Was von Spiritus in dieser Woche zugeführt wurde, ist meist zur Versendung und Lagerung benutzt, so daß das wenige Dis ponible don hie⸗ sigen Fabrilanten höher bezahlt werden mußte; Loco Waare 19 Rthlr. bez. und Gld.; Marz 20 Rthlr. Br. 20 Rthlr Gld. April / Mai 21 Nthlr. Bi. 20 a 207 Nthlr. bez. u. Gld. ; Mai / Juni 213 Rthlr. Br.; Juni Huli 2. Nthlr. bez. u. Br. 21 Rihlr. Gldi; Juli / Aug. 21 Rihlr. bez. — Briefe aus dem Oderbruche melden, „aß von den artoffeln in den Gru— ben wenig Gutes zu erwarten ist. Wir haben vollständiges Thauwetter mit Negen. Wind jetzt N. W.
Stettin, 11. Febr. (B. N.) Wochen⸗Bericht. Getraide hat in allen Gattungen einen neuen Rückgang erfahren. Weizen, 128 bis 130 / 131psd. gelber pomm., märkischer und uckermärk. wird zwar noch auf 56 a 60 Rthlr. gehalten, doch ist 126 127psd. (88 Pfd. p. Schfl.) gelbe Waare bereits zu 53, Rthlr. verkauft, und am Landmarkt wird bester uckerm. von Exportkäu— fern nicht mehr über 54 Rthlr. bezahlt. Roggen scheint seinen Endpunkt im Weichen noch immer nicht erreicht zu haben. In leo wird nach Qual. und Gewicht noch 37 490 Rthlr. gefordert, doch ist schwerste neue Waare bereits zu 38 Rthlr. gekauft, leichtere zu 37 — 36 Nihlr. Auf Frühjahrs= Lieserung ist rückgehend für 82pfd. von 37 — 37 Nihlr. und zuletzt selbst schon zu 36 Rthlr. gekauft, pr. Mai S4pfd. zu 383 — 38 Rthlr. Ged. russ. ohne alle Frage. Gerste hat in dieser Woche einen neuen Abschlag von 3 2à 4 Rthlr. erfahren. Große pomm. von 75 Pfd. p. Schfl. ist zu 34 Rthlr. begeben und dazu noch zu haben. Hafer in saco nach Qual. und Gewicht zu 255 2 27 Nthlr. zu haben. Auf Frühjahrs Lieferung ist pomm. mit 50 Pfd. p. Schfl. Garantie zu 26 Nthlr. käuflich, ohne Benennung, mit Ausschluß von ostpreußischem, zu 243 Nthlr. p. 50 Pfd. begeben worden. Für Erbsen, gute kleine Koch-, wird noch 40 Nthn. gefordert, doch kaum über 38 Rthlr. geboten. Große 22 3 Nthlr. theurer.
Saamen. Oelsaamen, gleich Nüböl, ohne alle Bewegung. Winter— Napps S1 Rthlr., Rübsen 80 Rthlr. zu haben. Schlag-Leinsaamen 50 Rthlr. SäeLeinsaamen bleibt fest und behält Neigung zum Anziehen. Rigaer auf Satz a 9 Rthlr. gehalten, 8. Nthlr. bezahlt, pernauer 1056 «= 107 Rthlr. bezahlt, windauer auf 109 Rthlr., memeler auf 7 Rthlr. gehaltéen. Im Kleesaamenhandel bleibt es noch immer still. Man fordert für feinen schle. weißen und rothen 13 Rthlr., für geringen pomm. wird nach Qual. Sa 10 Rihlr. geboten. Thimothee 5 a 6 Rihlr. nach Qual. Butter ist mehr zugeführt, besonders in mittel und ord. Gattungen, die 6 2 6 Sgr. zu notiren, feine 7 a 73 Sgr.
Spiritus neuerdings billiger, aus erster Hand 195, wozu heute ge—Q kauft worden, aus zweiter Hand 187 — 19 99 zuletzt bez, auf Frühjahrslief. 17499 zuletzt bez., pr. Juni Juli 177 gefordert. 1
Fettwaaren. Nüböl bleibt matt, in loco zu 114 Rthlr. käuflich, pr. April / Mai 11 Rthlr. Geld. Leinöl in loco 16 Rthir. bezahlt. Von Palmöl ist hier in dieser Woche, in Folge hoher Notirungen aus Liver— pool, zu neuerdings höheren Preisen nicht unbedeutend gekauft worden, und zwar auf Lieferung im Frühjahr von 12 — 13 Nthlr., auf letzteren Preis jetzt fest gehalten. In loco ist der Vorrath äußerst gering und ist 13 Rthlr. bezahlt, 135 Rthlr. serner verlangt. Auch Baumöl ist etwas an—ↄ genehmer Gallipolp 157 2 16 Rthlr. unversteuert bezahlt, auf 167 2 Nihlr. ferner gehalten, Malaga auf 153 Rihlr. unversteuert, auf Lieferung 15 Nthlr. unversteuert bezahlt. Kokusnußöl unverändert. Thran, Südsee wieder ein wenig billiger; zu 4 Rthlr. erlassen, 9 « 9 Rthlr. gekauft. Berger br. Leber 21 Rihlr. bezahlt. Andere Thransorien ohne Umgang und nominell. . 3
Alkalien still und unverändert.
Heringe. Es ist darin während dieser Woche nichts von Belang gemacht, doch bleibt der Markt dafür durchaus fest. Schott. Fullbrand auf Ssy Rthlr. unverst. gehalten und bei Kleinigkeiten auch so bez. Norweg. Vaar auf 55 Rthlr. unverst. gehalten. Norweg. Fetthering so gut als gar nicht zu haben.
Metalle. Zink etwas billiger, auf Frühjahrslieferung zu 53 Nihlr. gekauft. Noheisen, schott. Nr. 1 in loco 1 Rihlr. 29 Sgr., auf Lieferung im Frühjahr 14 Nthlr. zu haben.
Kaffee, Reis, Gewürze, Syrup, Südfrüchte eben so, und nichts dar— über zu sagen.
B. 8. Roggen etwas fester, in lors S6pfd. 37 Rthlr. bez. und Geld, g2pfd. pr. Frühj. 367 Rthlr. bez., 37 Rihlr. Geld.
Spiritus pr. Juni / Juli 17 36 bez.
