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Oppeln, 383. Nov. Das hiesige Regierung Kollegium zeigt in dem heutigen A mtsblatte den am inen z. M. erfolgten Tod des Regierungs Direktors Wlocha an. Der Verewigte, seit sechs Jahren mit Pension in den Ruhestand Lersetzt, hatte das „4ste Lebens fahr erreicht und 15 Jahre lang im Staatsdienste, und zwar in den Königl. Krieges und Demainen-Kammern zu Nönigsberg und Bially sock und in' den Königl. Regierungen zu Nönigsberg und Oppeln (in der letzteren 21 Jahre lang als Direktor der Abtheilung für direkte Steuern, Domainen und Forsten), segensreich gewirkt.
Trier, 2. Dez. (Tr. 3.) Zu Köln hat sich erst in diesen Tagen ein aus Civil und Militairgliedern bestehender Verein gebildet, der sich die Aufgabe stellt, die Familien armer Landwehrmänner so wohl während der jährlichen großen Uebungen als für den Fall einer Mobilmachung zu unterstützen. Aehnliche Vereine bestehen fürnd Stadt- und Landkreis Trier schon seit mehreren Jahren. In der Stadtkreise Trier gingen die gesammelten Beiträge bisher von Hand in die Hand und ist es leider — wahrscheinlich wegen der vie noch nicht dahin gekommen, daß auch
Füanuno tonnte;
len Ansprüche von Kompetenten nur ein Theil der jährlichen Beiträge kapitalisirt werden waren die Bemühungen im Landkreise Trier erfolgreicher, indem auße
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und bei der Sparkasse in Trier zinsbar angelegt ist. Der Verein Landkreises Trier steht unter der allgemeinen Aufsicht der Regierung und der Kreisstände, welche letztere aus ihrer
Vorstand, aus dem Landrathe und drei Depntirten bestehend,
und die Bewilligung der
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* 51 96 Ner 11 or Tuns Jahre wählen, dem die Verwaltung der Fonds Stän
daraus zu leistenden Unterstützungen anvertraut ist, welcher den S lle Jahre Rechnung legt, die von denselben geprüft, dechargirt id der Königl. Regierung zur Kenntniß vorgelegt wird. Die Ein nahmen des Vereins bestehen aus a) freiwilligen Geschenken, h) dem Ei trage der Subscriptionen, e) den Beiträgen der Gemeinden, c) den Zinsen, velche aus den ad a und h gedachten event. zu Kapital anzulegenden Geld mitteln aufkommen. Der Landrath veranlaßt, daß alle Jahre ') in jeder Bürgermeisterei eine Subscription zu freiwilligen Beiträgen bei Pu vaten eröffnet und 2) durch die Schöffenräthe von den Gemeinden Beiträge votirt werden, nach Maßgabe des Vermögens derselben, welche gleichwohl nicht unter 1 Rthlr. für jede Gemeinde sind und regelmäßig zu den Budgets gebracht werden. Die sämmtlichen Beiträge werden den Gemeinde-Einnahmen erhoben und an die Kreis-Kommunal Kasse, und zwar ohne Vergütigung, abgeliefert, wo sich solche centra— lisiren und demnächst, sobald cine angemessene Summe gesammelt ist, verzinslich angelegt werden. Ueber die Verwendung der Gelder zu Unterstützung der bedürftigen in der Heimat zurückgebllebenen Familien ist vorerst nun im Allgemeinen bestimmt, daß die Lokal-Behörden, welche die Verhältnisse am besten kennen, Anträge zu machen haben, und der Ver eins Vorstand entweder laufende oder nach den Umständen nur augen blickliche Unterstützungen gewähren soll. Nur in außergewöhnlichen dringenden Fällen ist der Landrath ermächtigt, Unterstützungen, und zwar nur einmalige, anzuweisen; er hat aber, sobald als thunlich,
Marin * 2 * 85 rr 23111 16 . 8 8* dem Vereins-Vorstande davon Kenntniß zu geben.
Ausland. eutsche Bundesstaaten.
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) Morgen,
. . 52 8 * 9 * Bayern. München, 2. Dez. (M. pol. 3. Sonntag den Zten d. M., findet die feierliche Anwerbung Sr. Kai
serlichen Hoheit Albrecht von Oesterreich, Kaiserlichen inzen Oesterreich, Königl. Prinzen von Ungarn und Böhmen, um die Hand Ihrer Königl. Hoheit der Prinzessin Hildegarde von Bayern statt. Gemäß dem von dem Königl. Oberst-Kämmererstab tundge gebänen Programme, verfügt sich um 27 Uhr der von Sr. Majestät ig ernannte Auffahrts-Hof-Commissair, der Königl. Kämmerer ind Ceremonienmeister Herr Graf Pocci, zu dem von Sr. Kaiserl. Königl. apostolischen Majestät dem Kaiser von Desterreich für den feierli hen Anwerbungs-Akt beorderten Kaiserl. Bevollmächtigten, Allerhöchst dessen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister an dem baverschen Hofe, Kaiserl. Geheimen Rath Herrn Grafen v. Senfft⸗ t sich, begleitet von dem«
Hof Commissair, in die Königl. Residenz in dem mit 6 Pfe
pa la⸗Hofwagen. Vom Promena Platz
r . ö. ö — . ug durch die Promenade und Salvator
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der Hofkirche zu St. Kajetan vorüber nach in nachstehender Ordnung: ) der Königl. senerschaft des Kaiserl.
