1848 / 70 p. 8 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

unbeschränktes Recht der Steuer Verwilligung und bei der Gesetzgebung ein beschließendes Recht eingeräumt werde, auch ihre Verhandlungen öffentlich seien. Zur Wahl eines Landta Ss⸗Abgeord⸗ neten berechtigt weder Vermögensbesitz, noch die Größe seiner Steuer⸗ Entrichtung, ene: nur das Vertrauen seiner ihn erwählenden Mit⸗ bürger; 12) Einführung eines auf Billigkeit und erechter Verthei⸗ lung der Lasten beruhenden Steuergesetzes, unter ger hn, und Mitbeschließung der Landstände; 13) unbedingte Reception des Groß⸗ e glich hessischen Zehnt⸗ und Grundrenten-Ablösungsgesetzes von . 5.“ .

Auf vorstehende Adresse erwiederte der Landgraf der unterzeich⸗ neten Deputation mündlich, daß er die gestellten Anträge im Allge⸗ meinen genehmige und noch eine schriftliche Resolution erlassen werte. Das Amtsblatt vom 7. März enthält bereits die Verordnungen in Bezug auf ein Gesetz über Preßfreiheit, Amnestie für politische Vergehen, die Aufhebung der privilegirten Gerichtsstände, das Peti⸗ tionsrecht und die Regulirung der privatrechtlichen Verhältnisse der Israeliten im Amte Homburg. .

rank reich

Paris, 5. März. Der Minister des Auswärtigen, Herr La⸗ martine, hat an die diplomatischen Agenten der französischen Re⸗ publik folgendes Cirkular erlassen:

„Mein Hert! Sie kennen die Ereignisse von Paris, den Sieg des BVoltes, seinen Heldenmuth, seine Mäßigung, seine Beschwichtigung, die Wiederherstellung der Ruhe durch die Mitwirkung aller Bürger, wie wenn, in dieser Zwischenherrschast der sichtbaren Gewalten, die allgemeine Ver⸗ nunft für sich allein die Regierung von Frankreich wäre.

4 Die französische Revolution ist in ihre definitive Periode eingetreten. Frankreich ist Republit; die französische Republik bedarf der Anerkennung nicht, um zu existiren. Sie besteht durch natürliches Recht. Sie ist der Wille eines großen Volkes, welches nur sich seine Berechtigung abverlangt. Da jedoch die französische Nepublik in die Familie der eingefetzten Regie⸗ rungen als eine geregelte Macht, und nicht als ein die enropäische Ruhe störendes Phänomen einzutreten wünscht, so ist es angemessen, daß Sie der Negierung, bei welcher Sie akkreditirt sind, schleunig die Grundsätze und die Tendenzen kundmachen, welche fortan die äußere Politik der französischen Regierung bestimmen werden. J

. Die Proklamirung der französischen Nepublik ist durchaus kein An— griffsakt gegen irgend eine Negierungsform in der Welt. Die Regierungs- formen haben eben so legitime Verschiedenheiten, wie die Verschiedenheiten des Charakters, der geographischen Lage und der geistigen, sittlichen und materiellen Entwickelung bei den Völkern. Die Nationen haben, wie die Individuen, verschiedene Alter. Die Grundsätze, welche sie regieren, haben auf einander folgende Phasen. Die monarchischen, aristokratischen, consti⸗ tutionellen, republitanischen Regierungen sind der Ausdruck dieser verschie⸗ denen Stufen der Reife des Genius der Völker. Sie begehren mehr Frei heit in dem Maße, wie sie sich fähig fühlen, mehr zu vertragen; sie ver= langen mehr Gleichheit und Volksherrschaft in dem Maße, wie sie von mehr Gerechtigkeit und Liebe für das Volk begeistert sind. Dies ist eine Frage der Zeit. Ein Volk geht verloren, wenn es der Stunde dieser Reife vorgreist, wie es sich entehrt, wenn es sie unbenutzt entweichen läßt. Die Monarchie und die Nepublik sind in den Augen wahrhafter Staatsmänner keine absoluten Grundsätze, welche sich auf den Tod bekämpfen; es sind Thatsachen, welche einen Gegensatz bilden und Angesicht gegen Angesicht bestehen können, indem sie sich begreifen und sich achlen. J . ; De Krieg ist also nicht der Grundsatz der französischen Republik gleichwie er im Jahre 1792 ihre fatale und glorreiche Rothwendigiei wurde. Nach einem halben Jahrhundert auf den Gründsatz von 1792 oder auf den Eroberungsgrundsatz des Kaiserreichs zurückkehren, dies wäre kein Vorschreiten, es hieße in der Zeit rückwärts gehen. Die Revolution von gestern ist ein Schritt vorwärts, nicht zurück. Die Welt und wir, wir wollen der Verbrüderung und dem Frieden entgegengehen.

Wenn die Lage der französischen Republik im Jahre 1792 den Krieg erklärte, so erklären die zwischen jenem Zeitraume unserer Geschichte und dem Zeitraume, worin wir leben, bestehenden Verschiedenheiten den Frieden. Suchen Sie diese Verschiedenheiten außufassen, um sie in ihrem Umkreise begreiflich zu machen.

Im Jahre 1792 war die Nation nicht eine einzige. Zwei Völker be—

standen auf dem nämlichen Boden. Ein schrecklicher Kampf verlängerte sich noch zwischen den ihrer Vorrechte entsetzten Klassen und zwischen den Klassen, welche Gleichheit und Freiheit erobert hatten. Die außer Besitz gesetzten Klassen vereinten sich mit dem gefangenen Königthum und mit dein eiferfüchtigen Auslande, um Frankreich seine Revolution abzulengnen und um ihm die Monarchie, die Aristokratie und die Theokratie durch die Invasion wieder aufzulegen. Die Freiheit hat Alles frei gemacht. Die Bleichheit vor dem Gesetze hat Alles gleich gemacht. Die Verbrüderung, deren Anwendung wir verkünden und deren Wohlthaten die National Ver⸗ sammlung organisiren muß, wird Alles vereinigen. Es giebt keinen einzigen Bürger in Frankreich, welcher Meinung er auch angehöre, der sich nicht um den Grundsatz „das Vaterland vor Allem“ schaart, und der es nicht gerade durch diese Vereinigung allen Versuchen und Besorgnissen der Indasion unbezwingbar macht. Im Jahre 1782 war es nicht das gesammte Volk, welches in den Be= siz seiner Regierung eingetreten war, es war blos die Mittel-Klasse, welche die Freiheit ausüben und dieselbe genießen wollte. Der Triumph der Mittel= Klasse war damals eigensüchtig, wie der Triumph jeder Oligarchie. Sie wollie die durch Alle errungenen Rechte für sich allein zurückbehalten. Sie mußte. um dies zu bewirken, dem Regierungs-Autritte des Volkes eine starke Diversion machen, indem sie es auf die Schlachtfelder schleuderte, um es zu verhindern, in seine eigene Regierung einzutreten. Diese Diversion, es war der Krieg. Der Krieg war der Gedanke der Monarchisten und der Giron— disten; er war nicht der Gedanke der mehr vorgeschrittenen Demolraten, welche, wie wir, die aufrichtige, vollständige und regelmäßige Herrschaft des Volkes selbst wollten, indem sie unter diesem Namen alle Klassen, aus denen das Volt besteht, ohne Ausschließung und Bevorzugung verstanden.

