1844 / 186 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Berliner Börse. Den 4. Juli 1844.

Pr. Cour. hriet. Geld.

lol 101

inien; außerdem aber auch die Chausseen und Damꝝys⸗

* . s e. was die äußert Aus führung betrifft ünschen ü Nur Eins sinden wir zu erinnern. worauf

r Seite erksam gemacht hat, nämlich die Verschie⸗

Pr. Cour. Actien. . kriet. Geld. Gem.

164

Fonds.

Brl. Pots. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Med. Lp. RBisenb. do. do. Prior. Obl. Brl. Anh. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Düss. Elb. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Rhein. Eisenb.

do. do. Prior. Obl. do. v. Staat garant. BrlI. Frankf. Eisnb. do. do. Prior. Obl. Ob- Schles. Eisnb.“ do. Lt. B. v.. einge. B. St. E. Lt. A. u. B. Magd. Ilalbst. Eh. Brl. Schw. - Erh. E. do. do. Prior. Obl.“ Bonn-Kölner Eshb.

St. Schuld-Sch. imn Prämien- Scheine im ens 4 nn 6 Was die . N. .

sich bei den fertigen ni

der Vollendung

bes ui ss Kren n f en noch projektirten, : . * nur * Nutzen da di . 22 bleibt. Dagegen wür 1. j . * , ( 39 9 Ost ö. ptendhr , 2 . . e Kur- x me. do. 3 zum Vorwurf gereichen, al Schl. u- 16. 3 dem Besitzer der Karte zu n Schlecbccce. ae. Projekten zu überfüllen.

erhalten werden, so lann d

und diese zu ermöglichen, ist Nef. 9g . über den Stand der Eisenbahnen zu verbö Berliner Gewerbe-, Indu strie⸗ un

orden ist. J , . glüe lüht sh der Fl nich zenttune; welche Fer,

diese Karte verwendet hat, und sie bleibt schon deshalb eine ver= en n er lll weil sie nicht eine Nachbildung einer schon vorhandenen Eisenbahnkarte, sondern eine Original Production ist. Sonach glauben wir, daß die Karte, welche sowohl bei Säm eon Schropp und Comp. als auch im Buchhandel käuflich ist, allen billigen Anforderungen Genüge leisten do. , ,, 55 wird, und daß sie daher für den mit derselben beabsichtigten Zweck besten; Nlamburz: «r ; Mbh. u 2 50

t de 300 M. 491 emsfohlen werden lann. 4. k 3 . 300 Fr. 79 * 79 Wien in 20 Rr... 150 FI. 104 Augsburg.... ...... 150 FI. 2 Mt. 1021 100 TpIr. Mt. 993 995 995 gh ig Frankfurt a. M. Wa.... 100 *I. . 6 16 100 sRyl. 3 Woch. w

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 30. Juni. Niederl. wirkl. Sch. 6 55. 59h Span. —.

Antwerpen, 29. Juni. Zinsl. . Neur Anl. 20.

Frank furt a. M., 1. Juli. 59h Met. 1123 Er. Bank- Actien p. ult. 1998 6. Bayr. Bank- Actien 7166. Ilope 89* Br. Stiegl. 89 Br. Int. 60 5. Holu. z00 FI. 94 Br. do. 500 EI. 933 G6. do. 200 H. 294 Br.

IHHAIamburg, 2. Juli. Bank Actien 1675. Eugl. Russ. 112.

165 1064

191 1011

190 Schuldvers ehr. 160 Berliner Stadt- Obligationen Danz. do. in Th.

103) . 92 98 . 77 86

ö. 97

r. n .

150 149 103 1235 1165 1151 1317 130 120 Q 117 1086 131

1 22

Gold al marco.

Friedriehsdror. And. Gl4dm. à 5 Th.

Disconto.

Hr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr. Brief. Geld. 250 I. 1407 1403 256 FI. Mt. 140

CO urs.

Amsterdam

von Malinowsky!.

gandels - und görsen - Nachrichten.

Berlin, 4. Juli. Die Börse hatte heute ein sehr festes Ansehen, und die meisten Effekten erfuhren nicht unbeträchtliche Steigerungen. Das Geschäft war in einigen Effekten sehr umfassend.

. agen, 28. Juni. An unserem Wollmarkt, der am 22sten und nn, ,,. wurde, waren diesmal ea. 0, 000 Pfd. Wolle ver- schiedener Qualität eingeliefert, wovon die jütische zu 39 Rbsch, die seelän⸗ dische zu 2 Rbmk. 2 2 42 Sch., die disley zu 2 Rbmk. 12 Sch. und die veredelte spanische zu 3 Rbmk. 12 Sch. bis 5 Rbmkt. abging; 7100 Pfd. blieben unverkaust. In Kallu ndborg, wo der Markt am 19. und 26. Juni abgehalten, wurden (a. 20, 9090 Psd. veredelte Wolle zu 72 273 Sch. Und ca. 16,000 Pfd. zu 62270 Sch. verkauft.

Rreslau

8 ö. Leipziß in Courant im 14 rhI. Fuss. 100 Thlr. ö 99

Petersburg

Paris, 29. Juni. 55 Rente fin eour. 122. 25. 396 Rente in eour. S2 5 Ih Neapl. au eompt. 99. 10. 59 Span. Rente 305. Pass. 53.

