Art. 9. Gegenwärtiger Vertrag soll ven den kontrahirenden 3 teien ratisizirt ar sr RNansicationen in der Stadt Washington in echs Monaten von dem Datum desselben an, oder noch srüher, wenn möglich,
wechselt werden. ; —— e. Befrästigung wir die Unterzeichneten, Bevollmächtigte der
Vereinigten Staaten von Amerika und der Republik Texas, kraft unserer Vollmachten, den gegenwärtigen Anschluß-Vertrag unterzeichnet und unsere betreffenden Siegel hierunter beigefügt haben.
Geschehen zu Washington, 12. April 1811.
J. C. Calhoun. Isaac van Zandt. J. Pinckney Hen derson.
Handels- und Börsen Nachrichten.
2. Amsterdam, 10. Mai. Am hiesigen Fondsmarfte hat sich in letzter Zeit wenig Bemerkenswerthes ereignet; der Umsatz in holländischen
S6 6b Staatspapieren ging träge von stalten und die Course erlitten nur geringe Schwankungen, je nachdem sich wirkliches Bedürfniß von Geld oder Effer= ten zeigte, denn durch Spekulanten wurde fast nichts unternommen. Inte rale sind von 61 allmälig auf 60 . 76 heruntergegangen, wurden jedoch die- 9 Tage wieder zu 60! 5 abgenommen; 5proc. wirlliche Schuld schwankte zwischen 100 und A; zuleßt zahlte man 100 *.; Zprocentige ostindische Schuld behauptete sich sest auf 160 26; die neue proc. dito stand gestern auf 915 „5; neue 3proc. wirkliche Schuld wurde öster ausgeboten und siel deshalb von 753 auf 7535; alte Syndikat⸗Obligationen erholten sich von 985 auf 9813 39. Die Actien der e n g dl erer erreichten vorige Woche 1464 26; seit dem zweimonatlichen Rescontro hat sich darin aber wieder eine so bedeutende Flauheit eingestellt, daß man gestern zu 1444 99 hat kaufen können. Der Courswechsel in Eisenbahn-Actien, namentlich in Haarlem-Rotterdamer Actien, war seit 11 Tagen sehr bedeutend und beirug an einigen Börsentagen 4 bis 5 „6; es heißt, daß deutsche Spelulanten sich stark mit diesen Actien einlassen und die vorkommenden Stücke zu jedem Preise auffausen; der Preis ist von 99 bis 110 6 gestiegen und erreichte auch an mehreren Börsentagen 115 P65; diese Woche war der niedrigste
bleibende . 108 und der letzie 111 75. Auch die Rheinischen Actien sind vorgestern und gestern bei dieser Bewegung in Zug gekommen und eist von 103 auf 106 und zuletzt auf 107 „ gestiegen. Oesterreichische und russische Fonds wurden wenig verhandelt und wechselten wenig im Preise; spanische Ardoin⸗Obligationen gingen zu Anfang dieser Woche eiwas höher, doch fielen sie demnächst wieder auf die vorigen Preise. Die Frage nach Geld erhält sich lebhaft. Prolongations-Geschäfte sind dieser Tage zu 4 26 Zin⸗ sen abgeschlossen; gewöhnliche Pfand-⸗Anleihen zu 3 .
Da kürzlich mehrere Partieen polnischen Weizens hier eintrafen, fand gestern etwas mehr Handel in verzolltem Weizen statt; auch ven Roggen wurden einige Partien abgenommen. Dic bedungenen Preise waren: von 129. 130psd. neuem bunten polnischen Weizen 282. 285 FI., 130ps8. altem rothen Königsberger 285 Fl., von unverzolltem 119958. neuen preußischen Roggen 128 Fl., 122pfd. verzolltem preußischen dito 170 Fl., S3pfd. feiner Hafer galt 90 Fl., 84pfd. dicker dito 90 Fl., 72. 75pfd. Futterhafer 72. 751.
Das Abonnement betrãgt
2 Rihlr. sür Jahr.
1 Rihlr. Jahr.
. 5 Kthlr. I Jahr. in allen Theilen der Monarchie
ö ohne Preiserhöhung. In sertions- Gebühr für den aum einer Zeile des Ailg. Anzeigers 2 8gr. ;
Allgemeine
Preußische Zeitung.
Alle Post-Anstalten des In und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Glatt an, sür Gerlin die Expedition der Alig. Preuss. Zeitung: TFriedrichsstrasse Ur. 72.
146.
Berlin, Sonnabend
den
25st Mai Abends
1844.
n wird tein B iagttete Preuß.
Bekanntmachungen. 511
Da folgende beide Sparkassenbücher angeblich ab— händen gekommen sind, als:
1) das auf den Namen des Lohgerbers Carl Müller ausgestellte Sparkassenbuch Nr. 21,974, welches am 1. Januar 1844 auf 78 Thlr. 13 Sgr. 10 Pf. gültig war, welches dem 2c. Mül-⸗ ler am 28. März 1843 durch Einbruch gestohlen sein soll,
2) das auf den Namen Zensz ausgestellte Spar⸗ lassenbuch Nr. 17,370, welches am 27. Juni 1843 auf 11 Thlr. 1 Sgr. 8 Pf. gültig war, und welches dem Unteroffizier des 2ten Garde Ulanen— Regiments Friedrich Wilhelm Zensz im Mai 1813 gestohlen sein soll,
so werden auf den Antrag der beiden benannten Ver— lierer alle diejenigen, welche an diese Sparkassenbücher als Eigenthümer, Cessionarien, Pfand⸗ oder Briefs-In⸗ haber oder deren Erben Anspruch zu haben behaupten, hierdurch öffentlich vorgeladen, in dem vor dem Kam mergerichts Referendar Stieber
auf den 1. Juli d. J., Vormittags 11 Uhr, hier auf dem Kammergerichte anberaumten Termine zu erscheinen und ihre Ansprüche zu bescheinigen, widrigen⸗ falls die Sparkassenbücher für amortisirt erklärt und statt derselben neue ausgefertigt werden sollen.