Köln, 7. Febr. Getraide. Allmälig nähern wir uns dem Ablie— ferungstermine, der bebeutendes Getraide, namentlich Roggen - Quantitäten, in den Handel bringen wird. Es ist nicht in Abrede zu stellen, es herrscht
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bereits ein gewisses Vorgefühl für die in Aussicht stehende Flaue, denn die Getraidepreise befinden sich jetzt schon in merllichem Rüchuge. .Die Geschästslähmung auf dem ganzen Kontinente, in natünlicher Ver= bindung mit den erschütterten Kreditverhältnissen, versagt uns jeden Export- weg,, und wohin das sich hier ansammelnde Getraide ohne empfindlichen Verlust, geschweige mit Vortheil geführt werden kann, bleibt eine nach den jeßigen Umständen nicht zu lösende Frage. Der Begehr für Weizen hat durch die flaueren Preise in Belgien nachgelassen: unsere Landzufuhren von Roggen sinden einstweilen und zum Glück der Produzenten noch einen Ab⸗ zugskanal in die Königl. Magazine; die Frage für Gerste, Hafer und Hül— senfrüchte vermindert sich täglich. Man kann kaufen: Weizen loco zu 63 Rihlr., pr. März 78 — 4 Rihlr.,, Mai 7! — Nthlr., Juni 7 — Rthlr. Noggen, loco zu 45 Rthir., pr. März 44, — * Rthlr., April 5— 444 Rthlr., Juni 5 Nthlr.; Gerste, loco zu 33, pr. März 44 — 44. Nthlr.; Hafer, loco zu 25 Rthlr., pr. März 24 — 3 Rtihlr.; Erbsen 8 — 83 Rthlr.; Linsen, loco zu 7. —8 und Bohnen 97 —11 Rthlr. nach Güte.
Spiritus zu den niedrigsten Preisen einen Gedanken besser: loco 223 Rthlr.; auf Lieferung kein Geschäft.
Nach der Börse. Nü böl pr. kompt. 29, pr. Mai 28, pr. Oltober 29 Nthlr.
Rappsaamen 10 Rthlr.
Leipzig, 12. Febr. Nachdem die Felder nunmehr frei vom Schnee und Eise sind, zeigt es sich, daß die Saaten bis jetzt nicht gelitten haben, und der heutige starke Besuch unserer Getraide-Börse von Verkäufern aus Anhalt, von der Saale und der inländischen Produzenten und die sich noch immer zeigende geringe Kanflust lassen erwarten, daß das in unserem vori⸗ gen Brricht vermuthete Herabgehen der Preise bis zu einer gewissen Höhe nicht mehr fern ist. Man bezahlte heute bei Kleinigkeiten: Weizen 5] bis 55 Rthlr., Noggen 42 Nthlr., schwerste Saal-Gersfe 38 Rthlr. und besten Hafer 24 Rthlr. p. Wspl.ä, was mit 4 Rthlr. 15 bis 173 Ngr. für den Scheffel Weizen, 3 Nihlr. 15 Ngr. Noggen, 3 Nthlr. 5 Ngr. Gerste und 2 Nthlr. für Hafer gleich ist. Nur irgend starke Posten bleiben aber auch zu diesen geringen Preisen nicht abzusetzen. Roggen erlitt am Landmarkte gegen die in dem heutigen Stücke der Leipz. Ztg. angezeigten Preise ebenfalls einen Abschlag von 5 Ngr. und Weizen von 275 Ngr. p. Scheffel.
Für Rüböl blieb die Stimmung in dieser Woche in Folge des gelin= den Wetters flau, und es mußten zu Markte gebrachte Pösichen mit 113 Nthlr. verkauft werden. Lieferungs -Termine erhalten sich höher, aber ohne alle Frage, und nur erneuter Frost könnte Besserung und ein lebhaftes Ge— schäst herbeiführen. Von Rappssaat ist nichts angetragen.
Bremen, 10. Febr. Getraide. Die Leblosigkeit im Geschäft hielt auch in den letzten acht Tagen an, so daß über keinen Artikel etwas von Interesse zu berichten ist. — Leinsaamen. 100 T. Rigaer gingen zu etwas erhöhten Preisen vom Markte.
Taback. Nordamerikan. wurde verkauft: 344 F. Blätter und 23 F. Stengel. Vorrath: 7972 F. Maryland, 885 F. Virgini⸗, 873 F. Kentuckp⸗ und R7 F. Stengel. Westind. und suͤdamerikan.: Von Havanna sind 22 Sur,, Domingo 395 Sur., mittel und gering Brasil⸗- in Blättern 355 P. und von Florida- 18 K. verkauft. Vorräthe erster Hand: circa 975 Sur. Havanna, ira 8925 Sur. Cuba, circa 4059 Sur. Domingo, eirca 709 K. Seedleaf⸗, circa 810 P. Blätter-⸗Puertorico-, circa 240 Kb. Va⸗ rinas in Rollen, circa 600 Kb. do. in Blättern, eirea 1940 P. Brasil- in Blättern, circa 220 P. Columbia in Blättern, circa 20 K. Florida- und circa 1125 P. Manilla⸗.
