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Soldaten überrumpeln lassen, und eine sogenannte
ö worden, allein aus den nachdrücklichen Maß regeln, welche die Minister ergreifen, läßt sich einigermaßen auf die drohende Gestalt des Aufstandes schließen. Um der Weiterverbreitung desselben vorzubeugen, hat der Kriegs Minister allen General- Capi- tainen befohlen, sich mit den Civil⸗Behörden zu verständigen und im eintretenden Falle das Kriegsgesetz in ihren Bezirken zu verkünden. Dem General⸗Capitain von Valencia, Roncali, zu dessen Distrikt Alicante gehört, ist befohlen worden, den ganzen ihm untergebenen Bezirk sogleich in Kriegszustand zu, erklären, während auch von hier aus Truppen gegen Alicante abmarschiren. Der Kriegs-Minister hat zu gleicher Zeit verordnet, daß alle Chefs, Offiziere und Unteroffiziere, die zur Armee, den Provinzial⸗ Milizen, der National- Miliz, den Zoll- Soldaten oder der Marine ge⸗ hören, und an dem Aufstande von Alicante theilgenommen haben, sobald man ihrer habhaft werde, erschossen werden sollen. Falls die aufrührerischen Soldaten sich nicht auf die erste von dem General⸗ Capitain an sie zu richtende Aufforderung unter dessen Fahne stellen, sollen sie, sobald man ihrer habhaft wird, dezimirt werden. Die Pri⸗ vatpersonen, die als Häupter des Aufstandes auftraten, trifft Todes—⸗ strafe. Der Minister des Innern hat den Gefes politicos der Pro⸗ vinzen Alicante, Murcia, Albacete, Valencia, Almeria und Castellon de la Plana, anbefohlen, in ihren Bezirken augenblicklich das Kriegs⸗ geset vom 17. April 1821 zu verkünden. Der Marine⸗Minister hat seinerseits verfügt, daß das Kriegs- Dampfschiff „Isabella II.“, die Brigg „Nervion“ und ein kleineres Fahrzeug von der catalonischen Küste nach Alicante segeln und den dortigen Hafen streng blokiren sollen. Außerdem hat der Minister des Innern dem hiesigen Gefe politico heute folgenden Befehl zugeschickt: „In Betracht der in der Stadt Alicante vorgefallenen Ereignisse hat Ihre Majestät die Kö nigin zu befehlen geruht, daß die Veröffentlichung der Proclamationen oder Mittheilungen der Aufrührer nicht zu erlauben sei, und daß keinerlei Nachricht gegeben werde, die darauf abzielt, den Ungehorsam gegen die Gesetze zu vermehren, und daß die Uebertreter dieser Ver— fügung als Verschwörer, der Vorschrift des Gesetzes vom 17. April 1821 gemäß, gerichtet werden sollen.“
In voriger Nacht fanden hier einige Verhaftungen statt, deren Veranlassung in den Ereignissen von Alicante zu fuchen sein soll. Unter den Verhafteten befinden sich die Deputirten Madoz, Cortina, Lopez, Garnica, Benedicto, Verdü y Perez, Ors und, wie es heißt, auch Herr Arguülles. Die Wachen waren heute verdoppelt.
Diesen Abend heißt es, die Regierung hätte unter den Papieren der Verhafteten höchst wichtige Dokumente vorgefunden und dadurch Kenntniß von den Plänen und den Namen der über ganz Spanien vertheilten Verschwörer erhalten. Couriere wurden nach mehreren Gegenden abgefertigt.
Uebrigens soll der Aufstand von Alicante aus karlistischen und republikanischen Elementen zusammengesetzt sein.
bereinigte Staaten von ord- Amerika.
O New⸗Mork, 16. Jan. Herr Buchanan von Pennsolvanien,
einer der fünf Kandidaten der demokratischen Partei für die nächste Präsidentenwahl, hat erklärt, daß er von der Bewerbung abstehe. Für Herrn van Buren, dessen Wahl zum Kandidaten von Seiten der Convention immer mehr an Wahrscheinlichkeit gewinnt, ist dies ein
. . X 2 ö ⸗ J ‚ 26 * fare K eh, 3. einn def e en , Eisenbahn der Anhalter Gesellschaft eine hinreichende Entschädigung darge— ihm messen zu wollen. Von den Herren Oberst Johnson und General Cass ist zu hoffen, daß sie das von Herrn Buchanan gegebene Beispiel nachahmen . werden. Herr Calhoun schickt sich aber nun an, ein Manifest zü er⸗ fragt und sind abermals um cireg 2 Ih seit gestern gestiegen. — In den Zusicherungsscheinen war das Geschäft nicht bedeutend und die Course etwas matter. — Stettiner Actien abermals höher bezahlt. — In Oesterreichischen Effekten wenig Geschäft.
lassen, worin er im voraus seine Weigerung ausspricht, die Wahl der
demokratischen Versammlung von Baltimore anzuerkennen. Herr van
Buren wird sonach, aller Wahrscheinlichkeit zufolge, der einzige ernst—⸗ liche und offizielle Kandidat der demokratischen Partei sein. Die Wyhigpartei hat seit längerer Zeit nur einen einzigen Kandidaten, Herrn Henry Clay. Es bleibt also nur noch die neue Partei der eingeborenen Amerikaner, die noch keine Wahl eines Kandidaten ge— troffen hat, und der Kandidat der gegenwärtigen Verwaltung, welche einen Augenblick gehofft hatte, die Wiederwahl des Herrn Tyler durchzusetzen. Diese Hoffnung ist aber nun von ihm selbst und von allen seinen Freunden, welche die wahre Lage der Dinge richtig zu würdigen wissen, aufgegeben.
Die günstigen Aussichten, welche sich so durch die Vereinfachung der präsidentiellen Frage für Herrn van Buren eröffnen, werden aber wieder etwas getrübt durch den Hader, der in der letzten Zeit wieder in den Reihen der demokratischen Partei sich entsponnen hat, über die Fragen der Abolition (des Sklavenhaltens) und des Tarifs. Die öffentliche Meinung im ganzen Norden spricht sich zu energisch zu Gunsten des Abolitions-Systems aus, als daß die Repräsentanten' des Nordens, deren eigene persönliche Grundsätze übrigens mit denen ihrer Kommittenten vollkommen übereinstimmen, nicht auch ihr Ver⸗ halten im Kongresse darnach einrichten sollten. Als daher neulich über das XXI. Reglement abgestimmt wurde, welches die Annahme von Petitionen zu Gunsten der Abolition untersagte, ließen die Re⸗ präsentanten des Nordens jene des Südens im Stiche, und so wird J. jenes Reglement aller Wahrscheinlichkeit zufolge abgeschafft werden.
