1844 / 48 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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ber das beklagenswerthe System a, die der Präsident vorgenommen, . 1 * , 3 übt 3 aller⸗ e nur ein Recht, das ihm der Buchstabe der Constitution zuge⸗ steht; allein er thut dadurch dem Geiste derselben Gewalt an, wie ein Präsident sein Recht mißbrauchen würde, wenn er systematisch von seinem Veto gegen Alles Gebrauch machen wollte, was vom Kongresse an ihn kommt. Die Unabhãangigkeit der drei Gewalten, unter denen die Regierung der Union getheilt ist, könnte nicht einen Monat lang in ihrer ganzen Strenge durchgeführt werden, ohne daß das ganze Gebäude der Union in Stücke ginge. Diese Unabhängig⸗ feit ist also nur eine relative: jede der drei Gewalten muß die Prä⸗ rogatiwen der beiden anderen respektiren, damit auch die ihrigen ge⸗ wahrt bleiben, und sicherlich ist eine der unentbehrlichsten Präroga— tiven der vollziehenden Gewalt jene, ihre Räthe und die Agenten zu wählen, an deren Spitze sie steht. Wenn man sie zwingt, den Män⸗ nern zu entsagen, welche ihr Vertrauen haben, und dagegen andere anzunehmen, die es nicht haben, so erniedrigt man daduich die Stel⸗ lung des Präsidenten, giebt ihm gewissermaßen die Rolle eines Com— mis und entehrt in ihm das Land, dessen Haupt er ist, so wie die anderen Gewalten, die gewissermaßen die Arme desselben sind.

Schließlich noch einige Worte ü

Eisenbahnen.

Neisse, 9. Febr. Die Neisser Blätter enthalten folgende Bekanntmachung des Magistrats: „Wir bringen den Bewohnern hie⸗ siger Stadt zur Kenntniß, daß wir Behufs der Actien-Zeichnung für die Frankenstein⸗Neisse⸗ Troppauer Eisenbahn ein Verzeichniß in dem hiesigen Polizei⸗Amt niedergelegt haben und sonach alle diejenigen auffordern, welche noch nicht für diese Bahn Actien gezeichnet haben, jedoch dieses zu thun noch Willens sind, alsbald sich während der Amtsstunden zur beliebigen Actien⸗Zeichnung im Polizei-Amte einzu= finden. Ein jeder Zeichner muß pCt. der Zeichnungs⸗-Summe ein— zahlen, und sollte diese Bahn durch unvorhergesehene Umstände nicht zu Stande kommen, so werden die entstandenen Kosten aus dem ein gezahlten halben pCt. bestritten und der lUeberschuß zurückgezahlt werden.“

Handels- und Börsen nachrichten.

* Stettin, 12. Febr. Der Schiffs- und Handelsverlehr Steltins mit den nordamerifanischen Freistaaten hat sich im verflossenen Jahre be deutend gehoben. Was den ersteren betrifft, so sind im Jahre 1843 allein 20 Schiffe von jenen Staaten im Hafen von Swinemünde eingegangen, während 1839 nur fünf, 1810 acht, 1811 funfzehn und 1812 sechs anka⸗

298 und 4466 Stücken Blauholz. Auch die Ausfuhr nach den nordamerika— nischen Staaten hat sich etwas gehoben und bestand hauptsachlich in 39000 Stück Mauersteinen, 4 Ctr. 55 Pfd. Kaffee, 2 Cir. 68 Psd. raffinirtem 86 1 Etr. 53 Psd. Wein in 4 Gebinden und außerdem in 111 Pas⸗ agieren.

Stettin, 14. Febr. (B. N. d. O) Roggen unverändert, auf Lieftrung im Frühjahr 33. Rihlr. gefordert, 337 Rihir. zu machen. Heutiger Landmarkt: Weizen. Roggen. Gerste. Hafer. Eibsen. 16 12 1 3 2 Wspl.

16 3 18 32 7 34 Fuhlr.

Zufuhren . 7 al. Stroh pr. Schock in

Preise . 50 à 53 34 à 36 25 à

Heu pr. Ctr. 1275 a2 17 Sgr. nach O Rationsbunden 53 a2 6 Rthlr.

Kartoffeln 114 Sgr.

Rüböl bleibt im Weichen, in loco 105 10 Rihlr., pr. März / April 1163 * Rthlr. Auf Lieferung im Sept. / Ott. sind zu 107 Rthlr. Käufer, aber keine Abgeber.

Tabackmarkt. Erhebliche Veränderungen an demselben sind auch in den lezten 7 Tagen nicht vorgefallen. Ordinaire Waare wird fortwährend mit 37 * 33 Rthlr. bezahlt. Auf dem Lande sollen mehrere Partieen zu noch nicht bekannt gewordenen Preisen fortgegeben sein, hingegen manches an⸗ dere Pöstchen noch lagern, indem sich Verkäuser noch nichi entschließen lön⸗ nen, die Gebote, die ihnen gemacht sind, anzunehmen.

