1844 / 110 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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d zu dem in dem Gesetze vom Juni 1830 bestimmten r von fünf Jahren Zuchthaus verurtheilt worden. Die Richter haben den höchsten Grad, der Strafe angewen⸗ det, um ein strenges Beispiel zu geben; allein der Verurtheilte ist nur das Opfer derer, die ihn nebst so vielen Anderen vorgeschoben haben, denn er gehört nicht zur großen Association, und er hat keinen Na⸗ men, der Aufsehen macht. Die eigentlichen Anstifter, durch das Zu⸗ standekommen der Anleihe ein wenig erschreckt, werden sich nach und nach von denen, die sie kompromittirt haben, zurückziehen, die Schwachen werben für die Starken zahlen müssen, und das arme Volk wird abermals durch Schaden klug werden.

Die Proclamation des Gouverneurs von Limburg, welche den Bewohnern die Unzufriedenheit des Königs mit dem Treiben der Se⸗ paratisten kundmachte, diese im Namen Sr. Majestät erlassene Pro⸗ clamation, hat in dem Benehmen der Separatisten nichts geändert; sie behaupten fortwährend, daß der Gouverneur jene Proclamation aus eigenem Antriebe und in seinem eigenen Namen erlassen habe.

Holland hat zwei Künstler verloren, den Blumenmaler Bloemers, s8 Jahre alt, und den Maler Couwenberg, im Alter von 38 Jahren. Beide sind ein Verlust für die Kunst.

8 n.

tt Brüssel, 13. April. Der Moniteur bringt heute die Nachricht, daß die Demission, welche Herr Dechamps am 19. März dem Könige vorgelegt, nicht angenommen sei. Es war diese Erklä⸗ rung für das Publikum überflüssig, da man schon seit fast 3 Wochen hinreichend von der höchst sonderbaren Stellung unterrichtet war, welche dieser die katholische Meinung im Kabinette repräsentirende Minister einzunehmen für gut befunden hatte. Die Annalen des Re⸗ vräsentativ⸗Systems haben wohl schwerlich einen ähnlichen Fall auf⸗ zuweisen. Er wirft aber derselbe ein neues Licht auf die hiesige Stel⸗ lung ber Parteien, und wir können ihn deshalb nicht mit Stillschwei⸗ gen übergehen. . , ; Herr Dechamps erklärte in den Kammern bei dem Beginn der Biskussion über die Unterrichts Frage, daß er in das Ka— binet als Caution für die katholische Meinung eingetreten sei und er deshalb auch nicht blos nach, seiner persönlichen Ansicht, sondern nach den Interessen dieser Meinung handeln müsse. Derselbe Minister war aber einverstanden gewesen mit der Vorlegung des Ge⸗ setz⸗Projektes über den Universitäts-Unterricht, welches ihm von dem Minister des Innern mitgetheilt worden war, und hatte nur verlangt, daß daraus keine Kabinetsfrage gemacht würde. Allein, sobald als die hohe Geistlichkeit, als die Organe derselben in der Kammer und in der Presfse ihr hohes Mißfallen über dieses Projekt kund geben, reicht der Minister seine Entlassung ein, um mit größerer Freiheit einen Gesetz Antrag zu bekämpfen, dessen Vorlegung er genehmigt hatte; allein nachdem der Antrag verworfen, tritt er wieder in den früheren Posten, um nach wie vor die gemeinsamen Interessen des Landes mit feinen Kollegen zu besorgen. In den liberalen Kreisen und deren Tagespresse hört man seit 3 Wochen nur ein dem Theater entlehntes Wort, um die hiesigen Vorfälle zu bezeichnen, und wir müssen gestehen, es hätte in einer so wichtigen Angelegenheit auch jeder Anschein dazu vermieden werden müssen. Was soll man außer⸗ dem zu den Grundsätzen sagen, die von einem Minister in wohlbe—

dachter parlamentarischer Rede ausgesprochen sind. Ist noch eine Re= gierung möglich, wenn ein Kabinets⸗Mitglied sich als den Repräsen⸗ tanten einer Partei ansteht und seine Ansichten oder Ueberzeugungen, wie er sie im Ueberblicke über das Gesammt-Interesse in der Kabinets- Diskussion mit seinen Kollegen gewinnen kann, den Launen einer schwankenden oder auch 3 Meinung aufopfert? Es ist mög⸗ lich, daß ein solches Mitglied konsequent nach den Grundsätzen eines reli⸗ giösen Systems handelt, welches überall die Unterwerfung der persönlichen lÜieberzeugung unter eine geistliche Autorität verlangt; allein werden solche Prinzipien auf das politische Gebiet verpflanzt, machen sie sich sogar in den höheren Kreisen der Verwaltung geltend, so kann daraus nur eine unabsehbare Reihe von Verwirrungen entspringen. Werden die Minister die Commisstonaire, die bloßen Abgeordneten oder Ge⸗ schäftsführer einer Partei oder einer Meinung, der sie sich sogar bei einzelnen Fällen unterwerfen, so wird die Regierung, die ein ange⸗ messenes Gegengewicht gegen die unvermeidlichen Fluctuationen in den Ansichten, Bedürfnissen, Bestrebungen der Mitglieder der Staats⸗ Gesellschaft bilden soll, in den Strudel der Partei⸗Interessen hin⸗ eingezogen und muß darin untergehen, Uebrigens sehen wir den gegenwärtigen Vorfall nur als ein recht hervortretendes, charakte⸗ ristisches Symptom einer Tendenz an, die fast nothwendig aus einem System hervorgeht, welches, in dem religiösen Gebiete wurzelnd, sich immer mehr auf dem politischen auszubreiten und dasselbe mit seinem

Einflusse zu beherrschen trachtet.

