mit Triebsand erfflt, bis zu Cen och . r ie. — 4 ⸗ Lie Bordüne war erstiegen un och zweifelten n ach, e Gelingen. Da ließ Schirrmann in dreitägiger Arbeit 2 ? ern . Gespannen einen Damm durchs Thal * * ö Düne schütten und, um dessen Festigkeit zu erproben, 2 7 kes über die Hälfte der Kiellänge hinaufwinden und eine zieht in dieser Lage verharren; Der folgende Morgen 1 Senkung und rasch ward der Damm im Laufe des Tages zurücge= legt, so daß, immer mäßig bergan arts steigend, der Friedrich Wil⸗ heim den Eulminationspunkt erreichte. Langsam glitt der Koloß dann bergabwarts und oft mußte vom Wege abgewichen werden, um Hin⸗ dernisse zu vermeiden, so daß auf diese Weise die Breite der Nehrung verdoppelt wurde. Tie ganze Jeit des Transports währte 6. Wochen, von denen aber das Schiff nur etwa 3 in Bewegung zubrachte. Zu Ende ver⸗ gangenen Monats erreichte die Brigg das Ufer des frischen Haffs, an einer Stelle, wo die Tiefe in einer Breite von 100 JZußen nur 4 Fuß beträgt, Tann auf 7 steigt. Vollständig ward das Schiff auf den Stapel ge— setzt, die Bettung gelegt und Alles zum Ablauf bereitet. Ein auf⸗ springender Südost trat störend entgegen und kein Augenblick war zu rlicken, das Tau ward gekappt und die Brigg glitt majestätisch in jhr Element, konnte jedoch nicht vollständig den Widerstand überwin⸗ den, den die vom Wellenschlage in Unordnung gebrachte Bettung ihr entgegenstellte, und blieb noch in flachem Wasser stehen. Drei mit ein= ander verbundene Anker boten keinen Haltpunkt, denn wiewohl das Schiff sich einigermaßen bewegte, so gaben sie doch nach; vergebens waren auch die Anstrengungen des hinzugekommenen Dampfbootes „Delphin“, wel⸗ ches uneigennützig seine Dienste anbot. Da eilte Schirrmann nach Pillau und erlangte schwerere Anker und Ketten, von denen er aber bei seiner Rückkehr Gebrauch zu machen nicht mehr genöthigt ward; kenn nochmals hatte der Steuermann alle Kräfte aufgeboten, Anker ausgebracht und Schrauben am Hintertheile applizirt, wodurch es ihm während der Nacht gelang, das Schiff am 28. Juni in tiefes Wasser zu bringen. Sofort wurde das zum Transporte benutzte Material eingeschifft und nur mit Hülfe seiner Untersegel langte das schöne Schiff wohlbehalten am gten d. am Holländer Baume an, und mmi berkits eine Ladung Flachs, nach Dundee bestimmt, ein; ein sicheres Zeichen, daß das Vertrauen zu ihm und seinem braven Führer nur gesteigert, nicht gewichen ist.
X Perleberg, im Juli. Auch hier hat sich ein Zweig⸗Ver⸗ ein der Gustas-Adolph-⸗Stiftung gebildet, der sich dem berliner Haupt- Verein anschließen wird. Hat derselbe augenblicklich nicht die Theil⸗ nahme unter allen Einwohner⸗Klassen gefunden, die er verdient, so ist der Grund doch weniger in einem Mangel an Wohlthätigkeits⸗ Sinn, als darin zu suchen, daß die Zwecke der Stiftung hier noch nicht allgemein genug bekannt sind, und — Dank der Fürsorge der Regierung — die eigene Anschauung der Bedrängnisse evangelischer Gemeinden in der hiesigen Gegend fehlt. Der Verein wird es sich daher hauptsächlich zur Aufgabe machen, diese Zwecke, namentlich durch Verbreitung geeigneter Schriften, auch zur Kenntniß des größeren Publikums zu bringen, und hofft, daß die Priegnitz in dieser wahr⸗ haft christlichen Angelegenheit nicht hinter anderen Landestheilen der Monarchie zurückbleiben wird.
X Halle, im Juli. Von Michgelis 1843 bis Ostern 1841 befanden sich auf hiesiger Universität 645 immatrikulirte Studirende, davon sind Ostern 1814 abgegangen 152, demnach geblieben 493. Vom 23. Dezember 1843 bis 23. Juni 1844 kamen hinzu 2313 die
Gesammtzahl der immatrilulirten Studirenden beträgt daher 724. Die theologische Fakultät zählt: Inländer 335, Ausländer 101, zu⸗ sammen 436; die juristische Fakultät: Inl. 105, Ausl. 2, zusammen 107; die medizinische Fakultät:; Inl. S5, Ausl. 33, zusammen 118; die philosophische Fakultät: Inl. 54, Ausl. 9, zusammen 63. Außer diesen immatrikulirten Studirenden besuchen die hiesige Universität:
1 nicht immatrikulirte Chirurgen unter der Direction des Herrn Pro⸗ fessor Dr. Blasius, als Direltors des chirurgischen Studiums bei hie⸗ siger Universität, 12; 2) nicht immatrifulirte Pharmazeuten 6. Es nehmen folglich an den Vorlesungen im Ganzen 742 Theil.
Ausland.
Deutsche Hundesstaaten.
Königreich Bayern. Die Königl. Regierung von Mittel⸗ franken hat am 12. Juli folgendes Ausschreiben an sämmtliche Rent⸗ ämter erlassen:
„Da nach erhaltenen Anzeigen die seit einiger Zeit eingetretene (den so eifreulichen Wachsthum der Früchte aber noch leinesweges benachtheili⸗
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gende) kühle und regnerische Witterung, vorzüglich aber der in einigen be⸗ nachbarten Regierungs Bezirken stattgefundene Hagelschlag von Spekulanten schon hier und da benutzt wird, um die Getraidepreise auf eine ungemessene Höhe hinaufzutreiben, so werden hiermit sämmtliche Königliche Rentämter autorisirt, bei dergleichen Wahrnehmungen auf den Schrannen- und Markt- plätzen alsbald bekannt zu machen, daß an Bäcker und andere Getraide⸗ bedürftige von den ärarialischen Böden die benöthigten Früchte um den auf der jüngst vorhergehenden Schranne bestandenen mittleren Preis abgegeben werden dürfen.“
Königreich Sachsen. Die Stände des leipziger Kreises
haben am 15. Juli beschlossen, Se. Majestät den König bei der Rück⸗ kehr in das Vaterland, sofern sie in diesem Kreise erfolgt, feierlich zu begrüßen.