Aehnlich wird nun das Verhalten der demokratischen Re⸗ präsentanten aus dem Süden in der Tariffrage sein, sie werden das Wiedervergeltungsrecht üben wollen. Die Manufaktur ⸗In⸗ dustrie hat in Pennsylvanien eine solche Entwickelung genommen, daß dieser Staat, der neuerlich noch eine der Hauptstützen der Vertheidiger der liberaleren Handelsgrundsätze war, zu denen die De⸗ mokratie im Allgemeinen sich bekennt, nun fast gänzlich davon abge— fallen ist. Pennsylvanien hat sich nun dem Schutzsysteme zugewen⸗ det. Aus diesem Abfalle Pennsylvaniens schreibt sich hauptsächlich das Zaudern und Schwanken des Kongresses her, woraus sich mit ziemlicher Sicherheit auf die Aufrechthaltung des gegenwärtigen Tarifs schließen läßt. Damit sind nun die Demokraten des Süßens nicht sebr zufrieden, und es bürfte Herrn van Buren schwer werden, die Unterstůützung der zwei Fractionen seiner Partei zu gewinnen, wenn die Nevision des Tarifs, wie dies unfehlbar der Fall sein wird, eines der Loosungsworte des Krieges um die Präsidentschaft werden wird.
Herrn Tyler wird inzwischen vom Senate, der bekanntlich seiner
Mehr tit nach aus Whigs besteht, auf eine ziemlich kleinliche Weise . er. Von den verschiedenen Ernennungen, welche der . sdenl in Abwesenheit der National-Vertretung vorgenommen, hat freien die des Herrn Profsit, der zum Hir! in Brasilien rr, die Sanction des Senates nicht erhalten. Herr Proffit abtreren on. n Life ger don weichem er nun wieder der nach China geen nenn his, ein Mann von seltenem Wissen, Staaten zu vertreten, si wahrs hein ih daselbst die Vereinigten drobr, wie Herr Prosft! Je Hirn 1 von demselben Schicksale be⸗ Richter am 6b ff des Herrn Spencer, der zum
in Tribunal ernannt i int Entscheidung . zu müssen, bis ke n, 7 2 atzes, das er n,. noch nicht niederge⸗ 1 ' werfung der Ernennungen der Herren orter D.
als Secretair des legt hat, verzichtet haben wird. Als
Herr Tyler in seinen Rath berufen hat, und welche nun seit mehre⸗ ren Monaten die Geschäfte versehen.
Eisen bahnen.
m Paris, 7. Febr. Seit verflossenem Sonnabend (ten J. M.) wurde schon dreimal im Conseil der Minister die Frage erörtert, ob der Staat oder Privat Compagnieen für die Zukunft die Eisen⸗ bahnen ausführen sollen. Bis zur Stunde hat man sich noch nicht hierüber verständigen können, indem der Finanz-Minister auf das ent schiedenste sich weigert, hierin dem Minister der öffentlichen Arbeiten das geringste Zugeständniß zu machen. Letzterer möchte wenigstens einen Versuch wagen, und einige Eisenbahnlinien dem Staate vorbe⸗ halten. Herr Lacave-Laplagne meint dagegen, es habe ihm schon genug Mühe gekostet, das Gleichgewicht in den Finanzen herzustel⸗ len, um dieses Gleichgewicht durch) drei bis vierhundert Mil⸗ lionen, die erforderlich sein werden, um auf Kosten des Staates die votirten Eisenbahn - Linien zu vollenden, zu gefährden. Es bleiben zwar von der im Jahre 1812 bewilligten Anleihe von 409 Millionen noch 150 Millionen zu emittiren, die auf Eisenbahnen verwendet werden könnten, aber Herr Lacave⸗Laplagne behauptet, daß die noch zu emit— tirende Anleihe nicht einmal bie Hälfte der Kosten decken würde, wenn der Staat auf eigene Rechnung die zu errichtenden Eisenbahnen vollenden wollte. Auch ist der Finanz-Minister im Ganzen der Emis⸗— sion der rückständigen Anleihe wenig günstig, so daß er durchaus dem Herrn Dumon die Mittel verweigert, die Eisenbahnen durch den Staat zu vollführen. Es ist kaum zu zweifeln, daß die Sachen beim alten bleiben werden, indem Herr Lacave-Laplagne mehreren seiner Freunde auf das bestimmteste versicherte, lieber seine Entlassung zu begehren, als dem Projekt des Herrn Dumon beipflichten zu wollen.
Berlin -Frankfurter Eisenbahn.
In der Woche vom 4. bis 10. Februar 1814 sind auf der Berlin- Frankfurter Eisenbahn 2548 Pereanen befördert worden.
gJandels- und BHörsen - Nachrichten.
Berlin, 12. Febr. Unter den erfreulichsten Neuigkeiten an unserer Börse berichten wir die Ankunft zweier Deputirten, und zwar der Herren Stadtrath Wucherer aus Halle und Graf von Keller aus Merseburg, welche den Zweck haben, die Ausführung des Projekts einer Eisenbahn von Halle über Kassel nach Frankfurt a. M. ins Werk zu richten. Aus früheren Mittheilungen ist es bereits belannt, daß diese Bahn auf Staatslosten ver— messen und das Anlage- Kapital veranschlagt worden ist. Die genannten Herren Deputirten wollen sich daher nur noch der Mühwaltung unterziehen, die letzten Hindernisse zu beseltigen. Wir zweifeln nach den uns bekannten gediegenen Vorarbeiten nicht, daß nach zweijährigen unablässigen Bemuhungen dieses höchst wichtige Unternehmen zu Stande jom— men wird, und vernehmen, daß die längst eiwartete Actien - Zeich—
nung zu dieser unter Staats-Garantie zu erbauenden Bahn aufge— nommen werden soll. An der Börse wie im Publikum weiß man dem Vorstande der Anhalt-Cöthener-Eisenbahn für ihr ruhiges und würdevolles Benehmen bei der letzten General-Versammlung um so mehr Dank, als sich
jetzt herausstellen dürfte, wie durch das Zustandekomnien der Thüringischen
boten werden kann, welche Ansicht nach den uns bekannten Vorveihandlun⸗ gen auch Se. Excellenz der Herr Finanz-Minister zu theilen geneigt seni möchte.
Anhalter Actien waren heute schon bei Eröffnung der Börse sehr ge—
K Königsberg, 7. Febr. In letzter Zeit haben die Getraidepreise hier keine nennenswerihe Veränderung erlitten, und selbst eine nicht unbe⸗ deutende Zufuhr bei guten Schlittwegen machte leinen Eindruck, weil die Meinung vorherrschend bleibt, daß bei Eröffnung der Schifffahrt Begehr fürs Ausland und nutzbringende Konjunkturen nicht ausbleiben würden und das wirkt belebend auf die Kauflust ünd erhält die Preise höher, als irgend ein fremder Markt jetzt rechtfertigt. Außerdem scheinen Blanco-Verfäufer bemüht zu sein, sich zu decken, ünd vermehren die Konkurrenz der Käufer. Von den eingegangenen Aufträgen ist in letzter Zeit wenig oder nichts zur Ausführung gekommen, weil die Limiten den bestehenden Preisen nicht ent sprachen. Da wir noch immer gute Schlittwege haben, welche vermehrte Zuführen von allen Gegenden, die hier lhren Markt haben, begünstigen, so ist eine Ermäßigung der Preise wahrscheinlich, weil die Massen, die Geld— mittel und die Kauflust schwächer werden. Die nachstehenden Notirungen dürsten daher bald eine Veränderung erleben, um angemessen limitirte Auf— träge zur Ausführung zu bringen.