Wien, 30. Juni. Anl. de 1839 1237. Nordb. 1303. Gloggn. 112. Mail. 108. Livorn. 1133.

Meteorologische Geobachtungen.

Abends

1841. 3. Juli.

Nach einmaliger Beobachtung.

Morgens

Nachmittags 6 Uhr.

2 Ubr.

Luftdruck -.... 33302 ö per. 3 4 Par. 331, 1 Par. Quellwärme 8, 0 R. Luftwärme .. . 11,69 R. * 13,07 R. 1 11,39 R. Fluss wärme 13,3 R. Thaupunkt... 4 9, 7* R. 4 11,39 R. 8, 97 R. Boden rme 11,17 li. PDunstsättigung S6 pCt. S8 pct. S2 pet. Ausdünstung O, o 14, Rh. Wetter halbheiter., reuig. trül. Niederschlas 0, 027 Rh. Wind V. VW. VW. VWürme wechsel 14,15 Wolken zug... W. 4 8, 99 R. LTagesmittel: 334, 29 Per. . 4 I2, 0 . 10,07 R... S5 pCt. M.

Königliche Schauspiele. Freitag, 5. Juli. Der König von Nvetot, komische Oper in 3 Abth. Musik von A. Adam. = Wegen Unpäßlichkeit des Fräul. Ch. von Hagn kann das Stück: Ein Sommernachtstraum, nicht gegeben werden. . Sonnabend, 6. Juli. Emilia Galotti. (Herr Hoppé: Marinelli, als Gastrolle.) Sonntag, 7. Juli. Das Räthsel. Hierauf:

10 Uhr.

Die Insel der Liebe. (Herr und Mad. Taglioni werden hierin wieder auftreten.) In Charlottenburg: Das Tagebuch. Hierauf: Das Portrait

der Geliebten.

Uönigsstädtisches Theater. ö Freitag, 5. Juli. Ein Stündchen Inkognito, Versspiel in 2 Al; ten, von r. E. Töpfer. Hierauf: Nehmt ein Exempel daran! Lustspiel in 1 Akt, von Dr. C. Töpfer. Dann; Köck, und Guste, Vaudeville⸗Posse in 1 Akt, von W. Friedrich. ( lle. Julie Herrmann, im ersten Stück: Suschen, im dritten: Guste, als Gastrollen ;. Sonnabend, 6. Juli. Die Königin von 16 Jahren. ierguf: Drei und dreißig Minuten in Grüneberg, oder: er halbe Weg. (Herr Weirauch, vom Stadt-Theater zu Königsberg: Jeremias Mage⸗ sanft, als Gastrolle.) Dazu: Gast⸗Vorstellung der Mad. Weiß mit ihrem aus 36 Kindern bestehenden Ballet Personal, in 3 Ab⸗ theilungen. , 7. Juli. Der Wirrwarr. Dazu: Gast⸗Vorstellung der Mad. Weiß, mit ihrem aus 36 Rindern bestehenden Ballet ⸗Personal, in 3 Abtheilungen.

w Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

Gedruckt in der Decker schen Geheimen Ober Hofbuchdruckerei.

Altgemeiner

denscheine aus früheren Jahren zur Auszah— lung kommen. in nach Nummern geordnetes Verzeichniß ist eben— salls dabei erforderlich. Berlin, den 10. Juni 1844. Die Direction der Berlin Poisdamer Eisenbahn⸗Gesellschaft.

Bekanntmachungen. Einladung zur Lustfahrt von Magdeburg nach Paris und . zurück.

ditionshandels allhier betreffend. Leipzig, den 25. Juni 1844.

ö 98 Anzeiger unter gewissen Bedingungen allhier nachgelassenen Be⸗ trieb von Meß-⸗-Speditions - Geschäften betrifft, so ver⸗

weisen wir deshalb auf das von uns unter dem 20. Ol⸗ tober 1837 erlassene Regulativ, die Betreibung des Spe⸗

Der Rath der Stadt Leipzig. Dr. Gross.

So eben erschien in unserem Verlage und ist in allen Buchhandlungen zu haben:

lor, e r e w i g e 1 u d e ; Neuer Roman

von

Sue.

75 e, 3

au ,,. Berlin-Frankfurter Eisenbahn.

ͤ fe ne. Die Zinsen , L EIFI MM, der Stamm—⸗

ö Actien der Berlin⸗

. nn = mam. . 5 , Franlfurter Eisenbahn pr, des Die im vorigen Monat vorläusig von uns angekün⸗ n n , . anf f. Semester 1844 mit digte Lustfahrt nach Paris wird nun ausgeführt und n , 2 Thlr. 15 Sgr. pro

ist zuꝛr Abfahrt von hier nach Sam⸗ Actie werden in unserer

ö. ; haissts⸗ auf dem hiesigen BVahnhose in den Tagen burg der 18. Juli zeßinnt, vom J. bis 24. August 6, wozu (ines unserer größten und bequemsten Dampf⸗

. y —ĩ mit Ausnahme der Sonntage, Morgens von 9 bis chiffe gewählt wird.