Im Jahre 1772 war das Volk nur das Werkzeug der Revolution, es war nicht der Gegenstand derselben. Heute hat sich die Revolution durch das Volk und für dasselbe gemacht; es ist selbst die Nevolution. Indem es darin eintritt, bringt es seine neuen Bedürfnisse der Arbeit des Gewerb⸗ fleißes, des Unterrichts, des Ackerbaues, des Handels, der Sittlichkeit des Wohlseins, des Eigenthums, des wohlfeilen Lebens, der Schifffahrt und der Civilisation mit, welche sämmtlich Bedürfnisse des Friedens 31. Das Volt ist der Friede; es ist ein und dasselbe Won.

Im Jahre 1792 waren die Ideen von Frankreich und Europa nicht vorbereitet, die große Harmonie der Nationen zu begreifen und zur Wel! that des menschlichen Geschlechts unter sich außzunehmen. Der Gedanke des ablaufenden Jahrhunderts war nur in den Köpfen einiger Philosophen Hente ist die Philosophie populair. Funfzig Jahre der Freiheil zu denten zu reden und zu schreiben, haben ihr Ereigniß hervorgebracht. Die Bücher, die Journale, die Tribünen haben das Apostolat der europäischen Vernunft bewstst. Die Vernunft, überall herstrahlend, über die Gränzen der Völker hinaus, hat zwischen den Geistern diese große geistige Nationalität geschaf⸗ fen, welche die Vollendung der un, ch Revolution und die Errichtung ber internationalen Verbruͤderung auf dem Erdkreise sein wird.

Kurz, im Jahre 1792 war die Freiheit eine Neuheit, die Gleichheit war ein? Aergerniß, die Republik war eine Aufgabe. Das Anrecht der Volker, durch Fenelon, Moniesquieu, Nousseau kaum entdeckt, war so sehr vergessen, vergraben, durch die alten feudalen, dynastischen und priesterlichen Ueberlieferungen entweiht, daß den Staatsmännern der alten Schule die rechtmäßigste Einschreitung des Volkes in seinen Angelegenheiten eine Un= geheuerlichkeit bedünkte. Die Demokratie machte ugleich die Throne und die Grundlagen der Gesellschaft zittern. Heute ae sich die Throne und die Völker an das Wort, an die Formen und an die regelmäßigen Agita⸗ tionen der in verschsedenen Verhälinissen fast in allen Siaaten ausgeübten Freiheit gewöhnt. Sie werden sich an die Republik gewöhnen, welche ihre vollständige Form bei den reiferen Nationen ist. Sie werden anerkennen, daß es eine lonservirende Freiheit giebt; sie werden anerkennen, daß man in der Republik nicht blos eine bessere Ordnung, sondern daß man in die

ser Regierung Aller für Alle mehr wahrhafte Ordnu ben k ĩ der Regierung Einiger für . e. n, mn nc n

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Aber abgesehen von diesen uneigennützigen Betrachtungen sollte das alleinige Interesse der Befestigung und der Dauer der Republik schon den Staatsmannnern von Frankreich Hihi e dansen einflößen. Nicht das Va- terland ist es, welches im Kriege die meiste Gefahr läuft; die Freiheit ist es. Der Krieg ist fast immer eine Diktatur. Die Soldaten vergessen die Institutionen uͤber den Männern. Der Ruhm blendet die Vaterlandsliebe. Der Zauber eines siegreichen Namens umschleiert das Attentat auf die National- Souverainetat. Die Republik will Ruhm, ohne Zweifel, aber sie will ihn für sich selbst und nicht für Cäsare oder Napolcone.

Täuschen Sie Sich nichtsdestoweniger nicht. Diese Ideen, welche die provisorische Regierung sie beauftragt, als Pfand der europäischen Sicher= heit den Mächten darzubieten, haben nicht zum Zwecke, der Republik für die Kühnheit, daß sie zu entstehen wagte, Verzeihung zu verschaffen, und noch weniger bezwecken sie, demüthig die Stelle eines großen Rechtes und eines großen Volkes in Europa zu verlangen, Sie haben einen edleren Zweck, den nämlich, die Souveraine und die Völker nachdenken zu machen, ihnen nicht zu gestatten, sich unfreiwillig über den Charakter unserer Revo lution zu täuschen, dem Ereignisse sein wahres Licht und seine richtige Physiognomie und der Menschlichteit Unterpfänder zu geben, bevor wir de⸗ en unseren Nechten und unserer Ehre geben, wenn sie mißkannt oder be— droht würden

Die französische Repubkik wird also den Krieg gegen Niemand beab⸗ sichtigen. Sie hat nicht zu sagen nöthig, daß sie ihn annehmen wird, wenn män? dem französischen Volke Kriegsbedingungen stellt. Der Gedanke der Männer, welche in diesem Augenblicke Frankreich regieren, ist folgender: Glücklich Frankreich, wenn man ihm den Krieg erklärt, und wenn man es auf solche Weise zwingt, an Stärle und Ruhm, trotz seiner Mäßigung, größer zu werden! Schreckliche Verantwortlichkeit über Frankreich, wenn die Nexublik selbst den Krieg erklärt, ohne, dazu herausgefordert zu sein! In dem ersteren Falle würden ihr kriegerischer Geist, ihre Ungeduld, ihre während so vieler Friedensjahre angesammelte Kraft sie daheim unbesiegbar und vielleicht jenseits ihrer Gränzen furchtbar machen. Im zweiten Falle würde sie die Erinnerungen an ihre Eroberungen, welche die Nationalitäten abgeneigt machen, gegen sich wenden, und sie würde ihr erstes und ihr allge⸗ meinstes Büundniß kompromittiren; den Geist der Völker und den Genius der Civilisation.

