kommenen Einladung hierher zu überbringen. Es verlautet nur, * . n 1 1. ertheilt habe, den wahren Zeitpunlt ihrer Anherkunft kann man nicht mit Bestimmtheit erfahren. Per⸗ sonen, die mit der Regierung in Verbindung stehen, versichern, ein fremder Botschafter hätte gestern dem Minister⸗Präsidenten dringend
ĩ ieder einzuberufen, jedoch zur e Cortes binnen kurzem wieder einz fen, jede 2 daß keine fremde Einmischung in die inneren
g se zulässi däre. Angelegenheiten Spaniens zulässig wäre
Ueber den Inhalt der Capitulation ando erhalten wir aus Madrid und aus Nachrichten. Den Angaben aus der catalonischen Hauptstadt zufolge, hat Amettler ziemlich harte . gungen eingehen müssen, von denen die nachstehenden die wesentlichsten sind: 1) Ric Soldaten und die Freiwilligen, welche an dem Auf⸗ stande theilgenommen haben, werden. zu achtjährigem. Dienste in das stehende Heer vertheilt. 2) Die Offiziere verlieren ihre Grade und werden aus dem Dienste entlassen. 3) Die National⸗ Gardisten, welche Amettler gefolgt sind, werden entwaffnet, nach Hause geschickt und unter polizeiliche Aufsicht gestellt. . Die wohlhabenden Theil nehmer an dem Aufruhre haften mit ihrem Vermögen. für den Schaden, welchen das Privat- Eigenthum in Folge der Empörung, namentlich durch Requisitionen und durch die Beschießung von Figueras, erlitten hat. Nach den madrider Angaben dagegen sollen die auf San Fernando befindlichen Soldaten nur gehalten sein, ihre D ienst⸗ zeit zu vollenden, sollen die Offiziere Pässe nach ihrer Heimat oder auch, auf Verlangen, in das Ausland erhalten, um dort die weiteren Entschließungen der Königin abzuwarten, sollen die National⸗Gardisten nur entwaffnet und nach Hause geschickt werden, und werden die Theil⸗ nehmer an dem Aufstande von aller Verantwortlichkeit für den an⸗ gerichteten Schaden freigesprochen, indem man sich zur Aufhebung des Beschlages anheischig macht, der einstweilen auf die Güter von mehreren derselben gelegt worden ist. Unserer Meinung nach, müssen diese letzten Bedingungen, als die milderen, für die wahr scheinlicheren gehalten werden. Die spanische Staatsgewalt hat nicht mehr Nerv genug, um gegen ihre Feinde mit Ernst und gesetzlicher Strenge zu verfahren. Darum ist uns denn auch die schließliche Bestätigung der Capitulation durch die Regierung gar nicht zweifelhaft, wenn auch anfangs einige Schwierigkeiten ge macht werden sollten. Der Infant Don Francisco de Paula ist, wie man versichert, entschlossen, seinen persönlichen Einfluß bei der Köni⸗ gin zu verwenden, um die Bestätigung der Capitulation zu erlangen, wenn das Ministerium Miene machen sollte, dieselbe zu verweigern. Der Infant Don Francisco de Paula, der ein persönliches Interesse an dem Obersten Amettler nimmt, dessen Bruder in seinen Diensten steht, hatte in den letzten Tagen einen Adjutanten nach Figueras ge⸗ schickt, um dahin mitzuwirken, daß die Capitulation endlich zu Stande komme, allein dieser Sendbote ist, den barceloneser Blättern zufolge, erst am 31sten v. M. in Figueras angekommen, also zu einer Zeit, wo die unterhandelnden Parteien bereits mit einander einig waren. Aus Arragonien und einem Theile von Catalonien hört man fortwährend Klagen über die ungewöhnliche Strenge des Winters, welche große Besorgnisse für Feld- und Baumfrüchte einflößt. Ein Schreiben aus Saragossa versichert, daß man dort die Sonne drei Wochen lang nicht gesehen habe. Sriechenl and.
O Athen, 26. Dez. Morgen werden die Sitzungen der Na⸗ tional-Versammlung wieder ihren Anfang nehmen. Alle Gemäßigten sollen sich unbedingt dahin vereinigt haben, dem Hereinziehen jeder Frage vorzubeugen, welche nicht in unmittelbarem Zusammenhange mit der Prüfung des Verfassungs-⸗ Entwurfes steht. Der Zustand der Provinzen, die Gesammtlage Griechenlands überhaupt, läßt es end— fich die Meisten als gebieterische Pflicht erkennen, dahin zu wirken, daß die Dauer der National-Versammlung eine möglichst kurze sei. Möchte diese Stimmung, wie sie rasch eingetreten ist, so sich dauernd den Sieg über alle Ansichten entgegengesetzter Natur erringen können!
Unter den Personen, die, ohne sich gerade in den Vordergrund zu stellen, gleichwohl durch rastlose Thätigkeit und durch eine seltene Gewandtheit im Vermitteln, einen immer größeren Einfluß gewinnen, steht offenbar Leon Melas obenan. Er wurde von Metaxas zum Munister der Justiz vorgeschlagen, weil sein Name unter denen sämmt⸗ sicher Advokaten des Landes den solidesten Ruf genießt. Melas hält zu Metaxas. Letzteren selbst anlangend, so hat ihn seine Schlauheit auf dem gemeinsamen Kampfplatz, obschon mit, Maurokordatos und Kolettis der Form nach völlig einig, im Wesentlichen bereits viel Bo⸗ den eben diesen seinen Verbündeten gegenüber gewinnen lassen. Seine Gegner sehen sich fast auf den bloßen Vorwurf seiner Abstammung be⸗ schränkt. Obwohl aber Cephaloniot von Geburt, hat Metaxas zu alte Rechte im Land, als daß ihm in dieser Beziehung Abbruch geschehen könnte. Seinen letzten Sieg hat er in den Kämpfen am 18ten bis 2dsten über die Adresse schweigend errungen, während sich Kolettis und Maurokordatos feine neuen Lorbeeren durch ihre Reden erwerben konnten, der Letztere nicht einmal als Veranlasser der Maßregel, in deren Folge den Sol⸗ daten und ihren Anführern, welche an dem Aufstande vom 15. Sep⸗ tember Theil genommen haben, außerordentliche Soldbezüge für die Dauer ihres Lebens zugesichert werden. .
