1844 / 155 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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erwin dr mg r g a. Den 3. Juni 1844.

11 rin

Preußische Zeitung.

M 155. Berlin, Mittwoch den 5in Juni

Königliche Schauspiele m mn mm, , ; * m .

Dienstag, 4. Juni. Marie, oder: Die Tochter des Regiments, (Dlle. Tuczek wird

Meteorologische Geobachtungen.

Abends 190 Unr.

Das Abonnement beträgt: 2 KÜthlr. für . Jahr. 4 Rthlr. I Jahr. 8 Rthlr. 1 Jahr. in allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung. Ansertions-Gebühr für den Naum einer Zeile des Allg Anzeigers 2 Sgr. ;

welche über 200 Mitglieder hatte, deren Namen er später ver⸗ ——— will. Diese Verschwörung hat aber nichts mit der neu entdeckten großen Verbrüderung zu thun. Auch sagt er darin, er habe zuerst Kalergis eingeweihl und dann Spyro Mylios. Falergis hat nun seinerseils auf, die Darstellung des Makrijannis eine Ant⸗ wort in die Elpis einrücken lassen, welche deutlich beweist, daß er die Bewegungs-Männer nicht mehr zu seiner Partei rechnet. Diese

Entgegnung lautet, wie folgt: . „Ich habe in mehreren Zeitungen das Schreiben des Generals Ma- frijannis über die Ereignisse des 3. September gelesen. Ohne mich auf eine Beantwortung im Detail einzulassen, kann ich nicht umhin, der Wahr- heit gemäß zu erklären, daß Herr Makrijannis nicht der Erste war, der mit mir über jenen Gegenstand sprach; ich wurde von bedeutenderen Männern eingeweiht, welche . wegen ihrer hohen Stellung im Staate, als we „Se. m,, Pfand J en ihres allgemein anerkannten Patriotismus mein volles Vertrauen be— . 40 F 10633 nbheiun. Risenb. 656 i. Zugleich halte ich es für meine Pflicht, zu sagen, daß Herr Makri= ö 33 h lo. do. Prior. Obl. 4 jannis immer dagegen war, die Bewegung in der Hauptstadt anfangen zu e . pt 3 do. v. Staat garent. 3

23

Alle Post-Anstalten des An und Auslandes nehmen Sestellung auf dieses glatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuss. Zeitung: Friedrichsstrasse Ur. 72.

Nach einmaliger Beobachtung.

1844. Morgens Naebmiĩttags 2. Juni. 6 Ubr. .

Luftdruck .... 334, 92 per. 334, 20 par. 333. ss Par. QGuellwäürme 7,9) R. Luft wärme... 9,987 R. 4 18,09 R. . 12,87 R. FElusswärme 15,05 R. Thaupunkt ... 4,92 n. 5,00 R. 4 4,17 R. Bodeu arne 13,77, R. Dunstsãttiguug y 6 37 J üus . bag. Le. Tenn. = per mn sãttiguug 67 * t 37 x pCt. 5 . pCt Armeen 0, o 14 Rh ö 6. . Wetter heiter. heiter. heiter. Niederseblag O. do. do. Prior. Obl. 4 103 z n mm, e m. * 0 46 8. m,, an. Wärme wechsel 19, Brl. Anh. Biseub. 168 3 1a . 9 . Wolkenaus... 1 4 6,9 R. . . do. Prior. Obl. ö. 2. . . kerl. Siadi- Obl. pur ir. Reer, 5 Tagesmittel: 334,32 Par... 4 13,57 R... 4 4,87 R... 52 pCt. S8Ww.

mern. A. i- 2. do. do. Peior. Obl. 4 dl

Cour. iet. / Geld. Ge.

Pr. Cour. riet. 9ela.

Fonda. 8 Actien. ö

kel. Pots. Bisenb. 5 do. 40. Prior. Obl. 4

. lost

St. Schuld- Seb. Pr. Engl. Obl. 30. Präm Sch. d. Se eb. Kur- u. Neumark.

Sehuldvers er.

1844.

jassen, in der Meinung, es wäre besser, in irgend einer Provinz des Kö— . Bel. Frauke. Eisb. 5 nigreichs damit zu beginnen. Allein diese Ansicht wurde von den Anderen nicht getheilt, da es sich nicht darum handelte, die Nation in die Leiden des Bürgerkrieges zu stürzen, sondern durchgreifende Maßregeln zu nehmen, diesen Leiden ein Ende zu machen. Herr Makrijannis konnte uns also nicht brauchen, so wie er uns auch in der Nacht vom 3. September wirk- lich nicht gebraucht hat.“

„Hinsichtlich des nach der Eröffnung der National-Versammlung vom 12. September geleisteten und unterschriebenen Eides, welchen Herr Makri-

Porum. do. 3 Kur- u. Neum. do. 35 Schlesisee do. 37

Gold al mareo. 1. Friedrichs d'or. And. Gldm. à s Tb. Nis ceonto. . 3

40. do. Prior. Ob. 4 Ob. -Sebles. Bisb. 4 do. Lt. B. v. eiu gen. In. St. B. Lt. A u. - 37 Magd. Halbat. B. 4 BrlI. Schw. Erb. E. 4 do. do. Prior. Obl. 4

jannis in seinem Schreiben anführt, war ich davon gut unterrichtet und sah mich dadurch veranlaßt, an dem nämlichen Tage die Wache der Na- tional-Versammlung zu verstärken und die Patrouillen und stebenden Posten in der Hauptstadt zu verdoppeln. Ich überlasse es dem Publikum, die Auf⸗ richtigkeit derjenigen Deputirten zu beurtheilen, welche, nachdem sie einmal den Eid in der National⸗Versammlung abgelegt hatten, sich entschlossen, in der Privatwohnung des Herin Makrijannis einen zweiten zu leisten.

