ĩ z den. „Ehe sittlicher Ernst und straffes Anziehen wird 7 w ssaftfinden, wird der Halbinsel keine 4 2 mm em.“ Suchen wir die großen Forderungen, die der Be⸗ 96 — in ihrer Aufgabe selbst erwach sen, nur in furzem zusammen
zu ane, Selbsterkenntniß, die Zerknirschung, welche jeder Wiedergeburt
— e Demuth, weiche die Fehler, Sünden und Schwächen pa ige fe er 3 wahren Muth einführt, = sie fehlen nicht =. Massen, sie fehlen auch den Gebildetsten des Volls nur zu sehr.“ . ist eine große Wahrheit, die Kölle ausspricht. Wenn dem aber so ist, f . ein Jeder die Reform bei sich selbst anfangen und den schwe⸗ o muß zuerst ein 1. it vi ren Sieg der Selbsterkenntniß erfechten; ganz besonders gilt dies don denen, welche aun der Spitze der Bewegung stehen und diese heilsame Erkenntniß
denn auch weiter vermitteln sollen. . . ;
Ferner, die Bewegungspartei geberdet sich so, als habe sie ihre eigent⸗ liche Aufgabe darin, die Regierungen zu reformiren, während der wichtigere und bei weitem schwierigere Theil derselben ist, nach unten hin die Massen zu reformiren. Auch hierüber findet sich bei Kölle viel Wahres. „Die be— deutendsten Schwierigkeiten“, sagt er unter Anderem, werden erst alsdann hervortreten, wenn die nothwendigen Reformen an die Dorfkirchen und Dorf— schulen, an die Brüderschafts Kapellen und Notarstuben anklopfen werden.“ Macht man hier nur einmal rechten Ernst, so wird man Achtung bekommen vor dem, was Oesterreich in der Lombardei gelungen ist, und diese Achtung wird vielleicht auch über die bisherige Abneigung gegen Oesterreich hinaus führen, welche, wie Kölle bemerkt, zum Theil ihren Grund hat in der Be— harrlichleit und Folgerichtigkeit, mit welcher die Regierung vorzugsweise die Bauern und kleinen Gewerbe begünstigt.
Endlich, die reformirenden Regierungen selbst müssen einen festen Plan und Gang verfolgen und sich durch nichts übereilen oder aus der Fassung bringen lassen. Man könnte nicht sagen, daß sie sich bisher ganz ihrer Auf— gabe gewachsen gezeigt hätten. Schneller Wechsel in den höheren Stellen, Anordnungen über Anordnungen, die theils bald wieder zurückgenommen oder geändert werden, theils in dem Drange des Neuen nicht zur Ausfüh⸗ rung gelangen können, eine Hast, als ob es gelte, was in Jahrzehnden ver- säumt, in eben so vielen Tagen nachzuholen, das Alles sieht man jetzt in den reformirenden Staaten Italiens, und vielleicht am meisten in Rom. Es ist sehr zu bezweifeln, ob man auf diesem Wege wirklich die Reform so för— dert, wie man es möchte.
Noch schwierigere Aufgaben werden erwachsen, wenn man an die wei— tere Ausführung des Bundes Projekts gehen wird. Nicht ohne die größte Vorsicht und Ruhe wird man hier zum Ziele gelangen, und doch werden sich hier leicht zuerst die Leidenschaften entzünden, da es sich um allgemein nationale Fragen handelt, von denen die ganze Bewegung den Anstoß er— hielt. Die Stellung zu finden, welche Oesterreich in oder neben einem ita— lienischen Bund einnehmen könnte und möchte, ist offenbar der schwierigste, bedenklichste Punlt in dem Systeme des Föderalismus. Kölle meint, die Lombardei müsse ganz außerhalb der Conföderation stehen und mit allen Provinzen der österreichischen Monarchie an den deutschen Zollverein ange— schlossen, was in diesem Falle kaum etwas Anderes heißt, als mit Deutsch— land verbunden werden. „Wir denken uns“, sagt er, „den auf diese Weise Deutschland zugeworbenen Lombarden ungefähr im Verhältnisse zu Deutsch- land, wie den Elsasser und Deutschlothringer in dem ihrigen zu Frankreich. Wie viel lebendiger wird alsdann der geistige und kommerzielle Verkehr mit
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fommt, wird sich schon Rath zeigen. Der Mobalitäten, welche eine Bun- e le al i sind so viele, daß sich zuletzt wohl doch eine heraus stellen wird, die für alle Staaten Italiens paßt. Bisher hat man freilich in Italien sich eine politische Conföderation kaum anders vorgestellt, als unter dem Vortritt und dem Uebergewicht der einen oder der anderen Macht; Gioberti wollte den Papst, Balbo den König von Sardinien an die Spitze des Bundes stellen, daher die heftigen Antipathieen, welche beide Männer in Neapel erregten. Aber die Verhältnisse werden dahin dringen, den Glie⸗ dern des Bundes völlig gleiche Berechtigungen zu verleihen, und damit werden viele Schwierigkeiten von selbst schwinden. Aber wohl ist zu fürch⸗ ten, man könnte doch vielleicht einmal auf den Gedanken kommen, den gor— dischen Knoten durchhauen, nicht ihn lösen zu wollen. Alexander erfüllte so den Orakelspruch und gewann Asien; hier bedarf es kaum eines Oralels, daß ein solcher Versuch die Lage Italiens im Augenblick auf das traurigste verändern, alle Hoffnungen auf eine bessere Zukunft vernichten würde. Wir verkennen also gewiß nicht die großen und eigenthümlichen Schwie⸗ rigkeiten, welche einer Wiedergeburt Italiens entgegenstehen, bei alledem halten wir sie für möglich, ja, für wahrscheinlich. Die Bewegungs ⸗ Partei geht im Ganzen und Großen von richtigen Prinzipien aus, und wer