1844 / 49 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

ihrli in würde, jetzt das Jundamental· Gesetz zu revidiren. * g r , il e, Din mee bedürfen allerdings einer gänzli- chen Umformung, allein die Vernünftigen werden dem Minister bei- ichten, denn in Zeiten, die in mehr als einer Beziehung schwierig sind, sindet man niemals die Gemüther hinreichend ruhig, unparteiisch und leidenschaftslos, um eine so wichtige Arbeit vornehmen zu können. Man ist hier sehr gespannt darauf, wie die Kammer der General⸗ Staaten sich über das bizarre Unternehmen einiger Grundbesitzer Lim⸗ bargs äußern wird, die bekanntlich in einem eigenen Journal die Trennung des Herzogthums von Holland predigen. Würden die General Staaten darin willigen, das Herzogthum ohne Entschädigung aufzugeben? Und wenn dies der Fall wäre, hätten sie das Recht, diese Trennung zu bewirken? Was würde aus den Festungen Mastricht und Venlo werden? Würden sie auch abgetreten werden? Würde end⸗ lich dies Alles die Billigung der großen Mächte erhalten? Man muß in der That auf den gesunden Menschenverstand verzichtet haben, um an die Möglichkeit aller dieser Dinge glauben zu können. Wie es sich nun auch mit allen diesen Träumereien verhalten mag, es wäre jedenfalls zu wünschen, daß ein Mitglied der zweiten Kammer die Trennungs-Frage zur Sprache brächte; die Verhandlungen über diese durch die Presse angeregte Frage würden diejenigen enttäuschen, welche sich durch Ideen ohne möglichen Zweck und durch chimärische Verheißungen und Hoffnungen haben blenden lassen.

Spanien.

x Paris, 12. Febr. Gestern meldete uns der Telegraph⸗ daß in Murcia auf die Nachricht von dem Anschlusse von Carthagena ein außerordentlicher Enthusias mus unter den Einwohnern für das gegenwärtige Ministerium ausgebrochen sei. Heute sehen wir bereits, was von demfelben zu halten ist: am Z3ten ist auch Murcia dem Bei⸗ spiele von Alicante und Carthageng gefolgt. Von Murcia war eine Kolonne von zwei Bataillonen des Regiments Gerona, dessen drittes Bataillon zu Earthagena dem Aufstande sich angeschlossen hatte, gegen Alicante aufgebrochen. Als aber die Nachricht von dem Aufstande von Carthagena zu Murcia anlangte, schickte man dem dortigen Ge⸗ neral Kommandanten Pardas und den gegen Alicante aufgebrochenen Truppen sogleich eine Estafette nach, um sie zurückzurufen. Allein der General- Kommandant konnte ber Aufforderung nicht Folge lei⸗ sten, aus zwei Gründen, erstens weil er in den Orten, wo er sich eben befand, überall die feindseligste Stimmung gegen die Regierung fand, und zweitens, weil unter seinen eigenen Truppen ein sehr verdächtiger Geist sich bemerkbar machte, weshalb er es nicht gerathen erachtete, sie nach Murcia zurückzuführen, wo die zahlreichen Mißvergnügten mit ihrer Hülfe ein Pronuncia⸗ miento, wozu sie unter Leitung des Marquis von Camacho, des letz ten politischen Chefs unter Espartero's Regentschaft, wie er wohl wußte, Alles vorbereitet hatten, hätten dürchsetzen können. Seine Vorsicht war vergebens. Die Vertheidigung von Murcia blieb so der National-Miliz der Stadt selbst, die gleich anfangs sehr wenig Entschiedenheit für das Ministerium Gonzalez Bravo zeigte, und den aus den Gemeinden der Umgegend herbeigerufenen Abtheilungen der

Miliz überlassen, die aber, als am Z3ten wirklich eine Kolonne von Insurgenten von Carthagena ankam, nicht den geringsten Widerstand entgegensetzte. Die Kolonne zog ein und die Stadt erklärte sich so⸗ gleich für den Aufstand, die Milizen aus der Umgegend gingen nach Haufe und die Behörden, ja, wie man hinzufügt, der General-Kom⸗ mandant selbst, ergriffen die Flucht nach Ciezar, drei Le⸗ guas von Murcia, in der Richtung von Villena und Alba⸗ tete zu. Auch die eine Legua von Murcia entfernte Stadt Algezares hat bereits dem Aufstande sich angeschlossen und in Albacete, wo man ein Gleiches fürchtet, ist der Belagerungsstand erklärt worben. Der General⸗-Capitain Roncali ist mit seinem Gene⸗ ralstabe, zwei Bataillonen, zwei Escadronen und vier Kanonen erst am Zten von Valencia gegen Alicante ausgerückt, nachdem er dem zurückgebliebenen zweiten Kommandanten die größte und strengste Wachsamkeit anempfohlen hat, die auch geübt wird. Tag und Nacht stehen die Truppen daselbst unter den Waffen, der Platz vor der General⸗Capitanerie, das Stadthaus und alle Hauptpunkte der Stadt. sind von starken Truppen-Abtheilungen besetzt, die Artilleristen standen mit brennenden Lunten bei ihren Stücken, und starke Patrouillen von Infanterie und Kavallerie durchzogen unablãässig alle Straßen. So melden Privatbriefe, die auch das Einrücken einiger neuen Bataillone, die von Castellon kamen, berichten und trotz dieser Rüstungen einen nahen Aufstand als unausbleiblich darstellen. Auch im Regiment Saboyen soll sich ein sehr verdächtiger Geist zeigen, eine Abtheilung desselben hat sich bereils der Bewegung angeschlossen.