Aà Hamburg, 11. Febr. Seit unserem letzten Bericht war Wei⸗— zen hierher auf Lieferung fleißiger angeboten, ohne daß Kauflust dafür vorhanden war. 13398. Märk. a 140 Rthlr. Ct., 130 329fd. Saal. und Wahrener 130 — 132 Rthlr. Ct. pr. Last. Ab auswärts beschränkte sich der Umsatz auf 50 Lasten 130/31pfd. ab Kiel zu 100 Rthlr. Beo. pr. Last. 13/6 329f8. ab Mecklenburg und Pommern 2 102 a 104 Nthlr. Beo., und 129 /30pfd. ab Dänemark a 92. 91 Nthlr. Beo. pr. Last wurden angebo⸗— ten, aber nicht beachtet. ; Roggen bezahlte man 122 23psd. ab Fühnen mit 60 Rihlr. Beo. pr. Last, und blieb zu 60/61 Nihlr. Beo. pr. Last am Markt; 125pfd. ab Mecklenburg und Pommein zu 66166 Nthlr. Beo. pr. Last des— leichen. s Gerste ab Dänemark 111. 12pfd. zu 52 Rthlr. Beo. vergebens an— geboten (ein Posten wurde zu 51 Rihlr. Beo. pr. Last abgeschlossen), 6r
ab Jahde und Westküste erließ man ver ; 6 „Jah! — ; gebens zu 36 Nthlr. Sõ / opft. ab der Ems desgleichen zu 44/15 ich? Bed. . 41 In Buchweizen finden Anerbietungen statt: 11498. ab Westküste * m, Beo., 112 16pfd. ab Ostlüste zu 61 2 69 Rthir. Beo . 11. 586 ĩ ö. Für Erbsen ab Dänemark gefordert 72 Rthlr. Beo, ab Mecklenb 75 Rthlr. Beo. pr. Last; geboten 70/74 Rthlr. Beo. pr. 23. 5 6. J. ab Westküste und Jahde 67/72 Nthlr. Beo. appsaat nominell 128 / 30 Rthlr. ab Ostfüst ine 35 Rthlr. Beo. pr. Last ab Hannover, Elbe. — , ,
OG Hamburg, 12. Febr. Ungeachtet des anhalte T e
ist im Eisstande bei uns und auf 11 Elbe noch w ändert. Oberhalb Glückstadt ist die Eisdecke gebrochen und , Der dortige Hafen und das Fahrwasser sind frei von Eise, und das Dampfboot; „Matshall“, nach Hull bestimmt, welches Winterlage in Glüchstad 6. ist gestern von dort fort und diesen Morgen früh, nachdem es eine flein? Beschädigung in Kurhaven ausgebessert hatte, in See gegangen. Bei so sortdauernd noch unterbrochener Schifffahrt bleiben die Geschaäͤfte still und beschränken sich die Umsätze in: . .
Kaffee seit voriger Woche auf 1200 Säcke brasil., ord. 23 a 33. Sch r. ord. 335 a 33 Sch., g. ord. 35 a 34 Sch. und Kleinigkeiten in ande! ren Gattungen zu den bestehenden Preisen. Der Markt bleibt fest, Inha⸗ ber sehr zurückhaltend, überall aber auch sehr wenig Frage. 3
Zucker fast kein Umsatz, außer in kleinen Partien Pretsen.
In Neis wurde nur sür den Konsum gekauft.
In Gewürzen fand keine wesentliche Veränderung seit unserem letz- ten Bericht statt.
Rüböl auf alle Termine zu 22 Mk. angeboten, pr. Mai ist etwas billiger abgegeben. ᷓ
Engl. Leinöl kauft sich auf Lieferung zu 177 Mk.
Prima Palmöl bezahlte man mit 23 Mk. und hält jetzt höher.
Prima Kokosöl erwartet man schwimmend zu 42 Mk.
Thran in blankem wie Südsee sehr geräumt.
St. Petersburg, 23. Jan. (4. Febr.) Nach Talg blieb anhal⸗ tende Frage, und sind im Laufe der Woche wohl an 50090 F. umgesetzt worden. Man bewilligt pro Juni 118 No. 4. G. und 128 Ro. mit Hand— geld, pr. August 116 No. 4. G. und 126 Ro. mit Handgeld, wozu wenig Verkäufer mehr sind, die überhaupt sehr zurückhaltend geworden sind.
Von per Fuhre angebrachtem Han föl wird zum Konsumo zu 11 Ro. abgegeben.
Hanf ohne Frage. Von Leinsamen wurde eine Partie in loco liegend zu 223 Ro. den
zu bestehenden
ganzen Betrag baar gekauft.
Eine bedeutende Partie 9ööpf. Flachs ist zu 75 Ro. und 6köpf. zu
65 Ro. a. G. pr. Juli geschlossen worden.
Die Eigner von Roggenmehl scheinen fester halten zu wollen. Man
scheint wegen der Wintersaaten besorgt zu werden, da es noch immer an
Schnee in Rußland mangelt. Im Innern erhalten sich hohe Preise. Nach
Weizen und Roggen gar keine Frage, jedoch sieht man auch keine Eigner, die sich an den Markt drängten.
Hamburg 3445 a2 5. Amsterdam 187 Paris 3906 a 397. London 375 a 5 — 4.
Ddessa, 24. Jan. Getraide veranlaßte wieder mehrere Verkäufe. 1500 Tschetwert guter Sandomirka⸗Weizen erhielten 237 Rub., 11, 200 Tsch.
a 188. 9
polnischer 209 - 225 Nub. und 2300 harter je nach Qualität 163 — 21 Rub. Assig. pr. Tschetwert. Besitzer von guter trockener Waare verlangen 21—23 Nub., welchen Preis sie vielleicht im künftigen Monat erzielen werden. An diesem Jahre kein Mangel sein und die Getraide-Zufuhren werden daher diesen Sommer um so zahlreicher sein, als auch in der Umgegend der Schnee noch zeitig genug gefallen ist, um eine gute Aerndte zu versprechen. ist etwas seltener.
Es dürften noch weitere Abschlüsse erfolgen, aber die
Viehfutter wird in
Geld
— 28. Januar. Während der letzten vier Tage wurden 4800 Tschw.
weicher Weizen zu 21 —22 Rubel und 4300 Tschw. harter verkauft. We— gen der schlechten Jahreszeit haben wir seit beinahe einem Monate keine Getraide⸗Zufuhren aus dem Innern erhalten. ist fortwährend ohne Nachfrage, guter dagegen gesucht;
Weizen minderer Qualität die Besitzer halten
103/105pfd. ab dän. Inseln und Jütland zu 45 — 48 Nthlr. Beo. pr. Last zu haben.
wegen der geringen Vorräthe zurück. achtet.
Andere Getraidesorten sind unbe—
Allgemeiner Anzeiger.
Hafer ab Jütland, st. S3pfd. bedang 36 a 364 Rthlt. Bes., 77ssps.
gekanntmachungen.
Oeffentliches Aufgebot eingetragener Po- ioss] sten und verlorener Dokumente.
Auf dem im Neustettinschen Kreise belegenen Ritter= gut Trabehn nebst Vorwerk Grünbüche sind in der drit⸗
sen Rubrik folgende Posten:
Nr. 1. Tausend Thaler Ehegelder und vierhundert Thaler Parapherealgelder aus der Ehestistung vom 15. August 17338 vermöge Dekrets vom 11. De- zember dess. Jahres für Maria Erdmuth v. Lemke, gebosene v. Bandemer,
Nr. 3 * 141 Thlr. 16 Gr. 33 Pf. für Elisabeth Sophia Clarg v. Lemke, und
Nr. 3 b. 362 Thlr. 19 Gr. 3 Pf. für Katharina Luise v. Lemke aus dem Auseinandersetzungs-Ver— gleich vom 1. März 1771 vermöge Verfügung vom 6. Mai 1772.