Paikos ist den Deutschen wohl erst durch den Pöbel-⸗Auflauf ge— gen ihn und Sutzos bekannt geworden. Fälschlich wird er in den deutschen Zeitungen Phanariot genannt, Paikos ist Macedonier von Geburt, als folcher zwar immerhin ein Fremder, aber so, wie die Dinge seit den jüngsten Wochen stehen, nichts weniger als dem ge— meinsamen Hasse aller Internationalen preisgegeben. Gott weiß, welcher Wind auf einmal die Letzteren hat darüber eitel werden las⸗ sen, daß die hohe Pforte dagegen protestirt, daß ausgewanderte Griechen gleichsam ihre in den türkischen Provinzen ansässigen Glau— bens und Stammesgenossen in Athen repräsentiren wollen. Aller Haß, alle Verfolgungssucht, aller politischer Fanatismus hat sich aus⸗ schließend gegen die Phanarioten gewendet.
Rhigas Palamidis hat nie großen Kredit genossen, und noch we— niger wird Londos es in solchem weit bringen. Des Letzteren bitter= ster Gegner soll Zographos sein, in einer noch nicht zu langen Ver— gangenheit ein eben so wenig selbstständiger Kriegs-Minister, wie der malen Londos ein solcher ist.
In den Reihen der Spposition hat sich Petsalis in den letzten Sitzungen durch ein wildes Greifen nach dem Unantastbaren hervor— gethan, man will jedoch bereits wissen, er werde sich nicht länger mehr so geberden. Das steht dahin. Unmöglich läßt sich leugnen, 3 5 bis jetzt dem Minister Rath eher genützt, als ihm gescha—
Ist's zur See so freundlich, wie bei uns, dann werden unsere morgen abreisenden Landsleute eine herrliche Winter⸗Ueberfahrt . ,,, den mit dem Dampfboot Abgehenden ist jedoch den auf
tgelschiffen Ueberfahrenden eine selche Gunst des Himmels zu wünschen.
Türkei. Konstantinopel, 21. Dez. ; ehemalige russische Gesandte in Athen, . isr ö
Sonnabend auf dem russischen Dampfb e. Odessa abgereist. sc pfboote „Krim“ von hier nach
XX Paris, J. Jan. des Schlosses San Zern
Barcelona ganz verschiedene
104
Am Dienstag fand die feierliche Beisetzung der Leiche der am 16. Dezember verstorbenen Gemahlin des preußischen Gesandten, Herrn von Lecog, statt. Das ganze diplomatische Corps wohnte die- ser feierlichen Handlung bei, und Sir Stratford Canning war eigends deshalb von Bujuldere nach Pera gekommen. Die Leiche ist einbal⸗ samirt und in einem Keller des Paͤlastes beigesetzt worden, um im
Frühjahr nach Preußen übergeführt zu werden.
gandels- und Börsen Nachrichten.
Berlin, 15. Jan. Die Geschäste an heutiger Fonds Bör e waren nicht sehr umfangreich, doch hielten sich vorzugsweise wieder Köln⸗Mindener und Mailand -Venediger zu den gestrigen gestiegenen Coursen begehrt. Die übrigen Actien zum Theil eiwas malter. Am Schlusse der Börse zeigte sich für Anhalter Actien, besonders auf längere Sichten, mehrfache Kauflust.
Breslau, 3. Jan. (Schles. 3.) Wir hatten im Dezember-Monagt ein ziemlich lebhaftes Geschäft und können wohl gegen 000 Ctr. von allen Oualitäten verkauft haben. Die bedeutendsten Käufer waren; ein sächsischer Großhändler, der sowohl schlesische, als feine volnische Wollen gekaust; ferner ein Kämmerer aus Gotha und die hiesige Kammgarnspinnerei. Kur den Kamm wurden nur geringe Wollen in den Vierzigen und darunter ge— fauft, da die feineren, zu diesem Zwecke geeignet, wegen der niedrigen Garn⸗ preise nicht rentiren. Am beliebtesten waren von schles. Einschuren die Sor fen von 60 a 70 Rthlr., von poln. Einschuren von 50 a2 690 Rthlr.; ferner waren begehrt: Schweiß- und Gerberwollen von 42 2 52 Nihlr., Sterb⸗ lingswolle in Bündeln von 55 a 62 Rthlr. und russische, fabikmäßig ge⸗ waschene Wollen von 50 a 60 Rthlr. Nach Locken und Stücken von 40 a 46 Rthlr. war sehr großer Begehr; eben so nach hochseinen Lamm⸗— wollen von 80 Rthlr. und darüber. Unser Bestand wird in diesem Augen= blicke 10,000 Ctr. nicht überschreiten, wobei jedoch zigaler und Zackelwollen nicht mit inbegriffen sind, von denen allein 3 bis 560 tr, am Platze sind. Zeitkäufe für die nächste Schur sind, mit sehr geringen Ausnahmen, his jetzt noch nicht gemacht worden, wohl aber einige Prämiengeschäfte, die je⸗ doch von keiner großen Bedeutung sind. Unsere Spekulanten wären aller dings geneigt, eiwas zu unternehmen; allein die Produzenten richten ihre Forderungen nicht nach den Zeitverhältnissen ein. Bis jetzt waren keine Veranlassungen vorhanden, hohere Preise als im letzten Junimarlte anzu- legen, und das Geschäst muß vor der Schur noch viel lebhafter werden, wenn zur Zeit eine Preis-Erhöhung von 2 a 3 Rthlr. eintreten sollte.
Breslau, 12. Jan. (Schl. 3.) Unsere in dem letzten Berichte vom Ften d. ausgesprochene Vermuthung, daß auf eine stärlere Zufuhr bei den besser gewordenen Wegen zu rechnen, hat sich in dieser Woche bereits be— stätigt, da besonders an einigen Tagen der Markt sehr stark von Weizen und Gerste befahren war.
Der an den Markt gebrachte Weizen bestand indeß meist nur in Mit⸗ telwaare und da die schweren Sorten nur allein für den Export zu ver— wenden, so erhielten sich die Preise bei ziemlicher Kauflust für gute gelbe Waare auf ihrem bisherigen Standpunkte von 51 a 57 Sgr. pi. Scheffel, abfallende Qualitäten wurden mit 48 2 53 Sgr. pr. Schff. bezahlt.
Auch weißer Weizen erhielt sich im Preise und holte nach Qualität 53 a 60 Sgr. Auf Lieferung im Januar und Februgr wurde manches von schwerem 88 — 89pfd. gelben Weizen zu 55 4 57 Sgr. pr. Schff. ge= schlossen. ̃ ;
Roggen fand vermehrte Kauflust zu steigenden Preisen und bewilligte man für die besseren Sorten 36 a 38 Sgr., für geringere Waare 34 a 357 Sgr. pr. Schff. Die Steigerung der Roggenpreise basirt sich nament— lich auf die Ankäufe des Königlichen Magazins und auf eine ziemlich starke Abfuhr nach der Lausitz.
Gerste erhält sich in Frage; bei den in dieser Woche zugeführten Parà tieen lam indeß viel geringe ünd leichte Waare zum Vorschein, welche in— deß nicht die Beachtung fand, welche die Eigner erwartet, denn nur für die guten Posten erhielt sich der Preis von 29 3 31 Sgr., leichtere Qualitäten fanden nur zu 27 a 28 Sgr. pro Schfl. Nehmer.