Weiz en, weißer 13216. 370 a 380 Fl., hochbunter 130/131 360 a 370 Fl., bunter 13016 340 a 350 Fl., rother 1263/12916. 325 2 335 Fl.
Noggen 118/1204 195 a 269 Fl., frischer 1201. 190 4 195 81.
Gerste große 11016 200 Fl., kleine sozsio4di. f70 a 175 Fl.
Hafer 73/7511. 100 a 105 Fl.
ErbsFen weiße neue 200 a 210 Fl., graue 2090 a 240 Fl.
Wicken neue 190 Fl., Bohnen 1951, 209 Fl. Nappsaat 480 Fl., Winterrübsen 460 Fl. Leinsaat, Schlagsaat 113/114pfünd. 320 51. a 360 Fl. pr. 56 Schff.
Flach s. Podol. Kron⸗ 11 4 12 Fl., Drojan. Kron⸗ 11412 F, Ober⸗= länder Kron⸗- 95 a 10 Fl., Neustädter 7 a 7 Fl, Litthauer 7 JI.
TDanf, Neinlagen⸗ 10a 1913 FJ, Schnittlagen⸗ r a9 Fl., Lagen 8 a9 Fl.
Talg, Lichtentalg 12 Fl., Seifentalg 113 Fl. pr. Stein von 33 .
Borsten, weiße Leck⸗ 29 Sgre, graue Leck 21 Sgr., weiße Schuhma— cher⸗ 32 Sgr., graue Schuhmacher⸗ 25 Sgr., schwarze 32 Sgr., Kron. 11 Sgr., Kronbrack 8 Sgr.
Wachs, gelbes 15 2 16 Sgr.
Fleesagt, rothe 37 a 4 Sgr., alte 25 Sgr., weiße fehlt.
Thimotheesaat, neue 2 a 3 Sgr.
Bettfedern, weiße 16 Sgr., gemischte 1414 Sgr., graue 12 Sgr. Daunen, weiße 35 Sgr.
Häute, getrocknete 65 a7! Sgr. für Ochsen, Kuh- und Pferdehäute.
Felle, Kalb 9 Sgr. p. *
Schaafwolle 40 a 65 Rthlr. p. Ctr.
Oele, russ. Hanföl 14 Rthlr., Rüböl 10 Rthlr., Leinöl io Rthlr. p. Ctr.
Spiritus 13 Rthlr. p. 9600 55.
Matten, bastene 20 Sgr. p. 5 Stück.
Potta sche, Kron S5 Fl., Brack 70 Fl. p. Schffpfd.
Posen, rohe 1516th. 109 Rihlr., 1416h. 6 Rthlr., 1366th. 4 Nthlr., lLelöth. 2. Nthlr.R, 11löth, 44 Nihlr., 0loth. 1 Rthir., 9löth. 1 Rithlr., slöth. 1 Rthlr., 7löth. 25 Sgr., 6löth. 18 Sgr., Eck 10 Sgr.
An der heutigen königsberger Börse war es eher etwas flauer, die anhaltende trockene Witterung bei 10 R. und vermehrte Zuführen sind die Veranlassung. Für 190 Last Noggen, vom Boden gleich zu empfangen, wurden 195 Fl. bezahlt. ;
London 3 M. 204. Amsterdam 71 T. 1008. Hamburg 9 W. 44 Berlin 2 M. 993.
- Riga, z. Febr. Seit acht Tagen war Bas Geschäst in, pan unbedeutend, es blieben Verläufer zu den letzten Notirungen von 74 69 und 64 BNo. baar für polnische Waare. Feine wurde zu 79. 74 und 69 BMNo. geschlossen, doch auch Ausschuß mit 75 No. bezahlt. Bei der Liese= rung zahlbar kein Umsat, wenngleich Verkäufer von ihren Forderungen ab⸗ lassen würden. Nur schwarzer Har hanf wurde a 69 Ro. mit 10 R Vor⸗
schuß gemacht.
Flachs bei mäßiger Zufuhr gedrückt, nachdem anfangs noch 2534 23, 22 2 21 19, 185 Ro. gemacht wurde, stellten sich später Preise wie folgt für hell Marienburger 26 Ro, Marienb. 27, B i iö6 27, H Bb 24, L. B 20 Ro.; hell Partiegut 27 Ro., Partiegut 26 Ro., engl. Kron 25, B A 214, RD I8h Ro.
Ohne daß durch diese Herabsetzung die Kauflust besonders angeregt erschien. Flachsheede behauptet sich auf 13 Ro.
Han föl ohne Geschäst — es waren an BNo. 81 mit 10 35 Verläu— fer. Hanfsaat blieb preishaltend, es wurde Einiges à 95 No. baar, Ei—= niges BNo. 105 mit 1936 Vorschuß gemacht. Schlagleinsaat ist umgesetzt worden. Man bezahlte Steppenwaare mit 145 No. baar, zu gleichem Preise wurde auch gereinigte Wiäsmaer Waare gemacht. Ju die= sem Preise waren nur wenige Aufträge zum Verkauf, und bedang Steppen waare in schöner Qualität heute 15 Ro. baar. Geringe Wiäsmarr Saat ist 8 No. 137 Bo. mit 10 55 Vorschuß abgegeben.
Roggen ohne Geschäft, 117/1810 russischer wurde à 64 Ro. mit 10 6 Vorschuß erlassen. Für kurische Waare forderte man denselben Preis baar. Gerste hat lebhafte Frage, es ist in Kurland eine Partie 110t6. à 6 Ro. mit 1030 Vorschuß fontrahirt. An der Börse würde unter 60 Ro. baar schwerlich dieses Gewicht zu faufen sein, für 10516. wird 51 No. gefordert, 533 Ro. dürste bewilligt werden.
Flachs soll so eben schon 1 Ro. billiger, als die Notirung gemacht sein, die Zufuhr ist sehr groß und die Erxeignisse in Schottland schüchtern die englischen Käufer sehr ein.
Paris, 7. Febr. Die französischen Renten eröffneten heute an der Börse günstig, die 3pCt. zu 82. 5. Bald aber trat eine entschieden rück— gängige Bewegung ein, da sich besorgliche Gerüchte über Spanien verbrei— teten. Diese blieben auch nicht ohne Rückwirkung auf die spanischen Fonds. Auch die Eisenbahn-Actien waren weniger fest als gestern.
