1879 / 32 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 06 Feb 1879 18:00:01 GMT) scan diff

schleunigen. Der Mog. Freiherr von Heereman befürwortete, die Petition aus Bäligkeitsgründen der Regierung zur Berücksichti⸗ gung zu übecweisen. Der Regierungskommissar, Geh. Regie⸗ rungs- Ræaih Rödenbeck, sprach sich gegen diesen Antrag aus, indem er bemerkte, daß der Handels⸗Minister Veranlassung genom⸗ Men habe, unter ausführlicher Darlegung der thatsãchlichen Verhältnisse und der in Betracht kommenden Bestimmungen die Angelegenheit der Beschlußnahme des Staats⸗Ministeriums zu unterbreiten. Letzteres habe den von der Regierung ein⸗ genommenen Standpunkt nicht als ungerechtfertigt zu erachten vermocht, vielmehr an der bereits früher zu erkennen gegebe⸗ nen Auffassung festgehalten, daß das Verfahren der Regierung sich nicht nur nach den bestehenden Bestimmungen als zulässig, sondern auch unter den gegebenen Verhältnissen als zweck— entsprechend erweise.

Der Abg. Windthorst (Meppen) bedauerte diese Erklärung des Regierungskommissars und den Antrag der Kommission« Unter der Voraussetzung, daß das Alternat gesetzlich bestehe, seien die Civil⸗Supernumerare eingetreten, und alle Freude am Staatsdienst gehe diesen Beamken verloren, weil sie gar nicht abzusehen vermöchten, wann sie in eine gesicherte Lebens— bahn gelangen könnten.

Der Abg. Lr. Jacobi befürwortete den Kommissions— antrag um so mehr, als dessen Motivirung dem Uebergang zur Tagesordnung jede Schärfe nehme.

Nachdem der Referent Abg. Plath für den Kommissions— antrag eingetreten, wurde derselbe abgelehnt, und die Petition nach dem Antrage des Abg. Freiherrn von Heereman der Staats⸗ regierung zur Berücksichtigung überwiesen.

Mehrere Petitionen, überreicht von den Fischerei— besitzern aus Brandenburg, Saaringen, Briest bei Bran— denburg, Klein-Kreutz, Deetz bei Groß⸗Kreutz, Ketzin bei Pots⸗ dam, und von dem Vorstande der Fischerei-Innung zu Kietz bei Beeskow und Köpenick; aus der Provinz Pommern von den Obermeistern der Fischerei Innungen von Stettin und Alt— Damm, und der Fischereibesitzer und Fischer von Fiddichow und Nipperwiese bewegen sich in Klagen über gestörten Erwerbsbetrieb in Folge des Fischereigesetzes vom 360. Mai 1874 und der dazu erlassenen Aussührungsverordnungen, und beantragen übereinstimmend die Abänderung gleicher Paragraphen des Gesetzes und analoger Bestimmungen der Ausführungsverord— nungen hinsichtlich des Aalfanges. Die Kommiffion be— antragte, diese Petitionen der Regierung als Material für eine Revision der provinziellen Aussührungsverordnungen zum Fischereigesetz vom 30. Mai 1874 zu überweisen.

Der Abg. Schumann (Brandenburg) betonte die außer⸗ ordentliche Nothlage der Fischer und führte aus, daß die Petenten aus der Havelgegend besonders konstruirte, sehr theuere Aalwehre besäßen, welche lediglich dem Fange größerer Aale dienten und in der Zeit vom j. Oktober bis 1. April abgestellt und nicht benutzt würden. Dadurch aber, daß für die Havel und ihre Seen die Frühjahrsschonzeit, näm⸗ lich die Zeit vom 10. April bis 9. Juni verordnet, und wäh⸗ rend derselben der Fischereibetrieb vermittelst ständiger Vorrich⸗ tungen verboten sei, würden diese kostbaren Wehre völlig werth— los. Das Gesetz erlaube, den Aal zu fangen, wenn er nicht da sei, und befehle Schonung, wenn er da sei. Der Fehler sei der, daß der Aal, unter die übrigen Fischgattungen sub⸗ summirt worden sei. Mit Rücksickt auf die große Härte, welche der §. 28 des Gesetzes! enthalte, beantragte Redner, die Petition der Fischereibesitzer aus der Havelgegend der Regierung zur Berücksichtigung zu überweifen und der— selben die baldige Abänderung des Fischereigesetzes vom 30. Mai 1874 zu empfehlen.

Die Abgg. Dr. Cohn und Kropp schlossen sich dem An⸗ trage Schumann an. Letzterer möchte der Regierung empfehlen, Rücksicht auf den Nachweis zu nehmen, daß die Methode des Aalfanges anderen Fischen während der Laichzeit nicht schäd— lich sei, und dann den Aalfang ganz freizugeben. Das Haus ertheilte dem Antrage Schumann seine Zustimmung.