Hafer erhält sich wie seither auf 17 4 18 Sgr. pro Schfl.
Erbsen unverändert, bei kleinem Umsatz zum Konsum 34 a 36 Sgr. pr. Schfl. bezahlt.
Winter-Rapps bleibt unbeachtet und findet nur zu ermäßigten Preisen Käufer.
Rübsen 65 2 70 Sgr.
Von Schlag Leinsaat bleiben die Zuführen fortwährend gering, und sind die Werthe unverändert.
Das Geschäft in rether Kleesaat war nicht von Bedeutung, einige kleine Partieen feiner Waare wurden zu etwas ermäßigten Preisen von 19 4 ige Rihlr. aus dem Marlte genommen, doch bleiben Mittel- und ordingire Sorten sortwährend unbeachtet. Weiße Saat kam nur bei Kleinigkeiten vor und holte die alten Werthe.
Rüböl, rohes, loco zuletzt mit 114 Rthlr. pr. Ctr. bezahlt auf Liefe rung, wenig gemacht, dürfte zu demselben Preise zu kaufen sein.
Spiritus erhält sich in flauer Stimmung, Loco-Waare mit 6d a 67 Rthlr. pr. 60 Quart a S0 pCt. Tr. bezahlt, Lieferung im Februar bis April 63 Rthlr., im Mai bis Juni 7 a 74 Rthlr.
Nappskuchen unverändert.
Köln, 10. Jan. Rüböl in Folge des Frostwetters auf Lieferung et— was angenehmer. Effekt. . 2 4, pro Mai 287, pro Okt. 304 Rthlr.
Hamburg, 12. Jan. Getraidemarkt. Die Umsätze in Getraide waren hier am Platze, mit Ausnahme von Gerste, seit voigem Freitag von keiner Bedeutung. — Weizen fand zuletzt, in Folge des eingetretenen Frostes, etwas willigere Abnahme zu ein paar Thaler besseren Preisen, als Ende voriger Woche, indem unsere Bäcker vor Schluß der Schifffahrt sich noch etwas mehr mit Weizen zu versorgen suchten. — Gestern wurde Auction gehalten über eine Partie 127pfd. alten weißbunten poln. Weizen, wovon jedoch nur ein kleiner Theil zu 125 bis 1247 Rthlr. Cour. pr. Last herab verkauft, das Uebrige aber zurückgenommen wurde, Roggen war anfangs mühsam zu lassen, zuletzt aber waren, ebenfalls in Folge des Frostes, etwas mehr Käufer. — Von Gerste sind seit vorigem Freitag wieder einige 100 Last gelauft und zuletzt 4 a 2 Rthlr. mehr dafür bewilligt worden. — Hafer wurde so wenig angebracht, daß man 3 a 4 Rthlr. mehr dafür gefordert und für kleine Partieen auch erhalten hat. — Erbsen preishaltend. — Boh— nen ohne Veränderung. — Wicken konnte man zu den letzten Notirungen haben. — In Rappsamen ging nichts um. Die Forderungen dafür sind unverändert. — Leinsamen wird auf vorige Preise gehalten. — Für Schiffs—⸗ brod auf spätere Lieferung sind Nehmer zu etwas billigeren Preisen. — Weizenmehl 4 a 8 Sh. niedriger zu notiren. — Für Rappkuchen und Lein kuchen, auf Lieferung nach wiederhergestellter Schifffahrt, werden einige Mark höhere Preise gefordert. ;
Ab auswärts. „Seit Montag, nach Ankunft der letzten englischen Post, hat sich für Weizen mehr Kauflust gezeigt, wahrscheinlich deswegen, weil der Glaube sich mehr gehoben hat, daß für jetzte keine Veränderungen in den jetzigen Korngesetzen in England statifinden werden. Es sind in den letzten acht Tagen reichlich so) Läst Weizen, im Frühjahr ab auswärts zu liefern, hier gekauft, und mitunter auch eiwas besser bezahlt worden, als in voriger Woche. — Roggen, bei wenig Handel, preishaltend. — In Gerste war aber wieder ziemlich viel Leben, denn es sind seit acht Tagen circa E00 Last hier gekauft worden, alles auf Lieferung im künftigen Frühjahr. Die Preise haben sich dadurch wieder i „ 2 Rthlr. höher gestellt; heute ging dazu aber nichts um. — Haser wird auf vorige Notirungen gehalten. — Erbsen haben reichlich die Preise von voriger Woche behaupiet. — Bohnen ohne Veränderung. — Wicken wenig angeboten und etwas höher gehalten. — Rappsaamen blieb in dem bisherigen leblosen Stand, indem die Inhaber desselben nicht hinreichend nachgeben wollen, um Kauflust dafür rege zu machen. — Mit Leinsaamen ist es fast derselbe Fall. Billiger ist derselbe zu lassen. — Für Rapp- und Leinkuchen werden die Notirungen wie in voriger Woche verlangt.
Paris, 10. Jan. An der heutigen Börse fand fast gar kein Umsatz in den Fonds statt, auch war keine neuere Nachricht von Belang vorhan— den, die auf die Course hätte einwirken können; die 3pCtge Rente wurde 82 Fr. 45 C., die 5pCtge 124 Fr. 30 C. notirt.
Bulgarien. (Oest. Lloyd. Wie man vernimmt, soll die tür lische Regierung die Absicht haben, die gefährliche Rhede von Varna durch
i 1
Hinwegräumung der bestehenden Hindernisse der Schifffahrt zugänglicher zu
machen und daselbst auch einen Hafenbau vornehmen zu lassen, dessen Aus⸗ führung schon der Sultan Mahmud bei seiner Anwesenheit in Varng be= schloffen hatte. Die Herstellung eines Hafens in Varna wäre für Bul— gariens Ein⸗ und Ausfuhrhandel, so wie für die Schifffahrt an der südöst= sichen Küste des schwarzen Meeres, von unberechenbarem Nutzen, und es ist zu wünschen, daß die Vollziehung dieses Planes nicht an den sinanziellen Verhältnissen der Türkei scheitere.
Die türtische Regierung hat vor kurzem in Varna ein Reglement für Maße und Gewichte, eine Sensalen⸗-Ordnung und eine Vorschrist in Betreff der Abschließung von Schiffs- und Handels-Kontrakten veröffentlicht. Diese zweckmäßigen Maßregeln sanden bei dem rechtlich denkenden Theile des Handelsstaͤndes die gebührende Anerkennung, und es ist zu erwarten, daß
die Lokal- Behörden hinreichend guten Willen und Krast zur Aufrechthaltung
derselben entwickeln werden.
