1843 / 143 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

; sst er in äußerer Beziehung ein tadelloser Mensch. unt in den e, tf en in ö 1 9. wn ig en werth vollsten

ede e gd enn. Hingebung, wie sie später leider selbst für

jeder zu finden ist. a. ; bebe en, mn g f. 0 Zustand des Sträflings gemildert; er hat

z 38 em er enigegenstrebt, er fühlt sich dadurch noch an ein i fe T irn, , , seine gl n ih ihm noch eiwas 1 gen die Stellung des Herin zu seinem Straf-Arbeiter gewinnt kabel eine mildere Richtung, denn er hat die Gelegenheit, die Dienste des treuen Dieners anzuerkennen, indem er dessen Gesu um jene Be i nn unterstüßt und befördert. Es gestaltet sich auf diese Weise das Verhältni zwischen dem Ansiedler und den Sträflingen weniger schroff, als man ge= wöhnlich zu vermuthen geneigt ist. Beide Parteien fühlen, daß ihre gegenseitigen Zwecke am Ende zusammentreffen, denn wird der Herr 'zufriedengestellt, so erwirbt der Diener als Lohn die Er= füllung seiner höchsten Wünsche. Man braucht darum auch diese Leute nicht blos zu mechanischen Arbeiten, sondern selbst zu solchen, bei denen sich die Treue, Umsicht und Gewandtheit des Dieners bewähren kann. Viele sind mit der Aufsicht über kostbare Schafheerden auf fernen Weideplätzen, mit dem Transport zahlreicher Viehheerden nach entlegenen

Ländereien auf schwierigen Wegen beschäftigt, ja nicht selten werden sie als Aufsseher in größeren Wirthschaften gebraucht. In dieser Beziehung bietet

das Uiberweisungs-System eine Seile dar, der selbst die heftigsten Wider⸗ sacher der Deportation ihren Beifall nicht versagen können. Es ist dies

die stete Berührung des Sträflings mit der äußeren Welt, in Folge deren er sich üben muß, den mannigfaltigen Versuchungen durch die Kraft des eigenen Willens zu widerstehen. Innerhalb der engen Mauern des Ge— fängnisses giebt es keine Gelegenheit, auf Abwege zu gerathen, und der daraus entlassene Verbrecher berechtigt keinesweges zu der Voraussetzung, er werde, in das Treiben der Welt zurückverseßzt, die frühere Bahn nicht wieder betreten. Der Sträfling aber, der 4, 6 oder 8 Jahre inmitten aller

Versuchungen sich treu erwiesen, hat eine starke Präsumtion zu seinen Gun⸗—

sten, er sesl ein gebesserter Mensch.

Nicht selten wohnen Ansiedler allein oder mit ihrer Familie, von 20 und mehreren Verbrechern umgeben, Tagereisen weit von irgend einer mensch⸗ lichen Wohnung entfernt, ich selbst habe mehrere Jahre auf diese Weise gelebt, ohne daß daraus eine Unbequemlichkeit, viel weniger eine Gefahr entstanden wäre. Es giebt allerdings eine große Anzahl unverbesserlicher Leute unter den Deportirten, die jeder Schandthat fähig sind. Solche wer⸗ den jedoch von der Regierung auf isolirten Punkten, wie Port Arthur, streng bewacht und zu schweren Arbeiten gebraucht. Komplotte scheitern gewöhnlich. Die Verbrecher haben zu verschiedene Zwecke, um das gleiche Ziel zu ver— folgen. Der Eine naht sich der Zeit, die ihn zu einem Ticket ok leave berechtigt, der Andere hat seine Petition darum vielleicht schon der Behörde zugeschickt, ein Dritter wird in kurzem schon frei. Warum sollten diese nun aufs Ungewisse hin sich auf ein halsbrechendes Unternehmen einlassen? Es ist darum auch immer gerathen, einen Haufen Sträflinge zu halten, deren Strafdauer verschieden ist, weil unter solchen am wenigsten ein ge— fährliches Einverständniß zu befürchten ist; sie bewachen sich gegenseinig mit eisersüchtigen Augen.

Doch nicht blos der Privatmann vertraut die Besorgung seiner Ange⸗ legenheiten den Händen der Sträflinge an, die Regierung selbst bedient sich ihrer als Gehülfen in der Verwaltung der öffentlichen Polizei. Solche, die sich durch besonders gutes Betragen auszeichnen, werden bei den Polizei— Richtern als Constables angestellt und verrichten als solche alle zu diesem Amte gehörigen Pflichten. In dieser Stellung erlangen sie nicht nur, wie im Privatdienste, nach wohlüberstandener Prüfungszeit, den Urlaubsschein, sondern sie haben überdies noch die Aussicht, dieser Begünstigungen viel früher theilhaftig zu werden. Bei der Einfangung entläufener

Verbrecher, der sogenannten Buslicrangers, kommt es oft zu so desperaten Kämpfen, daß eine bloße Geldbelohnung Niemanden anlocken würde, diesem gefährlichen Geschäfte sich zu unterziehen. Hierbei sind die Sträfling-Con— stables besonders nützlich, denn der Freiheitsbrief, der bei sehr gefährlichen Ausreißern als Preis für die Einfangung gestellt wird, oder bei minder bedeutenden der Urlaubsschein, treibt an, das Aeußerste zu wagen.