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reichischen Bevollmächtigten, 3) dessen Haus⸗-Offiziere, 4) ein Königl. Bereiter zu Pferde, 5) der Wagen des Kaiserl. österreichischen Be vollmächtigten, zu jeder Seite am Wagenschlag geht ein Hof— Lakai in Galla Livrée, 6) ein zweispänniger Hofwagen, in wel chem der Kaiserl. österreichische Legations-Rath, Herr Ritter von Kast, und der Kaiserl. österreichische Legations- Attaché, Herr Graf von Creppi, fahren; die Livrée-Dienerschaft des Kaiserl. Bevollmächtig ten folgt zur Seite. Nachdem der Einzug in die Königl. Residenz, wo die Wache unter das Gewehr tritt, und eine Escadron Kürassiere im Brunnenhofe sich aufstellt, durch das Kaiserthor stattgefunden und Sr. Majestät die Ankunft des Kaiserlichen Bevollmächtigten in der Königlichen Residenz gemeldet worden, begeben sich Ihre Königl. Majestäten und Ihre Königl. Hoheiten (mit Ausnahme Ihrer Königl. Hoheit der Prinzessin Hildegarde und Höchstihres Dienstes) unter dem Vortritt des großen Dienstes, und gefolgt von der functionirenden Königl. Ober-Hofmeisterin und von den Schlüssel⸗, Palast— und Hofdamen, in das für die feierliche Audienz bestimmte Appartement
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des Königs. Die Stunde der Audienz ist 3 Uhr. Im Audienz 7
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Thronsaale stellen sich Ihre Königl. Majestäten vor die Stu fen des Thrones, rechts Sr. Majestät des Königs Se. Königl. nz Karl von Bayern, links Ihrer Majestät der Königin igl. Hoheit die Frau Herzogin von Leuchtenberg. Der t-Cortége der Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften ordnet
sich zu beiden Seiten des Thrones, der Minister des Königl. Hauses stellt sich links seitwärts des Thrones. Nun erfolgt die Einführung Sr. Excellenz des Kaiserl. Bevollmächtigten in den Audienz Saal. Hochselber drückt in der an Ihre Majestäten gerichteten Rede den Zweck seines außerordentlichen Auftrags aus und überreicht Sr. Ma sestüt dem Könige das Anwerbungs-Schreiben, welches Allerhöchst derselbe öffnet und dem Minister des Königl. Hauses übergiebt, der die Rede beantwortet. Hierauf werden Ihre Königl. Hoheit Prin zessin Hildegarde in den Audienz-Saal eingeführt, und vernehmen, Sich zwischen Ihre Königlichen Aeltern stellend, in der von dem Kaiserl. Bevollmächtigten an Höchstdieselbe gerichteten Anrede den Inhalt seines Auftrages. Der Königl. Minister drückt in der Gegen rede nunmehr in Gegenwart der Königl. Prinzessin die bereits Aller höchst ertheilte Einwilligung der Königl. Aeltern aus. Nachdem Ihre Königl. Hoheit die Prinzessin Hildegarde durch eine Verbeugung gegen Majestäten Ihre Einwilligung zu erkennen gegeben hat, über r Kaiserl. Bevollmächtigte Ihrer Königl. Hoheit das Portrait
iserl. Hoheit des Erzherzogs Albrecht von Oesterreich, womit zerbungsakt geschlossen ist. Unmittelbar darauf begeben Si . Majestät der König zur Mittagstafel, zu welcher der Kaiserlie
Bevollmächtigte eingeladen ist.
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München, 2. Dez. (N. C.) Im Verl sind wieder eine Anzahl erer aus Griechenl Landsleute hier angekommen. den, von Triest aus ihre Weiterreise unter günstigeren Umständen an zutreten, als die meisten ihrer Vorgänger. Nenigkeiten, oder auch nur nachträgliche Aufklärungen von Belang mitzutheilen, vermögen alle diese Personen um so weniger, je zurückgezogener sie die letzte Zeit ihres Aufenthalts im Piräeus verleben mußten. Mit den näch sten Schiffs⸗Gelegen en so ziemlich alle noch in Griechen land anwesenden Deutschen die langersehnte Rückreise nach der Hei mat antreten können. Auch die im öffentlichen Dienste verwendet gewesenen Franzosen, Engländer und Italiener hatten, Griechenlan verlassen, selbst jene nicht ausgenommen, welche als Philhellenen zum Bleiben berechtigt gewesen wären. JJ (L. 3.) Ueber die Sammlungen für die mittellosen Deutschen in Griechenland liegen nunmehr die Resultate fast aus allen Kreisen des Königreichs vor. Der Gesammt-Betrag derselben wird eine Höhe von 15,060 Fl. erreichen, eine Summe, die zur Erreichung des vor gesteckten Zweckes vollkommen genügt.
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Hannover. Emden, 3. Dez. (H. Z.) Die Beschreibung Ueberreichung eines silbernen Tafel-Aufsatzes an Ihre 9 l
der feierlicher hůe die Frau Kronprinzessin
Königlichen Hoheiten den Kronprinzen abseiten einer Deputation der ostfriesischen Landschaft in der Hanno verschen Zeitung wird stfriesischen Zeitung noch durch die dabei gehaltenen Reden vervollständigt.
Bei der Ueberreichung des erwähnten Geschenks sprach im
men der Deputation der landschaftliche Administrator, von Frese,
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urchlauchtigster, gnädigster Kronprinz und Herr!
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zum erstenmale als hohes, hochbeglücktes Paar in seiner Mitte hul digend zu begrüßen. Leider ist dieses Glück in diesem Jahre der Provinz nicht zu Theil geworden, und so sind wir von den drei Kurien der getreuen ostfriesischen Landschaft gewählt und beauftragt, die Ueber bringer einer Gabe der Huldigung und Liebe zu sein, welche, nach der Absicht der getreuen Landschaft, bestimmt war, Euren Königlichen Ho heiten nach alter Väter Weise beim fröhlichen Einzuge in Aurich ehr— erbietigst zu Füßen gelegt zu werden.
„An den Upstalsboom und an den alten Wahlspruch ala srya Eresena knüpfen sich für uns Friesen die theuersten Erinnerungen und erhebendsten Empfindungen. Wir haben unseren treuen Wünschen für Eure Königlichen Hoheiten keinen besseren Ausdruck geben zu kön nen geglaubt, als mittelst dieses Altfriesischen Symbols der Wohl— fahrt des Vaterlandes, welche mit derjenigen Eurer Königlichen Ho heiten unzertrennlich verbunden ist.
