1844 / 102 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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zu welchen so eben ollen von Paris

Die eine dieser

.

«⸗I61I4

höchstens 30 Jahre zugestanden werden. Der Pachtvertrag würbe die ganze Strecke von Paris nach Chalons an der Saone uͤmfassen. Für die Bahn von Tours nach Bordeaur werden 54 Millionen ver⸗ langt; sie soll über Chatellerault, Poitiers und Ang ouleme geführt werben. Die Actien⸗Gesellschaft, welche sich zur Konzession für diese Bahn melden wird, muß die ganze Strecke von 120 Lieues von Or⸗ leans nach Bordeaux übernehmen. Die Strecke von Orleans nach Tours wird ihr, weil die Bahn von Tours nach Angouléme uner- iebig ist, als Prämie bewilligt. Die Konzession für die Bahn von

ours mach Bordeaux wird auf 47 Jahre ertheilt. Zeigt sich nicht innerhalb zwei Monaten eine solide Compagnie, die auf die gestellten

Tours ohne Verzug auf Staatskosten gelegt; es ist zu diesem Behuf eventuell ein Kredit begehrt worden.

Handels- und Börsen - Nachrichten.

Danzig, 6. April. Marktbericht. An der Bahn zahlte man für Weizen Jio 134pfd. 320 a 65 Sgr. Roggen 112 125psd. 27 ä - Sgr;, Erbsen 33 40 Sgr., graüe 40 * 45 Sgr. Geiste 4 zeil. 2 6 264 Sgr., Tzeil. 109 11298. 22 2 30 Sgr. Hafer 83 7 5pso, 19 a 21 Sgr. pr. Schfl. Spiri 25 21 pr. 120 Quart ] e Er gr. pr. Schfl piritus 125 a 13 Rthlr. pr

Bedingungen eingehen will, so werden die Schienen von Orleans nach

Bekanntmachungen. 4356

Die zur von Schöningschen Stiftung gehörigen, im lotibusser Kreise belegenen Güter Kathlow, Sergen und Gablenz sollen von Johannis d. J. ab, auf 24 Jahre, also bis Johannis 1868, im Wege der Submission öffentlich verpachtet werden.

Die nutzbare Vorwerksfläche enthält:

A. an Acker bei Kathlow 350 Mg. 1 IR. „»Sergen 698 „» 25 Gablenz 454 73 5 Summa 1502Mg. 99 IR. Ban Gärten bei Kathlow 8Mg. 65 (IR. „Sergen 8 » 41 „Gablenz 3 14 Summg C. an Wies. b. Kathlow 94 Mg. 129 IR. „Sergen 159 133 „Gablenz 131 30 » Summa 385 112 » D. an Hütg. b. Kathlow 138 Mg. 169 (IR. »Sergen 176 161 Gablenz 81 332 Summa 397 3 E. an Karpfent. b. Kathlow29g2 Mg. 29 IR. »Sergen 135 18 Gablenz 4 65 » Summa 431 » 112 *

Sunima totasis Töb Mg. 8b 1M.

Zu den Gütern gehört die privative Aufhünung auf einer Forstfläche von 2768 Morgen, ferner eine Mahl— und Schneide⸗Mühle, Ziegelei, Brennerei, die wilde Fischerei in den die Feldmarken durchströmenden Fließen und die Nutzung von den aus den Dbrfern Sergen, Noggasen, Gablenz, Kathlow und Haasow zu leistenden Aerndtehand⸗, Spinn⸗ und Schaafsscheer ⸗Diensten.

Mit der Uebeinahme der Güter wird zugleich die Verwaltung des in Kathlow befindlichen Rent⸗ und Polizei⸗Amis übertragen.

Das Minimum des festgesetzten jährlichen Pacht— Zinses beträgt

„2537 Thlr. 26 Sgr. 7 Pf. inel. Gold.“

Die sonstigen Pachtbedingungen, so wie der Anschlag, die Guis-Charten und die zu demselben gehörige Re—= visions-Verhandlung sind in unserer e ifm einzu⸗ sehen, wo auch eine Bekanntmachung über das Ver⸗ fahren bei dergleichen Submissionen und über die all⸗ gemeinen Bedingungen dabei vorgelegt wird.

Auch können diese Schriftstücke, mit Ausnahme des Anschlags und der Charten, bei dem Testamenls-Exe— kutor der von Schöningschen Stiftung, Herrn Justitia—⸗ rius Jahr in Kottbus, eingesehen werden.

Die Submissions⸗ Anträge werden nur bis zum 10. Mai d. J. einschließlich angenommen und müssen un— serem Justitiarius, dem Herrn Regierungs-Rath Wentzel, von den Pachtbewerbern unter Abgabe der vorgeschrie⸗ benen proöͤtokollarischen Erklärung persönlich zugestellt werden. Hierbei ist zugleich die vollständige Qualifi⸗ cation als Landwirth und der Besitz eines disponiblen Vermögens von mindestens 12,006 Thlr. durch glaub hafte ge , fun n, nachzuweisen.

