1848 / 2 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

*. ausreichten, der laufende Dienst biete nur wenig Ueberschuß, toönnten neue Amniehen nöthig und der Kredit bee e d wee , Der Senats Vortrag ging auf Beibehaltung der in der bisherigen Finanz- Pe= riode erhobenen außerordentliche Steuern:; 1) Wohn- und Miethesteuer; 2 Einlommensteuer; Y Abxitional - Aecise; Siener von Siein⸗ und raunkohlen, Torf und Lohkuchen; 5 Steuer ven Holz und Holzkohlen; 6) Pferdetare. Der Kommissions Antrag ist ebenfalls fuͤr Fortbewilligung der bisherigen Abgaben. Wollte man eine Steuer jetzt abschaffen, so konnte s ihre Wiedereinführung nöthig und dadurch das Mißvergnügen der teuerpflichtigen erregt werden. Allerdings führe die Einkommensteuer in ihrer Erhebung bedaüerliche Willkür mit sich, wobei der gewissenhafte De— larant gegen den Nachlässigen im Nachtheil sei, allein nach früheren Er- ö . * ö sich von Aenderungs-⸗Anträgen keinen Er- g versprechen zu dürfen. = . eröffneter Debatte wurde zuerst die Mehl⸗Accise von 40 Kr. per Malter zur Sprache gebracht und die Ansicht geäußert, daß, wenn 3 davon auf Weißmehl und auf Roggenmehl gelegt würde, das Roggenbrod um 14 Kr. per Laib wohlfeiler werden könnte. Dem wurde entgegnet, daß die Additional-Aceise (von der allein es sich hier handelt) nur 160 Kr. per Mal- ter oder 1 Heller auf den Laib Brod betrage; daß uberhaupt wenig Nog-= enbrod hier genossen werde und gerade die ärmere Klasse dasselbe trotz des igen Preises verschmähe. Herr De Mappes fand es unrecht, daß man bei jeder Steuer Bewilligung die Einkommensteuer öffentlich schlecht mache, ihr einen schlechten Begleitzentel mitgebe. Seien Steuern entbehrlich, so möchte er nicht die direlten, sondern vorzugsweise die nicht unansehnlichen indirel⸗ ten vermindert sehen; denn durch diese werde der gewerbfleißige Bür⸗ ger und Familienvater dem Reichen und , , gf, über übermäßig belastet. Durch die Abgaben von Mehl, Ile che . Hafer, Wein, Aepfeln 2c. werde die Arbeit veitheuert und der Arbeits 1 esteigert. Der stets wechselnden Konkurrenz sei aber nicht durch . fr n nach außen, sondern nur durch wohlfeilere Arbeit zn . Man . für die indirelten Abgaben an, daß sie a, ,, n Fremden mitgetragen werden; aber gerade bei den vielen Klagen über Ab- nahme des Großhandels, und da der Detailhandel durch die erleichterten Verbindungen begünstigt werde, solle man die Fremden. hier 3u fesseln suchen. Der Redner beantragt daher; die Versammlung möge als Wunsch ausspre= chen, daß vor Eintrüt der nächsten Finanz / Periode Anträge wegen zweck= mäßi Abänderung der außerordentlichen Besteuerung, mit besonderer Rücksi auf Verminderung der indirekten Sirucin, an sie gebracht werden mögen. Herr Senator Souchay meint; ungeachtet der gün⸗ stigen Finanzlage und obgleich Verminderung der Steuern wünschenswerth sein möge, solle man es doch vorläufig beim Alten lassen. Eine Diskussion hierüber könnte da Jeder wisse, wo ihn der Schuh drückt den Apfel der Zwietracht in die Versammlung schleudern. Es verdiene noch reifliche Erwägung, ob durch die Verminderung der indirekten Abgaben wirklich die arbeitende Klasse gewinnen würde. Auch scheinen ihm noch nicht alle Mit- tel erschöpft, eine gute Einkommensteuer zu schaffen. Das Hauptübel schiene darin zu liegen, daß man geglaubt, in Frankfurt als einer Handelsstadt vor Allem das Geheimniß aufrecht halten zu müssen. Ganz anders in Eng⸗ land, wo man gegen nachlässige Deklaranten streng verfahre. Die Eisenbah⸗ nen seien übrigens noch nicht vollendet; erst in 3 Jahren werde man ein flares Bild der Finanzen vor sich haben, und dann vielleicht in der angenehmen Verlegenheit sein, welche Steuer man zuerst abschaffen solle. Herr De. Mappes hat dagegen das Bedenken; daß, wenn die, Versammlung nicht schon fetzt einen Wunsch ausspreche, bei Ablauf der nächsten Finanzperiode bieselben Anträge wie jetzt vorgelegt und zu Abänderungs Vorschlägen keine eit übrig blelben möchte. Nachdem noch die Herren Schöff Scharff, 3 Br. Harnier, Dr. Gallus ze. gesprochen, wurde mit Zustim= mung des Herrn Dr. Mappes dessen beaniragter Wunsch in einer allge⸗ meinen Fassung angenommen, dahin lautend: daß hoher Sengt ersucht werde, vor Ablauf der nächsten Finanzperiode so zeitig als möglich die ge— eigneten Anträge an die Versammlung zu bringen, damit die Frage wegen Abenderung oder Ersetzung bestehender Abgaben xreiflich erwogen werden könne. Der Antrag auf Fortbewilligung der bisherigen außerordentlichen Steuern auf die Jahre is4s bis 50, so wie der Entwurf des Einkommen- steuer - Gesetzes, wurden einstimmig genehmigt. Letzteres erhielt nur einen Zusatz insofern, als künftig jene Permissionisten, die nicht bereits eine Per= missions⸗ Gebühr an die Polizei entrichten (Postbeamte, Geistliche, Schul⸗ Direktoren 2c., im Ganzen 30 40 Personen) der Einkommensteuer unter-

liegen.

** Frankfurt a. M., 29. Dez. Der Landgraf und die Landgräsin von Hessen- Homburg sind heute Vormittag nach Bonn abgereist, da der schwer erkrankte Erbprinz sich nach seinen erlauchten Aeltern sehr sehnte. Man nimmt in Homburg den lebhaftesten An⸗ theil an der Nrantheit des Erbprinzen. (S. das gestrige Blatt der Allg. Preuß. Ztg.)

er n i eb chien Bankerotte bilden noch das Tages⸗

espräch. Bis jetzt sind sie aber bei den drei bereits genannten Häu—⸗

. stehen geblieben, und man überläßt sich auch der Hoffnung, daß eine weiteren Verwickelungen eintreten werden. Wie man indessen wissen will, so sind die Fallit⸗ Summen so beträchtlich, daß sie viele Millionen betragen. Am stärksten ist der Bankerott des Hauses Flersheim, das die Anstrengungen seines reichen nahen Verwandten nicht zu halten vermochten.