Nr. 4. Ein Darlehn von 520 Thalern Courant, zu Ar Prozent zinsbar und halbjähriger Kündigung zahlbar, laut Schuldverschreibung vom 12. Juni 1788 von dem Hauptmann Carl Hadrian v. Lemke aus dem vormundschaftlichen Depositum des Kö— nigl. Amts Neustettin für den Minorennen Carl Friedrich Küster angeliehen, laut Verfügung vom 2sten dess. Mts. u. J.
eingetragen. . ach der Behauptung der gegenwärtigen Besitzerin, Freifrau v. Stechow, geborenen Gräfin Herzberg, sind die benannten Posten bezahlt, beglaubte Quittungen der letzten Inhaber oder ihrer Rechtsnachfolger nicht zu be⸗ schaffen und die betreffenden Dokumente, selbst verloren gegangen. Es werden daher alle diejenigen, welche an die bezeichneten n oder die darüber ausgestellten Dokumente als Eigenthümer, deren Erben oder Nach⸗ folger, Cessionarien, Pfand- oder Briefinhaber, oder aus irgend welchem Nechtstitel, Ansprüche zu haben vermei- nen, zu dem auf den 11. März 1848, Vormittags 11 Uhr, in unserem Geschäftslokale anberaumten Termine hier⸗ mit vorgeladen, um ihre etwanigen Ansprüche anzu⸗ melden. ö Die Ausbleibenden haben zu erwarten, daß sie mit ihren Anforderungen an die bezeichneten Posten und Dokumente werden ausgeschlossen und die Posten im Hypothelenbuche von Trabehn und Grünbüche ohne Beibringung der für ungültig zu erklärenden Dokumente werden gelöscht werden.
Cöslin, den 1. November 1847.
Königliches Ober-Landesgericht. Erster Senat. 341 Nothwendiger Verkauf. Erster Senat des Ober Vandesgerichts zu Cöslin, ö. den 31. Dezember 1847.
Das i nn, Zuchen im Belgardschen Kreise, land-
schaftlich abgeschäßi auf 2,772 Thaler A Silbergroschen
10 Pfennige zufolge der nebst Hopothekenschein und Be—
dingungen im dritten Büreau einzusehenden Taxe, soll
an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden.
am 58. August 1848, Vormittags 11 Uhr, Alle unbekannten Real-Prätendenten werden aufgeboten, sich bei Vermeidung der Präklusion spätestens in diesem Termine zu melden.
131 .
Zum fernerweitigen Verkaufs-Aufbot der zur Verlas⸗ senschast des verstorbenen Gutsbesitzers Ludwig Holtz gehörenden, im Franzburger Kreise und Ftenzer Kirch ⸗ spiele belegenen Immobilien, als namentlich der Güter Saatel e. p. und Stubbenhagen und des im Dorfe Kenz belegenen Bauerhofes Litt. B. ist ein Termin auf
2
Morgens 10 Uhr, vor dem Königlichen Hofgericht an— beraumt, in welchem Kaufliebhaber ihre Gebote abzu— geben haben. Zur Nachricht gereicht, daß gedachte Grundstücke sowohl zusammen, als jedes für sich zur Licitation kommen, daß deren Besichtigung, nach vor— gängiger Meldung auf dem Hose zu Saatel, freisteht, und daß die Verkaufs-Bedingungen in der Hofgerichts— Kanzlei eingesehen werden können.
Greifswald, den 1. Februar 1818.
Königl. Preuß. Hofgericht von Pommern und Rügen. ö v. Klot.
* 896
Die Handels-Akademie zu inn Danzig betreffend.
Durch die Gnade Sr. Majestät unseres Allergnädigsten Königs ist der hiesigen Handels-Akademie eine jährliche Unterstützung von 509 Thlr. bewilligt, und die Herren Aeltesten der Wohllöblichen Kaufmannschaft haben eine gleich Summe zur Erweiterung der Anstalt ausgesetzt, so daß es möglich wird, den Unterricht in der Mathe⸗ matik, Physil und Chemie aufzunehmen, wie solches in anderen kaufmännischen Lehranstalten der Fall ist. — Der veränderte Lehr- und Stundenplan für den Kur— sus des 1. April 1818/49 wird binnen einigen Wochen entworfen und bei mir einzusehen sein, wobei zugleich die Gesetze der Anstalt und die Bedingungen der Auf⸗ nahme werden mitgetheilt werden. — Bei' der Erweite= rung der Anstalt läßt sich auch eine vergrößerte Theil- nahme erwarten. Zu näheren Besprechungen und zur Annahme von Meldungen bin ich täglich im Lokale der Anstalt — Hundegasse Nr. 89 — bereit. Das Hono⸗ rar bleibt unverändert. — Während des Kursus 1847 bis 18148 nahmen 32 Schüler Theil.
Danzig, den 8. Februar 1818.
Richter, Direltor der Anstalt.
(101 h Die Einlösung der bis Weihnachten 1817 fälligen Ostpreußischen Pfandbriefs-Zins-Coupons findet vom
15. Februar bis 4. März, Vormittags von 9 bis i2 Uhr, in der Neuen Schönhauserstraße Nr. 9 gegen nach
den Kapitals-Beträgen zu ordnende Verzeichnisse statt.
Die Anmeldung zur Verschreibung der neuen Coupons- Serie fann gegen Abstempelung der Stich-Coupons, jedoch erst nach dem Zinszahlungs⸗
Termin, also vom 6. März ab, geschehen. Berlin, den 7. Februar 1848. Der Ostpreußische General-Landschafts-Agent, Kommerzien⸗-Rath F. W. Behrendt.