Königreich Hannover. Unter den an die Stände-Versammlung
gerichteten Petitionen befand sich auch eine aus dem osnabꝛückschen Kirch⸗ spiel Essen, welche die Hebung der Linnen- und Garn-Fabrication betraf.
Wegen der ausnehmenden Wichtigkeit dieses Gegenstandes fanden sich die Kammern zur Anordnung einer gemeinschaftlichen Prüfungs- Kommission veranlaßt. Diese Kommission hat jetzt aue führlichen Vericht über ihre Auf
gabe erstattet. Sie ist der Meinung, daß der Zustand unseres Ganmn⸗ und Leinen⸗-Gewerbes dem Welthandel gegenüber zu den einstesten Befürchtun⸗
gen für das fernere Bestehen diests nächst dem Ackerbau wichtigsten Ge—
werbes unseres Landes Anlaß gebe, und findet die Gründe davon theils in
der zu einer bedeutenden mechanischen Ausbildung erhobenen Maschinen Spinnerei und Weberei, theils in der Erschwerung des Eports unseres Fabrikats durch neuerliche Erhöhung der Eingangszölle, namentlich in Frank reich, Holland und den meisten amerikanischen Staaten. Die Kommission ist der Meinung, daß trotz der vorzugsweife in England im größten Maß— stabe betriebenen Maschinen-Spinnerei das hiesige Fabrikat sehr wohl beste hen könne, wenn Maßregeln zur Hebung der Fabrication und zur Erleich— erung der Produzenten getroffen würden. Dazu empfiehlt sie die Anord
nung einer Prüfungs-Anstalt, Ertheilung von Prämien an vorzüglich
geschickte Spinner, Einrichtung von Spinnschulen, Einsammlung von
Nachrichten durch Sachverständige aus anderen in dieser Industrie
besonders fortgeschrittenen Ländern, Förderung der Legge Anstalten im All gemeinen und im Besonderen, persönliche Vorsorge und Einwirkung sach— lundiger Männer aus Lokal- und höheren Behörden, endlich Abschließung
von Handels-Verträgen mit auswärtigen Siaaten zur Eileichterung des
Erports. Zur Erreichung dieser Zwecke soll die Landeskasse, nach dem Vorschlage der Kommission, jährlich 10,000 Rthlr. vorläufig zur Disposi⸗
tien stellen, welcher Betrag bei günstigem Erfolge nach Erfordern später
noch erhöht werden könne.
Königreich Württemberg. Ihre Majestät die Königin
ist mit Ihren Königlichen Hoheiten den Prinzessinnen Katharine und Auguste am 14. Juli, von Stuttgart nach dem Bade Kissingen ab⸗ gereist, um daselbst die Brunnenkur zu gebrauchen.
Großherzogthum Baden. Hinsichtlich der Fortdauer des
badischen Landtages bemerkt der Schwäbische Merkur, daß höchst wahrscheinlich eine förmliche Vertagung nicht eintreten, aber die Re gierung nichts dagegen erinnern werde, wenn nach Vollendung, der Budget-Arbeiten der Präsident der zweiten Kammer, dem Beispiel der ersten folgend, die Sitzungen auf unbestimmte Zeit aussetzt und die Abgeordneten nach Hause gehen, um daselbst die Ansagung der nächsten Sitzung abzuwarten. Vermuthlich werde diese Abwesenheit
so lange dauern, bis die Kommission der ersten Kammer für Straf⸗ gesetz und Strafprozeß mit ihren Berichten zu Stande gekommen, wohl auch noch etwas länger, wenn der Präsident sich entschlösse, die Mitglieder der Kommission der zweiten Kammer sür diese Gesetze vor⸗ erst allein um sich zu versammeln und mit ihnen die endliche Aus— gleichung der Meinungs-Verschiedenheiten unter beiden Kammern zu besprechen. Die Wahl des Hofgerichts-Präsidenten Obkircher in die erste Kammer durch die Universität Heidelberg dürfte wesentlich dazu beitragen, diese Vermittelung herbeizuführen. Die obige Aussicht hat eine große Rührigkeit in die Budget-Kommission gebracht, welche ihre Arbeiken wohl in den nächsten acht Tagen vollenden dürfte.
Kurfürstenthum KHessen. Zu Kassel versammelten sich am 10. Juli ungefähr 90 Freunde der Sache des Gustav⸗Adolph⸗ Vereins, genehmigten den Entwurf der Statuten eines kurhessischen Haupt-Vereins der Gustav-Adolph-Stiftung und schritten dann zur Wahl eines Vorstandes.
Frankreich. Pairs-Kammer. Sitzung vom 13. Juli. Der Gesetz⸗
Entwurf über die Eisenbahn von Paris nach Lyon wurde am Schluß der heutigen Sitzung mit 96 gegen 21 Stimmen angenommen.
Die Kommission hat, ungeachtet ihrer angestrengten Bemühungen,
den Widerwillen der Kammer gegen ein System, welches eines der gewerbfleißigsten französischen Departements auf unabsehbare Zeit der Eisenbahn⸗Eommunication beraubt hätte, nicht bestegen können. Der als Unter-Amendement zu dem auf ihr Gutachten basirten Amende⸗ ment gestellte Vorschlag des Herrn Rossi, daß der Staat die Zweigbahn von Montereau nach Troyes auf seine Kosten ausführen könne, wenn bis zu Ende des Jahres 1845 keine Compagnie dazu sich ge⸗ meldet hätte, wurde unter Beipflichtung des Ministeriums mit 71 gegen 88 Stimmen angenommen. Dagegen ist der te Artikel des Entwurfs, der durch ein Amendement der Deputirten⸗Kammer hin⸗
eingekommen war, und wonach 62 Millionen zur Schienenlegung auf
der ganzen Bahn auf Staatskosten bewilligt werden sollten, eine Bestimmung, die das ganze System der Regierung kreuzte, von den Pairs verworfen worden.
Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 13. Juli. Die Verlesung des von Herrn T hiers im Namen der Kommission er— statteten Berichts über das Unterrichts-Gesetz dauerte fast drei Stun⸗ den, obgleich nur zwei Drittel davon, mit Weglassung der Mitte, vorgelesen wurden. Der Inhalt stimmt mit dem überein, was über die wesentlichsten Abänderungen, welche die Kommission in dem Gesetz, wie es aus der Pairs-Kammer hervorgegangen ist, vorschlägt, schon seit einiger Zeit durch die öffentlichen Blätter verlautet war. Er wurde von der Kammer mit dem lebhaftesten Beifall aufgenommen. Vom allgemeinsten Interesse ist der vom Stoff und Umfang des Sekun⸗ bär Untrrrichts handelnde Theil des Berichts. Wir werden einen Auszug daraus morgen mittheilen.) Hierauf wurde die Diskussion über den aus der Pairs-Kammer zurückgelangten, die Eisenbahn von Orleans nach Bordeaux betreffenden Gesetz Entwurf eröffnet. Es handelt sich blos darum, ob die Deputirten Kammer den Arti⸗ JI Vorschlag des Herrn Cremieux angenommen hatte, und wodurch die Betheiligung von Mitgliedern der Legislatur bei Eisenbahn Unternehmungen untersagt sein sollte, den aber die Pairs verworfen hatten, in dem Gesetz⸗ Entwurf wieder⸗ herstellen solle oder nicht. Die Debatte nahm eine sehr persönliche Wendung, veranlaßt durch Herrn Girardin, der für Wiederherstellung jenes Artikels sprach, und durch Herrn Vatout, der demselben Vor⸗ würfe wegen früherer Privathandlungen machte, die der Angegriffene aber, unterstützt von Herrn Thiers, mit Erfolg zurückwies. Ver Schluß der allgemeinen Diskussion wurde noch vertagt.
Paris, 14. Juli. Die Advokaten des Königl. Gerichtshofes haben gestern ihren bisherigen Disziplinar⸗ Rath, der, bekanntlich we⸗ gen seines Konfliktes mit dem Präsidenten dieses Tribunals und we gen der in Folge dessen gegen ihn erkannten disziplingrischen Rüge seine Entlassung genommen hatte, ganz in derselben Zusammensetzung wiedergewählt. = . .
Das Journal des Débats äußert sich folgendermaßen über den Thiersschen Kommissions-Bericht, das Unterrichts Gesetz betref⸗ fend: „Zu Anfang des Jahres verkündete die Thron⸗Rede, daß der Gesetz- Entwurf über die Unterrichtsfreiheit die Autorität und Ein⸗ wirkung des Staats in Bezug auf den Unterricht der Jugend auf recht erhalten werde. Der Gesetz⸗Entwurs, welchen Herr Villemain der Pairs Kammer vorlegte, hatte auch diesen Charakter; wir glau ben, daß die Diskussion der Pairs-Kammer, weit entfernt davon, die= sen Charakter zu befestigen, ihn vielmehr auffallend geschwächt hatte, und wir sehen mit Vergnügen, daß die Kommüission der Deputirten⸗ Kammer sich bemüht hat, dem Gesetz⸗ Entwurf den Charakter wie⸗ derzugeben, den derselbe verloren zu haben schien. Sie wollte zu dem in der Thron-Rede proklamirten Prinzip zurückkehren, und des halb hat sie an mehreren Stellen den ursprünglichen Entwurf der Regierung wieder aufgenommen. Wir hoffen, daß die Kammer die sen Vorschlägen der Kommission beitreten wird.“ K
Es bestätigt sich, daß Herr Casteillon als außerordentlicher Ge⸗ sandter des Staats Nicaragua nach Frankreich geschick ist, um dessen Vermsttelung in einem Geldstreit zwischen seinen, Regierung und Eng- land, welcher die Ursache der Blokade von San Juan de Nicaragua ist, nachzufuchen. Er wurde gestern von Herrn Guizot empfangen. Bem Journal des D 6bats zufolge, ersucht der Abgesandte völlig um das französische Protektorat und bietet Frankreich dafür alle mög⸗ liche Erleichterungen bei der Durchstechung der Landenge von Panama an.
Nedim Efendi, osmanischer Botschafts-Rath, ist im Alter von
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zahren gestern hier gestorben. Großbritanien und Irland. London, 13. Juli. Eine der bedeutungsvollsten Adressen, die
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seit langem von den geachtetsten Bewohnern Irlands ausgegangen
ü
anhänglichen und wohlwollenden Indianern dieser Station stattgefunden, die Ruͤckteise über einige verlassene Niederlassungen der Macusi angetreten und bis zur Einmündung des Rupununi in den schönen Essequebostrom sortgesetzt.
Aber dessen zahlreiche große und lleine Katarakten bedrohten mit neuen Gefahren, deren weißschäumende Wogenmassen jedoch alle, selbst die aller⸗ letzten derselben, die Ariataka-Katgrakten, glücklich passirt wurden. Als auch diese im Rücken lagen, preßte sich aus Aller Brust ein lauter Freudenschrei, und aus den Herzen stieg inniger Dank empor zum Beschützer und Erretter aus so vielen Gefahren. Bald hatte nun die kleine Flottille die ersten An— siedelungen der Farbigen am Essequebo erreicht, die in großer Zahl am User den freudigen Willkommen zuriefen. Gegen Abend wurde zu Bartika— Grave gelandet, wo der brave Missionair Bernauer die Neisenden mit of⸗ fenen Armen empfing. Ein Schooner, der von hier so eben nach George⸗ town zurüchkzusegeln im Begriff war, nahm die beiden Reisenden sogleich mit und brachte sie, nach 15 Monaten Abwesenheit, am 29. Juni 1843 glücklich wieder in die Koloniestadt zurück.
Doch auch hier war keine lange Nuhe vergönnt. Schon nach 21 Stun⸗ den, schreibt Herr O. A. Schomburgk, ward er von einem der heftigsten dort herrschenden Fieber befallen, und die augenblickliche Abreise aus der Stadt erklärten die Aerzte als die einzige Bedingung der Rettung. In Begleitung eines Farbigen und eines Deutschen schiffle er in einem Schoo⸗ ner nach der nördlich liegenden Arabisi-Küste, zur Zucker-Plantage Anna Negina, deren Inspeltor ihn sehr wohlwollend aufnahm. Das längere Verweilen gab Gelegenheit, über Betrieb und Kultur des Zuckerrohrs ge⸗ nagere Erfahrungen zu sammeln, die in einem ausführlichen Berichte, nebst einer statistischen Uckersicht des Ertrages und der Einkünfte sämmtlicher Plantagen während der Jahre 1836 bis 181, bei dem Ministerium nie— dergelegt werden konnten.