Den Auswärtigen werden die Justiz-Kommissarien Wendland und Justizrath Dr. Kahle zu Mandalarien in Vorschlag gebracht.
Berlin, den 11. April 1841.
Königl. preuß. Kammergerscht.
1661 Gerichtliche Vorladung. Von dem unterzeichneten Königl. Hofgerichte werden auf den Antrag der Interessenten Alle und Jede, welche an die Verlassenschaft des unlängst zu Stralsund mit Tode abgegangenen Königl. Regierungs-Haupt-Kassen= Vassirer Joachim Daniel Appel aus irgend einem Grunde Rechtens Ansprüche und Forderungen haben, hiermit aufgefordert, solche in einem der folgenden Termine: am 21. Mai, am 10. oder am 28. Juni d. J. Morgens 10 Uhr, vor dem Königl. Hofgericht anzu⸗ melden und zu beglaubigen, widrigenfalls sie durch den am 19. Juli d. J. zu publizirenden Präklusiv-Abschied damit für immer werden abgewiesen und ausgeschlossen werden. Datum Greifswald, den 27. April 1844. Königl. preuß. Hofgericht von Pommern und Rügen. . S.) von Möller, Praeses.
latssss⸗ EdirttalzCit ation.
Der Handlungsdiener Jacob Goerzen, welcher am 12. Januar 1826 hier von Rehhoff bei Stuhm nach Damburg oder Amsterdam gegangen, um von dort nach Ostindien zu segeln, seitdem aber keine Nachricht von seinem Leben gegeben, so wie dessen etwa zurückgelas⸗ sene unbekannte Erben und Erbnehmer werden hier— durch auf Antrag der Kaufleute Jacob und Abraham Thiessen zu Königsberg in Preußen, als die durch das Testament seiner Mutter ihm substituirten Erben, öffent⸗ lich vorgeladen und angewiesen, sich in dem auf den
23. Oktober 1844, 10 Uhr Vormittags, vor dem Herrn Land und Stadt⸗ gerichtsrath Hartwich anberaumten Termine schristlich oder persönlich zu melden, widrigenfalls sie für todt erklärt und das zurückgebliebene Vermögen den bekann— ten Erben ausgeantwortet werden wird.
Marienwerder, den 28. November 1843.
Königl. Land⸗ und Stadtgericht. l682a1 Nothwendiger Verkauf. Königl. Land- und Stadtgericht Graudenz.
Das zu Dorf Schwetz ub No. 14 belegene, den Julius Gründlerschen Eheleuten gehörige Lehmanns⸗ Grundstück, welches auf 6322 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf., und dessen Inventarium auf 505 Thlr. 20 Sgr. gerichtlich tarirt ist, zufolge der nebst Hypothekenschein in unserer Registratur einzusehenden Taxe, soll im Termine
den 14. Dezember, Vorm. 11 Uhr, subhastirt werden.
Zu diesem Termine werden die dem Aufenthalte nach unbekannten Realgläubiger:
1) Carl Jacob Rosenow wegen der für ihn Rubr. III. sub No- 4 eingetragenen 210 Thlr. 114 Sgr. 4 Pf. und 2) dessen Sohn Carl Adalbert Herrmann Rosenow wegen der für ihn sub Rubr. III. No 3 einge⸗ tragenen 289 Thlr. 44 Sgr. 8 Pf, so wie deren etwanige Erben ober sonstige Nachsolger, zur Wahrnehmung ihrer Rechte mit vorgeladen.
1681 Bekanntmachung.
Die Christigne Friedericke Herrmann, geb. Hentschel, in Groß⸗Saehrchen hat am 20. Dezember 1782 bei der vormaligen Justiz⸗ Kanzlei ein Testament niedergelegt, dessen Publication zur Zeit noch nicht nachgesuchl wor⸗ den ist. Da nun dem unterzeichneten Gericht auch sonst von dem Leben ober Toße der Testalrir etwas wells iges nicht bekannt geworden, sest Niederlegung die Tel amngnse aber 56 Jahre verflossen sind, so wird if . Voꝛschrist bes §. 218. Ti. 12. Th. J. des 2 . dandiechts hiermit öffentlich bekannt ge⸗
nnd, werden die eiwanigen unbefannien Ime—
ressenten hi , . 2 — mec hgeaern, die Eröffnung des Te⸗
baffelbe von ig onaten nachzusuchen, widrigenfalls positum er e e ref und wieder züim De⸗
Sorau, den 10. Mai . J
Allgemeiner Anzeiger.
554b! Bekanntmachung.
Der Frühjahrs-Wollmarlt in Posen wind wie bisher in den Tagen vom 7. — 10. Juni a. c. abgehalten und die bekannten Einrichtungen zur Bequemlichkeit und För⸗ derung des Geschäfts wieder getroffen werden.
Posen, den 17. Mai 1814.
Der Magistrat.
7183 b Berlin⸗ Frankfurter Eisenbahn.
. Tägliche 8 Dampfwagenzüge. Personenzüge. Abfahrt von Berlin Mrg. 7 Ihr — M., Ab. 6 Uhr — M. Frankfurt ⸗ T7 20 6 - 30 — Ankunst in Frankfurt Mrg. Uhr 10 M., Ab. 9 Uhr 10 M. 2 Bärnn 10 — — 9 — 40 Mit den Personen⸗ Zügen werden Personen in der Isten, Zen und Zten Wagenllasse, Equipagen und Eil— fracht befördert.
