerordentlicher Energie ist, ließ augenblicklich zum Appell auf dem Schloßhofe blasen, welchem Signal die Kadetten gehorchten, um sich nicht einer Insubordination im Militairdienst schuldig zu machen. Hierauf wurde Untersuchung angestellt, aber die eigentlichen Urheber des Tumults konnten nicht entdeckt werden. Dieser Auftritt hat die Folge gehabt, daß die Freiheit der Kadetten noch mehr ver⸗ mindert wurde.
me i .
Zürich, 26. Okt. (O. P. A. 3.) Der Regierungs-Rath hat auf den Antrag des Staats⸗Rathes beschlossen, eine Zuschrift an den Vorort Luzern zu erlassen und dieselbe durch Kreisschreiben den sämmt— lichen Ständen mitzutheilen. In der Zuschrift heißt es:
„Als das höchste Interesse der schweizerischen Eidgenossenschaft erscheint uns die Erhaltung ihrer eigenen, unversehrten Existenz, wie sie dieselbe in dem europässchen Staaten-Sosteme durch ihre große Geschichte unter Got— tes sichtbarer Fügung errungen hat. Zunächst diesem Interesse für die In— tegrität der schweizersschen Eidgenossenschaft steht die Sorge für den inneren Frieden in unserem Vaterlande, welches vorzugsweise vor anderen Ländern durch die Segnungen seiner Natur und Lage, durch die Eigenthümlichkeit seiner Bewohner und durch die Grundsätze des europäischen Staatenrechtes berufen erscheint, Frieden zu haben und des Friedens zu genießen. Wir sind nun zwar keinesweges geneigt, den hier und da laut gewordenen Ruf zu einer Spaltung unseres gemeinsamen Vaterlandes und zu eigenmächtiger Konstituirung eines neuen Bundes einzelner Stände für etwas mehr als die vereinzelte und ohnmächtige Stimme weniger Individuen zu halten, und er= lennen es vollständig an, daß in dem benannten Beschlusse des luzernischen Großen Nathes solche bundeswidrige Vorsätze keinerlei Anerkennung gefun— den haben, sondern vielmehr aus dem Kreise der zu verabredenden Maß— regeln ausgeschlossen worden sind. Aber immerhin ist jede Vereinbarung einzelner Stände unter sich zu besonderen politischen Zwecken — und eine . wird in jenem Beschlusse in Aussicht gestellt — für den Gesammt⸗ . Erscheinung und kann leicht im weiteren Verfolge zu . . . an. welche ursprünglich nicht beabsichtigt waren. Wir hal⸗ aufn e lsen ben 9 r süchtet den hohen Vorort bei Zeiten auf diese Klippe Alu gee afp en und zu ersuchen, von Bundes wegen ein wachsames verketi sbce ld wickelung zu richten, damit nicht der Art. 6 des Bundes
damit unglückseliß? Trennungen im Keime verhindert
n ᷣ Die Kam⸗ mern werden so voraussichtlich von der Regierung selbst aufs neue
Die ersten Würdenträger der Universität Cam⸗ Zahlreiche Gäste des In, Wales ist in dem Orte Cardiff unter dem Vorsitze des
rten . Baron Gurney gab in seiner Eröffnungsrede zu, daß mit Necht über die übermäßigen Wegegelder Beschwerde geführt
Die letztere zeugung aus, daß das Kabinet von St, James mit den gewöhnlichen ist demnach gestern vor den Gerichtshof beschieden worden und h und gesetzlichen Mitteln nichts gegen die irländische Repeal Agitation ihre
at
werden. Ueberdies bedauern wir es, daß jener Beschluß von Organisirung der Vertheidigungs-Kräfte des hohen Standes Luzern sxpricht und die Möglichkeit eines Angriffes voraussetzt, welchen abzuwehren dieser genöthigt werden könnte. Wir bedauern es, weil wir an die Möglichkeit eines solchen Angriffes nicht glauben und keinen Grund sehen, gegen irgend welche hohe Stände ein derartiges Mißtrauen zu hegen; und wir bedauern es, weil durch solche Hinweisung auf kriegerische Gefahren und kriegerische Rüstun— gen leicht die Gemüther angereizt und leidenschaftliche Stimmungen ge nährt werden, weil eben daraus leicht neue Gefahren für den inneren Frie—
— den und die innere Ruhe, deren die Schweiz gegenwärtig in jeder Hinsicht
W so sehr bedarf, erwachsen können, Gefahren, deren Beschwichtigung, wir sind es überzeugt, von dem hohen Vororte nicht weniger als von uns selbst ge— wünscht wird. . ö Sollten, was Gott verhüte, die bezeichneten Uebel, welche gegenwärtig noch unschwer abzuwenden sind, eine drohendere Gestalt annehmen und die Integrität der schweizerischen Eidgenossenschaft durch eine bundeswidrige politische Verbindung einzelner Stände, oder der innere Friede des Landäs durch einen bewaffneten Angriff oder die Einleitung zu einem solchen ernst— lich gefährdet werden, so stehen wir in der Ansicht, daß der hohe Vorort abgesehen von anderweitigen, bundesmäßigen Verfügungen — jedenfalls unverzüglich sämmtliche Stände zu einer außerordentlichen Tagsatzung um
ein Fall, den wir zwar für unwahrscheinlich halten, aber bei der schwierigen
Stellung desselben nicht unerwähnt lassen dürfen — aus irgend welchen Gründen solches zu thun unterlassen, so würden wir uns für berufen und
für verpflichtet erachten, eine Konferenz sämmtlicher eidgenössischen Stände nach Zürich einzuladen, damit die Maßregeln, wie das Vaterland und dessen Friede gegen jede Anfechtung unversehrt erhalten bleibe, gemeinsam vor den Ständen berathen werden.