Es ist indessen noch ein weiter Unterschied zwischen einem Sträflinge, der sich keines Vergehens während der Prüfungs-Periode schuldig gemacht hat und nach dem Buchstaben des Gesetzes auf ein Ticket of leave An- spruch machen kann, und einem solchen, der seinem Herren wirklich ein nütz⸗ licher Diener gewesen ist. Gesetzes mit dem Interesse des Ansiedlers scheinbar in Konflikt.

S64

das Gesetz, daß der Verbrecher bei geringer Kost während einer gewissen Anzahl von Stunden täglich zu strenger Arbeit angehalten und kleiner an— deren Genüsse theilhaftig werde, als zu seiner physischen ö 2 uner⸗ läßlich nöthig sind. Der Ansiedler dagegen meint, die Hauptfache sei, daß viel Arbeit verrichtet werde, und dies sei unmöglich, wenn der Arbeiter nicht gut gehalten werde, über die moralische Aufführung des Sträflings wolle er schon wachen, aber den Büttel zu machen, dazu kad er keine Verpflich⸗ tung. Ueber diesen Punkt waren von jeher die Ansichten in Downing Street von denen in der Kolonie sehr abweichend. Es ist dies ein sehr zarter Punlt, den man genau zu erörtern sich scheut, und doch wäre es wünschenswerth, daß man sich darüber verständigte.

Es ist bekannt, daß Sklaven, von der Peitsche des Aufsehers stets be— droht, doch nur ein 666 Maß von Arbeit leisten. Dies beweist genü⸗ gend, daß Zwang allein die Arbeitsamkeit nicht befördert. Diese stellt sich nur dann ein, wenn dem Arbeiter aus dem größeren Maße seiner Leistun— gen irgend ein Nutzen, und wäre es auch nur ein eingebildeter, erwächst.

Man lasse z. B. einen Sträflinß an einem Tage die gesetzlich bestimmten Stunden hindurch irgend eine Arbeit verrichten, und gebe ihm am nächsten Tage ein viel größeres Pensum derselben Arbeit unter der Bedingung auf, nach deren Beendigung für diesen Tag nicht mehr arbeilen zu brauchen, so wird er sich bemühen, dieses größere Maß von Arbeit in der kürzesten Zeit zu verrichten, um ein paar Stunden zu seiner Disposition zu haben. In diesem Bestreben, die Arbeit schneller zu vollbringen, liegt schon ein bedeutender Fortschritt, denn er muß seine ganze Aufmerlsamkeit auf den Gegenstand richten, um die leichteste Weise in der Handhabung der Werkzeuge, in der Ueberwindung der Schwierigkeiten, sich anzueignen. Bei so fortgesetztem Bemühen stellt sich bald auch die Lust zur Arbeit ein. Was er früher verdrossen gethan und darum unvollständig verrichtet hat, geht ihm nun schneller von der Hand.

Der Grundsatz, daß viel Arbeit die Hauptsache sei, ist daher noch in einem ganz anderen Sinne wahr, als es der Ansiedler gewöhnlich versteht. Es gewinnt durch die erhöhten Leistungen nicht blos der Herr, sondern auch der Sträfling. Indem er die Fertigkeit erlangt, viel arbeiten zu können, erwirbt er ein unschätzbares Kleinod, weil er die Fähigkeit erlangt, sich auf eine redliche Weise seinen Unterhalt zu verschaffen.

Die Zwangsarbeit ist nicht nur ungenügend in Beziehung auf die Quantität der Arbeit, sondein sie hemmt auch die Fortschritte des Sträf⸗ lings. Es wird allgemein bemerkt, daß Leute, die jahrelang in den Straf⸗ Abtheilungen beschäftigt gewesen, wo sie an feste Stunden, aber nicht an ein Maß der Arbeit gebunden sind, faul und ungeschickt bleiben.

Fragt man nun, ob der Ansiedler nicht doch lieber freie Arbeiter, wie dies in Europa geschieht, halten würde; ob nicht, trotz der anscheinenden Wohlfeilheit der Sträflingsarbeit, diese im Ganzen dennoch theurer zu stehen komme, weil unter den überwiesenen Sträflingen immer doch manche sind, die wenig oder gar nichts zu leisten vermögen, so kann man dies nicht anders als bejahend beantworten, wenn man nämlich voraussetzt, daß die arbeitende Klasse dort eben so gestellt ist, wie bei uns. Diese Voraussetzung ist jedoch falsch. Bei dem Mangel an freien Arbeitern sind diese ihrer Unentbehrlichkeit sich so bewußt, daß ihnen an der Zufriedenheit ihrer Herr— schaft wenig gelegen ist, da sie jeder Zeit einen anderen Dienst finden kön— nen. Sie erhöhen daher ihre Forderungen bei dringenden Gelegenheiten auf eine unerhörte Weise. Während der Aerndte und der Schurzeit z. B. verdienen sie oft 10 bis 12 Schilling täglich. Um diesen Willkürlichkeiten zu entgehen, lassen die bedeutenderen Länderei-Besitzer Arbeiter in England engagiren. Diese werden häufig sammt Familie kostenfrei nach der Kolonie befördert, wo sie freie Wohnung und Holz, Rationen für 1 Person und ein baares Lohn von 25 30 Pfd. erhalten. Nach Ablauf ihrer Kon— traktzeit, die meist auf 3 5 Jahre festgestellt ist, sind sie aller weiteren Verpflichtung entbunden. Solche Leute haben häufig in der Heimat in Noth und Dürftigkeit gelebt; aus eigenen Mitteln wären sie nie im Stande gewesen, durch Auswanderung sich in eine bessere Lage zu versetzen und man sollte daher meinen, daß sie alle Ursache haben, mit ihrer neuen Stel lung, die ihnen ein sorgenloses Auskommen und überdies noch gute Aus— sichten für die Zukunft gewährt, zufrieden zu sein. In der ersten Zeit sind sie dies wohl auch; aber sehr bald vergleichen sie ihren Erwerb mit dem der sonstigen freien Arbeiter in der Kolonie, wobei sie übersehen, daß die Kosten der Ueberfahrt, welche der Brodherr getragen, auf das Lohn repartirt werden müssen, daß er bei dem ganzen Ünternehmen ein Risiko übernom⸗ men, kurz sie vergessen jede billige Rücksicht und denken nur darauf, sich