den richtigen Weg gefunden hat, von dem läßt sich erwarten, daß er früher oder später doch zum Ziele gelangen wird. Die Häupter dieser Partei, wie das Volk selbst, stehen in entschiedenem Gegensatze gegen die Revolution, wie alle Grundlagen des bürgerlichen Lebens noch fest und haltbar sind und re— volutionairen Versuchen einen zähen Widerstand darbieten. Endlich haben wohlmeinende Fürsten, unter ihnen der Papst selbst, der von einem sehr be— stimmter, positiven Boden nicht weichen kann, sich offen für die Reform er⸗ klärt und sie durchzuführen versprochen. Darauf bauen wir mehr als auf alle jene lärmenden Straßen-Tumulte und auf jene langen Proclamationen und Adressen, von denen die Zeitungen melden. Wären sie allein uns der Thermometer der Volksstimmung, sie würden uns eher entmuthigen als aufrichten. . Diese Bemerkungen, zu denen uns Kölle's Schrift Anlaß gab, können wir nicht schließen, ohne der sehr gefälligen splendiden Ausstattung des Bu⸗ ches zu gedenken. In anderen Ländern, selbst in Italien, wäre sie nicht besonders erwähnenswerth, bei uns ist dies noch immer von Nöthen. Auffällig ist bei dieser äußeren Sorgfalt, daß das Buch nicht ganz rein ist von Druckfehlern; so ist S. 142 der Name des Kardinals Micara in Muara entstellt. Doch wollen wir hierbei nicht unterlassen, auch darauf hinzuweisen, daß sich in unserem ersten Artikel (Nr. 23) auch einige störende Druckfehler eingeschlichen haben. Die aus Kölle auf S. 145 Sp. 3 Z. 17 von unten citirte Stelle muß heißen: „Man kann von den Jesuiten sagen, daß sie dumm gelobt und dumm getadelt, dumm verfolgt, dumm gehegt, aber auch, daß sie dumm verachtet worden sind.“ S. 146 Sp. 1 3. 21 ist „Troga“ in „Troya“ zu verbessern und ebendaselbst Z. 27 für: „auf dem Lauforden“ zu lesen: „auf dem Laufenden.“ *
gandels- und Bärsen nachrichten.
Breslau, 31. Jan. Weizen in den besten Sorten von Müllern und Bäckern mehr gefragt und deshalb etwas angenehmer, andere Quali-
Deuntschland werden, da dieses mit so wichtigen Artikeln an die Lombardei gewiesen ist. Trotz aller Vortheile möchten die Lombarden denn doch wohl lieber Italiener bleiben, als Deutsche werden wollen! Wir verdenken ihnen dies auch keinen Augenblick, denn wir bekennen ehrlich, es hat uns schlecht behagt, daß Frankreichs Räubereien und Uebergriffe in Lothringen und im
Elsaß und Alles, was Deutschland in Folge dessen erduldet und beklagt!
2
hat, gleichsam als Vorbild hingestellt werden für die Maßregeln einer deut⸗ schen Regierung gegen eine fremde Nation. Die Lombardel muß Jtalien bleiben, seder Versuch, sie zu lösen, würde eben so ungerecht als unklug sein. Aber das rechte Verhältniß für sie in und zu der italienischen Confoͤdera— tion, wenn diese sich einst herausbilden sollte, zu inden, ist ein schwieriges Problem, für unlösbar halten wir es nicht; wenn erst die rechte Stunde
—— .
täten ohne Veränderung, weißer 62, 677 bis 74 Sgr., gelber 60, 65 bis 72 Sgr.
Roggen ziemlich stark angeboten, in Folge dessen abermals etwas niedriger, 47, 52 bis 56 Sgr. Für Connoissement 85pfd. 453 Rthlr., pr. Frühjahr S4pfd. 44 Rthlr. geboten.
Gerste 43, 46 bis 53 Sgr. Ta fer fest auf 26, 287 bis 30 Sgr.
Spiritus sehr matt und noch immer weichend. Auch die Stimmung ist flau, weshalb man auf kurze Lieferzeit billiger als Loch- Waagre kauft; loco if. — önn bez. u. Br., pr. Febr. 83 — 95 bez. u. Br., März / April 9 zu bedingen.
Zink ab Gleiwitz 55 Rthlr. bez.
* 1 90 Bekanntmachungen. a9 1192561 . .
Mit Hinweisung auf die den Stralsundischen Zeitun⸗ gen in estenso inserirten Proklamen vom heutigen Tage werden alle diejenigen, welche an das von dem Carl von Westrell an den Gutsbesitzer Ludwig Holtz ver— kaufte, im Grimmer Kreise belegene Gut Neu⸗-Elmenhorst nebst Saaten, Ackerarbeiten, lebendem und todtem In- ventario und sonstigen Pertinenzien, namentlich auch an die von dem Zimmermann Plötz von dem Elmenhorster Areal verkaufte, Neu⸗-Elmenhorst einverleibte Parzelle Nr. 44, 2 Magdeb. Morgen enthaltend, — Forderun⸗ gen und Ansprüche irgend einer Art machen zu können vermeinen, zu deren Anmeldung und Beglaubigung in einem der solgenden Termine: am 1. und 31. Januar oder 21. Februar, k. J., Morgens 109 Uhr, vor dem Königl. Hofgericht bei Ver— meidung der am 20. März k. J. zu erkennenden Prä⸗ kluston, — hiermit aufgefordert.
Darum Greifswald, den 4. Dezember 1847.
Königl. Preuß. Hofgericht von Pommern und Rügen.
(. 8.) v. Klot.
1 Subhastations-Patent. . Nothwendiger Verkauf.
Die den Carl und Wilhelmine Wolschonschen Ehe— leuten zugehörige Erbpachts-Gerechtigkeit auf das Vor= werk Matern Nr. 1. des Hypothekenbuchs, abgeschätzt auf 16,so7 Thlr. zufolge der nebst Hopothefenschein und Bedingungen in der Registratur einzusehenden Taxe, soll
am 9. August 1818, Vormltiags il Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden.
Die dem Aufenthalte nach unbekannten Besitzer der gedachten Erbhachts-Gerechtigkeit, Carl und Wilhelmine, geb. Nandt, Wolschonschen Eheleute werden zur Wahr— nehmung ihrer Gerechtsame hierzu öffentlich vorgeladen.