JJ
an die Herren Actionaire der Ungarischen Central-Eisenbahn
Die Herren Actionaire,
(Wien⸗Preßburg⸗Pesth u. s. w. ).
am 2. Januar d. J. fäl⸗ lig gewesenen
F Sten 10pro—⸗ zentigen Rate
bis zum 13. dieses Jahres
geleistet haben,
werden nach der Bestimmung des §. 4. der Gesellschafts—
Statuten wiederholt aufgefordert, ihrer Zahlungs-Ver⸗
bindlichkeit binnen weiteren und letzten sechs Wochen, d. i. längstens K 3594364 2 2 bis inclusive 27. März 1848, nachzukommen und die betreffende Quote sammt den Verzugszinsen (und zwar vom 2. Januar bis 13. Fe⸗ bruar zu 4 Prozent und von dort an mit 6 Prozent gerechnet) an die Haupteassa der Unternehmung,
Wien, hohe Brücke Nr. 1453
in Pesth bei der Pesther Ungarischen Kom- merzial⸗Bank;
' Berlin bei den Herren Hirschseld C Wolff,
oder auch Leipzig bei den Herren Dufour Ge— brüder C Co. zu erlegen, widrigens selbe laut §. 5. der Statuten
welche die Einzahlung der
Februar
der gesellschaftlichen Rechte ver— lustig erklärt und die von ihnen bereits geleistete Einzahlung von 70pCt. als Eigenthum der Ge— sellschaft unter Vorbehalt der der— selben zustehenden Ansprüche ein— gezogen werden wird.
Preßburg, den 14. Februar 1818. Uungarische Central-Eisenbahn. 9 h
LTiterarische Anzeigen. Neuestes Werk von S. Warren.
Im Verlage der Unterzeichneten ist so eben erschienen und daselbst, so wie in allen Buchhandlungen, zu haben:
w * 9 Jetzt und Einst. Erzählung von 8 . Verfasser von „Zehntausend im Jahr“ und „Tagebuch eines Arztes“. Aus dem Englischen übersetzt von Dr. A. Die zmann. 2 Theile. gr. 8. Preis 1 Thlr.
Dieser Noman fand in England so großen Beifall, daß dort bereits Drei Auflagen davon vergriffen sind,
Es bildet dieses Werk auch den Aten und Sten Theil der von uns unter dem Titel:
Brütani a. Englands vorzüglichste Nomane und
Novellen, . .
veranstalteten Sammlung der vorzüglichsten neu erschei= nenden Romane und Novellen Englands in deutscher Ausgabe. Bd. 1 — 3. enthält: „James der Ver⸗ urtheilte“, einer der wirkungsreichsten Romane dieses Verfassers.
Berlin, den 12. Februar 1848.
Duncker und Humblot.
1301
32]
Den heute Mittag an den Folgen eines Schlagflus⸗ ses erfolgten Tod des Chef- Präsidenten des hiesigen Königl. , Friedrich von Steltzer zeigt hiermit ergebenst an dessen tiefbetrübte Wittwe
Caroline von Steltzer, geb. Steltzer.
Halberstadt, den 12. Februar 1818.
Das Abonnement beträgt: 2 Rthlr. für . Jahr. 4 Rthlr. . 4 Jahr. §8 Reh... in allen Theilen der Monarchie ohne Preis⸗Erhshung. Bei einzelnen Nummern wird der Bogen mit 27 Sgr. berechnet.
Allgemein r
Preußische Zeitung.
Alle Post-Anstalten des In⸗ und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Allgem. Preuß. Zeitung: ö. Sehren⸗Straße Ur. 57. Insertions⸗Gebühr für den Raum einer Zeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr.
M 47.
1
Amtlicher Theil.
Inland. Berlin. General-⸗Feldmarschall von Bopen . — Schreiben aus Düsseldorf. (Einwohnerzahl; Unterstüͤtzung der nothleidenden Schlesier; die Rhein-Brücke,. — Neuenburger Angelegenheiten. ö Sr. Majestät des Königs auf die Glückwunsch-⸗Adresse zum neuen Jahre.
Deutsche Bundesstaaten. Freie Stadt Frankfurt. Verhand- lungen der gesetzgebenden Versammlung.
Frankreich. Deputirten⸗Kammer. Fortsetzung der Debatte über Darblay's Amendement. — Paris. Die Aufregung in der Hauptstadt. — Der Prinz von Syrakus. — Befehle zur Absendung von Schiffen ins Mittelmeer. — Vermischtes. — Tel. Dep.
Großbritanien und Irland. London. Neuer Protectionisten⸗ Führer. — Parlaments-Verhandlungen. — Die Times über Herrn Thiers. — Demonstration der Seeleute gegen die Aufhebung der Navi— gations ⸗ Akte. — Nachrichten vom Cap. — Tel. Dep.
Dänemark. Kopenhagen. Vermischtes.
Schweiz. Tagsatzung. Frage hinsichtlich des Uebungslagers. — Ent- schädigungs-Antrag für Major Schindler. — Die Sicherheits-Anerbieten von Freiburg und Schwyz. — Bericht der eidgenössischen Nepräsentanten in Luzern. — Eidgenössische Beamten⸗Wahlen. — Der Beschluß wegen Truppen -Ablösung in den noch olkupirten Kantonen. — Vorstellungs⸗ schrift der Mitglieder der ehemaligen luzerner Regierung. — Freiburgs Verfassungs-Entwurf. — Kanton Bern. Schreiben des päͤpstlichen Nuntius. — Salis Soglio. — Werbeprojeft für die Vereinigten Staaten von Nord⸗ Amerika. — Kanton Zürich. Kriminalgerichts-Urtheile. — Kanton Luzern. Handwerker-⸗Ordnung. — Journal-⸗Verurtheilung. — Kanton Basel. Ersatzmann in die Bundes-Revisions-Kommission. — Der Große Rath über die Standes-Truppen. — Die Frage über Religions- Freiheit in der Schweiz. — Enischeidungen des Kleinen Raths. — Kanton Genf. Entlassungs-Gesuche von Staatsräthen.
Italien. Rom. Musterung der Bürgergarde. — Lord Minto nach Neapel. — Aenderung der Priestertracht. — Vermischtes. — Neapel. Rückkehr der Truppen. — Beschießung von Messina. — Aus Ober Italien. Folgen der Ereignisse in Neapel. — Turin. Eine Constitu—= tion verliehen.
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. New-⸗NYork.
votum gegen den Präsidenten wegen des mexifanischen Krieges.
Handels- und Börsen⸗-Nachrichten.
Beilage.
Tadel a⸗
Amtlicher Theil.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:
Dem Land und Stadtgerichts-Rath, Gerichts- Kommissarius und Bergrichter Wipprecht in Ziegenrück, Regierungs⸗-Bezirk Er⸗ furt, den Rothen Adler-Orden vierter Klasse zu verleihen; und
Den Land- und Stadtgerichts-Direktor Albrecht zu Neuenburg zugleich zum Kreis-Justizrath des links der Weichsel belegenen Theils des Kreises Marienwerder zu ernennen.