. . 1 Uhr, gegen Einlieferung des 3ien Zins⸗Coupons ge⸗

UonHam burg soll am 20. Juli die Reise mit zahlt. Die Actiongire werden zu diefem Ende ersucht, dem bekannten dsr großen Dampfschiffe „die die gedachten Coupons in der genannten Zeit mit ei Thadt Paris“ nach Hévre vor sich gehen, vom nem ngch den, Nummern geordneten Verzeich⸗ sctzzteren rte p. Damwfschiff, nach Rouen und von niffe in unferer Hauptfasse einzureichen und den Be= da p. Enn kahn nach Paris. trag sofort dafür in Empfang zu nehmen. Die noch nicht abgehobenen Zinsen und Dividenden pro 1842 und 1843 werden in gleicher Weise bezahlt.

Berlin, den 1. Juli 1844.

Die Birection der Berlin-Frankfurter Eisenbahn=

Gesellschast.

Bromberg, ist zu haben: 6 1

Darmstadt, bei W. Dieses Blatt, Tage erscheint,

im September 1813 gegründet

Tie Rückfahrt von Paris lann nach Kon venienz

bis zum 20. August wöchentlich zweimal

geschehen, und haben wir zur Bequemlichkeit für die resp. Theilnehmer, welche etwa für die Rückreise einen anderen Weg wählen möchten, die Preise für die ein= fache als für die Doppelreise folgendermaßen billigst normirt: Von Magdeburg nach Paris Crt. Thlr. 30. 1. do. do. und zurück * 55. Für Beköstigung am Bord des Dampfschiffes „Paris“ fann à Thlr. 5 pro einfache Neise pränumerirt werden. Um den resp. Reisenden die nöthige Bequemlichkeit in jeder Hinsicht zu gewähren, werden zu dieser Fahrt nur 126 Billette ausgegeben und Zeichnungen

bis zum 12ten dieses in Berlin

bei den Herren Herrmann C Menger angenom-

men, an welchem Tage die Listen geschlossen werden. Magdeburg, den 1. Juli 1844.

Die Direction der Vereinigten Hamburg

Magdeburger Dampfschifffahrts⸗ Compagnie.

gez. Holtz apfel.

Erfahrungen, ihre Einrichtungen,

8621 Bekanntmachung. Die diesjährige Leipziger Michaelis ⸗Messe beginnt den 30. September und endigt mit dem 19. Oktober.

2. Während dieser drei Wochen können alle inlän= dischen, so wie die den Zoll-Vereinsstaaten angehören⸗ den Fabrikanten und Handwerker, ohne einige Beschrän⸗ kung von Seiten der hiesigen Innungen, öffentlich hier feil halten und Firmen aushängen.

3. Gleiche Berechtigung haben alle anderen auslän⸗ dischen Fabrikanten und Handelsleute.

1. Außer vorgedachter dreiwöchentlicher Frist bleibt der Handel, so wie das Aushängen von Handelssirmen, auch aller und jeder sonstiger äußerer, die Stelle der Firmen vertretender Merkmale des Verkaufs, allen aus⸗ wärtigen Verkäufern bei einer Geldstrase bis zu 50 Thlr. verboren. ;

5. Jedoch ist zu Auspackung und Einpackung der ron Waaren die Eröffnung der in den Häusern befindlichen

a! Det ann im ach un g. Meßlolalien in ber Woche vor der Böttcherwoche und

Die Zinszahlung für die , n, in der Woche nach der . gestattet. tien der Berlin-Pötsdamer isenbahn⸗Ge⸗ 6. Jede frühere Eröffnung, so wie spätere Schlie⸗ sellschaft für das 1ste halbe Jahr 1844 wird vom ung emes solchen Verlaufs -Lofals, wird, außer der so⸗ 1. bis in el. den 15. Juli d. J., Vormittags 1 . bis 12 Üühr, mit Ausschluß der Sonntage, Befinden bis zu 25 T alern belegt.

* . auf dem hiesigen Bahnhofe stan ha= 7. Illlen ausländischen, den Zoll⸗Vereinsstaaten nicht 34 Besitzer von Coupons hal eine Spe- angehörigen Professsonisten und Handwerkern ist mur 26 . n. nach den laufenden Num- ihr der eigentlichen Meßwoche, also vom Einlau— z seiner * nn seiner Namen- Unterschrist und ten' big zum Kuglauien der Messe, mit ihren Artikeln für inn, vo egen re rg, mne. 693 einzurtichen und eil zu halten gestattet. brosch. Preis 76 Sgr. en, dan ö die Zahlung durch unseren Bz. Eben so bleibt das Hausiren jeder Art und das 6 zu giwärtigen. In Feflhalien der jüdischen Kleinhändler auf bie Meßwoche l70oh! pam el nh n ern eitraume werden auch beschräutt. Die jüdischen Feiertage, welche in die Meß⸗ enen Zins- Coupons woche fallen, werben durch Verlängerung der Verlaufs=

d Acti ʒ reit bis in ie Jahi z 5 Stamm Actien ei ve Dividen⸗ j 8. Ws . 8 ahr r lulu Spediteurs

8521

zichen: Lettre à Mr. le Dr.

gr. 8.

8601

ortigen Schließung desselben, mit einer Geldstrafe nach )

is Memoria.

Literarische Anzeigen. s Deutsche übertragen von Bei E. S. Mittler in Beilin (Stech. 12 ofrath Dr. J. B. Rousseau.

bahn 3), so wie in dessen Handlungen in Posen und ssse Liefg. mit 4 Stahlstich. Preis 5 Sgr. 897X Der Bote

5 z 5 . ** F 2 *** Evangelischen Vereins der Gustav⸗Adolph⸗Stistung.