Einige Notizen iber Carthagena dürften hier am rechten Orte sein: Carthagena besitzt den größten und sichersten Seehafen Spaniens m Mittelmerre. Schon der Anblick der Stadt zeugt ven ihrem hohen Alterthume; sie wurde von Hasdrubal, dem Heerführer, der Karthager gegründet, welche sie zur Hauptstadt ihrer Kolonie in Spanien machten. Lange war der Besitz von Carthagena das eigent⸗ liche Ziel der Militair Operationen während der Kriege zwischen den Römcln und Karthagern. So lange die spanische Marine noch in ihrem ganzen Glanze, in ihrer vollen Macht und Größe, dastand, waren duch die Größe und der Wohlstand von Carthggeng, ohne ihres Gleichen. Jetzt zählt die Stadt nur noch eine Bevölkerung von Zb, 000 Einwohnern, von denen eine große Zahl ohne Beschäftigung und im Elende sind, die herrlichen Schiffswerfte, das große, Arsenal, ehemals das prächtigste unter allen in den verschiedenen Kriegshäfen am Mittelmeere, und in welches unter der n ent Espartero s wieder einiges Leben, einige Thätigkeit wiederge ehrt war, ist jetzt in

vollkommenem Verfall. Viele Familien, deren Häupter in der Mili⸗ tair⸗Marine gedient haben oder in den Staats Arsenalen verwendet waren, wohnen dort meistentheils in einer äußerst kläglichen Lage, wegen des fast gänzlichen Mangels an Bezahlung ihrer Besoldungen oder Pensionen. Dle großartigen Gebäude, welche man noch zu Car⸗ thageng sieht, und die herrlichen Bauten, die zu den Arsenalen gehör ken, sind jetzt fast gänzlich verwahrlost, und nur für den Reisenden, der sie mit Staunen betrachtet, noch Zeugnisse, daß diese Stadt einstens eine der reichsten und beträchtlichsten von Spanien war, so lange dieses mit seinen Flotten die Meere bedeckte. Carthagena ist ein' sester Platz und zählt mehrere Forts, die es von der Land⸗ und Seeseite beschützen. . Das Pronunciamiento dieser Stadt kann sehr gefährliche Folgen haben, wegen der geographischen Lage derselben, wenn es der Regierung nicht gelingt, schuell noch die Empörung zu ersticken, ehe sie wester um sich greift. Sonst wird sie wahrscheinlich auch Almeria ergreifen, das, wie man weiß, bereits hinlängliche Beweise seiner seindseligen Gesinnung gegen die Regierung gegeben hat; dann Ler , , 24 nach Malaga ausdehnen, dessen National⸗-Miliz e, . . at und steis eine der ersten war, wo es galt, revo⸗

e. Vr eee ng, zu unterstützen. Und dann würde auch Grangda

dann 1 3. Enspönkng näher gerückt sich, funden . (bie

Roger von Ban ** lüngst von Gibraltar aus bearbeitete

Gleilo' wind ch och mit feinen Truppen ergreifen würde. Von

on heute in Briefen von dort der Aufstand als un⸗

308 droht, auszubrechen, und auch zu Valladolid, Zamora und Leon sind verdächtige Auftritte vorgefallen. Zu Leon ist am Iten auf die Nach⸗ richt vom Aufstande von Alicante ein Versuch zur Gefangennehmung des General⸗Kommandanten gemacht worden, aber mißglückt.

*** Paris, 11. Febr. Die Königin Christine scheint in Folge des Aufstandes von Alicante ihre zuvor fest beschlossene und für die Mitte dieses Monats angesetzte Abreise nach Spanien auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben zu haben. Dem Beschlusse der Rückkehr nach Spanien war, wie man versichert, eine ziemlich aufrichtige Aussöhnung mit Herrn Gonzalez Bravo vorhergegangen, der die Verzeihung für seine frühere Opposition und seine früheren Beleidigungen namentlich durch Versprechungen zu Gunsten der öffentlichen Stellung und der Rangverhältnisse eines Mannes erlangt hat, welcher Ansprüche auf das ganz besondere Wohlwollen der Königin Christine besitzen soll.

Die Mutter Isabella's II. scheint seit dem Tode der Infantin Dons a Carlötä dem Gedanken der Vermählung ihrer Tochter mit dem Herzoge von Cadix nichts weniger als abgeneigt. Gegen den in letzter Zeit gleichfalls wieder angeregten Plan der Verheirathung Isabellass IJ. mit dem ältesten Sohne des Don Carlos zeigt die Königin Christine dagegen fortwährend einen unbezwinglichen Wider⸗ willen.

. Die spanische Regierung giebt sich die größte Mühe, der pariser Börse die 3proöc. Rente zugänglich zu machen. Man befürchtet hier bei dem ziemlich zweideutigen Rufe des Herrn Carrasco, daß der eigentliche Zweck der zu jenem Zwecke gethanen Schritte ein Finanz⸗ Manöver sei, für welches der angemessene Ausdruck schwer zu sinden sein würde. Man behauptet nämlich ganz laut, daß der spanische Finanzminister lediglich darauf ausgehe, in Paris einen großen Markt für seine Staatspapiere zu finden, die er nach Maßgahe des Absatzes ins Unendliche vervielfältigen würde, sobald er nur erst an der Pari ser Börse Fuß gefaßt habe. Es scheint übrigens, daß es Herrn Carrasco gelungen ist, eine Summe von 8 bis 9 Millionen Realen aufzutreiben, mit welcher jetzt stark geklingelt wird, um das Ohr des Auslandes und namentlich Frankreichs zu bestechen. Die ersten mili⸗ tairischen Anstrengungen, welche der neu ausgebrochene Bürgerkrieg er⸗ fordert, werden indessen eine starke Bresche in jenes kleine Kapital machen, und die Regierung selbst hat ihr eigenes, und gewiß sehr rechtmäßiges, Mißtrauen in ihre Finanzkräfte deutlich genug dadurch zu erkennen gegeben, daß sie die Königin Christine auf das dringendste um einen Vorschuß angegangen. Daß die Mutter Isabella's II. sich auf ein Geschäft dieser Art einlassen werde, bezweifeln diejenigen, welche sich rühmen, den Charakter der Königin Christine zu kennen. Die Wittwe Ferdinand's VII. soll sich, zumal seit dem verunglückten Sftober-Aufstande 1841, bei welchem sie bedeutende Summen einge⸗ büßt hat, sehr schwer dazu entschließen, ihren politischen Wünschen und Zwecken Geldopfer zu bringen.

Cisenbahnen.