In dieser Beziehung geräth die Tendenz des ihrer Verbindlichkeit zu entziehen. Es will ,

Mit Sträflingen dagegen vermag man immer ein genügendes Maß

Bekanntmachungen. 6

Nothwendiger Verkauf. Land- und Stadtgericht zu Samter.

Das in Pinne sub No. 79. belegene, den Gastwirth Kaufmann-Lewinsohnschen Erben gehörigen Grundstücks, abgeschätzt auf 996 Thlr., zufolge der nebst Hopothe— kenschein und Bedingungen in der Registratur einzu—

1961

Allgemei

Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 5. Oltober 1843. Das in der Blumenstraße Nr. 54 belegene Grund— R na n stück des Tischlermeisters Kuppinger, gerichtlich abge— schätzt zu 15,673 Thlr. 15 Sgr. 3 Pf., soll Lesin am 21. Mai 1844, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. pothelenschein sind in der Registratur einzusehen.

ner An ze

von

Zwei Theile.

Tare und Hy Gr. 12. Geh. 3

sehenden Taxe, soll am 18. Dezember 1843, Vor⸗ mittags 11 Uhr, an Ort und Stelle zu Pinne subha— stirt werden. SDamter, den 7. November 1843. Königl. Land⸗ und Stadtgericht.

1807

Nachdem zufolge heutiger Verfügung über das Ver⸗Ii19354 mögen des Kaufmanns Herrmann Balz der Konkurs verhängt worden, ergeht an alle diejenigen, welche von dem Gemeinschuldner etwas an Gelde, Sachen, Effelten oder Briefschaften hinter sich haben, oder ihm verschulden, hiermit die Aufforderung: dem Gemeinschuldner nichts davon verabfolgen zu lassen, vielmehr dem Gerichte

Titerarische Anzeigen.

Am 1. Dezember wird ausgegeben: 3. Der bis auf die neueste Zeit ergänzte

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Von der Verfasserin von „Clementine“.

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Im Jahre 1842 erschien ebendaselbst: Clementine.

1 Thlr.

von Arbeit zu erlangen, wenn man sie zu behandeln versteht. Strenge Disziplin ist dazu vor Allem erforderlich. Der Sträfling muß zu der Ge⸗— . gelangen, daß jedes Vergehen unerläßliche Strafe nach sich ziehen werde.

Die Strafe allein, Züchtigung oder Einsperrung, würden jedoch nie so wirksam sein, hinge davon nicht auch die Erlangung des Urlaubsscheines ab, und man muß gestehen, daß die „Tickets of leave“ ein wohl durch dachtes Mittel sind, eine Maßregel, ohne welche das ganze Deportations= Spstem zusammenfallen würde. Ueberdies hat jene . auch noch eine andere Wirkung von großer Bedeutung. Indem der Sträfling wäh⸗ rend der Dauer des Urlaubscheines auf eigene Hand etwas unternimmt, wird er allmälig durch Gewohnheit und Verbindungen aller Art an die Kolonie gefesselt, so daß er, wenn der Moment seiner gänzlichen Emanci— pation eintritt, sich schon ganz heimisch fühlt. Die sen. hat keine Verpflichtung, den Deportirten, sobald sie frei werden, zur Rücklehr be⸗ hülflich zu sein, und so kehren denn auch nur sehr wenige in die Heimat zurück. Sie lassen sich entweder als Pächter kleiner Grundstücke auf dem platten Lande nieder, ober treiben in den Städten mancherlei Gewerbe, verdingen sich als Arbeiter, Hausgesinde u. s. w., oder übernehmen kon⸗ traktmäßig die Urbarmachung von Ländereien, Bretterschneiden u. dgl. nutz bringende Arbeiten. Daß auch Frauen deportirt werden, ist berests oben bemerkt worden. Diese werden jedoch nicht jedem Ansiedler, sondern nur denen, die Familie haben, überwiesen. Sie dürfen zu keiner Feld- oder anderen schweren Arbeiten, vielmehr ausschließlich zu häuslichen Beschäfti⸗ gungen gebraucht werden. Die Hausfrauen klagen zwar allgemein, diese Art Dienstboten sei eine große Plage in einer Familie; dennoch ist der Begehr nach ihnen, bei dem Mangel an anderen weiblichen Dienern, stets groß. . .