664

Die belgische Constitution hat die vollkommene Trennung von Staat und Kirche ausgesprochen, allein sie hat in der Wirklichkeit dadurch den geistlichen Autoritäten nur eine um so unbeschränktere Macht ge⸗ geben, sich durch alle ihr zu Gebote stehenden alten und neuen Mit- fel die Zugänge der politischen Gewalt zu eröffnen, und wenn der Erfolg nicht den Bestrebungen entsprochen hat, so ist dies nicht der Geringfügigkeit der angewandten Mittel, sondern allein dem höheren Geiste zuzuschreiben, der sich der neueren Gesellschaft bemächtigt und sich in das alte Zwangs- System nicht wieder eindrängen läßt. Dder ist es nicht genug, wenn der Beichtstuhl dazu gebraucht wird, um die Wahl-Kandidaten zu empfehlen, wenn die Geist⸗ lichen die Journale verbieten, die ihnen nicht unumwunden ergeben sind, die Absolution verweigern, wenn die Kinder eine Anstalt besuchen, die in Konkurrenz mit den geistlichen und jesuitischen Lehr-Anstalten sind, wenn den Freimaurern die Einsegnung der Ehe, wenn den Schau= spielern, den Buchhändlern, welche Nomane verlegen u. s. w. das christ= liche Begräbniß versagt wird. Wo sind die Gränzen von solchen Ansprüchen? Könnte nicht nach denselben Grundsätzen Deputirten, Ministern die Absolution verweigert werden, wenn sie Gesetze votirten oder vorlegten, die gegen das katholische Interesse laufend bezeichnet werden? Freilich muß man fragen: sind überhaupt noch Gränzen zwischen Kirche und Staat nach einem Religionssystem möglich, wel⸗ ches auch in der Hinsicht den Anspruch auf Universalität geltend macht, daß es keine Seite des gesellschaftlichen Lebens als selbstständig anerkennt, vielmehr in allen Gebieten die geistliche Autorität als un= mittelbaren Herrn oder als Wächter und Schutzherrn aufstellt und gerade in die zartesten Verhältnisse dringt, welche gewissermaßen die Brennpunkte sind, wo sich die hauptsächlichsten Nerven des menschlichen Lebens konzentriren? Man weiß wohl, daß dieses Religions System in der Bedrängniß der Zeiten seine Ansprüche schweigen läßt, allein überall mit denselben wieder hervortritt, so wie sich die Umstände günstig zei⸗ gen. Und wer möchte hier in Abrede stellen, daß seine Vertreter mit Gewandtheit die Schwächen zu benutzen wissen, die sich in den ver schiedenen Regionen der Gesellschaft kund geben, ja daß sie selbst die entgegengesetzten Systeme unter Umständen zur Ausbreitung ihrer Herrschaft zu benutzen wissen. Belgien giebt hiervon ein schlagendes Beispiel; politische und religiöse Freiheit ist lange dem Katholizismus ein verdammungswürdiges Prinzip gewesen, jetzt ist dasselbe aber ge⸗ wissermaßen das Losungswort in allen Ländern geworden, wo der Staat noch, im Interesse der wirklichen persönlichen Freiheit, Ansprüchen entge⸗ gentritt, die sich in einem Umfange geltend zu machen suchen, wie sie die Geschichte selbst in den für den Katholizismus günstigsten Zeiten nicht aufzuweisen hat. Bei diesen Ansprüchen wird denn auch auf Belgien als auf das neue Eldorado der wahren Freiheit hingewiesen. Man be⸗ trachte aber den inneren Zustand des Landes genauer, und man wird finden, daß der Zwiespalt immer größer, der Kampf zwischen der katholischen und liberalen Meinung immer heftiger geworden ist und eine Vermittelung immer mehr als ein unerreichbares Ziel erscheint. Ja, nach den Grundsätzen, die hier auf der katholischen Seite immer sichtbarer hervortreten, muß man ernstlich die Frage aufwerfen: ob ein constituͤtionelles Regierungs-System überhaupt bei dem Vorwalten einer Meinung möglich ist, die keine freie Bewegung in der Regie— rung, in den Kammern, in der Gesellschaft gestattet; die letzten Vor fälle, und besonders die von einem der Minister angenommene Stel—

lung, haben in dieser Hinsicht ernstliche Bedenken hervorrufen müssen. Der materielle Sieg ist nochmals der katholischen Meinung verblieben, allein die liberale Partei wird im Lande die wahrhaft nachhaltigen Früchte von dieser Diskussion ärndten. Möchte die katholische Mei⸗ nung ernstlich die wahrhafte Lage der Dinge bedenken und nicht durch die weltlichen Prätentionen das Interesse der Religion selbst gefährden; möchte sie sich wohl überzeugen, daß die Stütze, die sie bis jetzt in Belgien . immer schwächer wird, und daß man hier auf die Dauer kein System ertragen wird, welches, bei konsequenter Durch führung, die unglücklichsten Zeiten des spanischen Despotismus zurück⸗ rufen möchte. V .

In kurzem wird in den Kammern die Diskussion über die indu⸗ striellen und kommerziellen Fragen beginnen. Die Anhänger des Sy— stems der Differenzial-Zölle für die Schifffahrt sind unermüdlich, um denselben Eingang in den Kammern zu verschaffen, England und Holland sollen dagegen schon offiziöse Vorstellungen bei der Regierung gemacht haben; einige Journale wollen sogar die Reise des Königs nach England zum Zweck einer besseren Verständigung mit dem bri⸗ tischen Kabinet damst in Verbindung bringen, was wir dahingestellt sein lassen. Jedenfalls wird die Diskussion ein großes Interesse für Belgien darbieten, und wir wollen selbst die parlamentarischen Erör⸗ terungen abwarten, um über diesen wichtigen Gegenstand ein motivir⸗ tes Urtheil zu fällen.

Spinner⸗ und Weber -unterstützung.

Unter Bezugnahme auf unsere Bekan

ntmachung vom 30sten v. M. bringen wir hiermit den Umfang des von uns ausgeführten

Spinner- und Weber-Unterstützungs-Geschäftes bis zum heutigen Tage zur allgemeinen Kenntniß.