Berlin, 17. Febr. Nach Mittheilungen in öffentlichen Blät⸗ tern werden gegenwärtig von einem in Münster zusammengetretenen Comité für eine der Köln-Mindener Eisenbahn sich anschließende Zweigbahn nach Münster Actien-Zeichnungen unter der Voraussetzung gesammelt, daß der Staat ein Viertheil der Actien übernehmen und auf Zinsengenuß verzichten werde, bis die übrigen Actionaire 4 pCt. Zinsen erhalten haben, wobei bemerkt wird, daß, dem Vernehmen nach, diese Begünstigungen der Bahn von Elberfeld nach Dortmund ge⸗ währt seim sollen. Zuverlässigen Nachrichten zufolge ist nicht nur diese letztere Annahme unbegründet, sondern auch überhaupt noch gar keine Anssicht vorhanden, daß der Staat dermalen auf eine Betheiligung bei der Zweigbahn nach Münster eingehen werde. Es sind nämlich,

aus der besonderen Rücksicht, daß im Jahre 1837 das schon zur Aus— führung vorbereitete Unternehmen einer Eisenbahn-Anlage von Elber⸗ feld nach Witten zu Gunsten der damals eingeleiteten, demnächst aber nicht weiter verfolgten Rhein-Weser⸗Eisenbahn- Unternehmung aufge⸗ geben werden mußte, allerdings, nachdem für die Köln-Mindener. Eisenbahn die Richtung über Duisburg festgesetzt worden ist, für, die vorgedachte Eisenbahn von Elberfeld nach Witten im Allgemeinen einige Begünstigungen verheißen; allein über die Art und das Maß dieser Begünstigungen, welche auch eben nur für die Bahn nach Witten in Aussicht gestellt worden sind, ohne daß über die Geneh⸗ migung der weiteren Fortsetzung nach Dortmund zum Anschlusse an die Köln⸗Mindener Bahn überhaupt schon entschieden wäre, ist bis jetzt noch keine Bestimmung getroffen; die in dieser Hinsicht von der sogenannten bergisch⸗märkischen Eisenbahn-Gesellschaft zu Grunde ge⸗ legten Bedingungen sind vielmehr nur als Vorschläge für die weitere Verhandlung aufgestellt worden, und es steht sehr zu bezweifeln, daß sie durchgehends die höhere Genehmigung erhalten möchten. Noch weniger läßt sich aber annehmen, daß die Unterstützung, welche aus der oͤbenerwähnten Rücksicht auf die bbwaltenden besonderen Verhält— nisse der Bahn nach Elberfeld ausnahmsweise zu Theil werden möchte, eben so auch für die Bahn nach Münster würde gewährt werden, da die Betheiligung des Staats zunächst auf die großen Haupt-Verbin⸗ dungen sich wird beschränken müssen, deren Herstellung nach den mit den stänbischen Ausschüssen gepflogenen Verhandlungen vor Allem die Fürsorge des Staats in Anspruch nimmt.

Berlin, 17. Jehr. Sonderbarerweise bringt heute, nach Ver⸗ lauf von 4 Wochen, die Vossische Zeitung einen Aufsatz, datirt Brandenburg den 1. Februar, worin wir gewissermaßen darüber zur Verantwortung gezogen werden, daß wir in unseren Mittheilungen iber die General-Versammlung der Anhalter Actionaire vom 15. Ja⸗ nuar c. den Herrn Geheimen Kommerzien-Rath Meyer als Deputir⸗ ten der Stadt Brandenburg bezeichnet.

Wiewohl wir es uns zum Prinzip gemacht haben, dergleichen Anfragen auf sich beruhen zu lassen, so wollen wir doch diesmal uns nicht ungefällig zeigen, und also mit Berufung auf das Zeugniß aller bei der General-Versammlung anwesend gewesenen Herrn Actionaire bemerken:

daß der Herr Geheime Kommerzien⸗Nath Meyer nicht einmal, sondern zum öftern, und, zwar nach jedesmaliger Unterbrechung ber Nede, erklärt hat, er wäre als Abgeordneter der Stadt Brandenburg, im Namen seiner Mitbürger und im Interesse von mehr als hundert Familien in der Gene⸗ ral⸗-Versammlung erschienen. Es ist möglich, daß uns diese Introduction entgangen wäre, wenn wir sie nicht zu oft gehört hätten, so aber ist solche noch heute zu frisch in unserem Gedächtniß, als daß wir nicht diese Erklärung ab⸗ geben sollten.

X Münster, 13. Febr. Die Theilnahme sür den Bau der Münster⸗ Hammer Zweigbahn steigt mit sedem Tage; selbst berliner Handlungshäuser haben schon bedeutende gen ihn engen einge⸗ sandt, und bis gestern Abend betrug die Gesammt⸗Summe der Ein⸗ zeichnungen bereits 455,900) Rthlr. Ich kann hierbei nicht unbemerkt lassen, daß die in der Bekanntmachung des hifsigen Comité's vor⸗ läufig angeführte Summe von 1,350, 0h0 Rthlr. als erforderliches

mittelbar bevorstehend geschildert. Auf der anderen Seite droht der= elbe in Galicien zu Corüfia. Lugo, ae, Ferrol, se u rense, wo noch dazu die Nähe der portugiessschen Gränze Gefahr

Anlage⸗Kapital viel zu hoch ist; ein spezieller Anschlag ist zur Zeit noch

nicht gemacht, allein so viel läßt sich aus dem approximativen Ueber . schon entnehmen, daß darin die Grundentschädigung und die