Der Termin zur Eröffnung der versiegelt einzurei-= chenden Submissionen ist auf den 11. Mai d. J., um 11 Uhr, in dem Sessions- Zimmer der unterzeichneten Regierungs-⸗Abtheilung angesetzt und können die Pacht—= bewerber demselben entweder selbst, oder durch Abge⸗ ordnete beiwohnen.

Der . bei dessen Ertheilung übrigens vor- zugsweise mit auf die Befähigung zur Verwaltung des Rent⸗ und Polizei⸗Amts Ruͤcksicht genommen werden wird, erfolgt . im Termine.

Frankfurt 4. O., den 2. April 1844.

Königliche Regierung. Abtheilung des Innem.

Naumann.

19 120 5

160 Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 19. Januar 1844. Das in der Kronenstraße Nr. 3 6 Blumesche Grundstück, gerichtlich abgeschätzt zu 18,342 Thlr. 8 Sgr. 3 Pf, soll Schulden halber am 13. September 1844, Vormitt. 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen,. Die dem Aufenthalte nach unbekannte Real-Gläubi⸗ gerin, die Witwe des Kaufmanns Lantz, Emilie gebo= tene Tempelhagen, wird hierdurch öffenilich vorgeladen.

isi] Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht n Berlin, den 1. Februar 1644. Das in der Schleßgasse Nr. 16 belegene Schumannsche Grundstück, gerichtlich abgeschätzt zu Sooâ Thlr. 20 Sgr., soll am 17. September 1844, Vorm. 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.

ie Wittwe Köhler, Johanne Margarethe geborene Bethge, wird zu die sem Termin hierdurch mit vorgeladen.

lz3 4 v Betauntmachung.

Berlin⸗ Hamburger

Eisenbahn. 9. Die große Anzahl täg- lich eingehender . . uns hiermit zu der Ertlärung, skin dehnen suche von nun an .

6 0

Allgemeiner Anzeiger.

gefügte Atteste den Eigenthümern unter Couvert werden zurückgesandt werden. Berlin, den 2. April 1844. Die Direction der Berlin- Hamburger Eisenbahn-Ge⸗ sellschaft. Costenoble, Vorsitzender.

Bekanntmachung.

. ; Die geehrten Acrtio⸗ naire d. Mag⸗ deburg-Cö⸗ then ⸗-Halle⸗ Leipziger Ei— senbahn⸗Gesellschaft werden unter Be—

zugnahme auf die Bestimmungen im S§. 24. des Sta⸗ luts hiermit eingeladen, Sich

Montags den 13. Mai e., Vormitt. 2 Uhr,

im Saale des hiesigen Administrations-⸗Gebäudes zu der im §. 23. des Statuts vorgeschriebenen

jährlichen General-Ver⸗ sammlung

einzufinden, in welcher 1) der Geschästsbericht des Direltorii vorgetragen, 2) der Rechnungs- Abschluß des Jahres 1843 vertheilt, 3) für das ausscheidende Drittheil der Ausschuß-Mit⸗ glieder und deren Stellvertreter eine anderweite Wahl getroffen, . auch in Folge der Anträge in der vorjährigen Gene— ral⸗Versamnilung Beschluß darüber gefaßt werden soll: M ob der §. 36. des Statuts dahin abzuändern sei: daß jedes Ausschuß-Mitglied und jeder Stellver⸗ treler sich als Besitzer nicht von Einer, sondern von Fünf Actien ausweisen müsse, und ob diese Actien sämmtlich zu deponiren seien, und endlich 5) ob die Direktoren der hiesigen Dampfschifffahrts- Gesellschaft, unter Berücksichtigung der Bestimmun⸗ gen in den 658. 33. und 34. des Statuts, Mit- glieder des Ausschusses sein dürfen.

Jeder Actionair und Bevollmächtigte, der an der General-⸗Versammlung Theil nehmen will, hat sich selbst und resp. seinen Machtgeber am 19. und 11. Mai (., Vormittags von 9 bis en, im Administrations⸗Ge⸗ bäude hierselbst, als Eigenthümer von sünf und mehr Actien zu legitimiren, und darauf eine Eintrittskarte zu empfangen, worauf die Anzahl der ihm gebührenden Stimmen vermerkt ist und ohne welche Niemand zu der General⸗Versammlung zugelassen werden kann. ;

Sollte Einer der 6 Actionaire beabsichtigen, ei⸗ nen, das gemeinschaftliche Interesse berührenden Gegen⸗ stand, in der General-Versammlung zum Vortrag zu bringen, so wird derselbe mit Bezug auf. S. 29. des Statuts ersucht, sein Vorhaben, unter ausführlicher An= gabe der Motive, spätestens bis zum 3. Mai c. dem Vorsitzenden des Ausschusses im Geschäftslokal der Ge— sellschaft, am Fürstenwall, schriftlich anzuzeigen.