An Flachs Von den Handspinnern zum ist angekauft: Selbst⸗

; . An Handweber

An die Handweber ist zu ermäßigten ; 4 ; . Preisen verkau t: ist schlesisches ist für Prei 1 Maschinen⸗ abgelieserte

und Handgarn Waare

kosten⸗ preise

i verkaust.

Zeitraum. Garn

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zum Verweben an Lohn gegen Lohn gezahlt wor ausgegeben, den.

Handgarn Maschinen garn

f ür ür zu Schock Ilir .Mi Mllir „Mer „! Leinwand. Illi. M,, ,.

in Erdmannsdorf bis 30. März 18 131 33 1129, 21 vom 31. März bis 15. April 12 84 3686 2

761 14 375 291 19 170 . 8 28 10

bis 15. April 1814 ...... 144 14984

931 26 —– 1. 319 29

in Grüssau

bis 30. März 184 523 895 448 vom 31. März bis 15. April 35 ö 51

bis 15. April 1814 ...... 559 519 499

Zusammen

bis 390. März 1814 ...... 655 29 595 11746

3738

vom 31. März bis 15. April 45 18 189

25 761 14 1. . 1541 51 174 . 37 663

bis 15. April 1841 ..... 703 4] 785 15184 Erdmannedorf in Schlessen, den 15. April 1844.

635 935 1d - 15 1s 3711 2201

Flachsgarn⸗Maschinen⸗ Spinnerei. . Weck. Kaselows ky. m

gandels- und Börsen - UNachrichten.

Berlin, 19. April. Die meisten Eisenbahn-Effekten waren heute be— gehrt und der Umsatz nicht unbedeutend. Vornehmlich erfuhren Oester= reichische Eisenbahn-Actien in allen Gattungen einen ferneren Aufschwung bei lebhaftem Geschäft.

Marktpreise vom Getraide. Berlin, den 18. April 1844. ;

Zu Lande: Roggen 1 Rthlr. 8 Sgr. 5 Pf.; große Gerste 1 Rthlr Sgr. 5 Pf.; kleine Gerste 1 Rthlr., auch 29 Sgr. 8 Pf.; Haser 27 Sgr. Pf., auch 21 Sgr. Eingegangen sind 63 Wispel 12 Scheffel.

Zu Wasfer: Weizen (weißer) 2 Rthlr. 4 Sgr. 10 Pf., auch 2 Rthlr.

1 Sgr. 2Pf. und 1 Rihlr. 26 Sgr. 5 Pf.; Roggen 1 Nihlr. 12 Sgr., auch 1 Rihlt. 3 Sgr. 5 Pf.; Hafer 24 Sgr. 3 Pf., auch 20 Sgr. 9 Pf. ; Erbsen (schlechte Sorte) 1 Rthlr. 8 Sgr. 5 Pf. Eingegangen sind 2281 Wispel 1 Scheffel.

Mittwoch, den 17. April 1841.

Das Schock Stroh 7 Rthlr. 17 Sgr. 6 Pf., auch 6 Rihlr. Der

Centner Heu 1 Nihlr. 5 Sgr., auch 22 Sgr. 6 Pf. Kartoffel ⸗Preise. Der Scheffel 7 Sgr. 6 Pf, auch 12 Sgr. 6 Pf. Branntwein ⸗⸗Preise.

Die Preise von Kartoffel⸗Spiritus waren am 13ten 15 1514 Rthlr., am 16ten 1514 Rihlr. und am 18. April d. J. 15 Rihlr. (frei ins Haus geliefert) pro 2090 Quart à 51 pCt. oder 10,800 pCt. nach Tralles. Korn- Spiritus: ohne Geschäft.

Berlin, den 18. April 1844.

Die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin.

Leipzig, 18. April. Magdeburg Leipziger Eisenbahn Actien 197 Geld pr. Zahltag. Berlin-Anhalter 157. Brf. pr. ult. 158 pr. Zahltag bez. Leipzig⸗Dresdener 145 Geld pr. Zahltag. Sächsisch Baverische 199 bis 110 pr. Cassa und pr. ult. bez., pr. ult. Mai 110, Geld. Sächsisch-Schle⸗— sische 118 pr. ult. bez. Kiel Altenger 12) B n 1565 rf. pr. uli. Mai. Außer SächsischBaverischen E. A., welche 10995 110 pr. Cassa und ult. in namhasten Posten umgesetzt wurden, war das heutige Geschãt⸗ nicht sehr belangreich. Magdeburg-Leipziger angenehmer und 197 pr. Zahlf tag Geld. Leipzig Dresdener und Sächsisch Schlesische fest jedoch ohne Um gang. Berlin Anhalter 1575 Brf. pr. ul., 158 pr. Zahltag bezahlt. iel; Filtönger fortwährend angetragen, 129 Brf. pr. ult, 130 Brf. pr. ult. Mai.

B e i n e ö 868 Den 19. April 1844.

Pr. Cour.

nrief. J Geld. Grun.

2 * Rel. Pots. Biseub. 1613 3 J 1 ; . m. Sehr. ch, 3. 101 . 1060 do. do. Prior. Obl. 103

ut 30. 3 27 ö 21 r. . ; 4 Męil. Lp. Eisenb. - ö 1933 Präm Sch. d. Seh.

R rk do. do. Prior. Obl. 4 1035 Kur- u. Nenmärk. 9 . 82

21 zrl. Anb. kisenb. - 5 158 Schuldverschr. 3 160 kr 1 i .

. ö lo. do. Prior. Ohl. 4 103 ,,,, , ö

, . Dijss. Elb. Risenkh. 5 Danz. do. in Th. 458 P nn,, 995 .

Westpr. Psandbr. 31 100 100 4 Grossh. Hos. do. 42 hein. Bin enb. ! f . 99 1 do. do. Prior. Ob.

. 6 ö 6. ö 7 6 v. Staat garant. ö 9a. . 6 6 1607 Brl. raukf. ish. . ö. . 36 101 7 o. do. Prior. Obl. y i wennn, do.. 5 25 Ob. Schles. Bisb. Schlesische . do. Lt. B. v ein ö. z. St. E. III. A u. B - . . 2 Friedrichsd or. 37. ͤ 34. Magd. Hallist. E. 1 ͤ And. ldi. à s Tb. ' liresl-Schweidn.-

Hisconto.