Indem wir die zuversichtliche Erwartung aussprechen, Ew. Hochwohl geboren werden dieser offenen Darlegung unserer Gesinnung Euere Aner fennung nicht versagen, empfehlen wir Euch hochgeachtete Herren, getreue, liebe Eidgenossen sammt uns dem gnädigen Schutze Gottes.“ (Folgen die Unterschriften.) j
R panie n.
3 Meadrid, 20. Okt. Die Regierung hat sehr befriedi jende Nachrichten aus der Havana erhalten. Der bisherige General-Capi— tain von Cuba, Don Geronimo Valdez, einer der ältesten und ver trautesten Freunde Espartero's, berichtet unter dem 9. September, daß er Kenntniß von der Einsetzung der provisorischen Regierung in Madrid, so wie von der Ernennung des Generals O'Donnell zum General-Capitain von Cuba, erhalten habe. Er fügt in Bezug auf Letzteren hinzu: „Den lebhaftesten Antheil an der Erhaltung dieses werthvollen Theiles der Monarchie nehmend, konnte ich nicht umhin, mich über die Wahl eines so würdigen Generals zu freuen, eine Wahl, die höchst treffend ist und der ich zuerst die schuldigen Lob sprüche zolle. Ich erwarte nur seine Ankunft, um den Befehl jenem General, falls meine Nachrichten begründet sind, oder jedem Anderen, den man mir zum Nachfolger bestimmt, zu übergeben.“ Auf diese Weise widerlegen sich die von den Ayacuchos verbreiteten Gerüchte, daß der General Valdez sich weigere, der neuen Regierung zu ge horchen. .
Der Senat hielt gestern keine Sitzung, indem keine Geschäfte vorlagen. Der Kongreß genehmigte bisher alle vorgelegten Wahl Akten mit Einstimmigkeit, so daß man wohl voraussetzen darf, auch die wichtige Frage der Volljährigkeit der Königin werde ohne Wider spruch entschieden werden. Nur gestern machte sich der alte Partei Haß im Kongresse wieder Luft. Don Antonio Escosura sollte als Deputirter für Oviedo zugelassen werden. Diesem Antrage wider setzte sich Herr Ovejero (Deputirter für Palencia, der immer zu den Ultra⸗Progressisten gehörte), weil über Herrn Escosura wegen einer Krimialsache eine Verurtheilung verhängt worden wäre. Letzterer hatte nämlich als Gefe politico von Guadalajara sich den Verfügun gen der rebellischen Junta widersetzt, die sich hier in Madrid am l. September 1840 installirte, und war, angeblich wegen Mißbrauches der ihm übertragenen Amtsbefugnisse, durch den hoͤchsten Gerichts hof zu einer Geldbuße von tausend Piastern verurtheilt worden. Diesen Umstand machte Herr Ovejero geltend, und obgleich Herr Escosura darthat, daß jene Bestrafung nicht infamirend wäre, so nahm doch die Kommission ihr Gutachten zurück, um es neu zu be arbeiten. In derselben Sitzung verlangte der Kriegs- Minister, durch den Kongreß ermächtigt zu werden, gegen den zum Deputirten erwählten Don Domingo Velo, der an der Spitze der gescheiterten aufrührerischen Bewegung von Granada stand, gerichtlich einzuschreiten. ö Die Minister beriefen vorgestern mehrere der einflußreichsten Cortes Mitglieder, so wie auch einige andere Personen von Bedeutung zu sich, um mit ihnen über die Förmlichkeiten zu berathschlagen, unter denen die Volljährigkeits Erklärung der Königin vor sich gehen soll. Ueber den Ausgang dieser Berathschlagungen verlautet nichts Be stimmtes, und man scheint die Ankunft Olozaga's abwarten zu wol len, um einen entscheidenden Beschluß zu fassen. Diejenigen Sena toren und Deputirten, welche der alten moderirten Partei angehören, ohne jedoch in einer der beiden Kammern die Mehrzahl zu bilden, sprechen die Ansicht aus, die junge Königin wäre vermöge der be kannten, im Palaste in Gegenwart des Hofes, der hohen Beamten und des, diplomatischen Corps stattgehabten Feierlichkeit bereits für volljährig erkläut worden, und die Minister hätten nur noch die Cortes aufzufordern, den Tag festzusetzen, an welchem die Königin vor diesen die Constitution zu beschwören und die Zügel der Regierung zu übernehmen hätte. Diese Personen betrachten also die Vollsährigkeits-Erklärung der Königin als eine vollendete Thatsache, der nur noch die gesetzliche Förmlichkeit der Promulgation abgehe. Sie widersetzen sich demnach jeder voraufgehenden parla mentarischen Diskussion, die einen anderen Zweck, als den der Ab fassung einer an die Königin zu richtenden Botschaft hätte, um sie einzuladen, den Tag der Eidesleistung zu bestimmen.