„Geruhen Höchstdieselben denn die herzlich und treu gemeinte Gabe der ostfriesischen Landschaft huldvoll anzunehmen, und lassen uns die freudige Hoffnung mit in unsere Heimat zurückbringen, Eure Kö niglichen Hoheiten bald in unserer Mitte zu sehen, damit Ostfriesland selbst, in schlichter, biederer Weise die Wünsche und Gesinnungen vor Höchstdenselben aussprechen und bethätigen könne, deren Dolmetscher zu sein wir heute die Ehre haben.“
Hierauf geruhten Se. Königliche Hoheit der Kronprinz Nach stehendes zu erwiedern:
Wir ersuchen Sie, meine Herren, der gesammten Landschaft
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unseren tiefgefühlten und wärmsten Dank für das werthvolle Geschenk aussprechen zu wollen, welches Ihre liebenden Herzen uns dargebracht haben. Es ruht ein tiefer Sinn in der herrlichen Gabe, welche Sie die den Upstalsboom, um den sich sonst die friesischen reiheten, plastisch darstellt. Gegenwärtig, bedeutet dieser Upstalsboom¶m das Königthum, um welches sich gleichfalls wiederum die Friesen reihen, und von dessen fruchtbaren Blüthen Segen der Provinz entspringt. Dauernd werden wir dieses schöne Benkmal Ihrer Liebe und Anhänglichkeit bewahren, und bitten wir Gott im merdar, die treuen Friesen und ihre schöne Provinz der hannoverschen erhalten, von welcher sie eine der reichsten Perlen ist.“ der Mittagstafel im Palais Ihrer Königl. Hoheiten, bei welcher die Deputation die Ehre genoß, zugezogen zu sein, brachte Se. Königl. Hoheit der Kronprinz folgenden Toast aus: „Meine en! Auf das Wohl der theuren Provinz Ostfriesland! Mögen recht bald uns wieder in der Mitte ihrer lieben Bewohner be nden, wo unser reiches Glück erblühte. Möge unter der väterlichen gierung der Krone Hannover auch diese Provinz ihren wahren Segen, so wie ihr wahres Heil finden, und von derselben stets un zertrennlich bleiben.“ Für diesen mit großem Enthusiasmus von der hohen Tisch-Gesellschaft getrunkenen Toast sprach der Ritterschafts Administrator von Frese im Namen der Provinz den schuldigsten und
tiefsten Dank aus.
Krone
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Mecklenburg⸗Schwerin. Schwerin, 3. Dez. Unsere höchsten Herrschaften werden sich zum 15ten d. nach Doberan begeben, wo die irdische Hülle Friedrich Franz J. in dem kolossalen in hiesiger Schleifmühle gearbeiteten Sarg von vaterländischem Gra nit beigesetzt werden soll.
Se. Königl. Hoheit der Großherzog werden balt nachten ihre Reise nach Italien antreten.
Die Landtags Versammlung zu Sternberg wird in den Tagen den landesherrlichen Abschied erhalten.
Wegen vieler Brandstiftungen, die ihren Grund hohen sicherungen bei ausländischen Sozietäten gehabt haben sollen, is eigene Gesetzgebung projektirt und dem Landtage hingegeben. sondere polizeiliche Aufsicht scheint sich hier allerdings zu empfehlen.
Nassau. Wiesbaden, 4. Dez. (Grh. Hess. 3.) Man erfährt so eben, daß Se. Durchlaucht der Herzog gestern den Ge heimen Rath, Freiherrn von Dungern, zum Staats -Minister ernannt hat.
ach sen⸗Weimar. Weimar, 6. Dez der Großfürst Thronfolger von Rußland und emahlin werden erst morgen früh die weitere Reise nach fortsetzen, um noch den Festlichkeiten beiwohnen zu können, wele— wegen des Geburtsfestes Sr. Majestät des Königs von den Appartements unseres
1 . 89 denzschlosse stattsinden.
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Herrn Erbgroßherzogs im nr ch Paris, 3. Dez. Die Regierung soll heute durch d graphen die Nachri von der Ankunft des Herzogs von in Konstantine
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Krone des Betts Gebälke befestigt, un Gardinen aus de
gen, dessen Näthe gewundene Franzen veistecken Holze sehr künstlich gearbeiteten Thüren, die von
Zimmern führen, mit sch dbrokatenen Vorhängen verkleidet.
bare Polvsander-Möbeln mit eingelegter Arbeit, die dem Kunstschrei⸗ ner Boule Ehre machen würden, dienen einer Menge hübscher
Spielereien und artiger Kästchen und Körbchen zum Gestelle, und an den Wänden, auf Tschen, auf Zommoden und um die Marmor-Kamine nn, hängen, stehen und liegen in malerischem Durche nander die derschiedensten Kunst- und Lurussachen: Emails und Portrait- Medaillons, f ee, 6 . Chamer agner- Thaler und hundert mal so viel werth, clsen⸗ Kupfeistiche n n n Weihwasser Kessel und Nosenkränze, her liche Nlassiler sichod n h Iich erh sates, illustrigte Ausgaben fran zoösischer del bien lebemen n ., feine Kabinetstücke und Aqugrel bilter von zen, Hein et c e n Slg netten von Blonze, Alabaster und vor- mor, Metall- und hrs Kalz, Knochen, Speckstein und feinem Mar— Mer ren ger chli he, Abgüsse nach antiken oder modernen Marmor— Werken, geschliffene Gefäße, stark vergoldete Stutzuhren bronzene Leuchter niedliche Kästchen mit varfümirtem Siegellack, in n. 3. Maypen mii illuminirtem Briefpapier, hübsche Behälter für . 6c nantig e kräuselte Fidibus, kristallene Blumentr iger in Form w . ker Trinlhörner und dergleichen Kostbarkeiten mehr!? dr h nn . letzten Geschmack; denn so wie eine Möbelform, ein ape an ö an. Zimmerdecoration ablommt, wird das Alte, wenn auch noch an . halten, weggeschafft und durch das Neueste ersetzt. Funfzigtansend Franken und mehr von Zeit zu Zeit an Ausmöblirungen zu wenden, chend einem Börsen-Krösus nicht zu theuer, nicht zu bedenklich. In gleichem Ver= haͤltniß stehen die Ausgaben für den täglichen Aufputz und Haushalt.