Magdeburg, den 2. April 18644.

Ausschuß der Magdeburg⸗ Cöthen⸗- Halle - Leipziger Eisenbahn⸗Gesellschaft. v. Lamprecht, Vorsitzender.

368 b]

111 83 . * 651 K i

Aachener und Münchener Feuer⸗Versicherungs⸗ Gesellschaft.

Geschäftsstand am 1. Januar 1844. Kapital⸗Garantie ..... ...... ...... 3 Millionen Thlr. Prämien-Einnahme für 1843, exel.

der Vorauszahlungen Reserve für 1844 (Jum 141,975 Thlr. m);; 561, 288 n Versichertes Kapital (um cirea 54 Mil⸗ lionen gestiegen) 393 Millionen 424,271

Den aussührlichen Abschluß sind die Unterzeichneten vorzulegen bereit. erlin, den g. April 1844.

Brüggemann, Subdirelstor, Kommandantenstr. 32.

C. F. Scheel, Haupt⸗Agent, Neue Grünstr. 15.

Gebr. Voltkart, Haupt⸗Agenten, Gertraudtenstr. 23.

S. A. Bahn, Agent, Gertraudtenstr. 26.

Spittelbrücke 2.

Werderstr. 10.

Neue Promenade 4.

Holzmarktstr. 6 u. 7.

Stralauerstr. 55.

Elisabethstr. 19.

Oranienburgerstr. 17.

a fft, Neue Noßstr. 10. etschmann, » Kiönigsstr. 32. „Nicolas, Agenten in Charlottenburg.

ouis Emden, . in Spandow (Firma: J. F. Jeser ich). C. W. Müller, . in Potsdam, Wilhelms⸗ platz 2.

366 h

lemann,

1391] Das Niedergericht hierselbst hat auf Imploriren ab⸗ seiten Herrn Jacob Schleiden Dris. mandat. nom.

ohann Jacob Bergmann zu Berlin und Joseph Tie- . ö. dier rf. 9 n . der a n hier

und in Berlin bestandenen Firma Bergmann C Tie-

fenbacher, ein öffentliches Proflam dahin erkannt: daß alle diejenigen, welche an das seit dem 1. Ja nuar 1823 in Hamburg bestandene, von den Implo— ranten unter der Firma Bergmann C Tiefenbacher geführte, jedoch mit dem 31. Dezember 1843 wieder aufgehobene Sozietäts-Geschäst, oder an einem der beiden bisherigen Associss aus irgend einem Grunde, er sei welcher Art er wolle, rechtsbegründete An— sprüche zu haben, und deshalb der Aufhebung der Firma, fo wie der Uebernahme und Liquidation des Hamburger Geschäfts durch Tiefenbacher, aus irgend einem Rechtsgrunde widersprechen zu könn en vermei- nen möchten, schuldig und gehalten sein sollen, sich mit diesen ihren vermeintlichen An- und Widersprü⸗ chen bis zum 9. August 1814, als einzigem und peremtorischem Termine, und zwar bei Strafe des Ausschlusses und eines ewigen Stillschweigens, in dem Niedergerichte zu Hamburg (und zwar Aus— wärtige durch hiesige Bevollmächtigte) zu melden, selbige auf Verlangen gehörig zu justifiziren und den Spruch Rechtens zu gewärtigen.

Hamburg, den 19. März 1844. Zur Beglaubigung G. Pemöller, Dr., Attuarius.

365 6 D 5 8 2. kor! Neue Kur-Anstalt.

Daß die Kaltwasser-Heilanstalt zu Tharand Mitte April a. «. eröffnet wird, erlauben sich die Unterzeich— neten andurch nochmals und zwar mit dem besonderen Bemerken bekannt zu machen, daß auf portofreie An— fragen, in so weit sie ärztliche Beziehungen enthalten, der mitunterzeichnete Arzt der Anstalt, im Uebrigen aber die Direction derselben, die erforderliche Auskunft er— theilen wird.

Tharand, den 3. April 1844.

Dr. Plitt. Die Direction der Bade Anstalt.

Gleichzeitig erfolgt auch die Eröffnung der Mineral— und Moorschlammbäder, worauf noch besonders auf— merksam macht die Obige.

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chule, welche praktisch lehrt, wie man sich durch Muth,

Köln, 5. April.