Ber Verwaltung bieten sich bei dieser Klasse von Sträflingen mancherlei Schwierigkeiten dar. Noch hat man für diejenigen, die nicht in Privat= diensten, sondern von der Regierung unterhalten werden, keine nutzbrin gende Beschäftigung auffinden können. Ebenso unbefriedigend haben sich bisher die mancherlei Strafmittel erwiesen, zu denen man seine Zuflucht genommen, um die widerspenstigen Frauen im Zaume zu halten, Das zweckmäßigste Auskunftsmitiel, das sich hier darbietet, ist, so viel als mög lich ihre Verheirathung zu befördern, und dies geschieht meist mit gutem

rfolge. . Bahrend meines letzten Aufenthaltes in Launceston wohnte ich in einem trefflichen Gasthofe, dessen Wirth ein thätiger, zuvorkommender Mann, dessen Wirthin eine schöne Frau von vielem Anstande war. Als ich bei meiner Einschiffung nach der Rhede ging, von einem meiner Freunde, einem alten Kolonisten und vieljährigen Friedensrichter, begleitet, begegne= ten wir meinem Wirthe, dem ich ein Lebewohl zurief. Dies war mein Wirth, sagte ich zu meinem Begleiter. Den kenne ich sehr gut, erwiederte dieser; denn er war mehrere Jahre mein Schmidt, als er noch Sträfling war. Er hat eine sehr liebe Frau, fuhr ich fort. Auch die kenne ich, sagte mein Freund, denn ich errettete sie einst vom Strange, als sie mit anderen Verbrecherinnen an— eklagt war, einen Mord-Anfall auf den Gefängnißwärter gemacht zu ha— 4 Dieser Dame hatte ich vor ein paar Minuten beim Abschiede freund- lich die Hand gedrückt!

Und doch verdroß mich die Aufklärung nicht; sie gab vielmehr Veran⸗ lassung zu ernsten Betrachtungen, und als ich in das Boot stieg, um das Schiff zu erreichen, da rief mein Freund mir zu: Erzählen Sie in Europa, wie wir es hier verstehen, seinen Auswurf in werthvolles Material zu ver— wandeln. *) 21. S.

) Seit einigen Jahren haben sich in England viele Stimmen gegen das Deportationswesen erhoben, der Gegenstand ist häufig, nicht blos in den Tagesblättern, sondern auch in den gelesensten Ouartalschristen be= sprochen worden. Verdächtig erscheint es indessen, daß diese lebhafte Theil⸗ nahme gerade zu derselben Zeit erwachte, als die Colonisation Süd⸗Austra⸗ liens und Reus Seelands in Anregung gebracht wurde. Man muß daher was über diesen Gegenstand veröffentlicht worden, behutsam prüfen. Seit kurzem hat die Regierung den Versuch gemacht, in der Verwaltung der Verbrecher bedeutende Modificationen einzuführen. Sie sollen nicht gleich bei ihrer Ankunft den Ansiedlern überwiesen, sondern erst vom Gouvernement beschäftigt werden, hier ihre Prüfungs-Periode überstehen, und erst dann in Privatdienste treten, wenn sie ein Ticket of leave erlangt. Das Publikum hat zu dieser Neuerung wenig Vertrauen. A. S.

iger.

Ein Schloß am Meer.

vollständigem Inventarium versehen, auf 9 12 Jahre in Zeitpacht auszuthun. Die durchaus mäßig ge— stellten Pacht Bedingungen sind bei dem Herrn Regie rungs- und Landes⸗Oekonomie⸗Nath Winckler in Posen, jedoch nur von Bewerbern selbst, einzusehen. Schriftliche Anfragen werden verbeten.

Thlr.

3916 * . 6 3 unrl Geschäft zu verkaufen.

Der Besitzer eines außerhalb Berlin in einer green Stadt des preußischen Staates belegenen, seit Vierteljahrhundert bestehenden, wohl rentirenden Hs* dels und Fabrik-Geschäfts, beabsichtigt verdrießliche Familien-Verhältnisse wegen, seinen jetzigen Wohnort mit einem anderen zu vertauschen, und will deshalb das erwähnte Geschäft verkaufen. Der Preis ist circa 30,000 Thlr. Bedingung jedoch, da der Verkäufer weit fortziehen will, baare Erlegung des Kauspreises bei der Uebernahme. Das Grundstück, in welchem das Geschäft bisher betrieben wurde, eins der größten der Stadt und in der frequentesten Hauptstraße belegen, steht ebenfalls zu verkaufen, und würde die Hälfte des

8.

Bemit⸗

davon Anzeige zu machen und die Gelder oder Sachen, vorbehaltlich ihrer Rechte daran, zum gerichtlichen De—⸗ posito abzuliefern.

Jede Verabfolgung oder Zahlung, dieser Aufforderung zuwider, wird für nicht geschehen geachtet und zum Besten der Masse anderweit beigetrieben werden; die Inhaber deischwiegener Sachen gehen außerdem ihrer Pfand⸗ und sonstigen Rechte verlustig.

Magdeburg. 29. Oltober Jza3. Königliches Land., und Stadtgericht.

ig5ss] Nor ; .

. straß 38 a.

gerichtlich abgeschhtds ur, wchdrugters am 18. n . 3 Pf, soll

an der Gerichtsstelle subhasti wand n 11ñUhr,

belegene Ziesemer,

pothekenschein sind in der Registr atur d. Hy⸗

19591 Nothwendiger Vert Stadtgericht zu darm den . i 1843

. . run fl! nnn, Nr. 6s belegene 9 r ück, gerichtlich ab ö . . vg uch, e chllich abgeschätz zu 15266

am 14 Juni 1844, Vormittags 11 u an der Gerichtsstelle subhastirt unk. tern, Hyöpothekenschein sind in ber Registratur einzusehen.