Nach diesen Grundsätzen, mein Herr, welche die Grundsätze Frank⸗ reichs bei kaltem Blute sind, Grundsaͤtze, welche es ohne Furcht, wie ohne Trotz seinen Freunden und seinen Feinden bieten kann, werden Sie wohl die folgenden Erklärungen sich einprägen wollen:

Die Verträge von 1815 bestehen nicht mehr von Rechts wegen in den Augen der französischen Republik; die territorialen Umgränzungen dieser Verträge jedoch sind eine Thatsache, welche sie als Grundlage und als Aus- gangspuntt in ihren Beziehungen mit den anderen Mächten zuläßt.

Wenn aber die Verträge von 161 nur noch als durch gemeinsame Uebereinstimmung abzuändernde Thatsachen existiren, und wenn die Repu⸗ blit laut erklärt, daß, sie das Recht und den Beruf hat, regelmäßig und friedlich zu diesen Abänderungen zu gelangen, so existiren der gesunde Ver— stand, die Mäßigung, das Gewissen und die Klugheit der Republik, und sind für Europa eine bessere und ehrenhaftere Garantie, als die Buchstaben dieser von ihm so oft verletzten und abgeänderten Verträge.

Suchen Sie, mein Herr, diese Emancipation der Republik von den Verträgen von 1815 begreiflich zu machen, ihre aufrichtige Zulassung zu bewirken und zu zeigen, daß diese Freimachung nichts mit der Ruhe von Euroxa Unversöhnliches hat.

So würde, wir sagen es laut, wenn die Stunde der Wiederaufrich- tung einiger in Europa oder anderswo unterdrückten Nationalitäten uns in den Verfügungen der Vorsehung geläutert zu haben schiene, wenn die Schweiz, unsere treue Verbündete seit Franz l., in der Bewegung des Wachsthums, welchen sie bei sich bewerkstelligt, um dem Bunde der demo⸗ kratischen Regierungen eine Kraft mehr zu leihen, beschränkt und bedroht wurde, wenn die unabhängigen Staaten Italiens angegriffen würden, wenn man ihren inneren Umbildungen Gränzen oder Hindernisse auferlegen würde, wenn man ihnen mit bewaffneter Hand das Recht bestritte, sich zu verbün⸗ den, um ein italienisches Vaterland zu befestigen die französische Repu— blik sich berechtigt glauben, selbst zu waffnen, um diese legitimen Bewegun— gen des Wachsthums und der Nationalität der Völker zu beschützen. ;

Die Republik, Sie sehen es, ist mit dem ersten Schritte über die Aera der Aechtungen und Diktaturen hinausgetreten. Sie ist entschlossen, die Freiheit im Innern niemals zu verhüllen. Sie ist in gleicher Weise entschlossen, nie ihr demokratisches Prinzip nach außen zu verhüllen. Sie wird Niemand die Hand legen lassen zwischen das friedliche Strahlen ihrer Freiheit und den Blick der Völler. Sie verkündet sich als geistige und herzliche Verbündete aller Rechte, aller Fortschritte, aller legitimen Entwickelungen der Institutionen der Völker, welche nach dem nämlichen Grundsatze, wie der ihrige, leben wollen. Sie wird keine stumme oder brandsliftende Propaganda bei den Nachbarn machen. Sie weiß, daß es keine dauerhaften Freiheiten giebt außer denen, welche von selbst aus ihrem eigenen Boden erwachsen. Aber sie wird durch die Wärme ihrer Ideen, durch das Schauspiel der Ordnung und des Friedens, welches sie der Welt zu geben hofft, den einzigen und rechtlichen Proselvtismus machen, den Profelytismus der Achtung und der Spmpathie; Dies ist keinesweges der Krieg, dies ist die Natur; dies ist nicht die Welt in Brand stecken, es ist von feinem Platze aus auf den Gesichtskeis der Völker strahlen, um ihnen zugleich voranzugehen und sie zu leiten.

Wir wünschen für die Humanität, daß der Friede bewahrt werde, wir hoffen es sogar. Eine einzige Kriegsfrage ist vor einem Jahre zwischen Frankreich und England gestellt worden. 4 Diese Kriegsfrage hatte nicht das republikanische Frankreich gestellt, sondern die Dynastie. Die Donastie nimmt mit sich die Gefahr des Krieges hinweg, welche sie durch den rein persönlichen Ehrgeiz ihrer Familien⸗Bündnisse in Spanien für Europa an—Q geregt hatte. So lastete diese häusliche Politik der gefallenen Dynastie, welche feit siebzehn Jahren auf unserer Nationalwürde lastete, zu gleicher Zeit, durch ihre Ansprüche auf eine Krone mehr in, Madrid, auf unseren flberalen Bündnissen und auf dem Friedeu. Die Republik hat keinen Ehrgeiz. Die Republik hat keinen Nepotismus; sie erbt nicht die Ansprüche einer Familie. Möge Spanien sich selbst regieren; möge Spanien unab- hängig und frei sein. Frankreich rechnet für die Haltbarkeit dieses natür- lichen Bündnisses mehr auf die Gleichförmigkeit der Grundsätze, als auf die Successionen des Hauses Bourbon.

So ist, mein Herr, der Geist der Nathschläge der Republik. So wird unveränderlich der Charakter der freien, starken und gemäßigten Politik sein, welche Sie zu vertreten haben werden.

Die Republik hat in der Geburt und inmitten eines nicht vom Volke veranlaßten Kampfes drei Worte ausgesprochen, welche ihre Seele enthüllt haben, und welche auf ihre Wiege die Segnungen Gottes und der Menschen herabrufen werden: Freiheit, Gleichheit, Brüderschaft. Sie hat am anderen

age durch die Abschaffung der Todesstrafe in politischen Dingen den wahr— haften Kommentar zu diesen drei Worten im Innern geliefert: geben Sie ihnen auch ihren wahren Kommentar im Auslande. Der Sinn dieser drei Worte, auf unsere auswärtigen Beziehungen angewendet, ist folgender: Frei⸗ machung Frankreichs von den Ketten, welche auf seinen Grundsätzen und auf seiner Würde lasteten; Wiedererlangung des Ranges, den es im Ni⸗ veau der großen europäischen Mächte einnehmen muß; endlich Eiklärung von Bündniß und Freundschaft an alle Völker. Wenn Frankreich seiner— seitz das Bewußtsein des liberalen und civilisirenden Berufes im Jahrhun⸗ dert hat, so liegt darin nicht eines jener Worte, welche Krieg andeuten. Wenn Europa klug und gerecht ist, so liegt darin nicht eines jener Worte, welche nicht Frieden andeuten.

Genehmigen Sie, mein Herr, die Versicherung meiner ausgezeichnetsten Hochachtung.