So wird hier anjetzt in feiner Wäsche sehr großer Lurus getrie ben. Bei der in höheren Kreisen allgemein herrschenden Annähe— rung an englische Sitten, gehört es zum ordentlichen Anzuge ganz
nothwendig, daß man täglich ganz reine, feine Wäsche anzieht und man mnie die mindeste Falke oder gar den kleinsten Rand von gestern oder Morgen ansicht. Dieser Modesucht haben die Pariser jene feinen
iden zu danken, die sich seit einiger Zeit in den volkreichsten Stadt
Hemdenläd vierteln aufgethan und unter den Schutz des Königs und der Prinzen ge stellt haben. Hier bringt das jeden Arbeiter und Handelsmann in Gang, venn er Lieferant und Fabrikant des Hofes ist. Die meisten Fashionables kaufen etzt ihre feine Wäsche bei den Chemisiers du roi, des princes J die sich
s Dutzend Staatshemden und eben so viel dazu passende Taschentücher mit reißig, vierzig Louisd'or bezahlen lassen. Der Aufwand der Damen in einen, weißen Kleidern ist noch weit größer, da er durch die leichte, unauf— merksame Weise, mit der die Pariserinnen ihren kostbarsten Anzug behan eständigen Gefahr, zerknittert oder zerrissen zu werden, ausgesetzt auen verschwenden auch ein mächtiges Geld an gestickte Kragen
deln, der be . und Taschentücher, und es werden unaufhörlich neue Erfindungen dafür gemacht. An dem Reichthum der Stickmuster und dem Geschmack der Mo⸗ live merkt man, daß die Stickmusterzeichner die gothische Ornamentit des Mittelalters und das modern-antike Arabesken⸗System der Renaissance mit Einsicht studiren und mit Geschick für ihre Toilettenzwecke benutzen. Vor⸗ züglich geschätzt und gesucht sind die Stickereien aus dem Altelier des Herrn Dreuil, in der Rue Grange-Batelisre, die, als Muster zierlicher Erfindung und Ausführung zugleich, diesen Vorzug mit Recht verdienen. Wie feine Gemälde— kenner an einem gewissen unnachahmlichen Etwas des Vortrags, die Origi nale ihrer Lieblingsmeister auf der Stelle selbst von den gelungensten Kopieen zu unterscheiden verstehen, so wissen geübte Putzliebhaberinnen an gewissen eigenen Feinheiten des Stichs auf den ersten Blick echte Dreuilsche Kragen von nachgemachten zu unterscheiden. Uebrigens sind alte Spitzentragen, wie sie vor hundert Jahren Mode waren, jetzt das Neueste, Schönste und Kostbarste, was man in Gesellschaften zur Schau tragen kann, und die jungen Frauen, die das Glück hatten, von ihren Urgroßmüttern Spitzen zu erben und diese zu behalten, sind sicher, den Neid und die Aufmerksamkeit der ganzen weiblichen Versammlung auf sich zu ziehen.
Mt Blumen treibt man gegenwärtig ebenfalls ausschweifenden Luxus. Was hier von der großen Welt für feinere Blumen verschwendet herb bahn giebt es gar keinen Maßstab, und davon hat man anderswo gar leinen . egriff. Manche galante Damen machen ihre Aubeter blos durch ihre Blumensucht amm. Blumen brauchen die Pariser aller Stände überhaupt mehr, als die Einwohner irgend einer anderen europäischen Haupistadt. Der Verbrauch dieses Gonsum⸗ tions-A rtikels steigt mit jedem Jahr, und erst kürzlich hat man die Zahn der Blumen -Märlte vermehren müssen. Blumen gehören durchaus zum Putze bei Mänllein und Weibern, Alten und Jungen. Rosen, Nelken, Veilchen und Georginen werden besonders in eistaunlichen Quantitäten verbraucht, und es ist unglaublich, welche Masst von Vlumenstöcken aller Art zweimal
in der Woche auf den hiesigen Blumen-Märlten abgesetzt wird. Ganze
Treibhäuser sind in einigen Stunden aufgekauft. Was diesen enormen Ver— rauch einigermaßen erklärt, ist die Sitte, daß in den Gestellen für Blumen öpfe, welche hier in den Fenster-Vertiefungen jedes Salons angebracht ind, die Vorräthe wöchentlich wenigstens einmal erneuert werden, und daß jetzt in den Bouffes, in der großen Oper, überall, wo die vornehme Welt zum Sehen und Gesehenwerden hinkömmt, die Damen nie ohne prächtige Bounquets erscheinen. In Routs und Soiréen sieht man auf den Köpfen er Mädchen und jüngeren Frauen alle Blumengeschmeide des Frühlings, Sommers und Herbstes; denn für Kopfputz sind die natürlichen Blumen meist an die Stelle der künstlichen getreten, wiewohl die letzteren keinesweges aus der Mode sind. Bei den Ball-Anzügen mit mehreren Röcken rafft man jeden einzelnen Rock mit einem Blumen Bouget in die Höhe, faßt mit gleichen Blumen in der Mitte der Brust die Drapirung des Leibchens und wiederholt die Bouquets auf den Aermeln und dem Kopfputze. Den größ ten Ruf unter den künstlichen Blumen Fabrikanten hat Herr Constantin, in der Rue neuve Saint Augustin, dessen gemachte Blumen wirklich ungemein viel Geschmack in der Auffassung und Behandlung zeigen, bei dem aber der gewöhnlichste Aufputz zu einem Ball-Anzuge 89 Franken kostet. Damen die sich bei ihm für den nächsten Ball eigene Haar— , gen nach ihrer Phantasie bestellen und darüber sehr mir , Detail eingehen, müssen natürlich diese Unica auch, einzig bezahhen. Fuͤr frische? Blumen ist der Blumenladen am Boulesgarnd ö liens, im Hause der chinesischen Bäder, berühmt; alle tonhaltende m , , , , 47 n kom der die Sträuße Damen lassen ihre Bonquets aus diesem Laden kon ö. . . am geschmackvollsten anzuordnen und zusammenzustellen . J Laden, zwei Schritte breit und fünf Schritte lang, hat n , Sträußel weiber bereichert, die jetz iwie Gräsinnen, auf ihren, . n leben, und soll jährlich zwanzigtausend Franken einbringen, eine Summe, die nicht übertrieben sein dürfte, da diese kleine Blumenhandlung, d. h. das bloße Recht, in diesem Lädchen Blumenhandel zu treiben, ein Kapital von 1560000 Fr. darstellt, so bedeutend ist seine Kundschaft. Wenn die Bälle und Soirden so recht im Zuge sind, sieht man jeden Nachmittag diesen Blumenladen von einem Schwarm beitreßter Lakaien belagert, die an der Thüre förmlich Queue machen müssen, um die Bouquets abzuholen. welche ihte Herrinnen für den Abend bestellt haben. Das unbedeutendste Bouquet köstet'5 Fr., und es giebt deren von 15 Fr. bis zu dei Napoleons.