Athen, 28. April (10. Mai) 1844.“ Gezeichnet:

Der General Major Dem. Kalergis.

Amsterdam, 30. Mai.

Paris, 29. Mei.

Wien, 30. mai. 596 Met.

Acteu 1627. Anl. de 1834 149.

Berichtigung. Sp. 1

̃ In der gestrigen Nr. 153 ist Seite 902 Z. 148 v. oben statt „Beetz“ zu lesen: Peitz.

Mail. 1143. Livoru. I23.

Handels- und Börsen Nachrichten.

Berlin, 3. Juni. An heutiger Börse war es mit allen Eisenbahn— Effekten fest, doch blieb das Geschäft ohne bedeutenden Umsatz.

Bekanntmachungen.

14421 ECEdittal⸗- Citation. Land- und Stadtgericht zu Brandenburg, den 19. März 1844.

Der Scharfrichter Ferdinand Hamberger wird zur Beantwortung der von seiner Ehefrau, Friederike ge⸗ borenen Jacob, wegen böslicher Verlassung wider ihn angestellten Ehescheidungsklage zu dem auf

den 17. Jull e., Vorm. 11 Uhr,

vor dem Deputirten Herrn Land- und Stadtgerichts- Math Ser an hiesiger Gerichtsstelle anstehenden Termine unter der Warnung hierdurch vorgeladen, daß er bei seinen Ausbleiben der in der Klage angeführten Thatsachen in contumaciam für geständig erachtet und demnach die Ehe getrennt und er für den allein schul— digen Theil erklärt werden würde.

2055) Ediktal⸗ Citation.

Der Handlungs- Commis Carl Friedrich Ackermann aus Deutsch⸗Marchwitz, hiesigen Kreises, seit dem 12. Februar i822 im minderjährigen Alter von Breslau verschollen, wird hierdurch aufgefordert, zur Beantwor⸗ tung der von seinen bekannien Erben angebrachten Probocation auf Todes -Erklärung sich spätestens in

dem am Oktober 1844,

vor dem Herrn Kammergerichts-AUssessor Seydel in un— serem Parteien- Zimmer anstehenden Termine zu melden, widrigenfalls er für todt erklärt und sein zurückgelasse⸗ nes Vermögen den sich meldenden und legitimirenden Erben ausgeantwortet oder nach Umständen als her— renloses Gut erachtet werden wird.

Zugleich werden die etwanigen unbekannten Erben des Carl Friedrich Ackermann hiermit aufgefordert, sich in diesem Termine entweder in Person oder durch g⸗e hörig bevollmächtigte Sachwalter, wozu ihnen die Ju— stiz Kommissarien Strützli und Ernst hierselbst vorge— schlagen werden, zu melden und ihre etwanigen An⸗ r. geltend zu machen, widrigenfalls dieselben bei ihrem Ausbleiben zu gewärtigen haben, daß der Nach⸗ laß des 2c. Ackermann seinen nächsten bekannten Erben ausgeantwortet werden wird,

Namslau, den 7. November 1843.

Königliches Land- und Stadtgericht.

591 b]

Berlin-Stettiner Eisenbahn. : Wir machen hierdurch ;, darauf aufmerksam, daß

e Einzahlung d. vierten Rate zauf die Actien⸗

Zeichnungen

Litt. . zur Berlin -Stettiner Eisenbahn mit

20 5 deg gezeichneten Kapitals bis zum 30. Juni ers, bei Vermeidung der im Statut bestimmten Folgen der verzögerten 3 hier bei unserer Hauptlasse erfelgen muß. um Erleichterung für auswärtige Actionaire können jedoch auch diesmal wieder die Einzahlungen in Berlin erfelgen, und werden demgemäß in den Tagen vom bis in el. 3. Juli er. die Jahlungen auf unserem Bahnhose daselbst, Vormittags von g bis 12 Uhr, an= , . 2 6 eber die Raten - Zahlungen quittirt, wie bisher, un- 3 in, 6 . a. . . Voll ahlungen gegen abe der Quittungs- * zur Stelle Iron ener 2 eilt. z

Bei dieser Gelegenheit erfolgt zugleich die Auszah— lung der Zinsen auf die bisher geleisteten Einschüsse, welche bis ult. Juni er. auf jedes Hundert des gezeich— neten Kapitals 1 Thlr. 9 Sgr. betragen, eompensando in der Art, daß stait der pro 100 Thlr. zu machenden Einzahlung von 20 Thlr. jetzt uur 18 Thlr. 21 Sgr. entrichtet werden.

Stettin, den 30. Mai 1844.

Das Direktorium. Witte. Kutscher. Ebeling.

Nieder-Schlesisch⸗Märkische lösr vn Eisenbahn.