3 2 16. s. Jahrgang Thaler. Leske. welches vorläufig wurde durch Beschluß der Haupt-Ver sammlung des genannten Vereins zu Frankfurt a. M. und enthält alle diesen Verein betreffende Nachrichten, als: Nachrichten über Begründung neuer Lokal-Vereine, ihre Thätigkeit und r über Zustände be— drängter protest. Gemeinden (bisweilen mit Illustratio⸗— v, nen), Beurtheilungen des Gesammt-Vereins, wichtige Aktenstücke in Bezug auf denselben, kurze Berichte über ähnliche Vereine in und außer Deutschland ꝛ0. ꝛc.

Literarische Anzeige von (Beh ren str. 44).

Bei G. Franz in München ist erschienen und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes zu be—

Gustave redacteur de la Gazette univ.

Sur les relations entre l'ꝗllemagne et la Russie.

brosch. 73 Sgr.

Für alle Söhne der Albertina. So eben erschien bei Gerhard in Danzig und ist in allen Buchhandlungen, in Berlin in der Stuhr—⸗ schen Buchhandlung, Scloßna , und in Potsdam am Kanal, zu haben: Die Gründung der Universität Königsberg und deren Sä— kularfeier 1644 und 17 14.

Zur Würdigung und zum Verständniß der (im August d. J.) bevorstehenden dritten Jubelfeier; Jedermann, von Ed. Gervais.

Im Verlage von Hermann Sch ul tze (Mohrenstr. 16) erschien so eben: Guta Ad olp hi Suecorum Re- ja. Ex J. V. Andreas cloßiis redintegrandum

(ur. Prof. Dr, Rh ein wal d. Sr. 8. Mit Umschl. Thlr.

Eugen

24

Berlin, den 27. Juni 1844.

Meyer C Hofmann,

zu ernennen.

Schloßfreiheit Nr. 3.

So eben erschien und ist durch alle Buch⸗ handlungen zu bekommen:

*, Die preußischen Eisenbahn-Unternehmungen und die Allerhöchste Verordnung vom 2 3

. Preis 5 Sgr.

Zerlin. Enslinsche Buchhdlg.

Breitestr. Nr. 23.

alle vierzehn

W. Besser 70s pl

Kupferstich⸗Auction zu Dresden. Montag den 26. August d. J. beginnt durch Unter⸗ zeichneten die Versteigerung einer aus 41000 Exemplaren bestehenden Kupfei— stich⸗ Sammlung mit sehr merk⸗ würdigen Hauptblättern.

Der gedruckte Katalog mit Vorwort, worauf Kunst⸗ freunde ausmerksam gemacht werden, um über den In⸗ halt einen Ueberblick zu gewinnen. ist zu haben: in Aachen b. Hrn. Bu ffa u. Co., Ksthdl.; in Augs-=

burg b. Hin. F. Ebener; in Berlin b. Hrn. Asher,

Hrn. Link, Ksthdl., u. Hin. Meyer, Antiq.; Bres⸗

lau b. Hrn. Schulz u. Co., Ksthöl.; Copenhagen

b. Hrn. Reitzel, Bchhdl. ; Düsseldorf b. Hrn. Sta=

hel, Bchhdl.; Frankfurt a. M. b. Hin. Willmann,

Ksthdl.; Hamburg b. Hrn. Harzen, Mäkler; Han⸗

nover b. Hrn. Gruss, Bchhdl.; Inspruck b. Hru.

Unterberger, Ksthol. 3 Leipzig b. Hrn. J. A. Barth,

Bchhdl., Hin. C. G. Börner, Maler, und Hrn.

Rüd. Weigel jun.; München b. Hrn. Herrmann,

Ksthdl.; zu Dresden durch die Arnold sche u. Wal⸗

thersche Hofbuchhandlung, so wie in der Erpedition

des Unterzeichneten. Dresden, den 2. Juli 1844. Carl Ernst Sieber, Königl, auch Stadi⸗ und Raths · Auct.

Kolle,

gr. 8.

Das ae,. beträgt:

2 Rthlr. für 4 Jahr. 1 Rthlr. . Jahr.

8 Rthlr. 1 Jahr.

in allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung.

Ansertions-Gebühr sür den

Raum einer Zeile des Allg.

Anzeigers 2 Sgr.

M 186.

Amtlicher Theil. . pre, Po sen. Mäßigteits - Gelöbniß der kath. Gemeinde

zu Kempen. Provinz Schlesien. Allerhöchste Bestätigung des Herrn Latussek zum Kapitular-Vikar des Bisthums Breslau. Aus Zunzlau. Rhein- Provinz. Klever Spoygraben.

Dentsche Bundesstagten. Königreich Hannover. Harburger Hafenprojekt. Großherzogthum Baden. Kammer-VBerhandlun⸗ gen. Polemisches. - Groß herzogthum Sachsen-Weimar. Rnterstützung protestantischer Gemeinden im Auslande. Fürstenth um Schwarzburg⸗ Sondershausen. Der Landtags- Abschied. —Fneie Stadt Frankfurt. Der süddeutsche Buchhändler-Verein.

Frankreich. Paris. Annahme des Gesetzes über die Central-Eisen— bahn in der Deputirten Kammer. Offizielle Erklärungen über das Privatvermögen des Königs und über die Apanagen. Kommissions Amendement zu dem Unterrichts-Gesetz. Verhalten des französischen Konfuls in Tunis bei Hinrichtung eines englischen Unterthans. Briefe aus Paris. (Die Dotationen der Königlichen Familie. Das poli— ische Wahl Domizil. Zur Agrikultur Statistil.)