Nach diesen Kleinigkeiten berechne man die großen Posten eines brillanten pariser Haushalts im neunzehnten Jahrhundert, und man wind sich überzeugen, daß die vierzigtausend Livres, womit man, nach der Versicherung, der Frau von Scvigné, zu Mazarin's Zeiten, ein glänzend adliches Haus machen konnte, in unseren Tagen kaum für Pferde, Wagen und Kleidungs stücke einer bürgerliche neureichen Haushaltung ausreichen würden.
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Der Graf von Eu befindet sich wieder etwas besser, und man hofft, ihn retten zu können. Der Herzog und die Herzogin von Ne— mours werden sich nun erst nach seiner völligen Wiederherstellung nach Brüssel begeben. Um dieselbe Zeit werden auch der Prinz und die Prinzessin von Joinville nach der Hauptstadt Belgiens reisen.
Vorgestern waren mehrere Deputirte bei Herrn Duchatel ver sammelt. Man besprach einen Antrag, der in der Kammer gegen die drei Mitglieder derselben, die Herren Berryer, de Prigne und den Herzog von Valmy, welche nach London gegangen sind und daselbst dem Herzog von Bordeaux ihre Huldigung dargebracht haben, gestellt werden sollte. Indeß kam es zu keinem Resultate, und die weitere Berathung wurde bis später verschoben, wo die Majorität der De— putirten in Paris anwesend und ein diesfallsiger Beschluß mehr Wahr scheinlichleit der Annahme für sich haben dürfte.
Durch eine Königliche Verordnung vom vorgestrigen Datum wird für die Königliche Druckerei ein Kredit von 272,09) Fr. eröffnet. Die Oppositionspresse nimmt davon Anlaß zu der Beschwerde, daß fast keine Nummer des Gesetz-Bülletins mehr erscheine, die nicht irgend einen Supplementar-Kredit enthielte.
Die pariser Handels- Kammer hat eine Kommission von drei Mitgliedern ernannt, um den Entwurf des Herrn Lechevalier in Be zug auf die Colonisation von Guiana zu prüfen.
X Paris, 3. Dez. Meine neuliche kurze Mittheilung, daß der König von Neapel die Regierung der Königin Isabella anerkannt habe, bestätigt sich. Man sieht der baldigen Absendung eines schafters von Neapel nach Madrid entgegen. Inzwischen ist der französische Botschafter am spanischen Hofe, Graf Bresson, auf der Reise dahin bereits begriffen, hat jedoch einige Tage zu Bordea sich aufgehalten, wo ihm am I0sten die sämmtlichen Mitglieder d Handels- Kammer ihren Besuch machten und eine über eine Stunde dauernde Konferenz mit ihm hatten. Die kommerziellen Beziehungen Frankreichs zu Spanien bildeten natürlich den Hauptzweck und Gegen stand dieser Unterredung. Graf Bresson gab der Handels- Kammer
Versicherung, daß er Alles thun werde, was in seiner Macht stehe, um den französischen Interessen zu nützen. Alle Anwesenden nahmen beim Weggehen die Ueberzeugung mit sich, daß Graf Bresson nicht blos ein ausgezeichneter Staatsmann, sondern auch ein in den Geschäften durch und durch vollkommen bewanderter und erfahrener Mann ist. Daß für Frankreich in Madrid eines solchen es bedarf, wird Niemand in Abrede stellen, der die Wichtigkeit der Handels
Verbindungen Frankreichs mit Spanien kennt. Dieses letztere Land
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scheint leider noch nicht am Ende seiner politischen Krisen angekommen zu sein, wie der schnelle Fall des neuen Kabinets-Präsidenten Olo— zaga zeigt. Aber wo ist der Mann, der an seiner Stelle Einfluß und Vertrauen in den Cortes genug besitzt, um, auf eine kompakte Majorität sich stützend, die Zügel der Verwaltung mit kräftiger Hand führen zu können. Man versichert nun auf eine ziemlich bestimmte Weise, die Ab— Ministeriums, an die Kammern das Verlangen um eine Dotation von 500,000 Fr. für den Herzog von Nemours zu stellen, sei vorerst wieder vertagt worden, da man den Augenblick dazu für nicht geeignet erachtet. Man glaubt, daß auch der Hinblick auf das, was jetzt zu London in Betreff des Herzogs von Bordeaux vorgeht, zu diesem Entschlusse beigetragen habe. Nachdem von hier selbst die große Mehrzahl der irgend bedeutenden Namen der legitimistischen Partei nach London abgegangen ist, folgen nun auch zahlreiche Mit glieder des legitimistischen Adels aus den Provinzen, die wegen ihrer Anhänglichkeit an die ältere Bourbonen-Linie von jeher vorzugsweise waren, nämlich aus der Bretagne, der Vendée und dem . Jast täglich treffen dergleichen Herren, meist in kleinen Ge sellschaften vereinigt, mit den Schiffen aus Caen und Morlair zu Havre ein, wo die Bevölkerung neugierig, aber ohne Theilnahme für sie zu zeigen, sie betrachtet und eben so wieder nach England sich ein schiffen sieht. Wenn es einen Beweis von der Stärke der jetzigen Regierung Frankreichs giebt, so ist er sicherlich in der Thatsache ge geben, daß sie diese Pilger-Reisen sowohl, als die Ausführung des plausiblen Zwecks derselben, so ganz unangefochten und ohne Besorg
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niß geschehen läßt.