Bekanntmachung. Zur Anlage der Nie- derschlesisch ⸗Märklischen Eisenbahn soll die Aus- führung der Erdarbeiten, so wie der Bau der klei- ag neren Brücken u. Durch⸗ Ab lässe auf zwei Strecken: 1) auf der 1670 Ru⸗ then langen Strecke zwischen Baudach u. Gablenz durch das Gassener Thal, 2) auf der 1580 Ruthen langen Strecke von Steins⸗ dorf bis Hainau, im Wege der Submission in Entreprise gegeben werden. Die Pläne, Berechnungen, Entreprise⸗ Bedingungen und Submissions⸗-Formulare zu diesen Bau-Ausführnn—⸗ gen sind in den technischen Büreaus ad 1. zu Sommerfeld (beim Abtheilungs- Ingenieur Engel,), ad 2. zu 6 n (beim Abtheilungs Ingenieur Burgas), während der Geschäftsstunden einzusehen, woselbst gegen Erlegung von 16 Sgr. Abschriften der Bedingungen, der Nachweisung der auszuführenden Arbeiten und des Submissions Formulars in Empfang genommen wer- den können. Submissionen für die Ausführung der betreffenden Arbeiten müssen versiegelt mit der Auf⸗ rift: . en 1. des fünften Looses der 1I. Abtheilung, ad 2. des zweiten Looses der IV. Abtheilung, vor dem 28. Juni d. J. portofrei bei uns (Leipziger Str. Nr. 61) eingereicht werden. Später eingehende Submissionen können nicht berücksichtigt werden. Die sich Meldenden bleiben 14 Tage nach dem 28. Juni e. an ihre Offerten gebunden. Berlin, den 31. Mai 1844. ö . Die Direction der Nieder-Schlesisch⸗Märkischen Eisen⸗ bahn⸗Gesellschast.

* * . ; )

* J S S ie e 2 .

Nieder ⸗-Schlesisch-Märkische

6 Eisenbahn.

Mit Bezug auf unsere

vnn r rn, n vom

31. März und 290.

April c., betreffend die

neue Zeichnung von Ac⸗

tien unserer Gesellschast

o zum Zweck der Herstel-⸗

ung einer Anschlußbahn

nach der sächsischen Grän-

ze, benachrichtigen wir

hierdurch die Actionaire, daß die Ausgabe der Quit- iungsbogen für die neuen Actien

in den Tagen vom 19. bis 30. Juni s; in unserem

Büreau zu Berlin n Nr. 61, zwei

Treppen Ha täglich, mit Ausnahme der Sonntage, Vormittags von g bis 1 Uhr,

stattfinden wird.

Auswärtige Börsen. Niederl. wirkl. Sch. 61. h b Span. 22.3. 396 do. 353. Pass. —.« Seb. Fol. . Oesterr. 1093. 499 Russ. Hope 90 *.

Antwerpen, 29. Mai. Ziusl. 783. Neue Aul. 21.

Hamburg, 1. Juni. Bank-Actien 1675 Br. Engl. Russ. 113 r. 59H Rente n our. I22. 395 Rente 6u eour. S4. 70.

59h Neapl. au ceompt. 102. 55. 59h Span. Rente —. 111. 490 1063. de 1839 130.

Hahnemann's Todtenfeier. Hahnemann's Todtenfeier, im Saale des Englischen Hauses, wird erst Donnerstag, den 6. Juni, Abends 7 Uhr, stattsinden.

i ner Anzeiger.

stenmale: 590 40 160 Zins. —.

Ausg. —. Preuss. P.

Pass. 53. 395 , Hanle- Nordb. 144. Glogtgn. 1 16.

Dr. Lutze,

.

komische Oper in 2 Abth. Musik von Donizetti. vor Antritt ihrer Urlaubsreise hierin zum letztenmale auftreten.) Im Konzertsaale: 1) Caliste, ou: Le geolier, drame vaude- ville en Lacte. 2) La nuit aux soufflets, vaudeville en 2 actes, par Mr. Lockroy.

Mittwoch, 5 Theater zu München: Egmont, als erste Gastrolle.)

Donnerstag, 5. Juni.

Juni.

2 unt

Egmont. (Herr Dahn, vom Königl. Hof⸗

Erziehungs-Resultate. Hierauf, zum er—

. Der verliebte Dorfschneider, Divertissement in 1 Akt, ar⸗ rangirt und in Scene gesetzt vom Königl. Solotänzer T. Stullmüller. Musik komponirt und arrangirt vom Königl. Kammer-Musikus Gährich.

Rönigsstädtisches Theater.

Dienstag, 4. Juni.

A. von Kotzebue. In den Zwischenakten werden folgende Ouvertüren ausgeführt werden: 2) Aus der weißen Dame, von Boieldieu. ro) . zeit, von Mozart. 4) Aus der diebischen Elster, von Rossini. JJ Mittwoch,“ Hof⸗Theater zu Detmold: Robert, als Gastrolle.) r verhängnißvolle Omelette. (Dlle. Hareng: Rosa, als Gastrolle.)

Der Wirrwarr. Lustspiel in 5 Akten, von

1) Aus der Schweizerfamilie, von Weigl. 3) Aus Figaro's Hoch⸗—

(Herr Hegel, vom

Memoiren des Teufels. . ; Hierauf: Die

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei.

Nach dem Resultat der in den Eingangs gedachten Bekanntmachungen vorbehaltenen, auf Grund der ein= gegangenen Actien⸗Zeichnungen angeordneten Reduction erhalten die Zeichner für jede vollen 409 Thlr. in alten Aetien, als deren Besitzer dieselben sich ausgewiesen haben, eine neue Actie à 100 Thlr. ʒ wer sich aber als Besitzer von 16. 400 Thlr. oder dar— über in alten Actien ausgewiesen und mehr als ein Viertel dieser Summe für das neu aufzubringende Kapital gezeichnet hat, erhält noch außerdem für jede vollen 16,400 Thlr. in alten Actien eine neue Actie à 100 Thlr.