Erdarbeiten wenigstens um 200, 0090 Rthlr. zu hoch angesetzt sind. Es möchte wohl unter allen bis jetzt in Deutschland gebauten Eisenbah⸗ nen keine geben, die so wenig Terrain-Schwierigkeiten darbietet, und wobei die Grundentschädigung so wenig kosten wird, weil die Bahn eine große Strecke hindurch über wüsten, unangebauten Haidegrund läuft, wovon der Morgen vielleicht nicht mehr als 15 bis 20 Rthlr. zu stehen kömmt. Da nun die Stadt Münster sich erboten hat, das auf 10,9009 Rthlr. veranschlagte Terrain zum Bahnhof herzugeben, da sich ferner mit Sicherheit erwarten läßt, daß die von der Bahn zu durchschneidenden Kommunen einen großen Theil der erforderlichen Grundstücke aus ihren Mitteln beschaffen werden, so dürfte das ganze Geld⸗Anlage⸗Kapital noch keine Million Rthlr. erreichen und die Rentabilität dieser Bahn um so mehr außer Zweifel sein, da hier durch die so lange auf andere Weise projektirte Verbindung zwischen der Ems und der Lippe zu Stande kommt, eine Verbindung, die seit dem Abschluß des Vertrags mit Hannover vom 13. März v. J, wodurch der bisherige hannoversche Durchfuhrzoll auf der Ems auf⸗ gehoben wird, den Verkehr auf letztgenanntem Flusse außerordentlich vermehrt hat, der auch noch mit jedem Tage zunimmt, weil die Bezie⸗ hungen überseeischer Waaren nach Münster auf der Ems um * billi⸗ ger in der Fracht sind, als über Holland und den Rhein.

Aus Köln sind ebenfalls dieser Tage von verschiedenen Hand⸗ lungshäusern Nachfragen über die Betheiligung bei dieser Bahn hier eingegangen, so daß an dem Zustandekommen derselben nicht mehr zu zweifeln steht.

gandels- und Börsen - Nachrichten.

Berlin, 17. Febr. Das Geschäst war im Allgemeinen heute unbe⸗ deutend, und nur in Stettiner und Anhalter Actien, welche anfangs flau eröffneten, war das Geschäft am Schluß der Börse zu besseren Coursen ziemlich lebhaft. Oberschlesische B. und A. waren gesucht und wurden höher als gestern bezahlt. Von Oesterreichischen Eisenbahn-Actien erfuhren Gloggnitzer eine lleine Neagction, während die übrigen sich auf ihren gestrigen Standpunkt behaupteten.

ine, . Den 17. Februar 1844.

S8 E.

Cour. Celd. Gem.

ö hriet.

Fr. Cour.

; ö Actien. 8 Brĩesl. Gelil.

Fonds. 7

. . Eis 7 St. Schuld-Sch. 35 1661 101 , 1 d 170 Pr. Enz. Obl 35 1 10 7 36 do. do. Prior. Obl. 4 REuęgl. 39. 4 5 ; e. ö Prüm Sch d. Sech— 907) sq ps. Kiacirk x R rk ö 9 do. do. Prior. Obl. 4 en. . 2 an! rl. Anh. Eisenb. Schuldversehr. 32 44 ; 2 do. 0. Prior. Obl. 4 Berl. Stadt- Obl. 35 pin. Hlb. Bic 5 Dauz. do. in Tb. . Wéestpr. Psandbr 37 o. do. Prior. Obl. 4 a . . 9 Rhein. Eisenb. 5 ͤ do. do. Prior. Obl. 4 P Brl. Frankt. Eisb. 5 do. do. Prior. Ohl. 4 Ob. - Schles. Eisb. 1 do. Lt. B. ers, = Lz. St. E. Lt. A u. B - Maack. llahter- Städter Bisenb. 1 /

Grossh. Pos. do. 4

do. 37 Ostpr. Pfandbr. 35 103 Pomm. 37 1017 101 Kur- u. Neum. do. 3 10 101

1007 109

do. do.

Schlesische do. 35 w . Gold al marco. . Frielrichsd'or. 1372 5 Aud. Gldin. à 5 Ih. 115

NPisconto.

; res- Schw eidn.-

ö. 2 HFreihi. Eisenh. 1

Fr. Cour. Thlr. zu 30 Sr.

Brief. geld.

141 1403

H ech Se l- CO urs.

250 EI. ur do. 250 RI. 2 Mt. IIamburg ..... 300 Mb. 1507 do. 300 M. 150 London 1ẽ18t. K 2 2 300 kr. Wien in 20 Xr.. 150 FI. 150 FI. 100 Thlr.

Leipziß in Courant im 14 ThlI. Fuss.. 100 Thlr.

100 FI. 100 skybl.

Auswärtige Bör Amsterdam, 13. Febr. Niederl. vickl. Seh. 55h. 595 Spau. 215. 396 do. 33. Pass. Ausg. . iusl. 6 Pr. Sch. . Pol. . Oesterr. 1093. 499 Russ. lope 914. Antwerpen, 12. Febr. Zinsl. C- Nene Anl. 203. Frank furt a. M., 14. Febr. 595 Met. 113. Bauk- Actien 2907. ohne Div. p. ult. 20083. Kayr. Rank-Actien 689. Ilope 907 G. Siegl. S935 6. 1ut. S5 II5. LFolu. 300 EI. 965 d. do. Seo Fl. 99. d0. 200 FI. 323 6. 1Iamburg, 15. Febr. Bank Actien 1670. Bug. Russ. 1123. London, 10. Febr. Cons. 395 97. Bel. —. Neue Anl. 235. Pas- sive 55. Austz. Seh. 135. 2396 Iloll. 555. 576 do. 1013. Neue Fort. 47. Engl. Russ. —. Bras. 78. Chili —. Columb. M ex- 343. Peru 27. paris, 12. Febr. She Rente fin cour. 125. 20. 396 Reute fin cour. 81. 90. 5 h Neapl. au compt. 106. 596 Span. Rente 31 * Pass. 57. Petersburg, 9. Febr. Lond. 3 Met. 373. amb. 343. Paris 104.

Amsterdam

C N NON N N N C 2

Frankfurt a. M. WP. ..... Petersburg

hYb 40. 1005.

Preuss.

Königliche Schau spiele.