Königliches Land- und Stadtgericht zu Danzig.
I902 l in, ,,, . Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 18. Septemb ö Das dem Rentier Friedrich Wihcn ,,,. hörige, hier in der Blumenstraße Nr. 50 belegene und im Hypothekenbuche von der Königsstadt, Stralauer Viertels, Vol. 38. No. 2115. verzeichnete Grundstück gerichtlich abgeschätzt zu 13.300 Thir. 8 Sgr. 9 Pf. soli
a Itge
Public an dum.
Alle unbekannten Inhaber eines von der Handlung ter Mar, Kretner C Maehler zu Crefeld unterm 27. September 1846 für den Betrag von 867 Rthlr. 22 Sgr. an eigene Ordre ausgestellten, auf E. Baudouin Co. in Berlin gezogenen, von diesen acceptirten, durch die Aussteller unterm 23. Ottober 1846 auf Gebr. Mo⸗ lemagr in Crefeld, auf Jonas Cahn und von Letzterem am 28. Oktober 1846 auf Gebrüder Veit Co. in Berlin indossirten, aber angeblich bei der Beförderung von Bonn nach Berlin auf der Post verloren gegangenen, drei Monate nach der Ausstellung verfallenen Wechsels, so wie deren Erben, Cessionarien oder Rechts-Inhaber und diejeni— Die gen, welche aus irgend einem Grunde an jenem Wech— sel Ansprüche zu haben glauben, werden hierdurch auf— gefordert, sich binnen 3 Monaten, und spätestens in dem von dem besagten Stadtgerichte zu Berlin anzuberau— menden Termine zu melden, widrigenfalls sie mit allen ihren Ansprüchen an den obbezeichneten Wechsel prä- kludirt, dieser auch für amortisirt erklärt und der von den Acceptanten bereits in das Depositorium des Stadt— gerichts zu Berlin eingezahlte Wechselbetrag dem Ver= lierer Cahn zugesprochen und zur freien Verfügung ge— stellt werden wird. ;
Crefeld, den 1. Oktober 1847.
Königl. Preuß. Handelsgericht.
LE. Sey ff ar dt. Nit Bezug auf vorstehendes Publikandum des Kö— niglichen Handelsgerichts zu Crefeld vom 1. Oftober 1847 wird ein Termin zur Anmeldung der Ansprüche auf den 6. Mai 1848, Vormitt. 111 Uhr, vor dem Fstönigl. Kammergerichts-AUseesser Herrn Döh⸗ ner im Stadtgericht, Verhörzimmer Nr. 2l, anberaumt, wozu alle diejenigen, welche als -Eigenthü⸗ mer, Cessionarien, Pfand- oder sonstige Briefs-Inhaber Ansprüche auf den genannten Wechsel zu haben vermei⸗= nen, . en im oben aufgeführten Publikandum aus— edrückten Verwarnung vorgeladen werden. ) t 9 Bin Ausm tigen , die Justiz · Kommissarien 3) sixirte Anstellung zweier Büreau- Beamten auf Justizräthe Kremnitz, Labes und Justiz-Kommisfarius Ball hierselbst in Vorschlag gebracht. Berlin, den 13. Königl. Stadtgericht hiesiger Residenz, Abtheilung für Kredit-, Subhastations- und Nachlaß-Sachen'
meiner An zei
getheilt. bis zum 10. Februar e.
von diesen am 24. Oktober 1846
Berlin, den 21. Januar 1848.
.
966
Herren Actionaire der
wir hierdu- ch 7211 der 41
mannschalt auf der Börse
zerlin, den 31. Januar 1848.
Keibel. A. Guillet mot. Lion M. Cohn.
8761
(Unterzeichnet)
Scheidg es. Mane
Die statutenmälsig am 2.
ordentliche sein.
gelegt werden:
sicherung gegen Feuersgefahr z
Januar 1818.
hierher einsenden zu wollen, eingehende zur Beschlussnahme
am 8. Mai 1815, Vormittags il uhr an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Ho⸗ vothekenschein sind in der Registratur einzusehen. 189 Rotb wen diger Verkauf
Ven ger ch zu Berlin, den 21. Januar 1848. hein ef Kaufmann Alexander Franz Friedrich Wil- . iz Ge ige, hierselbst in der Alten Jakobs! des h . gene, im stadigerichtlichen Hypotheken- ,, 9 Sgr. 10 ö 3 yl rn abgeschizt zu 10132 kl.
am 390. August 1848, Vo an der Gerichtsstelle subhastirt . 876 6 . pothekenschein sind in der Registratur einzusehen. ;
80 b
Niederschlesisch⸗Märkische Eisenbahn.
Bekanntmachung. Für die Berlin-Frankfurter Strecke der Nie— derschlesisch⸗Märkischen Eisenbahn sollen zur Deckung edarfs in diesem Jahre
412 Etr. sogenannte Krempplatten für 45 Pfd.
schwere S r l. für 50 Pfd. schwere Schienen, und ennägel
138 Ctr. der 665 Ctr. Ha ; in Folge der Submission geliefert werden. Modelle der zu liefernden Gegenstände, so wie die Bedingungen, welche der Lieferung zu Grunde gelegt sind, liegen im
können.