Lr. Cour.

- ö Aelien. S kBriet. Geld. P

Fonds.

Gold al marco.

Hreihꝶ. Risen. 1

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 15. April. Niederl. wirkl. Seb. 60. h h Span. 21 4. 395 do. 373. Pass. 64. Aust. . Ziusl. —. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 1093. 195 Russ. II0pe 91.

Antwerpen, 14. April. zZinsl. Neue Anl. 215.

Frankfurt a. M., I6. April. 5Yh Met. 1 133. Bank- Actien 2010. p. ult. 2012. iayr. Bauk-Actien 705 6. llope 90. Stiegl. 893. lat. 60 33. Poln. 300 EFI. 94 G. do. 5090 RI. 993. do. 200 FI. 32 6.

IIa in bu . 17. April. Rauk Actien 1680. Engl. Russ. I 135.

Wien, 15. April. Nordb. 14161. Gloggn. 1143. Mail. 1085. Livorn. 1053.

Meteorologische Beobachtungen.

1844. Morgens 18. April. 6 Uhr.

7h do. 100.

Preuss. 'r.

Ahends 10 Uhr.

Nachmittags Nach einmaliger

2 Uhr. Beohachtun.

Luftdruck . ... 339,0 par. 338, 2. Har. 338, S Tar. Quellwärme 7, 0? R. Luftwärime ... 4 6, 2 R. 14, ö R. 4 9, 9d R. Fluss wärme . R. Thaupunkt ... ö 4, 10 H. 4 . n. 4 4,49 R. Bodenwärme 4,07 R. Duustsättigung 78 pCt. 41 pCt. 70 pCt. Aus dus tung 0, 012 Rb. Wetter heiter. trüb. heiter. Niederschlaz O. Wind Sw. Sw. Sw. Würme wechsel 15, 10 Wolkenzug. .. , 8W. . 5,5) R. LTagesmittel: 338,R7 1“ Par.. 10,15 n... 4 5,37 R... G3 pCt. SW.

Königliche Schauspiele.

Sonnabend, 20. April. Ouvertüre zu Coriolan, von L. van Beetho⸗ ven. „Die Wiese“, Lied von Herder, komponirt von Karl Seiler, vorge⸗ tragen von Herrn Pfister. Duett aus der Oper: Linda von Cha— mounix, von Donizetti, in italienischer Sprache, vorgetragen von Dlle. Marx und Herrn Psister. Hierauf: Die Lotto Nummern, Singspiel in 1 Akt. Musik von Isouard. Und: Der Polterabend, komisches Ballet in 1 Akt, von Hoguet.

Sonntag, 21. April. Das Nachtlager von Granada. (Herr Pfister: Gomez, als zweite Debütrolle Hierauf: Ein Divertissement.

Im Konzertsaale: 1) Les bremières amours, vaudeville en l actè, par Scribe. 2) La premièëre représentalion de: Le gadet de famisse, vaude ville nouveau en 1 acte, du théätre du Gym— nase. 3) La reprise de: Uue passion romantique, vaudeville comique 611 1 aCte. .

Montag, 22. April. Die Räuber, Trauerspiel in 5. Abth., von Schiller. (Herr Döring: Franz Moor, als Gastrolle.)

Rönigsstädtisches Theater.

Sonnabend, 20. April. (Italienische Opern -Vorstellung,) Zum erstenmale: L'Ingau felice. Opera in 1Al0. Musica del Maestro Rossini᷑' (Die neue Dechbration ist vom Decorationsmaler Martinelli, Hierauf: Vierte Kunst-Vorstellung des Herrn B. Bosco in der ägyptischen Magie. Mit Ausnahme der unsichtbaren Kugeln sind die heutigen 12 Productionen sämmtlich neu und noch in keiner der vorhergegangenen Vorstellungen gezeigt worden. Unter Anderem: Ein Sträußchen und noch ein Sträußchen und immer in einer anderen Manier. Zum Schluß: Der Bär und der Bassa. Komische Scene.

Sonntag, 21. April. Zum erstenmale wiederholt: Der erste Waffengang. Lustspiel in 2 Alten. Frei nach dem Französischen, von F. Heine, Königl. sächsischem Hof⸗Schauspieler. (Mad. Hellwig, Königlich sächsische Hof- Schauspielerin: Den Herzog von Richelieu, als Gastrolle.) Hierauf: Eine Reise nach Spanien.

Montag, 22. April. (Italienische Opern-Vorstellung.,) Zum erstenmale wiederholt: L'Iugando felice. Hierauf: Fünfte Kunst⸗ Vorstellung des Herrn B. Bosco in der ägyptischen Magie.

Verantwortlicher Nebacteur Dr. J. W. Zinkeisen. Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober- Hofbuchdruckerei.

Beilage

Beilage zur Allgemeinen Preußischen Zeitung.

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Inhalt.

Deutsche Bundesstaaten. Württemb erg. Stuttgart. Geh. Staatsrath Kölle .' Baden. Mannheim. Schifffahrt. Freie Städte. 5 rankfurt a. M. Auswanderung von Separatisten.

Schweiz. Schwyz. Die neue Jesuiten- Kirche.

van, rm aus Paris. (Näheres zur Beurtheilung der jůngsten

Eisenbahnen. Schreiben aus Paris. (Die Bahn von Paris nach Lyon.)

Ausland.

Deutsche Bundesstaaten.