Sonntag, 18. Febr. Der Wildschütz, oder: Die Stimme der Natur, komische Oper in 3 Akten, nach Kotzebue. Musik von A. Lortzing. Im Konzertsale: Mutter und Sohn, Schauspiel in 2 Abth. und 38 Akten, mit freier Benutzung des Romans; „Die Nachbaren“, von Friederike Bremer, von Charlotte Birch⸗Pfeiffer⸗ Erste Abthei⸗ lung: Eine Hochzeit, Dramg in 2 Akten. Zweite Abtheilung: Der Nachbar, Schauspiel in 3 Akten. (Letzte, Vorstellung dieses Stücks unter Mitwirkung der Mad. Birch-Pfeiffer in der Rolle der Generalin

von Mansfelt.) hristovh unb Renat d Die Ver . hr. ( . 4. Montag, 19. Febr. Christoph und Renata, oder ug * Madb.

waisten. (Letzte Vorstellung dieses Stücks unter Mitwirku Bin h pfessfer als Baronin, zugleich als vorletzte Gastrolle derselben.

Hierauf: Versuche.

Rönigsstädtisches Theater.

Sonntag, 18. nn stü t ssseunn bes Kinder-Ballets des Herrn Price in 3 AÄbtheilungen. Dazu: Der Talisman. Posse mit Gesang in 3 Akten, von J. Nestroy. Musik von A. Müller. (Mad. rk n wirb, von ihrer Krankheit hergestellt, hierin wie⸗

der auftreten.) Montag,

erstenmale in

in 4 Atti.

19. Febr. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Zum dieser Saison: L Capuleii ed i Montecchi. Opera Musica del Maestro eta

Dienstag, 20. Febr. Gast⸗Vorstellung des Kinder -Ballets des Herrn Price, in 3 Abtheilungen. Dazu (auf Begehren): Eine Reise nach Spanien. Vorher: Ich irre mich nie, oder: Der Räuber⸗ hauptm ann.

Verantwortlicher Redacc i 5). J. W. Zinkeisen. Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober- Hofbuchdruckerei.

Beilage

Beilage zur Allgemeinen

1 0

Anhalt.

Inland. Berlin. Inhalt des Justiz-Ministerialbla —— nn,, s . Dentsche Bundesstaaten. Freie Städte. Bremen. Olbers Verei frankreich. Paris. Klage beim S an , , . r. . Pari Klage beim Staatsrath gegen den Etzbischof Mexiko. Schreiben aus Pzai s. (Bedrohliche Diff ĩ en. r , hliche Visserenzen mit den Ver⸗ Haiti. hreiben aus Paris. (Besorgniß vor neuen Aufständen; lors Genn) orgnis euen Ausständen; Herr Eisenbahnen. Schreiben aus Paris. Eisenbahnen betheiligen?) Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. , r, ,,, Ine Hamburg. Mailtbericht. Amster⸗ am. ctien der Eisenbahn von Amsterdam ch? de Mexiko. Neues Quecksilberlager. 6,

(Soll sich der Staat bei den

Stettin, Königsberg,

FJuland.

Berlin, 16. Febr. Das heute ausgegebene Justiz-Mini⸗ sterial-Blatt enthält eine allgemeine . 9 . . welche die Grundsätze entwickelt, die in Bezug auf die Annahme und Remuneration von Privat- Kanzlei-Gehülfen oder Lohnschreibern bei den aus Staats⸗ Fonds unterhaltenen Untergerichten zur Anwendung gebracht werden müssen. Eine allgemeine Verfügung vom 2. Februar 23 sämmtliche Gerichts- Behörden auf die in dem Verlage der , . Harneckerschen Buchhandlung zu Frankfurt a. O. erschienene . ,, . gen r unn ei zu Frankfurt angefer⸗ tie „Topographisch⸗statistische Uebersicht des Regier Bezir bien , hz ö. y i w

erichtigung. In der Verfügung des Justiz-Ministers 6. Februar d. J. (Nr. 41 der A. fig 3. , n, ir ö . der lleberschrist, als im Kontexte selbst, ein Druckfehler, indem das Edit, wegen Verhütung und Bestrafung geheimer Verbindungen, nicht am 20. Oktober 1791, sondern am 26. Oltober 1798 ergangen ist.

; Weißenfels, im Febr. (Hall. Cour.) Ein neuer Unglücks⸗ fn in unserer an Braunkohlen-Schachten so reichen Gegend liefert leider wiederum den Beweis, wie höchst, wünschenswerth und für bas Allgemeinwohl erforderlich es ist, daß die Allerhöchste Kabinets⸗Ordre vom 13. November v. J. baldigst und zwar mit möglichster Strenge gehandhabt werden möge. In der Nähe des Dorfes Pirra (Kreis Weißenfels) wurde ein Versuchs-Schacht von ca. 15 Lachter abge⸗ teuft. Mit den schwächsten Brettumgängen ausgebaut, war derselbe bei vorerwähnter Teufe in größtentheils sehr losen Sandschichten nur in den Ecken verwandruthet. Zur Ueberzeugung gekommen, daß der fernere Bau vergeblich sei, sinß man an, das Hoiz wieder herauszu⸗ reißen, als in Folge der dadurch entstandenen Erschütterung und des zu fahrlässigen Einbaues in dem losen Sande der Schacht ungefähr 3 Lachter von oben zusammenging und, den unten beschäftigten Ar⸗ beiter verschüttete. Während das traurige Ereigniß am 6. Februar sich zugetragen, ist man heute, als den 12ten, erst so weit mit einem neuen Schachte vorgerückt, daß man hoffte, den Unglücklichen in 5 bis 6 Tagen zu erreichen. Es ist dieser Unglücksfall um so bedauerns= . als jener Mann eine Frau mit 6 unerzogenen Kindern hin⸗ terläßt.

Ausland.

Deutsche Bundesstaaten.