19 * 2 . Extrazüge, jeden Sonntag und Mittwoch von Berlin nach Rummelsburg, Köpenick, Friedrichshagen und Erkner. Abfahrt von Berlin: Nachmittags 2 Uhr 30 Mi— nuten, von Erkner: Abends 8 Uhr 30 Minuten. Bei diesen Extrazügen, mit welchen kein Passagierge— päck befördert wird, — so wie an den Tagen, an wel⸗ chen diese stattfinden, auch mit den Personenzügen und außerdem alle Tage mit den Abendzügen, — treten in Berlin nach Köpenick und Erkner hin und zurück ermä— ßigte Fahrpreise für die 11. und III. Klasse nach 8§. 3. des Betriebs⸗Reglements ein. In Friedrichshagen und Erkner sind Kähne und Gondeln zum Besuch der Müg—
** 9 2 A.
Königliches Land. und Sie digericht.
gelberge, Kranichberge und Rüdersdorfer Kaltkberge zu mäßigen Fahrpreisen anzutreffen.
C. Güterzüge. Abfahrt von Berlin Morgens 11 uhr — Min. P —Frankffurt Mittags 11 — 30 Ankunft in Frankfurt Nachmitt. 2 Uhr 47 Min. * Berlin ö? ö Mit den Güterzügen werden Personen in der 2ten und 3ten Wagenklasse, Frachtgüter, Equipagen und Vieh befördert. Die näheren Bestinimungen ergiebt das Betriebs-Reglement Nr. 3. vom 4. März é, welches auf allen Stationen für 1 Sgr. zu haben ist. Berlin, den 27. April 1844. Die Direction der Berlin Frankfurter Eisenbahn— Gesellschaft.
5as p]
Eisenbahn.
Außer den zu den
bekannten ermäßigten
Fahrpreisen an je dem
Sonntag u. Mitt⸗
woch statkfindenden
„ Ertran Zügen zur
ö ni! n ge n felgen
; , n ,. nach Rummelsburg, , n , ärmer een f. hagen und Erkner werden auch gleiche Fahrten an dem bevor⸗ stehenden 2ten Pfingstfeiertage, den 27sten und am Dienstag den 28sten d. M., Nachmittags 25 Uhr von hier, und von Erkner zurück Abends 8 Uhr, abgehen. Kähne und Gondeln zur Fahrt nach den Müggelbergen und Kranichbergen sind in Friedrichs— hagn und Erkner zu mäßigen Fahrpreisen anzutreffen.
erlin, den 20. Mai 1844. Die Direction der Berlin- Frankfurter Eisenbahn⸗ Gesellschast.
õꝛ6 b]
Eisenbahn.
ö Der Quittungsbogen J auf die Actien⸗ Zeichnung ö Litt. F. No. 717. über 1500 Thlr., auf welche der dritte Einschuß be⸗— reits gezahlt war, ist ä verloren gegangen, wes-= Mfwhalb wir vor dem An— kaufe desselben warnen und gegentheils ersuchen, denselben bei etwaniger Präsentation anzuhalten und uns einzureichen. Stettin, den 10. Mai 1844. Das Direktortum. Witte. Kutscher. Ebeling.
Passagier⸗Dampf⸗
Ee e , shijshr gon
Potsdam und Hamburg. Wöchentliche regelmäßige Fahrten:
Montag, Dampfb. „Prinz Carl“ Mittwoch, — 33 2
Preise: 1ste Kajüte 8 Thlr., 2te Kajüte 6 Thlr., Kinder unter 5 Jahren sind frei vom Passagegeld. Zur Kontrole der unnummerirten Plätze können die Billette zu diesen Fahrten nur in Berlin bei Unter— zeichnetem verkauft werden, am Bord der Schiffe sind daher keine Fahrbillette zu haben.
Lustfahrten Sonntag den ersten Pfingstfeiertag (Dampfb. „Prinz Carl“) zwischen
6 2 4 29 Potsdam und Brandenburg. Abfahrt von Potsdam 656 Uhr Morgens, Rückfahrt von Brandenburg 5 „» Nachmittags.
Fahrbillette sind zum Pieise von 15 Sgr. zur Hin⸗ oder Rückfahrt bis Sonnabend Nachmittag 1 Uhr bei dem Unterzeichneten und dann an der Ta⸗— geslasse in Potsdam zu haben. .
Montag den zweiten Pfingstfeiertag (Dampfb. „Adler“. ) zwischen — *
Potsdam und dem Templin. Abfahrt von Potsdam 3, 4 Uhr Nachmittags,
z » dem Templin 35, 8 ö
Fahrbillette sind zum Preise von 41 Sgr. zur Hin⸗ oder Rüdcsahrt an der Tageskasse in Potsdam zu haben. ö Dienstag den 28. Mai (Dampfb. „Adler“ )
zwischen Potsdam und der Pfaueninsel.
Abfahrten von Potsdam tin . 12, 3, 4, 5. Uhr. y »der Pfaueniusel 19, 1, 25, 447.2
Preis eines Fahrbilletts zur Hin- oder Rückfahrt
1 Sgr., Kinder unter 10 Jahren zahlen die Hälfte. Anker, Taubenstraße Nr. 10.
Vereinigte Hamburg-Magde—
burger Dampsschifffahrts— Compagnie.
Dienst für den Monat Mai.
Abfahrt:
d . 2 ĩ
lich Dampfwagenzüge von Berlin und Dresden, von Hamburg täglich Abends 60wUhr. Billets zur direkten Einschreibung von Ber⸗ lin nach Hamburg ertheilt zu ermäßigten Preisen die Pas⸗= sagier- Expedition der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn— Gesellschaft. Auslunft über den Passagier⸗ und Güter⸗
Verkehr ist zu erhalten von . g Herrmann C Meyer, Hausvoigteiplatz Nr. s2.
een Vorm. 9 Uhr. Freitag, *
6t7
Dampsschifffahrt auf dem CEurischen Haff.
Das bequem eingerichtete Dampfschiff „Friedrich Wilhelm IV.“ macht in diesem Jahr solgende Fahrten: Sonntag präcise 5 lim Morg. von Memel nach Schaalen. Montag 13 Mittg. „ Schaalen nach Memel. Dienstag 7 Morg. „Memel nach Tilse. Mittwoch 10 5 * Tilse nach Memel. Donnerstag ,, Memel nach Schaalen.