Der dem Aufenthalte nach unbefannte Kleidermacher wird als Eigenthümer hler=

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In Folge einer schweren Entbindung von einem ge— sunden Mädchen entschlief am 10ten d. M., Abends 5. Uhr, nach langen und schweren Leiden meine innigst geliebte Frau Franziska Alexandrine, geborene Hevelke, im 3 sten Lebensjahre. Diesen unersetzli⸗ chen Verlust beweinen der hinterbliebene Gatte mit sei— nen 5 verwaiseten Kindern.

Schlochow in Pommern, am 135. November 1843.

Carl Wilde, Rittergutsbesitzer.

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am Gendarmen⸗Marlt in Berlin.

Die Unterzeichneten beehren sich hierdurch ergebenst anzuzeigen, daß sie seit dem ersten Oftober dieses Jah⸗ res das obengenannte neu in Stand gesetzte Hotel übernommen haben, und hegen die Hoffnung, daß es ihnen gelingen werde, durch Sorgfalt und Aufmerk- samkeit die Gunst eines hochgeschäßten Publikums sich zu erwerben und zu bewahren.

A. Mühling C C. Schrader.

Bemerkung: Table d'hGite findet täglich um 23 Uhr statt; à la carte kann zu jeder Stunde gespeist werden.

Das donnemen!l beträg!: 2 ihlr. für 1 Rihlr. . S ERthlr. 1 in allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung. Inserlions-GSebühr sür den Raum einer Zeile des Allg.

8221820 O CG inzelgers * Agr.

Berlin, Montag den 20sen November

nhalt Amtlicher Theil.

Inland. Berlin. Hof⸗Nachrichten. Meisdorf. Königs. Görlitz. Kommunal Landtag.

Deutsche Bundesstaaten. Bavern. Bamberg. Vorbereitungen

zum Empfange des Kronprinzen. Hohe Preise der ersten Lebens-

i Regens burg. Geistliche Exercitien. Baden.

Sof Nachrichten. Fruchtpreise. Karlsruhe. Ernennun—

Hof -Nachricht. Heidelberg. Militair-⸗Kommission des sten

deutschen Armee Corps. Sach sen⸗Weimar-Eisenach. Wei

mar. Ernennungen. Freie Städte. Lübeck. Verbot des

Lottospielens.

Desterreichische Monarchie. Preßburg. Die Deputirten ver langen neue Instruüctionen in Bezug auf das Königliche Reskript über den Gebrauch der lateinischen Sprache. Schreiben aus Wien. (Stein kohlen⸗Bergbau.) :

Frankreich. Paris. Diplomatische Ernennungen und Vorbereitungen

Marie Christinen's und des Grafen Bresson zur Abreise nach Madrid. Sermischtes.

Grosibritanien und Irland. London. Empfang des Herzogs und der Herzogin von Nemours. Ungünstige Stimmung gegen die Negie

Bezug auf das Prozeß-Verfahren in der Repealsache. aus London. (Court of Exchequer; O'Connell's Prozeß;

Anwesenheit des

den

zien. Brüssel. Eröffnung der Kammern. Thronrede. Schrei maus Brüssel. (Die Thronrede; Präsidentenwahl der Kammern.) veiz. Aarau. Dekret⸗Entwurf des Kleinen Raths über die Wie— rherstellung der Frauenklöster. Schreiben aus Neapel. nie auf der Insel Lampedusa. Spanien. Paris. Telegraphische Nachricht aus Spanien: Die Köni gin leistet den Eid. Briefe aus Madrid. (Näheres über den Aft der Volljährigkeits Erllärung der Königin; Narvaez und das gegen ihn gerichtete Attengt.) und Paris. (3wangs-Anleihe in Barcelond; Ent S waffnung der Nationalgarde von Saragossa.) Vereinigte Staaten von Nord-Amerika. Schreiben aus New— Mork, (General Bertrand; die Gesellschafts Inseln.) Handels- und Börsen⸗Nachrichten. Köln und Hamburg. Marktbericht.

(Gründung einer Verbrecher-Kolo

stichten des Daches auf dem Königl. Opernhause.

l . z 511 ) 7 Königl. Schauspiel⸗ Adolphine Neumann.)

aids iv.

(Debüt der Dlle.

Amtlicher Theil.

Berlin, den 18. November. Seine Majestät der König sind vom Schlosse Falkenstein hier wieder eingetroffen.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

Dem Kanal⸗-Zoll⸗Einnehmer Bohne zu Parey den Rothen Ad ler-Orden vierter Klasse; dem Unteroffizier Schäfer des lsten und dem Hautboisten Seeberger des Sten Infanterie⸗Regiments, so wie dem Schützen Luhn der 3Zten Schützen-Abtheilung die Rettungs Medaille mit dem Bande zu verleihen; und )

e n 1

Allgemeine

Dem Geheimen expedirenden Secretair und Kalkulator Fehr— mann bei der Verwaltung des Staateschatzes und Münzwesens den Charakter als Rechnungs-Rath zu ertheilen.

Ihre Königl. Hoheiten der Prinz von Preußen und der Prinz Karl sind von Quedlinburg hier wieder eingetroffen.