Se. Königl. Hoheit der Prinz von Preußen ist nach Wei⸗
abgereist.
Bekanntmachung.
Die Kandidaten der Baukunst, welche entweder in dem ersten diesjährigen Termine die Vorprüfung als Staats- Baumeister oder Bau-Inspektoren, oder bis zum Oktober d. J. die mündliche Prüfung als Privat⸗Baumeister abzulegen beabsichtigen, werden hiermit auf- gefordert, vor dem 15. März (. sich schriftlich bei uns zu melden, worauf den Ersteren das Weitere eröffnet und den Letzteren der Ter⸗ min zu ihrer Prüfung in den Natur⸗Wissenschaften angesetzt werden
ird. 9. Meldungen, die nach dem 15. März é. eingehen, können nicht mehr berücksichtigt werden. Berlin, den 15. Februar 1848. Königliche Ober-Bau-Deputation.
llichtamtlicher Theil.
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Berlin, 15. Febr. Wir haben heute unseren Lesern eine Trauerkunde zu bringen, welche, so weit der preußische Name reicht, im Vaterlande, in ganz Deutschland und weit über seine Gränzen hinaus, die innigste und schmerzlichste Theilnahme finden wird. Der Ge⸗ neral-Feldmarschall von Boyen ist heute Morgen um 4 Uhr in Folge einer durch ein Geschwür am Halse nöthig gewordenen und erst' am verflossenen Sonntage ausgeführten Operation, nach zwei Tagen schwerer Leiden, im 77sten Jahre seines ruhmreichen Lebens verschieden. Der König, die Armee, die ganze Nation verlieren an ihm einen der treuesten, redlichsten Diener, der heldenmüthigsten Ge— nossen, der würdigsten Mitbürger. Seine Verdienste um die Organisation, die Bildung und Pflege unseres Heerwesens werden seinen Namen für alle Zeiten unvergeßlich machen, der Thaten gar nicht zu gedenken, die ihn seit mehr als einem halben Jahrhundert auf das innigste mit den Geschicken verbanden, welche in dieser Zeit die merkwürdigsten Phasen der Geschichte der preußischen Monarchie und des deutschen Vaterlandes bezeichnen. .
Kaum 13 Jahre alt, trat von Boyen, zu Kreitzburg in Ost⸗ preußen im Jahre 1771 geboren, die militairische Laufbahn an, wohnte 1794 dem Feldzuge in Polen bei, war 1806 als Capitain in den Generalstabe des Herzogs von Braunschweig, kam als Major im Jahre 1809 in das Kriegs-Departement, wo er unter Scharnhorst für die Reorganisation des Heeres so thätig war, war 181 vortra— . Adjutant Sr. Majestät des hochseligen Königs, trat nach dem fen stilistande im Jahre 1813 in den Generalstab ein und machte 3. Chef desselben die Feldzüge von 1813 und 1814 bei dem
en Armee ⸗ Corps mit, ward im letzteren Jahre Gene⸗
ral⸗Major und begleitete, nach dem ersten pariser Frieden zum Kriegs-Minister ernannt, den König 1815 nach Paris. Im Jahre 1818 zum General- Lieutenant erhoben, wohnte er dem Kongreß zu Aachen bei, lebte aber dann seit 1819 in der Zurückge⸗ zogenheit. Im Jahre 1840 durch des regierenden Königs Majestät wieder in den aktiven Dienst berufen, ward er General der Infante⸗ rie und bekleidete seit 13141 abermals die Stelle des Kriegs⸗Ministers, welchen hohen Posten er erst vor kurzem mit der höchsten militairi⸗ schen Würde eines General⸗Feldmarschalls vertauschte.
Dies ist mit wenigen Zügen der Abriß eines Lebens voll der großartigsten Thätigkeit, der edelsten Hingebung und der reinsten Be⸗ geisterung. Der Geist, der dieses Dasein beseelte, möge fortleben in heilsamer Wirksamkeit für alle Zeiten, so wie die Lieder, welche Boyen's Namen tragen, als Gemeingut der Nation, der Unver⸗ gänglichkeit angehören.
* Düsseldorf, 12. Febr. Die Bevölkerung der hiesigen Gemeinde betrug im verflossenen Jahre, ansschließlich der zum Mili⸗ tair-Verbande gehörigen Individuen, 39,274 Einwohner, darunter waren 19,177 männlichen und 20,097 weiblichen Geschlechts. Dem religiösen Bekenntniß nach stellt sich das Verhältniß folgendermaßen: Katholiken 32, 19; Evangelische 6562; Juden 445; Mennoniten 3. Die Militair⸗Bevölkerung zählt 3140 Individuen, davon 2643 männ- lichen und 497 weiblichen Geschlechts, so daß die ganze Bevölkerung sich auf 42,414 Einwohner beläuft.
Mit einbegriffen in diese Uebersicht sind die in dem hiesigen Ar⸗ resthause detinirten Sträflinge, deren tägliche Durchschnittszahl im verflossenen Jahre 481 betrug.
Bie schreckliche Noth unserer schlesischen Mitbrüder hat auch hier die lebhafteste Theilnahme hervorgerufen, und trotztem, daß der so oft bewährte Wohlthätigkeitssinn unserer Mitbürger in der letzten Zeit so vielfach und von so verschiedenen Seiten her in Anspruch ge⸗ nommen wurde, beeilt sich doch Jeder, sein Scherflein zur Milverung so großen Elends nach Kräften beizutragen. Außer den bei den Ne⸗ dactionen unserer öffentlichen Blätter täglich eingehenden ansehnlichen Gaben (unter denen wir das reiche Geschenk der hier residirenden Familie Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Friedrich mit 226 Rthlr. 20 Sgr. bemerken), bemühen sich auch unsere Künstler, deren viele Schlesien ihre Heimat nennen, auf alle mögliche Weise mit Aufbie⸗ tung der schönen Kunst den Bedrängten Hülfe zu leisten. So wird morgen im hiesigen Akademie Saale eine Ausstellung veranstaltet, deren Ertrag zum Besten der Nothleidenden bestimmt ist. Da in den nächsten Tagen hier, aus Anlaß eines von der rheinischen Ritterschaft zu Ehren ihrer westfälischen Standesgenossen zu gebenden Festes, der Zusammenfluß einer großen Anzahl Fremder zu erwarten steht, so derspricht man sich von der bezeichneten Ausstellung einen reichlichen Ertrag. Ein anderes Fest, dessen Ertrag gleiche Bestimmung haben soll, und auf dem lebende Bilder dargestellt werden sollen, wird von unseren Künstlern in diesem Augenblicke arrangirt. Der Männer⸗ Gesang-Verein hat sich bereits zu gleichem Zwecke produzirt, und wird auch unser Theater nicht zurückbleiben, wo es gilt, so Löbliches und Ehrenwerthes zu befördern.