Württemberg. Stuttgart, 13. April, Abends. (Fr. J. Heute Mittag 2 Uhr starb dahier plötzlich an einem Lungenschlage der Geheime Staatsrath von Kölle, Ritter des Ordens der württembergischen Rrone. Ganz Württemberg trauert über den trefflichen Mann, der sich in Stuttgart einer seltenen Popularität bei Hoch und Rieder erfreute. Ven geringem Herkommen, hatte sich der Verewigte bis zur Stelle eines Königlich württembergischen Botschafters in Rom emporgeschwungen, wo er die Zinsen feines bedeutenden Ver— mögens und seinen Minister-Gehalt blos zur Unterstützung dürftiger Künstler verwandte. Ewig unvergeßlich wird der edle, leutselige Greis den deutschen Künstlern bleiben, die Rom zu seiner Zeit besuchten, besonders denen, an welchen sich seine große Liberalität und Freund- lichleit erprobte. Seit den letzten Jahren hier von den Geschäften zurückgezogen lebend, zeigte er sich stets als ein edler Mäcen, und während er für sich beispiellos mäßig lebte, gab er mit vollen Hän— den, wo sich nur ein Bedürftiger zeigte. ;

B aden. Mannheim, 12. April. (M. J.) In unserem Rheinha⸗ sen entwickelt sich allmälig durch bedeutende Zuführen von Gütern eine gewöhnliche Thätigkeit, wozu die Dampfschleppböte das ihrige bei⸗ nagen. Das Dampfschleppboot „die Stadt Mannheim“ fai vor nigen Tagen hier an mit 4 Segelschiffen am Schlepptau, die zu⸗ immen 17000 Ctr. Güter geladen hatten. Gestern ist das neue ayerische Schleppdampfboot „der Pfalzgraf“ in Ludwigshafen mit Segelschiffen angekommen, welche eine Ladung von 7060 Ctrn. führten, Vorgestern ist abermals ein Neckarschiff verunglückt. Seit Jahres frist sind 4 bis 5 Schiffe untergegangen; die Ursache so vieler Unglücksfälle mag wohl darin liegen, 93 die Schiffer ihre Fahrzeuge Illzi schwer beladen, wodurch dann bei irgend einem ungünstigen Vorfall das Fahrzeug bedroht wird und leicht zum Untersinken kommt.

m Freie Städte. Frankfurt a. M., 12. April. (Rh. u. JM. 3. In diesen Tagen hat die letzte Abtheilung der aus den standesherrsichen Gebieten in Oberhessen nach den Vereinigten Staa— ten von Nord-Amerika übersiedelnden Separatisten die Reise dorthin angetreten. Es mögen ihrer etwa 45 sein, die über Mainz und Rot⸗ terdam die Reise nach Philadelphia machen.

werden sollten, ferner die Ermächtigung für den Präsibenten, sich selbst an die Spitze der Armee zu stellen. Bereits war der General Thomas Hector, Kommandant des Bezirks von St. Marc zu Mirebalais, an der Spitze des 2Tten, Fsten und hten Regiments und der National Garden von St. Marc, von La petite Riviere (der beiden Orte, in denen bekanntlich der Konflikt zwischen den Mili— tair- und Civil⸗Behörden stattgefunden haben soll) und von les Verrettes. Von Gonaives waren das 13te und 24ste Regiment und die National- Garde des Departements von Artibonite, von Port Nepublicain (Port au Prince) das 1ste, Ste, 20ste und 21ste Regiment, die vier Regimenter der alten Garde und tau⸗ send Mann National⸗Garde abgegangen. Im Norden befehligt der General Pierrot (Schwiegervater des Exkönigs Christophe) eine Di⸗ vision, bestehend aus acht Regimentern und den National⸗Garden des Departements. Zwei Proclamationen waren veröffentlicht worden, die eine an das Volk und die Armee gerichtet, und die andere an die Bürger des östlichen Theiles der Republik. In der ersten heißt es unter Anderem:

„Das Gerücht von der Bewegung von Artibonite verbreitete Schrecken unter einigen Familien von St. Marc, sie flohen und kamen, eine Zufluchts—= stälte in dieser Hauptstadt zu suchen; aber die vollziehende Gewalt fündet mit Befriedigung dem Lande an, daß der öffentliche Friede an diesem Orte herrscht, daß Personen und Eigenthum respeltirt werden. . . .“

Den Bürgern des östlichen Theils der Republik wird gesagt: „Haltet ein, Bürger, noch ist es Zeit; tretet heraus aus dem Abgrund, in den euch unruhige und gefährliche Köpfe gestürzt haben. Sagt euch los von jenen schlimmen Männern, die sich eurer bedienen wollen, um ihre ehrgeizigen Pläne auszuführen. Die Republik, als nachsichtige Mutter, wird sich glücklich schätzen, ihre verirrten Kinder in ihrem Schoße außzuneh— men; aber wenn ihr, die Augen dem Lichte verschließend und die weisen

Sonnabend den 20 sten April.

Linie eine ganz besondere Beachtung, sondern auch in Bezug auf den Trangithandel, dessen Haupt- Agent sie ist. Die theilweise Anwen⸗ dung schiffbarer Wege auf dieser großen Circulations⸗Linie würde jene wich⸗ tigen Interessen benachtheiligen, die eine fortlaufende Eisenbahn allein zu schützen und gegen die thätige Konkurrenz des Auslandes aufrecht zu halten fähig ist. Die Schifffahrt auf der Saone ist gezwungenen Unterbrechungen unterworfen, die sie während wenigstens zwei Mo⸗ naten und oft sogar während drei Monaten jährlich unmöglich machen. Das Fuhrwerk und die Messagerieen könnten sich nicht für einen je nach der Laune der Jahreszeiten unterbrochenen, abgerissenen Dienst organisiren. Während die bis nach Chalons erbaute Bahn täglich Massen von Reisenden und Waaren in diese Stadt führen würde, würden diese Reisenden und diese Waaren, aus Mangel an Transport⸗ Nitteln, sich anhäufen, wenn die Schifffahrt auf der Saone eingestellt ist. Sie würden dann eine kostbare Zeit mit vergeblichem Warten verlieren, bevor sie ihre Neise fortsetzen könnten, oder diese Fortsetzung mit theurem Gelde erkaufen.“ Ferner wird ausgeführt, daß die so enormen Ausgaben für die Eisenbahnen nur durch die D Beschleunigung des Verkehrs, welche dieselben gewähren, gerechtfertigt würden. Tieser Vortheil ginge aber für die Reise von Paris nach Lyon gänzlich verloren, wenn blos die Strecke von Paris bis Chalons ge⸗ baut würde. Die Dampfschiffe auf der Saone können nie bei Nacht fahren; die Eisenbahn wird sich wegen der persönlichen Sicherheit gleichfalls enthalten müssen, Reisende bei Nacht zu transportiren, ann aber Waaren während derselben befördern, deren Convois we⸗ niger schnell gehen, also auch weniger Gefahr bieten. Die Dampf⸗ schiffe brauchen etwa einen Tag von Lyon nach Chalons, für die Strecke auf der Eisenbahn aber von Paris bis Chalons werden zehn Stunden nöthig sein. Man würde also mit dem Dampsschiffe von