Vor einigen Tagen mußte hier zur Verhaftung des Aktuars des Kriminalgerichts geschritten werden, da sich derselbe in seiner amtlichen Stellung bedeutende Geld⸗Betrügereien zu schulden kom⸗ men ließ.

Oesterreichische Monarchie.

Wien, 21. Dez. (A. 3.) Das Post-⸗Verzeichniß für 1848 weist in den zum öffentlichen Bezug erlaubten und nicht erlaubten auswärtigen politischen Zeitungen eine größere Veränderung nach, als seit mehreren Jahren der Fall gewesen. Als neu oder neuer— dings zugelassene Blätter erscheinen darin: die Berlinischen Nach⸗

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richten, die Bucharester Deutsche Zeitung, die Deutsche (Leipziger) Allgemeine Zeitung, die Union Suisse (in Freiburg erscheinend), und von italieniscken: Cerere (in Palermo) und a, n, Ticinese (in Lugano). Dagegen sind im 6 Verzeichniß gestrichen worden: die Münchener politische Zei tung, das 23 Wort (in St. Gallen), die Quotidienne, der Furretto (in Turin), Gazzetta di Bologna, anger n 2 cinese, Indipendente Svizzero (in Magliasso). Die erlaub= ten englischen Zeitungen sind ganz dieselben verblieben.

Wien, 30. Dez. Der Oest. Beob. enthält folgenden Ar- ikel über die Angelegenheit Ferrara s; ĩ

* 3 ea, . der Befehlshaber der Kaiserl. Besatzung des zlabes Fertaradsihe veranseßt ant, dafeltss einen äh lichen hahtolis' sendienst anzlordnen und, in Ermangelung einer päpstlichen geregelten mi⸗ litairischen Besatzung, die Thore, so wie die Hauptwache der Stadt, be⸗ setzen zu lassen, riefen diese Maßregeln die belannten Protestationen des Kardinals - Legaten hervor. Da letztere von dem Kaiserlichen Hofe nicht als im Nechle begründet erkannt, wurden, so konnten sie natürlicher⸗ weise in den getroffenen dienstlichen Anordnungen keine Veränderung hervorbringen. Indessen bemächtigte sich die Presse dieses Vorfalls als eines willkommenen Jündstoffes, um die in dem Kirchenstaate bereits herrschende Aufregung zu, noch helleren Flammen anzufachen und gegen die österreichi= sche Polisik die maßlosesten Angriffe zu richten, welchen die Kaiserliche Re—= gierung, im Vewußtsein ihres guten Rechts, die gebührende Verachtung ent- gegensetzte. Der römische Hof fand sich jedoch seinerseits bewogen, Vorstel= lungen nach Wien gelangen zu lassen, um die Einstellung der oben erwähn-— ten Maßregeln zu erlangen, wodurch, nach seinem Dafürhalten, die Erleich—⸗ terung seiner bedrängten Lage allein bedingt war.

„Die wiederholten Vorstellungen des römischen Hofes nahmen theils ihren Ausgangspunkt von der Protestation, welche der Kardinal Consalvi am 12. Juni i815 gegen den Artikel 103, so wie gegen verschiedene andere Bestimmungen der Schlußakte des wiener Kongresses, eingelegt hatte, theils stützten sie sich auf die Betrachtung der schwierigen Zeitverhältnisse, deren Druck schwer auf der Regierung des Kirchenstaats lastete. Die Frage zer— siel sonach in zwei Elemente, den Nechtspunkt nämlich und die Konvenienz, wie sie aus der Rückwirkung der Zeitumstände auf die Lage des einen wie des anderen Hofes hervorgehen mußte.

„Bei der Beurtheilung des Nechtspunktes war es vor Allem nothwen— dig, den Artikel 103 der Schluß-Aflte, auf welchem das österreichische Be⸗ saßßungsrecht in Ferrara beruht, so wie den praltischen Werth der dagegen eingelegten Protestaͤtion des Kardinals Consalvi, in Erwägung zu ziehen.

Während die volle Gültigkeit des Artikels 103 von keiner der Mächte, welche die Kongreß Akte unterzeichnet hatten, in Zweifel gezogen wurde, hatten dieselben über den praktischen Werth der Protestation des Kardinals Consalvi bereits im Jahre 1815 ihr Urtheil dadurch ausgesprochen, daß sie solche einfach zu den Alten legten.

„Unter diesen Verhältnissen konnte für den Kaiserlichen Hof keine Rede davon sein, auf die Erörterung der Rechtsfrage sich einzulassen. Dagegen war der Kaiser, seinen unwandelbaren Gesinnungen gegen das Oberhaupt der Kirche getreu, sehr geneigt, dem heiligen Vater persönlich jeden nur möglichen Beweis von Willfährigkeit zu geben, vorausgesetzt, daß das Recht dabei unangetastet blieb. Diese Gesinnung des Kaisers wurde dem heiligen Vater, welcher in einem eigenhändigen Schreiben diese Angelegenheit Sr. Masestät dringend an das Herz gelegt hatte, zu erkennen gegeben.

„Die Feststellung der Bedingungen, unter welchen indeß die Aufgabe gelöst werden konnte, gehörte, ihrer Natur nach, in den Bereich, der Militgir— Behörden, und diesen wurde dieselbe daher auch von der Kaiserlichen Re— gierung anvertraut, mit der ausdrücklichen Weisung, die Willfährigkeit für die Wünsche des heiligen Vaters bis zu den äußersten Gränzen auszudeh— nen, bis zu welchen die Sorge für die Sicherheit und den regelmäßigen Dienst der Kaiserlichen Truppen zu gehen erlauben würde.

„Die dem Kaiserl. General⸗Kommando im lombardisch-venetianischen Kö- nigreiche für seine Qandlungsweise gegebene Richtung hat eine Verabredung zur Folge gehabt, Vermöge welcher päpstliche, nach Ferrara zu ziehende Li nien⸗-Truppen die bisherige Hauptwache und drei Thore der Stadt besetzen werden. Das vierte in der Nähe der von Kaiserlichen Truppen besetzten Citadelle und der in der Stadt befindlichen Quartiere derselben gelegene

. wird stets offen gehalten und für jetzt von gar keiner Truppe be- etzt sein.