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Tapferkeit und Klugheit auszeichnen und emporschwin⸗ gen kann. Selbst dem Nichtmilitair gewährt es eine äußerst interessante Lektüre.

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Von diesem auf vier Bände (gegen 300 Bosen in grölstem Lexikon- Oktav) bereclimeten lateini- selten W örterbuche, das durch die Vis sen- schaftlichkeit der Behandlung und den Reich- thum des Stoffes sieh des entschiedensten Beifalls des gelelirtin Publikums zu erfreuen hat, und nach dessen Beendigung scit Jahren allseitig verlangt wird, sind nunmehr drei Bände, die Buchstaben A K und R Z entlialtend, vollständig erschie—- nen, und sehlt jet allein nur noch der dritte und letzte Band (L O O umfassend), welcher Band im Manuskript bereits von dem Herrn Verfasser been digt ist und gegenwärtig im Drucke so vasch gelördert wird, dass dessen Erscheinen noch vor Ablauf dieses Jahres mit Bestimmtheit ver- sprochen werden kann.

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4571

Ein Autographen⸗Sammler hat mehrere hundert Stücke echte Handschriften aus der Reformation und dem dreißigjährigen Kriege zum Verkaufe bereit. Frankirte Briefe mit „V. P. an die Fridrichsche Leihbibliothek, 93, C., in Regensburg“ be— zeichnet, werden sogleich beantwortet.

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storbene würde Schäße hinterlassen haben, wenn schoön damals solche Tan⸗

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Allgemeine

Preußische Zeitung.

Alle post- Anstalten des In und Auslandes nehmen Geste

auf dieses glatt an, sür Gerlin die Expedition der Aug. Prenss.

Zeitung: Friedrichsstrasse Ur. 72.

.

Inhalt.

Amtlicher Theil.

Inland. Frankfurt 4. d. O. Technische Instruction für die Ausein- andersetzungs⸗-Angelegenheiten. Münter. Statistische Tabelle.

Deutsche Bundesstaaten. Bayern. Bam berg. Hofnachricht. Grh. Hessen. Nieder-Ingelheim. Fund von römischen Mün- zen. Braunschweig. Brgunschweig. Schulden- Tilgung. Erleichterung des Verkehrs. Sach sen-Meiningen Hildburg⸗ hausen. Aus Thüringen. Jubelseier der Reformation.

Nußland und Polen. Schreiben aus Odessa. (Blick auf die dor— tigen Zustände.)

Frankreich. Paris. Näheres über die Verhaftung eines verdächtigen Individuums in der Nähe der Herzogin von Orleans. Bericht über das Medizinglwesen in Preußen und anderen deutschen Staaten. Die Presse über Montlaville's Vorschlag. Schreiben aus Paris. (Nähe—= tes über das angebliche Attentat auf die Herzogin von Orleans; Lesseps; General Bugeaud.) ;

Großbritanien und Irland. London. Ernennung Blomfield's zum eren k Schreiben aus London. (Die neureste

ische Post.

Schweden und Norwegen. Stockholm. Bestätigung des Kron— Prinzen zum Kanzler der Universität Upsalga. Die norwegische Kriegs⸗ Flagge. Die Reise der Studirenden von Upsala nach Kopenhagen findet nicht statt. Der Admiral Sir Thomas Cochrane erhält ein Pa⸗ tent auf eine Verbesserung an Dampsmaschinen. .

Spanien. Schreiben aus Paris. (Die Händel mit Marokko; der Banden -⸗Unfug im Maestrazgo; Cartagena.)

Finanzielle Ergebnisse des Zoll-Vereins. Handels- und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Börse.

Königl. Schauspielhaus. (Historisches über Mozarts Entführung“ ö, Mergrs , gnrführung. ) 2 Neumann. Reise⸗Stizzen aus Italien. Vlämische Sprach⸗

Beilage.

Amtlicher Theil. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

Dem Büchsenmacher Franz August George das Prädikat als Hof⸗Büchsenmacher zu verleihen.

Bekanntmachung.

Die stets wachsende Zahl und Ausdehnung der in neuerer Zeit angeregten Eisenbahn⸗ Projekte beginnt schon jetzt nachtheilig auf Handel und Gewerbe einzuwirken, indem diesen die nöthigen Betriebs⸗ Kapitalien entzogen werden, damit sie zum Handel mit Eisenbahn⸗ Actien bereit seien. Es müßten aber diese Nachtheile noch weit empfindlicher und gewiß in manchen Fällen verderblich hervortreten, wenn neben den bereits genehmigten oder nach den Berathungen der vereinigten ständischen Ausschüsse vorzugsweise zu befördernden Eisen⸗ bahn⸗Anlagen auch jene Projekte alle oder großentheils gleichzeitig zur Ausführung kommen sollten, da sie nicht nur enorme Geldmittel, sondern auch größere Arbeitskräfte in Anspruch nehmen würden, als für die Gewerbe entbehrlich sind. Daher erscheint es um so nöthi⸗ ger, der Versolgung jener zahlreichen, ausgedehnten Projekte Schran⸗ ken zu setzen, als diefelben vielfach zu mißbräuchlichem Treiben benutzt werden und zu immer weiterem Umsichgreifen eines verderblichen Ac⸗ tienspiels Anlaß geben.