Nathschläge der guten Bürger hintansetzend, in eurer Verblendung beharrt, wird sie ohne Erbarmen für euch sein und auf eure strasbaren Häupter die volle Rache der Nation herbeirufen.“

„Gegeben im National- Palaste von Port Republicain am 7. Mäiz, dem 41sten Jahre der Unabhängigkeit.“

Bedenkt man, daß die Bevölkerung der Departements Ozama und Cibao, von denen nur ein einziges unter den Waffen steht, kaum 55, CM) Einwohner zählt, so läßt sich annehmen, daß der Widerstand gegen eine Truppenmacht, deren Stärke auf nahe an 20,9000 Mann angegeben wird, und die man aufbieten zu müssen glaubte, um den Aufriührern gleich von vornherein jeden Schein von Hoffnung auf Erfolg zu benehmen, so gut als gar nichts sein wird. ;

Eisenbahnen. Paris, 13. April. Der Gesetz- Entwurf in Betreff der sogenannten Eisenbahn von Paris nach Lyon wird heftige und hart— näckige Debatten in der Kammer hervorrufen. Ich sprach vorstehend von der „sogenannten“ Eisenbahn nach Loon, und wohl mit unzwei— selhaftem Rechte, denn im Gesetz⸗Entwurfe ist von einer solchen nach Lyon eigentlich gar nicht, sondern nur von einer solchen nach Chalons an der Saone die Rede, und nebenbei blickt aus dem bereits vorge— schlagenen Baue der Bahn von Orleans nach Vierzon offenbar der Plan durch, diese Bahn von dort dann über Givors, der Richtung von Marseille zuzuführen, so daß Lyon dabei mehr oder minder ganz

Lyon zu spät zu Chalons eintreffen, um noch am nämlichen Tage mit der Eisenbahn nach Paris zu gehen, und eben so umgekehrt. In beiden Fällen müßte man also zu Chalons an der Saone übernach⸗ ten; man würde also dann zwei Tage und eine Nacht für die Reise von Paris bis Lyon auf diesem gemischten Wege brauchen, gewisser⸗ maßen mehr Zeit, als jetzt mit der Mallepost, die den Weg von Paris nach Lyon in zwei Nächten und einem Tage zurücklegt. Würde die fortlaufende Bahn bis Lyon bestehen, so könnte der ganze Weg in 12 bis 11 Stunden zurückgelegt werden. In Betreff der besonderen Interessen der Stadt Lyon bemerkt die Petition, daß bei Aufhören des Bahnzuges zu Chalons die Stadt Lyon unberechenbar an kom⸗ merzieller Bedeutung verlieren würde. Es trete immer klarer das Bestreben einer Konkurrenz hervor, den Transit der vom Norden nach dem Süden von Frankreich gehenden Waaren nach dem Bassin der Loire zu ziehen. Dafür sei eben auch die Vorlegung des Gesetz⸗ Entwurfs für Verlängerung der Bahn von Paris nach Orleans bis Vierzon vor jenem der weit wichtigeren lyoner Bahn ein Be— weis. Bereits bewerbe man sich, Gerüchten zufolge, von ge⸗ wissen Seiten um Vorlegung eines Gesetzes für eine Bahn von Vierzon nach Moulins. Von Moulins aber sei nur ein Schritt bis Roanne. Geschehe dieser Schritt, wie es bald der Fall sein werde, so sei es um den Transithandel Lyon's, der ein mächtiges Element seiner Prosperität sei, geschehen, Chalons im Norden, Givors im Süden würden die Waagren abschneiden, die

Schweiztz.

Schwyz, 8. April. (N. 3. 3.) kirche geht ihrer baldigen Vollendung entgegen.

streiftem Marmor gebaut.

sten Herbste zu beziehen und zu eröffnen. 8 a i ti. Paris, 12. April.

trieben.

Die hiesige neue Jesuiten⸗ Die Kanzel, meistens aus Marmor, nimmt bereits ihre erhabene Stelle ein, und zwei Sei⸗ ten -Altäre erheben sich allmälig, ebenfalls aus schwarzem, weißge— Das Portal der Kirche, die mit zwei schönen Thürmen prangt, bietet einen majestätischen Anblick. Das Pensionat, ein herrliches Gebäude, hoffen die Jesuiten mit dem näch⸗

Nach einem Schreiben aus Port au Prince vom 9. März wären die bisher über die Zustände von Haiti zur Oeffentlichkeit gekommenen Nachrichten theils irrig, theils über— Die Thatsachen sollen sich wie folgt verhalten:

Unmittelbar nach dem Tode des Geuerals Aly, Kommandanten des Bezirks von Santo Domingo, brachen daselbst Unruhen aus. In Folge davon verlangte die Negierung von der National⸗Versammlung ein Gesetz, wodurch alle National- Garden der Republik mobilisirt

umgangen würde.