„Auf diese Weise ist eine Angelegenheit geschlichtet worden, welche in anderen Zeiten niemals zu einer Streitfrage erwachsen sein würde, welche aber, unter dem Einflusse der in Italien herrschenden Gährung, von dem Pariteigeist begierig ergriffen worden war, üm, wo möglich, Zwietracht zwi⸗

schen zwei Gewalten zu säen, in deren Einigkeit und innigem Verband die festeste Bürgschaft der gesellschaftlichen Ordnung ruht. Diese verderbliche Absicht ist durch die hohe, Mäßigung und den versohnlichen Geist des Kai⸗ serlichen Hofes, welche die römische Regierung ausdrücklich dankbar aner— kannt hat, vereitelt worden.“

Padua, 22. Dez. (A. 3.) Der Nachfolger Sr. Kaiserl. Hoheit des zu früh entschlafenen Erzherzogs Friedrich, Feldmarschall= Lieutenannt Ritter von Martini, ist in Venedig angekommen und wird mit Beginn des neuen Jahres das Ober-Kommando der Kai⸗ serlichen Marine übernehmen. Er ist ein vielseitig gebildeter und viel gereister Mann. Der Leichnam Sr. Kaiserl. Hoheit ruht noch immer in der Kapelle seiner Pfarrkirche.

Eine malerische Schneehülle deckt seit mehreren Tagen unsere Stadt, die Umgegend und sogar Venedig, wo sich das ungewohnte Kleid hübsch genug ausnimmt. Kalte Ostwinde stürmen anhaltend, und die See donnert schäumend am Lido der Dogenstadt auf.

Die hier nach dem Studenten⸗Auftritt ergriffenen Maßregeln hatten die vollkommenste Ruhe zur Folge.

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Frankreich.

Paris, 28. Dez. Nachdem gestern in einem Kabinets-Rath, worin Se. Majestät den Vorsitz führte, die Thron⸗Rede zur Eröffnung der Session vorgelesen und genehmigt worden war, erschlen heute Mittag um 1 Uhr der König in dem festlich geschmückten Sitzungs—

Platz genommen, diese Rede, welche folgendermaßen lautete:

„Meine Herren Pairs und Deputirten!

„Ich fühle Mich glülich, daß Ich, wieder in Ihrer Mitte Mich befindend, nicht mehr jene Uebel zu beklagen habe, welche die Lebens mittel- Theurung auf unserem Vaterlande lasten ließ. Frankreich hat sie mit einem Muthe ertragen, den Ich nicht ohne tiefe Rührung habe wahrnehmen können. Nie sind unter solchen Umständen die öffent' liche Ordnung und die Freiheit des Verkehrs so allgemein aufrecht erhalten worden. Der unerschöfliche Eifer der Privat⸗Mildthätigkeit hat unsere gemeinsamen Anstrengungen unterstützt. Unser Handel ist, Dank seiner umsichtigen Thätigkeit, nur schwach durch die Krisis be⸗ rührt worden, welche sich in anderen Staaten fühlbar gemacht hat. Wir nahen dem Ende dieser Prüfungen. Der Himmel hat die Ar⸗ beiten der Bevölkerungen gesegnet, und reiche Aerndten bringen überall Wohlfahrt und Sicherheit zurück. Mit Ihnen wünsche Ich Mir Glück dazu.

„Ich rechne auf Ihre Unterstützung, um die großen öffentlichen Arbeiten zu beendigen, welche, indem sie die Raschheit und Leichtig⸗ keit der Verbindungen über das ganze Königreich ausdehnen, neue Quellen der Wohlfahrt eröffnen müssen. Während hinreichende Hülfs— quellen auch ferner zu diesem fruchtbringenden Werke verwendet wer— den sollen, werden wir zu gleicher Zeit sämmtlich mit gewissenhafter Sparsamkeit über die gute Verwendung des öffentlichen Einkommens wachen, und Ich hege das Vertrauen, daß in dem gewöhnlichen Staats⸗Budget, welches Ihnen unverzüglich vorgelegt werden wird, die Einnahmen die Ausgaben decken werden.

„Ein besonderer Gesetz⸗ Entwurf wird Ihnen vorgelegt werden, um den Salzpreis herabzusetzen und die Brleftaxe in dem mit dem guten Zustande unserer Finanzen verträglichen Maße abzuändern.

„Gesetz⸗Entwürfe über den öffentlichen Unterricht, über die Ge⸗— fängniß⸗Verwaltung, über unsere Zoll Tarife sind Ihnen bereits zur Berathung vorgelegt worden. Andere Entwürfe über mehrere wich— tige Gegenstände. namentlich über die Gemeindegüter, über das Hy— pothekenwesen, über die Leihhäuser und über die Verwendung der Sparkassen zu neuen Verbesserungen in der Lage der arbeitenden Klassen, werden Ihnen übergeben werden. Es ist Mein beständiger Wunsch, daß Meine Regierung unter Ihrer Mitvirkung dahin ar— beite, zu gleicher Zeit die Sittlichkeit und die Wohlfahrt der Bevöl⸗— kerungen zu entwickeln.

„Meine Beziehungen zu allen fremden Mächten flößen Mir das Vertrauen ein, daß der Friede der Welt gesichert ist. Ich hoffe, daß die Fortschritte der allgemeinen Civilisation überall im Einverständniß zwischen den Regierungen und den Völkern werden vollbracht werden, ohne die innere Ordnung und die freundlichen Beziehungen der Staa— ten zu stören.

„Der Bürgerkrieg hat die Wohlfahrt der Schweiz getrübt. Meine Regierung hatte sich mit den Regierungen von England, Oesterreich, Preußen und Rußland verständigt (6tait entendu), um diesem befreundeten Nachbarvolke eine wohlwollende Vermittelung an— zubieten. Die Schweiz wird, wie Ich hoffe, anerkennen, daß allein die Achtung vor den Rechten Aller und die Aufrechthaltung der Grundlagen des helvetischen Bundes ihr die dauerhaften Bedingun— gen der Wohlfahrt und Sicherheit verbürgen können, melchie Europa ihr durch die Verträge hat gewährleisten wollen.

„Meine Negierung hat im Einverständnisse mit derjenigen der Königin von Großbritanien Maßregeln ergriffen, durch welche die Herstellung unserer Handels- Beziehungen an den Ufern des La Plata endlich gelingen wird.

„Der ausgezeichnete Chef, der so lange und ruhmreich in Alge⸗ rien den Ober- Befehl führte, hat gewünscht, von seinen Arbeiten auszuruhen. Ich habe Meinem vielgeliebten Sohne, dem Herzoge von Aumale, die große und schwierige Aufgabe anvertraut, dieses französische Land zu verwalten. Ich hege den freudigen Gedanken, daß unter Leitung Meiner Regierung und mit Hülfe des ausdauern— den Muthes der hochherzigen Armee, die ihn umgiebt, seine Wach— samkeit und seine Hingebung die Ruhe, die gute Verwaltung und die Wohlfahrt unserer Niederlassung sichern werden.