Nur mit dem größten Widerstreben berühre ich ein Gerücht, das in diesen Tagen hier umlief, und sogar in einigen hiesigen Blät tern zur Sprache gebracht wurde, jedoch nur von den Erzfeinden dieser unglücklichen Ration ersonnen sein kann. Es hieß, man hätte einen gegen das Leben der jungen Königin gerichteten Plan ent— deckt, und die Wachen im Palaste wären in Folge dieser Entdeckung verdoppelt worden. Wenngleich eine verzweifelte Partei alle Mittel in Bewegung setzt, um die Nothwendigkeit einer neuen Regentschaft herbeizufihren, so können doch selbst ihre erbittertsten Gegner nicht zu einer Voraussetzung, berechtigt sein, die schon als solche allen menschlichen Gefühlen widerstrebt. Die Hand des Höchsten, welche das hülflose, verlassene Königliche Kind bisher durch die Stürme der Minderjährigkeit geleitete, wird sicher auch fernerhin über seinem Haupte schweben. Uebrigens durchfuhr die Königin gestern die Straßen Madrids in offenem Wagen, und diesen Abend wird sie der Vorstellung eines Ballets beiwohnen.
Abends. Im Senate stellten sich heute die Minister ein, um dem Herrn Campuzano Rede zu stehen. Dieser versicherte, er wünsche aufrichtig, daß die Königin sofort für volljährig erklärt werde, aber eine allgemeine Aussöhnung müsse voraufgehen. Deshalb müsse die Negierung die Einwohner von Barcelona und Saragossa, „diese Ideale freier Völker“, auf dem Wege der Güte und nicht durch An wendung von Bomben zum Gehorsam führen. Der Minister⸗Präsi= dent Lopez erwiederte darauf mit seiner gewohnten Lebhaftigkeit, er danke dem Herrn Campuzano, daß er der Regierung die Gelegenheit verschaffe, sich vor den Cortes zu rechtfertigen. Er stellte dann das
3 v arcelona dar, und sagte, die Minister Benehmen der Junta von Barcelona dar, sagte,
ö 8 M pätten, . . zu ihrer Zeit in Erwägung gezogen, allein gefun n, . Mullen 9 Provinzen des Landes nur! auf Einberufung den, daß nnn bestanden hätten. Burgos, Salamanca und To⸗ der Centra Palencia, Gerona, Lerida, Castellon, Barcelona und 2 0. nach dem 29. Juli. Deshalb hätte die Regierung sich für 2 ar ge gn! entscheiden müssen. Die durch den Willen der Nation . * HRdegierung bedürfe einer Bestätigung von Seiten der Central⸗ lingeset red Herr Campuzano rede zum Frieken: man könne aber 3 halten mit denen, die Krieg wollten. Dieser Vortrag , . Präsidenten wurde von lautem Beifall begleitet. Herr nr sagte darauf: „Ich bin keinesweges Vertreter der Cen
Lampuzano J . . . . m, , Ich stelle den lebendigen Geist der Freiheit dar.“ Diese
tral⸗Junt!. 6 , esenden Personen eher Heiterkeit Geister⸗ Erscheinung Lößte , en 1. sone * ke . als Schrecken ein. Der Minister Pr äsident nahm abermals das Wort, um darzuthun, daß die Aufrührer von Barcelona und Saragossa stets zuerst gefeuert hätten und die Regierung sich nur vertheidige. Uebrigens beharre das Ministe rium. auf seinem Pro gramm der Aussöhnnng und Beobachtung der Constitution von 1837. Nachdem noch der Kriegs Minister das Benehmen des gegen wärtigen General-Capitains von Catalonien vertheidigt hatte, wurde
die Angelegenheit für erledigt erklärt.