Großbritanien und Irland. London. Der Prozeß des Baron von Bode gegen die Regierung. Das Schreiben des Dr. Wolff aus Buchara. Vermischtes.

Niederlande. Schreiben aus dem Haag. (Das Gesetz über Ablösung und Auswechselung der niederländischen Staatsschuld.) ;

Italien. Neueste Nachrichten über die Unternehmung der italie nischen Flüchtlinge in Calabrien.

Türkei. Konstantinopel. Adresse des Sanitäts-Rathes an den Sul⸗ tan. Die gefangenen Albanesen.

Aegypten. Klerandrien. Die Finanze Reform.

Die Industrie⸗Ausstellung in Paris. (Siebenter Artitel.)

Die Landenge von Suez.

Eisenbahnen. Schreiben aus Düsseldorf. (Die Zweigbahn von Steele nach Vohwinkel.) .

Handels- und Börsen⸗Ngchrichten. Berlin. bericht. Correction des Mains.

Börsen- und Marlt—

Polnische Literatur. Neuer Schlamm Vulkan im Gouvernement Charkof. Vermischtes.

Beilage.

Amtlicher Theil.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: . Den bisherigen Geheimen Regierungs Rath M ellin zum Geheimen Finanz-Rath und vortragenden Rath im Finanz⸗Ministerium

Der bisherige Kammergerichts Assessor Winkler ist zum Justiz⸗ Kommissarius bei dem Land= und Stadtgerichte zu Halle und zum Notar im Departement des Ober- Landesgerichts zu Naumburg, un ter Anweisung seines Wohnsitzes zu Wettin und mit der Befugniß zur Praxis bei dem Berggerichte zu Wettin und den Patrimonial⸗ gerichten im Stadtkreise Halle und im Saalkreise, bestellt worden.

Angekommen: Der Kaiserl. russische Wirkliche Geh. Rath, Graf von Gurjef, und

Der Kaiserl. russische von St. Petersburg.

Abgereist: Se. Excellenz der Geheime Staats⸗ und Kabi⸗ nets-Minister, General-Lieutenant und General-Adjutant Sr. Maje⸗ stät des Königs, von Thile J., nach Wiesbaden.

Der Bischof der evangelischen Kirche und General- Superintendent der Provinz Posen, Hr. Freym ark, nach Dresden.

Wirkliche Geh. Staatsrath Daschkof,

e

Berlin,

Allgemeine

Alle post- Anstallen des n und Auslandes nehmen HGestellung auf dieses glatl an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuss. Zeitung: griedrichsstrasse Ur. 72.

Sonnabend den Glien

erm, M

llichtamtlicher Theil.

Inland.

Berlin, 5. Juli. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht, dem Kaufmann Hugo Brendel in Berlin die Anlegung der von dem Senate der freien Stadt Hamburg ihm verliehenen, . an den Brand von 1812 gestifteten Medaille zu ge⸗ statten.

Provinz Posen. Am 30. Juni haben zu Kempen in Folge einer von dem Probste, Herrn Waber, gehaltenen Predigt 6260 Mitglieder der dortigen katholischen Gemeinde Enthaltsamkeit voni Genuß des Branntweins und aller spirituösen Getränke, so wie Mäßigkeit im Genuß aller übrigen Getränke, „an gottgeweihter Stätte freiwillig feierlichst beschworen.“ Die S chlesische Zeitung, welche dieses meldet, fügt hinzu, ein solches Gelöbniß werde in Kempen, wo 538 größtentheils in den Händen der Israeliten befindliche Schen⸗ 6 über ganze Familien Verderben gebracht hätten, doppelte Früchte ragen.

Provinz Schlesien. Die Schlesische Zeitung vom 3. Juli meldet, dem zum Kapitular-Vikar des Bisthums Breslau er⸗ wählten Weihbischofe und Domdechanten Latussek sei die Allerhöchste Erlaubniß zur Uebernahme dieses Amtes ertheilt worden. Das beabsichtigte Provinzial-Königsschießen zu Bunzlau wird in diesem Jahre unterbleiben, obgleich es bereits von der Königlichen Regierung genehmigt war. Es läßt sich diese Rücksichtnahme durch die große Aufhäufung von Eisenbahn - Arbeitern in dortiger Gegend sehr wohl rechtsertigen. (Das Kreiswochenblatt für Freistadt und N eu⸗ salz vom 29. Juni enthält die Aufforderung, daß noch 6000 bis S000 Eisenbahn-Arbeiter zur Beschäftigung sich melden möchten. Die Niederschlesisch⸗Märkische Eisenbahn rückt, bei dieser Arbeitermasse, rasch vorwärts,.) Auf die verbrieften Provinzialschulden der Königl. preußischen Oberlausitz, welche am Schluß des Jahres 1841 116,465 Rthlr. betrugen, sind im Jahre 1842 11,275 Rthlr. und 1843 12,625 Rthlr. abbezahlt worden, so daß sich dieselben zu Ende vorigen Jah⸗ res noch auf 122, 565 Rthlr. beliefen. ;