Der Seehandel von Varna, Burgas, Baltschit, Sissopol, Achtioli und anderen kleineren Plätzen an der bulgarischen Küste ist beständig im Steigen. Während der verflossenen Herbst⸗Monate sind von dort über 200 Schiffs— ladungen Cerealien ausgeführt worden, und im Innern des Landes soll noch ein dreimal stärkerer Vorrath zur Ausfuhr bereit liegen. Ein großer Theil der Ladung ging unmittelbar nach Triest und Venedig. Die erwähn— ten Rheden werden am häufigsten von türlischen und griechischen Schiffen besucht. Außer den Böten der Songu⸗Dampfschifffahrts-⸗Gesellschaft landeten im verflossenen Herbste daselbst auch 10 österreichische Kauffahrer, und seit einiger Zeit haben mehrere europäische Kaufleute Agenten oder Filia! Handlungen in Varna.
EB er Den 15.
ö H Januar 1844.
. „r. Cour. 2 . Ir. (Our. FEQndS. E 3 Actien. 8 . . kriet. Geld. S nriet. Gcld. Gem
. 5. u Erl. Pots. Eisenb. K 162 6. . e. 1023 d. 40. Prior. ob. 4 104 i033
r. Engl. Obl. 3. = — Prüm Sch d. Seeh. — — 90 Kur- u. Neumürk. Schuldverschr. 1003 100! kerl. Stadt-Obl. 33 P — Danz. do, in Ib. — Westpr. Pfandbr. 35 3 101 Grossh. Pos. do.“ 105 100 163 101 1012
Mę4d. L. pz. Eiseub. — 185 — do. do. Prior. Obl. 1033 lrI. Au. Eisen-. J 13 do. do. Prior. Obl. . Dũuss. Elb. Biseub. — 815 do. do. Prior. OblI. 1 * 96 Rbein. Eisenb. 73 do. do. Prior. Obl. 4 96 BrI. Frankf. Eisb. 7 I 114 do. do. Prior. Obl.« 16037 Ob. - Schles. Eisb. ö do. Lt. Iz. v. einge. 109 k. Si. E. Lt. A u. B — 12 2 Mag deb. - Halber-
Städter Eisenb. 4
do. do. Ostpr. Pfandhr. Pomim. do. Kur- u. Neum. 0.“ Schlesische do.
Gold al marco. Friedrichs d'or. Aud. G 1din. à 5 Ih. —
Nisconto.
res- Schweidn.-
reiht. Riseunk. 4
Auswärtige
Amsterdam, 11. Jan. 595 Spun. 21. 395 do. 315. Pr. Sch. — . Pol. — . Oesterr. 1093. Antwerpen, 19. Jau. LZinsl. 6. LP rank furt a. M., 12. Jan. 59h Met. 113. p. ult. 2024. Bayr. Bank- Actien 683 G6. II0pe 90. Stietzl⸗ 895. keln. 300 Fl. 95 G. do. 500 FI. 963. d0. 200 FI. 313 . II am burg, 13. Jun. Bauk-Acetien 1690 Be. Engl. Russ. 126. London, 9. Jau. Cons. 395 97. RBelg. 103. Neue Aul. 21 vive 43. 12. 2395 IIoll. 5415. 59h do. 100. 2 Engl. Russ. 1165. Bras. 75. Chili 995. Columb. —. Mex. 325. ? Paris, 16. Jan. 59h Reute fu cour. 124. 30. 39h Rente sin eour. S2. 45. 59h Neapl. au eompt. 1065. 50. 595 Spau. Reute 293. Pass. — . Wien. 11. Jan. 536 Miet. 111. . 495 1004. . Aul. 4. 183 149g. 46 1839 1183. 3. Rauk-Aetien 1628. 1631. Mail. 1053. 3. Nord- 129. i. Livorn. 96. Gloggn. 1143. ö.
Börsen. Niederl. wirkl. Schi. 545. 505 do. 995. Pass. 53. Ausg. Zzinsl. 64. 495 Russ. IIope 915. Neue Anl. 20.
Bank- Actien 2023. Int. 545.
Preuss.
5. Pas Neue Port. 415.
. 21 Peru A2 *
Ausg. Seh.
Die diesjährige Weihnachts -Ausstellung zum Besten des Friedrichs Stiftes hat dieser ÄAnstalt wiederum eine Einnahme von 1224 Rthlr. 21 Sgr.
Courant zugesührt. . : . ö ö Indem die unterzeichnete Direction mit aufrichtiger Freude dieses Re⸗
sultat zur öffentlichen Kenntniß bringt, stattet sie allen denen, welche sowohl burch Zusendung der werthvollsten Arbeiten, als durch Beistener im Gelde einen so reichen Ertrag herbeigeführt haben, den aufrichtigsten innigsten
ut ab, und findet sich durch dieses unzweideutige Zeichen der dem Stifte um de⸗
Da
unausgesetzt gewidmeten vielseitigen wohlwollenden Theilnahme —
ren Fortdauer sie angelegentlichst bittet — in hohem Grade beglückt. Berlin, 31. Dezember 1843. .
Die Direction des Friedrichs-Stiftes.
von Arnim. Bercht. Graf von der Gröben.
Dr. von Können. Dr. Kunzmann. Kunowsky.
von Schöning. Tondeur.
von Wiebel. Hartmann. von Reuß.
Meteorologische Geobachtungen.
Nach einmaliger
Abends
Morgens Nachmittags 10 Uhr.
6 Uhr. / 2 Uhr.
1844. 14. Jan
Luftdruck .... 339, 37“ par. 340, 32 par. 341,76 ᷣ par. GQuellwärme 5, R. 3, 3 3,27 R. Flusswärme 9 5,97 R. — 8. R. Bodenwärme 3,7“ R.
1 pt. 7 pt. Ausqdüustung O, 011, Kh.
Niederschlag 0,00 Rh.
9
Beobachtung.
—
Luft wkrime ... — 8,5) R. - 2 10,20 nR. 84 pCt.
neblig.
Thaupunkt, . Dunst süttigung 7 Wetter ...... ,,, 0. Wolken zug...
LTagesmittel:
trüb. trüb. 080. 80. ö — 8, K
79 pet. Os.
96 — be,, 4 ne, o, n.
340, 16
Königliche Schauspiele.—
Dienstag, 16. Jan. Die Hugenotten, Oper in 5 Abth⸗ nach dem Französischen des Scribe, übersetzt von Lastelli. Musit, von dem Königl. General-Musik-Direktor und Hof⸗Kapellmeister Meyerbeer. Ballcks von dem Königl. Balletmeister Hoguet. (Mad. Schröder⸗ Devrient, vom Königl. Hof-Theater zu Dresden; Valentine, als erste Gastrolle. Herr Härtinger, vom Königl. Hof Theater zu München: Raoul, als Gastrolle.)