XX Paris, 28. Olt. In dem Augenblicke, wo die Insur⸗ rection in Barcelona und Saragossa ihre Kräfte erschöpft hat, und allem Anscheine nach dem Erliegen nahe ist, sindet endlich der Te legraph die Sprache wieder. Nachdem er die Ereignisse einer gan—⸗ zen Reihe von Tagen mit Stillschweigen übergangen, wei dieselben keine der madrider Regierung günstige Seite darboten, meldet er heute mit großem Wortreichthume, daß der General Sanz am 2ssten tau send Kugeln und Granaten in die. Stadt geschossen, daß die Verwir⸗ rung in Barcelona auf das Höchste gestiegen, daß die Junta weder Privat- noch öffentliches Eigenthum respektirt, daß einige ihrer Mit⸗ glieder hand gemein miteinander geworden, daß Prim sich einer Vor stadt von Gerona bemächtigt u. s. w. Man sindet die Parteilich⸗ keit, welche hier in Paris zu Gunsten der gegenwärtigen spanischen Regierung herrscht, sehr natürlich, weit natürlicher als die frühere Parteilichkeit gegen die Regierung Espartero's; aber auffallend bleibt
n dieser Bezlehung doch die Gleichgültigkeit und. die völlig passive Haltung, welche eben sowohl der französische Ronsul u Barcelona,“ als die hiesige ministerielle Presse Angesichts des nunmehr seit wenigstens sechs Wochen dauernden Bom⸗ bardements von Barcelona beobachtet, während man vor einigen
Monaten nicht blos nachdrückliche, sondern auch theilweise erfolgreiche Protestationen gegen die feindselige Behandlung der Hauptstadt von Catalonien durch Espartero erhob, und nicht harte Worte genug sin den konnte, um das Verfahren des Regenten zu verdammen, als er sich zuletzt, ungeachtet aller Verwahrungen im Namen des Völkerrechts und der Menschlichkeit, doch zu der Anwendung der äußersten Gewalt⸗ maßregeln entschloß. . . .
Vor Saragossa hatte das Artillerie⸗Feuer auch am 22sten noch nicht begonnen; aber das Kleingewehrfeuer dauerte auf beiden Seiten fast ununterbrochen fort, und es fanden häufige Vorposten Gefechte statt. Der General Eoncha ist entschlossen, alle Mittel der Güte zu er⸗ schöpfen und nur in dem äußersten Nothfalle zur Anwendung der vollen kriegerischen Strenge zu schreiten, welche allerdings keinen dauernden Erfolg herbeiführen und jedenfalls dahin wirken würde, die Bevölkerung in politischer Hinsicht des so unermeßlich wichtigen Saragossa auf immer und unversöhnlich mit der Ordnung der Dinge zu der= feinden, deren Anerkennung ihr durch Kanonen und Mörser aufge⸗ zwungen wäre. Ein neuer Vermittelungs⸗ Versuch, der durch Herrn Ortega, das bekannte frühere Kongreß— Mitglied für Saragossa, ge⸗ macht werden soll, scheint einige Aussicht auf ein günstiges Resultt zu geben, wiewohl es heißt, daß das in Saragossa unter ben wan nn stehende Freicorps um keinen Preis in die Unterwerfung der Start einwilligen werde. Auch von Barcelona sagt man, daß eine geh g Anzahl der dortigen Insurgenten, etwa 800 Mann, unter leiner Be dingung von Capitulation reden hören wolle, sondern fest eutschlossen sei, sich lieber unter den Trümmern der Stadt zu begraben.
Die Verhandlungen des spanischen Senates vom 20sten, welche sich in Folge einer Interpellation des Herrn Campuzano fast aus schließlich um die Ereignisse in Barcelona dreheten, berührten auch die ihrer Zeit erwähnte peinliche Thatsache, daß der General Sanz den Geburtstag der Königin, laut seines eigenen Berichtes an den Kriegs—⸗ Minister, mit scharfen Schüssen auf die belagerte Stadt gefeiert. Herr Campuzano beklagte sich mit großer Mäßigung im Ausdrucke, aber gleichwohl mit gebührendem Nachdrucke über eine solche Verletzung aller öffentlichen Schicklichkeit, aller dem Throne und der Person der Königin gebührenden Achtung. Aber zum Erstaunen der ganzen Zuhörerschaft erhob sich der Kriegs Minister, General Serrano, um” jene Handlung des General- Capitains, von Catalonien, nicht etwa zu bemänteln und zu entschuldigen, sondern um sie unter harten und wenig parlamentarischen Worten gegen Herrn Campuzano, vollkommen zu rechtfertigen und gut zu heißen. „Der gegen das Verfahren des Generals Sanz vom 10ten d. M. gerichtete Tadel, sagte der Kriegsminister, ist im höchsten Grade kindifsch und kleinlich. Die Handlungsweise des Generals Sanz hat den Beifall der Regierung erhalten, und dieser brave Offizier hat sich sehr würdig auf dem ihm anvertrauten Posten betragen. Er hat den Geburtstag Ihrer Majestät der Königin mit einer Salve von scharfen Schüssen gefeiert, weil es seltsam und lächerlich gewesen wäre, wenn er, dem Feinde gegenüber, und im Angesicht einer belagerten Stadt, von welcher aus man gegen ihn feuerte, mit bloßem Pulver hätte schießen lassen.“ Und damit glaubt der Kriegsminister alle Vorwürfe und Klagen über jene barbarische Ungebühr entkräftet und abgethan! Seine weitere Rede war nur die Foitsetzung des dem General Sanz und seiner Menschlichkeit gespendeten Lobes. Er versicherte, daß die Belagerer durch ihr Feuer nur den Herausforderungen der Belagerten antworten, und daß sie ihre Kugeln nur auf die befestigten Punkte richten, von denen das Feuer der Feinde ausgehe, „ja das Feuer der Feinde, fügte er mit Nachdruck hinzu, und nicht der Insurgenten, wie sie Herr Campuzano nennt, denn Feinde und laut erklärte Feinde
sind die Vertheidiger der Mauern von Barcelona und Saragossa.“
Wenn gegen diese Worte auch vielleicht der Sache nach wenig einzu⸗ wenden ist, so klingen sie doch sehr sonderbar und übertrieben hart in dem Munde des Generals Serrano, welcher noch vor ein paar Mo⸗—
naten in derselben Lage war, in welcher jetzt die von ihm verdammten „Feinde. Spaniens sind, der seine Erhebung zum Kriegs-Minister
einer eben beendigten Revolution verdankt, deren Haupt-Chef er war, der in seinen während der Dauer des Aufstandes erlassenen Procla—
mationen Espartero wegen der Beschießung von Barcelona einen Mordbrenner“ nannte, der endlich jenes schwierige und gefahrvolle Unternehmen gegen die Regierung e n,, nur mit Hülfe dersel⸗
ben Bareeloneser ausgeführt hat, die er jetzt in seinen zornigen Mi⸗ nister Reden von dem Verbande der spanischen Nation ausschließt.