R ,, . Den 12. Februar 1844.
* ö ö 4 . Pr. Cour. , n. 8 Pr. Cour. Brie s. Cell. Brief. eld. C em
. . Fonds. 8
rl. Pots. Eisen. 5 170 do. do. Prior. Ohl. 1 — Ngd. Lp. Eisenb. — 184 3 — do. do. Prior. Obl,. 4 — 1032 Erl. Anh. Eisenb. — do. do. Prior. Ohl. Diss. Elb. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Lihein. Eisenb. o. do. Prior. ObI. Brl. Frankf. Eisb.
St. Schuld-Seh. 35 * 1015 Pr. Engl. Obl. 39. 1 101 5 Präm Sch. d. Seeh. — 51 — 90 Kur- u. Neumürk. Schuldverschr. 3) Rerl. Stadt- OJ. 3 Danz. do. in rh. - P Westpr. Pfaudbr. 35 Grossh. Pos. do. ͤ 53 2 do. do. 37 *. 100 Ostpr. Pfandbr. 37
1 ö do. Prior. Obl. roww. dé. 3 ibi 1g a, en. * Schles. Kisb. Kur- u. Neum. do. 3 101 i.
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Hisconto. . 3 Freilhis. RHis nh. 1 —
Auswärtige Börsen. Amsterdam, S8. Hebe. Niederl. wirk. Sch. 55.7. 55h d. 1005. h9ꝰh Span. 22 55. 39h do. 3537. Pass. 6. Ausg. 15. Zinsl. 8. Preuss. Pr. Sch. —. Pol. — . Oesterr. 1094. 195 Russ. IHAape 915.
Antwerpen, 7. Febr. Zins. . Neue Anl. 214. rale furt a. M., 9. Fekr. 56h Met. 13 G6. Rank Acden 2010.
ohne Div. p. ult. 2011. Rar. Bank- Actien 690 6. IIope 907 G. Stiel. 90 G. Int. 55 !. Polu. 300 EI. 97 63. do. 500 FI. 997. do. 200 FI. 323 6.
IIa mb urg, 10. Fehr. Baulk-Actien 1665 Br. Engl. Russ. 112.
Londo n., 6. Fehr. Cons. 395) 975. RBelg. 106. Neue Anl. 233. Pas- sive 55. Ausg. Sch. 133. 2356 oll. 55. Höh do. 101. Neue Port. —.« Engl. Russ. 117. Rras. 79. Chili 104. Columb. —. Mex. 345. Peru 24.
P aris, 7. Febr. 55 Rente sin eour. 125. 395 Rente fin eour. SI. 80. hh Neapl. au eompt. 106. 95. h Ih Span. Rente 31. Pass. 5d.
Wien, 8. Fehr. S9 nei, i'lsit. A4, j06z. 30, 773. 214 — BHank-Actien 1636. Anl. de 1834 148. de 1839 123. Nordh. 1367. Mail. 108. GlIoggn. 1147. Livorn. 1005. PDesth. 103.
Kleteorologische Beobachtungen. 1844. Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger II. Fehr. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
Luft(lruchk ., ... 332, 3 Par. 333, o Par. 335, 7a Par. auellwärme 5,8? R. Luft wärme ... 2 0, 20 KR. 3 2,5) . 0, 2 R. Flusswärme 0, 1 R. Thaupunkt ... — 0, 5! R. — 69 n. — 2 R. Bodenwärme 2.42 R. Duustsũttigung 91 pCt. 69 pCt. 77 pCt. Aus duns tung 0, ol0, Rh. Wetter Schnee. heiter. heiter. Niederschlag (0, oz7 Rh. W. W. W. Wäürmewechsel 4 2,8? Wolkenzüug. .. — W — — 1, 19 R.
Tagesmittel: 333,30“ Par.. 4 ,s n... — 1, s R... 78 pet. W.
Uönigliche Schauspiele. .
Dienstag, 13. Febr. Robert der Teufel, Oper in 5 Abth., nach dem Französischen von Seribe und Delavigne, übertragen von Th. Hell. Musik von dem Königl. General- Musik⸗ Direktor und Hof⸗ Kapellmeister Megerbeer. Ballets von Ph. Taglioni. (Herr Här⸗ tinger: Robert; Mad. Schröder-Devrient: Alice, als Gastrollen)
Zu dieser Vorstellung sind nur noch Billets zum ersten Range à 1 Rthlr. 10 Sgr., Parterre à 20 Sgr. und Amphitheater à 10 Sgr. zu haben. . ⸗
Im Konzertsaale: 1) Frontin mari gargon, vaudeville en
acte, par Scribe. 2) Loé, gu: L'amani prètè, vaudeville en 1 acte, par Scribe. 3) Indiana et Charlemagne, solie de Carnaval en 1 actèe, par Mr. Bayard.
Mittwoch, 14. Febr. Zum erstenmale: Christoph uud Renata, oder: Die Verwaisten, Schauspiel in 2 Akten, frei 36 Aueroy/ von C. Blum. (Mad. Birch⸗Pfeiffer: Die Baronin, als Gastrolle.) Vor⸗ her: Die Geschwister.
Nönigsstädtisches Theater. i 13. Febr. Gast⸗Vorstellung des Kinder-Ballets des . 9 3 ie heilln en. Dazu: Das Abentheuer in der Reujahr nacht. Lustspiel in 3 Akten, nach Zschokke's Etzihlung ! von
lötz. 3 i n g, 14. Febr. SItalienische Opern⸗Vorstellung.) Lucia
di Lammermoor. (Sgr. Napoleone Moriani, Kaiserl. össerreichischer Kammersänger: Edgardo, als letzte Gastrolle.)
Preise der Plätze: Ein Platz in der Orchester Loge 2 Rthlr. u. s. w. —
Verantwortlicher Nedac cn v7. J. W. Zinkeisen.
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober ⸗ Hofbuchdruckerei.
Beilage
Beilage zur Al
279 lgemeinen Preußischen Zeitung.
Inhalt.
Bevöllerung. — Breslau. Näheres über die Feuersbrunst.
Texas. Schreiben aus Paris. (Günstige Stimmung in Vereinigung dieser Nepublik mit den Vereinigten Staaten.)
Zur Literatur der Handels- Politik des Zoll⸗Vereins.
Eisenbahnen. Schreiben aus Kiel. Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Frankfurt a. M.
Marftbericht.
Inland.
Stettin, 11. Febr. Stadt 1521 Menschen geboren worden 263 mehr geboren als gestorben.
erreichte nur eine Person weiblichen ben 27, durch Sel Getraut wurden 407 Paare. Stadt betrug am Schlusse sich gegen den Schluß des
Breslau, 9. Febr. und 1 Uhr brach in der sogen
Jahre 1843 sind in hiesiger und 1261 gestorben, mithin Das höchste Alter über 9 Jahre An den Pocken star⸗ ch Unglücksfälle 39 Personen. Die Anzahl der Einwohnern hiesiger des vorigen Jahres 38,398, um 747 vermehrt,.