Mit Allerhöchster Ermächtigung bringe ich daher hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß für andere Eisenbahn-Unternehmungen,

als diejenigen, welche in Folge der Berathungen der vereinigten stän⸗

Berlin, Freitag den 12 April

1844.

dischen Ausschüsse nach der Allerhöchsten Kabinets Ordre vom 22. No⸗ vember 1812 (Gesetz⸗ Sammlung Seite 307) zur Ausführung und Beförderung bestimmt oder für deren Ausführung bereits Zusagen ertheilt sind, fürs erste und in den nächsten Jahren die Genehmigung überhaupt nicht ertheilt werden wird, sofern nicht für einzelne vor— zugsweise wichtige Bahnen ganz überwiegende allgemeine Interessen eine Ausnahme nöthig erscheinen lassen.

In Betreff der Aufbringung der Geldmittel für diejenigen Eisen— bahn -= Unternehmungen, welche überhaupt noch zur Genehmigung geeignet erscheinen möchten, werden bei Ertheilung der letzteren jedes mal die sich als angemessen ergebenden Bedingungen und Maßgaben besonders bestimmt werden. Vorher erfolgte Actien⸗Zeichnungen, wie sie in neuerer Zeit gegen ansehnliche Proviston zu vielen Millionen gesammelt und zur Kreirung neuer Papiere für die Agiotage benutzt zu werden pflegen, dürfen daher eine Berücksichtigung überall nicht erwarten, worauf ich zur Warnung vor dem An— kauf von Quittungsbogen und Zusicherungs- Scheinen nicht konzessio⸗ nirter Unternehmungen besonders aufmerksam mache. ;

Berlin, den 11. April 1844.

Der Finanz ⸗Minister. von Bodelschwingh.

Angekommen: Der General-Major und Kommandant von Magdeburg, von Fisch er, von Magdeburg. Awbgereist: Der General⸗Major und Inspecteur der ten Ar⸗ tillerie⸗Inspection, von Jenichen, nach Magdeburg.

Uichtamtlicher Theil.

Inland. Berlin, 11. April. Se. Majestät der König haben Allergnä—

Ganzen 115,506 Einwohner ergeben, und zwar 206,957 männliche und 208,549 weibliche. Nach den Religions-Verhältnissen: 1) Chri- sten, a. katholische 373,795, b. evangelische 38,1457, c. griechische 1, d. Mennoniten 8, zusammen 412,291; 2) Juden, a. mit Staatsbür⸗ gerrecht 3179, h. ohne dasselbe 36, zusammen 3215. Von der ge⸗ sammten Einwohnerzahl leben: 1) in der Stadt Münster 20, 961, 2) in den übrigen landtagsberechtigten Städten 62,422, 3) auf dem flachen Lande 332,183.

Ausland.

digst geruht, dem Kaufmann Bade zu Stralsund die Erlaubniß zur Anlegung der Großherzoglich mecklenburg⸗schwerinschen Kriegesdenk⸗ münze zu ertheilen.

Frankfurt a. d. O., 10. April. (Amtsblatt.) Die in Gemäßheit der Vorschriften 8. 18 der Verordnung vom 30. Juni 1834 entworfene und seit beinahe zwei Jahren publizirte technische Instruction für die Auseinandersetzungs⸗Angelegenheiten im frankfurter Regierungs⸗-Bezirk hat insofern ihrem Zweck vollkommen entsprochen und ihre praktische Anwendbarkeit bewährt, als sie seitdem bei allen Auseinandersetzungen des hiesigen Departements in dazu geeigneten Fällen theils unverändert, theils mit den durch die örtlichen Verhält⸗ nisse bedingten Abänderungen unter Zustimmimg der Interessenten zum Grunde gelegt und als dadurch das Auseinandersetzungs⸗-Ver⸗ fahren wesentlich vereinfacht und beschleunigt, auch weniger kostspielig gemacht worden ist. Da diese Instruction indessen andererseits auch die Bestimmung hat, den Interessenten und dem ganzen bei den Auseinandersetzungen betheiligten Publikum Gelegenheit zu verschaffen, sich mit den dabei angewandten ökonomischen Gruͤndfätzen und nament⸗ lich mit dem bei den Abschätzungen beobachteten Verfahren bekannt zu machen, so ist dieselbe auf Veranlassung der landwirthschaftlichen Abtheilung der hiesigen Regierung in den Buchhandel gegeben und durch die hiesige mit dem Absatz beauftragte Verlags- Buchhandlung von Trowitzsch und Sohn, so wie durch alle andere solide Buchhand—= lungen, zu beziehen.