Anfang der Oper halb 6 Uhr.
Preise der Plätze: Ein Billet zu einer Loge des ersten Ranges 1 Rthlr. 19 Sgr. c. . .
Im Konzertsaale: 1) FTiridate. 2 Le Chevalier du Guct, conmédie en 2 actes, par Mr. Lockroꝶ- . .
Mittwoch, 17. Jan. Zum erstenmale: Christoph a Renata, oder: Die Verwaisten, Schauspiel in 2 Akten, frei nach Aucroy, von C. Blum. Vorher: Adele.
Königsstädtisches Theater.
Dienstag, 16. Jan. Der Vater der Debütantin, Posse in 4 Ak—
ten, nach Bayard, von B. A. Herrmann. Vorher: Das war ich!
Lustspiel in 1 Akt, von Hut. (Dlle. Simon, vom Stadt- Theater zu Magdeburg: Die Base, als letzte Gastrolle.
Mittwoch, 17. Jan. Italienische Opern-Vorstellung.
crezia Borgia. . 18. Jan. Gast⸗ Vorstellung des Kinder⸗Ballets des Herrn Price aus Kopenhagen, in 2 Abtheilungen. Dazu: Eine
Reise nach Spanien. Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Gedruckt in der Deck er schen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei. Beilage
(Lu-
M lIõö.
.
Deutsche Bundesstaaten. Sachsen. Freiberg. Statistische Notiz. — Hannover. Eimbeck. Jubelfest des Generals von Gilsa. — Aus dem Herzogthume Nassau. Die neue Liturgie.
Türkei. Von der türkischen Gränze. Projekte eines moldau-wa— lachischen Zoll-Vereins. — Zweckmäßige Maßregeln der serbischen Re— gierung.
Perun. Schreiben aus Paris. (Fortdauernde Anarchie.)
Vereinigte Staaten von Nord-Amerika. Offizieller Bericht über * Handels-Beziehungen Nord-Amerifa's zu Deutschland und dem Zoll—
ereine.
Blicke auf die Colonisation von Algerien.
Eisenbahnen. Neisse. Schlesische Zweigbahnen.
Ausland. Deutsche Bundesstaaten.
Sachsen. Freiberg, 10. Jan. (L. Z.) Die amtliche Volkszählung hatte im Jahre 1840 für Freiberg eine Einwohnerzahl von 11,565 ergeben. Dieselbe berechnete sich bei der vor einigen Wochen vorgenommenen neuen Volkszählung auf 12,067 in 2878 Haushaltungen, wobei das Militair (Stab und vier Schwadronen des ersten Reiter- Regiments) nicht mit in Anschlag gebracht worden. Unsere Stadt ist hiernach, wie bisher, die vierte des Landes. Man zählte ferner 5796 männliche und 6261 weibliche Personen; 11,945 evangelisch-lutherische, 115 katholische, 4 reformirte und 3 griechische Christen. Das auffallendste Mißverhältniß findet zwischen Wittwern (168) und Wittwen (699) statt. — Im abgelaufenen Jahre wurden 183 (nämlich 238 Söhne und 260 Töchter) geboren, darunter 741 außer der Ehe; dagegen starben nur 393. — Seit drei Jahren sind hier wenigstens 20 neue meist große Häuser erbaut, viele alte auch mit Etagen übersetzt worden. ;
Hannover. Eimbeck, 1. Jan. Am vorgestrigen und gestrigen Tage wurde hier ein Jubelfest gefesert, welches Allen, die daran Theil nahmen, unvergeßlich bleiben wird. — Am 30. Dezember 1793 trat der hiesige Kommandant, Friedrich von Gilsa, in das 10te hannoversche In⸗ fanterie⸗ Regiment, welches damals den Heeren der französischen Re⸗ publik gegenüberstand, als Fähnrich ein. Seit dieser Zeit hat von Gilsa unserem geliebten Königshause ununterbrochen in Kriegs- und Friedenszeiten, namentlich im ersten leichten Bataillon der englisch⸗— deutschen Legion, treu als braver Offizier gedient und das wohlverdiente Glück gehabt, sich die Gnade seines Königs, die Achtung und Liebe seiner Vorgesetzten, Kameraden und Untergebenen, so wie aller derer zu erwerben, welche zu ihm in dienstlichen oder gesellschaftlichen Beziehungen gestanden haben. Früh schon am vorgestrigen Tage wurde der Jubilar durch eine Morgenmusik des Musik-Corps des hiesigen 2ten leichten Ba⸗ taillons geweckt. Später überreichte Se. Excellenz der General der Infanterie L. van dem Bussche im Auftrage Sr. Majestät des Königs ihm das Patent als General-Major, begleitet von einem huldvollen, gnädigen und anerkennenden Schreiben unseres allverehrten Monarchen. Hierauf brachten, unter Anführung der so hochgeschätzten Veteranen unserer Armee, der Generale Louis und Hans van dem Bussche, der Chef und die Offiziere des 2ten leichten Bataillons, so wie die aus nahen und fernen Garnisonen herbeigeeilten Kameraden und Kampfgenossen dem Jubilar ihren Glückwunsch, und über⸗ reichten demselben zwei prachtvolle porzellanene Vasen, deren eine von den Kameraden in früheren Dienst⸗Verhältnissen, die andere aber von den Offizieren des 2ten leichten Bataillons ver— ehrt wurde. Dem kriegerischen Gruße schloß sich der friedliche, nicht minder ehrenvolle Glückwunsch der Beamten, der Geistlichkeit und der Stadt an. Die Deputation der Letzteren überreichte auf einem werthvollen, geschmackvoll gearbeiteten silbernen Plateau ihrem Kom— mandanten das Ehren⸗Bürgerrecht von Eimbeck. Mittags war der glückliche Jubilar Gast der Offiziere des 2Qten leichten Bataillons. Abends brachten Eimbecks Bürger ihrem Kommandanten in einem Fackelzuge ein donnerndes Lebehoch. Am gestrigen Tage wurde die Feier durch einen Ball beschlossen. ö