Die Zeichnungs⸗ und spezielle Repartitions-Liste wird in unserem Büreau zur Einsicht der Actionaire während der oben festgesetzten Zeit ausgelegt werden.

Die Ausreichung der neuen Quittungsbogen und die Rückzahlung derjenigen bei der Zeichnung eingezahlten Summen, die den Betrag von 26 pCt. des Actien-Ka— pitals, mit welchem der Zeichner zufolge der so eben gedachten Repartition bei der neuen Actienzeichnung betheiligt wird, übersteigen, erfolgt gegen Rückgabe der den Actionairen bei Zeichnung derneuen Actien ertheilten Bescheinigung, unter welcher über den Empfang der neuen Quittungsbogen und resp. der zurüchzuzahlenden Gelder zu quittiren ist.

Berlin, den 31. Mai 1844.

Die Direction der Nieder-Schlesisch⸗Märkischen Eisen⸗ bahn ⸗Gesellschaft.

Literarische Anzeigen.

So eben ist bei uns erschienen: 712 . in vergleichender 2 . von 9 m t. 8 weir nn ag e gr. 8. brosch. Preis 25 Leipzig, April 1844. Weidmannsche Buchhandlung.

Borrathig in Berlin bei E. S. Schrveder, Linden 23, Jagorsches Haus.

5906 ; Bei G. Reimer, Wilhelm sstr. 73, ist neu er— schienen:

Brandstäter, oe 3.4. Die Geschich— ten des ätolischen Landes, Volkes und Bundes, in drei Büchern, nach den Quellen dargestellt, nebst einer historiographischen Abhand- lung über Polybius. gr. 8. (G33 Bog.) 2 Thlr.

4 1

Burmeister, beet be in, die or ganisation der Lrilohb itren, aus ihren lẽ benden Verwandten entwickelt, nebst einer y stematischen Uebersicht aller zeither beschrir benen Arten. Hoch 4. 20 Bog. Mit 6 kpst. kart. 5 Ihlr. 20 Sgr

Homer's Odyssee. uke won h. A. L. W. Jacob. gr. 8. 26 Bogen. geh. 1 2hlr. 20 Sgr.

Polybius, ex rerdgnitione Imm anuelis Bekkeri. Tomus prior. Sr. 8. (38 Bos.) Preis für beide . 5 Tlilr.

Tieck's, e, Schriften. 1M Vbe, enth. No—=

vellen. Ir Theil. gr. 8. (221 Bog.) geh. 1 Thlr. Velinp. 1 Thlr. 10 Sgr.

3 6 8. * 2 .

Shakspeare S dramatische Werke übersetzt von Aug. Wilh. von Schlegel und Ludwig Tieck. Neue Ausgabe. Sr Band. 8. (25 Bog.) geh. 10 Sgr. Velinp. 15 Sgr.

* D

1 ernte, w 4 zem de n Pomp * i un d Herkulanum, mit erklären- dem Text von Prof. Welcker in Bonn.

3Z3 Heft. Roy. Folio. 7 Thlr. 10 Sgr.

Bei F. A. Brockhaus in Leipzig ist neu erschienen und in allen Buchhandlungen vorräthig, in Berlin in der

Plahnschen (L. Nitze), Jägersn. 3 Heinrich der Vierte

714 von Deutschland. Eine Trilogie von Hans Koester. 8. Geh, 7 Thlr.

Von dem Verfasser erschien ebendaselbst: Schauspiele. 8. 1842. Geh. 2 Thlr.

583 b]

Zu dem Jahresfeste der hiesigen Gesellschaft zur Beförderung der evangelischen Missionen unter den Heiden, welches Mittwoch, den 5. Juni, Nachmittags 3 Uhr, in der Dreifaltigkeitstirche mit Gesang, Gebet, Predigt und Abordnung von zwei Missionagren nach Asien und Süd-Afrika gefeiert wird, werden alle Freunde und Beförderer der evangelischen Missionen hiermit eingeladen. An den Kirchthüren wird eine Kollekte zum Besten der Mission gehalten werden.

D ö 6.

Eine Mehl-, Oel- und Brett— äs r! Schneide-⸗Mühle,

ununterbrochene Wasserkrast, im guten Bauzustande und cirea 100 Morgen Ackerland, Wiesen und lebendiges Holz, lastenfrei, in der Nähe der Niederschlesisch⸗Mär— lischen Eisenbahn, ist Veränderung halber aus freier

Hand zu verkaufen und ertheilt nähere Auskunft

Salomon Simmel ju m, Breslau, Schweidnitzer Straße Nr. 28, vis-a-vis dem neuen Theater.

7131 ,, der ö. großen Bücher- und Geschäfts— Verloosung

(wobei jedes Loos gewinnt)

sindet im Monat Juli d. J. statt. Der Hauptge-⸗ winn besteht in einer großen Leihbibliothek im Werthe von 10000 Thlr. Da zu Nebengewinnen für 19, 500 Thlr. Bücher bestimmt sind, hat jeder Loos—⸗ inhaber, außer der Aussicht auf den Hauptgewinn, noch die Garantie, daß jedes Loos, ohne Ausnahme, entweder (ine kleinere Büchersammlung im Werthe von 25 bis 150 Thlr., oder ein ganzes Werk im Werthe von 15 bis 19 Thlr. gewinnen muß.

Loose à 2 Thlr. nebst den ausführlichen Verloosungs- plänen sind bis Mitte Juni in allen Buchhandlungen,

n Sellin n ve Plahnschen Buchhand⸗

lung (E. Nitze), Jägerstr. 37, zu haben. Brieg, im April 1844. Carl Schwartz.