Münster, 6. April. (Amtsbl.) Bei der Aufnahme der statistischen Tabelle haben sich im diesseitigen Regierungs- Bezirk im

Deutsche Bundesstaaten.

Bayern. Bamberg, 8. April. (Fr. M.) Ihre Königliche Hoheit die Kronprinzessin nahm am Gründonnerstage in der protestan⸗ tischen Kirche mit der Gemeinde das heil. Abendmahl. Am Charfreitage besuchten Ihre Königliche Hoheiten der Kronprinz und die Kronprin⸗ zessin die Kirchen, wohnten der Aufführung von Mozarts Requiem durch die vereinigten hies gen Orchester, Musikcorps und den Lieder⸗ kranz zum Besten der Armen in der Michaelskirche, am Samstage der Auferstehungsfeier im Dome bei. Wie schon früher, wurden auch bei diesem Anlasse die Armen und mehrere Wohlthätigkeits-Anstalten von Höchstdenselben reichlich bedacht. Am Ostersonntage hatte Se. Excellenz der Herr Erzbischof mit dem gesammten Domkapitel die Ehre, zur Tafel gezogen zu werden.

Grh. Hessen. Nieder⸗Ingelheim, 5. April. (J. J.) Vor einigen Tagen fanden zwei hiesige Tagelöhner in der Nähe des Orts, beim Roden eines Weinbergs, einen irdenen Topf mit beinahe 3009 Stück römischer Münzen.

Braunschweig. Braunschweig, 4. April. (H. C.) Na Belanntmachungen des Herzoglichen , in den err Anzeigen werden im gegenwärtigen Jahre 30,000 Rthlr. Kammer⸗ schulden und 70,4000 Rthlr. Landesschulden, durch Rückzahlung aus⸗ gelooseter Schuldverschreibungen, getilgt werden. Mittelst Restripts des Herzoglichen Stagts⸗Ministeriums vom 26. März ist den Her⸗ zoglichen Neben⸗Zoll⸗Aemtern erster Klasse zu Karlshütte, Mülenbeck, Bornum, Lutter am Barenberge, Ildehausen, Badenhausen und Harzburg die unbeschränkte Befugniß zur Abfertigung von Waaren aus dem freien Verkehre zum Transporte durch das Ausland, so wie zur Erledigung desfallsige Declarationsscheine ertheilt.

Sachsen⸗-Meiningen-Hildburghausen. Aus Thü—⸗ ringen, 3. April. (D. A. 3.) Am 25. aun 26. Januar . das e , i fr Jubiläum der Einführung der Reformatson in der ehemaligen Gra schaft Henneberg sowohl im Herzogthume Mei= ningen, als in den beiden zum Großherzogthume Weimar ⸗Eisenach 8 Ilmenau und Kaltennordheim festlich begangen. jn Meiningen läßt der Herzog zum Andenken an diefe Feier setzt eine Medaille prägen, wovon jedem Schulkinde ein Exemplar in Bronze und jedem Lehrer an bem Gymnasium und der Realschule der Stadt Meiningen in Gold ertheilt werden soll.

Russland und Polen.

O Odessa, im März. Die von Steppen umgebene Stadt bildet jetzt den Mittelpunkt des russischen Handels auf dem schwarzen Meere; hier versilbern die Bewohner der Ukraine, Polens und ganz Süd-⸗Rußlands ihre Produkte und machen ihre Einkäufe. Viele vornehme Familien bewohnen die Stadt der Kindererziehung wegen, weil sie mit zahlreichen Lehranstalten versehen ist; die Bevölkerung besteht jedoch hauptsächlich aus Kaufleuten, welche über den Reichthum hert⸗

Königliches Schauspielhaus. Historisches über Mozart's „Entführung“.

Bei Gelegenheit der Aufführung von „Belmonte und Constanze“ am 7. April wollen wir einige geschichtliche Nachrichten über die Entstehung, Aus und Umbildung dieser „Oper der Liebe“ geben. Wir haben dabei die Karl Gollmick: „Musikalische Novellen und Silhouetten“, Zeitz 1838, theils benutzt, theils ergänzt.