Magdeburg, 13. Febr. Höchster und niedrigster Getraide⸗Marktpreis pro Wispel: Weizen: 47 10 Rthlr. Gerste: 28 28 Rthlr. Noggen: 36 34 * Hafer: 185 17 *

London, 9. Febr. (B. H.) Von englischem Weizen hatten wir während der Woche nur geringe Jufuhren, und die wenigen am Markt besindlichen Proben brachten die höchsten Preise, welche am Montage be⸗ willigt wurden. Für fremde verzollte Waare sorderlt man etwas mehr, es hat aber fast gar kein Umsatz darin stattgefunden. Es giebt noch Käufer für Weizen hier in Bond, schwimmend und auf Lieferung zu 39 140 Sh. für poln. Odessa⸗, 38 a 39 Sh. für Marionopoli⸗ und zu 324 34 Sh. für Donau-, pr. Or. f. a. B. incl. Fracht und Versicherung und zu 34 a 37 Sh. für wismarschen und rostocker, zu 36 2 40 Sh. für königsberger und zu 37 a 42 Sh. für danziger, pr. Or. f. a. B. im Früh⸗ linge; danziger in loco 4 a 48 Sh. pr. Or, in Bond. Wir bemerken keine Veränderung im Werthe von Gerste, Erbsen und Bohnen. Mit Hafer ist es sehr flau und eher etwas billiger.

Durchschnittspreise der letzten 6 Wochen.

Weizen. Gerste. Haser. Noggen. Bohnen. Erbsen. Sh. Pee. Sh. Pee. Sh. Pee. Eh. Pee. Sh. Pce. Sh. Pee. 8 3 . 6

29 5 30 7 ö 29 30 3 29 6 30 10

29 30 8

2 u

Endigend am De 19 . 18 9 18 9 19

9 8 2 *

6

a M0

Auf fremd. Mehl 6 Sh. 6 Pce. Mehl aus den Kolonieen 1 Sh. S3 Pee. pro Ct.

Londoner Durchschnitts— Weizen. 5278 Qt. 53 Sh. 5 Pee. Gerste.. 7214 . 31 6 Bohnen . . 1396 4 28 6 Hafer . 23903 20 * 8 n Erbsen .

Getraide Ein- und Ausfuhr in voriger Woche. . Weizen. Gerste. Malz. Hafer. Neg⸗ Boh Erb Wil Lein Napp⸗ Einfuhr, gen. nen. sen. ken. saam. saam. engl. .. 5859 5187 9445 4829 1191 1iit. 7 14 schott... 2920 VJ * trlünd. . 18591 10 ausländ. 1181 70 K bb0 220 Ausfuhr 521 827 50

2 Ansterdam, 10. Febr. Im Laufe dieser Woche wurden durch die Generalstaaten zwei Gesetz⸗ Entwürfe zur Regulirung früherer Defizits bei dem Staatshaushalte genehmigt und durch die Negierung eine verän— derte Redaction eines Anleihe und Besteuerungs - Gesetz⸗ Entwurfes den Kammern zur Berathung vorgelegt, welche Ereignisse einen wichtigen Eindruck auf die Course einiger holländischen Staatspapiere gemacht haben, vor⸗ nehmlich auf solche, welche bei einer eventuellen Anleihe zu höheren Coursen, als sie an der Börse zu haben waren, in Zahlung angenommen werden sollen. Da zugleich auch eine merkliche Preis-Verbesserung in den Actien der Handels-Maatschappo, vermuthlich, weil diese Gesellschaft einige starke Partieen von dem bei der letzten Auction einbehaltenen Kaffee zu den sestgesetzten Preisen realisirte, vorsiel, die Eisenbahn-Actien ihre steigende Nichtung fortsetzten und mehrere fremde Staatspapiere bedeutend emporkta— men, hatte der hiesige Fondsmarkt bis gestern eine sehr angenehme Haltung und waren die Geschäfte von großem Ümfang; dann aber veranlaßte der oben erwähnte, den Erwartungen der Spekulanten nicht entsprechende ver— änderte Gesetz Entwurf, so wie aus Spanien erhaltene Berichte über neue Unruhen daselbst, eine Reaction, welche vornehmlich die so plötzlich empor— gekommenen Fonds wieder zum Fallen brachte. Integrale stiegen von 55, bis 55 ? und gingen gestern auf 551 96 zurück; Fproc. ostindische erreichten 99, und wurden zuletzt auf den vorigen Cours von 9 „6 herunterge⸗ drängt; alte Syndikat⸗Obligationen stiegen von 91. auf 96516. 96, und wa— ren gestern wieder zu 95 6 zu haben. Die Achen der Handels ⸗Gesell schaft verbesserten sich von 1403 bis 142 9, doch wurden am Ende wieder zu 1414 565 abgelassen. Die rheinischen Eisenbahn-AUctien stellten sich von 96 auf 973 6, wurden aber gestern zu 6 6 vergeben; rotterdam— haarlemer Aetien standen am höchsten auf Foz ob, zuletzt auf 747 93. In österreichischen und russischen Fonds war wenig ümisatz und, Preiswechsel. Dagegen beschäftigten sich die Spekulanten eifrig mit spanischen Schulb— Dokumenten, vornehmlich Coupons von Ardoin-Obligationen, die so lebhaft in Frage kamen, daß deren Preis sich von 24 bis 29 emporschwang; auf die besagten gestern von Paris erhaltenen Nachrichten ging selbiger indeß um 295 zurück; Ardoin-Obligationen holten bis 2255 5h und sielen dann wieder 19h. Pontugiesische Obligationen wurden durch diese Bewegung mitgeschleppt, indem der bis 49 . 97h emporgekommene Eours auf 18 5 zurückging. Im Geldzins Cours ist keine Veränderung eingetreten.