„Meine Herren! Je mehr Ich im Leben vorrücke, um so mehr weihe Ich mit Hingebung dem Dienste Frankreichs, der Wahrneh— mung seiner Interessen, seiner Würde, seines Glückes, Alles, was Gott Mir an Thätigkeit und an Kraft gegeben hat und Mir noch erhält. Inmitten der Aufregung, welche feindliche oder blinde Lei denschaften nähren, belebt und unterstützt Mich eine Ueberzeugung: daß wir in dern constitutionellen Monarchie, in der Eintracht der gro— ßen Staatsgewalten die gesicherten Mittel besitzen, alle diese Hinder⸗ nisse zu übersteigen und allen Interessen unseres theuren Vaterlan— des, sittlichen wie materiellen, zu genügen. Halten wir fest, der Charte gemäß, die sociale Ordnung und alle ihre Bedingungen auf⸗ recht. Sichern wir getreulich, der Charte gemäß, die öffentlichen Freiheiten und alle ihre Entwickelungen. Wir werden den uns fol⸗ genden Geschlechtern das uns anvertraute Pfand unversehrt überlie—

2 —— T w .

Betrug nicht erkennt. Das Palais Mazarin, dort, wo heute die Schätze der hn lichen Bibliothek aufgehäuft liegen, war zur Bank eingerichtét. „Um 2 Uhr nach Mitternacht ging ich durch die Rue Vivienne und sah schon ein Dutzend Menschen an den Thorpsorten warten“, als ob sie sich nicht früh genug um das mühsam erworbene Vermögen bringen könnten. Auch unser armer Verfasser blieb nicht stei von harten Bene fen, und das Jahr 1722 beginnt er mit der traurigen Bemerkung: „Im vorigen Monat Januar besaß ich 60, 00 Livres in Papier, die ich leider nicht zu Geld gemacht habe; heute habe ich nicht einmal so viel, um meinen Dienstboten ein Neujahrs—⸗ Geschenk zu machen.“ Eine merkwürdige Ausnahme von dem damals sich zu den gemeinsten Geschäften herabwürdigenden Adel machte der durch fei= und seine galanten Abenteuer bekannte Herzog von Richelieu.

ern gehalten, und

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.

etwas näher gerückt, und der Besuch des Czaren Peter in der französischen Hauptstadi war noch bei Allen in frischem Andenken. Ludwig XIV. hatte bekanntlich sein Lebelang eine entschiedene Abneigung gegen den nordischen Riesen gehabt und hatte sich, als dieser ihm vom Haag aus seinen Be⸗ such ankündigen ließ, denselben förmlich verbeten. Die Aufnahme eines solchen Gastes mit seiner etwas zweideutigen Begleitung wäre eine unver⸗ zeihbare Profanation des feinen versailler Hofes gewesen oder scheute der König elwa das Zusammentreffen mit diesem dämonischen Geiste? Nach dem Tode Ludwig's erschien der Czar plötzlich in Paris. Alle Welt war gespannt, den Besieger des Schwedenkönigs zu sehen. Ven seinem Aeußeren, seinem Geiste, besonders aber von seiner großen Liebhaberei zu geistigen Getränken erzählte man sich schon Wunderdinge. Eines Abends führte ihn der Regent in die Oper. Der zweite Alt ist kaum zu Ende, so verlangt der Czar Bier zu trinken. In Gegenwart des ganzen Publikums leert er den ihm dargereichten Humpen. Man spielt weiter; doch Petern mochte die Sache zu lange dauern; während Les vierten Aktes verläßt er plöhlich die Loge, um ins Palais roval zum Souper zu eilen. Die fein 1 Haupisradt unterließ natürlich nicht, diesen Vorfall herzhast zu ekritteln.

Am Vorabende Allerheiligen, den 31. Oktober 1721, kurz vor Mitter= nacht, wurde ein kleines, ünansehnliches Männchen unter starker Bedeckung von Chatelet nach dem Staatsgefängnisse der Coneiergerie geführt. Hier angekommen, wurde der geheimnißvolle Gefangene ellends den, dortigen Wachen übergeben und in den Kerker gebracht. Es war der seit langem unter dem Namen Cartouche in Paris und der Umgegend , Räu- berhauptmann Bourgignon, dessen man nach vielem vergeblichen Bemühen vor wenigen Tagen in einer Weinschenke der Courtille habhaft geworden! war. Ganz Paris frohlockte über diesen glücklichen Faug. Die Theater

führen. Le Grand schrieb damals seine Komdie, auf die Alle so gespanhi, waren, daß bei der ersten Ankündigung derselben, der die Aufführung ber Esope vorangehen sollte, das ungebuldige Parterre die Schauspieler zwanß

sogleich zum Cartouche überzugehen. äglich sing man nun die übrigen 66

14.

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beeiferten sich sogleich, dem Volle den Tageshelden auf der Bühne vorzu-

Mitglieder seiner Diebesbande ein, deren Zahl sich bald auf 70 belief, und nach wenigen Wochen erkannte das Parlament gegen ihn die Todesstrafe durch das Nad. „Das ist der schönste Kriminalfall“, ruft Barbier aus, „der je da gewesen ist.“ . . . Von dem jungen Königenspricht unser Verfasser überall mit der größ—

ten Verehrung. Pesonders nehme ihm sein Aeußeres ein. „Er hat ein schönks Gesicht, einen guten Ausdruck; fein Kopf ist herrlich gesormt, und ich bin fest überzeugt, daß, wenn er erst mündig ist, er es wohl veistehen wird, sich Respelt verschaffen.“ Wahrhaft rührend ist der Eindruck, den die Kunde seines plötzlichen Erkrankens im Jahre 1721 auf die ganze Be⸗ vbllerung der Hauptstadt machte. Der junge Helvetius stand w, Könige reitend zur Seite. Zur Feier seiner Genesung wurden mehrere Tage lag die prachtvollsen Feste vom Volke veranstaltet. Und dreißig ah: später wagte derselbe König nicht mehr, sich in Paris blicken zu laffen. Er möitßte im „seine güte Stadt“ herunifahren, wenn er von Versailles nach Fontainebleau reiste, um den Schmähungen des Volles zu entgehen. Bab nach dem Regierungs-A1ntriite Ludwig's X nahmen die Strei⸗ tigkeiteiféder Geistlichkeit und der Krone mit dem pariser Parlamente, wel⸗ ches während der Regentschaft zum Gefühle seiner Macht gekommen war, inen immer ernsteren Charakter an. Diese Irrungen, welche selbst durch iner möhrentane Aufhebung der in sich erstarkten Coiporation nicht beige- legt werden konnten, bilden das Verspiel jener späteren großen Bewegung, welche den Haupt⸗Jmmpuis zur Nevolution geben, und hier sind wir Bärhier beseonderen Dank schuldig ir seine interessanten Mittheilungen, durch welche der fkanzösische Merkur und die Kirch en-⸗Neuigt ei ten, die Haupt. lellen flir bie Geschichte jener Epoche, bald ergänzt, bald berichtigt werden. Wir sehen mit Ungeduld dem Erscheinen des zweiten Theils seines Jour- nalg entgegen, welcher uns noch tiefer in die Eikenntniß dieser nsr

vollen Känäpfe einzifüöhren verspricht. Schl.