Geschlechts.
bstmord 19 und dur
Jahres 18
(Schl. Z.) In der verflossenen annten Frohnleichnams—⸗ an der Straße nach der Vorder— ich mit einer so reißen⸗ äumen derselben, daß, bevor die aufgerufene allgemeine Löschhülfe in so aus= et werden konnte, um die
zwischen 12 Mühle vor dem Sandthore links
und Hinterbleiche Feuer aus und v den Schnelligkeit in den inneren R in gewöhnlicher Weise
reichendem Maße geleist eigentlichen Heerd zu b reits über das gauze Gebäude verbr nach und nach nicht allein das 9g den Grund, sondern ergriffen,
der am Anfange der Mühlgasse gelegenen Sandmüh Fournierschneide⸗ wegführende
erbreitete s
Flammen auf ihren ich dieselben auch nach außen be— eitet hatten. Sie zerstörten daher anze Mühlwerk und Gebäude bis auf durch die zwischen dem letzteren und auf dem Sande rechts suh Rr. 1 n eingerichtet gewesenen über die unterhalb dersel⸗ hinübergeleitet,
eschränken, s
le nach vorn und hinte und Oel⸗-Preßwerke
stoßende Gebäude gegenüberliegend fwärts bis an die hi ; Denn bei aller So nicht möglich, die letztere ausrei Gluth zu schützen,
endlich sogar Häuserreihe der Mühlgasse von gelegene Salomon⸗ falt und Mühe war es durchaus end gegen die wahrhaft furchtbare welche durch das Feuer in dem engen Straßen⸗ zeugt wurde, daher fast keine Annäherung mit Löschgeräthen gestattete und sogar die der Mühlgasse zugewendete Nebenfronte der Apotheke, die Frohnleichnams⸗Brücke und das vor derselben gegenüber an der neuen Sandstraße liegende Sandpfarrtei⸗Gebäude, wie die zum Theil schon weit verkohlten und nur mit immer wieder gelöschten Brückengeländer und Fensterkreu zerborstenen Fensterscheiben und der herabgestürzte M lich beweisen, auf das äußerste bedrohte. verheerende Wirkung des Feuers zum größten Theil in Folge des zu der Entstehung noch sehr heftig aus nicht allein Glut und Flammen vor sich hintrieb, sondern auch einen so ungeheueren Funkenregen aufwirbelte, und bis weithin über den Dom hinweg trug, daß sowohl das Logen-Gebäude, als auch die Blinden-Anstalt, Kreuzkirche u. s. w. beinahe ganz von ihm verhüllt Erst nach einer ununterbrochenen achtstündigen, seit lange hierorts beispiellosen Anstrengung Seitens der Löschenden und des sie dirigirenden Personals gelang es, der Flamme so weit Einhalt zu thun, daß eine weitere Verbreitung derselben nicht mehr zu besürchten stand. Der durch sie angerichtete Schade muß nothwenbig sehr beträcht⸗ Maschinen⸗ Fournierschneiden und Oelpressen, auch eine bedeutende Menge Mobilien, Mehl und Getraide, Rapps, und andere Vorräthe ganz vernichtet worden sind, indem an deren Rettung an vielen Orten gar nicht gedacht werden konnte. Ueber die Entstehung des Feuers sind in der Nähe der Brandstätte diesmal selbst nicht elnmal Vermuthungen laut geworden, so sehr war die Thätigkeit aller Anwesenden nöthig und wirklich in Anspruch ge⸗ nommen, und Ermittelungen hierüber anzustellen, ist natürlich bis jetzt noch nicht möglich gewesen. ß
nicht einmal genauer, von wo aus sich das Feuer nach den gedachten Richtungen hin verbreitet hat, da die von Au hierauf gemachten Mittheilungen wenigstens
(Br. 3.) Im Ganzen sind, einschließlich der Sand- und Leich— namsmühle und der damit verbundenen Oel, und Schneidemühle, Gebäude total abgebrannt, wobei fedoch, Gott sei Dauk, wenig stens, so viel bis jetzt bekannt, kein Mensch das Leben verloren, oder erheblich an seiner Gesundheit Schaden gelitten hat.
len⸗Gebäude Nr. 21 du
größter Anstrengung ze, die ganz auerputz hinläng⸗ Uebrigens war diese schnell
Abend wehenden Windes, welcher
Immobilien
Weiß man doch selbst den
enzeugen in Bezug hr verschiedenartig
Ausland.
Teras.
Aus den Journalen von G
Paris, 6. Febr. daß die neuerlich in den
(Texas), vom 21. Dezember, ersieht man, i Vereinigten Staaten so lebhaft angeregte Itee einer Einve der Republik Texas auch in dieser Wiederhall gefunden h 2I. Dezember eben war im texianischen Repräsentantenhause eine Nesolution zu Gunsten der Einverleibung oder des Anschlusses an die Vereinigten Staaten eingebracht und mit einmüthiger Billigung auf⸗ Die Journale von Galveston zwei daß der Antrag von beiden Häusern des texianischen Kongresses mit Zuruf werde votirt werden.
Dieser Zwischenfall würde dieser Frage eine ganz neue Bedeu— tung geben, insofern dadurch die Vereinigten Staaten nun in den stlich mit derselben sich zu befassen, was sie nicht wohl thun konnten, so lange der Wille von Texas seibst in dieser Beziehung nicht mit Zuverlässigkeit bekannt war. Wenn die Initia= tive von Teras selbst ausgeht, so wäre es nicht unmöglich, daß der amerikanische Kongreß auf das Verlangen einginge, troß der heftigen Opposition, welche die Staaten des Nordens der Union dagegen machen würden. Denn der Präsident der Vereinigten Staaten, die sämmt⸗ großer Theil jener des Westens, würden zweifelsohne mit aller Kraft dafür auftre— aus den nenesten aus Nord- Amerika eine hat wirklich bereits ein Herr Black,
genommen worden.
Stand gesetzt werden, ern
des Südens
troffenen Nachrichten ersieht,
Dienstag den 1414 Februar.