Die Stimmung am Getraidemarkt ist, ungeachtet sich fü schlesi wieder einiger 6 entwickelt, sehr flau. geachtet sich für Oberschlesien
Leipzig, 29. Jan. Getraidebericht. Die anhaltende Kä— i sehr * auf unseren Getraidehandel, da die 6 i n mn et jetzt fast nur aus zweiter Hand, nämlich von solchen Müllern kaufen können, die im Stande sind, ihnen das Brodkorn in Mehl verwandelt bin nen einer gewissen Zeit zu liefern. Da nun aber in Folge des Frostes nur wenig Wassermühlen arbeiten und die Dampfmühlen den Bedarf bei weitem nicht zu liesern vermögen, so macht sich das Mehl aus hiesiger Frucht sehr knapp und steigt täglich im Preise, zumal die Ausfuhr davon nach dem Voigtlande in der letzten Zeit nicht unbedeutend war. Gleichwohl wollen die hier lagernden noch sehr bedeutenden Vorräthe von russischem Mehl sich noch immer nicht verthun, wenngleich sie infotern wohlthätig wirken, als wir sonst sicherlich ohne Mangel an Korn noch höhere Mehlpreise haben würden. Händler aus Anhalt und von der Saale geben sich alle Mühe, um zu ver— faufen, und bewilligen gern Kredite, die sie sonst nicht gaben. Die Preise von Roggen und Weizen sind daher nominell und die gegen baar 1 bis 2 Rihlr. pr. Wispel billiger als solche auf Zeit. Dessenungeachtet dürfte sich der Umsatz in dieser Woche mindestens auf 200 Wispel Weizen im Preise von 62 bis 637 Rthlr. und 150 Wispel Roggen zu 49 bis 50 Rthlr. belaufen. Gerste ziemlich fest wird mit 38 bis 39 Rthlr. gegen baar und 40 bis 41 Rthlr. auf Zeit bezahlt. Hafer ist nicht über 25 bis 26 Rthlr. anzubringen. Am Landmarkte keine Veränderung und dieselben Preise, wie sie die Leipziger Zeitung heute vom Donnerstag gebracht hat.
Rüböl wurde im Laufe der Woche mit 12 bis 122 Nthlr. angetragen und bezahlt. Für Lieferung auf spätere Monate wird 127 Rthlr. gefordert und 12 Rthlr. bezahlt. Rappssaat unverändeit.
à Hamburg, 29. Jan. Kaffee: Die meisten unserer Inhaber hal— ten sich noch immer vom Markt zurück, da sie später auf bessere Preise hof= fen. Seit unserem letzten Bericht beschränken sich die Umsätze auf:
2500 S. Brasil, ord. bis gutord. fbg. 343 — 37 Sch. In anderen Sor⸗ ten bestand der Umsatz nur in unbedeutenden Kleinigkeiten.
Lieferungslustige werden aufgefordert, ihre Offerten versiegelt mit der Auf⸗ schrift: „Lieferungs-Offerte für Krempplatten und Ha— kennägel“ im Directions-Büreau zu Berlin einzureichen.
. . der Niederschlesisch⸗Märkischen Eisenbahn-⸗Gesellschaft.
Bekanntmachung. Berliner Land- VWass er- Transport- Versicherungs-Gesellschafi
Dienstag den 7. März d. J., Na chm. 4 Uhr, im Sessions Zimmer der Herren Aeltesten der Kaus- stattsin denden ordent- lichen General- Versamniluntz ergebenst ein.
Die Direction der Berliner Land- und Wasser- Transport- Versicherungs- Gesellschast.
J. Bloch.
Hagelschaden- und Mobiliar-Brand- Ver-
sicherungs- Gesellschaft zu Schwedt a. d. O. . — 1 22 * . General-Versammlung wird gleichzeitig eine aulsers
is werden den verehrlichen Mitgliedern folgende Propoositionen in derselben zur Beschlulsnahme vors
1) Gegenstände, deren Versicherung nach Inhalt des kubischen Raumes geschieht, den wirklichen Verhältnissen angemessener versichern zu dürfen; Anschaffung eines äusseren Zeichens der Ver—
Kosten des Rendanten und Scecretairs.
Zugleich ersuchen wir, alle Anträge, welche der General-Versammlung zur Beschlussnahme vorgeleg von werden sollen, bis spätestens den 20. Februar e. indem nur bis dahin gebracht Schwedt, den 29. Januar 1848.
Die Haupt -Direction.
Vollfarbige duffe Kaffee bleiben augenblicklich sehr gesucht und fehlen jetzt gänzlich, da die Vorräthe davon sehr zusammengegangen.
Reis und Zucker: Das Geschäst in beiden Äriikeln ist als ein stil⸗ les zu bezeichnen, und zeigen sich nur kleine Bedarfs-Aufträge. Nach letztQ hin aus Indien und Brasilien erhaltenen Berichten ist die Aerndte daselbst eine ergiebige gewesen. Hier am Platze sind im Preise keine Veränderungen und keine Umsätze vorgekommen, die besonderer Erwähnung bedürften.
O dessa, 10. Jan. Seit einiger Zeit erfolgte nur der Verkauf von 4000 Tscheiwert Roggen zu 127 Rub. Assig. Die auswärtigen Berichte lauten bis jetzt nicht ermuthigend, dꝛnnoch geben wir den Hoffnung Raum, daß das Getraidegeschäft im Februar einen neuen Aufschwung nehmen werde. Talg scheint weichen zu wollen; Leinsaat behauptet sich, wiewohl ansehn⸗ liche Vorräthe vorhanden sind. Wolle ohne Begehr. Der Cours hat sich aufs neue etwas gebessert.
Amsterdam, 28. Januar. Getraidemarkt. In Weizen und Roggen ist nichts umgegangen. Gerste: 113pfd, dänische 200 Il.
Kohlfaamen auf 5 Faß im April 65 L., September und Oktober 61 L. Leinsaamen unverändert 106pfd. königsb. 240 Fl. .
Rüböl gleich unverändert, auf Lieferung zu den höheren Preisen nicht williger. pr. 6 W. 37, flieg. 6M, Mai 3br u. 6. Leinöl pr. 6 W. 289, flieg. 28. Han föl pr. 6 W. 32, flieg. 31 Fl.
ger.