Nach einer Woche Aufenthalt daselbst wurde die Reise weiter durch die Bewässerungs-Kanäle der Plantagen in den Tapacuma-See, ein Rie⸗ zenwerk, fortgefetzt, das zur Bewässerung einer großen Anzahl von Plan. 1 längs der Arabisi-Küste eingerichtek ward. Viele Seitenarme, meist 6 F der greße Pomaroon, stehen mit demselben in Verbin- inn a gen 9 2 Verzweigung die Flußschifffahrt zwischen den Küsten= Eianlo ken une hn einzelnen Kardiben , Ansiedelungen und Missions⸗ 6 itte und dichten, stattlichen Urwäldern im Westen im= witer gegen Norden fortgesetzt ward. Die nützlichsten Palmen-Arten (Manicarca sanisera), die un ehen B 1. ö helo salsten Großen. * 97 euersten Bambusstauden erreichten hier die In der größten Einsamlest gen der Insekten werden hier vervielfacht. einer verlassenen namtnsosen B ö.. Gränze des Urwaldes, schiffte man an schoͤne Allet ven older een 1 eines Enropäers vorüber, zu der eine bas Innere des Hauscg und, . Der Besitzer war längst verschollen, störtz nur die Fruchibäume . Mobiliat von den Ameisen vollig zer= reichliche Erquidkung. Die Lee ür. , * ä ö. „von vielen Flüssen aus dem Umwald seitwärts zur Meeregsüsie durchschüütten, deren Cinlln=
Verzweigungen die weitere Nordfahrt der Ruderböte gestatteten, ward am J. September, einem Sonnabend, durch das Lärmen einer ganzen Flottille Kanoes mit Indianern unterbrochen, die nach einer Missions Station schifften, um dort am folgenden Sonntag dem Gottesdienst beizuwohnen. Die letzte Karaiben-Niederlassung am Pomaroon, Arraiag genannt, ward nach einer langen Reihe von Tagen erreicht und daselbst manches Neue, zumal über dasiges Volksleben, eingesammelt. Hier traf man aber Jieber⸗ kranke, die giftigsten Schlangen, üppigste Tropen-Vegetation und den schön⸗ sten und lieblichsten Sänger unter den Vögeln Guiana's, tlie siusing krencliman der Kolonisten, dessen bezaubernden Gesang Schomburgk den lieblichsten Melodieen eines Flageolets vergleicht, ein Vogel, dessen von Martius und Pöppig zwar erwähnten, ohne ihn jedoch beschreiben zu können, also eine ganz neue Entdeckung. Aber jeder Ruderschlag auf den Armen des Pomaroon-Systems konnte nur noch mit. Art und Beil er= zwungen werden; das Vordringen ward immer schwieriger. An der Ein⸗ mündung des kleinen Flüßchens Arungmay, von Nordwest her zu ihm, wo übernachict ward, hatten sich Brüllaffen in solchen zahlreichen Schaaren vereinigt, wie sie der Reisende nie zuvor gesehen. Je weiter man schiffte, desto wilder, undurchdringlicher, imposanter wurde der Urwald. Große Heerden Buschschweine därchsagien unter wildem Gestöhn den Ufersaum; zahllose Affen schwangen sich von Zweig zu Zweig, indeß der Wassersaum von den Aguntis oder Cavin pacas belebt war. Von jetzt ab mußten wir, sagt Sch., die Kanoes öfter mehrmals am Tage entladen und üßer die von wild durch einander gestürzten Bäumen gebildeten natürlichen Brücken ziehen, wobei die Indianet große Gewandtheit zeigten. Nachdem wir aber⸗ mals mehrere Tage in dem düsteren Urwald eingedrungen waren, ff nete sich dieser plötzlich, und vor mir erhob sich auf dem östlichen Ufer eine der sieblichsten Bergkeiten, die ich noch in Guinea gesehen. Ihre Höhe über dem Ufer a 30G bis S60 Fuß. Keine meiner Karten hatte sie verzeichnet, und dn auch der alt e
dem Namen Friedrich Wilhelm IV., und verzeichnete sie unter diesem in meiner Karte. Leider mußte ich meinen Vorsatz, bis zu den Quellen des Pomaroon vorzudringen, der zahllosen und im Frühling sast unüber⸗
Häuptling daselbst keinen Namen dafür besaß, so belegte ich sie mit
windlichen Hindernisse wegen, aufgeben, die unsere wenigen Hände nicht zu beseitigen vermochten; eben so wenig gelang es mir, von den Indianern über dieselben Auskunst zu erhalten, da keiner derselben jemals bis zu unw serem gegenwärtigen Standpunkte vorgedrungen ma.
Bald waren' nun die Mündungen des Flusses Pomaroon wieder er⸗ reicht, aber Fieberansälle nöthigten zuvor noch zu Rasttagen in einer der nächssen Kardiben- Stationen, Cuamuta, bis die gastlich Wohnung des dortigen Posthalters, des Herrn McClindak, an dem Pomaroon erreicht ward. Nach wieder gewonnenen Kräften wurden diese auf die weitere Duichsei⸗ schung des nächssen nördlicheren Fluß -Systems des Malollo und seiner Na⸗ jurmeilwürdigkeiten, bis zu einer Kolonse spanischer Indianer, verwenden, der Herr Collins, ein früherer Bekannter vom Jahre 1846, vorstand. Von 16 aus wurde nach mehrtägigem Aufenthalt und weiterer Schifffahrt, den
aroffo stromaufwärtis, desfen Bette mit einem jener merkwürdigen na⸗
türlichen Kanäle vertauscht, die dieser Gegend so eigenthümlich sind, und von den Eingeborenen Itabo genannt werden. Dieser Ita bo oder Zwitterstrom „) fuhrte in den Fluß Kamwatta, dieser in den Barrabarru, Fon welchem man in den Beara und Barrimana einschiffte, der wieder in den Waini endete. Dieser steht durch den Marascreek mit dem Barima in Verbindung, der endlich in den Orinoco endet. An der Einfahrt zum Waini schiffte man dutch die dichtesten Umsäumungen der Manicol-Palmen, die durch unzählige Schaaren Papageien, Perroquiten und Penelopes be⸗ sebt waren. Obwohl noch hundert Meilen von seiner Mündung, war hier sein Wasser doch noch salzig und ungenießbar, weil Ebbe und Fluth bis hierher reichten, daher auch hier die Palmen am Ufer-⸗Saume der Zone der Mangroves⸗Wälder hatten weichen mussen. Nur selten gelang es noch, in dieser Wasserwelt ein trockenes Plätzchen zur Lagerstätte aufzufinden, und war es gefunden, so sielen Schaaren von Musquitos auf die Gelagerten nieder, die dann gezwungen waren, die ganzen Nächte hindurch in Bewe⸗ gung zu bleiben. Ohne Schlaf, ohne gehörige Speise, denn schon längst fehlte auch das trockene Cassave⸗Bred, da man seit langem keinem mensch⸗ lichen Wesen mehr begegnet war, wurde immer weiter geschifft, bis man aus der horizontalen, wassergleichen Fläche wieder die Region ansteigender, lieblich bewaldeter Hügel am südlichen Ufer des Waini erreichte, wo man zur größten Freude die Accawai⸗Niederlassung Piriforg entdeckte, der schräg gegenüber die Kargiben⸗ Niederlassung Carigco igg. Kurz vorher, am 15. Dftober, hatten die Deutschen den Geburtstag ihres Königs in der tiefsten Wildniß mit Salz, Schildtröten⸗Speise und einem erheiternden Trunk, Pai⸗ wari, ihrer letzten noch übrigen Kalebassen, mit freudigen Erinnerungen an ihre liebe Heimat, gefeiert. Das flache Userland des Orinoco an der Waini⸗ Mündung, und somit das Haupiziel dieser Reise, war nun erieicht, von dem auf der kürzesten Wasserstraße des Flußnetzes zu der Mission des Herrn Collins zurückzutehren die wiederholten Fieber - Anfälle ernstlich mahnten. Nach einer Abwesenheit von 1 Monaten kehrte unser Reisende wieder nach Geoigelown zurück, wo er mit seinem Bruder, der indeß ebenfalls daselbst von seiner Neise am Corentyn eingetroffen war, sich zusammenfand. Möge er eben so glücllich wie sein ihm vorangegangener Bruder, mit seinen zoo— logischen und botanischen Sammlungen für die Heimat, die Fluthen des Oceans durchschiffen und zu uns wohlbehalten zurückkehren.