Aus dem Herzogthum Nassan, 8. Jan. (Fr. J.) Eine Korrespondenz aus dem Herzogthum Nassau im Frankf. J. meldet, daß „auf Verordnung der Herzogl. nassauischen Landes⸗-Re⸗ gierung eine neue Liturgie bei dem öffentlichen Gottesdienste der evangelisch=christlichen Kirche“ herausgegeben und mit dem neuen Jahre eingeführt worden sei. Da diese Bemerkung zu Mißverständ— nissen Anlaß geben könnte, so fügen wir hier folgende Erläuterung hinzu. Die neue Liturgie ist nicht auf Verordnung unserer Landes— Regierung, sondern auf Bevorwortung der Kirchenversammlung zu Idstein (1817), deren Beschlüsse ihrer Zeit zum landesherrlichen Ge— setze erhoben worden sind, und auf Antrag des Herrn Bischofs Dr. Heydenreich in Wiesbaden mit Allerhöchster Genehmigung durch Herzogl. Landes⸗Regierung eingeführt worden; d. h. die Kirchenver— sammlung hat die Einführung einer neuen Liturgie beschlossen und bevorwortet; diesen Antrag hat der Herzog genehmigt; eine Kommission aus den angesehensten Geistlichen des Herzogthums hat die Liturgie in 20 Jahren ausgearbeitet, der Herr Bischof Dr. Hey⸗ denreich hat sie zuletzt überarbeitet und sie als mit dem Beschlusse der Unions-Synode übereinstimmend erklärt. Se. Durchlaucht der Herzog hat die Einführung erlaubt; diese ist durch die Herzogliche Landes-Regierung bewirkt worden. In dem desfallsigen Reskripte an die Herzoglichen Dekane heißt es: „Nachdem in Gemäßheit des §. 16 des Höchsten Ediktes vom 8. April 1818 schon in demselben Jahre die Vorbereitungen zur Ausarbeitung einer neuen Liturgie für die vereinigte evangelisch-christliche Kirche des Herzogthums Nasfau durch die dazu niedergesetzte besondere Kommissson begonnen worden waren, ist diese wichtige und schwierige Arbeit nun— mehr von dem Herrn Landes-Bischof Dr. Heydenreich zu Ende geführt worden, und hat das von demselben ausgearbeitete Manuskript der einzuführenden neuen Agende die höchste Bestätigung zum Druck erhalten.“ Zum Verständniß wird hier bemerkt, daß der eiste Senat der Regierung, welcher aus geistlichen und weltlichen Mitgliedern in gleicher Zahl besteht, als Konsistorium die Leitung der Angelegenheiten der evangelischen Kirche unseres Landes hat. Was den Inhalt der neuen Liturgie anbelangt, so findet er bei Geistlichen und Laien ungetheilten Beifall durch die Reinheit der darin niederge—⸗ legten biblischen Lehre, durch den echt christlichen Ausdruck der Ge— danken und die edle, erhaben einfache Form aller Gebete.
Türkei.
Von der türkischen Gränze, 30. Dez. (A. Z.) Briefe aus Jassy melden, daß Styrbey, der als Abgesandter K
105
Beilage zur Allgemeinen Preußischen Zeitung.
der Wallachei sich seit einiger Zeit daselbst aufgehalten hatte, nun⸗ mehr die Rückreise nach Bucharest angetreten, ohne den Zweck der Misston erreicht zu haben. Die Verhandlungen, die Styrbey mit der moldauischen Regierung gepflogen, beziehen sich auf eine von dem Fürsten Bibesko projektirte Zoll-Vereinigung beider Länder und auf einen ebenfalls von letzterem in Vorschlag gebrachten Postvertrag. Man will wissen, daß der Impuls zur Gründung eines moldauisch⸗wallachi⸗ schen Zoll-Vereins von St. Petersburg ausgegangen, und daß Fürst Sturdza mit vieler Gewandtheit den Antrag des wallachischen Hospo⸗ dars abzulehnen gewußt, so daß er jetzt, ohne besonderen Anstoß erm regt zu haben, von der Zumuthung einer solchen Vereinigung, die in der Moldau als Einleitung zu einer gänzlichen politischen Union bei⸗ der Fürstenthümer k wird, sich wenigstens für einige Zeit befreit sehe.
In Serbien herrscht im Ganzen, trotz den seit kurzem sich erneu⸗ ernden Bestrebungen der Milosch'schen Partei, Ruhe und Ordnung, und die Regierung bestrebt sich, durch zweckmäßige Maßregeln diesen gedeihlichen Zustand zu befestigen. Die Errichtung eines Pensions⸗ Fonds für die fürstlichen Beamten, ihre Wittwen und Waisen ist mit Dank aufgenommen worden. Die Einrichtung eines geordneten Post⸗ wesens, so wie die einleitenden Anordnungen zur Anlegung von zweck— mäßigen Poststraßen berechtigt zu erfreulichen Erwartungen für den serbischen Handel und für die Zukunft der im Werden begriffenen serbischen Industrie.
.
Paris, 8. Jan. Die letzten Nachrichten aus Peru reichen in Briefen aus Arica bis 9. September, und es scheint danach in diesem von der Natur so reich gesegneten, von den eigenen Händen seiner Söhne aber fortwährend zerfleischten Lande unausgesetzt die furchtbarste Anarchie zu herrschen. Die Prätendenten auf die Ober⸗ gewalt schießen gleich Pilzen auf. General Vivanco, welcher der Hauptstadt Meister ist, betitelt sich Präsident der Republik. Der Ge⸗ neral Castillo dagegen, welcher das Land in der Gegend von Arica im Besitze hat, legt sich den Titel eines obersten Chefs der Nation bei, und der General Nieto endlich, der zu Taina steht, läßt sich oberster Chef kurzweg nennen. Zwischen den verschiedenen Städten findet keine regelmäßige Verbindung mehr statt. Am 29. August hatte ein Ge⸗ fecht stattgefunden zwischen den Truppen der Regierung (denen Vi— vanco's) und den Streitkräften unter General Nieto. Die Trup— pen der Regierung zogen den Kürzeren, und aller Wahrscheinlichkeit nach wird der General, der sich jetzt Präsident der Republik tituliren läßt, bald ohne alle Gewalt sein. Bei Abgang der letzten Nachrich⸗— ten waren die Streitkräfte des Generals Castillo auf dem Marsche gegen Taina, und wahrscheinlich sollte eine neuer Kampf stattfinden. Die englischen Kaufleute in Peru klagen bitter über diesen Zustand . Dinge, da die Magazine geschlossen sind, und alle Geschäfte
ocken.
bereinigte Staaten von Uord-Ameriha.