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saal der Deputirten⸗ Kammer und las, nachdem er auf dem Throne

sern, und sie werden uns segnen, das Gebäude begründet und ver⸗ theidigt zu haben, unter dessen Schutze sie glücklich und frei leben werden.“

Eine Artillerie- Salve verkündete hierauf den Schluß dieser Feierlichkeit, und der König begab sich, vom Lebehoch-Ruf der Ver⸗ sammlung begleitet, nach den Tuilerieen zurück. **

Baron Girod de bAin, Pair von Frankreich und Präsident des Staatsraths, ist gestern früh nach langer und schmerzhafter Krank⸗ heit hier gestorben. 261

Die Gattin Espartero's und der Geschäftsträger der Vereinig⸗ ten Staaten in Turin, Herr Wickliffe, mit seiner Gattin sind in Paris angekommen. ;

Die angesehensten Kaufleute und Banquiers von Paris versam⸗ melten sich gestern im hiestgen Handels-Tribunal und wählten vier der vorschriftsmäßig ausscheidenden Mitglieder der Handels-Kammer, die Herren Baudot, Bayvet, Devinck und von Eichthal, wiederum in diese Corporation; an die Stelle des fünften aber, des Herrn, Lebobe,

= . ; 2 ; 8 r. Err Ke ier der gesetzlich nicht wiedergewählt werden lonnte, wurde Herr Letellier⸗

Delafosse ernaunt.

Xx Paris, 28. Dez. Seit langen Jahren ist das Wetter der Feierlichkeit der Erössunng der Kammern nicht so ungünstig gewesen, als diesmal: vom frühen Morgen an begann schon langsamer Schnee⸗ fall, mit Negen gemischt, und die Bataillone der Linie und National- garde, welche hatten ausrücken müssen, um auf dem Wege, den der Königliche Zug von den Tuilerieen aus längs den Quais nach der Deputirten⸗ Kammer zu nehmen hatte, Spalier zu bilden, hatten mehrere Stunden lang von dieser frostigen, naßkalten Witterung sehr zu leiden. Um so mehr mußte es Wunder nehmen, auf dem Konkordien - Platze dessenungeachtet eine dichtge⸗ drängte, aber wie gewöhnlich durch einen Cordon von Muni⸗— zipal⸗Gardisten in respektvoller Entfernung gehaltene Volks- menge gleichfalls stundenlang geduldig ausharren zu sehen. Die innere Ausstattung des Sitzungssaales war so ziemlich die⸗ selbe, wie immer. Wo sonst der Sitz des Präsidenten und die Rednerbühne steht, befindet sich für diesen Tag der Thron, auf wel⸗ chem der König Platz nimmt, und über welchen ein Himmeldach von reichem Purpursammet mit goldener Einfassung und dergleichen Fran⸗ zen, darüber und auf den Seiten mit Büscheln dreifarbiger Fahnen geschmückt, sich wölbt. Schon von 11 Uhr an begann der Saal sich mit Ankömmlingen zu füllen, darunter machten sich besonders viele Damen bemerklich, vorzüglich Frauen von Pairs und Deputirten, Alle in sehr eleganter Kleidung und im Saale selbst über den Bän ken der Deputirten und zu Seiten derselben Platz nehmend. Allmälig trafen auch die Deputirten und Pairs ein, Letztere leicht an ihrer offiziellen Tracht, welche bekanntlich die Mitglieder der Deputirten-Kkammer seit 1830 nicht mehr haben, erkenntlich. Die

hervorragendsten Mitglieder beider Kammern sind der natürliche Ge—

genstand der Aufmerksamkeit, eben so die Tribüne der Diplomaten, welche durch den Reichthum der glänzenden Uniform mit ihren Stik— kereien und Ordens-Decorationen besonders die Blicke auf sich ziehen. Nach halb ein Uhr traf der greise General-Marschall Soult in einer von Goldstickerei fast überladenen Uniform, die zu der Gebrechlichkeit des altersschwachen Mannes einen gewissen Kontrast bildete, ein, und mehrere Marschälle folgten ihm; sie nahmen die ihnen bestimmten Plätze ein vor dem Throne, hinter ihnen die Generale der Armee die ihrigen. Nun kamen auch die Minister, der Kabinets-Präsident, Herr Gulzot an ihrer Spitze, alle natürlich ebenfalls in großer Uniform. Zur Rechten unterhalb des Thronsessels setzten sich Herr Guizot, der Groß⸗ siegelbewahrer, Herr Hebert, der Kriegs-Minister, General Trezel, und der Marine-Minister. Herzog von Montebello; zur Linken der Minister des Innern, Graf Duchatel, der Handels-Minister, Herr Cunin-Gri— daine, der Finanz-Minister, Herr Dumon, der Minister des öffentli— chen Unterrichts, Graf von Salvandy, und der Minister der öffent⸗ lichen Arbeiten, Herr Jayr. Deputationen der höchsten Staats-Kör— perschaften und Gerichtshöfe waren ebenfalls zugegen. Die Pairs nahmen die Sitze ein, wo die Rechte der Kammer zu sitzen pflegt, die Deputirten, deren Zahl man auf 350 anwesende anschlägt, die Bänke der Centra und der Linken. Um 1 Uhr verkündete der Kanonendonner von den Invaliden die Abfahrt des Königs aus den Tuilerieen, von wo die Kö— nigin mit den Prinzessinnen schon etwas früher aufgebrochen war. Diese wurden bei ihrer Ankunft in die Königliche Tlibüne geführt und von der Versammlung, die sich erhob, mit Lebehochrufen empfan— gen. Der Kanzler, Herzog Pasquier, und der Groß⸗Referendar der Pairs-Kammer, Herzog Decazes, mit der Deputation der Pairs⸗ Kammer, Herr Sapey, Alters-Präsident, mit den vier provisorischen Secretairen und der großen Deputation der Deputirten- Kammer, empfingen den von den Prinzen, seinen Söhnen, begleiteten König bei seiner Ankunft. Unter den Generalen, welche im Zuge vor dem Wagen des Königs herritten, will man auch den General Santa Cruz, ehemaligen Präsidenten der südamerikanischen Republik Bolivien, bemerkt haben. Als der König durch den älte— sten Huissier der Kammer angekündigt wurde, erhob sich die ganze Versammlung aufs neue, und beim Eintritte des Monarchen tönte ihm Lebehochruf entgegen. Er war in General-Lieutenants— Uniform der Nationalgarde, Langsam und am Arme des Herzogs von Nemours steigt der König, mehrmals nach allen Seiten grüßen d die Treppen hinan und setzt sich, die Herzoge von Nemours? und Montpensier ihm zur Rechten, der Prinz von Joinville zur Linken. Hinter dem Thronsessel bemerkle man den General Jacqueminot als Ober-Befehlshaber der Nationalgarde der Seine, den Grafen Mon— talivet in der Uniform als Oberst der reitenden Legion derfelben den General-Lieutenant Sebastiani, die Adjutanten und Ordonnanz? Offiziere des Königs und der Prinzen und einen glänzenden Stab Nachdem der König Platz genommen und sich bedeckt hatte lud er die Pairs und die Deputirten zum Niedersitzen ein und verlas dann die Thronrede mit etwas gedrückter Stimme, der man noch die Heiserkeit anmerkte, an welcher Se. Masestät einige Tage gelitten.