; ber e. ö ö welchen Alexander Du sch den Genius nennt, der das Zeitalter des Perikles in der Musik geschaffen und mit seinem Tode wieder beschlossen die „Finta semplicc“ (in einem Alter von 12 Jahren), den „Mitriqate“ (die erste von Mozart's Opern, die auf der Buͤhne er⸗ schienen, Milano 1770), den „Lucio Sulla'“, „Ia hella sinta giardinieras; nachdem er seinen „Idomeneo, Re di Creta? (1780 für den Fasching in München) geschaffen, erschien auf Veranlassung Joseph's I. seine erste deutfche Sper: „Die Eniführung aus dem Serail“, oder: „Belmonte und Constanze“. Sie wurde zum erstenmale am 13. Juli 1782 auf dem wiener Natsonal-Theater, für das sie auch bestimmt war, in Scene gesetzt und bil⸗ dete gleichsam das Fundament, auf welchem sich das unsterbliche Gebäude von Mozart's Nuhm erhob. Die „Entführung“, in dem elektrischen Alter von 25 Jahren geschrieben, haucht alle Begeisterung der glühenden Liebe des Komßonisten aus: wenige Monate später verwirklichten sich die Ahnun- en seiner Töne, wer hätte die Arien Belmonte's nicht mitempfunden? in den Armen seiner Constanze. .

Kaiser Jofeph, um den Besitz seines Mozart wie mit seinem Gelde geizend ), erwarb sich mittels dieser Oper ein Verdienst um die deutsche Musik, indem er dadurch den Geschmack an der italienischen Oper zu ver- drängen beabsichtigte. Die deutschen Sänger, für welche die „Entführung“ also ursprünglich geschrieben ist, waren die Cavalieri, Tayler, Ad a m⸗ berger, Fischer und Dauer. Das Texytbuch ist von Bretzn er, wel⸗ cher daselbe anfangs nicht für Mozart, sondern für J. Andrés **) in Berlin

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) Der Kaiserliche Kapellmeister Mozart, Ritter des goldenen Sporns, Mitglled der Academia silarmonica zu Bologna u. s. w., hat, nachdem er ein Jahrgehalt von S9 Fl. bezogen, unter dem Druck einer Schuldenlast von 3000 37 in der Mitternacht vom 5sten zum 6. Dezember 1791 die Augen geschlossen; am 28. Dezember darauf gaben die Wiener zur Unter stüͤßung der Hinterlassenen ein öffentliches Koönzert im National-Theater! Niemand weiß die Stälte, wo Mozart begraben liegt. Der im Elend Ge⸗

fismen bezahlt worden wären, wie sie jetzt auch bei uns den dramatischen Tonfsetzern und Dichtern i . ind. n

Fa) Vater von A. Andres in Ofeenbach, rühmlichst bekannt als Kom- ponist und Versasser eines Lehrbuchs der Tonsetzkunst, Besitzer des Mozart=

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schrieb, der diese Oper früher komponirte. Mozart ließ durch Ste—⸗ phani in Wien Mehreres daran ändern und neu hinzufügen. 3) Eine historische Thatsache ist, daß sich unter Mozart's eigenhändigem

Nachlaß Bruchstücke einer ähnlichen Oper vorfanden, aus sechzehn vollstän= dig instrumentirten Nummern bestehend. Ein Beweis, daß sie der Auffüh— rung nahe war. Aber weder eine Ouvertüre, noch ein Finale, noch eine verbindende Prosa oder sonst ein Aufschluß gebendes Motiv fanden sich weiter vor. Auch fehlte der Titel. Aber daß unsere „Entführung“ mit jenen Bruchstücken eine und dieselbe Grund⸗Idee haben mußte, ist, trotz der bedeutenden Abweichungen davon, gewiß. Bassa Selim (dort Soliman) z. B. ist singend aufgeführt, und eine Soubrette gar nicht vorhanden. Merlwürdig ist, daß mehrere Melodieen je ner Oper auffallende Reminis⸗ cenzen zu dieser bilden. Dem Stole nach ist dieselbe in den siebziger Jahren geschrieben. Daß die Hauptperson des Bretznerschen Buchs den Namen ,. nachmaligen Gattin trug, mochte den jungen, nach dem Idealen strebenden Komponisten nicht wenig zur späteren Wahl bestimmt haben. A. André ist auch im Besitz dieses Kleinods, welches durch die vor einigen Jahren erfolgte Zuthat einer neuen motivirten Prosa (durch K. Golim ich Bühnenpraktifal geworden ist und von Bretzner's Intrigue möglichst abweicht. Die nothwendige Hinzufügung der Ouvertüre und eines beschließenden Rundgesangs, wozu ein Motiv der Oper benutzt wurde, ist von André selbst. Die auf solche Art neugewonnene Oper heißt: Zaide. Gollmick setzt diesen Notizen ausdrücklich hinzu: „Am merk würdigsten ist, daß dieses Manustripts, meines Wissens, in keinen Memoiren über Mozart, auch nicht in seinen Briefen erwähnt wird, obgleich es mit der autographischen Existenz desselben seine evidente Richtigkeit hat.“ Wieder auf unsere Entführung zu kommen, so mag das Buch viel Mangelhaftes haben, doch sind die Vorzüge überwiegend. Daß es der Sprache jener Zeit nicht um Schwulst, sondern um Natur und Wahrheit f thun war, möchten unsere Schönfloskler beherzigen wollen. Die ein⸗ ache Zeichnung soll durch des Malers Phantasie zun Kunstgebilde erhoben