Amtlicher Theil.

Inland. Berlin. Allerhöchste Kabinets- Ordre. Rheinprovinz. Bad Bertrich. Unterstüßung der nothleidenden Schlesier.

Deutsche Bundesstaaten. Königreich Bayern. Rückkehr der Kurfürstin Leopoldine nach München. von Walther. Die Diplo⸗ matie. Militair⸗-Karte. Die Kronprinzessin von Bavern und der Kaiser von Rußland zu Kissingen erwartet. Königreich Sachsen. Medaille. ‚Großherzogthum Baden. Kammer Verhandlungen. Großherzogthum Hessen. Der Verein zum Schutz deutscher Ans wanderer in Teraz. Großherzogthum Oldenburg. Seling.

Rußland und Polen. Warschau. Erlaubniß an die Juden? des Königreichs zum Studiren in Rußland.

Frankreich. Deputirten-Kammer. Debatte über die Angelegenhei⸗ ten zu Montevideo. Paris, Laffitte's schriflicher Nachlaß. Schreiben aus Paris,. (Lassitte's Leichenbegängniß.) t .

Großbritanien und Irland. London. Der König von Sach— sen. Straf-Urtheil gegen O'Connell und seine Genossen. Briefe aus London. (Straf- Urtheil gegen O'Connell.)

Belgien. Brüssel. Familien ⸗Besuche. Kammer-Verhandlungen.

Schweiz. Sitten. Dekret zur Auflösung der „ungen Schwe“. Antwortschreiben der Deputirten von Monthey und Martinach an den Großen Rath. Veimischtes. .

Italien. Rom. Ankunft des Königs von Bavern.

Portugal. Schreiben aus Lissabon. (Modification des Ministeriums.)

,, . und Börsen-Nachrichten. Berlin. Börsen, und Markt⸗ bericht.

Königsstädtisches Theater. (Beschluß der Vorstellungen der italienischen Oper.) Kunst-Ausstellung in Paris. Commer's Sammlung geist— licher Arien. Berlin. Berichtigung in Bezug auf die Thorwalbsen— Feier. ;

Beilage.

Amtlicher Theil.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

Dem Ober⸗Forstmeister von Boyen zu Liegnitz, den Rothen Adler-Orden zweiter Klasse mit Eichenlaub; dem Professor Dr. Blochmann, Direktor einer Erziehungs-Anstalt in Dresden, den Rothen Adler-Orden dritter Klasse; den Oberst-Lieutenants a. D. von Lipinski zu Bütow und von Kistowsky zu Stargard, dem Hauptmann a. D., Oberförster von Rappard zu Bredelar und dem Haupt-Amts-Assistenten, Ober- Controlleur Keßler zu Emme— rich, den Rothen Adler-Orden vierter Klasse zu verleihen; so wie

Den Geheimen Justiz- und vortragenden Rath im Justiz⸗ Ministerium, Baumeister, zum Geheimen Ober-Justiz⸗Rath zu ernennen.

Die beim Landgerichte zu Köln angestellten Advokat Anwälte Justizs Rath Kyll und Blömer sind in gleicher Eigenschaft an den rheinischen Appellationsgerichtshof daselbst versetzt;

Der Justiz-Kommissarius Schramm zu Pleß ist zugleich zum Notarius im Departement des Ober⸗Landesgerichts zu Ratibor be—

ellt; und

ñ Der bisherige Privat⸗-Docent, Licentiat der Theologie A. Baier in Greifswald, zum außerordentlichen Professor in der theologischen Fakultät der dortigen Universität ernannt worden.

Abgereist: Der General-Major und Direktor des Allgemeinen Kriegs⸗-Departements, von Reyher, nach Stralsund.

Der Bischof der evangelischen Kirche, General-Superintendent der Rhein-Provinz und der Provinz Westphalen, Dr. Roß, nach der Provinz Westphalen.

Uichtamtlicher Theil.

Inland.

Berlin, 3. Juni. Die heute ausgegebene Nummer 13 der Gesetzsammlung enthält die nachfolgende Allerhöchste Kabinets— Ordre:

„Auf den Bericht des Staats -Ministeriums vom 30sten v. M. will Ich in Erweiterung der Ordre vom 31. Dezember 1827 (Gesetzsammlung vom Jahre 1825, Seite 6) hierdurch bestimmen, daß die Chef- Präsidenten der Landes-Justiz Kollegien in denjenigen Provinzen, in welchen das Allge⸗ meine Landrecht und die Allgemeine Gerichts-Ordnung Gesetzeskrast haben, beftigt sein sollen, vom 1. Juli des laufenden Jahres an, sämmtliche Subalternen bei den Ober- und Untergerichten, mit alleiniger Ausnahme der Salarien⸗ und Deposital-Kassen⸗Rendanten bei den Obergerichten, an⸗ zustellen. Bei diesen Anstellungen ist nach den Vorschriften der erwähnten Ordre zu verfahren; sollte jedoch für angemessen befunden werden, einen richterlichen Beamten, gegen welchen auf Degradation zum Subaltern— Beamten, oder einen Subaltern⸗Beamten, gegen welchen auf Strafversetzung erkannt worden ist, in eine Subalternstelle eines anderen Ober-Gerichts? Bezirks wieder unterzubringen, so haben die Chef-Präsidenten auf einen solchen Beamten nicht blos als auf ein ihnen empfohlenes Subjekt Rücksicht zu nehmen (Nr. 3 der Ordre vom 31. Dezember 1827), sondern die An⸗ weisung des Justiz-Ministers zu befolgen. Dieser Befehl ist durch die Ge— setzsammlung zur allgemeinen Kenntniß zu bringen.