reise vom 6. Februar. oggen .. 35 Or. 33 Sh. 4Pce

men. Unter den vorjährigen Schiffen befanden sich sechs preußische, wäh⸗ lend unter der Gesammtzähl aus den Jahren 1839 1842 nur zusammen Die eingeführten Waaren bestanden hauptsächlich in 302 Fässern Oel, 1957! Tonnen Reis, 111 Ballen Baumwolle, 65 Punsch. Rum, 3880 Fässern Harz, 339 Mulben Blei, 4671 Fässern Süd- seeihran, 2535 Stücken Gelbholz, 962 Fässern Pottasche und circa 8i9 Tons

sieben befindlich waren.

Bekanntmachungen.

Subhast ation s-Patent. Nothwendiger Verkauf.

Von dem Königlichen Land⸗ und Stadtgericht zu Stettin soll das 7 Meile von Stettin auf dem alten Tornei belegene, aus folgenden, zusammen ein Ganzes bildenden Grundstücken, als .

1) dem Ackerwerk Nr. I von 4 Hufen und zwei Käm⸗ pen nebst Wiesen, 2) dem Ackerwerk Nr. 21 von 4 Hufen nebst Zube⸗ behör und zwei bei Bollinken belegenen Wiesen, 3) dem sogenannten pommerensdorfer Kamp Nr. 1296, 1) dem Ackerwerk St. George oder St. Jürgen Nr. 9 und 10 nebst Zubehör, 5) dem Ackerwerk Nr. 30 von Hufe, bestehende, dem Kaufmann Johann Friedrich Wilhelm Müller zugehörige Ackerwert, abgeschätzt auf 10,631 Thlr. 19 Sgr. 6 Pf. zufolge der nebst Höpothekenschein und Bedingungen in der Registratur einzusehenden Taxe, am 19. Juni, Vormittags 11 uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle hierselbst subhastirt werden. Zugleich werden alle unbekannte Real-Prätendenten aufgeboten, sich, bei Vermeidung der Präflusion, späte⸗ stens in diesem Termine zu melden.

182 Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 1. Februar 181.

Das in der Karlsstraße Nr. 38 belegene Pfaffen

bergsche Grundstück, gerichtlich abgeschätzt zu 31821 Thlr.

27 Sgr. 6 Pf., soll

am 20. September 1814, Vormitt. 11 Uhr,

an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Tare und Hy—

pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.

1351 . 2 23 6. * 4

Neisse-Brieger Eisenbahn. 23 Die Herren Actionaire 33 ö der Neisse⸗Brieger Eisen⸗ x bahn⸗Gesellschaft werden mit Bezugnahme auf die r Verhandlungen der Ge⸗ g neral-Versammlung vom

Pöten é. und auf §. 10.

8 der Statuten hiermit auf⸗ . gefordert,

Zwanzig Prozent

ihrer gezeichnelen Actien-⸗keträge vom 15. bis 25. März , (die Sonntage ausgenoͤmmen), von Morgens ä Uhr bis Mittags 1 Uhr, gegen Quittung des Haupt Rendanten der Ober-Schlesischen Eisenbahn, Herrn Simon auf dem hiesigen Bahnhofe ber Ober⸗Schie= 3. len n e el schaht unter Rückgabe der von

ite c ö i . omité ausgefertigten Zusicherungsscheine, söongire, welche ihre Einzahlung bis zum letzten n lunge agi nicht leisten, n ö 8. ihn der Sta⸗ la . . Anrechts aus der Zeichnung für ver⸗ 1 er unter Hinzu ichung der verwirkten

onventional St 6 ; zei ching in n , ei lian für jede Actie ) erren Actionaire, welche bei ö C5. . itgliedern in Reisse . n * en, wellen dieselben sich von Len Empfänger zuriick zahlen lassen. Breslau, den 6. Febr an 1814 J. Direktorium. der Neisfe⸗ Brieger Eijenbahn / Gesellschaf.

e . e 8 2 e. & 8 SS S&S & è

18 11

Gesammt⸗Durchschn. Pr. 51 7 Zoll auf fremdes Getraide bis 14. Fehr. 2 Auf Getraide aus den Kolonieen

29 8 30 10

8

18

82

11 10 6

Die Getraidepreise erhalten sich fest, doch bleibt der Umsatz beschränlt; gestern ist eine Partie 1325f8. jähriger bunter polnischer Weizen zu 318 Fl., 128ps8. alter weißbunter dito zu 310 Fl., abgenommen und 116pfd. preußi— scher Roggen mit 168 Fl. bezahlt. Gerste und Hafer blieb ohne Handel.