. 1 Mittg. » Schaalen nach Memel. Freitag 7 5 Morg. Memel nach Tilse. Sonnabend „ 10 * Tilse nach Memel. von Schaaken nach Königsberg und umgekehrt werden die Passagiere und Güter prompt per Wagen befördert, ferner werden Wagen, Pferde 2c. mitgenommen.
Memel, den 26. April 1844.
vie ine e tio ng
556 b ; Fenerversicherung s⸗Anstalt Berussia—- Mit Genehmigung der Wohllöblichen Direction der
Feuerversicherungs-Anstalt Borussia zu Königsberg in
Preußen habe ich den Kaufleuten:
Herrn F. W. Beyßel, Scharrnstraße Nr. 3 G. A. W. Boehm, Monbijouplatz Nr. 10, A. Det ring, Stechbahn Nr. 1, A. E. Dufresne, Grünstraße Nr. 20, Eduard Gallisch, Markgrafenstraße Nr. 33, Leipzigerstraßen⸗Ecke, Au gust Heinrich, Oranienburgerstr. Nr. 22, B. S. Hertz bach, Spandauerstraße Nr. 6t, C. L. Markow, Klosterstraße Nr. 25, E. Sch lickelm ann, Unter den Linden Nr. 22, V. Seyler, alte Schönhauserstraße Nr. 23, G. S. Stürmer, Königsstraße Nr. 2, J. Wallber, Wallstraße Nr. 33, eine Agenkur der Borussia für hiesigen Platz übertra- gen, und empfehle diese Herren Agenten zur geneigten
Ertheilung von Feuerversscherungs⸗-Austrägen, welche
jederzest prompt ausgeführt werden sollen, dem geehr⸗
ten Publikum bestens.
Berlin, den 25. Mai 1844. n n 2E sn M. Cohn,
General-Agent der Feuerversicherungs-Anstalt Borussia.
ao Literarische Anzeigen. Im Verlage von G. P. Aderholz in Breslau ist so eben erschienen: — X * 2 — — Preußens Rechtsverfassung und wie sie zu reformiren sein möchte.
Erste Fortsetzung: die Justizbeamten und deren Klagen, dabei von der In⸗ stitunson der Reserendarien; die Institution der Justiz- Kommissarien und die Untersuchungs-Maxime; die Win lelschriftstellerei; das neue Büregu- Reglement; die po—= sener Kassen-Instruction; das Insinuaglionswesen; das Aften⸗-Aufbewahren und Vernichten; der summarische Prozeß; der Bagatell- Prozeß; der Straf-Prozeß; das Militair⸗Justizwesen; die öffentlichen Urkunden.
D 9 ö D Von C. F. Koch. Gr. 8. Geh. 23 Bogen. 1 Thlr. 20 Sgr. Zu haben in der
* 2 2 Nicolaischen Buchhandlung in Berlin (Brüderstr. 13), Elbing u. Brauns⸗ berg, so wie bei Fr. Seliger in Soldin.
los] 9 1 2 1 1 Nusi kalien-Leih-lnstitut
der Buch- Kunst- und Musikalien-Handlung von d. Bote & G. Bock d. Bote C G. Boch, in Berlin Jigerstrasse 42, Ecke der Ober wallsir. und in Breslau, Schwe idnitzerstr. 8. Abonnement für 3 Monat 1 Thlr. 15 Sgr. — Mit der Berechtigung, für den ganzen gezahlten Betras Musikalien als Eigentum zu entnehmen, 3 ThIr. Ausfülirlicher Prosheki gratis. Für Auswärtige die vortheilhaftesten Bedingungen.
le e hin meiner dritten Tochter Augustine mit dem Förster Hern Wolter zu Steinbach in der Ober— ausitd beehre ich mich den fernen Verwandten und Freunden ergebenst anzuzeigen. . Kuhsee bei Gramzow, den 16. Mai 1814. C. Heyse, Gutsbesitzer.
614
9 sucht Jemand in einer lebhaften Stadt oder Ge— gend, die mit Eisenbahnen in Verbindung steht, einen Gasthof, geeignet zu der Aufnahme von Fremden hö— herer Stände, zu kaufen. Die F. A. Brockhaussche Buchhandlung in Leipzig ist bereit, portofreie Anerbie—=
(Büreau; Kleine Präsidentenstraße Nr. 6 parterre.)
tungen sub B. G. 3. entgegen zu nehmen und zu befördern.
1552b] Verkauf von Land gütenn.
Ritter⸗, köllmische, Erbzins- und Freischulzen-Güter in großer Auswahl hat zu verkaufen in Kommission und empfiehlt solche dem kauflustigen Publikum
der Geschäfts-Commissiongair Bleck in Graudenz.
5576 Bekanntmachung.
In der freien Stadt Krakau, dicht am Ufer des schiff⸗= baren Weichselstromes gelegen, ist ein gemauertes Bier⸗ Brauhaus mit allen dazu erforderlichen Gebäuden und Geräthschaften, reichlich mit Brunnen und Weichsel- wasser versehen, nebst Wohnung, Keller, Obst- und Gemüsegarten, auch ein Stück Feldes, unter Nr. 36 und 37, auf 6 bis 10 Jahre aus freier Hand zu ver pachten. — Was unterzeichneter Eigenthümer hiermit öffentlich bekannt macht. — Krakau, im Monat Mai 1844.
Isaak Schönberg.
551 h] a on von Vollblut Pferden zu Ang e⸗ rapp bei Darkehmen in Qstpreuß en. Den 3. August d. J. wird eine Auction von Voll⸗ bluspserden in Angerapp stattfinden, in welcher 14 Mutterstuten, 2 Zjährige Stuten, 1 2sährige Stute,
10 3. und 2sahrige Hengste . verfauft werden sollen. Das spezislle Vetzeichniß der Pferde ist in der ö i ng schen Zeitungs- Expedilion ; söniasberg zu haben. ;
1 gong, , en 30. April 1844. 4 Meile von Gumbinnen, 57 M. v. Trakehnen. 3 Farenheid.