ö In den Nord⸗ Provinzen ist die öffentliche Ruhe in den letzten Tagen nicht mehr gestört worden, doch dauert die dumpfe Gährung — Auch aus dem übrigen Spanien sind keine Nach—= richten von neuen gewaltsamen Volksbewegungen eingetroffen. Die
in derselben fort.
che derselben zufolge, die Frage wegen Einsetzung
769
Unterwerfung von Leon geht nicht so schnell von statten, als die Re⸗ gierungs⸗ Partei anfangs gehofft hatte, dagegen aber haben die Leoneser sich bis jetzt vergebens bemüht, die benachbarten Städte dahin zu bringen, gemeinschaftliche Sache mit ihnen zu machen. Einer etwas verdächtigen Angabe zufolge hat ein von Leon ausgerücktes Expedi tions Corps den in Alt-Eastilien en second kommandirenden Gene ral Seniosain geschlagen, und ihm eine ansehnliche Zahl von Ge fangenen, unter denen 100 Mann Reiterei, abgenommen.
Griechenland.
Triest, 23. Okt. (A. 3.) Der General-Major Gennäos Ko lokotronis ist von dem September-Ministerium wegen seiner Treue und Anhänglichkeit an Se. Maj. den König Otto, und weil er alle einflußreichen Männer wie Konduriotis, Mauromichalis, Maurokorda tos ꝛc. vereinigte, um die Rechte des Thrones in der Nationalver sammlung zu vertheidigen, und darauf drang, daß die Nationalver sammlung ihren Sitz auf der Insel Aegina habe, um sie dem Einfluß der Empörer fern zu halten, des Landes verwiesen. Er verließ die Hauptstadt, ohne von seinen Verwandten Abschied genommen zu haben, da bei längerem Verweilen sein Leben bedroht war. Er reist heute von hier nach München ab.
Die Allgemeine Zeitung enthält Nachstehendes über die
Vorfälle in Patras:
Zur Berichtigung einiger in verschiedenen Zeitungen gegebenen Nach richten aus Griechenland möge Folgendes dienen. Am 11. (23.) Septem ber war in Patras noch Alles bewaffnet; man hatte die Landleute aus der ganzen Umgegend herbeigerufen, sie zur Ergreifung der Waffen und Pro— flamirung der Constitutien aufgefordert; man spiegelte ihnen vor, sie würden von nun an keine Abgaben mehr zu bezahlen haben und die dem Stagte gehörenden Grundstücke würden frei vertheilt. Ein Haufen zügelloses Ge sindel sammelte sich in der Stadt und tyrannisirte die ruhigen Bewohner; der Gouverneur wurde bedroht, gesteinigt zu werden, und während sein Haus der Pöbel blokirte, wurde eines seiner Kinder durch einen Steinwurf gefähr⸗ lich verwundet; dem Hafen-Capitain wurden die Fenster eingeworfen, und er selbst entging nur mit Mühe persönlichen Mißhandlungen. Warum? Weil beide, der Gouverneur wie der Capitain, ihrer Pflicht getreu, nicht die Absichten der Aufrührer theilten. Der Kommandant der im Hafen ankernden Goelette „Mathilde“ wollte nicht ohne besonderen Befehl salutiren, als die Nachricht von Annahme der Verfassung aus Athen kam; da drohte das Volk, das Schiff anzugreifen. Staatsrath Rouffos, Schwiegersohn des Staatsraths-Präsidenten Kondouriottis, welcher bedeutende Besitzungen in der Umgegend von Patras hat und sich in Patras zufällig aufhielt, suchte das irregeleitete Landvolk zur Ordnung zurückzubringen. Er wurde auf
gleiche Weise verfolgt und gezwungen, sich auf die Goelette „Mathilde“ zu
flüchten. Der Demarch Lontos und die Familie Kalamontardis stehen an
der Spitze dieser Bewegung; Orphanides aus Athen und ein junger Fala⸗- montardis, aufgehetzt durch den verschmitzten Demarchen, drohten einen Theil der Stadt anzuzünden, verübten jede rt von Unordnung, bis sie endlich doch Patras verlassen mußten. Die Einwohner waren in Angst und Schrek fen über die nächste Zukunft; man sürchtete Unordnungen bei den bevor stehenden Wahl-Verhandlungen für die National-Versammlung, welche durch Emissaire des neuen Ministeriums geleitet wurden. .