Directions⸗Büregu im Hauptgebäude des Bahnhofes der Gesellschaft zu Berlin zur Einsicht aus, und werden dort auch Abschriften der Bedingungen auf Verlangen mit-
jahr und Herbst auch nach New⸗Orleans nnd Galveston in Texas, ab, und ebenfalls nach Port-Adelaide in Süd⸗ Australien. Ferner wird regelmäßig am 15ten Tage eines jeden Monats eines der neuen großen amerikaä— nischen Post⸗Dampfschiffe,Washington“ und „Hermann“ von Bremen nach New⸗Nork abgefertigt. — Wir halten uns zur Beförderung von Waaren, Geldern u. s. w. mit obigen Schiffs⸗Gelegenheiten bestens empfohlen und ertheilen über die billig gestellten Frachten, so wie über alles Weitere, auf portofreie Anfrage gern nähere Aus- kunft. — Die im vorigen Monat eröffnete Eisenbahn führt sowohl von Berlin als von Leipzig und Köln Personen und Güter in (. 15 Stunden nach Bremen. Bremen, im Januar 1848.
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Geh. Justiz⸗Rath und Professor der Rechte. gr. 8. geh. 6 Sgr.
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Dr. S. E. Löwenhardt. 3 i Band. gr. 8. geheftet. Preis 15 Thlr.
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5961
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2 * von Bremen nach Amerika. . Auch im gegenwärtigen ö Jahre fertigen wir am stenu. 15ten eines jeden Mo— nats große drei- ma stige Schiffe er⸗
New-Nork und Balti= more, so wie im Früh-
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AS 34.
Znhalt.
Amtlicher Theil. — .
an d . Das Landes- Oekonomie Kollegium. — K Schlesien. Geheizte Lokale für Arme in Groß ⸗Glogau. — Schreiben aus Halle. (Promotionen.) .
Dentsche Bundesstaaten. Königreich Adresse der Kammer der Standeshexren. —
Oefterreichische Monarchie. Wien, Die Herzogin von Anhalt⸗ Ebihen 4. — Abreise des Erzherzogs Palatin. — Mailand und Ve⸗ nedig. Verhaftungen.
Rußland und Polen. St. Peters bung. Ordens Verleihung an Geheimerath Butenieff. — Widerlegung des Gerüchts von Tarif-Aende= rungen.
Frankreich. Deputirten-Kammer. Billault und Dufaure gegen das Ministerium; Verwerfung des Billaultschen Amendements und An— nahme des vierten Adreß-⸗Paragraphen. — Paris. Hofnachrichten. — Das Verfahren der Regierüng gegen Abd el Kader. — Die Budgets— Kommission. — Vermischtes. — Schreiben aus Paris. (Lamartine über die auswärtige Politik der gegenwärtigen französischen Regierung.)
Grosibritanien und Irland. London. Hofnachricht. — Bie Nord= pol E)mpedition. — Dissonto. — Vermischtes. — Schreiben aus Lon— don. (Der Hampdensche Streit; der General-Prokurator Sir John Gervis und der englische Advokatenstand.)
Niederlande. Amsterdam. Das Defizit.
Belgien. Brüssel. Abnahme des Verbrauchs belgischer Linnen und Garne in Frankreich. Dänemark. Kopenhagen. Prinz Friedrich Ferdinand zum Erbprin-
zen ernannt. — Obduction der Leiche des Königs. — Vermischtes.
Schweiz. Tagsatzung. Die Konfessions⸗- und Niederlassungs-Fragen. — Der Gesandte von Zug. — Neue Entlassungsgesuche eidgenössischer Offiziere. — Kanton Luzern. Der päpstliche Gesandte Msgr. Luquet.
— General Sonnenberg. — Kanton Schwyz. Die Verfassungsfrage. Kanton Basel. Durchreise Stratford Canning's. — Kanton Aargau. Die Beschränlung des Niederlassungsrechts. — Schreiben aus der westlichen Schweiz. EStratford Canning's Bemühungen und ihr Nesultat; die Bundes-Nevisions⸗ Frage; die Verbindungen der schweizer mit den italienischen und sranzösischen Radikalen.) .
Italien. Neapel. Die Vorgänge in Sicilien. — Zugeständnisse des Königs. — Rom. Kardinal Bosondi zum Staats- Sexretgir ernannt.
Türkei. Konstantinopel. . ee, J
Eisenbahnen und Dampfschifffahrt. Görlitz. Hei g ö durch Schnee. . Die Lübeck⸗Büchener Eisenbahn. — Die Lübeck -Horsenssche Dampfschifffahrts-Gesellschast.
Handels- und Börsen⸗Nachrichten.
Württemberg. Die
Erste und zweite Beilage. Haupt-Finanz ⸗Etat für das Jahr 1848. Der kölner Dombau.
Wissenschaftliche und stunst enn r , l ü her, ee n. Don JO K haftliche d t 1 haus. (Don Juan.) Die wissenschaftlich Sruht gart. Neue Spe.
Akademie. — Neue Berliner Musiktzeitung. — S
Handels- und Börsen⸗Nachrichten.
J . Amtlicher Theil. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: . Dem evangelischen Prediger Sembrowski zu Tapiau, Negie⸗ rungs⸗Bezirk Rönigsberg; dem bisherigen Superintendenten, Ober⸗ Pfarrer H. Caspari zu Naumburg, Regierungs- Bezirk Nerseburg; und dem bisherigen pharmaceutischen Assessor bei dem , . Medizinal⸗ Kollegium zu Königsberg, Apotheker Flach, den Rothen Adler Orden vierter Klasse zu verleihen. Se. Hoheit der regierende Herzog und Ihre Großherzogliche Hoheil die Herzogin von Sachsen-Koburg⸗Gotha sind nach England abgereist.
Der bisherige Ober Landesgerichts⸗Assessor Bruno Wolff zu Löbau ist zum Justiz-Kommissarius beim Königlichen Ober Landes⸗ gerichte in Bromberg und zugleich zum Notarius im Departement desselben ernannt worden.
Rg nn nan nn, V
Daß von Ostern d. J. an keine neuen Inscriptionen nicht im⸗ matriculationsfähiger Studirender, welche, um sich als Chirurgen aus zubilden, die hiesige Universität besuchen wollen, mehr stattfinden wer⸗ ben, wird, zur Vermeidung von dergleichen Meldungen, hierdurch be⸗
1 1 ü kannt gemacht.
Berlin, den 30. Januar 1818. . Der provisorische Direktor des chirurgischen und pharmaceutischen Studiums bei hiesiger Königl.? Universität, Geh. Ober⸗Medizinalrath
l Dr. Klug.