Potsdam, den 10. Mai 1844. . . Friedrich Wilhelm. An das Staats-Ministerium.“ .

Nhein⸗Provinz. Die kostspieligen Bauten, welche die Königliche Regierung zu Koblenz Behufs der Vermehrung des Bade⸗ wassers zu Bertrich angeordnet hat, sind in der Mitte Mai's so weit gediehen, daß das Quellwasser seinen Lauf wieder ungestört und ungetrübt in die Bäder nehmen konnte. Die ferneren, zur Hebung der gewonnenen größeren Wassermasse nöthigen Arbeiten werden erst nach beendigter Kurzeit im September wieder beginnen. Zur Ab⸗ hülfe der Noth unter den Spinnern und Webern des schlesischen Ge⸗ birges geschieht auch in unserer Provinz allmälig immer mehr und Größeres. Nicht blos hat sich der wohlwollende Sinn der Rhein⸗ Anwohner, die stets zum Helfen bereit sind, durch bedeutende milde Gaben bewährt (bis zum 4. Mai hatte der Ober-Präsident der Rhein-Provinz allein an 2000 Rthlr. überschickt), sondern es wird auch rings mit Thätigkeit und Ausdauer auf einen länger währenden Beistand hingestrebt, indem Menschenfreunde sich der Sammlung, von Leinwand ⸗Bestellungen unterzogen haben, womit bereits ein wahrhaft erfreulicher Anfang ge⸗ macht worden ist. Vorerst haben sich, so viel bekannt geworden, in diesem Sinne besonders Bonn, Wallerfangen und Saar— brüchen ausgezeichnet, woher bis jetzt zusammen über 4000 Rthlr. Abschlagszahlungen auf bestellte Leinenwagren an schlesische Unter⸗ stützungs Vereine übersendet worden sind. Außerdem werden in ande⸗ ren Städten (Neuwied, Krefeld u. s. f.) Aufträge auf schlesisches Leinen gesammelt, und zwar ebenfalls, wie in Bonn, durch die Be— mühungen edler Frauen. In der Kölnischen Zeitung vom 1. Juni, welche diese Nachrichten enthält, wird der Wunsch ausge⸗ sprochen, jede Unternehmung der Art möge aus dem bescheidenen Verborgensein im engeren Kreise hervortreten, um zugleich als Vor⸗ bild für andere Städte und Gegenden zu dienen, wo vielleicht nicht weniger Theilnahme für diese anerkannt gründlichste Art der Hülfe— leistung vorhanden sei, ohne sich thatkräftig zur Betheiligung am guten Werke selbst zu entwickeln, weil es bisher an einem äußeren Anlaß gemangelt habe.

Ausland.

Deutsche Bundesstaaten.

Königreich Bayern. Der Leibarzt der Königin, Geheime Nath von Walther, ist nun auch zum Leibarzt des Königs ernannt. Die Kurfürstin Leopoldine ist von der Reise zu ihrem Bruder, dem

Herzog von Modena wieder in München eingetroffen. Die meisten Mitglieder des diplomatischen Corps werden während eines Theils der schönen Jahreszeit von München abwesend sein. Die reichen Sammlungen indischer und chinesischer Kunst, welche der König seit einer Reihe von Jahren ankaufen ließ, werden nunmehr dem Publi⸗ kum geöffnet werden. Die Getraide-Preise erhalten sich auf den münchener Fruchtmärkten noch immer in einer Höhe, welche sehnlichst wünschen läßt, daß die diesjährige Aerndte eine recht geseg⸗ nete sein möge. (Hierzu ist, nach den übereinstimmenden Nach⸗ richten aus sämmtlichen Theilen Deutschlands, alle Aussicht vor⸗ handen). Der Fränkische Merkur vom 2. Juni enthält fol⸗ genden Brief aus Kissingen: „Allgemeine Freude erregte die am 2h. Mai eingelaufene Quartierbestellung für Ihre Königl. Hoheit unsere allgeliebte Kronprinzessin. Höchstdieselbe wird während des Juli die Kur gebrauchen. Schon werden alle Anstalten getroffen, um dieser jungen Fürstin den Aufenthalt so angenehm als möglich zu machen. So eben trifft auch durch Staffette die Nachricht hier ein, daß Se. Majestät der Kaiser von Rußland in den ersten Tagen des Juni zum Kurgebrauch hier eintreffen wird.“

Königreich Sachsen. Auf die feierliche Enthüllung des dem Könige Friedrich August im Zwinger zu Dresden errichteten Monuments ist eine Medaille, wozu Prof. Bendemann die Zeichnung entworfen und der Münz-Graveur König die Stempel geschnitten hat, ausgeprägt worden. Auf ihrer Vorderseite zeigt sich das Kö⸗ nigs⸗Monument, mit dem Zwinger im Hintergründe und der Um⸗ schrift: „Friedrich August dem Gerechten das dankbare Vaterland. VII. Juni Mb CCG XXXXIII.“; auf der Rückseite zur Erinne⸗ rung an die glückliche Rückkehr des Königs nach hergestelltem Frie⸗ den drei Genien mit entsprechenden Sinnbildern und mit der , , willkommen Vater des Vaterlandes. VII. Juni