26 Rüböl war flau, auf 6 Wochen 35 Fl. pr. Hectolitie.

1391 Berlin-Frankfurter Eisenbahn.

Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß vom 25. Ottober bis 25. Dezember v. J. folgende Gegenstände, als: 8 Stöcke, 1 Tabacksblase, 9 Tücher, 1 Tuchmützen. 2 Pferdehalftern, 2 Shawls, 1 Zigar⸗ rentasche, 3 Schecren, 1 Pompadour, 3 Tabackspfeifen, 2 Hiüite, 1 Sitzkissen, L Paar Gummischuh, 2 Paar Pariser, 1 Bündelchen Tuch, 1 Beutel, 1 Tasche, 1 Ta—= backsbeutel. 1 Haarbürste, 1 Hutschachtel, 1 Kober, Paar Unterzieh-Beinkleider, 1 Nachtjacke, 14 Schnupftabacks— dose und 1 Handschuh, von unseren Beamten gefunden und abgeliefert worden sind. Wir fordein hierdurch die Eigenthümer derselben auf, sich binnen 4 Wochen als solche zu legitimiren und die Gegenstände in Em— pfang zu nehmen, widrigenfalls dieselben nach Inhalt unseres Reglements entweder an das Königliche Stadt= gericht abgeliefert oder zum Besten unserer Unterstützungs⸗ Kasse verkauft werden.

Berlin, den 10. Februar 1844.

Die Direction der Berlin- Frankfurter Eisenbahn⸗ Gesellschaft. 178

Die Herren Actionaire der Cosel⸗Oderberger Eisen—⸗ bahn-Gesellschaft werden mit Bezug auf das an sie er⸗ gangene, die Gegenstände der Berathung speziell enthal— tende Convocations-Schreiben aufgefordert, zu der am 20. Februar e, Vormittags 10 Uhr, im Sitzung s saale des Rathhauses zu Nalibor anberaumten General— Versammlung persönlich oder durch einen schriftlich be⸗ vollmächtigten Actionair zu erscheinen, und nochmals aufmerksam gemacht, daß Ausbleibende und nicht' Ver= tretene als ausscheidend betrachtet werden müssen.

Ratibor, den 1j. Februar 1814.

Das Comits der Cosel Oderberger Eisenbahn⸗Gesellschaft. Felix Fürst von Lichnow sky, als Präsident. Graf zu Lim burg-Stirum, als Vice-Präsdent. Victor Herzog von Ratibor. Bennecke. Wichurag. r. Kuh. Dörring. Cecola. Reinhold.

Speil. Schwarz.

Wit von Stöckel II.

1381

Lu der am 2. März e,, Vormittags 10 Uhr, im] ůiesigen Gesellschasishause stattsindenden ge- wöhnliclien General-Versammluns laden wir qie geehrten Mitglieder der Ilagel- und Mopiliar- Brand- Versicherungs -Vereine zum yalilréeichen Besuch ergebenst ein.

Schwedt, den 10. Februar 1814.

Die Ilaupt-Direction der Hagelschaden u. Mo— hiliar-· Brand- Versicherungs-Gesellschast.

Meyer. Zierold. GC. l ü decke. Biel(ke.

Literarische Anzeigen. Bei Fr. Kist ner in Leipzig ist so eben erschienen und in der X. Trautweinschen Buch u. Mu⸗

silalienhandlug (J. Guttentag), Breitestr. 8,

u haben: in Ueber den

Bau der Geige

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; Die Ausgabe geschieht in 3 Lieferungen, wovon die erste mit Band 14— 3. in allen Buchhandlungen zu ha— ben ist: die zweite, Band 4 6. enthaltend, folgt im Monat Februar, die dritte im Laufe des Monat Mätz, so daß das Ganze jedenfalls vor Ostern in den Hän— den der Subskribenten sein wird.

Der Subscriptionspreis für alle 10 Bände ist 3 Thlr.

Vorausbezahlung wird nicht verlangt.

Der Inhalt der einzelnen Bände ist fol— gender: J. Die Jäger. Neue versöhnt. II. Die Reise nach der Stadt. Der Herbsttag. III. Der Mann von Wort. Dienstpflicht. JV. Scheinverdienst. Der Spie⸗ ler. Der Komet. V. Verbrechen aus Ehrsucht. Leich= ter Sinn. Die Hagestolzen. VI. Die Aussteuer. Das Erbtheil des Vaters. VII. Die Höhen. Frauenstand. VIII. Die Advokaten. Erinnerung. Albert von Thurn— eisen. 1X. Bewußisein. Der Vormund. Vaterfreuden. X. Elise von Valberg. Hausfrieden. Die Mündel.

Iffland's Verdienste als Schauspieler und Theater— Schriftsteller sind noch in zu frischem Andenken, als daß es einer weitläusigen Empfehlung dieser neuen Aus— gabe seiner besten Werke bedürfte.

Viele seiner Schauspiele haben auf dem Repertoire aller deutschen Bühnen eine bleibende Stelle eingenom— men; und mit vollem Rechte, denn unsere neueste dra— matische Literatur ist nicht so reich, daß sie im Stande wäre, die Werke jenes großen Menschen- und Bühnen⸗ kenners in Vergessenheik zu bringen; auch in unserer Literatur werden sie den ehrenvollsten Rang und einen keineswegs blos geschichtlichen Werth behalten, obgleich schon dieser hinrelchte, um eine neue Ausgabe in sorg⸗ fältiger Auswahl vollkommen zu rechtfertigen.