—
Die Gesetz-Sammlungs⸗Interessenten, welche den Jahrgang der Gesetz⸗ Sammlung für 1847 vollständig bezogen haben, werden hierdurch benachrichtigk, daß das Sachregister für gedachtes Jahr von heute ab zur Versendung kommt, und daß demselben die Berichti⸗ gung eines Fehlers in dem Jahrgange 1845 beigefügt ist. Berlin, den 2. Februar 1848. .
GesetzSammlungs-Debits-Comtoir.
Abgereist: Der General-Major und General Adjutant Sr. Hoheit des Herzogs von Sachsen-Koburg-Gotha, von Alvensle⸗ ben, nach Koburg.
; * * — * Uichtamtlicher Theil.
Berlin. Es sind seit einiger Zeit in hiesigen und Provinzial= Tagesblättern einzelne Artikel erschienen, die sich mit der Wirlsamkeit des Landes- Oekonomie⸗ Kollegiums beschäftigen, und worin Wahres und Irrthümliches, Geschehenes und Nichtgeschehenes, Beabsichtigtes und Nichtbeabsichtigtes auf mannichfaltige Weise durch einander gemischt
in
Al nein r
Preußische Zeitung.
Donnerstag den 3ten
ist. Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß das Kollegium selbst an diesen Zeitungs⸗-Nachrichten in keiner Weise betheiligt ist. Dasselbe legt in den von seinem General⸗-Secretair redigirten An nalen durch den Abdruck der Protokolle seiner Verhandlungen in seinen Sitzungen über seine Thätigkeit eine so vollständige Rechenschaft vor dem Publi⸗ kum ab, daß es nicht nöthig hat, für diesen Zweck noch andere Mittel zu ergreifen.
Provinz Schlesien. (Schles. Ztg.) Auf den. Antrag des Magistrats in Groß-Glogau wurde von der dortigen Stadtver⸗ ordneten Versammlung genehmigt, daß bei der andauernden großen Kälte vom 28. Januar ab täglich von Morgens 7 Uhr bis Abends 9 Uhr entweder ein oder nach Bedürfniß auch zwei Säle im städti⸗ schen Arbeitshause auf Kosten der Armen ⸗Kasse geheizt werden. Jeder arme Stadtbewohner kann zu jeder Tageskeit kommen und sich wärmen, um dann zu seinen Beschäftigungen zurückzukehren, oder er kann den ganzen Tag hindurch hier verbleiben und für eigene Rechnung sich mit Handarbeiten beschäftigen.
X Halle, 24. Jan. Auf der hiesigen Königl. Universität wurden in dem Zeitraume vom 12. Juli 1847 bis zum 12. Januar 1848 28 Kandidaten promovirt; nämlich bei der juristischen Fakultät 2, bei der medizinischen Fakultät 13, bei der philosophischen Fakultät 13; außerdem wurde einem auswärtigen Gelehrten honoris causa die theologische und einem auswärtigen Beamten zu seinem funfzig⸗ jährigen Dienst⸗Jubiläum die juristische Doktorwürde ertheilt, so wie einem auswärtigen Gelehrten die vor 50 Jahren erlangte Doktor⸗ würde in der medizinischen und der philosophischen Fakultät erneuert.
Deutsche Bundesstaaten. Königreich Württemberg. (Schwäb. Merk.)
Am 28. Januar empfing Se. Majestät der König eine Deputation der Kammer der Standesherren, welche die in dieser Kammer votirte Dank-Adresse auf die Königliche Thron⸗ Rede bei Eröffnung des ge⸗ genwärtigen ordentlichen Landtags überbrachte. Der Piäsident der Kaminer, Fürst von Hohenlohe-Langenburg, hatte die Ehre, die Adresse vorzutragen, deren Inhalt folgender ist:
„Ew. Königlichen Majestät bringt die treugehorsamste Kammer der Standesherren ihren ehrerbietigsten Dank für die abermalige Eröffgung der Stände⸗-Versammlung dar. Mit dem Gefühle tiefer Rührung erkennen . die Fügungen göttlicher Allmacht, welche ver allgemein herrschenden Noth ein Ziel gesetzt und als einen leuchtenden RNettungsstern Ew. Königlichen Majestät hochherziges Beispiel und Allerhöchstderselben weise und durchgrei⸗ fende Maßregeln dem ganzen Lande vor Augen geführt hat. Die von Ew. Königlichen Majestät in Aussicht gestellten Gesetz· Entwürfe wird die Kammer der Standesherren mit jenem unerschütterlich treuen Eifer ihrer Prüfung unterstellen, den sie dem unzertrennlichen Wohle des Königs, wie des Landes, mit gewissenhafter Beachtung gerechter An= sprüche, wenn auch mit billiger Berüchichtigung der Zeit · Verhaltnisse schan; dig zu sein jederzeit als heilige Pflicht erkannt hat. Zur besonderen Be⸗ ruhigung gereicht uns die Versicherung Ew. Königl. Najestt, daß tro der vielen und großen Opfer, welche der Staatskasse durch die Bedrängnisse der jüngsten Zeit auferlegt wurden, eine größere Auflage von Leistungen auf die Steüerpfsschtigen nicht nothwendig erscheint und das mit so großen Opfern begonnene Unternehmen der Erbauung von Eisenbahnen einem baldigen ge⸗ deihlichen Ziele enigegenreift. Als eine erfreuliche Erscheinung begrüßt im Hinblicke Auf die? hieraus für Handel und Gewerbe entspringenden Vortheile mit dankbarer Anerkennung die treugehorsamste Kammer der Standesherren das Zustandekommen einer allgemeinen deutschen Wech⸗ selordnung. Wir geben uns der zuversichtlichen Hoffnung hin, daß die von Eurer Königlichen Majestät in Anregung gebrachte, allseitig als höchst wich tig anerkannte Frage der Presse durch einen gemeinsanmen Beschluß des Bundes, unter Fesistellung der nöthigen Garantie gegen den Mißbrauch, eine den Anforderungen der Zeit entsprechende Lösung erhalten werde. Wenn einzelne betrübende Erscheinungen im Innern des Landes das vaäter= liche Herz Eurer Königlichen