Nhein⸗Provinz. Die Schiffbarmachung des sogenannten Spoygrabens bei Kleve (eines schon im Jahre 1688 unter Kur fürst Friedrich 1II. begonnenen Verbindungs Kanals zwischen dem die Schwanenburg befpülenden uralten Rheinbette und dem jetzigen Rhein strome selbst) wird jetzt mit Fleiß und Emsigkeit in Angriff genommen, und man hofft in Kleve, daß das höchst wichtige Werk, dessen Aus⸗ führung eine Quelle großer Vortheile für diese Stadt zu werden ver— spricht, schon im nächsten Jahre zur Vollendung gebracht sein werde. Durch Königlichen Erlaß vom 3. März 1813 war die Wiederher— stellung dieses längst untief gewordenen Kanals, so wie der dazu ge⸗ hörenden Schleusen, angeordnet und dafür die Summe von bereits 150,000 Rthlrn. aus Staatsmitteln angewiesen worden. Die am 29. Juni staltgehabte General-Versammlung der rheinischen Karnevals⸗ sreunde auf der Insel Nonnenwörth war wenig besucht und theil⸗ weise auf Hindernisse gestoßen.

Ausland. Deutsche Bundesstaaten.

Königreich Hannover. Die zur Prüfung des har⸗ burger Hasen-Projekts niedergesetzte ständische Kommission hat ihren Bericht erstattet. Ihr Vorschlag geht dahin, zu dieser Anlage 286,000 Rthlr. zu bewilligen, also 200,900 Rthlr. weniger, als ge fordert worden.

Grostherzogthum Baden. In der Rssten Sitzung der Kammer der Abgeordneten ersolgte Fontsetzung der Berathung über das Strafgesetz.

Juli

ö

1844.

Tit. 42: Herabwürdigung der Religion, werden 3. 530 bis 532 ohne An- stand angenommen. Tit. 13: Hochverrath. Bei §. 541 beantragt von Itz stein die Streichung des Zusatzes, daß derjenige, welcher Schriften besitzt, denen eine hochserrätherssche Absicht unterstellt wird, strasbar sei. Der Regierungs Kommissar macht darauf aufmerksam, daß der Paragraph unteistelle, es habe Jemand die Schriften in hoch verrätherischer Absicht ver⸗= breitet. Welcker beantragt, daß nur direfte Aufforderung zu hochver⸗ rätherischen Unternehmungen (nach der Fassung der Negierung) bestraft wer⸗ den solle. Er führt, zu Unteistützung von Itzstein's Antrag, aus, daß das BVesitztn der Schwiften' noch fein Anfang der That der Verbreitung sei, da der Nichter lein Recht habe, wissen zu wollen, was der Besitzer damit beab⸗ sichtige; für seinen Antrag führt er aus, daß tadelnde Aeußerungen über Regierungs- Handlungen leicht als indirekte Aufforderungen zum Aufruhr ausgelegt werden könnten. Bett entwickelt das System dieses Titels fol⸗ gendermaßen:; Die, Kemmission hat sich nicht mit dem allgemeinen Begriff begnügt, sondern die einzelnen Fälle sich gegenwärtig gemacht und im Ge⸗ seß aufgezählt, nämlich die Absicht 1) der Entfernung des Regenten von der Regierung, 2) der Gebiets Abtretung, 3] Umänderung oder Auflösung der Verfassung, sodann hat sie drei Unternehmen erwähnt, den verrätherischen Zweck zu erreichen: a) persönlicher Angriff auf den Regenten, 15) Auf⸗ forderung einer fremden Macht, (9) Aufruhr oder Aufregung der Masse im Innern zur offenen Gewalt. Da, wo keiner dieser Fälle vorkommt oder keines dieser Mittel angewendet worden, ist der Begriff des Hochver⸗= raths nach badischem Gesetz nicht gegeben. Die Anträge von v. Itz stein und Welcker werden verworfen. 5. 543 will die Bestrafung von Inlän= dern wegen Unternehmungen gegen fremde Siaaten. Der sruhere Entwurf beschränste die Strafbarkeit dieser Handlung auf die Unternehmung gegen einen verbündeten Staat, welche vom Inland aus unternommen wird. Die erste Kammer hat dagegen gesetzt: „besreundeten Staat“ und die zweite Beschränkung gestrichen, wonach also auch UÜnternehmen, im Auslande be= gönnen, strafbar sein sollen. Welcker stellt den Antrag, die frühere Fas⸗ sung wiederherzustellen. Es wird von dem Regierungs Kommissar erwiedert, daß nach §. 8 nur dann eine Strafe eintreten könne, wenn der auswärtige Staat die gleiche That, von seinen Angehörigen gegen das Großherzogthum verübt, ebenfalls gerichtlich verfolgen würde. Bei der Abstimmung sind gleiche Stimmen; der Piäsident (Vice - Präsident Badern) erllärt sich für den Antrag Welcker's. Tit. 45: Ven der Majestäts - Beleidigung. Bei 8. 555 beaniraägt Bassermann die Wiederherstellung der Fassung der zweiten Kammer im Jahre 1840, nach welcher auf die Paragraphen des Gesetz es hingewiesen wird, welche von Ehrenkränkung handeln, während die Fassung ver ersten Kammer überhaupt die Verletzung der schuldigen Ehrfurcht gegen den Regenten bestraft wissen will. Es wird dagegen erwiedert, es sei ein Unterschied zwischen bürgerlicher Ehre und zwischen Ehrfurcht; auf letztere habe nur der Regent Anspruch. Der Antrag wird verworfen. Tit. 46: Ven der Widersetzlichkeit, wird zu S. 563 der Antrag gestellt, daß ausge- Drückt werde, daß Widersetzlichkeit nicht zu strafen sei, wenn der Beamte, welchem man sich widersetzt, nicht innerhalb der Gränzen seiner Befugnisse gehandelt hat. Der Antrag wird verworfen. Bei S§. 577 beschließt die Rammer, das Maximum der Strafe für die bei einem Tumult zufällig Anwesenden von 6 Monaten auf 6 Wochen herabzusetzen. Tit. 17: Be⸗ freiung von Gefangenen, wird ohne Eiörterung angenommen. Eben so Tit. 5): Von Verbrechen öffentlicher Diener. Zu §. 654 wird angetragen, den Amts Mißbrauch zu Verhinderung der Ausübung von Wahlrechten nach dem früheren Beschluß der zweiten Kammer wieder mit Strafe zu be⸗ drohen, da die erste Kammer den Paragraphen gestrichen hat. Der Antrag wird angenommen. Tit. 51: Erschleichüng eines Amts 2c, wird zu 8. 66 beantragt, auf Wahlbestechung nur Geldstrafe, nicht aber auch Verluͤst der staatsbürgerlichen Wahlrechte zu setzen. Beschluß: Den Antrag zu verwerfen. Die zu Konstanz erscheinenden Seeblätter hatten vor einiger Zeit angezeigt, daß sie eingehen müßten, wenn ihre Abonnenten⸗ Zahl sich nicht vermehre, wovon die Mannheimer Abendzeitung Anlaß nahm, diejenige Partei, deren Interesse die Seeblätter verfechten, anzustacheln, etwas zur Rettung des Blattes zu thun. „Allerdings macht sich ja Mancher hinter dem Bierkrug und Cham⸗ 1 breit mit seiner Freisinnigkeit und thut groß mit seinem diberalismus, aber fordert nur ein kleines Opfer von ihm, um seine Gestnnung durch Thatsachen zu beweisen, und ihr könnt sehen, wie die weit vorgestreckten freisinnigen Fühlhörnen in das Schneckenhaus des Philisterthums und der Engherzigkeit sich zurückziehen.“ Die Elberfelder Zeitung begegnet den Schmähungen, welche die Mannheimer Abendzeitung bei dieser Gelegenheit gegen die gemäßigte und besonnene deutsche Presse richtet, durch folgende Er⸗ wiederung: „Ihr jammert, daß Eure politische Meinung leinen Anklang beim deutschen Volke finde, und schiebt mit ungemein liberaler Selbstschätzung die