Mitte Juli 1844. K. Ritter.
) Alexander von Humboldt war es, der zuerst diese eigen⸗ thümliche Form der Zwitterströme in der natürlichen Verbindung des Amag— zonenstroms mit dem Orinoco, im folossalen Maßstabe, durch den Cassi= quiare und Rionegro nachwies und darum sagen ionnte, daß Guigng die größte Fluß-Jnsel der bekannten Welt sei. K. R.
— —
ist, wird gegenw Grafen de Grey übergeben werden. Unterschriften des Lord-Primas, mehrerer Bischöfe, fast aller lonser⸗ Parlaments, zahlreicher Edelleute, obrigkeit⸗ und spricht sich über die Amts⸗
ärtig unterzeichnet und soll nächsten Sonnabend dem Dieselbe ist bereits mit den
vativen Mitglieder des licher Personen u. s. w. versehen, führung des scheidenden Statthalters sehr anerkennend aus. Irländer, besagt die Adresse, wenn auch in politischen Ansichten denen des Lord-Lieutenants entgegen, müssen nach unserer Ueberzeugung zu⸗ geben, daß derselbe sich bei allen Gelegenheiten als zugänglich i sen und sich stets bestrebt hat, die Pflege der nützlichen und schönen Künste und die allgemeinen Interessen Irlands zu fördern.
Auf Antrieb des Parlaments-Mitgliedes Joseph Hume ist kürz⸗ lich eine statistische Uebersicht der gegenwärtig Schulden halber in Haft befindlichen Individuen im vereinigten Königreiche angefertigt Es ergiebt sich daraus, daß die Zahl der Schuldgefangenen ist, wovon 2151 auf England, nur 85 auf Schottland und 1113 auf Irland kommen.
Schweden und Norwegen. Heut früh wurde von Winga mit—
Gothenburg, 13. Juli. n russische Kriegs
Telegraphen hierher gemeldet, daß eine mit Sr. Kaiferl. Hoheit dem Großfürsten Konstantin am Bord daselbst vor Anker gegangen sei.
Dänemark. Helsingör, 11. Juli. Gestern ist zu den hier anwesenden russischen Kriegsschiffen noch eine Korvette gestoßen, so daß gegen zschiffe dieser Nation hier vor hrer Majestät der Kaiserin wurden gestern Vormittag von der ganzen Flotte Salven gegeben. Kronborg und das Wachtschiff salutirten ebenfalls un die russische Flagge vom Hauptmaste, so wie die dänische vom der- und Besanmaste wehen; außerdem war das Schiff von der Spitze bis zum Deck mit einer Menge Flaggen aller Art bedeckt. Jal ffizieren und Mannschaft landeten, um sich mit Er⸗ frischungen zu versehen u. s. w., auch machten mehrere Offiziere und Kadetten Ausflüge in die Umgegend.
Statt des an der norwegischen Küste untergegangenen russischen Linienschiffes „Ingermannland“ ist in Archangel ein neues Linienschiff gebaut worden, welches den Namen „Neu⸗Ingermannland“ erhalten hat und sich, nebst der nach London gesegelten Fregatte „Aurora“, ebenfalls mit den hier befindlichen Schiffen vereinigen soll. Außerdem erwartet man noch ein Linienschiff. so wird der Großfürst Konstantin als Groß Admiral das Kommando derselben übernehmen.
wärtig dreizehn Kri Wegen des Geburtsfestes Die Festung letzteres ließ
Fahrzeuge mit
Ist die ganze Flotte beisammen,
J n Aus dem katholischen Jura ist eine Bitt— schrift um Abschaffung der vielen, seit der Vereinigung des Bisthums mit dem Kanton Bern wiedereingeführten Feiertage an den Großen So lange dieser Theil zu Frankreich gehörte, wurden nach dem Dekrete vom 29. Germinal, Jahr X., und dem e 1802 nur vier Feiertage: Himmelfahrt, Mariä-Himmelfahrt und Allerheiligen gefeiert; seit aber der Jura bernerisch geworden, sind wieder eingeführt worden, gegen das Gesetz, welches durch die erste Vereinigungs-Urkunde seine erste Kraft nicht verlore drücklich der status quo in Bezug auf die katholische Religion ga⸗ rantirt wurde.
Kanton Bern.