Freie Städte. Bremen, 12. Febr. (Br. 3.) Dem öffentlich erlassenen Aufruf an alle Freunde und Verehrer des verewigten Qlbers, zur Stiftung eines Olbers Vereins zusammenzutreten, hat eine zahlreiche Versammlung aus allen Ständen entsprochen. Unter dem Vorsitz des Herrn Senator Dr. Droste konstituirten sich die Anwesenden, etwa 250 bis 300 Personen, durch Acclamation zu einem solchen Verein und schritten dann zu der Wahl eines Vorstandes. Es wurden dazu außer dem bisherigen Comité, welches die erste Anregung zu der Sache gegeben hatte, etwa 30 Herren ernannt, und zwar mit mög⸗ lichst allseitiger Berücksichtigung sämmtlicher verschiedenen Klassen un⸗ serer Bevölkerung, damit der Verein in allen Kreisen derselben Wur⸗ zel fasse und sich lebendige Theilnahme erwerbe. Zugleich wurde den solchergestalt Bezeichneten freigelassen, sich bis auf 40 selbst zu er⸗ gänzen, um etwaige Lücken nach Wunsch ausfüllen zu können. Es wird diesem Vorstande zunächst obliegen, die Statuten des Vereins zu entwerfen und vorzulegen, wodurch alsdann der Zweck klarer her⸗ vortreten und das Ganze eine bestimmtere Gestaltung bekommen wird,

als sich ihm bis jetzt geben ließ. Frankreich.

Paris, 11. Febr. Nach der Gazette des Tribungux ist beim Staats-Rath eine neue gegen den Erzbischof von Paris gerichtete Klage wegen Mißbrauchs anhängig gemacht. Diese Klage ist durch den Baron Freteau de Penh, Rath beim Cassationshofe, und durch die übrigen Mitglieder des Conseils für die Verwaltung des Eigenthums der Kirche St. Ludwig d'Antin gegen einen Beschluß des Erzñbischofs vom 2. Oktober 1842 eingereicht, welcher die Mitglieder jenes Eon⸗ seils ihrer Functionen entsetzt und ihnen Nachfolger ernennt.

In Algier ist am 28. Januar ein Exercitium französischer Trup⸗ pen auf Kameelen vorgenommen worden, um die Soldaten auch im Gebrauch dieser Thiere für den Kriegsdienst zu üben. Es waren 100 Mann vom 33sten Linien⸗Negiment und vom ten Bataillon der Orleansschen Jäger auf diese afrikanische Art beritten gemacht, und sie führten vor dem General⸗Gouverneur alle erforderlichen Manöver mit großer Gewandtheit aus.

Meri k o.

K Paris, 12, Febr. Mit den neuesten Berichten aus Verg⸗ eruz vom 31. Dezember ist uns eine wichtige Nachricht aus Mexiko e nnn, nach welcher es scheint, daß die mexikanische Regierung Alles thut, um einen Bruch mit, den Vereinigten Staaten herbeizu⸗ führen. Sie kennen bereits die mannigfachen Disserenzen, welche zwischen den beiderseitigen Negierungen wegen des Planes der Ein⸗ verleibung von Texas in die Union der , . Staaten erho⸗ ben haben. Auch das kürzliche Dekret der mexifanischen Negierung, wodurch allen Ausländern ohne Unterschied der Nation die Ausübung

309

reußischen

Zeitung.

Sonntag den 18ten Februar.

1

* Paris, 12. Jebr. Zu den bereits mitgetheilten Nachrich⸗ ten aus Haiti vom 31. Dezember ist noch Einiges nachzutragen. Die Lage der Dinge war so günstig daselbst, als es möglich war, und nach dem letzten Versuche der Neger, die ein glücklicherweise ver eiteltes Komplott zur Ermordung der ihnen so sehr verhaßten Mu⸗ latten gebildet, hatten, herrschte einige Nuhe auf der Insel. Doch war der nämliche Theil derselben von neuen Drohungen der Schwar— zen mit einer Empörung in Besorgniß versetzt worden, weshalb der General Rigaud von Port au Prince mit einer Abtheilung Truppen nach Cayes abgesendet wurde, um diesen vorzugsweise bedrohten Punkt zu schütäzen. Abermals wird einer ber in der letzten Zeit oft genannten Brüder Salomon als einer der Haupt- Rädels⸗ führer bei diesen neuen Umtrieben genannt, weshalb er und mehrere Andere, um der Vorsicht willen, von Cayes weg nach verschiedenen anderen Orten im östlichen Theile der Insel geschickt worden sind. Unter den zahlreichen Staatsgläubigern von Haiti hier herrscht die größte Spannung auf die Resultate der Sendung des Herrn Adolphe Barrot. Der Vertrags-Entwurf, welchen derselbe der Regierung von Haiti vorgeschlagen hat, und der eine günstige Aufnahme gefunden haben soll, ist hier, und ich hoffe, Ihnen darüber bald Näheres mit⸗ theilen zu können.

Eisenbahnmen.