Rachdem bereits am 19ten d. das Eis des Oberrheins unsere Stadt passirt hat und der Eisgang ohne, so weit die Nachrichten sebt reichen, erhebliche Unglücksfälle vorübergegangen, ist heute die hiesige Rheinbrücke wieder aufgefahren und die Verbindung mit dem jenseitigen Ufer hergestellt worden.
Neuenburger Angelegenheiten.
Neuenburg, 10. JFebr. (Const. Neuch.) Der König hat auf die Adresse, welche die vier Ministralen, der Kleine und der Große Rath der Stadt Neuenburg Sr. Majestät zum neuen Jahr überreicht haben, Folgendes geantwortet: „Meine Herren! Ich bin lebhaft gerührt von der Adresse der vier Bürgerschaften, und von Herzen habe Ich auf diese vom Herzen kommenden Worte geantwortet. Die Wünsche, welche Ihre Bürgerschaft Mir für Ihre Majestät die Kö— nigin und für Mich zum neuen Jahr hat zukommen lassen, verdienen, daß Ich eben so darauf antworte. Das Interesse, welches Mich für das Land Neuenburg beseelt, schöpft fortwährend neue Stärke aus der unerschütterlichen Anhänglichkeit, von der Ich so zahlreiche und rührende Zeugnisse empfange, und diesem wechselseitigen Bande ver⸗ danken wir die Früchte, welche Sie Meiner Liebe für Sie zuzuschrei⸗ ben nicht anstehen. Sie haben, Meine Herren, bis jetzt treu und redlich dazu beigetragen, diese Gesinnungen zu nähren und zu be⸗ festigen, und Sie haben schon in dem rührenden Schauspiel, welches bie Eintracht zwischen dem Fürsten und allen guten Neuenburgern bietet, die für Alles, was den Frieden, das Gedeihen und die Wohlfahrt des Landes betrifft, so eng zusammenhalten, Ihren süßesten Lohn ge⸗ funden. Ich brauche Sie nicht zum Beharren auf einer Bahn auf⸗ zufordern, welche Ihr Gewissen Ihnen stets- zu bezeichnen wußte, aber Ich benutze die sich Mir heute darbietende Gelegenheit, um dem Antrieb Meines Herzens zu folgen und Ihnen die Versicherung zu geben, daß, so lange es der göttlichen Vorsehung gefällt, Mir bas Loos Meines getreuen Fürstenthums anzuvertrauen, die Zunei= gung, welche Ich für dasselbe hege, und die Ich ganz besonders für Ihre loyale Bürgerschaft hege, niemals sich vermindern wird, und daß diese Zuneigung auch niemals lebhafter gewesen ist, als in die⸗ sen kritischen und gefahrvollen Zeiten. Ihr wohlgeneigter (gez.) Friedrich Wilhelm. Berlin, 29. Januar 1848.“
Deutsche BGundesstaaten.
Freie Stadt Frankfurt. (O. P. A. 3.) Die gesetzge⸗ bende Versammlung ertheilte am 12. Februar ihre Zustimmung zu dem Antrage, daß von der 35 proz. Anleihe vom Jahre 1839 für das abgelaufene Jahr ein Betrag von 300,009 Fl. durch Verloosung ge⸗ tilgt und der Zahlungs-Termin auf den 1. April d. J. e eseet werde. Eben so wurde die beantragte Nachbewilligung von 3500 81. fi das Forstamt, so wie der Antrag, daß die Werbegelder für das sesige Linien⸗Militair, insoweit sie der Stadtgemeinde obliegen, wie bisher aus dem Ertrage der Additional-Accise gedeckt werden, ohne Debatte genehmigt. Die Senats⸗Anträge wegen Verbesserung des Gehalts der Schullehrer (nach 12jähriger Due fer um den Betrag
Berlin, Mittwoch den 16ten Februar 1848.
von 200 Fl.), so wie das neue Accise⸗Gesetz, wurden zur Vorbera⸗ thung an Konimissionen gewiesen. In Betreff des ersteren Gegenstandes machte Herr Dr. Kriegk darauf aufmerksam, daß derselbe in mehr⸗ facher Beziehung reifliche Erwägung verdiene. Es frage sich dabei unter Anderem, ob die Zulage auch solchen Lehrern, die sich als un- tüchtig erwiesen, zu Gute kommen solle; es werde ferner dabei von dem Schulwesen im Allgemeinen die Rede sein. Käme es nur dar⸗ auf an, Organisations⸗Pläne auszuführen, wie sie in Hunderten von Schriften dargelegt seien, dann müßte freilich das Schulwesen in ganz Deutschland sich auf dem trefflichsten Fuße befinden; es komme aber zunächst darauf an, die lokalen Verhältnisse und Bedürfnisse im Auge zu behalten. Durch den Beschluß vom 31. Oktober v. J. hatte die gesetzgebende Versammlung genehmigt, daß vorläufig während ih Jahren die gesetzliche Zahl der Ehen zwischen Israeli⸗ ten, von denen der eine Theil fremd ist, nach Ermessen des Senats überschritten, und zugleich die Ehen, welche von hie⸗ sigen Israeliten mit fremden Frauenzimmern ohne Senatserlaubniß geschlossen worden, nachträglich sanctionirt werden dürfen. Der Se⸗ nat beantragt nun, letztere Ermächtigung auch auf, Ehen hiesiger Israelitinnen mit fremden Männern auszudehnen, und die Kommission begutachkete die Zustimmung hierzu um so mehr, als der Beschluß von 1846 eine liebergangs-Maßregel sei und die beantragte Er⸗ gänzung einer Grundlage zur Beurtheilung ihres Erfolges bieten werde. Die Versammlung trat ohne Diskussion dem Antrage bei. Die Berathung führte nun zu dem Status exigentiae für 1348. Bei dem Etat des Landverwaltungsamtes beantragte Herr Dr. Reing anum, hoher Senat möge Fürsorge treffen, daß auch Ortsbürger der Dorfschaften, so wie Beisassen, zu dem Be⸗ rufe des Arztes und Sachwalters mit der Befugniß des Wohn⸗ sitzes in der Stadt zugelassen werden. Die Aueschließung der Dorfbewohner von dem Seelsorgeramt (so daß ein Bauerssohn in seinem eigenen Geburtsort nicht Hredigen dürfe) beruhe, bemerkt der Antragsteller, auf Verfassungs⸗Bestimmungen, die wohl mit der Zeit auch einer Revision unterliegen dürften. Die beschränkte Zulas⸗ fung zum Beruf des Sachwalters und Arztes aber lasse sich weder durch die Verfassung, noch durch Gründe der. Staatsweisheit und ge⸗ sunden Vernunft rechtfertigen, um so mehr, als ja sogar solchen, die nicht im Vollgenuß politischer Rechte ständen, die Praris gestattet t fremder Aerzte zulässig sei. Herr hr. Map⸗ pes unterstützte den Antrag mit der Bemerkung, daß die Dorfbe⸗ wohner nicht mehr Heloten oder Unterthanen, sondern Bürger seien. Herr Dr. Reinganum fügte hinzu, er habe vor geraumer Zeit einem Betheiligten, der ihn wegen erschwerter Zulassung zur Advo⸗ katen⸗-Praxis zu Rathe gezogen, den Rekurs an den Bundestag an⸗ gerathen. Der Antrag des Herrn Pr. Reinganum wurde von der Versammlung ohne Widerspruch angenommen.