Entwurfs durch die beiden

Zuerst wird die tiefe

Daß man zu Lyon darüber keinesweges beruhigt ist, begreift sich leicht, und in der That liegt daselbst eine Petition an die Kammer zur Unterzeichnung auf, die schon jetzt mit zahlrei— chen Unterschriften bedeckt ist, und worin alle Nachtheile angege— ben sind, die für Loon aus der Annahme des vorgelegten Gesetz⸗ Kammmern Bestürzung darin die Vorlage dieses Gesetz Entwurfs in Lyon erregt habe; dann heißt es weiter: „Der Gesetz-Entwurf schlägt blos die Ausführung der Strecke von Paris nach Chalons an der Saone vor. bei Seite und verurtheilt implicite zu einer unbestimmten Vertagung den zwischen Chalons und Lyon auszuführenden Theil. Das ist eine traurige Verrechnung für die zweite Stadt von Frankreich, eine Ge— fahr und ein Nachtheil für die allgemeinen Interessen des Landes. Die Verkehrs- Linie, welche Marseille mit Havre verbindet, ist die wichtigste von allen denen, welche Frankreich durchziehen, sowohl we— gen ihrer innigen Beziehungen zu dem ganzen Innern, als wegen der Quantität und Bedeutung der Interessen, denen sie dient. Nicht blos in Bezug auf den allgemeinen Handel Frankreichs verdient diefe daß die Debatten unzweifelhaft hitzig zu werden drohen.

würden. welche

hervorgehen ausgedrückt,

Er läßt also

jetzt nach Lyon kommen, wie nach einem umfassenden Entrepot, um von dort nach ihren betreffenden Bestimmungen vertheilt zu werden. Lyon, bereits in seiner Haupt-Industrie durch die Konkurrenz des Auslandes bedroht, würde seine mißliche Lage sich also noch ver— schlimmern sehen. digen Bau der Bahn bis Lyon zu vertagen. setz Entwurf zum Bau der Bahn zweiten Ranges von Tours bis Bordegur in einer Linge von 95 Lieues vorgelegt, während man unter dem Vor⸗— wande des Mangels an den nöthigen Fonds die Ausführung der weit wichtigeren Strecke von 30 Lieues von Chalons bis Lyon, die einen Theil der großen Linie von Havre bis Marseille, dieser großen Lebens Pulsader Frankreichs, bilde, auf unbestimmte Zeit vertage. Am Schlusse heißt es, es gelte nun, ob Lyon auch ferner seine Rechte auf den Titel der zweiten Stadt Frankreichs behalten oder zu einer Sukkursale von Givors oder einer Vorstadt von Chalons herabsinken solle. Sie sehen aus der Sprache dieser Petition, welche die lyoner Deputirten sowohl als die der anderen dabei betheiligten Departements und Lokalitäten auch in der Kammer selbst wiederhallen lassen werden,

Man habe keinen ernstlichen Grund, den vollstän— Man habe einen Ge⸗

Bekanntmachungen.

432 Bekanntmachung. Das im Karthäuser Kreise gelegene ehemalige Kloster= Voiwerk Zuckau incl. des sogenannten Mahlkauer Fel⸗ des, welches nach der neuesten Vermessung 1M. 79 (IN. Hof⸗ und Baustellen, 8 » 176 Gärten, 566 141 » Acker, hierunter 97 M. 155 IR. Acker II. Klasse, 154 ) 108 1 n III. * ö u. 135 110 3 u. jähriges Roggenland, 171 M. 178 IR. Wiesen, 283 67 » Weide, und 29 168 » AUnland, überhaupt is N. FJ M. enthält, soll zufolge hö⸗ herer Anordnung mit den dazu gehörigen, meistens in ziemlich baulichem Zustande besindlichen Gebäuden und Bewährungen, so weit solche Königliches Eigenthum sind, und mit dem Königlichen Inventario an Aussaat und Bestellung, anden Meistbietenden mit oder ohne Vor⸗ behalt eines Domainen-Zinses verkauft werden. Das geringste Kaufgeld ist l. für den Fall des reinen Verlaufes ohne Vorbehalt eines Domainen⸗-Zinses auf 13,404 Thlr. 24 Sgr. 4 Pf. II. für den Fall des Verkaufs mit Vorbehalt eines jrmhrlichen Domainen Zinses von 344 Thlr. auf 56614 Thlr. 21 Sgr. 4 Pf. festgesetzt und soll die Uebergabe zu Johannis dieses Jahres erfolgen. Die speziellen Veräußerung s⸗Bedin⸗ gungen so wie der Veräußerungsplan können von den Bewerbern sowohl in unserer Registratur, als bei dem Domainen⸗Rent⸗Amte in Karthaus eingesehen werden. Zum Verkauf dieses Vorwerks ist ein Licitations- Termin auf den 29. Mai e, Vormittags 10 Uhr, in unserem Regierungs-Konserenzgebäude vor dem De- partements Rath, Herrn Regierungs- Assessor Oelrichs, anberaumt, zu welchem Kauflustige mit dem Bemerken eingeladen werden, daß in diesem Termin auf Verlan⸗

Allgemeiner Anzeiger.

gen mindestens der vierte Theil des Gebots in baarem Gelde oder in Staats-Papieren als Caution niederge— legt werden muß. Danzig, den 28. März 1841. Königl. Regierung. Abtheilung für direkte Steuern, Domainen und Forsten.

2931 Bekanntmachung.

Betrifft die Verpachtung des Domainen— J Amts Czechoczin.

Die Königliche Domaine Czechoczin, mit welcher die Amts-Verwaltung des Amts Putzig verbunden ist, 4 Meilen von der Stadt Danzig und 1 Meile von der Stadt Neustadt, nahe an der von Danzig nach Stet— lin, führenden Chaussee gelegen, mit einen Gesammt= Flächeninhalte von 3346 Mrg. 56 IRth., soll von Trinitatis 1815 auf 24 Jahre bis Johanni i869 im Wege der Submission von neuem verpachtet werden. Es gehören dazu:

17 Das Vorwerk Czechoczin, verbunden mit dem Nechte zur Brauerei und Brennerei und dem Verlags— rechte über die Krüge zu Czechoczin und Rheda. Das Vorwerk hat einen Flächeninhalt von 1141 M. 145 IR. Hierunter besinden sich 463 M. 65 R. Acker, von de—= nen nach den für die Provinz Preußen geltenden Do— mainen⸗Veranschlagungs-Prinzipien 333 M. 48 IR. zur zten Klasse, 44 M. 44 (R. zur Aten Klasse und 585 M. 153 (R. als drei⸗ und sechsjähriges Noggen—⸗ land eingeschäßt sind; ferner 365 M. 1143 JR. Wie⸗ sen in und am Brückschen Brüche zu beiden Seiten des Rhedaflusses gelegen, die zum großen Theile gute Wie— senerde enthalten und nahrhafte Gräser tragen; ferner 233 M. 69 R. Hütungs-Ländereien, welche meliorirt und theilweise in Wiesen umgewandelt werden können. Für die ersten 4—6 Jahre wird dem Pächter die freie Weide in der Königlichen Forst mit 386 Haupt Groß- vieh zugestanden.