* Paris, 11. Febr. Eines der Haupt-Argumente, welches

die Journale vorbringen, die für das System der Erbauung der Eisen⸗ bahnen in Frankreich durch Privat-Gesellschaften kämpfen, und das . stets wiederholen, um dadurch die Nothwendigkeit der Betheiligung olcher Gesellschaften dabei zu beweisen, ist die ilbermäßig große Lasf, welche sich, ihrei Behauptung zufolge, der Staat aufladen würde wenn er die Ausführung dieser Communicationswege selbst übernähme. . 4 Um diesem Argument noch mehr Stärke zu geben, machte das Journal des Däbats vor einigen Tagen eine erschreckende Auf⸗ zahlung der anderen Kategorieen von Ausgaben, welche in kurzer Frist dem Staatsschatze zur Last fallen werden, darunter: Entschädi⸗ Aung der Pflanzer in den Kolonieen in Folge der Abschaffung der Sklaverei; Arbeiten für Ausgrabung neuer Kanäle und für Verbes⸗ serung des Bettes mehrerer Flüsse u. a. m., welche Ausgaben, in ihrer Gesammtheit genommen, nicht unter einer Milliarde betragen sollen. Wie, so raisonnirt das Journal des Débats, kann man in Gegenwart solcher neuen und keinen Ertrag als Ersatz liefernden Lasten der Regierung auch noch zumuthen, die Gesammt-Ausführung der Eisenbahnen auf ihre eigene Rechnung zu übernehmen? Muß sich der Staat nicht im Gegentheile glücklich schätzen, Gesellschaften zu finden, welche geneigt sind, einen Theil der Ausgaben dafür zu übernehmen, gegen Abtretung fast des gesammten Ertrags der— selben! Muß er nicht mit allen Händen zugreifen, die ihm sich bie⸗ tende Gelegenheit benutzen, welche es ihm möglich macht, seine Mit⸗ tel auf andere Punkte zu verwenden, die nicht in gleichem Maße die Privat- Industrie anziehen, und die ausschließlich der Sorgfalt der Regierung überlassen bleiben, in Betracht, daß dabei kein Gewinn zu ärndten ist? Es ist unbegreiflich, wie man nach den nicht blos in Frankreich, aber doch in Frankreich vorzugsweise gemachten Erfahrungen das wahre Sachverhältniß noch immer verkennen kann. Vor Allem ist der, Satz, als ob durch die Herbeiziehung der Gesellschaften zur Be⸗ theiligung bei den Eisenbahnbauten dem Staate eine Erleichterung in sinanzieller Beziehung gewähre, durchaus in Abrede zu stellen. Im Gegentheile steht fest, daß hier diese Dazwischenkunft der Gefellschaf⸗ ten eine wesentliche Last für den Staat begründet, daß sie die Stel⸗ lung des Staates nicht nur nicht verbessert, sondern entschieden ver⸗ schlimmert. Wenn die Gesellschaften die Ausführung und Ausbeutung der Eisenbahnlinien auf ihre Wagniß und Gefahr übernehmen, der Staat dagegen nnr die Leitung der Arbeiten, die Regelung und Fest⸗ setzung der Tarife und die Erfüllung der Bestimmungen der abge⸗ schlossenen Verträge über Rechte und Verpflichtungen der Gesellschaf= ten besorgt, so wird die Regierung allerdings mancher und nicht un⸗ bedeutender Verlegenheiten überhoben. Sie braucht sich dann nicht nach Anleihen umzusehen, noch hat sie nöthig, für die Ausführung der Arbeiten zu den möglichst wohlfeilen Preisen zu sorgen. Die Gesell⸗ schaften betheiligen sich allerdings, aber auf welche Weise? Unter der Bedingung, daß der Staat sieben Zwölftheile der Ausgabe über—⸗ nehme und ihnen fast die Totalität der Einnahme bis zum Belaufe der Zinsen und der Tilgung des Kapitals überlasse, außerdem zehn Prozent von den Ertrags- Ueberschüssen und endlich noch die Hälfte des Restes. Hage! darf man behaupten, daß es eine größere Ersparniß für den Staat ist, auch die Ausgabe der fünf Übrigen Zwlftheile der Kosten zu bestreiten und dann die Totalität der Ein⸗ nahme für sich zu behalten, als nur diese fünf Zwölftheile der Kosten zu übernehmen und sich dann von der Gesammtheit oder doch bei⸗ nahe der Gesammtheit der Einnahmen auszuschließen.

Man wird da egen einwenden, daß dann die Ausgaben weit be⸗ trächtlicher sein werden; zugegeben, aber was hat das zu sagen, wenn die Einnahme in einer stärkeren Proportion sich vermehrt, als die

des Detailhandels auf dem ganze Gebiete der Republik Mexiko unter⸗

Ausgabe. Man wird ferner sagen, der Staat werde zu beträchtliche⸗

ren Anleihen genöthigt sein, ein bedeutenberes Kapital veräußern müssen; aber man vergesse dabei nicht, daß der Staat wohl Kapita⸗ lien aufnimmt und ausgiebt, daß er sie aber nicht schuldet; man ver⸗ gesse nicht, daß nach der nun einmal üblichen Weise, in welcher die Anlehen gemacht werden, der Staat im Grunde nur die Rente des Napitals schuldet; daß er nicht nur nicht zur Nückzahlung gehalten ist, sondern daß er nicht einmal die Befugniß hat, diese Rückzahlung zu bewerkstelligen. Zum Beweise hierfür darf man nur an das be⸗ kannte Gesetz über die Konversion der Sprocentigen Rente und die r erinnern, welche das damalige Ministerium in dieser Frage 1 .

ö. Bei öffentlichen Arbeiten, zumal solchen, die produktiver Natur sind, ist weniger das dafür ausgegebene Kapital, als die davon er⸗ langte Rente ius Auge zu fassen. Es bedarf nur eines Vergleiches zwischen den Interessen dieses Kapitals mit der Ziffer des Ertrags. Wenn der Staat hundert Millionen zu 4pCt. entlehnt, um einen Communicationsweg, zu schaffen, der ihm 4 Millionen, d. i. 4 pCt. einträgt, so hat er in der That nichts ausgegeben. Der Stand sei⸗ nes Vermögens hat sich nicht verschlimmert, sein Kredit steht eben so fest als zuvor, und es ist ihm eben so leicht als zuvor, Anlehen zu untethanudeln unter vortheilhaften Bedingungen. Empfängt der Staat nur, 2 der pCt. von dem zu 4 pCt. aufgenommenen Kapital, so ist er in Verlust, es müßte denn sein, daß er einen Ersatz fände in den indirekten Einnahmen, welche die Folge einer zu Stande gebrachten Operatisn sind, was bei öffentlichen Arbeiten gewöhnlich der Fall ist.

. Nehmen wir also an, eine Eisenbahn sei zu erbauen. Sie soll [9 Millionen kosten und 3 oder 4 pCt. reinen Ertrages liefern. Eine Gesellschaft tritt auf und sagt: ich will euch 40 Millionen der nothwendigen Summe liefern, unter der Bedingung, daß ihr, mir 30 oder 46 Jahre hindurch die Gesammtheit der Einnahmen über⸗ laßt. Es bleiben also noch 00 Millionen, die der Staat auszugeben hat. Dieser würde durch eine solche liebereinkunft allerdings eine Ausgabe von 40 Millionen ersparen, allein er verliert auch während 30) oder 40 Jahren die Zinsen der ausgegebenen 60 Millionen, ein reiner, gewisser und unwiederbringlicher Verlust. Es wäre sicherlich für ihn besser gewesen, 100 Millionen auszugeben und dagegen auch die Gesammt⸗ Einnahme für sich zu behalten, die in den beiden ersten Jahren vielleicht nur 25 oder 3 pCt. Interessen des Kapitals reprä— sentirt haben würde, aber mit der Zeit eine weit beträchtlichere Zif⸗ fer hätte erreichen können.