Im Verlauf der Sitzung war immer deutlicher die Anstrengung wahrzunehmen, die es dem Könige kostete, diese ziemlich lange Rede vorzulesen, obgleich eine tiefe Stille ihn dabei unterstützte. Die An⸗— kündigung der verschiedenen Gesetzentwürfe über die Salʒ⸗ und Post⸗ reform wurde, wie die über die Ernennung des Herzogs von Aumnale von Beifall unterbrochen, der sich auch am Schlusse wiederholte als Nönig den Saal wieder verließ, nachdem die neu eintretenden Pairs und Deputirten den Eid geleistet und der Großsiegelbewahrer die Session für 1848 für eröffnet erklärt hatte. Morgen versammelt sich die Deputirten⸗Kammer um 1 Uhr in öffentlicher Sitzung. Zu⸗ erst werden die Büreaus durchs Loos bestimmt, in diesen dann zu den Wahlen ihrer, Präsidenten und Secretaire geschritten, die vor= läufige Prüfung der Wahlvollmachten einzelner Deputirten vorge⸗ nommen und dann zu der Wahl des Präsidenten, der Vice⸗Präsiden= ten und der Secretaire der Kammer geschritten.

Großbritanien und Irland. „London, 27. Dez. Die Blätter berichten sehr ausführlich über die Weihnachtsfeier auf Windsor Schloß, wo in dem grünen Gesellschaftszimmer fünf 8. Weihnachtöbdkume aufgestellt waren, und auf der Königlichen Festtafel, wie gewöhnlich, ein riesenhaftes

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Ninds- Lendenstück, geziert mit kleinen Christbäumchen und allerlei Weihnachtsputz, prangte. Der Hof wird bald nach den Feiertagen auf- einige Tage nach Claremont gehen und erst Ende Februar oder Anfangs März nach der Stadt kommen. Die Entbindung der Kö— nigin, welche man gegen Ende des März eiwartet, sol hier im Buckingham⸗Palast stattfinden. Eine außerordentliche Ausgabe der Dublin

2(1sten d. enthält die Proclamationen, wodurch das . . ren Verhütung der Verbrechen in Kraft gesetzt wird. Diese Proclama⸗ tionen sind schon vorher mit der Post nach allen Gegenden versendet worden, so daß sie am 25sten überall bekannt sein mußten.

Der Dekan von Hereford, Dr. Merewether, hat wieder in der Hampdenschen Streitsache ein Schreiben an Lord John Russell ge⸗ richtet, worin er dabei beharrt, daß hr. Hampden, ehe er sich vor einem geistlichen Gericht von dem Vorwurfe der Heterodoxie gerei⸗

nigt habe, nicht würdig sei, den bischöflichen Sitz von Hereford ein⸗ zunehmen, und daß er, der Dekan, sich in seinem Gewissen gedrun⸗

gen fühle, demselben seine Stimme im Kapitel zu verweigern. Er wisse sehr wohl, daß er sich dadurch das Mißfallen des edlen Lords zuziehen werde, der das Schwert der Macht gegen ihn und seine geliebten Kinder schwingen könne; er wisse sehr wohl,

gekämpft und den Glauben treu bewahrt. „Ich bin daher“, so schließt sein Schreiben, „zu dem wohlerwogenen Entschlusse gelangt, daß keine irbische Rücksicht am nächsten Dienstag (28sten) mich ver— leiten wird, im Kapitel der Kathedrale von Hereford meine Stimme zur Erhebung des Hr. Hampden zum Sitz von Hereford zu geben.“ Der Admiral Sir George Parker ist im Alter von 81 Jahren gestorben. . Ein Barkschiff von 350 Tonnen, auf der Reise von Hambnrg nach Sierra Leone, ist im letzten Sturme bei Berry Head völlig ge= scheitert. Die Mannschaft ist gerettet. 6.

nieder lande. Aus dem Haag, 27. Dez. In dem Augenblick, in dem

zu bringenden Modificationen befaßt, ist eine große Differenz über den Entwurf zwischen den Räthen der Krone entstanden, in deren Folge der Finanz- Minister, Herr van Hall, und der Minister des

der Kabinets⸗Rath sich mit Berathungen über die in das Grundgesetz

Auswärtigen, Herr de la Sarraz, ihre Entlassung eingereicht und er⸗ h Herr van der Heim ist zum Minister des Innern, Herr van Randwyk zum Minister des Aeußern und Herr van Rap

halten haben.

pard zum Finanz-Minister ernannt. Herr de la Sarraz wurde zum

Kanzler der beiden niederländischen Orden ernannt. Die neuen M—

nister übernehmen am 1. Januar ihre Portefeuilles. Nach dem

Nieuwe Rotterd. Cour. soll Herr van Hall die ihm angebotene

Grafenwürde ausgeschlagen haben. . ,

Kanton Bern. Der Regierungs-Rath von Bern hat ein Dekret über Aufhebung des Rechtsstillstandes erlassen, nach welchem die Civil und Administrativ-Justiv⸗Pflege, welche den 28. Oktober 1847 eingestellt worden, auf den 14. Januar 1848 wieder eröffnet wird.

(O. P. A. 3.) Am 26. Dezember Abends um 8 Uhr trafen die Tagsatzungs-Gesandten von Luzern, Hr. Steiger und Meyer, in Bern ein und nahmen ihr Absteigequartier im Bären. Dr, Steiger sieht gesund und kräftig aus, wenn ihm auch die Stürme, welche über sein Haupt gezogen sind, die Haare vor der Zeit gebleicht haä— ben. Der Präsident der provisorischen Regierung in Freiburg und Regierungs Rath Chatonay von der freiburger Tagsatzungs-Gesandt⸗ schaft bewillkommneten Herrn Steiger, und sehr bald begrüßte ihn auch Herr Bundes-Präsident Ochsenbein, sein früherer Unglücksge— nosse beim Freischaarenzuge. Steiger's Meinungen werden bedeuten— den Einfluß ausüben.