Polnische Literatur.

uebersetzungs-Bibliothek ausgewählter Schriften der modernen polnischen Literatur. Berlin, C. G. von Puttkammer.

Es wurden bisher einige Versuche gemacht, die neuere polnische Roman⸗ Literatur in die deutsche Lesewelt einzuführen, von deren Neigung für Pro— dukte des Auslandes man sich hinsichts der polnischen Belletristit um so größere Erwartungen stellte, als dieselbe ein neues, frisches, mit der deut— schen Eigenthümlichkeit in gewissem Kontrast sichendes Element und eine ungewohnte Anschauungsweise der geselligen Zustände gewähren sollte, Die Erfolge dieser einzeln stehenden Versuche entsprachen sedoch den gehegten Erwartungen nicht und führten zu dem Glauben an die Werthlosigkeit der polnischen? Belletristit, welchen die ersten Uebersetzungen in Frank— teich! Und Deutschland zu verbreiten geeignet, waren,. Diese Pw sumption schien in gewisser Beziehung nicht unbegründet und wird gerechtfertigt durch die Verschiedenheit des Geschmacks zwischen dem heutigen Polen und dem Auslande. Während dort in jedem schriftstellerischen Produkt sich die Nationalfrage in den Vordergrund drängt und jedes fast ausschließlich eine Paraphrase individueller, in den Verhält⸗ nissen der Gegenwart wurzelnder Ueberzeugungen ist, also beim Leser eine ge⸗ naue Bekanntschaft mit diesen Verhälimissen voraussetzt, neigt man sich im Auslande gern dem geselligen Leben höherer Kreise zu und unterhält sich am Individuum, ohne an allgemein menschlichen oder volksthümlichen Richtungen zu haften. Während die polnische Literatur von der Natur ihres Bodens ihre Bilder eninimmt und den schlichten Landmann als ihr Ideal einführt, sich mithin an der Simplizität der Unlultur genügen läßt, wählt die Literatur des Auslandes die Menschen der höchsten Sphäre oder die Repräsentanten der niedrigsten Leidenschaften zum Gegenstande und ab- strahirt von ursprünglich natürlichen Zuständen. Diesen Gegensatz haben bie ersten Uebersetzer polnischer Schriftwerle nicht erwogen, und ihre Ver= suche, diese in Deutschland zur Kenntniß zu bringen, mußten deshalb miß⸗ lingen. Sie begannen mit der Uebersetzung von Czajlowski's Werken, die zwar dem Polen einiges Interesse einflößen, von dem Deutschen aber weder nachgefühlt, noch verstanden, noch mit Wohlbehagen gelesen werden kön—