555 h j 1
öl bermanente Kunstaus— stellung, Linden 26, Bel-Etage, ist täglich von 9 Uhr his Abends 7 Uhr geöfsnet, an Sowßnn-
und Festtagen nur von 11 — 2 Uhr. Julius Kuhr's Hofkunsthandlung.
m Amtlicher Theil. — Inland. Berlin. Personal-Veränderungen in der Armee. — Dan zig. Inspectionsreise Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Adalbert. — Stettin. Eröffnung der St. Petersburg-Stettiner Dampfschifffahrt. — Breslau. Wahl eines Bisthums-Administratkors. — Testament des Fürstbischofs Knauer. — Köln. Erklärung der Königl. Regierung über einige Artikel der Mannheimer Abend“ 3 eitung. ; Deutsche Bundesstaaten. Württemberg. * ud wigsbunrg. Die Kommission des Sten Armee- Corps. — Kurhessen. Kaässel. Mur hard's Prozeß. — Grh. Hessen. Darmstadt. Einführung der Wild schen Büchsen. Olen burg. Oldenburg. Handels Vertrag mit England. — Freie Städte. Lübeck. Schiffbarmachung der Maurine. — Nachtigal. Frankreich. Paris. Vorschläge des Prinzen von Joinville in Betreff 1 . und Resumé« seiner Schrift. Brief aus Paris. Hesetz' Entwurf zur Vermehru der See ht; Effektiv Bestan er . z mehrung der Seemacht; Effektiv-Bestand der Großbritanien und Irland. Schrist des Prinzen von Joindille. Belgien. Brüssel. Annahme des vorgeschlagenen Prinzips der Diffe⸗ renzial Zölle und Liner sofortigen Aunwenbung.“ z Schweden und Norwegen. Stockholm. Prinz Oskar Friedrich kon⸗ firmirt. — Vermischtes. k 2. Florenz. Ankunft des Königs von Bayern Türkei. Koönstantinopel. Ankunst des Geoßherzons von Mecklenburg. Schwerin und des Erbprinzen von Lippe. k Handels- und Börsen-Nachrichten. Berlin. Börse nitz. Wollmarkt. 4
London. Die Times über die
— Sch weid
Julius Cäsar von Shakespeare. — Literarisches. Institut.
—Nehrlichsches Gesangs—
2 = *. Amtlicher Theil. Se, Majestät der König haben Allergnädigst geruht:
Dem Kaiserl. österreichischen Obersten Hofpost Verwalter, Wirk— lichen Hofrath von Ottenfeld, und dem Kaiserl. österreichischen Wirklichen Hofrath, Baron Nell von Nellenburg-Damenacker, den Rothen Adler-Orden zweiter Klasse, so wie dem Kaiserl. öster= reichischen Vorsteher des Post⸗Cours-Büreau's, Obersten Hof- Post⸗ Aukts-Controleur Vierthaler, den Rothen Adler-Orden dritter Klasse; und
Dem Rittergutsbesitzer Engelbrecht in Heimsdorf bei Dahme den Titel eines Bekonomie-Rathes zu verleihen.
Se. Hoheit der Herzog Georg von Mecklenburg-Stre⸗ litz ist nach Neu⸗Strelitz abgereist.
Der Justiz⸗Kommissarius Bullg zu Kosten ist zum Justiz-Kom⸗ missarius beim Land- und Stadtgericht zu Lauban, unter Beilegung der Praxis bei den Gerichten des Laubaner Kreises, und zum Nota⸗ rius im Departement des Ober-Landesgerichts zu Glogau; dagegen der Justiz⸗Kkommisarius Kuntze zu Lauban zum Justiz⸗Kommissarius beim Land- und Stadtgerichte zu Kosten, unter Beilegung der Praxis bei den Gerichten des Kreises Kosten und zum Notarius im Depar— tement des Ober-Landesgerichts zu Posen ernannt worden, welche Veränderungen zum 1. Juli d. J. eintreten.
Der bisherige Ober⸗Landesgerichts-Assessor Bur kert ist zum Justiz- Kommissarius bei den Gerichten des schweidnitzer Kreises in Schlesien, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Zobten, bestellt worden.