(Bern. Verffrd.) Wir vernehmen, daß der französische Ge⸗ sandte, Graf von Bois le Comte, im Augenblick, wie er im Begriff stand, von Basel zu der Konferenz in Neuenburg zu reisen, von sei— nem Hofe Gegenbefehl erhielt. (Man vergl. Basel. Der österrei— chische Geschäftsträger, Baron Kaisersfeld, dagegen ist in Neuenburg angekommen. . ;

Kanton Zürich. Im Amtsblatt von Zürich wird be-

kannt gemacht, daß falsche württembergische Guldenstücke von 1841 in Umlauf seien. Sie sind aus Zinn gegossen, haben daher keinen reinen Silberklang und bläulich weiße Farbe, das Gesicht des Königs steht auf der verkehrten Seite, der Kranz ist nicht scharf ausgeprägt, die Jahreszahl 1841 steht krumm, und die Ränder sind unvollkommen. (Eidg. Z.) Der österreichische Gesandte, Herr von Kaisersfeld, hat durch Rundschreiben sämmtlichen Kantonen kundgethan, daß er seine Kanzlei von Zürich weg nach Neuenburg verlegen werde. Kanton Luzern. Ueber die Zustände und Verhandlungen, welche die (gestern gemeldete) Contributions-Maßregel der neuen Regierung von Luzern gegen geistliche Corporationen des Kantons schon in Aussicht stellten, heißt es in einer luzerner Korrespondenz des Schwäb. Merkur: „In den sämmtlichen Kassen des Staats fand sich beim Antritt der Verwaltung von Seiten der provisorischen Regierung die Summe von etwa 1379900 Fr. vor; im Vergleich mit dem Bestande derselben am 31. Dezember 1846 stellte sich eine Verminderung von 266,000 Fr. heraus. Rechnet man zu diesem Ausfall die an die Eidgenossenschaft abzutragenden 229,004 Fr. eid⸗ genössischer Kriegsgelder, ferner den Beitrag an der ersten Million der Besatzungskosten 433,00 Fr. und beinahe die Hälfte an den übrigen 4 5 Millionen, so erwächst dem Kanton Luzern eine Schuldenlast von mehr als 3 Millionen Schweizer- Franken. An Schuldtiteln und Obligationen mit Hinterlage fand sich die Summe von 1,5946000 Schw. Fr. vor, von welchen jedoch der Beträg von 113,B0090 Fr. für ein Darlehen von 105,000 Fr. in Basel hinterlegt ist. Nach Einsetzung des ganzen Staats⸗Vermögens wären immer noch eine und eine halbe Million zu tilgen. Die ordentlichen Ein⸗ nahmen wären in diesem Falle um 60,000 Fr. vermindert, die Aus= gaben für Zinsen um die gleiche Summe erhöht. Es müssen also nothwendig in kürzester Frist neue Abgaben dekretirt oder die Schul⸗ den auf anderem Wege getilgt werden. Gegen Steuern ist das Volk zu allen Zeiten sehr empfindlich, und im gegenwärtigen Augenblicke werden die neu ans Ruder gelangten Herrscher die Ausschreibung von solchen gar nicht für räthlich halten. Die Mitglieder der Regierung und des Großen Rathes für den Schaden zu belangen, wäre, abge⸗ sehen von der Gefährlichkeit dieser Maßregel für die Ruhe des Lan des, ganz unzureichend, auch wenn man ihnen den letzten Heller nähme. Die meisten haben nie viel besessen, und diejenigen, welche als reich gelten, haben ihr Vermögen in Sicherheit gebracht, so daß an Herbeischaffung des Geldes auf diesem Wege nicht zu denken ist. Auf den Kopf im Durchschnitt 30,000 Fl. ist zu arg. Also, so berechnen Dr. Steiger und seine Freunde, ein anderer Weg: Inanspruchnahme der Klöster und Stifte sammt den Raths⸗Mitgliedern. Es ist wahr, die Klöster und Stifte sind sehr reich, besonders St. Urban und Münster; allein wenn man nicht ihre Einwilligung erhalten kann, so entsteht ein neuer Klosterstreit. Zwar haben sich provisorisch die Re⸗

Nechtstrieb wieder geöffnet ist 3 daß Viele ihn deshalb tadeln würden, aber er wisse auch, daß eine Stunde des Todes und ein Tag des Gerichts komme, wo er Rechenschaft ablegen müsse, ob er einen guten Kampf

gierungen von Schwyz, Freiburg und Wallis auf diesem We . indem sie die Klöster als Haupturheber des 2 betrachteten, wie er denn auch wirklich im Jahre 1843, gleich nach der Erledigung des aargauischen Klosterstreites, zum Zwecke der Herstellung der aufgehobenen Klöster und . chutze der übrigen gestiftet worden sei; ob aber eine legale Regierung bei der herrschenden Legalität sich Aehnliches erlauben dürfe, ist zu bezweifeln. Die Aufhebung der Klöster oder die Verwendung ihrer Reichthümer, um die Schulden des Landes abzutragen, bildete schon in der hiesigen provisorischen Regierung den Gegenstand vieler Be- rathungen und liegt nun auch dem Regierungs- Rathe vor. Dr. Steiger hat die Annahme aller seiner Stellen und sein Bleiben im Kanton von der Entscheidung dieser Frage abhängig gemacht. Lieber einzelne Institute opfern, als eine Menge Familien zu Grunde rich- ten, das ist sein kurzes Naisonnement. Schultheiß Kopp wird sich aber mit aller Macht dagegen erheben, eben so Schumacher Utten⸗ berg. Die Klöster und Stifte suchen den Sturm durch bedeutende

Vorschüsse an den Staat zu beschwichtigen. So hat St. Urban für

einstweilen 19,909 Fr., Münster 30,000, Bruch 5000, Eschenba

4000, Hof 40699 vorgeschossen und noch mehr versprochen, hen ch * Es sind aber 3 Millionen abzu⸗ tagen.

(O. P. A. 3.) Mit Aus nahme Ammanns und Siegwart's und der von Bundes wegen ausgewiesenen Jesuiten wird ein bald nach

dem Tagsatzungsschluß, wie man hört, auf Dr. Steiger's Antrag zu

erlassenes Amnestiegesetz allen jetzt flüchtigen Luzernern die Thore der Heimat wieder öffnen.