Wie die Bühne Iffland's nicht entbehren kann so müssen auch dem Gebildeten, der sich gern mit dem Bes⸗ seren unserer Literatr nmgiebt, die Werke eines Schrift⸗ stellers willtommen sein, die für eine bedeutende Epoche unseres Theaters uud der deutschen Kultur so bezeich— nend sind. . . ;

Bel dem so außerordentlich billigen Preise hoffen wir auf recht zahlreiche Theilnahme.

Leipzig, im Februar 1844.

9H. J. Göschensche Verlagshandlung.

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ie * 2 9 Geheimnisse von London von Sir Francis Trollop. liebersetz von Dr. Lu dw. Eichler. Erste u. zweite Lief. Die Gentlemen der Nacht. Leipzig bei Friedrich Fleischer. Preis jeder Lieferung 3 Thlr.

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M 48.

nhalt.

Amtlicher Theil.

Inland. Minden. Verleihung eines Wappens an die Stadt Gütersloh. Toblenz. Festmahl zu Ehren der Landgerichts-Präsidenten Wurzer und Olfers. Danzig. Stadthaushalt.

Deutsche Bundesstagten. Hannover. Von der Niederweser. Lage der braunschweigschen und hannoverschen Enklaven. Baden. sKarlsruhe. Bericht über den Antrag auf Einführung von Ehren— gerichten in der ersten Kammer. Braunschweig. Braunschweig. Der Durchgangszoll auf der ammensener Straße. Freie Städte. Hamburg. Schifffahrt auf der Elbe.

Frankreich. Pair s- s amm er. Fuhrwerks-Polizei und Pferdezucht. Deputirten⸗- Kamm er. Jagd-Polizei. Paris. Zusammenstellung der Budget⸗Kommission. Spanische Angelegenheiten. Schreiben aus Paris. (Das neue Jagdgesetz; dipioniatische Beziehungen zwi— schen Spanien und Neapel.)

Großbritanien und Irland. London. Rede des General-Fiskals in der dubliner Queens Bench. Ergänzungs-Vertrag mit China. Antwort der Regierung auf eine Bittschrift der Stadt Glasgow gegen Erhöhung des deutschen Zoll-Vereins-Tarifs. Schreiben aus Lon— don. (James Morrison und Eldred Pottinger 4; die Zustände in La— hore; baldiger Eintritt Lord Morpeth's ins Sberhaus; Verlegenheit über Lord Palmerston's Motion, betreffend die Durchsuchungs⸗Verträge.)

Niederlande. Schreiben aus dem Haag. (Finanz-Gesetze ünd Re⸗ vidirung des Fundamental-Gesetzes; hamburger Danlschreben.)

Spanien. Paris. Telegraphische Nachrichten aus Spanien: Insur— rection in Cartagena; Murcia bleibt der Negierung tren. Briefe aus Madrid. (Cartageng folgt dem Beispiel von Alicante; Aufklärungen über den Aufstand in Alicante; Expedition nach Fernando Po und An— nobon; Diplomatisches.) und Paris. (Besorgnisse vor neuen Stür⸗ men.)

Handels- und Börsen-⸗Nachrichten. Berlin. Börsen- und Marht— bericht.

Königl. Schauspielhaus. („Mutter und Sohn“; „die Verwaisten“; „die Geschwister) Königestadtisches Theater. (Sgr. Moriani.) Eröff— nung von Kroll's Wintergarten. Zur Literatur der Kulturgeschichte. Schreiben aus Dresden. (Theatralisches.)

Beilage.

Amtlicher Theil.

Se. Masestät der König haben Allergnädigst geruht:

Dem bei dem Staats⸗Ministerium angestellten Geheimen erpe— direnden Secretair und Kalkulator, Hofrath Neubauer, den Charakter als Geheimer Rechnungs-Rath beizulegen; und

Den Kaufmann Fr. Morello in Licata zum Vice-Konsul da⸗

selbst zu ernennen.

Ulichtamtlicher Theil.

Inland.

Berlin, 16. Febr. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht, die Annghm dem Major Mohr enberg, Platzmajor hier⸗ selbst, des Königl. niederländischen Löven-Ordens; so wie dem Hof⸗

Berlin

290,362 Rthlr., die Ausgabe aber 296,203 Rthlr. betrug. Zu dem Armenwesen trug die Stadt 36,022 Rthlr bei (die Privat⸗Stiftun⸗

Schulen erforderte 19,452 Rthlr.

Inmitten unserer Marschen liegt das braunschweigische Amt Theding⸗ Hausen, welches ringsum von den hannoverschen Aemtern Syke, Bruch⸗

.

hausen, Hoya, Westen⸗Thedinghausen, Verden, Achim und dem Gebiete

Sonnabend den 17een

Buchhändler Alexander Duncker hierselbst, des Ritterkreuzes vom Königl. sächsischen Civil-Verdienst-Orden, zu gestatten.