Die Gemeinde Rhumspringe, Amt Gieboldehausen im Eichsfelde, Provinz Hannover, petitionirt darum, daß ihr ein Stück Ackerlandes, das zur Domäne Weinhagen gehört, und das sie vom Jahre 1674 —1877 in Pacht gehabt, jetzt aber von der Staatsregierung zur Aufforstung bestimmt ist, durch freihändigen Verkauf überlassen werde. Die Kommission beantragte durch ihren Referenten Abg. Beerbohm, die Petition der Staatsregierung zu nochmaliger Erwägung zu über⸗ weisen.

Der Abg. Rüppell führte aus, daß die Gemeinde sich um die Erwerbung des fraglichen Areals wiederholt ver⸗ geblich bemüht habe. Der allerbedenklichste Punkt der ganzen Angelegenheit sei der, daß die Finanzverwal⸗ tung beschlossen und auch bereits begonnen habe, die fraglichen Ländereien außuforsten. Diese Maßregel sei im fiskalischen Interesse unzweckmäßig, schädige po— sitin und auf das Empfindlichste die ohnehin in schwieriger Lage befindliche Gemeinde und deren Angehörige. Die einzige befriedigende Lösung liege in dem Verkaufe des Vorwerks Weinhagen an die Gemeinde Rhumspringe.

Der Abg. Schmidt (Sagan) trat diesen Ausführungen in jeder Hinsicht bei. Auch der Abg. Baurschmidt bemängelte das Vorgehen der Behörden und befürwortete den Kom⸗ missionsantrag, der vom Hause akzeptirt wurde.

Bezüglich einer Petition des Kreisausschusses Ger— dauen, betr. die Entbindung von der Verpflichtung, Grund— erwerbskosten für die Thorn⸗Insterburger Bahn zu erstatten beantragte die Petitionskommission, diese Petition der Staatsregierung dahin zur Berücksichtigung zu über⸗ weisen, daß dem Kreise Gerdauen Zinssfreiheit für das bewilligte Darlehen bis zum Tage der erfolgten Betriebs⸗ eröffnung der Thorn⸗-Insterburger Eisenbahn gewährt werde. Der Regierungskommissar erklärte sich mit dem Antrage ein⸗ perstanden, der auch vom Hause angenommen wurde.

Eine Petition des Magistrats zu Tilsit wegen Auf— hebung der StempelpfJichtigkeit der Resolute in Strei⸗ ligkeiten der selbständigen Gewerbetreibenden mit ihren Ge⸗ hülfen und Lehrlingen wurde Ger Staatsregierung als Ma— terial für Nebision der Gesetzgebleng überidiesen, während Über eine Petition von Steuer exerettoren in Rhein⸗ land und West falen, den Steuererekurdren ein bestinimtes Jahreseinkommen zu garantiren und deren Stellen als etats— mäßige mit Pensionsberechtigung versehene anzuerkennen wie in früheren Jahren zur Tagesordnung übergegangen wurde.

Eine Petition von Subaltern- und Unterbeamten (Hasse und Gen.) des Kreisgerichts Bielefetd um Nach⸗ hlung von Oriszulage pro 1872 hat dem Hause schon mehr⸗ fach voraelegen. Die Budgetkommission hatte früher Ueber⸗

, n. die Reglerung zur Abhülfe einpfohlen, und das

Haus ist dem gefolgt, während gegenwärtig von der Kom— mission (Referent Akg. Kieschke) Uebergang zur Tagesordnung beantragt wurde. ; ; ;

Der Abg. Windthorst (Bielefeld) hielt diesen Antrag nicht für gerechtfertigt, und stellte seinerseits den Antrag: die Petition der Staatsregierung zur Berücksichtigung zu über⸗ weisen.. da die Vollssählung vom 1. Dezember 1871 eine Bevölkerungsziffer der Stadt Bielefeld von 21 300 aufweise, so sei das Recht der Petenten nicht zu bezweifeln. :

Vom Regierungskommissar wurde ausgeführt, daß die Bevölkerungsziffer allein nicht maßgebend sein könne, denn sonst hätte man allen Städten der Monarchie, die sich in gleicher Lage befänden, dasselbe zugestehen müssen. In ganz gleichen Fällen, wie dem vorliegenden (Posen und Mühl⸗ hausen), habe das Abgeordnetenhaus selbst aber früher gegen die Petenten entschieden. Ein Rechtstitel stehe den Petenten überhaupt nicht zu, nur aus dem Etat ließe ein solcher sich herleiten; dieser hätte aber nicht auf das Ergebniß der Volks zählung warten können, da er schon früher festgestellt worden sei. Wenn es auch finanziell sich nur um 6 -= 800 Thlr. handle, so könne doch, um kein Präzedenz zu schaffen, der Petition keine Berücksichtigung zu Theil werden.