Dies war der Stand der Dinge in Patras, als die Prinzessin Friede— rike von Oldenburg auf dem österreichischen Dampfboot „Mahmudieh an—
kam. Als das Dampfboot sich dem Hafen näherte, salutirte die griechische Goelette „Mathilde“ nach Vorschrift. Am Bord des „Mahmudieh“ be⸗ fanden sich einige deutsche aus griechischem Dienst getretene Offiziere und Militair Beamte. Der zur Begleitung Ihrer Hoheit beorderte Militairarzt, ein Deutscher, und einige Militair Beamten in Uniform, wollten ans Land steigen; als aber der aus Neugierde am Molo versammelte, Pöbelhaufen schrie und drohte, lehrten die Herren zum Schiff zurück. Später ging der im Gefolge der Prinzessin befindliche Baron Würzburg, der Schwiegersohn des englischen Gesandten Sir Edm. Lyons, ans Land. Er war in Cävil⸗ fleidern. Ein griechischer Artillerie⸗Ofsizier, Papadiamantopoulos, erkennt in ihm sogleich den früheren Ordonnanz-Offizier des Königs, und treibt den Pöbel an, denselben zu verfolgen. Baron Würzburg erreichte das Douanen-Gebäude und kehrte mit dem Capitain des Dampfboots, der in Uniform war und dem schreienden größtentheils aus Gassenjungen bestehen den Haufen mit ernster Miene entgegentrat, ohne weitere Thätlichkeiten zu erfahren, nach der Barke zurück. Der obengenannte Artillerie-Offizier war seit der letzten von den Schutzmächten veranlaßten Reduction in Disponi bilität und als manvais sujet und Umtreiber bekannt.
Kurze Zeit nach diesem Auftritt kam ein Grieche an Bord des Dampf bootes, um im Namen der angesehensten Einwohner der Stadt, gegen den Dbersten von Heß ihr Bedauern auszudrücken über die gegen einige seiner
Tandsleute verübten Unbilden und um ihn zu versichern, daß dieses nur die
verachtungswürdigen Gesinnungen des aufgereizten Gesindels seien: die be—⸗
mittelten und sür die wahren Landes⸗Interessen besorgten Einwohner wüßten
das Wirken der im Dienste des Königs gestandenen Deutschen gewiß zu schätzen, und man sollte nur bedenlen, daß eben diese Gutgesinnten und welche gegenwärtig in der größten Gefahr und Trauer schwebten, weil keine Autorität, kein Schutz der Gesetze bestehe, und sie so der Willkür des durch falsche Vorspiegelungen aufgeregten Pöbels
Wohlhabenden es seien,
preisgegeben wären.
boot statt der oldenburgischen die griechische Flagge aufziehe. Dieses be
hörte, wie die beiden genannten Subjekte heftig auf die Bayern schimpften, schneil mit einigen flachen Säbelhieben die her. Die Prinzessin von Oldenburg wurde am
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Ruhe und Molo von
O
Nach obigen Vorgängen waren Kalamontardis und Orphanides, als sie sich von Patras hatten entfernen müssen, in Calimachi angekommen. Als hier das österreichische Dampfboot am 10. (22.) September mit der Prinzessin an Bord einlief, hörten diese Leute, daß mehrere Deutsche auf dem Schiff wären, und wiegelten das aus Neugierde versammelte, noch vom Eonstitutionstaumel berauschte Volk auf, zu verlangen, daß das Dampf—
merkend, setzte der in der Begleitung der Prinzessin befindliche General G. Kolokotronis, Adjutant des Königs, mit einer Barle ans Land, und als er an der Spitze des Pöbels drang er auf sie ein und stellte Ordnung einem Gendarmerie- Offizier und einigen anwesenden Phalanr- 8 ffizieren empfangen und in Gesellschaft des österreichischen Gesandten und seiner Gemahlin bis
sammlung des Klerus gab sich nämlich ein offenbares Schisma unter demselben kund; (ich komme darauf zurück) die beiden Parteien strit⸗ ten sich in der Kirche St. Paul so lebhaft herum, daß man anfangs glaubte, die Sache werde noch lange sich herumziehen, und den Aus⸗ gang wagte noch Niemand vorauszusehen. Erwarten bald eingetreten. lungen geschieden, wovon die eine nur wirkliche Geistliche, die andere
Derselbe ist jedoch wider Die Versammlung ist in zwei Abthei⸗
aber die Laien begreift. In beiden waren nun Anträge gestellt wor= den, die nichts mehr und nichts weniger als einen förmlichen Tadel gegen den Bischof von New - Nork bezielten, wenn derselbe auch nur in der verblümten Form eines Amendements ausgesprochen werden sollte. Allein nach langen und hestigen Debatten brachte man es doch zu einer Finalabstimmung, wodurch das vorgeschlagene Amen— dement gegen den Bischof mit 101 gegen 18 Stimmen unter dem Klerus und mit 53 gegen 35 Stimmen unter den Laien beseitigt wurde. Dieser doppelte Sieg hat die Erwartungen und Hoffnungen des Bischofs weit übertroffen und zum Theil die allgemeine Erwar⸗ tung getäuscht. Bei der vorangegangenen Debatte war es zwischen dem Prälaten und dem berühmten Advokaten John Duer zu so lebhaften Scenen gekommen, daß ein hiesiges Blatt sagt, es habe niemals in den demokratischen Meetings von Tammany - Hall eine größere Bewegung gesehen. Das wichtigste Resultat dieses Streites aber ist nun, daß der protestantische Episkopal- Klerus des Staates New-Nork fast in Masse zum Puseyismus übergegangen ist, während nicht minder bemerkenswerth sein dürfte, daß die reine Episkopal⸗ Lehre in den Reihen der Laien ihre vorzüglichsten Vertheidiger ge⸗ funden hat.