en wird der Königl. bayerische außerordent liche Abgesandte, Se. Durchlaucht der Fürst Ludwig von Oettingen Wallerstein, von London hier zurückerwartet, ist aber bis zu diesem Augenblick noch nicht eingetroffen. Man hat heute direkte Nachrichten aus Maskara (Afrika) bis l. November. Trotz eines abscheulichen Wetters, das schon sei l
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1 11 Tagen andauerte, waren die fliegenden Kolonnen doch fortwähr im Felde. Die des Obersten Gery hatte trotz des in Strömen fal lenden Regens und auf einem Boden, wo Menschen und Pferde im furchtbarsten Moraste fast stecken bleiben, in der Nacht vom 3. auf den 4. November fünf abtrünnige Donairs der Ouled-Kraled wegge nommen. Eine kleine Zahl regelmäßiger Reiter und Fußgänger Abd el Kader's, die sich in diesen Douairs befanden, um daselbst Ge traide und Schlachtvieh für das nur 8 Lieues von dort entfernte La ger des Emirs Abd el Kader selbst zu holen, trieben die Bewohner zum Widerstande an, aber in kurzem waren sie geschlagen und verlo ren 197 Gefangene, ließen 20 Todte auf dem Platze, und die fran zösische Kolonne erbeutete außerdem 500 Stück Schlachtvieh und eine Menge anderer Dinge, welche, wie gewöhnlich, vorzugsweise der die Kolonne begleitende arabische Goum sich aneignete.
Der Herzog von Aumale sollte am 27sten von Algier nach Phi lippeville sich einschiffen, um sich von dort nach Konstantine zu be— geben.
(eit end
M Paris, 2. Dez. Ich habe Ihnen nachträglich über den in viel facher Beziehung höchst interessanten Artikel von Daniel Stern (der Gräfin d'Agoult) im Feuilleton der Presse vom 17. November zu berichten, so weit dessen Inhalt Ihre Leser zu fesseln vermag. Der Aufsatßz führt die Ueberschrift „George Herwegh und die politischen Hegelianer“ und ist mit einer, bei Franzosen seltenen Kenntniß der Verhältnisse deutscher Wissenschaft und deutschen Lebens der Gegenwart geschrieben ). Der Autor (das lateinische Wort bezeichnet glüͤcklicher⸗
) Diesem im Allgemeinen wohlbegründeten Urtheile unseres Korre— spondenten fügen wir, im Interesse der Sache, die Berichtigung einiger be— sonders störenden, faktischen Irrthümer bei, welche sich in den in Rede ste henden Artikel der Presse eingeschlichen haben. Es ist nicht richtig, daß die preußische Regierung bei Gelegenheit der für die fernere Konzession zur derausgabe der damals Hallischen Jahrbücher dem Dr. Ruge gestellten Hedingüngen, Letzteren „gezwungen habe, sein Vaterland zu verlaͤssen.“ Die llebersiedelung des Dr,. Ruge nach Dresden war vielmehr eine durchaus freiwillige, Nicht richtiger ist ferner die Behauptung, daß seit dem Aufhören der Rheinischen Zeitung (30. März d. J.) „die Eonfiscation sehr oft die Werke, welche das Gesetz für frei erklärt (8. h. Schriften über 20 Bo gen, nicht, wie die Verfasserin angiebt, über 21), vernichtet habe.“ Dies ist so wenig „sehr oft“ geschehen, daß es vielmehr seit dem angegebenen Zeit⸗ punkt noch nicht ein einziges Mal geschehen ist. Endlich ist auch unrichtig die hier wiederholte Angabe, daß ein ausdrückliches Verbot gegen die vor Jahresfrist von Herwegh proseltirie Jeitschrift erlasen worden sei. Da diefe JReirschrift in der Schweiz erscheinen söllte, bedurfte es keines ausdrücklichen Verbots für dieselbe; vielmehr würde sie im Erscheinungsfalle zu den durch das Gesetz von selbst verbotenen Schriften gehört haben.
Anmerk. der Redaction der Allg. Preuß. Ztg.