2) Das Vorwerk Bresin mit einem Flächeninhalte von 1577 M. 145 IR., hierunter 640 M. 150 MR. Acker, von welchem 405 M. 21 IR. zur 2ten, 130 M. 71 (JR. zur 3Zten, 86 M. 50 IR. zur Aten Klasse und 19 M. 8 IR. als dreijähriges Roggenland ein-

geschätzt sind, ferner 3606 M. 6 JR. im Brückschen Bruche und am Nheda⸗ und Strimmigfslusse gelegene zur 3ten und 4ten Klasse eingeschätzte Wiesen, endlich 174 M. 170 IR. Hütungs Ländereien.

3) Das Vorwerk Reckan bestehend aus 626 M. 126 IR., hierunter 10963 M. 1590 IR. Acker, und zwar 27 M. dritter, 76 M. 159 IR. vierter Klasse, meist leichten sandigen, jedoch theilweise mit Moorerde vermischten Bodens; ferner 58 M. 166 (IR. drei-, sechs und neunjähriges Roggeuland. An Wiesen ge— hören hierzu: 166 M. 137 ER. darunter 11 M. Wie⸗ sen 3Zter und 155 M. 137 IR. Wiesen A4ter Klasse, endlich 275 M. 179 IR. Hütungs-Ländereien, welche zum größten Theil meliorationsfähig sind. Nur das Vorwerk Reckau wird in 3 Feldern, dagegen das Vor— werk Czechoczin in sechs und das Vorwerk Bresin in sechs Binnen- und sieben Außenschlägen bewirthschaftet. Der Acker hat überall mit geringer Ausnahme eine ebene Lage und ist nirgends so streng, daß seine Bear⸗ beitung irgend schwierig werden könnie.

Auf sämmtlichen Vorwerken sind die erforderlichen Wohn und Wirthschafts-Gebäude fast durchweg in gu— tem baulichen Zustande vorhanden.

Das zu den Vorwerken gehörige, von dem Pächter zu übernehmende Königliche Inventarium hat einen Werth von 418 Thlr. 8 Sgr ) Pf.

4) Das Recht zur Fischerei in den Gränzen des Vorwerks und vorlängs des Ostseestrandes, so wie das Necht auf die unbeständigen Gefälle für das Legen der Aalsäcke in der Ostsee von Karvenbruch bis Großendorf.

Der geringste Pachtzins ist: Thl. Sg.

Thlr. Sg. Pf. Gold.

für das Vorwerk Czechoczin auf 791 17 1 incl. 262 1. . Bresin 1432 27 5 * 477 [ Reckau 20 * 55 für die Brau- und Brennerei 232 26 3 77 für das Verlagsrecht 20 16 4 für die Fischerei 86286 30 in Summa 15 7 ineJ. 903)

festgesetzt.

Außerdem ist Pächter verpflichtet, die Amts-Verwal⸗ tung des Amts Putzig für eine jährliche Remuneration von 500 Thlr. zu übernehmen.

Die von dem Pächter zu leistende Caution ist für die Pachtung auf 1000 Thlr. und für die Amts-Verwal—⸗ lung auf 1809 Thlr. bestimmt und in Staats⸗Papieren oder pupillarische Sicherheit gewährenden Hypotheken Dolumenten zu bestellen. Zur Uebernahme der Pach⸗ tung ist der Nachweis eines Vermögens von mindestens 15090 Thlr. ersorderlich und muß zur Sicherheit für das bei der Submission abgegebene . eine Caution von mindestens 1500 Thlr. auf Verlangen sogleich bei der Negierungs-Haupt-Kasse niedergelegt werden. Die zur Pacht-Uvebernahme qualisizirten Bewerber können sich lber die näheren Submissions- und Pacht-Bedingungen in unserer Domainen-Registratur und bei dem König lichen Domainen-Amte zu Czechoczin informiren und werden hierdurch aufgefordert, ihre Pacht⸗Offerten, un⸗ ter genauer Beachtung des vorgeschriebenen, in den vor— hin erwähnten Bedingungen enthaltenen Verfahrens, in versiegelten Briefen dem, mit der Annahme der Sub- missionen beaustragten Kommissarius der Negierung, Herrn Regierungsrath Niemann, spätestens bis

zuů m 10. Jul de J. als dem zur Annahme der Submissionen bestimmten letzten Termine, abzugeben und sich bei demselben gleich zeitig über den Besitz des erforderlichen Vermögens und über ihre Qualification zur Uebernahme der Pachtung auszuweisen.

Die Eröffnung der Submissionen erfolgt den folgen⸗ den Tag, den 11. Juli e, in der vorgeschriebenen Weise.

Danzig, den 17. Februar 1844.

Königliche Regierung. Abtheilung für direkte Steuern, Domainen und Forsten.

288 6 u

Alle diejenigen, welche an die Verlassenschaft des verstorbenen gensioꝛ Christian Johann Wegner zu Jargenow aus an einem Rechtsgrunde Forderungen und Ansprüche haben und geltend machen können, wer⸗ den auf den Antrag der für die Wegnerschen Mino rennen bestellten Vormundschast zu deren Anmeldung und n, m in einem der ö nden Termine:

am 19. April, 6. und 24. re d. Is. ,

Morgens 10 Uhr, vor dem Königl. Hofgericht, bei