Der General Bertrand war nach den letzten Nachrichten von Saint Louis aus zu Smithland angekommen und auf der Reise nach Hermitage begriffen, um dem General Jackson seinen Besuch zu machen. Man will wissen, er werde sich von dort nach Kentucky und zwar nach Auckland begeben, um auch Herrn Henry Clay zu besuchen. Vielleicht waren die Whigs des Südens eifersüchtig auf die Artigkeit, welche der General Bertrand dem alten demokratischen Löwen Jack son) bewies, und dieser, der von allen Parteien mit gleicher Zuvor⸗ konimenheit aufgenommen wurde, hat wahrscheinlich es für angemessen erachtet, auch feine Gunstbezeugungen gleichmäßig unter beiden Par⸗ teien zu theilen, indem er sich der Reihe nach zu dem Demokraten Jackson und zu dem Whigführer Clay begab. Der alte Freund Napoleon's möge aber auf seiner Hut sein; in den Vereinigten Staaten macht man aus allem Möglichen, auch aus dem geringsten Umstande, sich eine Waffe für die Wahlen, und es würde mich gar nicht überraschen, wenn die Rivalen des Herrn Henry Clay für die Präsidentschaft ebenfalls die Ehre haben wollten, ihm Beweise ihrer Gastfreundschaft zu geben. Die Zahl derselben ist aber so groß, und sie sind so weit aus einander auf diesem unge heuren Gebiete zerstreut, daß der berühmte Reisende am Ende sich genöthigt sehen würde, seinen Aufenthalt viel länger in den Verei nigten Staaten auszudehnen, als er wohl anfangs die Absicht gehabt haben mochte.
Am Schlusse meines heutigen Berichtes muß ich leider noch zweier furchtbaren Unglücksfälle erwähnen. Am 19. September er⸗ folgte die Explosion des Dampfschiffes „Clipper“ das den Dienst zwischen Bayusara und New-Orleans versah, gerade in dem Augen⸗ blicke, wo dasselbe die Werfte verlassen wollte, indem alle seine Kessel zersprangen. Die ganze Maschine, große Trümmer der Kessel, unge heure Bruchstücke von Holz, eine Masse anderer Gegenstände, und leider auch mehrere Menschen, die noch dazu fürchterlich verletzt und verstümmelt wurden, flogen dabei in die Luft. In der höchsten Höhe angekommen, flogen die so in die Luft geschleuderten Gegenstände gleich dem Wasserstrahle einer Fontaine nach verschiedenen Richtungen aus einander und fielen auf das Land, auf die Dächer der Häuser bis auf eine Entfernung von 250 Aares von dem Schauplatze des Unglücksfalles herab. Die unglücklichen Opfer wurden verbrannt, zerschmettert, zerrissen und nach allen Seiten hingeschleudert: die einen in den Fluß, die anderen in die Straßen, noch andere auf das jenseitige Ufer des Bayou, nahe an 30) Aards weit. Mehrere Leich⸗ name wurden von Holzstücken förmlich in zwei Theile gespalten, an⸗ dere gleich Kanonenkugeln gegen die Mauern der Häuser geschleudert. Alle in der Nähe gelegenen Häuser schienen wie von einem Sturm⸗— winde oder eigentlich Wirbelwind ergriffen und verheert zu sein. Privatbriefe von dort sagen, es lasse sich gar keine Idee von den angerichteten Verheerungen geben. Was von dem Schiffsgerippe noch übrig blieb, wurde in Stücke zerbrochen. Der Ort des Unglücksfalles bot das traurigste Schauspiel dar, das man je nur zu sehen bekom— men kann. Die Fußböden der zwei Kajüten waren buchstäblich mit Todten und Sterbenden bedeckt; von denen, die man wegtrug, ver⸗ nahm man nichts als Klagen und Aechzen, in das nur manchmal auch Verwünschungen gegen die muthmaßlichen Urheber des Unglücks sich mischten; es war ein Bild aller menschlichen Leiden. Die Equi⸗ page hatte in 43 Mann bestanden, außerdem waren 5 Passagiere auf dem Schiffe. Eine sehr geringe Zahl, zu welcher der Capitain gehört, wurde gerettet; die Zugrundegegangenen werden bis jetzt auf berechnet. Noch aber fehlten bei Abgang der letzten Berichte mehrere Personen, von denen man keine Spur wieder aufzufinden vermochte.