Bekanntmachung. Von den Giro⸗Anweisungen, welche der hierselbst verstorbene Banquier Julius Friedemann auf die Königliche Haupt-Bank aus— gestellt hat, sind die folgenden: Nr. n über 10) Rthlr. Nr. n über 200 Rthlr. * 6 . 1 1000 * 6. 500 n,, , 6909 100 . 100 200 3 500 56 200 . 1 17. 5 2600 5 ) 5 3 5) 21 60 5 wie darin ausdrücklich bestimmt ist, nur noch bis zum 30. November d. J. gültig und daher spätestens bis dahin bei der Haupt-Bank— Kasse zur Zahlung einzuliefern, widrigenfalls sich die Inhaber die nachtheiligen Folgen der Versäumung selbst beizumessen haben. Wir finden uns veranlaßt, auf den schon nahen Ablauf der obigen Frist vorzüglich diejenigen Inhaber, welche mit dem Giro-Verkehr nicht genau bekannt sind, hierdurch besonders aufmerksam zu machen. Berlin, den 8. November 1843. . Königl. Haupt⸗Bank-⸗Direktorium. gez. Witt. Reichenbach. Meyen.

Angekommen: Der General-Major und Commandeur der lsten Division, von Esebeck, aus Frankreich.

Durchgereist: Se. Durchlaucht der Königl. Württembergische General- Lieutenant, außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister am Kaiserl. russischen Hofe, Fürst Heinrich zu Hohen— lohe-Kirchberg, von Stuttgart kommend, nach St. Petersburg.

üichtamtlicher Theil.

In land.

Berlin, 19. Nov. Se. Majestät der König haben Allergnä— digst geruht, dem bei der Gesandtschaft im Haag angestellten Lega— tions Secretair, Grafen von Oriolla, die Anlegung des ihm ver— liehenen Ritterkreuzes des Königl. niederländischen Löven-Ordens zu gestatten.

Berlin, 19. Nov. Ihre Majestät die Königin haben, nach— dem Allerhöchstsie den 13. November, zugleich den Sterbetag Ihrer Dochseligen Frau Mutter, der Königin von Bayern Majestät, in stiller Zurückgezogenheit zugebracht, heute Morgen, als an Allerhöchstdero Namenstag, auf dem Schlosse zu Charlottenburg die Gratulationen der

reußische Zeitung.

Alle post-Anstalten des An- und Aus landes nehmen Sestellung aus dieses glatt an, sür Ser lin die Expedition der Allg. preuss. ; Zeitung: Sriedrichsstrasse Ur. 72.

1843.

Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften des Hofes entgegengenommen. Mittags wird daselbst Diner sein, dem die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften beiwohnen werden, und Abends soll ein Konzert die Feier des Tages beschließen.

Meisdorf am Unterharz, 15. Nov. (M. 3.) Wohl selten ist einem kleinen Orte gleiche Ehre und Auszeichnung zu Theil geworden, wie jene, deren wir uns gegenwärtig zu erfreuen haben. Im Laufe des gestrigen Tages langten Ihre Majestäten die Könige von Preußen, von Hannover und von Sachsen, Ihre Königl. Hohei⸗ ten der Prinz von Preußen, der Prinz Karl von Preußen und der Prinz August von Württemberg mit Gefolge, Ihre Durchlauch⸗ ten der Prinz von Solms, der Fürst von Radziwill und von Ca— rolath⸗Beuthen, Se. Excellenz der Minister Graf von Arnim und eine bedeutende Anzahl anderer hochgestellter Personen hier an, um an der großen Jagd, welche der Graf von der Asse⸗ burg und zu Falkenstein zu heute und morgen veranstaltet hat, Theil zu nehmen. Die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaf⸗ ten, mit Ausnahme Sr. Königl. Hoheit des Prinzen von Würt⸗ temberg, begaben sich nach dem 3 Stunden entfernten Schlosse Fal⸗ kenstein, Letzterer und die übrigen hohen Jagdgäste aber stiegen im hiesigen Schlosse ab. Se. Majestät der König von Preußen, in Ge⸗ sellschaft Sr. Majestät des Königs von Sachsen, von Halle über Aschersleben und Ermsleben kommend, wurden an der Gränze unserer Feldmarken nach 7 Uhr Abends von einer mit Fackeln versehenen Ehren-Garde zu Pferde eingeholt und, nachdem Allerhöchstdieselben von den geistlichen und weltlichen Beamten mit ehrfurchtsvollen Anreden empfangen worden, unter dem Geläute der Glocken durch ein von der Landwehr gebildetes Spalier aufs Schloß geleitet. Einen imposanten Anblick gewährte die am Eingange des Selkethales von dem Herrn Besitzer der Mindergrafschaft Falkenstein errichtete geschmackvolle von mehreren hundert Lampen erhellte Ehrenpforte; ein zweite, mit passenden Transparents versehen, befand sich im Selkethale vor der Papierfabrik, und war von deren Pächter er⸗ baut; der Falkenstein selbst aber starrte von Kerzenglanz und auf der Zinne des Thurmes befand sich ein sinnreicher und schöner Trans⸗ parent. Morgen Abend, nach Beendigung des Diners, wird zur Verherrlichung der Anwesenheit der Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften von den Bewohnern der Mindergrafschaft Falkenstein ein Fackelzug veranstaltet werden und außerdem noch eine andere Festlichkeit stattfinden.