Großherzogthum Baden. In der 75sten Sitzung der Kammer der Abgeordneten begann die Berathung über die neue Gerichts- Ver⸗ fassung. Die allgemeine Berathung ward gleichzeitig mit jener über die zwei ersten Paragraphen eröffnet. Zum Eingang der Diskussion erhob sich eine Stimme gegen die Trennung der Justiz von der Verwaltung und ge— ö Kollegial-Gerichte erster Instanz; sie ward von dem Kommissar der

egierung, Staatsrath Jolly, beantwortet. Ein anderer Tadel ging dahin, daß der Entwurf der Regierung zu wenig gebe, das System, das er auf⸗ stelle, nicht vollständig durchführe, aus Rücksicht auf die Kosten-Erhöhung, und daß allzuviel von der büreaukratischen Tendenz darin geblieben seJ. Es ward verlangt, daß alle Polizei⸗Gewalt, als Zweig der Strafrechts⸗ pflege, den Gerichten zugewiesen werde. Getadelt wurde, daß die Prozeß- Novelle und die Gerichts- Organisation vermischt worden. Es bil⸗ dete sich sodann eine Erörterung über die Meinungs Verschieden⸗ heit zwischen dem Kommissions Bericht und der Vorlage der Regierung, ob für Sachen über 250 Fl. Kollegial-Gerichte erster Instanz errichtet werden sollen, während der Entwurf der Regierung den Einzelnrichtern eine Kompetenz bis zu 5090 Fl. zugesteht; für die Ver⸗ neinung ward der Kostenpunkt, nicht blos für die Staatsfasse, sondern auch für die Parteien, hervorgehoben. Der Antrag der Kommission, die Sach- walter von der ersten Instanz zu entfernen, ward, als Beschränkung der natürlichen Freiheit, angefochten. Auf der einen Seite ward getadelt, daß die Organisation der Gerichte in den Gesetzes-Entwurf eingeslossen sei; auf der anderen gemißbilligt, daß nicht gleichzeitig die Organisation der Polizei- Behörden und ein Gesetz über ihre Strafgewalt vorgelegt worden. Auch die Mannichfaltigkeit der in Antrag gebrachten Gerichte ward der Regie⸗ rung und Kommission zum Vorwurf gemacht; man verlangte, daß Einzel- richter gar nicht bestellt, alle Sachen über 30 Fl. an Kollegial - Ge⸗ richte gewiesen werden sollen. Staatsrath Jolly führte gegen den An— trag der Kommission, für die Civil⸗Justiz erster Instanz von 250 Fl. aufwärts Kollegiglgerichte einzusetzen, an, ein solcher Vorschlag könne nicht in Form eines Verbesserungs Antrages, sondern nur auf dem Wege einer Adresse an die Regierung gebracht werden; schon die Vorschläge der Regie= rung brächten eine Masse von Veränderungen mit sich; diese noch durch weitere Einrichtungen zu vermehren, wäre nicht räthlich. Er schloß mit der Erklärung, daß die Regierung sich auf die Vorschläge der Kommission, auch für Civilsachen erster Instanz Kollegialgerichte nu len nicht einlassen werde. Die nachfolgenden Redner erklärten sich einstimmig sür Kollegial⸗ gerichte erster Instanz in Civilsachen, mindestens von 250 Fl. und darüber. In der 76sten Sitzung am 30. Mai nahm die zweite Kammer, mit

Königsstädtisches Theater. Beschluß der Vorstellungen der italienischen Oper.

Die diesjährige italienische Opern-Saison ist vorüber. Am 31. Mai war die letzte Vorssellung, und zwar eine Wiederholung der „Cantatrii illan e“. Die komischen Opern von Valentin Fioravanti sind in Italien, Frankreich und Deutschland mit Entzücken aufgenommen worden. Namentlich wurde Paris durch seine „Virtuosi amhulanti', welche Picard's „Comédiens ambulans“ als Nachahmung zur Folge hatten, bezaubert. Sowohl diese Oper, als „Die Dorfsängerinnen“, beide im Grundgedanken nahe verwandt, und auch in der Aussührung mitunter aneinander erinnernd, bewähren ein so großes Talent zur musilalischen Auffassung komischer Ge= gensätßze, daß man den Komponisten bewundern muß, der selbst dem trivia— sen Ausbruch der Temperamente bei Leuten aus den unteren Volksklassen eine, wenn auch noch so heitere und muthwillige, doch immer edle, und dabei eine durch Melodicen-Reichthum und neue harmonische Verbindungen ausgezeich nete Form zu geben verstand. Der volubile Fluß des Gesanges in den „Wandernden Komödianten“ ist in der That ausgezeichnet zu nennen; die Üustigkeit der Instrumente kennt keine Gränzen; wo der Komponist lyrisch— feierlich sein will, wie in der Hymne an den Frieden, weiß er auch den Bo— gen des Musageten sicher zu handhaben, seine größte Stärke aber zeigt er in der Einflechlung des Gesanges in den Gesang, der Posse in die Posse, wir meinen in den mit Sängern und Sängerinnen gehaltenen musikalischen Proben und Lectionen. Hierunter hat in den »(Comediantis das Terzett zwischen dem Direktor und den beiden Sängerinnen, worin alle nur mög- sichen Tonverzierungen humorislisch ineinandergeschlungen werden, einen Grad der Vollkommenheit erreicht, der von einem Anderen durch Nachahmung schwerlich zu erzielen wäre. Zu diesen musikalischen Vorzügen gesellt sich ein freundlicher und aufheiternder Tert, welcher das Treiben einer herumziehenden jtalienischen Komödianten-Karavane, wobei selbst Thespis' Karren nicht sehlt, mit sa— tyrischen Zügen schildert, und welcher aus der im Leben häufig vorgekom— menen Aneldote, daß Schauspieler von unwissenden Leuten für das gehal— ten werden, was sie auf der Bühne scheinen, eine artige Handlung bildet, die in concreto darauf hinausläuft, daß ein Bauer, der eine Schauspieler⸗ Truppe im Wald eine Probe der Oper „die Näuber“ halten sieht, die

Sache ernst nimmt und den Direltor, welchen er im Wirthshaus zu Monte— siascone wiederfindet, als den Hauptmann einer Banditenbande bei der ,,. angiebt.