Mitglied des Repräsentantenhauses, und zwar von dem Staate Georgien abgeordnet, in diesem Hause angezeigt, daß er die Einver⸗ leibung von Texas als Amendement zu der Vill über das Dregon⸗ Gebiet beantragen werde. Was die Texianer zu bestimmen scheint, diese Einverleibung zu wünschen, ist die Ungewißheit, die fortwährend über die Gestaltung der Zukunft ihres Staates herrscht. Man hatte Depeschen von den nach Mexiko wegen der Unterhandlung des Frie⸗ dens abgesendeten Commissairen empfangen: da aber dit texianische Negierung das größte Geheimniß über den Inhalt derselben beobachtete, so schloß man daraus, daß derselbe eben nicht günstiger Natur sei. Was noch mehr zu dieser Meinung veranlaßt, ist der Umstand, daß das Dig rio del Gobierno von“ Meriko bie von Santana an den General Wolf abgeschickten Instrucfsonen ver öffentlicht, und daß in denselben dem General empfohlen wird, keinem Vorschlage der Commissaire Gehör zu geben, wenn darin nicht die nen r fe Oberherrlichkeit als Grundlage anerkannt wird. Die kerxianischen Journale veröffentlichen ihrerscits eine Botschaft, worin der Präsident Houston vom Kongresse die Ermächtigung verlangt, die nationale Armee in Person befehligen zu dürfen für den Fall, daß das Land von einer feindlichen Armee angefallen würde, wie man die Besorgniß hegt. Allein das Verlangen des alten Generals, der seinen Landsleuten verbächtig geworden ist, scheint keine geneigte Auf⸗ nahme bei dem Kongresse gefunden zu haben, der ihm damst erwit— derte, daß er Mittheilung aller diplomatischen Korrespondenzen bezůg⸗ lich der mit England, Frankreich und den Vereinigten Staaten in Betreff der Unabhängigkeit von Teras angeknüpften Unterhandlungen verlangte. Der Präsident verweigerte aufs bestimmteste diese Mit⸗ theilung, deren Gefahr und Unklugheit er mit großer Energie hervor—⸗ hob. Jedoch erbot er sich, dem Senate in geheimer Versammlung alle erwünschlichen Aufschlüsse zu geben. Alle diese verschiedenne , ,. scheinen eine lebhafte Aufregung in Texas hervorgebracht zu haben.
Zur Literatur der Handels-Politit des Zoll⸗Vereins.
Junghanns über die Bittschrift der Elberfelder Handels- Kammer.
A Leipzig, im Jan. Es ist hier vor Kurzem (bei Fr. Fleischer) ein Schristchen erschienen, dessen Inhalt sowohl im Allgemeinen, als auch namentlich für die Gegenwart, wo die darin behandelten Fragen wieder zur praktischen Entscheidung kommen sollen, von so großem Interesse ist, daß ich glaube, eine eiwas ausführlichere Mittheilung darüber machen zu müssen. Es ist dies die „Beleuchtung der Bittschrift der Handels⸗- Kammer von Elberfeld und Barmen an den rheinischen Landtag“ von C. Junghanns. Der Verfasser, früher Direltor der leipziger Bank, gegen⸗ wärtig Nedacteur der hier erscheinenden Zeitung für Handel' und
Fabrik- In dustrie, ist ein enischiedener Anhänger des Syssems der Han-
dels⸗Freiheit, (welches überhaupt, wie sehr begreiflich, hier das vorherr⸗
schende ist), und als solcher tritt er denn auch den iheinischen Bittstellern und ihrem Verlangen nach erhöhten Schutz-Zöͤllen energisch entgegen, indem er zwar anerlennt, „daß unter den gegenwärtigen Umständen, nachdem man zum Theil allerdings auf künstliche Weise, mancherlei Industrieen ins Leben gerufen habe, von einem plötzlichen Fallenlassen derselben und einer unbe— dingten Handelsfreiheit nicht die Rede sein könne, daß aber wohl zu über— legen sei, ob man auf gn aller anderen vereinsländischen Erzeugnisse
en kränkelnden Industrieen ferner noch forthel— fen, ob man anderen erstärkten große und fortwährende Gewinne lassen wolle, oder ob man nach einer gewissen Reihe von Jahren des Bestandes einer Industrie ihr entweder einen Theil des Schutzes und welchen zu nehmen oder sie ganz fallen zu lassen habe.“ Daß also der Verfasser jeder Erhöhung der Zölle unbedingt entgegen sei und höchstens den Stall quo, als einen nun einmal bestehenden, gelten lasse, geht aus den angeführten Worten
und aller Verbraucher, gewi
der Vorrede klar hervor.
Die Schrift selbst zerfällt in drei Theile: 1) Beleuchtung der Bitt— schrift selbst; 2) Ben eh men des rheinischen . in dinsicht dieser Bittschrift; endlich 3) Schluß Bemerkungen. In dem ersten Theile werden zuerst die allgemeinen Betrachtungen und Behaup— tungen beleuchtet, welche die Bittschrift an die Spitze gestellt hat; es wird der, Standpunkt angegeben, auf den sich die Bitistelker, so wie der, auf welchen sich die Widerlegung derselben gestellt hat, und hierbei sogleich die Behauptung der Ersteren, „daß nur ein verständiges und foönsequent durchgesühries Schutzspstem die Industrie zu einem solchen Grade der Voll— kommenheit bringe, um jeder Mitbewerbung die Spitze bieten zu können“, durch die spezielle Hinweisung auf die sä chsische Industrie begegnet, die sich zu einer Zeit entwickelt habe, wo an Schutz und Zölle gar nicht ge—
dacht worden sei, ingleichen auf die Schweiz, iwo noch jetzt Händelsfreiheit bestehe, ohne daß die Industrie dabei zu Grunde ie Es möge die be⸗ treffende Hinweisung hier eine Stelle sinden: „Vor Jahrhunderten“, sagt Jung hanns, „kamen die Engländer nach Sachsen, um dessen Leinwand zu kan⸗ fen; bis zur Kontinenial-Sperre hatte sie mit ungeheuren Lagern engli⸗ scher Waaren in Leipzig zu lämpfen, und dennoch ging sie nicht zu Grunde, sondern vervolllommnefe sich mit jedem Jahre, trotz der mit dem Beginn dieses Jahrhunderts ansangenden Klagen. Während der edachten Sperre trat plötzlich ein Schutz ein, wie die ausschweifendste kind d n er fᷣ ihn sich kurz vorher nicht gedacht hatte, nicht denfen konnte. Die sächsische In⸗ dustrie nahm an Umfang sehr zu, allein keinesweges an Vollkommenheit, denn der gesicherte Absaß ließ nur an die Quantstät, keinesweges an die Qualität denken. Der Käufer mußte Garn und Gewebe, ungeachtet des ungeheueren Gewinnes des Spinners und Fabrikanten, nehmen, wie sie waren, und sie waren schlecht, wenn gleich der Spinner 2 Thaler am Pfunde verdiente. Von 1814 bis zum nf Sachsens an den Zoll-Verein hatte diese Industrie abermals feinen Schutz gegen das Ausland und war von hohen Zöllen übcrall umgeben. Gerade während dieser Zeit machte sie außerordentliche Fortschritte, und es gereicht ihr noch heute zur höchsten Ehre, daß sie damals Hindernisse überwand, denen der englische Fabrikant nie unterworfen gewesen ist, und daß sie eine Intelligenz und Arbeitsfähig⸗ keit zeigte, die in ihren Verhältnissen ohne Sn ß waren. Sie hat es daher auch dahin gebracht, daß seit mehreren Jahren einige ihrer Artikel in England in fortwährendem Verbrauche sind. Die schweizerischen Fabri⸗ ken waren stets in gleicher Lage und sind es noch, denn der höchste Ein⸗ angs-Zoll in der Schweiz ist 2 Batzen auf den Centner, der Kreis des 5 Verbrauches klein und rund um von hohen Zollschranken umgeben. . schreitet die schweizerische Industrie unausgesetzt vor und erhält, wegen schöner Waare, auf den fremden Märkten den Vorzug vor den vereinsländischen.“ Wenn dagegen die Bittsteller auf den Flor der Indu⸗ strie in den Ländern hinweisen, die ein starles Schußsostem besitzen, so will der Verfasser auch dies nicht zugestehen. Er führt den bekannten Ausspruch Huskisson's und Canning's an, daß die brilische Industrie nicht durch das hohe Schutzspsiem, sondern trotz desselben ihre Höhe erreicht habe; er weist darauf hin, daß im Zoll-Verrin fehr bald bei einigen Industrieen ein Stillstehen, ein Sichgehenlassen eingetreten sei, welches fortgedauert haben würde, wenn nicht innerhalb des Vereins felbst eine Konkurrenz ent⸗ standen wäre.