975 weise beide Geschlechter) durchschaut gar wohl die „Seitensprünge und Kapriolen“ jener Theorie, die wir, um kurz zu sein, mit dem üblichen Namen der Jungdeutschen belegen wollen; er nennt die Anhänger derselben ganz unumwunden und ohne eine Ausnahme zuzulassen, eine „rebellische, unruhige und vorlaute Jugend“, er macht auf die „merk— würdige Ideen-Verwirrung“, die „befremdende Anomalie“ aufmerk sam, in deren Folge die Jungdeutschen „den abstraktesten Philosophen der modernen Zeit zu ihrem Oberhaupt proklamirten und alle Arte praktischer Freiheiten unter dem Banner eines Mannes erobern ten, dessen transscendentaler und spekulativer Geist stets unzugänglich Regionen bewohnte.“ Freilich setzt der Autor nicht ausdrücklich hinzu, daß der Ehrgeiz und der Trieb nach dem die jüngere Schule Hegel's gar bald zur und Meisters verleitet hat; allein diese Wen weiblichen Scharfblicke wenigstens in ihren Fe denn jene Schule hat „die klaren Quellen und ihre hellen Wasser genöthigt, alle Mühlen ziehen“; gewiß ein Resultat, welches der Stifte gesehen oder herbeigewünscht hat. Auf diesen Eingang folgt nun eine kurze benslaufs der deutschen Jahrbücher und der Rhein wobei „die revolutionairen Uebertreibungen und ein kaler Naivetäten, welche mit Verwegenheit und Anspruch, gendlichen Leidenschaften gewöhnlich sind, vorgetragen worden“ Gebühr gewürdigt werden. Nur im wi „jetzt entmuthigten, abgenutzten oder abtrü „auf Börne's und Heine's Ruf den Kampf bis zum Wahnsinn exaltirten National tel aller Uebel gefunden zu haben in die lächerlichen Kindereien der und der antifranzösischen Donquixoterie hegelianer dagegen „affektiren eine gewisse reich, sie halten die Revolution von 1798 als die schmerzenvolle Geburt der neuen Ges freilich für eine französische Ansicht nicht auff Autor aber andere in Verbindung, re ganzen Theorie von selbst erhellt. „Sie Abstraction, den unsinnigen und absoluten Eigens ein Anderer. In ihren Werken sind sie nur darum eine vollständige Verachtung der geschichtlichen B Thatsachen und der Wirklichkeit, inmöglich macht, sie durchd S Freiheit und bemerken nie Anderes ist, als die Zerstö er Gesellschaft.“ ese, mit einer, geschriebene Se Herausgabe eines Projekts, welches sie inpatriotisches, undeutsches, ja verrätherisches die Darstellung sich zu der in persönlichkeit hinwendet dieselbe und ihren Dichtungen zergliedert. Wir lassen diese Analr nichts Neues bietet, aus den Augen, um desto schneller de merkwürdigen Worten zu gelangen, mit denen der Artikel ab chließt. Zwar theilen wir die Hoffnun nicht, welche der Autor an die Einwirkung der „positiven es öffentlichen Geistes“ in Frankreich, des „Praktischen in den Ideen der am meisten vorge schrittenen dortigen ozialisten ) f die Gemüther der dort versammelten jungdeutschen Flüchtlinge anknüpft; aber wir erkenn
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1èWunsche ausspricht, „jungen Metaphysiker der deutschen Politik“ bald „zu der zu den nothwendigen Modificationen gelangen mögen, welche die fahrung früher oder später bei gesundem Verstande hervorbringt.“ Wir erkennen vollkommen an den Geist, das Wohlwollen, die ener— gische Beredtsamkeit, die den Verirrten hier durch den Mund einer Frau die Worte zuruft: „Sie werden einst begreifen, wie trübselig es für die Sache der Freiheit wäre, wenn sie ihre schönsten kräftig sten Jahre in dem leeren Enthusiasmus für täuschende Visionen sich verzehren ließen; sie werden fühlen, daß es sich nicht darum handelt, alle Konsequenzen, alle logischen Deductionen der absoluten Persönlichkeit und der unbegränzten Entwickelung des menschlichen Geistes unbesonnen, mit verhängtem Zügel und geschlossenem Visir zu verfolgen, sondern daß man seinem Vaterlande und der Menschheit welt mehr nützen kann, wenn man täglich und stündlich, ohne Brutalität, ohne kindischen Zorn, an der Verwirklichung der für die Menge haltbaren Ideen des Fort schrittes und an der allmäligen Erweiterung der Institutionen arbei tet, daß es sich nicht darum handelt, zu zerstören (denn die Trümmer verschütten den Boden), sondern aufzubauen, zu vollenden, zu bauen nach der vollkommensten Erkenntniß der Harmonie und sittlichen Schönheit. Srossbritanien und Irland.
on „2. Nov. In der City herrschte das Gerücht, daß die verschiedenen Differenzen mit Mexiko in Betreff der Flaggen⸗-An gelegenheit bereits ausgeglichen wären. J Der Ministerwechsel in Spanien veranlaßt die Times abermals zu einem längeren Artikel über die dortigen Verhältnisse: volutionaire Ministerium des Sestor Lopez hat jetzt, nach Erreichung seines Hauptzweckes, des Sturzes Espartero's, und der Volljährigkeits⸗ Erklärung der Königin Isabella, dem Ministerium der Moderados un— ter Señ or Olozaga Platz gemacht. Das Ministerium Olozaga ist, obgleich es zwei Mitglieder aus dem Ministerium Lopez, nämlich Serrano und Frias, enthält, doch ein Moderado⸗Ministerium, und da die neuen Minister Luzurriaga, Domenech und Cantero als verstän dige und vorsichtige Stagtsmänne bekannt sind und Olozaga selbst ein Staatsmann ist, der bei dem ersten Versuche, eine Verwaltung zu bilden, wahrscheinlich nicht seinen Ruf durch ein sofortiges Mißlingen desselben gefährden will, so ist anzunehmen, daß sein Pi nisterium im Stande sein wird, sich in der gesetzgeben den Versammlung eine Mehrheit zu sichern. Auch ist dies sehr zu wünschen. Obgleich in dem srüheren Benehmen Olo zaga's sich Punkte finden mögen, welche eine nähere Aufklärung er fordern, so kann doch nicht geleugnet werden, daß er mehr Anlagen, aus welchen große Minister gebildet werden können, gezeigt hat, als irgend ein Anderer der dortigen Staatsmänner, und daß er der aus gezeichnetste Politiker Spaniens ist. Es ist sehr wahr, daß er seine Hand nicht ausstreckte, um Espartero zu retten; aber das thaten auch neun Zehntheile der spanischen Staatsmänner und des spani— schen Volkes nicht; und die Täuschung derer, welche noch im— mer den Sturz Espartero's betrauern, ist, daß sie Espartero als den Repräsentanten der Dynastie betrachteten, und seinen Sturz als ein dem Königsthume in Spanien feindliches Ereigniß ansehen. Auch wir bedauerten die plötzliche Beendigung seiner Re gentschaft wegen der Gesetzmäßigkeit seiner Regierung und wegen der Erschütterung, der Ordnung, welche die Art der Beendigung seiner Regentschaft in sich schloß. Aber wenn wir jetzt sehen, daß Spanien in. . en, , d, zund genehmigt hat; daß auch ohne den Beistand spartero s die Ruhe in Spanien erhalten und der Thron Isabella's geschützt werden kann; und daß weder eine vollständige,
„Das re
noch auch eine nur theilweise Unterwürfigkeit unter Frankreich die Folge seiner Vertreibung ist; so betrachten wir jede Bemühung, in Spanien eine feste Regierung zu bilden, mit Freude; und sind ganz zufrieden, daß die Materialien dazu, welche Espartero zurückgelassen hat, dazu so gut als möglich verwendet werden.