Majestät schmerzlich berühren mußten, so hat doch die entschiedene Mißbilligung der bei weitem überwiegenden Mehr— heit aller Ihrer Unterthanen und die bei dieser Veranlassung aufs neue erprobte Pflichterfüllung des getreuen Heeres Eurer Königlichen Majestät zu⸗ gleich die Bürgschaft dafür gegeben, daß allen derartigen Versuchen ein fester auf Liebe und Ehrfurcht gegründeter Damm entgegensteht. Der in der Schweiz ausgebrochene Bürgerkrieg hat mit Recht die Aufmertsamkeit der Regierung Eurer Königlichen Majestät, wie die der benachbarten Staaten, in Anspruch ge— nommen, und wir vertrauen der Fürsorge Eurer Königlichen Majestät, daß Höchstdieselben mit Ihrer gewohnten Kraft und Umsicht denjenigen Bestre= bungen entgegentreten werden, welche don dort, dem Sitze revolutiongirer Umtriebe, ausgehen würden, um sowohl in Württemberg, wie in dem übri⸗ gen Deutschland, Unzufriedenheit und Auflehnung gegen die bestehende Ord= nung zu erwecken. Die Kammer der Standesherren wird furchtlos und treu, wie sie es immer bewiesen zu haben das beruhigende Be— wußtsein in sich trägt, vereint mit allen. denjenigen, welchen ein geltisteter Eid der Treue eine geheiligte Pflicht auferlegt, sich um den Thron schaaren und kein Opfer scheuen für die Aufrechthaltung von Recht, Gesetz, Ordnung und Ruhe., Mit froher Theilnahme wird sie jedes Ereigniß begrüßen, das dem väterlichen Herzen Eurer Königl. Maje⸗ stät Freude zu bereiten geeignet sein dürfte. Möge die göttliche Vorsehung, bie das Land aus den Trangsalen der Theurung und der Noth errettet hat, ung unter dem kräftigen und weisen Scepter Eurer Königl. Masjestät auch vor neuen Stürmen bewahren und der treugehorsamsten Kammer der Stan- desherren noch recht oft die Gelegenheit zu Theil werden lassen, unter fried= lichen Verhältnissen die Gesinnungen ihrer Liebe, Ehrfurcht und Treue zu den Stufen des Thrones niederlegen zu dürsen. Wir ersterben in tiesster Ehrfurcht Eurer Königlichen Majestät allerunterthänigst treugehorsamste Kammer der Standesherren.“ ‚ 5
Se. Königl. Majestät erwiederte hierauf: „Ich danke Ihnen für die Gesinnungen, die Sie Mir im Namen der Kammer der Standesherren so eben ausgedrückt haben. Meine Gesinnungen sind Ihnen bekannt; sie werden sich nicht ändern. Furchtlos gegenüber den Feinden des Vaterlandes werde Ich stets treu bleiben den von Mir
eingegangenen Verpflichtungen.“ Oesterreichische Monarchie.
Wien, 28. Jan. (Schles. Ztg.). Heute Nacht starb hier die verwittwete Frau Herzogin Julie von Anhalt - Köthen, geborene Gräfin von Brandenburg, in dem Alter von 55 Jahren. .
Se. Kaiserl. Hoheit der Erzherzog Palatin, welcher sich einige Tage hier aufgehalten hat, ist heute früh nach Preßburg zurückgekehrt.
Mailand, 24. Jan. (A. 3.) Drei Personen, die man als Haupt⸗Anstifter der Unruhen bezeichnet, sind verhaftet und abgeführt
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Februar
worden. Das Gerücht sagt, die Bezeichnung derselben, so wie der Verhaftsbefehl, seien von Wien hierher gekommen. Sie gehören dem „Klub Lioni“ an, welcher in den Lokalitäten des Caffé Cova seine Versammlungen und Zechgelage hielt. Daß übrigens das leise und laute Murren über Alles, was von der Regierung oder von den Deutschen ausgeht, fortdauert, versteht sich von selbst. Die Jugend führt dabei das große Wort, selbst Mitglieder des Klerus zeigen ihre Sympathieen in diefer Richtung, obgleich alle die, welche den Maz⸗ zinischen Ideen folgen, der Geistlichkeit und dem Papstthum bekannt⸗ lich nichts weniger als hold sind. Kö
Als Stadtgespräch dient gegenwärtig die Heilung des eidend gewesenen Fußes der Fanny Elsler durch einen Weinwirth bei der Porta Comasina, welcher sie nach wenigen Tagen völlig herstellte, nachdem alle anderen Heilversuche mißlungen waren, daher die Vor⸗ stellung des Ballets „Faust“ immer verschoben werden mußte. Die Skala ist schlecht besucht; die sonst bis ins äußerste llebermaß bei⸗ fallspendenden Tonangeber behalten den erkünstelten Indifferentie mus bei, kein Zeichen des Beifalls ist zu hören, und will je eines laut werden, so wird es durch Zischen unterdrückt.
Venedig, 23. Jan. (A. 3.) Die am 18ten vorgenommene Verhaftung der beiden Sprecher des Volkes, Tommaseo und Manin, deren weskere Untersuchung schon am folgenden Tage dem Kriminal⸗ Gericht übergeben wurde, hat in der Stadt eine auffallende Stille zur Folge gehabt, nachdem kurz zuvor noch die lautesten Scenen und Manifestationen stattgefunden hatten. Jetzt herrscht Ruhe und Schweigen selbst auf den belebtesten Straßen und den sonst besuch⸗ testen Versammlungsorten Venedigs. Tie Verhaftung selbst ging ohne alle Störung vor sich. Tommaseo, der allein dasteht, hat sich schon öfter in ähnlichen Lagen befunden; Manin, der Frau und Kin⸗ der hat, trat mit seinem Namen erst bei den jüngsten Neformbemwe gungen aus der Masse hervor. Das ernste Kaiserliche Dekret eint äuf Viele großen Eindruck gemacht zu haben. Noch rücken being he täglich Rekruten der verschledenen Regimenter ein, die ihre Werbe⸗ lejirke in der Umgegend haben.