Görlitz, im Nov. (Schl. Ztg.) Man sieht hier erwar—⸗ tungsvoll dem bald sich wieder versammelnden Kommunal-Landtage entgegen, indem man überzeugt ist, derselbe werde auch ferner seiner hohen Bestimmung entsprechen und insbesondere bei der bevorstehen⸗ den neuen Wahl des Vorsitzenden den Beweis liefern, daß er fern von jeder persönlichen Rücksicht nur das allgemeine Beste in der Er— haltung und Begründung seiner bisherigen ehrenvollen Stellung beabsichtige.

Ausland. Deutsche Bundesstaaten.

. Bayern. Bamberg, 13. Nov. (J7. J.) Mit den Arbeiten in dem Königl. Schlosse dahier geht es rasch vorwärts. Bis Ende

Nichten des Daches auf dent Königl. Opernhause.

Wenn Wien unter den deutschen Hauptstädten immer mit Recht sür die

galt, worin das dentsche Lustspiel am kunstgemäßesten und geistreich „min die Erscheinung tritt, so behauptet dagegen Berlin mit gleichem Rechte den Ruhm, sowohl dem höheren nationalen Drama, als allen Gat— tungen der einheimischen und ausländischen Oper Vertretung, Recht und An— erkennung verschafft, zu haben. Das Opernhaus wie das Schauspielhaus zu Berlin hatten seit ihre Gründung, die ehrenvolle Mission, Pflanzschulen der dramatischen und musilalischen Bildung zu sein, die alten anerkannten Mieisterwerke in der Erinnerung der Gegenwart fortwährend anzufrischen, Alles Neue von Belang und allgemeinem Interesse in entsprechender Aus stattung rasch, in —cene gehen zu lassen und so dem Talente nach allen Richtungen hin Bahnen zu eröffnen und durch das Volk für das Voll geistig zu wirken. Damit die Königlichen Schau— spielhäuser zu Berlin nicht gezwungen werden, der wechselnden Mode und dem 3 ages geschmack zu huldigen, und damit ihre Tendenzen mehr auf das Bleibende und Unvergängliche gerichtet werden könnten, wurden sie seit ihrer Erbauung bis auf diese Stunde von Preußens kunstsinnigen Monarchen so reichlich, so wahrhaft königlich mit Geldmitteln dotirt und mit Unterstitzun? gen aller Art bedacht, daß sie jedenfalls in dieser Beziehung in den Stand gesetzt waren, Nesultate zu erzielen, welche der Kulturgeschichte angehören. Und in der That ist die Geschichte der berliner Theater mit der Geschichte . des Drama's und der Oper in Deutschland so innig ver— . ö dis eine nur durch die andere aufgefaßt und verstanden wer— 4 Was Wunder also, wenn der Brand des Opernhauses, abgesehen mit den damit verknübften materiellen Verlusten, auch deshalb ein so allge⸗ n,. Bedauern erweckte, weil mit ihm zugleich eine Epoche des Stell 1 , . Ent wick lutzg verschiedener der wichtigsten Zweige une 34 n. 2. gab sich der trüben Besorgniß nen Musentempekk arüber vergehen, bis der Phönix dieses versunke⸗ ne (asentenmpels sich neu verjüngt aus der Asche erheben würde. Allein diese trüben Ahnungen sollten nicht zur Wirklichleit werden, denn Preußens erhabener ,, ,,. rich Wilhelm IV., eben so entschieden zur That w. ö di,, in der Gesinnung, sprach Seinen ernsten Wil? . 9 . ais , n müsse sich unter Anwendung verdoppelter Kraft so rasch, e es die Verhältnisse nur irgend gestatteten, aus seinen

Ruinen erheben. 3 . * e, Willen die That auf dem Fuß gefolgt ist, e , , an . 6 gerade drei Monate nach dem Brande, der . y a, i 5 a i Riesenfortschritte gemacht hat,

1. w, . ? verden konnte. Da wir so gein un⸗ sere Volksfeste an Beziehungen und Erlebni g 238 . ae. an Beziehunt Erlebnisse des allgeliebten Königlich Herrscherpaares knüpfen, so war auf sinnie , , , , . ͤ 1, . ge Weise das Namens wer⸗ 6 . der Tag ausersehen 6. 461 . 56 ĩ e ichtens stattfand. Belanntlich ist ei

. . 5 h eine solche a Or . eigenthümlichen Festfoimen verknüpft, und es sehlt a. e,. . Reden in gebundener und ungebundener Sprache; selbst von unseren gro⸗

ßen Dichtern Göthe und Uhland besitzen wir deren in Prosa und Rei men. Auch hier wurde am Morgen des 19. November, als unter den bei den Maurern und Zimmerleuten hier üblichen Gebräuchen der mit Blumen und Bändern reich verzierte Kranz an dem fertigen Dachstuhl aufgeheftet ward, von einem der Handwerker nach Landessitte folgender poetische Gruß gesprochen und damit der Segen des Himmels auf das neue Werk herab— gefleht: Als vor drei Monden Flammen rasch verzehrten, Was über hundert Jahre schön bestand,“

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Da tönt des Königs Ruf, des Hochverehrten,

Schnell, richtet auf, was hier zerstört der Brand!“ Und wie die hohen Worte nur erklangen, Ward auch, mit Gott, das Werk schon angefangen.

In sechzig Tagen steht das Dach vollendet, Zum Schirm und Schutz für diesen Kunstpalast, Weil Gott uns gnädig seinen Segen spendet, Hing schnell die Arbeit, wie ein Wunder fast! Auf hoher Spitze seht den Richtkranz thronen, Um für den heut'gen Tag uns zu belohnen.