„Es gab nie eine Zeit, wo eine gegenseitige Eifersucht zwischen England und F Betreff der spanischen Angelegenheiten veniger nothwendig gewesen wäre, als gerade jetzt, und zwar aus dem sehr f zwischen beiden Mächten über diese Angele, ß herrscht. Frank⸗ reich auf der eine keine Ansprüche macht, zu geben, und daß der
Einsprache thun
wäre. England unterrichtet, daß der gin von Spanien ourbonen vermählt
ma z mag, so
machen. Die Familie
nkt auf die Kinder des
des spanischen Infanten
Hause Neapel und aus
. lung der spani⸗
durch Oesterreich be
Unterstützung und
usführbar. Eine
des Don Fran⸗
nhänger, aber dieselben
sehr schlecht geführt; auch
persönlicher Ab⸗
Widerstand leisten.
geben könnte, so
ckgehalten, daß es dazu die Recht⸗
men müßte, u noch mehr zin zu machen.
Lage befinden, lesen
Fürst von Carini am
um nach Madrid zu
Seiten Neapels zu
die Vermählung des
1è Prinzen, mit der
ich alle Hoffnung aufge
em Herzoge von Aumale
Frankreich die wärmste
aller Grund vorhanden,
Ansprüche des Grafen
kann kaum bezwei
ng erhalten werden,
gewähren kann. Es ist
sich dieser Vermählung
Isabella genehm ist und
seine Absicht, eine
1 . gesetzt, und mit dieser
einen Hema
65a ha
elungenen 282 1911 * nicht geleugne 92 X= in B
. Jas iedererscheinenden portfolio t Redaction diese Zeitschrift der Vorschlag gemacht wird, dieselbe auch in Paris französisch reproduziren zu lassen, um eine größere Verbreitung des
als ; heißt es Wahrheiten,
Wichtigkeit
7 ‚ . . . n tropa's bekannt werde, machen
das Portfol n
]
1 s I seinen Titel behalten, welcher die Feinde Rußlands sich san n. Wir wollen nicht wiedergeben, Aufsätze liefern, wel ol io ie Uebereinstimmung Gemeinschaft de itigen Beistand
3 . 1 „ * 0 s ? . ßere Resultate liefere. Da— ortfolio erklärt sich mit diesem
Ni ö a z Vorschlage einverstanden.
no Y noch
, * 2 289 8 ö 25 s J Aus dem Haag, 2. Dez. Unsere legislativen Kam— mern werden sich in Kurzem mit einem Gesetz-Entwurfe über die Grundsteuer und an die
eschäftigen, die bis zu 13 pCt. erhoben werden wird Stelle der Besteuerung der Rente tritt, weil diese wohl wenig Beifall in der legislativen Kamme n haben würde. Wenn neue Steuer-Nomenklaturen nicht durchgesetzt werden können warum will man das System der tz⸗Centimen verlassen? Man sollte ja dabei bleiben, da alle Gesetz-Entwürfe, welche das Ministe rum ausarbeitet, schon vor ihrer Geburt verworfen werden.
Es ist in den letzten Tagen viel Aufhebens von Plakaten gegen Se. Majestät den König, die hier angeschlagen worden sein soöͤllen gemacht worden, und ausländische Blätter haben diese Nachricht aufae? nommen. Es hat sich nunmehr erwiesen, daß ein Wahnsinniger, der bereits mehrere Beweise von dieser Krankheit gegeben, jene Schmäh⸗ schriften angeklebt hat. Die Böswilligkeit macht sich Alles zu Rutzen
b 2 1
. 6 t Aus dem Limburgischen, im Dezember. Ich habe 2 D 3 Fuse ö 2 ö . 1. 5 hnen bereits zu Ende des Sommers gemeldet, daß Mit ieder der Provinzial-Stände der beiden Provinzen Limbürg«
es belgischen und des holländischen (Hasselt und Mastricht
eichzeitig, die Einen die Trennung des Herzogthums von Ho
.
die Anderen die Vereinigung desselben mit Belgien unte
ingungen beantragen wollten, die noch nicht näher festgestellt re Da das Projekt scheiterte, so behielten sich die dab Be⸗ theiligten vor, ihre Berathungen darüber später wieder auszunchmen Kin. Journal, welches in Antwerpen unter den Ausgizien gewisser ö . 7 l e, war dazu bestimmt, das Thema der Vereinigung zu besprechen und den Prinzipien derselben Eingang zu verschaffen. Man weiß nicht genau, was das Erscheinen die ses sonderbaren Blattes verzögert, aber Thatsache ist, daß es bis jetzt nicht stattgefunden hat. Einige wollen wissen, es Herrsche keine Einigkeit unter den Betheiligten; Andere behaupten,
diese Herren suchten vergebens einen Redacteur, der sich ihrer Sache annähme. Diese Widerwärtigkeiten und Verlegenheiten haben aufge⸗ hört: der Redacteur ist gefunden, und bald wird diese neue Trom⸗
pete erscheinen, um, wie es heißt, im Herzogthum Limburg und der
Umgegend sehr schöne Dinge zu verkündigen. Das Journal wird,