Rath gerichtet worden. Weihnachten, willkürlich eine Menge Feiertage
n hat, indem aus⸗
Die Allgemeine Zeitung enthält in einem Schreiben aus Rom vom 6. Juli nachstehende Berichtigung: gut unterrichteten Personen bin ich ersucht, tigen, der Ihnen von der italienischen Gränze unterm 18ten v. h die päpstliche Regierung ein Memorandum an 1d London erlassen und worin sie Weise gegen den Vorwurf vertheidigt habe, als es Kirchenstaats die Gährun⸗ (S. die Allg. Preuß. Ztg. Nr. 181 Dieses setzte wohl Schritte von genannten Höfen voraus, Vertheidigung der päpstlichen
Im Auftrag von einen Irrthum zu berich⸗
mitgetheilt ist, wonge die Kabinette von Wien, Paris un sich in umständlicher hätte eine mangelhafte Administration gen in demselben herbeigeführt.
die eben so wenig erfolgt sind, als eine Regierung wegen ihrer Verwaltung für nöthig befunden worden.“
Mailand, 10. Juli. Nach einer glücklichen Fahrt über den Splügen kamen gestern Nachmittags um vier Uhr Ihre Königl. Hoheiten der Prinz und di erwünschtem Wohlsein hier an und setzten heut Nachmittag ihre Reise über Genua nach Neapel fort.
e Prinzessin Karl von Preußen in
Briefe aus Neapel bestätigen es, daß die beiden Bandiera und der Schiffs-Lieutenant Moro sich unter den in Calabrien gefangenen Rebellen befinden. nicht stattgefunden; man wollte vielmehr wissen, daß die neapolita nische Regierung nicht abgeneigt sei, Nachsicht an die Stelle strenger Einem Schreiben aus Triest zufolge, würde die österreichische Regierung die Auslieferung der in die Unterneh⸗ mung verwickelten österreichischen Unterthanen nicht verlangen.
Ancona, 9. Juli.
Eine Execution hatte
Gerechtigkeit zu üben.
n
Man wird sich erinnern, daß die vom Herrn Dr. Wöniger in Berlin redigirte, „der Staat“ betitelte Zeitschrift in ihrem zweiten mit der Ueberschrift: . Schmuggelei“ veröffentlichte, welchem die im Besitz fortlaufender Zollkonti sich besindenden Han— delshäuser Leipzigs der Defraudationen beschuldigt wurden. Königl. preußischen Finanz⸗Ministerium über den Grund oder Ungrund dieser argen Beschuldigung angestellten Erörterungen und deren Er⸗ gebnisse sind von genannter Behörde in Nr. 156 der Allg. Preu⸗ ßischen Zeitung von . Daraus ging hervor, daß ein gewisser Herr Killisch, angeblich Privat⸗ Secretair bei dem Gutsbesitzer Herrn von Bülow⸗Cummerow, der Verfasser jenes Aufsatzes ist, daß ferner Ersterem die Materialien zu demselben durch Letzteren und diesem wiederum durch einen Kaufmann, Herrn Ries, mitgetheilt worden sein sollten, daß demnächst der 2. KRillisch bei Gelegenheit einer Unterredung mit Ries die nochmalige Bestätigung von der Wahrheit jener Anschuldigungen erhalten haben wollte, und daß endlich der Hr. Wöniger auf diese Autoritäten hin und ohne die Regeln der gewöhnlichsten Vorsicht zu beobachten, jener schweren und dennoch unter obigen Umständen durch nichts unter stützten Anklage die Spalten seiner Zeitschrift geöffnet hatte. erwähnter offizieller Bekanntmachung der durch die amtlichen Erörte— rungen erlangten Ergebnisse ist weiter zu ersehen, daß sich die oben= genännten Gewährsmänner gegenseitig völlig verleugnen. Nur Herr Hiies, dessen Aufenthaltsort dem Königl. preußischen Finanz-Ministe—⸗ rium unbekannt und dessen Abhörung deshalb nicht zu bewirken war, stand bisher mit seiner Erklärung noch zurück. Letztere wo möglich zu erlangen, war von Wichtigkeit. .
des Jahrgangs
: einen Aufsatz „Leipziger Zollvereins⸗
diesem Jahre bekannt gemacht worden.
Denn obschon der Sachlage zu⸗
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folge die Glaubwürdigkeit der Anschuldigung bereits eine starke Er⸗ schütterung erlitten hatte, so blieb doch immer die Möglichkeit noch nicht ausgeschlossen, daß Herr Ries Belege zu derselben in den Händen haben konnte. ö Das Königl. sächsische Finanz ⸗Ministerium, durch eine Anzeige des leipziger Handelöstandes in Kenntniß gesetzt, daß Herr Ries in Leipzig dermalen anwesend sei, ordnete daher unverzüglich dessen amt⸗ liche Befragung an. Hierbei gab derselbe Folgendes zu Protokoll: „Er müsse durchaus in Abrede stellen, daß er Herrn von Bülow⸗ Cummerow Mittheilungen über Schmuggelei gemacht habe, welche bei dem leipziger Konto⸗Verfahren stattfände. Er habe dies um so weniger thun können, da er keine Ueberzeugung davon habe, daß dergleichen Gesetzwidrigkeiten mit Hülfe der Kontirung unter⸗ nommen würden. Dagegen habe er mit Herrn von Bülow⸗Cum⸗ merow über dergleichen Fragen und besonders über die jetzige ame rikanische Zollregie, und namentlich darüber, inwiefern die Formen der letzteren auch vielleicht auf die Vereins-Zollregie nützlich zu übertragen sein möchten, mehrfach gesprochen. Dies erkläre sich leicht aus dem Umstande, daß er, Komparent, sich öfters schon mit natlonalökonomischen Schriften beschäftigt und hierdurch Gelegen
heit gefunden habe, mit Herrn von Bülow-Cummerow über die
Zollrégie-Verhältnisse in Vernehmung zu treten.
„Dem Herrmann Killisch, mit welchem er seines Wissens über die Sache gar nicht gesprochen habe, den er überhaupt nicht zu kennen glaube, sei von seiner Seite durchaus keine Mittheilung über
den fraglichen Gegenstand zugegangen.“
Nachdem Herr Ries hierbei noch darauf aufmerksam gemacht hatte, daß aus des c. Killisch eigener Aussage hervorgehe, daß er mit demselben nicht gesprochen habe, fährt Ersterer folgendermaßen fort:
„Dies ergebe sich unter Anderem auch daraus, daß nach Inhalt des amtlichen Aufsatzes Killisch der Redaction des „Staats“ mit⸗ getheilt habe, die Daten zu dem Thema seien von Herrn vol Bülow-Eummerow persönlich in Leipzig gesammelt worden. Er, Komparent, kenne den mehrberegten Aufsatz: „D. Zollvereins⸗ Schmuggelei .“ so wenig, daß er denselben bis au diesen Augen blick noch nicht gelesen habe.“
Auf Grund dieser Aeußerung wurde dem Herrn Ries der frag⸗ liche, von Killisch verfaßte, im 2ten Hefte der Zeitschrift „der Staat“ vom Jahre 1813 mit der Bezeichnung „Leipziger Zollvereins⸗-Schmug gelei“ enthaltene Aufsatz zur Kenntnißnahme vorgelegt und sodann von ihm bemerkt:
„Er vermöge von den in letzterem enthaltenen Angaben nichts wei⸗ ter für richtig anzuerkennen, als dasjenige, was S. 17 offenbar seinem Werke: „Schilderungen des Treibens im Leben und Handel in den Vereinigten Staaten und Havanna, Berlin 1840“, S. 32, oder auch seinem zweiten Schristchen: „Vieles über Karlsbad und Einiges über Oesterreich, Leipzig 1843, bei Hartknoch“, S. 77 ent⸗ lehnt sei.“
Schließlich erwähnte Herr Ries noch, daß er sich sofort nach Erscheinen der amtlichen Bekanntmachung in der Allgemeinen Preußischen Zeitung an das Königlich preußische Finanz⸗Mini⸗ sterium schriftlich gewendet, im Materiellen die nämliche Erklärung, wie seine heutige, abgegeben und auch bereits eine ihm vollkommen genügende Bescheidung erhalten habe, ein Anführen, welches von dem
Königlich preußischen dem diesseitigen Finanz⸗Ministerium bestätigt
worden ist.