Eine andere schreckliche Erplosion erfolgte am 5. Okt. zu High⸗ falls bei Cattskill, wo eine Pulvermühle in die Luft flog, wie man sagt in Folge der Unvorsichtigkeit eines dabei Angestellten, der betrun ken gewesen sein soll. In den Werkstätten befanden sich nahe an 300 Fässer Pulver, und man begreift daher, daß die Erplosion furcht bar sein mußte. Alle Gebäude sind vollkommen zerstört, und alle
/ Lutraki geleitet. Kalamontardis war früher aus der Evelpidenschule gewie fen worden in Folge einer Auflehnung gegen den damaligen Direktor, Ober= sten von Rheineck, und machte vorzüglich deshalb über die Bavern seinem , n , ö ; ,,,, , . . Luft, namentlich über Oberst von Heß, den Vorstand der gegen ihn ö. ohren: damale waren auch vier Menschenleben dabei zu eingeleiteten Untersuchungs Kommissien. Orphanides war als Pasquillen Grunde gegangen.
schreiber prozessirt, aus dem Ministerium des Innern entlassen aus Athen .
verwiesen worden, bis er durch Vermittelung des Ministers des Innern, aus Opposition gegen den Justiz-Minister, die Erlaubniß erhielt, wieder nach Athen zurückzukehren.
O München, 29. Okt. Kolokotronis ist seit gestern Morgen von Triest aus hier eingetroffen, leider aber keinesweges als Courier oder in einer außerordentlichen Mission Sr. Majestät König Dtto's, sondern, dem allgemeinen Vernehmen nach, als Exilirter. Wodurch er sich die mehrjährige Verbannung aus dem Vaterlande zugezogen, darüber vernimmt man zwar, den Einzelheiten nach, sehr verschiedene Angaben; im Allgemeinen aber stimmen diese doch darin überein, daß er sich bei mehr denn einer Gelegenheit loyaler benommen habe, als
den dermaligen Gewalthabern in Athen lieb sein konnte.
pereinigte Staaten von Uord-Amerika.
O New⸗York, 7. Okt. Die Wahlen der Gouverneure der Mitglieder der Lokal- Legislaturen und ö 24 . Kon ⸗ — 2 ö. 3 gresst gehen in verschiedenen Staaten fort, ohne jedoch be ondere . ‚. .
a . und Aufmerksamkeit zu erregen, da man des End⸗Resul⸗ andels⸗ und görsen - nachrichten. . tates im Allgemeinen schon im Voraus gewiß ist, und mannigfache Stettin, 1. Nov. (B. N. d. O.) Roggen auf Lieferung im Olto- andere Vorgange jetzt selche zorzugsneise in a sprushe hne, ber fte, geh nhl, , ö fühl, en grunen i'.
In diesem Augenblicke sind es vorzugsweise religiöse Streitfra⸗- waars jn loco ist' es augenblicklich sehr slau und, e, een, 26 gen, welche alle Gemüther, besonders hien n Bewegung und ligeren Preisen anzubringen. Lieferung pr. Frühjahr auf *** 2m h fheilweise auch in Aufregung versetzt haben. Bei der jährlichen Ver- ten, theilweise auch dazu zu haben.
darin befindlichen Personen, sechs an der Zahl, umgekommen. Das selbe Unglück ereignete sich in dem nämlichen Etablissement vor etwa
Eisenbahnen.
Aachen, 30. Okt. Wir vernehmen, daß die Anmeldungen zum Waaren Transport von Belgien nach hier und Köln so bedeu— tend sind, daß die Verwaltungen der belgisch-rheinischen Eisenbahn sich genöthigt gesehen haben, vom 2. November ab täglich fünf Gü⸗ terzüge in der Richtung von Verviers nach hier einzurichten, in der Erwartung, daß eine rasche Steuer-Abfertigung die Ausführbarkeit gestatte.
Leipzig, 1. Nov. (D. A. 3.) Bei der heute auf dem hie—⸗ sigen Rathhause stattgefundenen Aktienzeichnung für die sächsisch schlesische Eisenbahn gegen Anzahlung von 10 Thlr. pr. Aktie sind bis diesen Mittag 12 Uhr für 8,200,009 Thlr. gezeichnet worden.
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