Lam artine, Mitglied der provisorischen Regierung der Republik und Minister der auswärtigen Angelegenheiten.“

Die Gesandten Preußens und Oesterreichs sollen Paris verlassen haben und angeblich auf ihren Landsitzen in der Nähe der Hauptstadt die Instructionen ihrer Höfe erwarken. Die LegationsSecretaire besorgen die laufenden Geschäfte. Der österreichische Gesandte soll alle scine Landsleute aufgefordert haben, Frankreich zu verlassen.

Die neuesten Depeschen, welche Lord Normanby von seiner Re⸗ gierung erhalten und Herrn Laniartine mitgetheilt hat, sollen wieder⸗ holentlich den Wunsch ausdrücken, den Frieden unter den beiden Re⸗ gierungen und in Europa aufrecht zu halten.

In ihrer gestrigen Sitzung hat die provisorische Negierung als allgemeine Grundsätze des zu erlassenden Dekrets über die National⸗ Versammlung bestimmt: 1) daß die National⸗Versammlung die Consti⸗ tution dekretire; 2) daß die Wahl nach dem Maßstabe der Bevölkerung erfolgen soll; 3) daß die Vertreter des Volkes 900 an der Zahl sein sollen (s. die gestrige telegr. Depesche); 4) daß die Wahl eine di⸗ rekte und allgemeine sein solle, ohne irgend eine Bedingung von Cen—= sus; 5) daß alle Franzosen im Alter von 21 Jahren Wähler und alle Franzosen im Alter von 25 Jahren wählbar sein sollen; 6) daß das Skrutinium geheim sein solle.

Das Journal des Débats hebt ausdrücklich hervor, daß die Güter der Königlichen Privat-⸗Domaine und die Privatgüter der Prinzen und Prinzessinnen der esemaligen Königlichen Familie vor— läufig unter Sequester gestellt siid. Es wird also fürs erste noch nicht zum Verkauf derselben geschritten werden, wie man nach den ersten Gerüchten glauben konnte.

Am vorigen Donnerstag richtete auch Victor Hugo auf der Place Royale einige Worte an das dort versammelte Volk. Man hörte Gemurmel und den Ruf: „Er ist Pair von Frankreich!“ „Davon weiß ich nichts“, erhob sich die starke Stimme eines Blousenmannes, „aber er ist ein großer Mann.“ Hierauf antwortete die Menge durch ben lauten Ruf: „Es lebe Victor Hugo!“ Die Nachricht von der Ernennung des Ex⸗-Pairs zum Maice des 9gten pariser Stadtbezirks bestätigt sich nicht.

Wegen Braͤndstiftung sind 50 Personen festgenommen.

Xx Paris, 5. März. Armand Marrast, Mitglied der provi⸗ sorischen Regierung, sagte neulich am Grabe Armand Carrel's, bisher habe Frankreich sich dem Frieden unterzogen, jetzt sei es in der Hal— tung, den Frieden Europa aufzuerlegen. Ohne hier auf die Einklei dung näher einzugehen, welche der Nedner nach den obwaltenden Um ständen und in Anbetracht des Auditoriums, vor welchem er sprach, seinen Gedanken geben zu müssen glaubte, ist jedoch die Grund⸗Idee

daß Frankreich nicht angreifen will. Und

in der prov sorischen Regierung

vorwaltende Marrast gehört nach der allgemeinen Meinung zu haltung der Ordnung und f und diese Meinung hat, wie gesagt, provisorischen Regierung für sich. Unter den Mitgliedern derselben dürfen Lamartine, Tupont de l' Eure, Bethmont, Cremienx und Carnot als Gegner jedes gewaltsamen Auftretens gegen Europa gelten, und selbst Garnier Pages kann denselben beigezählt werden. Aber freilich ver= mag Niemand vorherzusagen, ob diese Mäuner nicht dem Drange der Be⸗ wegung werden weichen müssen, und schon fangen vereinzelte S men gegen einige der jetzigen Machthaber an sich zu erheben. l wirklich, wie man betreffende Gerüchte verbreitet, schon Zwie⸗ spalt im Schoße der Regierung selbst herrschen, so wäre dies unter den gegenwärtigen Umständen das größte aller Uebel, die, höchste Gefahr des Augenblicks. Es ist zu fürchten, daß, wenn es jetzt ge⸗ länge, Herrn Cremieur zu beseitigen (der unter seinen Kollegen selbst einen Gegner in Herrn Flocon zu haben scheint), bald auch Herr Bethmont und nach ihm auch Herr von Lamartine an die Reihe kommen könnte, tretz der großen Popularität, welcher dieser Letztere jetzt unter den Massen genießt, und des eben so großen Einflusses, den er auf dieselben noch ausübt, J ; =

Zur Ehre des Cassationshofes muß es gesagt werden, daß der⸗ selbe Line Festigkeit bewiesen hat, die zumal unter den gegenwärtigen Umständen, wo ehemalige Adsutanten und Ordonnanz-Offiziere Lud wig Philipp's und der Prinzen, nachdem sie diesem Jahre lang die unerschütterlichste Treue bétheuert, und aus ihrer Stellung alle mög lichen Vortheile gezogen hatten, die ersten und zudringlichsten Stellen jäger bei der neuen Regierung sind und mit Versicherungen ihrer stets echt republikanisch gebliebenen Gesinnungen um sich werfen, dop— pelte Anerkennung verdient. Die höchste Mägistratur von Frankreich, so wie der erste Präsident des Cassationshofes, haben erklärt, daß sie die Bezeichnung als, Bürger“ anstatt der in den jetzigen gesellschaft lichen Beziehungen gebräuchlichen „Monsieur“ nicht annehmen. Sie lassen jenem Worte seine edle und wahrhaftige Bedeutung weigern sich aber, der alten aus der Zeit der ersten Republik wieder aufgefrischten Auwendung sich zu fügen, welche man demselben ge ben will. Auch der General-Prokurator beim Cassations-Hofe hat ein ehrenwerthes Festhalten an seinen Grundsätzen gezeigt. Er will, daß die Constitution von der National⸗ Versammlung abgefaßt und vobirt werde; bis dahin behält er sich Alles vor und weigert sich, das Wort „Republik“ auszusprechen; aber er verspricht seinem Lande und der öffentlichen Sache seine loyale Mitwirkung. Mit Takt und Gewandtheit berührte Herr Dupin die gegenwärtigen Umstände nur im Vorbeigehen und wendete sich der Personenfrage zu. Diese Hals tung des höchsten Gerichtshofs ist von großer Wichtigkeit. Sie wird dazu beitragen, die jetzige politische Lage Frankreichs auf ihren wah ren Boden zu stellen, und auch mächtig dazu mitwirken, die vollkom⸗ men freie Meinungs-Aeußerung in der Presse, so wie ie Freiheit der Abstimmung bei den bexorstehenden allgemeinen Wahlen, zu sichern.