. heute beendigten Ziehung der Aten Klasse 89ster Königl. Klassen-Lotterie fielen 3 Gewinne zu 2000 Rthlr. auf Nr. 44,539. und h, 25 in Berlin bei Seeger, nach Düsseldorf bei Spatz
ö ,. 52, 377
und nach Wittenberg bei Haberland; 35 Gewinne zu 16090 Rthlr. auf Nr. 3185. 6038. 7418. S187. 5591. 9517. 11,817. 16 573 . 31. 29. 204334. 2,533. 2 201. 22,815. 25, 655. 28 39. 33,857. 34,2770. 35,338. 36,798. 16 974. 40,162. 51, 600. 55, 832. „de. 611. 58 S6; 65,157. 6 9n4. 77, 8. 3. 79, i21. SG oi. *, 298. M78 und 3, 628 in Berli mal bei Alevin, bei Borchardt, 2mal bei Burg, bei Grack, bei Marcnse, bei Matzdorff, bei Mestag, bei Securius und 3mal bei Seeger, nach Breslau bei Bethke, bei Löwenstein, mal bei Holschau und mal bei Schreiber, Bunzlau bei Appun, Coblenz bei Gevenich, Cöln bei Reinbold, Königsberg in Pr. bei Borchardt und bei Samter, Krakau bei Rehefeld, Magdeburg bei Roch, Merseburg bei Kieselbach, Nenmarkt bei Wirsseg, Posen bei Bielefeldt, Thorn bei Krupinsky, Torgau bei Schubart, Wrietzen bei Pätsch und nach Zeitz bei Zürn; 538 Gewinne zu 500 Rthlr. auf Nr. 287. 1412. 1642. 3120. 5008. 7668. 10,361. 12,210. 12,329. 12,809. 13,353. 14,388. 17 108. 17,284. 19,5710. 20, 405. 22,227. 23,543. 25,2537. 25,945. 25 7.55. 27 154. 27 461. 32906. 32,907. 32,950. 33,000. 34,993. 37 027. 37,567. 39, 422. 39,967. 11,251. 41,779. 42,238. 43, 0650. 45404. 48 088. 48,5711. 50, 503. 50,816. 53,211. 60, 898. 63,446. 63 737. 64,774. 67,617. 67,936. b9,. 427. 71, 180. 72, 225. 765, 868. 76 535. 79,373. 82, 659. 83,601. S3, Sas und S4, 678 in Berlin 2mal bei Alevin, bei Burg, 2mal bei Mendheim und mal bei Seeger, nach Bonn bei Haast, nach Breslau bei Cohn, bei Holschau und 7mal bei Schreiber, Cöln 2mal bei Krauß, Danzig Zmal bei Rotzoll, Düsseldorf 2mal bei Spatz, Elberfeld 2mal bei Heymer, Erfurt bei Tröster, Frankenstein bei Friedländer, Frankfurt bei Baßwiz und bei Salzmann, Glogau bei Levysohn, Halle Amal bei Lehmann, Jauer bei Gürtler, Königs⸗ berg in Pr. bei Borchardt, bei Friedmann und 2mal bei Samtker, Liegnitz 2mal bei Leitgebel, Memel bei Kauffmann, Merseburg bei Kiesel⸗ bach, Mühlhausen bei Blachstein, Naunburg bei Vogel, Neiße 2mal bei Jäkel, Paderborn bei Paderstein, Reichenbach bei Scharff, Siegen bei Hees, Stolpe bei Pflughaupt, Stralsund bei Claußen und nach Tilsit bei Löwenberg; 68 Gewinne zu 200 Rthlr. auf Nr. 1907. 2906. 6273. 6317. 7913. S618. 11, 79. 12,073. 13, 065. I5, 221. I5, 265. 18,392. 20,442. 20,564. 20,939. 26,224. 29, 133. 35,370. 37, 337. 39, 058. 10,388. 42,959. 12,588. 15,980. 45,449. 45,736. 47, 058. 47,789. 18,859. 19, 750. 59, 6091. 50, 938. 56), 971. 51,9039. 52, 304. 54, 449. H5, 237. 57,731. 558,218. 9, 550. 9, 962. S3. 435. G3, 580. Ho, 56. 67,1953. 67, 9. 67.997. 6,682. Ti, 55. 7i, 73. T, 121. 73, 676. 76,430. 76,552. S0, 088. S0, 376. S3, 34 und S, 921.
Berlin, den 25. Mai 1844.
Königl. General-Lotterie-Direction.
Angekommen: Se. Excellenz der Großherzogl. sachsen-wei⸗ marsche Wirkliche Geheime Rath und erste Ober-Stallmeister Gene⸗ ral⸗-Major von Seebach, von Magdeburg.
Abgereist: Se. Excellenz der Geheime Staats- und Kabi⸗ nets⸗Minister, Freiherr von Bülow, nach dem Mansfeldischen.
— Berlin, 25. Mai.
Der General-Major und Commandeur der 2ten Garde⸗Ka⸗ vallerie⸗ Brigade, Graf von Waldersee, nach Karlsbad.
* * 12 * llichtamtlicher Theil. Inland.
. Se. Majestät der König haben Allergnä⸗ digst geruht: dem General der Infanterie von Pfuel, kommandi⸗ renden General des 7Ften Armee Corps, die Anlegung des von Sr. Majestät dem Könige von Schweden ihm verliehenen Seraphinen⸗ Ordens zu gestatten.
Berlin, 25. Mai. Laut dem heutigen Milit. W. ist von Langenthal, Hauptmann vom 11. Infanterie⸗Regiment, zum Major und Commandeur des 3ten Bataillons, 22sten Landwehr⸗Regiments ernannt worden. Bei der Landwehr wurde der Abschied bewilligt: dem Rittmeister vom 2ten Bataillon 10ten Regiments, Butz ki, als Major mit der Regiments⸗Uniform mit den vorschr. Abz. f. V., dem Major und Commandeur des Iten Bataillons 22sten Regiments, von Frankenberg, als Oberst-Lieutenant mit der Regiments- Uniform mit den vorschr. Abz. f. V. und Pension, und dem Hauptmann von demselben Bataillon, Schäffer, als Major mit der Regiments⸗ Uniform mit den vorschr. Abz. f. V.
Danzig, 22. Mai. Se. Königl. Hoheit der Prinz Adalbert traf gestern Nachmittag bald nach 3 Üihr in unserer Stadt ein und begab sich gegen 6 Uhr mit dem Dampfboot „der Blitz“ nach dem Neufährer Durchbruch, über See und Neufahrwasser zurückkehrend. Die Garnison feierte die Anwesenheit des Prinzen durch einen gro⸗= ßen Zapfenstreich. Heute war Musterung der Artillerie auf dem Exerzierplatze am Legen-Thor, morgen wird sie dem Vernehmen nach auf. dem strießer Felde stattfinden und dann Se. Königl. Hoheit die Inspections-Reise nach Königsberg fortsetzen. ĩ
Stettin, 22. Mai. Heute Morgen traf in Swinemünde das erste der Dampfschiffe ein, welche die 7 dieses Jahr zwischen St. Petersburg und Stettin errichtete Verbindung zu unterhalten bestimmt sind. Es war die „Alexandra“, welche Kronstadt am 19ten d. gegen 4 Uhr früh verlassen und sonach die Reise bis Swinemünde mm 77 Stunden zurungrirgt hat. D: yt San wit piesen Dar Ffrriss angekommenen Passagiere beträgt 56h. Wie man hört, wird das nächst zu erwartende petersburger Dampfschiff eine noch weit grö⸗ ßere Zahl von Passagieren bringen.