Mit obiger Erklärung des Herrn Ries, welcher versichert, bei deren Abgabe der strengsten Wahrheit gefolgt zu sein, fällt vollends der Schleier, welcher über den Charakter der in Rede stehenden An⸗ klage verbreitet war. Letztere ist, wo nicht aus anderen Absichten erfunden und völlig aus der Lust gegriffen, doch mindestens mit nicht zu entschuldigendem Leichtsinn abgefaßt und der Oeffentlichkeit preis⸗
gegeben worden.
Gegen diese Verschuldung sucht sich zwar Herr Hr., Wöniger
im 1IV. Hefte II. Jahrganges seiner bereits genannten Zeitschrift zu rechtfertigen. Ob und wie weit ihm dies aber gelungen sei, kann füglich dem eigenen Ermessen der Leser jener Zeitschrift überlassen werden. Nur so viel möge hier nicht unberührt bleiben, daß laut dieser Rechtfertigung der Verfasser des Aufsatzes, Herr Killisch, als der ꝛc. Wöniger aüf Beibringung von Beweisen (nachdem nämlich die Verunglimpfung bereits aufgenommen und durch, den Druck ver⸗ breitet war!) in denselben drang, sich in einem Briefe an Letzteren dahin ausgesprochen haben soll: .
er könne diese Beweise nicht liefern, überhaupt sei sein Aufsatz nur
darauf berechnet gewesen, auf die Möglichkeit des angedeuteten
Mißbrauchs aufmerksam zu machen.
Bieser von dem z. Killisch gelieferten authentischen Interpreta tion seines eigenen Werkes fügt sodann Herr Dr. Wöniger noch fol gende Bemerkung bei:
„Wie es mit der objektiven Wahrheit der in dieser Monatsschrift erhobenen Anklage steht, liegt zur Zeit völlig im Dunkeln und wird es bleiben, bis man nicht vor Allem des Kaufmanns Ries, als des angeblich wichtigsten Gewährsmannes, habhaft werden kann. Aber auch dann wird nicht Alles ermittelt werden; sehr kom— petente Stimmen vertreten zur Zeit völlig entgegengesetzte Mei nungen ꝛc.“
Des Herrn Ries ist man nunmehr, wie aus Obigem erhellt,
allerdings habhaft und durch dessen Erklärung ein unzweideutiges Licht über die Sache verbreitet worden. Wenn aber der ꝛc. Wöni⸗ ger letzteres durch seine Glosse wieder zu trüben versucht, so muß ihm darauf zu erkennen gegeben werden, daß hier, wo es sich um that⸗ sächliche Beweise für eine schwere, gegen die achtbarsten Han⸗ delshäuser der Stadt Leipzig öffentlich ausgesprochene Beschul digung der Unredlichkeit handelt, auf vorgefaßte, aus dem unermeß lichen Reiche der Möglichkeiten geschöpfte Meinungen nicht das min deste Gewicht gelegt werden darf. Zudem kann es den Behörden nicht verargt werden, wenn dieselben nach solchen Vorgängen, wie die in Rede stehenden, nicht nur gegen die Kompetenz jener angeblichen Stimmen, auf welche sich Herr Dr. Wöniger beruft, sondern auch gegen diese seine Berufung selbst gerechtes Mißtrauen hegen und solche auf sich beruhen lassen.
Die betheiligten obersten Finanz- Behörden, in deren Interesse
es zunächst lag, der Sache auf den Grund zu kommen, haben ihren Zweck zur Genüge erreicht und sind weiterer administrativer Erörte rungen nach Lage der Sache überhoben; ob die Zoll-Konto— Inhaber Leipzigs diese Angelegenheit nunmehr ebenfalls ruhen lassen oder im gerichtlichen Wege weiter verfolgen wollen, muß denselben an— heimgestellt bleiben.
Dresden, am 19. Juli 1814.
Königlich sächsisches Finanz-Ministerium. I. Abtheilung. Wehner.
Handels- und Jörsen - Nachrichten.
Berlin, 19. Juli. Obschon die Course der meisten Eisenbahn-Effelten
und namentlich deren Quittungsbogen neuerdings etwas gestiegen sind, so war der Umsatz an heutiger Börse im Allgemeinen doch nur sehr beschränkt.
Marktpreise vom Getraide. Berlin, den 18. Juli 1844. ö. Zu Lande: Roggen 1 Nthlr. 5 Sgr. 8 Pf. auch 1 Rthlr. 4 Sgr.
6 Pf.; große Gerste Jühlr.; Hafer 20 Sgr. 5 Pf., auch 24 Sgr. Ein⸗ gegangen sind 41 Wispel 12 Scheffel.
Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rthlr. 1 Sgr. 2 Pf., auch 1Rthlr. 7 pf. und 1 Rihlt. 24 Sg; Noggen 1 Nihlt. 8 Sgr. 5 Pf auch S große Geiste 1 Rihlr. 2 Sgr. 5 P.; Safer 27 Sgr. r. 1 Pf. Eingegangen sind 31 Wispel 6 Scheffel. Mittwoch, den 17. Juli 1844. Schock Stroh 6 Rihlr. 10 Sgr., auch 5 Rthlr. Der Centner Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf, auch 20 Sgt.
2 S6
Branntwein pPreise. ;
Die Preise von Kartoffel Spiritus waren am 13. Juli 163 Rthlr., am 16. Juli 167 Rthlr. und am 18. Juli d. J. 163 Nihlr. Ff rei ins Haus geliefert) pr. 200 Quart à 54 96 oder 10,500 36 nach Trallées. Korn-Spiritus: ohne Geschäft.