Der Verfasser kommt hierauf zu der Behauptung der Bitt= schrift daß die Vereins-Zölle zu niedrig seien, waz aus der jähr⸗ lich steigenden Einfuhr fremder Manufakie hervorgehe. Diese Behaup⸗
„ung sucht der Verfasser in doppelter Wesse zu widerlegen, einmal
durch den Nachweis, daß das angeblich bedeutende Steigen der Einfuhr gerade in den Waaren, um die es sich hier handelt, seidenen und halbsei⸗ denen, unbegründet sei, und zweitens durch Berichtigung der von den Bitt⸗ stellern aufgestellten Berechnung der Höhe der Zollsäße nach Prozenten.
In ersterer Hinsicht führt er die amtliche Angabe an, wonach in den Jahren
1837 1407. 1538 1611, i829 1526, 1810 1756, 1841 1889 Ctr. halbsei- dene; 1837 2174, 1835 2825, 1839 2598, 1810 2676, 1845 2559 Cir. seidene Waaren eingeführt worden seien, woraus sich fer 1838 eine merk⸗ würdige Stetigkeit der Einfuhr dieses Artikels ergebe, folglich von einer in steigendem Umfange wiederkehrenden Erscheinung großer Gene nne, nicht die Nede sein lönüe. Die ganze Einfuhr seidener und halbseidener Waaren stieg von 1837 an: 1838 um 14, 1839 um 7, 1840 um 14, 1811 um 16 6. Dagegen wurde gleichzeitig eingeführt an roher und gefärbter Seide, nach Abzug der Wiederausfuhr, 637 sst, 1838 5868, 1839 8682, 1841 12,933 Etr., also 1838 11 6 weniger, 1839 aber 27 und 1811 89 . mehr, als 1837. Seit 1835 ist die Einfuhr der Fabritate auf eine merl= würdige Art sich gleich geblieben; da aber die Zahl der Verbraucher im Jahre 18358 auf 26, 100009 und im Jahre 1811 auf 2, 160,000 sich be= lief, so hatte, obgleich die Einfuhr beider Jahre ganz gleich war, demnach der Verbrauch nicht vereineländischer seidener und' halbseidener Waaren im Vereine im Jahre 1811 um 3 35 abgenommen. Die Ausfuhr betrug 1837 Il9, 1838 S136, 1839 9tt, 1811 10,37 Ctr., war daher 1837 91, 1838 83, 1839 121, 1811 130 . größer, als die Einfuhr, und hatte 1838 um . 1839 um 22 und 1811 um 39 , gegen 1837 zugenommen. Wird die Einfuhr von der Ausfuhr abgezogen, so sindet man, daß in Hinsicht der seidenen und halbseidenen Waaren der Zoll-Verein dem Auslande nicht triutpflichlig ist, sondern dieses im Gegentheil uns 1827 3538, 1638 3706, 1839 1990, 1816 6585 Ctr. mehr abgenommen hat, als die Einfuhr betrug. Die Mehrausfuhr war 16315 4, 1839 40, 1811 66 h. größer als 1837. Man sindet also das genugthuende Endergebniß, das die vereinsländische Sei= den-Industrie während dieser vier Jahre nicht allein das ganze Bedürfniß des Vereins befriedigt, sondern auch dem Auslande außerdem noch 18,113 Etr. ihrer Fabrilgte verlauft hat, daß somit in feiner Hinsicht ihre Verhält- nisse sich verschlechtert, sondern forlwährend verbessert haben; und daß, weil ungusgesetzt mehr Seide eingeführt worden ist und deren Einfuhr im Jahre 15811 59 56 mehr, als 1837, betragen hat, der Verbrauch vereinsländischer Sceidenwaaren, weil die Aussuhr um ah c, zugenommen hatle, um 560 9h, im Vercine und die Beschäftigung der vereinsländischen Seiden -Industrie um 89 z. binnen vier Jahien gestiegen ist.