Wollt Ihr den Grund zu diesem Wunder kennen? Warum der Bau so schnell, so schön gelang? So darf ich Euch nur einen Namen nennen, Fürwahr, ein Name von gar holdem Klang! Der schöne Tag, wer sollte Ihn nicht preisen, Er heißt „Elisabeth“, der Stolz der Preußen.

Bewahr', o Herr, bis zu den fernsten Zeiten Den Musentempel, schenl' ihm Deine Gunst, Beschütze Gott, den Bauherrn, den Geweihten, Den hohen, milden Schützer jeder Kunst!

In Aller Brust kann nur der Wunsch sich regen, Dem Königlichen Paare Glück und Segen.

. Deiesem Toast folgte der jubelnde Zuruf aller Anwesenden. Es braucht nicht erst erwähnt zu werden, daß es nachher an dem üblichen Festschmause und Festtrunk nicht fehlte, wobei, außer unserem Hochverehrtesten Konigs— paare und dem ganzen Königlichen Hause, insbesondere noch des Heirn Grafen Redern, der mit der Ober⸗Aufficht des Baues beehrt ist, des Bauraths anghans, der denselben leitet, der dabei thätigen Werkmeister Glatz, Steinmever und Pardo w, so wie endlich des ganzen beschäf— tigten Hülfspersonals, in herzlichen und sinnigen Trinkreimen gedacht wurde.

Möge Gottes segnende Hand, welche somit von den christlichen Arbeits- leuten als Beschützerin des begonnenen Werkes angerufen worden ist, fort und fort über demselben walten, daß es sich nach und nach zu einem neuen Heiligthum der Kunst entfalte, eine frische Blüthe in dem Kranz der schönen Bauwerke, welche unsere Residenz zum Schmuck und zur Ehre gereichen.

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Königliches Schauspielhaus. Debüt der Dlle. Adolphine Neumann.

Am 18. November trat Dlle. Adolphine Neumann in dem von Karl Blum dem Italienischen nachgebildeten Lustspiel: Ich bleibe ledig, als Karoline auf. Obgleich diese Rolle keine wirksame ist, so lei⸗ stete die Darstellerin doch Alles, was man billigerweise von ihr verlangen konnte. Sie hob besonders die Momente, wo sie überspringt von dem knechtischen Gehorsam gegen den Vater zu eigenem Denken uͤnd Wollen, sehr treffend hervor. Anmuth und Tüchtigkest in Spiel und Bewegung zeichnen ihre Darstellungen aus, und ein unverkennbares theatralisches Ta— lent durchdringt ihre gesammte Leistung. Einzelne Momente waren so schön und treffend, daß wir ihre Mutter zu sehen glaubten. Eine Aehnlichkeit hat Dlle. Neumann noch mit ihrer Mutter, und das ist ihr wohlklingen—⸗ des, modulationsfähiges Organ. Der Ton ihrer Stimme kann oft einen so hohen Grad von Herzlichkeit annehmen, daß er nothwendig auf die Her- zen der Hörer treffen muß. Eine kleine Ausstellung haben wir an ihrer Aussprache zu machen. Jedes s vor einem Vokal spricht Dlle. Neumann wie ein weiches z aus, welches oft eine störende Wirkung macht. Nie spricht Dlle. Neumann „so“, sondern „zo“. Es klingt fast, als wenn eine geborne Dänin spräche. Diese Kleinigkeit wird bei einiger Aufmerk= samkest leicht zu beseitigen sein. z

Was die Darstellung im Uebrigen anbetrifft, so läßt sich davon manches Gute sagen. Herr Crüsemann gab den Ludwig recht leicht und gewandt und als Chgrakterzeichnung ganz vortrefflich. Eben so Herr Weiß den Derrn von Bieberstein, Mad. Valentini die alte eitle Tante, und Herr Stawinsko den Baron Rautenkranz. Jede Rolle wurde in der Dar— stellung ein gelungenes Genrebild: im Ensemble aber wurde die Aufführung matt und schlexpend, ja wohl unerträglich langweilig. Wo aber die Lange⸗ weile Platz greift, da hört die Lustigkeit auf. Da wird Alles so gedehnt, ausgezerrt und jede Kleinigkeit so hübsch auseinandergereckt, daß es kaum zu ertragen. Herr Stawinskv und Herr Schneider waren im Zusam⸗ menspiel die einzig lobenswerthen Ausnahmen. 8.

; Erklärung.

Der Referent über das Gareis sche Konzert in Nr. 141 der Allg. Preuß. Zeitung wurde, unmittelbar nachdem Herr Ries sein Violin? spiel geendet, in Berufs -Angelegenheiten er ist prakftischer Arzt her= ausgerufen und fragte, nach kurzer Abwesenheit zurückfehrend, seinen Nachbar, wie die Declamation der Mad. Crelinger gefallen habe: „die Crelinger spricht immer gut“, war die Antwort. Ref. erfuhr erst später, nachdem er des Auftretens der genannten Künstlerin öffentlich erwähnt batte, daß er in eine üble Nachbarschaft gerathen gewesen, denn man hatte ihm verschwiegen, daß Mad. Erelinger gar nicht gesprochen hatte. In einen so unfreiwilligen Irthum kann auch der gewissenhbafteste Kritiker wohl bisweilen gerathen, und besser ist es, ein 3 Qui pro Qu selbst anzuzeigen, als durch Andere darauf hinweisen zu lassen.