Daß jetzt auch Leute in die National-Garde sich einschleichen würden, welchen es um ganz andere Dinge als um Erhaltung der Sicherheit und Ordnung zu tun war, konnte nicht verhütet werden. In der That ist ein solcher National— Gardist neuer Schaffung vor- gestern am Justiz-Palaste, wo er auf dem Posten stand und dort zugleich den aufgestellten Opferstock für die in den drei Tagen Ver⸗ wundeten und die Hinterbliebenen der Gefallenen zu überwachen hatte, ertappt worben in dem Augenblicke, als er eben die in dem Opfer⸗ stocke enthaltene Summe, als deren Wächter er bestellt war, selbst in die Tasche steckte. Die National-Gardisten des Postens kannten in ihrer Erbitterung über den Elenden kaum mehr eine Schranke. Au⸗ genblicklich wollten sie an ihm, der ihre Uniform entehrt hatte, kurze Justiz üben; schon hatten sie ihn genöthigt, niederzuknieen, um eig schossen zu werden, als es noch einigen Anwesenden gelang, durch ihre Vorstellungen dieselben von ihrem gleichfalls eigenmächtigen, 2. gesetzlichen Beginnen abzubringen und sie zu vermögen, Fa r. 63 Elenden dem Gerichte überlieferten. Er wurde in der Polizei. Prä⸗ fektur in Verwahrsam gebracht. Dort ist Herr Allard ö vor an der Spitze des Sicherheitsdienstes und hat bereits , , . gehabt, Individuen festnehmen zu lassen, welche durch Drohbriefe Geld zu erpressen gesucht hatten.

1 Großbritanien und Irland.

London, 4. März. Heute fand wiederum eine Kabinets-Ver— sammlung im auswärtigen Amte statt. ,,. .

Der' Herzog und die Herzogin von Sachsen-Koburg verließen heute Morgen London, um in Dover sich nach dem Festlaud wieder

einzuschiffen. Die Blätter

theilen nunmehr die Einzelheiten der Flucht und der glücklichen Landung des französischen Königspgares, in England ausfuhrlich mit. Ludwig Philipp und die, Königin Marie Amelie waren bei ihrer hastigen Abreise von den Tuilerieen von den Generalen Dumas und Rumigny begleitet; außerdem war Niemand bei ihnen als (in Kammerdiener und eine deutsche Kammerfrau der Königin. Sie fuh⸗ ren zunächst nach Versailles, wo sie einen gewöhnlichen Wagen miethe⸗ ten, der sie nach Dreux brachte. Hier übernachteten sie bei einem treuen

Dandmanne, ber ihnen Alles verschaffte, was zu einer vollständigen Ver⸗ kleidung nöthig war. Der König schnitt seinen Backenbart ab, legte seine Perrücke ab, setzte eine alte Mütze auf und nahm einen un⸗ scheinbaͤren Mantel um. Seine Reisegefährten verkleideten sich eben so vollständig. Schon lange vor Tagesanbruch waren sie r t. auf ber Reise. Sie schlugen die Straße nach Avreur ein 12 bis 15 Stunden von Honfleur, begleitet von dem treuen Landmanne, der sie sicher zur Küste zu geleiten schwor. Sie reisten meistens bei Nacht und kamen am Sonnabend 5 Uhr Morgens in Honfleur an, wo sie für einige Augenblicke im Hause eines ihnen be⸗ kannten Herrn Dann fuhren sie nach dem Küsten⸗

aber das stürmische Wetter

ie See bli

Havre

Flüchtlinge gingen .

der König mußte zur S 24

es ward ein Mann angenommen, der

als Am Donnerstag 9 Uhr Abends ging der Königlichen Gesellschaft in See— Am 3. März 7 Uhr kam der „Expreß“ von Newhaven an, aber d vertriebene

landet, Freund des Köni

tischem Boden!“ ihn mehrere Einwohner, und er s Philspp sah bekümmert und war mehrere Tage nicht abgenommen. der dem Könige in den Tuilerieen vorgestellt war, bot Haus an. Ludwig Philipp lehnte es ab und fragte nach Herrn Packham, der lange Zeit gewerbliche Unternehmungen des Königs, nicht weit vom Schloffe Eu, geleitet hat und ihn erst eine Stunde vor Ausbruch der Revolution verließ. Er war in Brighton und eilte sogleich zu seinem Königlichen Gönner. Er bot ihm gleich sein Haus an; aber der König sagte: „Mr. Packham, ich bin Ihnen sehr verbunden, aber die guten Leuten hier haben mich so freundlich behandelt, und ich fühle mich etwas angegriffen, Jo daß ich Ihr freundliches Anerbieten ablehnen muß. Ich will hier bleiben, bis ich Antwort von London bekomme.“ Der König gad ihm all sein Geld mit der Bitte, ihm dafür englisches Geld und Kleidungsstücke zu verschaffen. Der Berichterstatter der Chro⸗ niꝑcle ließ sich bei ihm einführen. Die Königin schrieb Briese und schien die Anwesenden gar nicht zu bemerken. Der König hat so⸗ gleich ein Schreiben an die Königin Victoria gesandt. Die Englän— der haben dem flüchtigen Königspaare alle mögliche Aufmerksamkeit bewiesen. Graf Jarnac, der französische Gesandte in London, eilte sogleich nach Newhaven (einem Städtchen von 2000 Einwohnern). Herr Guizot ist über Ostende nach Dover. entkommen. Er hatte nichts bei sich, als ein Portefeuille, das er in leiner Hand tzug. Der König und die Königin sind heute bereits in Craydon gegen Mittag eingetroffen. Die Herzogin von Koburg schrie laut auf, als sie ihren Königlichen Vater sah. Ludwig Philipp vergoß Thränen, als er seine Kinder, die Herzogin August von Ko⸗ burg, den Herzog von Nemours in seine Arme schloß. Die Umste⸗ henden empfingen den König und seine Familie ehrfurchtsvoll, aber schweigend. Sie fuhren hierauf in drei Wagen nach Claremont. König Ludwig Philipp J. hat den Namen eines Grafen von Neuilly ange— nommen. ö Die neuliche Angriffsrede des Herrn Anstey gegen Lord Pal⸗ merston's Politik wurde von dem Minister geradezu als ein auswen⸗ dig gelerntes Machwerk dargestellt, das den bekannten Herrn Urqu⸗ hart zum Verfasser habe. Lord Palmerston klärte dabei sein persön⸗ liches Verhältniß zu diesem seinem bittersten Feinde auf. Er sagte: „Ich kann hier erwähnen, daß Herr Urquhart 1835 zum Secretair der Gesandtschaft in Konstantinopel ernannt wurde. Die Absicht, in welcher man einen Gesandten oder einen Gesandtschafts⸗Secretair au einen fremden Hof schickt, ist, däucht mir, die, den Frieden zwi⸗ schen Großbritanien und anderen Staaten zu bewahren. Wenn wir Krieg haben wollen, so senden wir einen Mann anderer Art, Die Pflicht eines diplomatischen Agenten ist, den Krieg abzulenken und den Frieden zu erhalten. Aber bald nachher zeigte mir einer meiner Unter-Secretaire einen Privatbrief, den er von Herrn Urquhart er⸗ halten hatte, worin dieser sagte, Herr Bell (ein Engländer, der es sich in den Kopf. gesetzt, den Circassiern Hülfe, zu verschaffen und England mit Rußland in einen Krieg zu verwickeln, indem er ein Schiff, den „Vixen“, nach der kaukasischen Küste schickte, das, wie er wußte, von den russischen Kriegsschiffen genommen werden mußte) hätte es sich ausreden lassen, das Schiff nach Circassien zu schicken; aber er, Herr Urquhart, hätte ihn bewogen, seinen Plan wieder auf⸗ zunehmen und auszuführen. Ich hielt dies entweder für eine arge n ,, ö inn großen Mangel n Discretion seitens daß er senen, 26 i. und hielt es des halb nicht für rathsam, daß er ferner in der Stellung als Secretair der Gesandtschaft blieb. Ich schrieb Herrn Urquhart also einen Brief, worin ich ihm sagte da er Urlaub zu einer Reis z zrief, worin ich ihm sagte, se krlaub zu einer Reise nach England erhalten habe, so sei die⸗ ses so zu verstehen, daß er nicht nach Konstantinopel zurückkehre Wie weit diese Mittheilung von mir no ,, . . e,, ir zusammenhängt mit den unaus— gesetzten bittersten Angriffen, welche das ehrenwer Mule steh' är Siafford (Herr Urquhart) fen n, das ehrenwerthe Mitglied für nach tl⸗ auf mich gemacht hat, weiß ich