Rußland und Polen.
St. Petersburg, 27. Jan. Die hiesigen Zeitungen ver⸗ öffentlichen nachstehendes an den Geheimerath, Butenieff gerichtete Kaiserliche Reskript: „Indem Wir Unsere KNaiserliche Aufmerksamkeit Ihren ausgezeichnet eifrigen Diensten zuwenden und Ihrer unermüd⸗ sichen und ersprießlichen Mitwirkung bei den letzten Verhandlungen mit dem römischen Hofe volle Gerechtigkeit widerfahren lassen, ver⸗ leihen Wir Ihnen, zum Zeichen Unseres besonderen Wohlwollens, allergnädigst die Insignien des Alexander-Newaski⸗Ordens in Brillan⸗ ten, welche Wir hierbei übersenden und Ihnen mit Unserer Kaiser— lichen Gnade wohlgewogen verbleiben. (gez.) Nikolaus.“
Auf Veranlassung des Gerüchts von bevorstehenden Veränderun⸗ gen im Tarif hält das Finanz Ministerium für nöthig, zur Kenntniß der Kaufmannschaft zu bringen, daß die gegenwärtigen Ein- und Ausfuhrzoll-Bestimmungen für den europäischen Handel im Jahre 1848 unverändert bleiben werden.
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Deputirten⸗-Kammer. Sitzung vom 27., Januar. Herr Billault sagte zur Begründung seines (gestern mitgetheilten) Amendements im Wesentlichen:
Er halte es für seine Pflicht, das Uebel offen zu bezeichnen, weil darin schon der Anfang der Heilung liege. Seit einem Jahre herrsche dies Uebel zu Aller Qual. So weit sei es gekommen, daß ein Präfekt einem Deputirten geschrieben: „Wenn Sie Ihren Wählern nichts mehr zu geben haben, so sind sie nahe daran, undankbar zu werden.“ Ein anderes Mal habe derselbe geschrieben: „Sie müssen einen Wähler haben, der auf sei⸗ nen Deputirten Einfluß hat.“ (Lärm.) Der Deputirte sei mithin zu einem Werkzeug herabgewürdigt worden. Es werde damit am Ende dahin kom⸗= men, daß man nur Deputirte hätte, die ihre Hand dem Mini- sterium hinstreckten, damit es den Preis ihrer Wahl zahle. Was werde darüber aus dem Repräsentativ Sostem? Liege die politi⸗ sche Moral so entfernt von der Privat-Moral? Stellen habe man öffentlich und schamlos verkauft, Minister hätten auf der Anklagebank des Pairshofes gesessen, hohe Beamten hätten ihren Namen verkauft, um Ae— liengesellschaften zur Stütze zu dienen, Unterschleife aller Art habe man entdeckt; nach solchen Vorgängen, wie müsse es da mit der öffentlichen Mo— ralität werden? Daß aber seit zwei Jahren eine solche Menge schmählicher Thatsachen aufgetaucht, sei nur in der Moralität des heutigen Gouverne— ments zu suchen. Glaube man etwa, daß die Mittel, deren das Gouver—= nement sich zu seiner Erhaltung bediene, nicht dazu beigetragen, die Masse zu demoralisiren? Hätten nicht die Freunde des Kabinets dies ein= gestehen müssen? Habe nicht Herr Guizot in seinen politischen Hand⸗ lungen davon den Beweis geliefert? Im Jahre 1846 habe derselbe bei einem politischen Bankett vor der Wahl den Fortschritt versprochen, das Land habe sich auf diese Versprechungen verlassen, und als die Session, zu Ende, vergesse er sein Versprechen. Sechs Jahre lang habe Herr Guizot die englische Allianz hier verfochten, und bei den spanischen Heirathen sei er plötzlich davon abgefallen. (Lärm im Centrum.) Man wisse, wie Journale fubventionirt würden; man habe gehört, wie ein Journal ein Theater ⸗Pri⸗ vilegium erhalten, um dafür 100,000 Fres. machen zu können; man wisse, wie man 1846 die Käuflichkeit gewisser Aemter geleugnet, i. wie das Gouvernement jetzt sage, dies sei ein langer Brauch, . . des Gouvernements geübt worden. Und danach spreche der. Din istetz no von sei⸗ ner hohen Moralüät? Indem der Redner schließlich in die e . ,,, eingehlf, fragt er, ob nach der Erllärung des Herrn G ie n, . Petit für die Einnehmerstelle zu Corbeil empfohlen, es e e,. sei daß Herr Guizot nichts von dem Vorgange im . n, e, , gewußt? Warum werde Herr Genie nicht entlassen? d 8 Pu ikum glaube, 1 zeil Herr Genie Mitwisser zu vieler Dinge sei. Herr dies geschehe nicht, weil Herr er, ann nn,, Janvier wundert sich, daß Herr Billault diese Pnn Enoch einmal zur Sprache bringe, nachdem die Majoritat dem Kabinet sein Vertrauen er⸗ hasten' wolle, da sie jene Dinge nicht für wahr halte. Es hieße den Charakter des Herrn Guizot herabwin nigen wollte man ihn gegen solche persönliche Angriffe vertheidigen. Nur dort gebe es eine Wahlcor= ruption, wo Stimmen gekauft würden. Die Aufregung, welche die Oppo— sition zu erzeugen suche, könne am Ende wohl sie sammt der Majoritat unter Lenselben Trümmern begraben. (Sehr gut! im Centrum,.) Nach eini= gen Worten des Herrn Gnizot, daß er bereit sei, die Diskussion aufzu- nehmen, wurde (wie schon eiwähnt) die Debatte vertagt.
Sitzung vom 28. Januar. Nachdem der Tumult sich gelegt hatte, den in dieser Sitzung (wie gestern gemeldet) Herr Emil von Girardin durch