nen. Es war also wohl zweckmäßig, aus der neueren Romantik (denn die ältere, sogenannie klassische Literatur eignet sich gar nicht zur Uebertragung in fremde Sprachen) eine solche Auswahl zu treffen, wodurch den mit den polnischen gefelllgen Verhältnissen nicht Vertrauten instruhlios Unterhaltung verschafft und eine Darstellung geboten wird, welche mit Uebergehung aller individlellen und patriotischen Gefühle die bloße objektive Wirklichkeit fesselt. Aus diesem Gesichtspunkte scheint auch die Herausgabe der oben erwähnten Uebersetzungs⸗ Bibliothek hervorgegangen zu sein. Ihre bisher erschienenen Theile, enthaltend: „Leben und S chichsale des edlen Fa u stin Felir Do dosch inski von Do doscha“, lassen auf jenen Gesichtspunkt schließen, denn sie liefern treue malerische Skizzen der polnischen Gesellschaft vor wenigen Jahrzehenden, welche sich durch alle Sphären derselben ziehen und ein an= schauliches Bild des damaligen Lebens aller Stände, hauptsächlich des Adels, gewähren. Der Roman scheint, wie auch in dem Vorwott desselben angedeutet ist, zur Information des Auslandes über polnische Gesellschafts⸗ zustände geschrieben zu sein, und seinen Werth verbürgt nicht nur die Treue der Darstellung und die historische Wahrheit des Stoffs, sondern auch der Name des Versassers, des Grafen und vormaligen Professors Stkarber, dessen humoristische Arbeiten sich in Polen eines ungemeinen Beifalls er= freuen. Alles ist bei ihm Leben und Natur, bewegt sich ruhig von selbst sort ohne Eingriffe, Sprünge und Gewaltihaten des Schreibenden und erfüllt den Leser mit derselben Harmonie, welche aus dem ganzen Vortrage hervorsieht. So weit unsere Kenntniß reicht, giebt es keinen literaturkundi⸗ gen Polen, welcher nicht der Meinung wäre, daß der Roman „Dodoschinski“ sich am meisten unter allen polnischen zur Uebertragung in fremde Sprachen eigne. Wir können diese Meinung nur bestätigen, da wir ebenfalls glau⸗ ben, daß den Ausländern weder an dem poetischen Gewimmer der polnischen Lyrik, noch an den romantischen Stechenpferden ihres Patriotismus (iwas liegt, sondern an kernigen objektiven Bildern aus dieser unbekannten Welt. Faustus ist gewissermaßen der polnische Don Quixote, eine populaire Figur, welche den Ritterstand ihrer Zeit repräsentirt und persiflirt, indem sie selbst alle Stadien desselben durchläuft, um zuletzt nach allen Ueber⸗ raschungen des Glücks und allen Schlägen des Unglücks an jenem Stande

selbst unterzugehen, dem sie seit der Geburt anhing und sich opferte. In den uͤrßprache hat dei Roman binnen lurzer Zeit dies Auflagen erlebt.

Neuer Schlamm-⸗Vulkan.

Im Gouvernement Charkof, drei Werste von dem Gute Buniakowka auf dem Wege in das Doif Ralitnaja, bemerlte man am 7. April d. 3. an einem S0 Faden hohen Abhange eines Berges, wo bisher der Boden ganz eben gewesen, eine ungewöhnliche Erhöhung. Am 14. April zeigten sich auf derfelben Stelle Erdspalten und Erdfälle, die den ganzen Berg— Abhang durchfurchten. Aus diesen Spalten und aus den Hügeln wird gelbe, weiße, eisenblaue und rothe Thonerde ausgeworfen, wodurch theils IUnhäufungen, theils Vertiefungen entstanden sind; aus letzteren fließt reines Wasser. Diese Ausbrüche gewinnen täglich mehr an Umfang und haben berests einen Raum von 50 Faden Länge und 30 Faden Breite eingenommen.

. (St. Petersb. 3g.)

Vermischtes.

Am 25. August, als dem Tage, an welchem Herder 1744 zu Moh⸗ rungen geboren wurde, wird zu Ehren desselben eine Festlichkeit in Kö⸗ nigsberg veranstaltet.

Aus Düsseldorf vom 2. Juli meldet die dortige Zeitung: „Gestern Abend traten die hier lebenden Künstler im Beckerschen Saale zusammen, um den im vorigen Jahre bereits vorgeschlagenen Künstler⸗-Verein zu gegenseitiger Unterstüß ung zu bilden und das von einem Ausschusse nüt dem Vorsitz des Herrn Direktor von Schadow entworfene Statut sestzustellen. Schon in diesem Beginn zeigte es sich, wie irrig die off ent liche Meinung ist, welche sich über die gegenseitigen Beziehungen der alte⸗ ren und jüngeren Künstler und diejenigen in der Akademie zu denen außer derselben gebildet, indem alle in gleichem Maße mit 8 Interesse Antheil nahmen.“

Der kblnische Männer-Gesangs-Verein wird dieses Jahr bei dem großen Feste, welches die Société de ja grande harmonie zu Brüssel giebt, nd wobel die aachener Liedertafel bereits Siegerin geworden, ebenfalls fonfurrirend auftreten. .

Berichtigung: Im Feuilleton der Nr. 184 der Allg. Preuß. Ztg. ist S. 1055, Sp. 1, 3. 15 v. u. statt „unchristlich“ zu lesen: u rchrist li j

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