schen Nachlasses eigenhändiger Partituren, Herausgeber des Mozartschen Tagebuchs und ie,. Original- Partituren, die ö ö . gediuttt sind, um des Meisters Art zu komponiren anschaulich zu machen. 9) Nach einem Briefe, den Mozart am 26. September 1781 aus Wien an seinen Vater in Salzburg schrieb, hatte die Oper nach Bretzner's ursprünglichem Texte mit einem Monolog angefangen; das Duett zwischen Osmin und Belmonte, und beide Arien bes Osm'n fehlten ganz: nachdem Mozart mit dem ersten Akte fertig war, auch schon eine Arie und das , n,, el hene, J. Stephani die ganze In⸗ . Na eser Neform wurde das meisterhafte Quartett das sich am Anfang des dritien Akis befand, als 66 .

ĩ inal weiten pla⸗ cirt u. s. w. Vgl. von Ri sse n 6 Bio graph inale zum zweiten p

ozart's.

werden. Gewiß würde sich kein Schüler unserer Zeit mit diesem Texte be⸗ faßt haben, und doch erscheint diese Dper nach so vielem modernen Unsinn gleichsam iriumphirend wieder auf unserer Bühne.

Sie übte am Ostersonntage auch hier wieder ihren allgewaltigen Zau⸗ ber aus, trotzdem daß die Besetzung keine ganz genügende war. Es llingt fabelhaft, daß man bei einer Hofbühne, wie die berliner, die Partie des Bassa Selim, eines mannhasten edlen Charakters, durch den Baß⸗Bu ffo repräsentiren ließ, dessen geniale Komik das Publikum bei seinem jedesma—= ligen Auftreten zum Lachen zwingt. Auch der Darsteller des Pebrillo ist dieser Rolle nicht gewachsen. Die Stimme der Dlle. Marx, welche die in der Partie der Constanze gethürmten Schwierigkeiten zu besiegen hatte, llang ein wenig gedrückt, dagegen sang Dlle. Tu czek das Blondchen silberrein und mit wahrhaft künstlerischer Vollendung. Sie sowohl als Herr Man⸗ r 9 en , gi, den Sr nrg ne . . Versammlung.

uch die Leistung des Herrn iesche als Osmin fand Anerkf (. Am Schluß . 7 jc 6

In dem Tanz-Divertissement, welches die Vorstellung schloß, debütti Herr Ebel, und machte sich dem Publikum, das ihm Kiel 6 vortheilhafter Seite bekannt. u.

A dolphine Neumann.

Am Morgen des 11ten d. fand die Beerdigung der im 19ten Lebens⸗ jahre dahier verstorbenen Königl. Hof-Schauspielerin Adolphine Reu— mann statt. Die Straßen, durch die sich der von vier Pserben ezogene Leichenwagen bewegte, waren mit Menschen überfüllt, Alle von ann. Theilnahme und Rührung ergriffen. Dem Kondukte hatten sich etwa hun- dert Wagen angeschlossen, worin sich die Beamten der Königl. General⸗ Intendantur, die , . des Theaters, Gelehrte, Künstler, Dichter und Verehrer des schönen Talents der Frühverklärten befanden. Langsam und feierlich bewegte sich der Zug von der Wohnung der Verstorbenen in der Niederwallstraße über den Hausvoigteiplatz, durch die Mohren- und Frie⸗ drichsstraße zum Friedhof der Luisenstadt- Kirche in der Hasenhaide. Als der Sarg, der mit einem, von weißen Atlasbändem durchslochtenen Kranze von Orangen, weißen und rothen Rosen umschlungen war, dort vom Wagen gehoben wurde, ließen die Mitglieder der Königl. Kapelle eine Trauermusik erschallen, und sodann hielt der . er, Heri fessor Dr. Brunnemann, die Grabrede, welche die Anwesenden 3 be- wegte. Er gedachte ihres edlen n , ließ nicht ĩ un . sie erst durch Leid und Kummer bis zu jener Anerkennung deren sie sich zuletzt zu erfreuen gehabt habe, rühmte die Innigten richtige Liebe, die zwischen der Verstorbenen und ihren nächst gen geherrscht habe, erzählte, in welcher Achtung sie bei ö die um ihr reines Leben und Streben gewußt, und wie die Tröstung wegen

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