Minden, im Febr. (Amtsbl.) Des Königs Majestät haben der Stadt Gütersloh, Kreises Wiedenbrück, auf ihren Antrag ein Wappen nach folgender Beschreibung zu verleihen geruht: ein deut⸗ scher Wappenschild mit einer die preußischen Nationalfarben anden⸗ tenden silbern und schwarz achtmal wechselnden schmalen Einfassung, belegt mit einem grünen Felde, über welches schräg rechts drei sil= berne Ströme fließen. Auf dem mittelsten dieser Ströme liegt ein rothes Rad mit 6 Speichen.

Koblenz, 12. Febr. (Rh. u. M. 3.) Gestern veranstalteten Honoratioren der Stadt zu Ehren des Herrn Landgerichts Präsiden⸗= ten Wurzer und seines kürzlich eingetretenen Nachfolgers Herrn von Olfers, ein zahlreich besuchtes Festmahl, welchem auch die übrigen höchsten Autoritäten beiwohnten. In frohem Einklange der Gesin— nungen erfreuten sich die Anwesenden ber mannigfachen Anregungen durch der Gefeierten und anderer Anwesenden gemüth⸗— und geistvolle Reden, denen der patriotische Toast für unseren König, dann der für die Gefeierten voranging, worauf sie Koblenz hoch leben ließen.

Danzig, 13. Febr. (Danz. Dpfb.) Vor kurzem hat un⸗ sere Stadt- Behörde eine Uebersicht des gesammten Stadthaushalts von Danzig im Jahre 1842 bekannt gemacht, wonach die Einnahme

gen zahlen jährlich 40, 000 Rthlr.) und die Unterhaltung der 36

Ausland.

Deutsche Bundesstaaten. Von der Niederweser, 9. Febr.

Hannover. (K. 3.)

Bremens umschlossen ist. Bis zum neuen Jahre war dieses Stück Braunschweig mit Hannover im Zoll- Verein; nach der geschehenen Trennung wurde nicht der Zoll⸗Vereins-Tarif dort eingeführt, sondern

Februar

ein noch niedrigerer Zoll, als der hannoversche. Dadurch mußte der Schmuggelhandel ins Hannoversche sehr begünstigt werden.

Um sich dagegen zu sichern, hat nun Hannover sich gänzlich gegen Thel hh f abgeschlossen; Alles, was von dort kommt, wird als Contrebande behandelt. Thedinghausen hatte bisher einen kleinen Großhandel. Durch seine Lage an der Weser begünstigt, bezog es direkt, und eine große Menge kleiner hannoverscher Kaufleute in den Flecken Vilsen, Bruchhausen, Hoya, Bücken, die reichen hannoverschen Marschdörfer Morsum, Jeschede, Blendern, Oiste, Döhlberger, Mart⸗ feld zc. bezogen ihre Waaren nicht direkt von Bremen, sondern von Thedinghausen. Schifffahrt und Handel dieses Orts blüheten, sogar Fabriken wurden angelegt. Das ist nun mit einemmale abgeschnitten; große Waaren⸗-Vorräthe liegen aufgehäuft ohne Hoffnung auf Absatz, die Gränzen sind von hannoverschen Zollbedienten, Gränz-⸗Jägern und

Land⸗Gendarmen bewacht, eine große Menge Steuer-Prozesse sind

1844.

Regen diejenigen hannoverschen Unterthanen, welche dennoch Käufe in Thedinghausen zu machen wagten, anhängig. Auf ähnliche Weise, nur daß hier die Rollen wechseln, geht es an der Oberweser dem hannoverschen Amte Bodenwerder, das ringsum vom braunschweigi⸗ schen Gebiete umschlossen ist. .

Baden. Karlsruhe, 10. Febr. (Bad. Bl. Der Kom⸗ missions-Bericht über die Motion des Frhrn. von Andlaw auf Ein⸗ führung von Ehrengerichten, um den verderblichen Wirkungen des Zweikampfes zu begegnen, welcher vom Geheimrath Vogel der ersten Nammer erstattet worden, sagt, daß der Inhalt der Motion zu den Betrachtungen über Ehre und Ehrgefühl, dann über den Zweikampf uud, die Mittel dagegen, endlich über Ehrengerichte geführt habe, und schließt dann: „Wenn wir hiernach die 1. von Ehrengerich⸗ ten der angegebenen Art oder die Zuweisung der besprochenen FJunc⸗ tionen an Ehrengerichte nicht zweckmäßig sinden, so werden wir in unserer Ansicht noch mehr bestärkt durch die Möglichkeit von Mißstän⸗ den und Verwickelungen, welche entstehen könnten: a) wenn die bei⸗ den, in einen Ehrenstreit gerathenen Personen verschiedenen Ständen Militair- und Civilstand), b) oder wenn sie zwar Einem Stand, aber verschiebenen Wohnorten ober Corps ober Garnifonen angehören, e wenn zwei Ehrengerichte verschiedener Ansicht wären, d) wenn die Mitglieder Eines Ehrengerichts verschiebene Ansichten hätten. Es ist zu be= zweifeln, ob der Nutzen, den Ehrengerichte haben könnten, so groß wäre, als, abgesehen von allem Uebrigen, der Nachtheil sein wurde, welcher aus einer Verwickelung bedeutender Art in einem der ange⸗ deuteten Fällt entsteben könnte. Den Schlußsatz in einer Abhandlung