Es ergeben sich also folgende Resultate: Der Staat übernimmt die Eisenbahnen und giebt aus: Zinsen von hundert Millionen zu 4pCt., macht. .. 4,000,000 Fr. Hiervon ist abzuziehen der Ertrag der Bahn zu

2, 500, 000 *

27 pCt., mit Es ergiebt sich also ein jährlicher Verlust von.... J, 566, 0600 Fr.

Oder der Staat betheiligt sich nur mit sechzi Millionen, deren 5 . pCt. kerle i 2, 400,000 *

Er ärndtet davon nichts: der ihm durch dieses letztere System nuferlegte. Verlust. beträgt also im Verhältniß zu dem ersteren ob Ir. jährlich, unter der Voraussetzung, daß der Rein-Ertrag nur 2 pCt. sei. Bei dem jetzigen Stand der Dinge bleibt dies schon hinter der Wahrheit zurück, und in einigen Jahren wird dies 6. 2. . lie,. sein; . die zunehmende Vermehrung der Ein⸗ ahme dieser Communicationswege ist eine durch die E wiesene Thatsache. . ö

gsFandels- und Börsen - Nachrichten.

Stettin, 16. Febr. (B. N. d. O.) Getraide. Die etwas v Kauslust, welche sich hier seit kurzem sür Weizen zeigt, bleibt auf, die besten Gattungen 129 /130pf8d. ukermärkschen und märlschen be⸗ schränkt, dergleichen man in den letzten Tagen an unserem Landmarkte neuerdings etwas höher, und zwar bis 53 a 51 Rthlr, bezahlt hat. Auch auf spätere Abnahme vom Boden würden für dergleichen Waare und alte schlesische Käufer sein, doch sind die Forderungen dafür neuerdings erhöht worden, was Umsätze verhindert. Für die leichteren Gattungen neuen schles. und polnischen regt sich dagegen noch immer wenig Begehr und sind der⸗ gleichen zu keinen höheren Preisen bis jetzt anzubringen. Neuer gelber schles. von 126/127 Pfd. (38 Psd.). ist auf Lieferung zu 51 Nthlr., von 127, 128 Pfd. (89 Pfd.) zu 53 Rihlr. gekauft worden. Für dergleichen ; 126,/127pföb. weißen ist 54 Nthlr.i, 126 / 1279f8. bunten poln. 51 NRthlr. ge⸗ fordert. Roggen ist sehr stille und in dieser Woche weder in loco noch auf Lieferung etwas irgend Belangreiches darin umgesetzt. Gefordert bleibt in loco für 117 bis 121./ 22pfd. Waare 34 a. 35 Rthlr., auf Lieferung im Frühjahr unter bekannten Bedingungen 335 Rihlr. Von Gerste ist ein Posten sehr gute 105 106pfd. schles. auf Lieferung zu 28 Nihlr. gekauft. Im Allgemeinen bleibt es matt damit und 101, 19298. Oderbruch und L0æ2pfd. fleine pommersche zu 2563 Nthlr, käuflich. Noch weniger Beachtung sindet große pommersche zu dem dafür geforderten, verhältnißmäßig sehr ho⸗ hen Preise von 293 Rthlr. Hafer ist ebenfalls ohne Umsatz ieh und pommerscher von 50/52 Pfd. pr. Schsl. auf Lieferung zu 187 Rthlr. Oderbruch von 48.49 Pfd. zu 177 Rthlr. zu haben. Erbsen, besonders große, haben Käufer, sind aber fortwährend wenig zu haben. Am Land- markt sind große bis 343 Rthlr. bezahlt, gute kleine 32 a 323 Nthlr. Saamen. Von Oelsaamen bleibt der Marlt entblößt, doch würde der- gleichen auch nur zu merklich billigeren Preisen, als zuleßt bezahlt, anzu⸗ bringen sein. Von weißem Kleesaamen trifft aus Pommern in kleinen Posten noch Manches ein. Ordin. Waare ist zu 17 a 20 Rthlr., mittel zu 20 a 23 Rthlr. und fein mittel zu 23 a 25 Nthlr. nach Qualität ge⸗ kauft worden. Im Allgemeinen ist es damit stiller. Nother Kleesaamen ist ohne Frage, obgleich die Forderung für fein mittel schlef. auf 15 Rihlr. ermäßigt ist. Jiemlich gut mittel pomm. ist zu 131 Nihlr. gekauft, aber dazu nicht mehr anzubringen; ordin. R a 11 Nthlr. pr. Ctr. Thimothee nach Qualität zu 15 a 125 Rthlr. gekaust, größere Posten auf 13 a 134 Rthlr. gehalten. Steinklee in loco tos a 11 Rthlr.; auf Lieferung pr. April 5 a 10 Rthlr. Säe-Leinsaamen fortwährend siill, rigaer 75 2 8 Rthlr. pernauer 8 a 9 Nthlr., windauer 1046 Nthlr., wozu anzukommen ist. ; Für Nappluchen auf Lieferung im Frühjahr bei größeren Partieen fr. a. B. ist nicht über Nihlr. 9 a 9 Sgr. p. Cte. zu bedingen. Bei klei- neren Partien zur Stelle oder auf Lieserung ist der Preis 414 12 billiger noch anzunehmen. Leinkuchen sind wenig angeboten, doch die dafür kaum oder nur eine Kleinigkeit höher als für Rappluchen. Spiritus aus erster Hand zur Stelle 253 3 96. Der Preis hat in dieser Woche wenig differirt und sich ziemlich gleichmäßig auf nder

ufer

Notirung erhalten. Auf Lieferung im Frühjahr sind zu 237 X eher als . nannt klebe en Weig eitwaagren. Rüböl bleibt im Weichen und in loeo b 2 Rthlr, gekaust worden. Auf Lieferung im . April ii . Rthlr. gefordert, was aber nicht zu bedingen ist, pr. .

leferung tor

t. Rihlr. geschlossen worden. Leinbl in ae und auf Le Nthlr., wozu anzukommen ist. Andere Oele und Thran unver

9 .