Breslau, 22. Mai. Heut wurde von dem hiesigen Dom⸗ kapitel der Herr Dom⸗Dechant und Weihbischof Latussek zum Bisthums⸗Administrator erwählt.
(Br. 3.) Der in Gott entschlafene Fürstbischof hat vor seinem Todestage über seine irdischen Güter letztwillige Verordnungen ge⸗ troffen. Wir glauben der allseitigen Theilnahme, welche sich während des Verlaufes der Krankheit des Kirchenfürsten, bei der Nachricht von seinem Tode, wie am Tage seiner feierlichen Beisetzung, in der rüh⸗ rendsten Weise kund gab, entgegen zu kommen, wenn wir jene Ver⸗ ordnungen zur allgemeineren Kenntniß bringen. Denn in ihnen liegt eine nochmalige Offenbarung seines Lebens, und sie beschließen in würdigster Art das lange, reichgesegnete Dasein des apostolischen
Julius Cäsar von Shakespeare.
. Der Wunsch ist vielfach geäußert worden, daß mehrere Schauspiele Shakespeare's anf der hiesigen Bühne gegeben werden möchten, als dies bis dahin geschah. Zu den Werken, deren Darstellung vorzugsweise win schenswerlh, zugleich aber überaus schwierig ist, gehört Julius Cäsar. Wir wissen nicht, ob und wie bald eine Erfüllung dieses Wunsches zu erwarten ist, jedenfalls aber lohnt es sich wohl, eine Velrachtung über den Gang und das Wesen dieses Stückes anzustellen und. hierbei die Erfahrung zu Dülfe zu ziehen, die man , . ö Bühne, wo sich das Stück im ttoir findet, dabei gemacht hat.
.. n n dort eine gif un mit angesehen. und einen seltsamen pspchologischen Prozeß mit . der allein das Räthsel erklärt, warum das Stück ni ollständig durchsiel. . ö
i, . wurde durchweg schlecht gespielt, obwohl der ute Wille Und vielleicht das Talent der Schauspieler überall sichtbar blieb.
Die Mittel waren mit Nothwendigkeit ö 6. um das größte po⸗ iti auspiel der Welt würdig aufzuführen. . ; 1 . auch hier überlegen. Man darf nicht vergessen, daß man es hler nicht mit einem Genrestück zu thun hat, voll Zufälligtei. ten, wie unser alltägliches , wo wir zufrieden sind, wenn auch nur Einer seine Rolle genial durchführt. . . 1 Dr l gef. ob sich il uechr ein Weltgeschich r alle Zufällig= keiten aufhören und ewige Gesetze sich in topischen Menschen . Diese Menschen sind gerade darum geschasfen, um (ine bestimmte Idee zu vollenden, und erlauben, wenn sie dargestellt werden, nicht die geringste Aenderung in Gestalt und . Geistes. Die kleinste Untüchtig= keit, der kleinste Fehler sind ausgeschlossen. . . ;
my n , 6 . indem er ven nn, übrigen historischen Stücke durchdringt, ganz abweist. Er 6 13 f . Stück nur Menfchen, nur große Menschen handeln lassen; er , Geschicke ist so furchtbar, daß dem Thiere im Menschen 1 Zeit bleibt, mit großen Ideen zu spielen und durch falsche Reflexe Lachen zu 6.
Mur in den eren Scenen giebt Shaßespeare einen Tribut an Die He⸗ wöhnlichkeit, und läßt den Humor walten, sichtlich, um durch . Schatten die hohen oer nn 3 er uns hinaufzieht, noch heller ins Licht zu setzen.
er Ernst verschlingt alles Kleinere. . * ö anne und die Pietät hat, um über Shalespeare nach⸗ denken zu dürfen, kann hierin feine Zufälligkeit, noch weniger inen Man— gel an 'Vollendung — wie einige gethan — erblicigen. Er wid vielmehr das Verständniß bewundern, mit welchem Shakespegre die alte . durch⸗ drungen hat. Er faßte den Unterschied zwischen der alten Welt * der modeinen Zeit tiefer, als irgend Einer vor ihm und nach ihm. Er sah, daß das Alterthum uns deshalb so ideal erscheint, weil uns nur die Daud⸗ lungen und Werke des höheren, wahrhaften, nicht innerlich noch äußerlich gedrückten Bürgerthums und Adels aufbehalten sind. Noch waren die gei—
stigen und leiblichen Sklaven, die sich jetzt in den Kreis des Lebens und
der Literatur eingedrängt haben, und sich in Shakespeare's humoristischen Figuren in den sonstigen historischen Stücken spiegeln, völlig ausgeschlossen. Es gab keine Buchhändler, die mit dem Geist der Zeit und dem Radikalis— mus spekulirten, und die Winkel-Literaten der sogenannten „ewigen Wahr- heit“ hat sammt ihrer Ewigkeit die Zeit verschlungen. Etwas, was sich unsere Titanen merken können.
Dies Alles wurde auf der betreffenden Bühne nicht gehörig überdacht; deshalb wurde das Stück schlecht gespielt, und wäre ganz durchgefallen, hätte das Publikum nicht merkwürdigerweise gewußt, daß es in sich selbst die Schuld trage, um deretwillen die Schauspieler noch theilnahmloser wur den, als dies sonst der Fall gewesen wäre. Dies Bewußtsein könnte sich hier tropñ der Intelligenz und Ueberbildung erneuen.
Der Schauspieler kann sich leider weder durch den Geschmack, noch durch die Aesthetik unseres heutigen Publikums bilden lassen. Denn das Publikum braucht selbst am allermeisten Belehrung über das Wesen der Schönheit. Dagegen hat hinwiederum noch nie ein Schauspieler gut gespielt, der nicht durch das elektrisch auf ihn wirkende Verständniß des Publikums, über sich selbst erhoben wurde.