Noch mehr verbreitete sich Fioravanti's Ruhm seit dem Erscheinen der „Cantatrici villane“, einer Oper, die, außer durch ihren Melodieen-Reich— thum, ihre Lieblichkeit und Lebendigkeit, auch noch deshalb merkwürdig ist, weil Tert und Musik von einem und demselben Maestro herrühren. Die Persifflage des Theaterlebens und des Treibens der Sängerinnen ist auf artige und unterhaltende Weise angebracht. Die Vorstellung dieses gern gesehenen Tonwerkes am 31sten war zwar nicht zahlreich besucht, die Theil— nahme für die scheidenden Sänger und Sängerinnen jedoch sehr leb— haft. Auf die Damen Malvani und Bendini strömte ein Negen von Kränzen und Gedichten. Auch verdiente Erstere, ihres sicht⸗ baren Strebens wegen, Leben in die Darstellung zu bringen, den erhaltenen Beifall vollkommen, so wie auch Sgra. Bendini gleichfalls nicht ermangelte, ihre schöne Altstimme in der Partie der Agata aufs Beste geltend zu machen, wozu sich ihr in der eingelegten Arie von Bellini „Alla zioja“, einem lieblichen Musikstücke, hinlänglich Gelegenheit darbot. Die übrigen Mitwirkenden suchten ebenfalls in den Geist dieses lieblichen Ton— werks, worin sich der eigenthümlich komische Styl der älteren italienischen Oper noch in jugendlicher Frische abspiegelt, nach besten Kräften einzudringen und trugen, besonders in den effektvollen Ensemblestücken, zur Belebung und überhaupt zum Gelingen des Ganzen wesenilich bei.

Ueberblicken wir die Leistungen der uns verlassenden italienischen Opern= BGesellschaft noch einmal, so ist jedenfalls der Eifer, womit sie sich, beson⸗ ders in letzter Zeit, bemühte, Abwechselung und Mannigfaltigkeit in ihre Vorstellungen zu bringen und sie durch möglichst abgerundete Darstellung, und auch musikalischerseits durch prägfsise Ausführung zu gern gesehenen und gern gehörten zu machen, nur rühmend anzuerkennen. Auch der Direction des Königsstädtischen Theaters muß man das ehrenvolle Zeugniß gehen, daß sie, bei ihren nicht allzu umfassenden Mitteln, gewiß das irgend Mög- liche gethan hat, das Publikum zufriedenzustellen, und oft die größten Opfer nicht scheute, um eine der Residenz würdige, dem gebildeten Sinne und Geschmack der Berliner zusagende italienische Oper herzustellen. Wir sprechen für diese Bereitwilligkeit im Namen aller inen hen unseren

aufrichtigen Dank gegen sie aus, und hoffen, daß sie in jeder Beziehung ihr eigenes und das Interesse des Publikums immer mehr wahrzunehmen auch für die nächste Opern⸗Saison nicht verabsäumen wird. u.

Kunst⸗Ausstellung in Paris. (Vergl. Allg. Preuß. Zeitung Nr. 118 und 149.)

Stillleben, Blumen-, Frucht und Architekturstücke, Min ia⸗ turen, Porzellan-⸗Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Skulpturen, Kupferstiche, Lithographieen.

2 Paris, 16. Mai. Nachdem sich die kunstliebende und schaulustige Welt über 6 Wochen von Vormittags 8 bis Abends 4 Uhr in den Galle⸗ rieen des Louvre zahlreich versammelt und fleißig gedrängt, ist gestern die Ausstellung geschlossen worden. Ich war noch an diesem leßien Tage un= ter den Abschiednehmenden, die sich schließlich in den Louvresälen eingefun · den hatten. Es war nicht mehr solches Gescharr und Geschwirre, wie in den ersten Tagen, weil die Neuheit des Tages, die große Industrie⸗Aus⸗ stellung, die immer nach dem Neuesten rennenden Pariser beschäftigt und schaarenweise nach dem Bretterpalast der closäischen Felder hinzieht, von dessen Wunder- und Prachtwerken die ganze Stadt sprichl. Die Bilder, duͤnkt mich, sahen am Schluß -Moment, hinter ihrem Flor von Staub, ganz nie= dergeschlagen und wehmüthig aus, ich weiß nicht, ob darüber, daß sie nun in die Tobtenkammer hinein müssen und in Dunkel und Schweigen versinken, welches ich mir noch einmal zu brechen erlaube in Bezug auf eini verschiedener Gattungen, die bisher noch nicht zur Sprache mmen.

Das Fach der, Stillleben, obgleich dieses Genre dem iche n en, Alles mit Heftigkeit ergreifenden, nichts mit Staätigleit durchführenden Franzosen wenig zusggt, war doch nicht ganz leer ausgegangen, sondern hafte ein höchst treffliches Stück von Charles Beranger aufzuweisen, wel eine hübsch ar Gruppe getödteten Wildpreis bel einer ge ! enthält und sowohl durch die öde. Harmonie in der Zusa elln und Färbung, als durch die seltene Genauigkeit in der A ü 4