Die letzte Botschaft des Präsidenten an den Kongreß begleitete ein Bericht des Staats-Secretairs für die auswärtigen Angelegenhei⸗ ten, Herrn Upshur über die Handels-Verhältnisse der Vereinigten Staaten, aus welchem die Bremer Zeitung über die Beziehungen Nord⸗Amerika's zu Deutschland, und namentlich den Zoll-Verein, fol⸗ genden Auszug giebt:
Seit dem Berichte des früheren Staats⸗Secretairs Webster, vom 24. Mai 1841, heißt es darin, habe der deutsche Zoll-Verein beträchtlich an Industrie, Bevölkerung und Hülfsquellen zugenommen, und umfasse jetzt 26,799,000 Seelen. Der Beitritt Hannovers mit etwa 2 Millionen Ein- wohner, welcher zunächst in Frage stehe, würde ohne Zweifel alle kleineren Staaten von Nord- Deutschland nach sich ziehen, so daß alsdann ganz Deutschland mit alleiniger Ausnahme Oesterreichs dem Vereine angehbren würde. „Vermuthlich werden die Handels- Interessen sich bei dieser Sache eben so mächtig erweisen, als in anderen Fällen. Kein unbedeutender Grund hätte ein so schwieriges Werk ins Leben zu rufen vermocht, wie es die Einigung von ganz Dentschland zu einem großen und all gemeinen Endzwecke ist. Durch die Verfolgung dieses Planes er reicht Deutschland, unerachtet der Menge und Veischiedenheit sei⸗ ner Staaten, eine politische Einheit, es erweckt ein übereinstimmen-— des Nationalgefühl und sichert sich den Rang unter den Völkern, der ihm nach seiner Größe, seinen Hülfsmitteln und seinem Charalter gebührt. In allen Zoll-Vereinsstaaten zeigt sich ein beständig wachsender Begehr nach den wichtigsten Produlten der Vereinigten Staaten. Im Jahr 1831 impor- tirten sie z. B. 148,22 Zoll-Centner (à 108 Pfd.) von unserem Taback, während sich 1842 diese Einfuhr auf 248,749 Zoll- Centner gehoben hat. In ähnlichem Verhältniß hat die Frage nach unserer Baumwolle und Reis zugenommen. Gegen diese großen Ausfuhren empfangen wir einen verhält— nißmäßig geringen Betrag deutscher Fabrikate, und zwar meistens Artikel, die in den Vereinigten Staaten nicht woduzirt werden, z. B. Spiegelglas, Seidenwaaren, Spielzeug u. s. w. Die Differenz wird uns in baarem Gelde bezahlt.“ Weiter wird die Wichtigkeit der deutschen Auswanderung hervorgehoben. Zum größten Theile seien diese Auswanderer fleißige, recht— liche Landwirthe und brächten so viel Vermögen mit, um sich Land kaufen und dasselbe bebauen zu können. Allein aus Bayern, dessen Bevölkerung doch kaum den siebenten Theil des Zoll-Vereins bilde, seien nach offiziellen Angaben in den 5 Jahren von 1835 bis 1839 im Ganzen 24,507 Men— schen, und zwar mit ganz unbedeutenden Ausnahmen nach den Vereinigten Staaten ausgewandert. Ihr mitgenommenes Kapital sei auf 7 Millionen Fl. angegeben, jedoch dürfe man es wohl fast auf das Doppelte anschlagen, da die schweren Abzugs-Steuern es wahrscheinlich machten, daß die Declara— tionen weit unter dem wahren Werth geblieben sein würden. Aus diesem Beispiel möge man ermessen, welch einen Zuwachs von tüchtigen Leuten und von Vermögen die Vereinigten Staaten durch die deutsche Auswanderung erhielten. Uebrigens sei der amerikanische Gesandte in Berlin, Herr Wheaton, instruirt, durch den Abschluß von Spezial-Conventionen mit den einzelnen deutschen Staaten für die Abschaffung jener Hindernisse der Auswanderung, des Nachschosses und Abzugsrechts, zu wirken, und die Königreiche Bavern, Sachsen, Württemberg, ferner beide Hessen und Baden hätten sich dazu bereit erklärt. Gleichzeitig sei ihm auch Vollmacht ertheilt, mit den Großherzog- thümern Mecklenburg⸗-Schwerin und Oldenburg, die noch nicht zum Zoll— Verein gehörten, Handels- und Schifffahrts⸗-Verträge zu unterhandeln. „In Hinblick auf diese und andere Vortheile, welche eine Betrachtung dieses Ge— genstandes bietet, ist der Gesandte der Vereinigten Staaten in Berlin in= struirt, alle ihm zu Gebote stehenden Mittel anzuwenden, um unsere Ver- hältnisse zu dem deutschen Zoll-Verein auf den besten und freundlichsten Fuß zu stellen; und das Resultat ist, daß die Basis eines vertragsmäßigen Arrangements über den Handel eben jetzt zwischen Sr. Majestät dem Könige von Preußen, für Preußen und alle zum Zoll-Vereine gehörende Staaten, und unserem Gesandten in Berlin, Namens der Vereinigten Staa— ten vereinbart und unserer Regierung zur Ueberlegung und Beschluß-— nahme (consideration and action) vorgelegt ist. Die Sanctionirung derselben durch den Kongreß würde den länge gehegten Wunsch verwirkli= chen, eine Herabsetzung des jetzigen Zolles auf unseren Taback zu erwirken, sie würde die Fortdaner der völlig zollfreien Einfuhr unserer Baumwolle sichern und jeder Erhöhung des Jolles auf Reis über das gegenwärtige Maß vorbeugen, welcher bekanntlich schon jetzt auf unser Ansuchen von dem Zoll-Verein auf seinen dermaligen geringen Betrag reduzirt ist. Für diese bedeutenden (vas) Vortheile schlägt die bedingte Uebereinkunft geeignete Aequivalente vor in der Herabsetzung der schweren Zölle unseres beer ber
Bericht erstatten und ein Urtheil abgeben zu können.