X London, 3. März. hoff J wenn ich von London nach Berlin . . na l. nr . . ren Ereignisse, die jetzt ein benachbartes Land aufs dien af . für Jeden ein außerordentliches Gefühl der Freude sein muß 6. in jenem unbeständigen und stürmischen Ocean den Blick auf ble id, Grundlage britischer und deutscher Treue und Vaterlandsliebe w, mit dem Bewußtsein, daß bis jetzt nur ein Land die Segnungen des Friedens und der Ordnung verwirkt hat. Der Ton der englischen Presse und Gesellschaft würde um Vieles feindseliger gegen die fran⸗ zösische Revolution ausgefallen sein, wenn nicht die dringende Noth— wendigkeit sich herausgestellt hätte, sowohl die provisorische Regie⸗ rung zu unterstützen, als auch für die Sicherheit der Engländer in Paris zu sorgen. Um sie nicht bloßzustellen und um den Franzosen keinen Vorwand zur Feindseligkeit zu geben, haben die Engländer fast durchgehends sich enthalten, ihre wahren Gedanken und Besorgnisse auszudrücken. Die öffentliche Meinung hier ist in einem Zustande großer Spannung und Erwartung, aber Niemand glaubt, daß wir schon die letzte dieser Unruhen gesehen haben, oder daß die bestehende Regierung Frankreichs mehr sei, als ein glücklicher Zufall.

Ich kehre indeß zu den Angelegenheiten dieses Landes zurück. Es ist gewiß sehr zu beklagen, daß in dieser Krisis der Angelegen⸗ heiten Europa's das britische Kabinet so außerordentlich schwach und vielleicht seiner wirklichen Auflösung nahe ist. In den letzten Tagen hat der Gesundheitszustand Lord John Russell's sehr ernstliche Be⸗

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sorgnisse unter seinen Freunden erregt, nicht mehr im Stande sein, zu ertragen.

allen Umständen auf einige Tage nach H Aber das Kabinet überhaupt ist eben so

Symptome der Volks- Agltation zeig nem Theile England's,

Aus dem Haag, 5. März. la Haye enthält in Bezug auf die ji einen Artikel, in welchem es namentlich

der neubegründeten Republik zu den ausw terisiren sucht. Er geht dann näher ar

Betreff der Stellung Beider zu Frankreie dermaßen:

lovalen Aeußerungen entsprechen mögen, darf wenn die Nachbarstaaten Maßregeln ergreifen mäßigten Männer, deren

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feind sind, an der Spitze der Regierung verdr Diese Maßregeln haben für Frankreich nichls durch die erste aller Pflichten vorgeschrieben, n Belgien hat in dieser Beziehung bereits die

bewunderungswürdige Einigkeit, welche sich b

Meinungen zum Oyfer gebracht haben, sind e Energie, mit jeden Versuch, ihm den Platz, welchen es g schlossenen Verträgen einnimmt, zu entziehen,

welches dadurch beweist, wie sehr es der Natio worben hat. welcher durch Beunruhigung und Zwietracht d außen zurückzuschlagen.

nehmen möchte, soll die Fahne, welche die Farbe unserer Für Aufrührer werden,

halten ist der lovale Freund Belgiens. E ren Beziehungen, welche zwischen beiden meinschastlichen Interesse

weiß, daß beide Länder, einst der gegenseitigen Hülfe hung gegen das eine augenblicklich

Regierungen beider Länder ihre Thätigkeit nich Versuche von Aufruhr und Anarchie lähmer

sichen Mitteln entwickelt haben, als sie das Ungl

sein sollten, gemeinschaftlich ihre Nationalität strengungen gegen einen gemeinschaftlichen Fei Holländer und die Belgier, wie wir nicht zwei

blick ins Leben rufen können, leihen wollen, vielleicht berufen, eine der schönsten Missionen

sion, den Frieden der Welt zu versichern.“ D ä

Kopenhagen, 4. 2ten hat der König vom 4.

Staats- und JustizðSMinister von Stemann tragenen Aemtern als Justiz⸗Minister und

März.

Mitglied des Missions⸗Kollegiums, der

bleibt derselbe in seinen Aemtern als Geh Kanzler der Königl. Orden und als Patr

vom 1. April d. J. an gerechnet der

lassen, verbleibt dagegen in seinem Amte nister, so wie er auch den ihm ertheilten Kommission, z

dem Königl. Reskript vom 28. Januar d. änderungen in der Verfassung betreffend, führen haben wird. hein von Bardenfleht, ist vom 1. April an zun sidenten der Königl. dänischen Kanzlei un

der Etatsrath und dritte Deputirte in der Algreen⸗Ussing, zum General⸗Procureur b seines bisherigen Amtes ernannt worden.