über Duelle und Ehrengerichte in der Allg. Militair-Zeitung vem Jahre 183, wollen wir auch zu unserem Schlußsatze machen:

Wir sind daher der Ueberzeugung, daß die Ehrengerichte mehr

Scaben ale Nuten sriften, und baß bem Duellwesen nur durch eine

weise und kräftig Gesetzgebung und fonsequente Anwendung dersel⸗ ben begegnet werten kann,“ hiernach kann, so sehr wir die Absicht

der Motion und die Hesinnung, aus welcher sie hervorgegangen ist, zu ehren wissen, unser Antrag nur dahin gehen: „daß dem Motions⸗ Antrage nicht beigestimmt werden möge.“

Braunschweig. Braunschweig, 11. Febr. (H. C) Einige in den letzten Nummern des Hamburger Correspondenten ent⸗ haltene Schreiben aus Hannover stellen das Verfahren der braun⸗ schweigischen Zoll⸗-Aemter auf der ammenser Straße in einem Lichte dar, als ob daselbst durchaus willkürlich und lediglich in der Absicht, gegen Hannover Schikane zu üben, verfahren werde. Diese Darstel⸗ lungsweise ist ganz unrichtig, da, von beiden Zollstellen bisher auch nicht ein einziger Schritt über die Vorschriften des im Zoll- Vereine geltenden Begleitschein⸗Regulativs hinaus geschehen, im Anfange so⸗ gar einseitig von demselben abgegangen ist, indem man, um Stockun gen des Verkehrs vorzubeugen, die vorgeschriebene Lollo Verwiegung eine Zeit lang unterließ, späterhin aber doch zu derselben schreiten mußte, weil von den Behörden anderer Vereinsstaaten Erinnerungen einliefen. Eben so wenig kann man unserer Regierung mit Grund vorwerfen, daß sie durch mangelhafte Ausstattung der beiden Zoll⸗ Aemter Stockungen des Verkehrs herbeigeführt habe, da dieselben mit dersenigen Beamtenzahl besetzt sind, die im Zoll⸗Vereine für Neben⸗ Zoll-Aemter erster Klasse allgemein zugethan wird, und da man diesseits auf die erste Nachricht von der Anhäufung des Frachtfuhrwerkes nicht nur die nöthige Aushülfe unverweilt von hier abgesandt, sondern auch

Königliches Schauspielhaus.

Mutter und Sohn. Die Verwaisten. Die Geschwister.

Die Formen und Kunstbedingungen des Nomans laufen mit denen des Drama's so wenig in Einer Richtung, daß, wenn aus einer Erzählung ein Schauspiel geschaffen werden soll, von Grund auf neugebaut werden muß. Shakspegre hat uns an unsterblichen Mustern bewiesen, wie der wahre Dich⸗ ter zu Werke gehen soll, wenn er Novellen eine dramatische Gestaltung ge— ben will. Gegenwärtig macht man es sich in dieser Beziehung mehr als bequem, und ftatt eine Erzählung, künstlerisch so umzuschaffen, daß man, den Zuschaner in die Milte der Binge versetzend, das Erzähste unter seinen Augen zu einer Handlung werden läßt, die in sich eine geistige Einheit und wie der Kopf des Janus einen Vor- und Rückblick hat, begnügt man sich damit, den Roman selbst scenisch zu arrangiren und aus den stichhaltigsten Lappen desselben einen bunten Thengterrock zusammenzunahen. Dicjenige Schriststellerin, welche dieses Geschäft en Eros treibt, ist Mad, Birch⸗ Pfeiffer, welche seit der Zeit, wo ihr diese dramatische Flickarbeit durch das „Pfefferrösel“ mit einer Novelle von Geor 9, Döring gelungen, die meisten Romane, welche irgend Aufschen erregen, in ähnlicher Weise für die Bühne „zurechtmacht?“. Jetzt ist „Thomas Thyrnau“ von ihr vorgenom— men worden und wird nächstens uf dem hamburger Stadttheater gegeben. Ebendaselbst ließ sie vor kurzem ihr Schauspsel „Mutter und Sohn“ darstellen und führte es dann als Gastspielerin auch in Berlin ein. Das Stück ist bis jetzt hier öfter gegeben worden, doch mit nichts weniger als ungetheiltem Beifall. Gearbeitet ist es belauntlich nach dem Roman „Die Nachbarn“ von Friederike Bremer,. Wie wir Deutschen nun einmal gewohnt sind, ausländische Leistungen, höher anzuschlagen als unsere heimi⸗ schen, so werden auch die Arbeiten dieser standinavischen Novellen⸗-Dichterin überschätzt, die doch in ihren weichlichen und einseitigen Schilderungen aus dem Familienleben wahrlich nichts Besseres bietet, als wir in den verwand⸗ ten Romanen des Hallenser Augu st Lafontaine längst besitzen; nur mit dem Unterschied, daß Letzterer das menschliche Herz weit besser kannte, als die Bremer. Wenigstens haben wir uns nie überzeugen lönnen, daß die Ausstellung der, Generalin von Mansfeld, wie diese von ihr und nach ihr durch Mad. Birch-Pfeiffer gezeichnet ist, pspochologische Studien voraussetze. So spricht, so handest keine wahre Mutter, lein weiblicher Charakter! Und als solcher soll jene Frau uns doch vor Augen treten, nicht aber als ein dem Erbarnten, dem Mitleid, der Verzeihung, ja nur der Schonung unzu⸗ gänglicher Drache, was sie in dem Stücke . Es ist nicht möglich, daß eine Mutter ihren Sohn, der eine Miffethat, aber unter mildernden“ Um' ständen, begangen hat, öffenklich brandmarit und daun noch verlangt, er= solle wie ein Hünd vor den Menschen iwedeln, welche Zeugen seiner Schande geworden. Es ist nicht möglich, daß eine Mutter i ren Sohn so leichtsin⸗ nig verflucht und den uach funszehn Jahren Wiederkehrenden nicht wieder⸗ erkennt, während alle Welt ihn hinter seinem struppig gewordenen Gesichte entdeckt. Die beiden Schriftstellerinnen mögen, um rein Menschliches ken⸗ nen zu lernen, die Parabel vom verlorenen Sohne studiren, und wenn ihnen diese zu antik sein möchte, nur die von Proch so herrlich komponirte Bal-⸗