Der gute Wille des Publikums genügt nicht, wenn er schon vielleicht in Berlin sichtbarer ist, als anderwärts; der gute Wille der Zuschauer, welche das Haus füllen, wenn ein Stück von Shakespegre oder Göthe an⸗ gezeigt ist, hat noch nie einen Schauspieler begeistert. Das Publikum muß in der That verstehen, nicht blos hören; fühlen, nicht blos sehen. Dazu ist aber nöthig, daß das Publikum natürlich und gesund gebildet sei, denn die, welchen es der Herr im Schlaf giebt, sind immer nur wenige an Zahl.“
„Diese gesunde Bildung ist aber gerade bei Julius Cäsar doppelt nöthig, weil zu einem Verständniß desselben nicht blos ästhetische, sondern auch politische Einsicht gehört. ,
Wie ausgebildet diese letztere bei dem hiesigen Theater- Publikum ist, zu untersuchen, möchte unbescheiden sein. Wir wissen nicht, wie weit der Böthesche Satz wahr ist: „daß der Antheil der Deutschen an der Politit im Grunde doch nur Philisterei sei.“
Dagegen möchte es erlaubter sein, wenn man in der That zur Auf— führung schreiten will, den Schauspielern einige Winke an die Hand zu geben, wie sie aus der Erfahrung fließen.
1
83 Das erste, was wir bei einem so großen Produlte, wie es Julius ff ist, verlangen, muß sein: daß jeder Schauspieler nicht blos seine — en,, den Gang und die leitende Idee des ganzen Stückes ver, stehe. Dies ist doppelt nokhwendig, weil das Stück historisch ist. Mag sich die Kunst auch mit Freihelt bewegen und mehr auf die ewig und überall gleichartig wirkende enschennatur, als auf wechselnde historische Zustände ssanrbeiten; mag Lies Alles fein, so darf, sie doch den in jedem Menschen lebendigen Eindruck einer vergangenen großen historischen Periode nicht un⸗
billig verletzen. Der Geist und die leitenden Ideen jener gr historischen e n ,, großen historis Zeit sind zu mächtig, als daß die Kunst dr ul sie hätte. Dies hat
der Dichter wohl erwogen, denn er hat fast wörtlich den en Stoff der Historie entnommen, nicht bloß im Allgemeinen, sondern im Allereinzelnsten. Wo aber der Dichter keine Freiheit mehr hat, da hat sie der Schauspieler noch weit weniger, denn er ist viel enger an die Wirklichkeit geknüpft.
Wir verlangen keine Detail -Kenntnisse Plutarch's vom Schauspieler; aber nur deshalb, weil das Genie Shakespeare's so durchsichtig ist, so klar über den Zeiten waltet, daß man gewiß nicht gegen das Alterthum ver— stoßen wird, wenn man die Schilderung Shakespeare's wohl überdenkt.
Wir verlangen keine Seelen Kenntniß des historischen, aber ein Ver- ständniß des Shakespeareschen Julius Cäsar; obwohl es uns förderlich scheint, wenn die Schauspieler die Biographieen des Julius Cäsar, Markt Anton und Brutus lesen, von welchen es ja deutsche Uebersetzungen genug giebt. Shakespeare versetzt uns in das veiderbte Rom. Das Volt, der gesunde Kern, welcher einst durch geistige Tüchtigkeit und Einfachheit der Sitte sich zur Weltherrschaft fähig gemacht hat, ist verlchwunden. Die Leidenschaften, die Parteien, zügellos um ihrer Natur willen, herrschen. Doch sind die guten alten Zeiten nicht so lange verschwunden, daß das Andenken an die reinen Sitten der Republik nicht noch lebendig wäre, daß es nicht eine momentane Macht über die Geister übte, wenn die alte Tugend in einem einzelnen Mann der Gegenwart wieder lebendig wird.
Der Herr dieser Parteien ist Cäsat. Er ist ein Fürst dieser Welt. Seine Macht ist eine reale, sehr wirkliche.
Ihm gegenüber steht Brutus, ein einsames, ganz einsames Bruch⸗ stück der guten alten Zeit, der nur durch die Erinnerung Einfluß übt. Er ist der Repräsentant des verschollenen Volkes. Seine Macht ist eine ide ale. Ihm selbst sehlen alle Organe und äußeren Ta⸗— lente für die wirkliche Welt; sie wären ihm auch zu nichts nütze gewesen, da er keine Menschen gefunden hätte, seine Ideale zu vollbringen. Doch war er mächtig auch über die Verdorbenen in den Augenblicken, wo der bessere Mensch siegt. ;
Brutus theilte sich mit Cäsar in das Herz jedes Römers. Ihm ge⸗ hörte das Gute, Reine, Ideale; Cäsar gehörte der Mensch, wie er ist; energisch, ehrgeizig, getrieben, ichsüchtig.
Beide h. Shakespeare als Genies auf.
Cäsar ein Genie, ursprünglich, über die Zeit erhaben, aber zugleich mit allen Organen und Talenten ausgerüstet, um die Mitwelt zu unter⸗ jochen, zugleich Kind der Zeit, voll Kenntniß der Menschen und des Lebens.
Brutus, um so zu sagen, ein Genie für sich; jene seltsame Construc⸗ tion eines ungeheuren Gemüthslebens, welches diese irdische Welt nicht ver= steht, bei aller Seelengröße und Erfahrung immer unerfahren bleibt, weil es dieser Welt nicht angehört. Ein solches Wesen . auf, stark zu sein, sobald es aufhört, sittlich zu sein, und anfängt, die Menschen auf den unter Menschen üblichen Wegen zu behandeln.
Brutus selbst ist viel zu groß, um nicht die geistige Größe und Per— son Cäsar's zu lieben, und doch haßt er ihn wieder zugleich als Personist= cation Alles dessen, was nur von dieser Welt ist, als die Personisicatfon
des Parteiwesens, menschlicher maßloser Leidenschaft, die seiner eigenen Na—=