Kanton Uri. (Fref. Bl. Die Wahl des Landrathes ist, wie schon erwähnt, konservativ ausgefallen, im Bezirk Uri haben nur die zwei Gränzgemeinden Sisikon und Flüelen liberal gewählt. Der Landrath saß in seiner ersten Sitzung von Mittags 12 Uhr bis in die Nacht hinein bei verschlossenen Thüren. Das Verbot gegen die

Einführung der Jesuiten will er nicht anerkennen und nur einstweilen

der diesfälligen Verwahrung keine Folge geben.

Kanton Schwyz. Die Neue Schwyzer⸗Ztg. berichtet: „Auf Veranlassung der hiesigen Gesandtschaft hat die außerordent⸗ liche Instructions-Kommission derselben bezüglich der Bundes⸗Revi⸗

sion nachträglich folgende Instruction mitgegeben: Der Kanton Schwyz betrachtet den eidgenössischen Bundes⸗-Vertrag vom Jahre

1315 als einen zwischen 22 selbstständigen Kantonen abgeschlossenen Vertrag, der ohne allseitiges Einverständniß sämmtlicher Kontrahen⸗ ten nicht abgeändert werden kann; unter Wahrung dieses Grundsatzes ist die Gesandtschaft angewiesen, an den Verhandlungen an der Bundes-Revision Antheil zu nehmen, mit den übrigen Urkantonen deswegen Konferenzen abzuhalten und der Regierung zu referiren.“

Am 27. Dezember ist die hiesige Gesandtschaft nach Bern ab⸗ gereist; sie bringt das Betreffniß dieses Standes an die erste Rate der Kriegskosten mit.

Der Verfassungsrath hat sich am 23. Dezember konstituirt und zu seinem Präsidenten erwählt: Herrn Kantons Landammann N. von Reding; zum Vicepräsidenten: Herrn Kantons⸗Statthalter Benziger, und zu seinen Secretairen: Herrn Karl Schuler von Schwyz und Herrn Rathsherr Hegener von Lachen.

Kanton Basel. (Basel. Ztg.) Der französische Ge⸗ sandte ist in Begleitung des zweiten Gesandtschafts-Secretairs am 28. Dezember nach Neuenburg abgereist, soll aber bis künftigen Mon⸗ tag wieder nach Basel zurückkehren. Graf Reinhard, erster Gesandt⸗ schafts Secretair, hat sich nach Freiburg im Breisgau begeben, wo sich der Legations-Secretair der russischen Gesandtschaft aufhält.

Kanton Thurgau. Obergerichts Präsident Dr. Kern sagte in seiner Rede zur Eröffnung des thurgauischen Großen Rathes, nach- dem er der letzten Ereignisse gedacht, über die Bundes- Revision: „Aufgabe der Gegenwart und der nächsten Zukunft ist es nun, den errungenen Sieg weise zu benutzen und darauf hinzuarbeiten, daß er der Eidgenossenschaft die schönen Früchte bringe, die das schweizerische Volk mit Recht von ihm erwarten darf. Zu diesen schönen Früchten

möchte ich namentlich auch eine Verbesserung unserer Bundes⸗Ein⸗

richtungen gezählt wissen. Schon sind 17 Jahre verflossen, seit die Tagsatzung sich für Revision des bestehenden Bundes -Ver⸗ trags erklärt hat. Wie manche Erscheinungen sind während dieser Zeit an unseren Augen vorüber gegangen, die zu den längst bekannten Beweisen neue geliefert haben, wie dringend die wich⸗ tigsten Interessen unseres Vaterlandes es fordern, daß diese Frage endlich einmal einer befriedigenden Lösung entgegengeführt werde. Es giebt Zeitabschnitte im Leben der Staaten und Völker, die an Alle, welche Fortschritt und Vervollkommnung wollen, mit dop⸗ peltem Ernst den Ruf richten, ohne langes Zögern Hand ans Werk zu legen. Ein solcher Zeitpunkt scheint mir auch für die Eidgenossenschaft gekommen zu sein. Möge man denselben zu be— nutzen wissen, um neue Errungenschaften auf den errungenen Sieg zu gründen. Möge die Eidgenossenschaft durch die That dem Auslande den Beweis liefern, daß sie, wenn auch weit ent⸗ fernt, eine unseren Verhältnissen nicht entsprechende Einheitsverfassung anzustreben, doch nie und nimmer darauf verzichtet hat, nie und nim⸗ mier darauf verzichten will, Bundes⸗Einrichtungen zu verbessern, deren Mangelhaftigkeit von der Mehrheit der Kantone, von der Mehrheit des schweizerischen Volkes, von Männern aller politischen Farben längst anerkannt ist. Mögen sich die Eidgenossen nicht blos zur Er⸗ ringung eines Sieges, sondern auch zu weiser, zeitgemäßer Benutzung desselben zu vereinigen wissen!“

Die Thurg. Ztg. berichtet: „Unsere am Hundsrücken arbeiten⸗ den Sträflinge sind auf den Gedanken verfallen, den Großen Rath über die Besiegung des Sonderbundes zu beglückwünschen und bei dieser Gelegenheit für sich Amnestie zu erbitten.“

Kanton Wallis. Am 24. Dezember hat die nieg ng den Weltgeistlichen, welche für den Sonderbund gepredigt, 50, Fr. als Beitrag an den Occupationskosten auferlegt.

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Rom, 21. Dez. (N. . U scharfen Aufsätze in der Alba von Florenz halten vor einigen *azen das hiesige, Staats Sekreta⸗ riat veranlaßt, dem Pre- Gos -= ore Savelli die Weisung zu er⸗ theilen, die fernere Ausgabe und Verbreitung derselben hier und im Kirchenstaate sofort mit Verbot zu belegen. Herr Savelli entgegnete darauf, daß er dies Verbot nichts weniger als räthlich sinde, indem das Volk, und namentlich der gebildete Theil desselben, sich durch das⸗ selbe im höchsten Grade verletzt finden würde; * fehle es an einer energischen Truppenzahl ober Polizeimacht, um dasselbe zu behaupten, da die Bürgergarde sich nicht bei der Aus führun einer solchen Maß⸗ regel betheiligen werde. winge man ihn indeß dazu, so werde er das Manifest zwar befohlenermaßen erlassen, allein augenblicklich seine Stelle niederlegen und Rom um seiner persönlichen Sicherheit willen schleunigst verlassen. Unter solchen Umständen hat man denn von der beabsichtigten Maßregel Umgang genonimen.

Mit der jetzigen Polizei⸗Verwaltung ist man allgemein im 22 sten Grade unzufrieden, da von . und ,. der noth⸗ wendigen Ordnung keine Rede ist. ie Bürger⸗Garde fängt eine