kade Jeb. Rep. Voges „Das Crennen/

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d, im Embryo zeigt. Obwohl der Charalter Chri=

stoph's (so heißt dieser Knabe), der seiner Schwester Renata auf der weg ten Neise von Ostindien bis in die Nähe von Paris als ein Schutzengel zur Seite steht, in diesem seinem Verhältniß zu der weiblichen ö deren moralische Gefahren ihm nicht durch Empirie, sondern nur die an⸗ geborene innere Sittlichfeit bekannt sind, nicht gerade ein neuer ist, da uns ähnliche Verhältnisse zwischen Savovarden-Kindern schon mehrfach geschil= dert worden, so sind die Situationen, in welche die beiden interessanten In= separables gerathen, doch so eigenthümlicher Art, die Begebenheiten so ge⸗ schickt verflochten, daß die Theilnahme am Schicksal der armen Kinder von

ihrem Auftreten bis zum Schluß rege gehalten wird. Der Inhalt ist in

wenigen Worten folgender: Eine Dame, Namens Duval, hat von ihrem

Sohne die Hand abgezogen, weil er sich gegen ihren Willen verheirathet; die Vermählten sind deshalb nach Indien gezogen, und dort ist der Mann

estorben; die Frau, ihre Kinder in Noth und Elend erziehend, erkrankt und folgt

ihm nach: sterbend übergiebt sie ihren beiden Kindern (unseren Verwaisten) einen Brief an Madame Duval zu Paris und beaustragt sie, denselben persönlich nach Frankreich zu bringen, dann werde ihr Die Kinder begeben sich auf die weite Reise; in der Bretagne angekommen, verliebt sich ein Maler in Renaten; der Bruder sieht hinter dieser Liebe Verführungs-Absichten und flieht mit der Schwester vor diesem jungen Manne davon. Mad, Duval ist unterdessen sehr reich und durch eine zweite Verheirathung Baronin von Tourjagu geworden.

bos sich ändern.

gew Der Zufall will, daß Christoph ihr das Leben rettet und mit seiner Schwester auf ihr Schloß

kommt, wo es sich denn, nach verschiedenen spannenden Intermezzos, her⸗

ausstellt, daß die Baronin die Großmutter der Waisenkinder und der ver=

meintliche Maler ihr Neffe ist. Die Irrfahrer haben nun natürlich

ihr Ithaka gefunden, und daß für die kleine Penelope aus dem

Maler ein Ddosseus wird, versteht sich von selbst. Wie einfach

dieser Gang der Handlung im Ganzen auch ist, so zeigt er sich im Ein‘ zelnen doch reich verzweigt, und ein Kammerdiener, der im Katechismus

Vidoch's keine Frage unbeantwortet lassen wird, verwickelt ihn auf eine

Weise, daß nirgend Stillstand noch Einerlei merkbar wird. Wir dürfen

daher zum Besuch dieses Stücks um so mehr ermuntern, als, unserer un⸗

maßgeblichen Meinung nach, 33 die beste Rolle des Fräu⸗ lein Charlotte von Hagn ist, eine Leistung, des vollen Lobes würdig. Die Aufgabe, ein Kind darzustellen, das sich Alles äußerlich merkt und dann innerlich verarbeitet, um sich selber ein Gesetz für die daran zu knüpfent . Handlung zu schaffen, ist in ihrer Hand meisterhast gelöst, und die , feiert hier einen schönen Triumph, wenn sie uns in diesem Bilde die * hung eines entschiedenen Willens zur thatkrästigen Männlichkeit progresss vor Augen führt. Wir wollen dem Fräulein Ch. von Hagn hundert Mimilis und Consorores für diese Eine Rolle schenken, in der sie uns eines der . liebenswürdigsten Lebensbilder im Goldr nnn, ,, dahren

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auer so lieb gewinnen en, da ihm leine scht liche Windbenteleis beinesfss Abd el aden g! ve einen malerischen Gegenfatz zu seiner taubenfe

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