Berlin, den 18. Juli 1844. ;
Die Aeltestsn der Kaufmannschaft von Berlin.
nei n,,
Den 19. Juli 1844.
. Pr. Cour. ; 2 . Fonds. ctien. — ; Geld. Brief.
7f
ß
1665 10375 1925
St. Schuld-Sch. 37 1 Bel. Pots. Eisenb. Prämien- Scheine do. do. Prior. Obl. d. Sech. à 56 L. — 8 875 Md. Lpæ. Eisenhb. Kur- u. Neumärk do. d0. Prior. Obl. Schuldvers chr. — 893 Brl. Anh. Eisenb. Berliner Stadt do. do. Prior. Obl. Obligationen 3 101 100 Düss. Elb. FBiseub. Danz. do. in Th. — 18 . do. do. Prior. Obl. Westpr. Pfandbr. 3 101 — Rhein. Bisenb. Grossh. Pos. do. 104 ö 194 do. do. Prior. Obl. do. do. 35 995 — Osipr. Pfandbr. 3 — . 102 BI. Frankf. Eisnb. Pomm. do. 3 ö 101 ö — do. d0. Prior. Obl. Kur- u. Neum. do. 3 101 * 101 Ob. -Schles. Eisnb.
Schlesische do. 37 109
15875
1033 95 86 88
e = n — —
do. v. Staat garant. — 149 1031 120 1 0 do. Lt. B. v. eingeꝶ. 114 . St. E. Lt. A.u. B. 128 Gold al marco. — — . Magd. Ilalbst. Eb. 119 Friedrichsd'or. — — 1 16 Brl. Schw. rh. k. 118 And. GIdm. à 5 Th. - 2 * sdo. do. Prior. Obl. 163 Disconto. — ? Bonn- Kölner Esb. 133
——
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Auswärtige Börsen.
Amsterdam, 15. Juli. Niederl. wirll. Seb. 615. 59b do. I00 -. 599 Span. 2075. 395 do. 34. Pass. — Ausg. —. TZinsl. —. Preuss. Pr. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 109. 195 Russ. HIope 903.
Ant wer pen, 14. Juli. Zinsl. —. Neue Anl. 20.
Frankfurt a. M.. 16. Juli. 595 Met. 1123. Bank- Actien E. ult. 2004. Bay r. Bank- Actien 717 Br. Hope 893 Br. Stiegl. 89 Br. Int. 60 F. PFoln. 300 FI. 943. do. Soo FI. 943. do. 00 FI. 29.
1IIamb urg, 1 Bank-Actien 1660. Eugl. Russ. 111
London, 13. Juli. Cons. 3565 993. Ard. 223. 8ech. 123. Int. 614. 59h 100. Port. 15.
Wien.; 15. Juli. 59h Met. 1103. 4995 1003. 395 ,. Bank- Actien 1610. Anl. de 1834 150. 4e 1839 129. Nordb. 140. Gloggu. 112. Mail. 110. Livorn. 115. ö ö.
Meteorolagische Beobachtungen.
1844. Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger 18. Juli. 6 Uhr. 2 Uhr. Beobachtung.
Luftdruck . . .. 333, 61 Par. 333,51 Par. 333, 2: par. Quellwärme 8,1? R. Luft wärme .. 1 10,8? R. * 15,47 R. R. Eluss wärme 1 Thaupunkt.. ö 7.27 R. * 6 R. REodenwärme Dunstsättigung 72 pCt. 51 pCt. 66 pCt. Aus dünstung 0, O12! Rh. bezogen. heiter. regnig. Niederschlag 0, oo Rh. W. ö. 9 VWäürmewechsel 4 16, * Wolkenzug. . . . . * 10,657 R j ⸗ . ö Tagesmittel: 333,18 Par ! R. .. 63 pCt. W.
Königliche Schauspiele.
Sonnabend, 20. Juli. Dornen und Lorbeer. Hierauf: Erzie— hungs⸗Resultate. Sonntag, 21. Juli. Der Weiberfeind. Hierauf: Die Insel der Liebe. ö In Charlottenburg: Der Verräther. Hierauf: Die Schleich⸗ händler. Montag, 22. Juli. Des Goldschmieds Töchterlein. Hierauf: „ verwunschene Prinz. Dienstag, 23. Juli. Zum erstenmale: Mara, romantische Oper Akten, von O. Prechtler. Musik vom Kapellmeister J. Netzer. von Hoguet.
Königsstädtisches Theater.
Sonnabend, 20. Juli. Steffen Langer aus Glogau, oder: Der holländische Kamin. Driginal⸗Lustspiel in 4 Akten und einem Vor⸗ spiel: Der Kaiser und der Seiler, in 1 Akt, von Charl. Birch⸗ Pfeiffer. (Herr Wieting, vom Stadt-Theater zu Bremen: Steffen Langer, als Gastrolle Dazu: Gast-Vorstellung der Mad. Weiß, mit ihrem aus 36 Kindern bestehenden Ballet⸗Personal, in 3 Abthei⸗ lungen. Erste Abtheilung (nach dem Vorspieh: Garben⸗Tanz der Schnitter, mit Verwandlungen durch Maschinerie, aus dem Zauber⸗ spiel: „Der Todtentanz“, ausgeführt von 36 Kindern. Zweite Abtheilung (nach dem zweiten Akt des Stücks): Polka, böhmischer Nationaltanz, ausgeführt von 16 Kindern. Dritte Abtheilung (zum Schluß): Großes Tanz⸗Potpourri, bestehend aus 10 National⸗ und Charakter⸗Tänzen.
Sonntag, 21. Juli. Emiliens Herzklopfen. Hierauf: Der Prinz kommt! Dann: Kock und Guste. (Dlle. Julie Herrmann, im ersten Stück: Emilie, im dritten: Guste, als Gastrollen.. Dazu: Gast⸗ Vorstellung der Mad. Weiß, mit ihrem aus 36 Kindern bestehenden Ballet Personal, in 3 Abtheilungen.
Montag, 22. Juli. Mariette und Jeanneton, oder: Die Hei⸗ rath vor der Trommel. (Dlle. Julie Herrmann: Louise: als Gastrolle.) Dazu: Gast-Vorstellung der Mad. Weiß, mit ihrem aus 36 Kindern bestehenden Ballet⸗-Personal, in 3 Abtheilungen.
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Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
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Gedruckt in der Decker schen Geheimen Ober⸗-Hofbuchdruckerei.