Schleswig, 6. März. ö und Einwohner D

Die bere

ten des Gemeinwesens in Tagesblättern um Aufhebung des Verbots der Versamml

Major hat den hier länger gehegten Hoffn

Posten wieder werde besetzt werden, neue

und man fürchtet, die Anstrengungen seines hohen Amtes Seine Aerzte haben ihm gerade jetzt, mentarische Session ihren Höhepunkt erreicht hat, anbefohlen, unter

jeder Demonstration, ihren französischen Brüdern gegenüber, ten. Die vorherrschende Meinung geht hier selbst unter diesen Älassen dahin, daß Frankreich sich auf den Versuch eines ungeheuren sozialen und politichen Experiments gelegt habe, welches wohl für die übrige Welt sehr lehrreich, aber doch nicht eher befolgt und nachgeahmt wer⸗

hinweist, welche Herr von Lamartine führt,

Belgien und Holland bei dieser Gelegenheit ein und äußert

*

eben so wenig anderwärts, als hier. lland davon kann das Kabinet von Brüssel in diesem Augenblicke sich überzeugt

zu demselben Zweck

um ihre Unabhängigkeit zu behaupten, der⸗ bedürftig sein eine Gefahr für das an⸗ dere wird, und daß, um diesen Gefahren gewachsen zu sein, um nicht, wie

holm und ist zum Ober-Kammerherrn ernannt worden. Geheime Staats ⸗Minister Oersted von den ihm bisher übertragenen Aemtern als General-Pro⸗

er werde wo die parla⸗

astings sich zurüctzuziehen. wenig gesund, wie sein

Premier⸗Minister. Das verbesserte und geänderte Budget soll heute Abend zum zweitenmal vorgelegt werden, nachdem die Minister schon eine moralische Niederlage darüber erlitten haben, und es ist sehr ungewiß, ob es in seiner gegenwärtigen Gestalt die Zustimmung des Unterhauses erhalten wird, Eine abgestufte Einkommensteuer ist ohne Frage die Besteuerungs- Art, welche das Land vorziehen würde, und es ist ein großes Unglück, daß Sir R. Peel nicht mit einem billige⸗ ren System sogleich den Anfang gemacht hat.

en sich gegenwärtig in kei⸗

und auch die englischen Arbeiter haben sich

enthal⸗

den könne, als bis es mit einem Erfolg gekrönt wäre. Möge Frank⸗ . 3 ö 12 2 M nn . 63h erm 9 reich gähren, Europa ist gerüstet, seine Fortschritte zu überwachen.

nieder lande. Das gestrige Journal de

ingsten Ereignisse in Paris auf die gemäßigte Sprache indem er das Verhältniß ärtigen Mächten zu charat⸗ if das Verhältniß zwischen sich in h im Wesentlichen folgen

„In Erwartung, daß die Handlung der provisorischen Negierung ihren

sich Frankreich nicht wundern, 1 für den Fall, daß die ge—

Stimme in diefem Augenblicke noch zu Paris ge⸗ hört zu werden scheint, etwa durch die Vertreter der ertremen Meinungen, welche der Unabhängigkeit der anderen Nationen und dem Frieden der Welt

ängt und ersetzt werden sollten.

Feindliches, sie sind einzig ämlich die der Selbsterhaltung. Initiative ergriffen, und die ei dieser Gelegenheit zwischen

der Regierang und allen anderen Gewalten gezeigt hat, die freiwillige Bewe⸗ gung durch welche alle Parteien auf dem Altar des Vaterlandes den Zwiespalt ihrer

ine sichere Bürgschaft für die

welcher dieses Land jeden Angriff auf seine Unabhängigkeit,

emäß den mit Europa abge— zurückzuweisen wissen wird.

Holland freut sich aufrichtig über diesen Aufschwung eines Nachbarvolkes,

nalität würdig ist, die es er=

Holland würde mit großem Bedauern jeden Versuch sehen,

er Geister natürlich die Rräfte

des Staates schwächen uünd ihm die Macht benehmen würde, einen Angriff von Holland würde namentlich jede Demonstration von Unordnungen, welche ehemalige dynastische Erinnerungen zum Vorwand höchlich beklagen, tadeln und von sich weisen.

Niemals sten trägt, zur Standarte der Holland und

s begreift sehr wohl die wah⸗ ndern bestehen und sie im ge⸗= vereinigen müssen. Es

können; daß eine Dro—

vordem, nach einander die Beute eines erobernden Staates zu werden, die

t durch innere Zwietracht oder 1” und hindern lassen dürfen.

Was Holland und Belgien, jedes für sich, an Hülfsquellen und außerordent⸗

ück hatten, das Schwert gegen

einander zu ziehen, kann den Maßstab für die ehrfurchtgebieiende Stellung geben, welche sie einnehmen könnten, wenn sie, im Innern beruhigt, eines Tages berufen

zu vertheidigen und ihre An— nd zu vereinigen. Wenn die feln, ihren respektiven Regie⸗

rungen den lovalen und mächtigen Beistand ihrer Treue und ihrer Ergeben⸗ heit in der europäischen Krisis, welche die jüngsten Ereignisse jeden Augen

so sind diese beiden Länder zu erfüllen, welche die Staa—

ten der Gegenwart, die gern den Nomen wahrhaft civilisirter und vorwärts-⸗ schreitender Staaten verdienen möchten, erfüllen können, nämlich die Mis⸗

nem ar . (A. M.) April d. J. an gerechnet den Geheimen

Durch Reskript vom

von den ihm bisher über⸗ Präsidenten der Königlich

dänischen Kanzlei, als Königl. Commissair bei der Nationalbank, als

D 2

irection des Waisenhauses,

so wie der Veterinair-Kommission, in Gnaden entlassen; dagegen ver⸗

eimer Staats⸗Minister, als on der Schule zu Herlufs⸗ Eben so ist

cureur und Mitglied der Königlich dänischen Kanzlei in Gnaden ent⸗

als Geheimer Staats⸗Mi⸗ Auftrag als Mitglied der

welche einen GesetzVorschlag in Uebereinstimmung mit

J., die beabsichtigten Ver auszuarbeiten hat, auszu⸗

Der Geheime Staats Minister, Kammerherr

1 Justiz-Minister und Prä⸗ d zum Königl. Commissair

bei ber Nationalbank, so wie zum Mitgliede des Missions-Kollegiums, der Direction des Waisenhauses und der Veterinair⸗Kommission, und

Königl. dänischen Kanzlei, is weiter mit Beibehaltung

its von einer Anzahl Bür—

ĩ der Stadt Kiel an Se. Maj. den König abge= andte Petition um Gestattung freier Besprechung der Angelegenhei⸗

und Druckschriften, so wie ungen zu solchem Zweck, ist

hier in einer gestern gehaltenen Versammlung von hiesigen Bürgern

und Einwohnern gleichfalls unterzeichnet worden.

nächsten Tagen nach Kopenhagen abgeschickt werden. Die Ernennung des Herzogs Karl zu Glücksburg zum General⸗

Sie wird in den

ungen, daß der Statthalter⸗ Nahrung gegeben.