Da die Bittsteller auch die Baumwollen“ und Wollenwaaren in den Bercich ihrer Betrachtungen gezogen haben, so sucht der Verfasser auch die dahin einschlagenden Angaben verselben zu wider⸗ legen. Er führt daher Folgendes an: Bie Einfuhr baumwollener Wagren betrug 1837 153415, 1838 16,855, 1839 16,321, 1841 14,543 Cir,; die Ausfuhr: 1837 75,193, 18358 ss 006, 1839 100,766, 1341 87,013 Ctr. Die Einfuhr baumwollener Waaren war also im Jahre 1835 gegen 1837 um 9M gestiegen; 1839 betrug diese Zunahme nur noch 6 Ib mehr; im Jahre 1816 war sie aber 7 Ih weniger, als 1837, so daß die Einfuhr baumwollener Waaren seit 1838 jedes Jahr mehr abgenommen und 1811 den niedrigsten, bis jetzt bekannten Stand erreicht hat. Dies ist absolut genommen; wird aber die Zunahme der Bewohner des Vereins berücksichtigt, welcher im Jahre 1837 26,008,973, 1841 aber 27, 00, 000 Einwohner hatte, so ergiebt sich eine fernere Abnahme des Verbrauchs fremder baumwollener Wagren im Vereine von 46. Relativ genommen, wurden folglich davon 11 7h weniger verbraucht, als im Jahre 1837. Die Ausfuhr betrug 1837 490, 1838 522, 1839 617, 1841 599 995 der Einfuhr, und 1838 17, 1839 34, 18611 1656 mehr als 1837. Während also die Einfuhr seit 1838 un- ausgesetzt abgenommen hat, so daß sie 1841 den sechsten Theil weniger be⸗ trug als 1838 und 736 weniger als 1527, hat die Ausfuhr der verein s= ländischen Baumwollen⸗Fabrikate 16 66, mehr als 1837 betragen. Wird die Einfuhr von der Ausfuhr abgezogen, so ergiebt sich, daß der Verein in Hin= sicht dieser Industrie dem Auslande gar keinen Tribut zollt, sondern im Ge⸗ gentheil dieses uns 1837 vier,, 1838 ebenfalls vier, 1839 fünf⸗ und 1841 ebenfalls fünfmal so viel abgenommen hat, als die Einfuhr beirug. Die Mehrausfuhr war 1838 19, 1839 41, 1841 219, größer als 1837. Das Endergebniß ist daher, daß die vereinsländische Baumwollen-Industrie wäh⸗ rend dieser vier Jahre das ganze Vedürfniß des Vereins befriedigt und dem Auslande, außerdem noch 257,909 Ceniner ihrer Fabrifate zugesendet hat. Von wollenen und halbwollenen Waaren wurden im Jenn en einge führt: 1837 17634, 1535 20,770, 1839 25 012, 1510 20,2958, 1811 30,6443; ausgeführt 1837 68,767, 1838 63, 186, 1839 ä, 52d, 1811 606, SI Ctr. Die Einfuhr betrug 1838 18, 1839 42, 1840 49, 1811 74 I mehr als 1837. Diese Zunahme ist überraschend und würde für die Bittsteller sprechen, wenn sie nicht aus folgenden Ürsachen zu erklären wäre. Zuerst muß bemerkt werden, daß die Einfuhr keine tuchartigen Stoffe enthält, son⸗ dern nur leichte Modestoffe, wovon der größte Theil mit Baumwolle ge⸗ mischt ist. Diese Stoffe sind so sehr in Gunst gekommen, weil Wolle un— streitig unserem Klima angemessener ist, weil wollene Zeuge dauerhafter sind und besser drapiren, als rein baumwollene, und weil endlich die allein dazu verwendeten englischen und Alpacg-Wollen einen seidenartigen Angriff und einen Glanz ihnen verleihen, welche weder durch deutsche Wolle, noch durch Kunst erreicht werden können. Diese Gunst, in welche diese Stoffe beim Publikum gelangt sindz bemerlend, haben die englischen Fabrikanten ihren ganzen Erfindungsgeist darauf verwendet und liefern nun die schönsten Stoffe, als: glatte und gemusterte Orleans, Lüstres, Parisian Figures, Crapes 2c“, welche mehr und mehr die baumwollenen Artihel, als: Callicos, Ginghams ꝛc. verdrängen und ersetzen. In der Bekleidung für Männer sindet ein gleiches Verhältniß statt, und man zieht wollene Beinfleider⸗ und Westen Zeuge den früher getragenen rein baumwollenen Nankings, Can toons, Drells u. s. w. vor. Wird guch, hier die Einfuhr von der Ausfuhr abgezogen, so zeigt sich, daß der Verein in Hinsicht dieser Industrie eben auch dem Auslande nicht tributpflichtig ist, sonders dieses uns 1837 44 1838 34, 1839 27 und 1811 2 so viel abgenommen hat, als die Einfuhr betrug. Die Wollen-Industrie hat daher ebenfalls während dieser vier Jahre das ganze Bedürfniß des Vereins befriedigt und dem Auslande außerdem noch 166,079 Ctr. ihrer Fabrilate zugesandt. Der Verfasser zieht aus diesen Thatsachen den Schluß: „Die Aeußerung der Bittsteller, daß sie die Märkte jener Staaten fast gar nicht und unsere eigenen nur zu einem sehr geringen Theile benutzen könnten, ist daher in der Wahrheit nicht begründet.“
Was die von den Bitzstellern behaupteten zu niedrigen Ansätze der vereinsländischen Zölle betrifft, so weist ihnen der Verfasser auch 5 be⸗ deutende Irrthümer nach. Daß der Zoll auf Seidenwaaren im erhältniß zu deren Preis ein ungleich niedrigerer sei, als z. B. der auf Baumwollen“ waagren, giebt der Verfasser zwar zu, beruft sich aber, zur Rechtfertigun dieses inf hen, auf den anerkannten national-ölfonomischen Grundfatz, da theure und leicht verführbare Waaren bei übermäßigem Zolle jedesmal dem Schleichhandel anheimfallen; daß es daher für die Betheiligten ganz gleich⸗ gültig sei, ob z. B. auf seidene Blonden der Zoll 10 Nihlr. oder 1060 gil. oder 10900 Rthlr. betrage, da auch der höchste Zoll nicht das Einführen dieser Wgare verhindern könne. Uebrigens stelle sich das Minimum der Seidenzölle nicht, wie die Bittsteller sagen, auf 3— 476, sondern auf 11965, das Marimum nicht auf 7 —– 575, sondern auf 19 6. Desgleichen betrage das Minimum bei Wollenwaaren nicht unter 12 96, das Maximum 55 , der. Durchschnitt 28 56, bei VBaumwollenwaaren das Minimum ebenfalls 125 7h, das Maximum 1655, Durchschnitt 6 h, bei aus Wolle und Baumwolle gemischten 123 h, 36 6 und 22 96.
Nachdem Junghanns die fallischen Irrihümer der Bittsteller rücksicht⸗ lich der Höhe der Jölle und der Ein- und Ausfuhr der Manufalten wider= legt hat, geht er zur Prüfung der hauptsächlichsten Gründe über, welche die Bittsteller anführen, um zu beweisen, daß es ihnen unmöglich sei, die Kon⸗ lurrenz mit den Engländern auszuhalten. Gegen den ersteren dieser Gründe, eine durch viele Generationen hindurch gegangene Praxis“, die den Eng⸗ ländern ein Uebergewicht gebe, führt der Verfasser zwei Beispiele ing Feld, denen man eine große lleberzeugungskrast nicht absprechen kann.
Das erste derselben ist eine für uns sehr betrübende Thatsache, nämlich die allmälige Zerstörung unseres ältesten Industriezweiges, der Linnen·Manufastur, durch die Engländer. Die ,, sagi der Verfasser, ist eine ur⸗ alte Industrie Deutschlands und war früher in so hohem Rufe, daß die Eugländer nach Sachsen kamen, um dortige Leinewand zu laufen. Sit be= fand sich Jahrhunderte a in dem ungestörten Besitz ihres guten Nufes, als der Franzose Girard Flachsspinn⸗Maschinen erfand und . in Frank- reich, Deutschland und Polen anbot. Hier und da wurden damit einige
lleine Versuche angestellt, allein bald aufgegeben, weil man durch Mißlsin,