und selbst die Berufung
Frankreich.
Deputirten⸗ Kammer. Sitzung vom 10. Februar. Herr Darblay, der progressistische Konservative, fuhr in seiner (ge⸗ stern in ihrer ersten Hälfte mitgetheilten) Rede zur Unterstützung des von ihm zum letzten Adreß⸗Paragraphen vorgeschlagenen Amendements folgendermaßen fort;
„Die Unzufriedenheit über den schlechten Gebrauch, den das Kabinet von feiner Majorität machte, war allgemein, und die Opposition glaubte, ihr Mißvergnügen auf eine Weise kundgeben zu müssen, die ich ganz offen als gefährlich und verkehrt tadle. Sie lud ihre Freunde zu Banketten, wo neben politischen auch soziale Fragen behandelt wurden. Dieser Weg wird mir stets gefährlich scheinen, und ich tadle Herrn Guizot, daß er selbst das Beisplel gab. Um das Gefährliche von manchen dieser Bankette dar- zuthun, brauche ich blos einige Stellen der zu Lille und Dijon gehaltenen Reden anzuführen (der Redner verlas dieselben). Nachdem ich nun die Bankette charakterisirt habe, frage ich, wie funszig bis sechzig derselben stattfinden konnten, wenn wirklich die Gesetzgebung dem Kabinet die Macht gab, sie zu verhindern? Der Justiz-⸗Minister hat erklärt, er habe diese Macht nie bezweifelt, aber er habe die Kundgebung der öffentlichen Meinung abwarten wollen. War diese etwa saumselig gewesen? Gleich die ersten Bankette trugen einen gesährlichen Charakter. Ich ließe die Be—= weisführung des Ministers gelten, wenn die ersten Bankette harmlos gewesen wären und erst die letzten sich gefährlich erwiesen hätten. Ich klage daher das Ministerium der Schwäche an; es durfte die Kundgebung des Landes nicht abwarten, da die öffentliche Meinung sich mitunter gewaltsam aus— spricht. Zur Wahrung der Institutionen und der Ruhe des Landes mußte es einschreiten, wenn es dazu berechtigt war, oder den Vorwurf der Unthä— tigkeit, der saumseligen Handhabung der Gesetze auf sich laden. Das Mi⸗ nisterinm will jetzt über die Opposition Tadel verhängen, während es selbst nicht vorwurfsfrei ist; ich kann dies nicht zugeben. Das Ministerium hat die Ueberredungskraft verloren; es besitzt nur noch die Kraft, zu widerstehen oder nachzugeben. Unter solchen Umständen, kann kein Fortschritt stattfinden; müssen wir aber in dieser Unbeweglichkeit bleiben? Schon vor drei Jahren glaubte ich, daß das Ministerium abtreten werde, es geschah aber nicht. Im folgenden Jahre war seine Ersetzung schon schwieriger, denn seine Hartnäckigkeit, die Gewalt zu behalten, hatte die Sachlage schwieriger gemacht. Diese Schwierigkeit hat zugenommen, und gegenwärtig weiß ich wirklich nicht, wer das Kabinet wird ersetzen können. Doch dies geht nicht uns, sondern eine andere Gewalt an. Ein neues Ministerium aber bedarf einer neuen Majorität, und wir müssen fragen, woher es sie nehmen wird. Jetzt hat man die Majoritat nicht im In. teresse der Krone, sondern im ministeriellen Interesse getrennt und erbittert; es wird jedoch nicht schwer sein, sie wieder zu verständigen, wenn ein neues Kabinet die Zügel ergreift. Zu dieser erständigung soll mein Amendement beitragen; ich glaube in demselben den wahren 866 des Landes auszusprechen, und wenn die Verwirklichung dieses Gedankens, e. der Rüchtritw des Kabinets sich verzögern sollte, so werde ich warten, aber nicht verzweifeln.“ Herr Duchatel, Minister des Innern: „Das Amen⸗ bement bezweckt außer der Vermptheilung des Ministeriums, dessen Sturz Herr Darblay als wünschensmerth bezeichnet, eine theilweise Amnestie für Tie Bankett'. Und doch weicht seine Ansicht nicht wesentlich von der un— srigen ab. Er hat die Banteite als gefährlich bezeichnet, was von feindli= cheu Leidenschaften nicht sehr abweicht. Herr Darblay wünscht vor Allem kenn Kabsnetswechsel; er klagt über die Schwierigkeit, Las Kabine zu ersetzen, und macht uns für diese wachsende Schwierigkeit verantwortlich, bim am' Ende, wenn die Lage so sortdauert, die Ersetzung des Kabineis unmöglich mache. Er meint daher, daß es dringend sei, den es, so bald als möglich zu bewirken, und es hängt nun von der Kammer ab, ob sie ihm diese Befriedigung gewähren wi Was das neue System der Majorität betrifft, wovon er spricht, so muß die Majorität sich es überlegen, ob sie den Versuch machen will. Herr Darblay