Italien.

Genua, 1. März. (Schw. M.) Hier haben die Nachrichten aus Frankreich ungeheure Sensation erregt und läßt sich nun gar nicht mehr absehen, wie die Dinge noch gehen werden, obschon repu⸗ blikanische Ideen bei der Mehrzahl keinen Anklang finden. Schon gestern Abend war hier großer Lärm vor dem Jesuiten⸗ Kollegium. Truppen rückten aus, furchtbares Geschrei ertönte von allen Seiten, darunter deutlich zu vernehmen: Evviva la Repubblica francese! Der Anlaß war, daß es hieß, es seien 35 weitere Jesuiten hier angekommen und in das College eingezogen. Tine Menge Volks versammelte sich in Strada nuova, man warf gegen die Fenster mit Steinen und versuchte einzudringen. Das Militair rückte aus, und umherziehende Patrouillen verscheuchten die drohende Menge, ohne Anwendung der Waffen, im Gegentheil, das Volk klatschte jeder neuen Abtheilung Soldaten heiter zu. Diesen Morgen aber zogen sie wieder vor den Palast. Das Andringen der Menge war so drohend geworden, daß die Väter durch ihre Hinter⸗ pförtchen sich geflüchtet haben. Der Eingang in das College wurde erstürmt. Das Militair schritt nicht gegen die Plünderung ein, son⸗ dern ließ das Volk machen.

Messina, 26. Febr. Das Volk hat eine an der Stadt ge⸗ legene Citadelle mit Sturm genommen. Die große Citadelle, gegen⸗ über der Stadt, hielt sich noch. Es herrschte die größte Aufregung, und die Stadt wurde 42 Stunden mit ziemlichem Schaden bom⸗ bardirt.

Jandels- und Görsen- Nachrichten. Berlin, den 9. März 1848.

II echsel- Course.

Brit. geld. Amsterdam 25 FI. 145

do. IIamburg.... 309 M.

do. 300 Mh. . 300 Er. 150 FI. 150 FI. 100 Tplr.

90 Thlr. ! x

London

Augsburg

Breslau... Leipzig in Courant im 14 Thlr. Fuss..

Frankfurt a. M. sidd. W. 100 FI.

Petersburg...

Inlãandische F

eld - Course.

xt. Nriet. Geld. Ge. Kur- u. Nm. Pfdbr. 3 86 * Sehlesische do. ]!

. riet. Gela. Gem. St. Schuld- Seb. ö Saz 84

Seeh. Präm. Seh. —— S8 877

40. Lt. B. Sar. do. 35

Rerl. Stadt- Obl. Westpr. Pfandbr. Grossh. Posen do. 4 do. 40. 37 Ostpr. Ffandbr. 35 Pomm. do. 35 W 1— 8h

K. u. Nm. Sehulas. 3 81 * 3 . 3

Friedriehsd' or.

Discouto. —1—

1. isländische Fonds.

Poln. neue Pfdhr.

do. Part. 500 FI.

do. do. do. do. 300 FI.

do. Stiegl. 2. 4. A. HHamb. Feuer- Cas. 33 do. do. 5 A.

do. Staats-Pr. Anl - do. v. Rthsab. Lst. Holl. 23 6 Iut. do. Poln. Schatz O. 1

ö kKurh. Pr. O. 40 th. do. d0. Cert. L. A. 6 8

Sardin. do. 36 Fr. do. do. L. B. 200FI. N. Bad. do. 35 FI. Lol. a. Pfdbr. a. C. 4 ͤ Aci ien.

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. 26. O. Schl. Lt. A 3 do. Prior. 4 O. Schl. L. B. 35 80 exel. ꝑtsd. Msędb. 4 71 B. do. Pr. B. 4 82 B. do. do. 5 89 B. Rhein. Stm. 4

Ef.

Volleing.

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Amst. Rott. Arnh. Utr. Berl. Anh. A. do. Prior. Berl. Hamb. do. Prior. Berl. Stett. Bonn-Cöln. Bresl. Freib. d0. Prior. Chem. Risa. Cöln. Mind. do. Prior. Cöth. Bernb. Cr. Ob. Sch. PDresd. Görl. Diss. Elberf. do. Prior. Gloggnita. Hmb. Bergd. Kiel- Alt. Lp. Dresd. Löõb. Zittau. Magd. Halb. Magd. Leipz. do. Prior. Mecklenb. N. Schl. Mk.

do. Prior.

do. Prior. 4 do. St. Er. 4

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do. v. St. Sar. 3 Sächs. Bayr.

Sag. - Glog.

a 70 bꝛ. u B. do. do. do.

St. Vobw.

do. Prior.

Prior. 45

Thüringer. Wob. (C. O.)

do. Zarsk. Selo.

Quit. Bog. 1

a4 96 . 3.

Aach. Mastr. 50

Berz. Mrk. 70

Berl. Anb. B. 45

33 bæ. Bexb. Ludw. 70

35 635 a 63 br. u. B Brieg - Neiss. 90

S2 h. 2

do. Prior. g07 be. Magd. Witi. 6) 16. 15 bꝛ.

do. III. Ser. 89 b. Yrdb. F. V. I5 398 2 ba

Nrdbh. K. Ed. . Starg. Pos. S0 56 ba. u. B.

(Schluss der Börse æ Uhr.) 6 6 n

die Actien- Course in Holse , , . 6. ,

für auswärtige Kechnung einen fern eren k ir ksans 36 4 h 145 . 8 Efsekten beschränkt. 1 reulz 8 la a iss? u ldscheine

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M' s, Frähsahr 203 Rih(lr. Er- * pr. Franlent zor Kihir. G.

Gerste 37 - 3 Rthlr. . loco 3 Kihly. ber. i 107— Rihlr.

262 1 Rinlr. bee, 3 6.

Spiritus loco

1 Frühjahr 18 kinlr. Br., 174 G. . Mai /Mnuni 185 Rihlr.

. Juni Muli 19 Rthlr.

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