und bri⸗
Wien zu keiner Aenderung dieses Zustandes Hoffnung mache. Endlich be⸗ rührt er auch noch das mögliche Bedenken, daß die Vereinigten Staaten durch die bestehenden Traktate mit anderen Nationen verhindert seien, einer ein⸗ zelnen Nation vortheilhaftere Bedingungen zu bewilligen, indem fast alle solche Traktate bekanntlich so abgefaßt sind, daß die kontrahirenden Mächte sich eine Gleichstellung mit den meistbegünstigten Nationen stipuliren. Indessen wird dieser Einwurf damit beseitigt, daß man solche Stipulationen nur conditionell ver⸗ stehen dürfe, nämlich dahin, daß man zwar allerdings auch den anderen Mäch— ten, mit welchen man solche Traktate abgeschlossen habe, die nämlichen Be⸗ günstigungen zugestehen müsse, aber nur dann, wenn sie ihrerseits auch die gleichen Aequivalente dafür anböten. Der Traktat von 1832 mit Frank⸗ reich sei in diesem Punlte ein Präcedens. Der weitere Verfolg des Be⸗3 richts erneuert die ost gehörte Klage über den Sund-Zoll, zu dessen Erhe— bung Dänemark nicht das geringste Recht und keinen weiteren Grund, als das alte Herkommen und den jetzigen faltischen Bestand habe. Seit dem Websterschen Berichte habe sich in dieser Beziehung eine wesentliche Verän— derung nicht zugetragen, und möchte es wohl endlich an der Zeit sein, ent— schiedene Schritfe zu thun, um den Handel nach der Ostsee von dieser Be⸗ drückung zu befreien. Erheblicher ist der Schluß: „Die Lage un— serer Schifffahrt und der darauf bezüglichen Interessen erfordert gegen⸗ wärtig die besondere Aufmerksamkeit der Regierung. Die große und stets wachsende Zahl fremder Schiffe in unseren Häfen beweist die Nothwendig⸗ keit raschen legislativen Einschreitens zum Schuß und zur Erweiterung un⸗ serer Handels⸗-Marine. Es ist Grund, zu fürchten, daß, wenn nicht sofort die geeignetsten Maßregeln ergriffen werden, der amerikanische Handel bald ganz von europäischen Schiffen und Seeleuten an sich gezogen werden wird. Es kann nicht bezweifelt werden, daß die Ursache dieses großen Uebels in den Bestimmungen unserer Handels⸗Trattate zu suchen ist, welche die Schiffe fremder Länder mit denen der Vereinigten Staaten sowohl in der indirekten, als direkten Fahrt auf gleichen Fuß setzen. Dies wirkt natürlich zum Vor⸗— theil der Nationen, welche ihre Schiffe mit den geringsten Kosten erbauen und in der Fahrt halten können. Nun ist es wohl bekannt, daß die mei— sten Nationen, mit denen wir solche Traktate abgeschlossen haben, und be⸗ sonders die im Norden von Europa, in beiden obigen Beziehungen im ent- schiedenen Vortheile gegen uns sind. Fast alles Material zum Schiffsbau ist in den Vereinigten Staaten theurer, als in Europa. Unsere Volksheuer beträgt fast das Doppelte, und das ganze Leben an Bom ist viel besser, folgeweise aber auch viel kostspieliger. Die Folge von allem diesen ist, daß unsere Rheder, ehe sie in ihren eigenen Häfen für ihre Schiffe Be⸗ schästigung finden können, gezwungen sind, zu warten, bis die schwedischen, dänischen und hanseagtischen Schiffe so viel Fracht vorweggenommen haben, als sie nur tragen können, und doch reden wir uns vor, daß unsere Trak— tate mit all' diesen Mächten uns auf einen Fuß vollkommener Gegenseitig⸗ keit mit ihnen gesetzt haben! Die gegenwärtig mit Dänemark, Schweden den hansegtischen Republiken, Preußen, Oesterreich und Rußland bestehen⸗ den Traktate sind bereits über ihre ursprüngliche Dauer hinaus ausgedehnt und können nach einjähriger Kündigungsfrist aufgehoben werden. Dic übrigen Traktate, in denen das Gegenseitigkeits- Prinzip im ausgedehnte sten Maße angenommen ist, können weiterer Betrachtung unterliegen, so wie das Ende ihrer Dauer herannaht. Das Mittel ist folglich in un- serer eigenen Hand, und wir brauchen nur unsere Schritte zurück— zunehmen und den Entschluß unserer Regierung bekannt zu machen daß inskünftige unser Handel mit dem Auslande .
amerik. 81, fremde 18,3 pCt. , 66, 2 33,8 ;
1838 42 69, 30,9 * Die erste Periode umfaßt die Zeit, in welcher die eine indirekte Fahrt gestattenden Traktate mit den Hansestädten, Schweden und anderen Mãch⸗ ten vom Jahre 1827 u. ff. zuerst zu wirken begannen, und obgleich dies Verhältniß der fremden Schiffe während der letzten Jahre dieser Periode rasch anwuchs, so blieb doch der Durchschnitt beinahe auf 18 pCt. Die zweite Periode fing etwa zu der Zeit an, wo der bereits im Wachsen begriffenen fremden Schifffahrt durch das „Kolonial⸗Arrangement“ mit Großbrstanien in 1831 und 32 ein neuer Impuls gegeben ward. Die Proportion des fremden, Tonnengehalts stieg auf das Doppelte und ihr Be— trag von 2 auf 6 Millionen. Während der letzten 5 Jahre, ciner durch außerordentliche Fluctugtionen sich auszeichnenden Zeit, hat sich das ein⸗ mal gewonnene Verhältniß mit merkwürdiger Gleichmäßigkeit erhalten, — ein Beweis, daß, wie sehr auch die Handels-Interessen der Vereinigten Staa⸗ ten durch diese Umwälzungen und Fluctuationen gedrückt werden mochten dennoch die Schifffahrts⸗Interessen fremder Staaten bei ihrem Verkehre mil uns nicht ernstlich affizirt worden sind.“ Zum Schlusse seines merkwürdi⸗ gen Berichtes verweist der Staats -Secretair auf einen früheren der Kom— mission des Repräsentantenhauses für den Handel, vom Mai 18412, worin alle statistischen Notizen und Thatsachen in Betreff der amerifanischen Schiff fahrt enthalten seien.
Blicke auf die Colonisation von Algerien.
Paris, 8. Jan. Noch in frischem Andenken stehen die langen Artikel, in denen der Oppositions-Deputirte Herr Gustave de Beaumont im Sibcle das System, welches der Marschall Bugeaud in Afrika befolgt, aufs lebhafteste angegriffen und als verderblich dar⸗ gestellt hat. Derselbe Deputirte befindet sich nun neuerdings in Afrika, wo er den gegenwärtigen Zustand der französischen Kolonie zu studiren sich bemüht, um seiner Zeit bei der Diskussion in der Deputirten⸗ Kammer über das, was er mit eigenen Augen gesehen, ̃ Herr Gustave de Beaumont hat unter Anderem einen Ausflug von Algier aus durch die Provinz Titteri gemacht, wobei ihn der Oberst⸗-Lieutenant Eynard, Adjutant des Marschalls General-Gouverneurs, und der Capitain Cissey vom Generalstabe, welche Beide ihm der Marschall selbst bei⸗ gegeben hatte, begleiteten. Ohne alle weitere Eskorte konnte er, nur von diesen beiden Herren begleitet, jenes ganze weite Gebiet in der größten Sicherheit durchziehen, und sah sich so zu der Aner⸗— kennung genöthigt, daß das Land wirklich vollkommen ruhig und im Frieden sei, und daß das System des Marschalls Bugeaud denn doch etwas bessere Früchte getragen hat, als Herr de Beaumont davon geweissagt hatte. Der Marschall beeiferte sich, ihm alle möglichen Erleichterungen zu gewähren, um sich zu unterrichten, und das Zugeständniß, das sein bisheriger Gegner jetzt ihm zu machen sich genöthigt sieht, ist wohl die beste Rechtfertigung, die ihm zu Theil werden konnte. Besonders bemerkenswerth wär dabei ein Ausflug, den der Marschall zusammen mit Herrn de Beau— mont und begleitet von den Direktoren des Innern und der Finanzen, dem General⸗Prokurator, mehreren Anderen der ersten Civil⸗ und Militair⸗Beamten und einigen der angesehensten Kolonisten und Kauf⸗