Der Abg. Windthorst (Bielefeld) bemerkte, das Wesent— liche in diesem Falle sei, daß die Petenten ihrerseits Alles ge— than hätten, um ihre rechtzeitige Aufnahme in den Etat zu veranlassen. Gerade aus diesem Grunde habe die Budget⸗ kommission sich' zu ihrem zweimaligen Beschlusse bewogen ge— funden, den Redner auch zum dritten Male aufrecht zu er⸗ halten bitte. Hierauf wurde der Antrag Windthorst abge⸗ lehnt und der der Budgetkommission mit geringer Majorität angenommen.

Die Rheinische Dynamitfabrik zu Opladen hat in der Nähe der Ortschaften Schulau, Spitzerdorf und Wedel einen Schuppen zur Dynamitlagerung errichtet. Die Be— wohner der Ortschasten Schulau, Spitzerdorf und Wedel erachten sich durch diese Anlage eines Dynamitlagers bedroht und halten die getroffenen Sicherheitsmaßregeln für un⸗ genügend.

Die Kommission beantragte Uebergang zur Tagesordnung, der Abg. Schütt stellte dagegen den Antrag, die Petition, sö— weit sie auf Beseitigung der Niederlage gerichtet wäre, der Königlichen Staatsregierung zur Abhülfe zu überweisen. Redner führte aus, daß schon nach siebemnonaͤtlichem Betriebe eine von derselben Gesellschaft errichtete Pulverfabrik in die Luft geflogen, jetzt aber im Wiederaufbau begriffen sei, und zwar in nächster Nähe des Dynamitlagers.

Der Regierungskommissar befürwortete den Kommis⸗ sionsantrag. Nach der erwähnten ersten Explosion seien die Schutzmaßregeln vermehrt worden. Auf Beschwerde der Adjazenten sei die Angelegenheit in den betheiligten Ministerien einer sorgfältigen Prüfung unterzogen und ein Gutachten der technischen Deputation? für Gewerbe ein— geholt worden. Nachdem dasselbe günstig für die Lagerung ausgefallen, sei die Beschwerde zurückgewiesen und die definitive Erlaubniß zur Errichtung des Lagers ertheilt wor— den. Der Antrag auf Abänderung der in Rede stehenden Vorschristen finde d zurchz seine Erledigung, daß von dem Bungesrath die einheitliche Regelung des gefammten Verkehrs mit Sprengstoffen in Angriff genommen worden sei. Die von preußischer Seite unter Mitwirkung des Handels⸗Ministeriums, des Ministeriums des Innern, des Ministeriums für die geist⸗ lichen und Medizinal-Angelegenheiten und des Kriegs-Mini⸗ steriums aufgestellten Enkwürfe von Verordnungen lägen zur Zeit den Bundesrathsausschüssen für Handel und Verkehr und für Eisenbahnen, Post und Telegraphen vor. Da übrigens nach diesen Entwürfen die Versendung von Dynamit aufden Eisenbahnen zugelassen werden solle, so werde voraussichtlich binnen Kurzem das Dynamitlager in der Schulauer Ge⸗ markung seine Bedeutung verlieren und damit für die Petenten jeder Grund zur Besorgniß hinwegfallen.

In technischer Beziehung führte der Regierungskommissar Professor Dr. Weber aus, daß Bedenken gegen das Projekt nicht geltend zu machen seien, und wäre den von der Re— gierung zu Schleswig hinsichtlich der Einrichtung des Lagers, der Erdarbeiten (Ringwall, Vorwall, Terraineinsenkung) und des Lagerschuppens getroffenen Bestimmungen Nichts hinzu⸗ zufügen.

Der Abg. Dr. Burg bemerkte, die Regierung habe aller— dings keine formellen Vorschriften verletzt, wie sie für die Auf⸗ bewa hrung und den Transport explosibeler Stoffe beständen; doch empfehle sich, im Wege der Gesetzgebung Bestimmungen zu erlassen, die die Gefahr einer Dynamit⸗Niederlage für die Umgebung beseitigten.

Der Abg. Dr. Serlo hielt die Gefahr einer Explosion für gar nicht vorhanden, wie er aus seiner langen Erfahrung im Bergbau bezeugen könne. Außerdem habe vor wenigen Monaten der Ober⸗Präsident eine Verfügung erlassen, nach welcher um die schützenden Erdwälle herum ein schützender Rayon von 10 m im Umkreise geschaffen werden solle.

Der Abg. Hansen erkannte die formale Legalität in dem Verfahren der Regierung zwar an, glaubte aber doch, daß die Wünsche der Petenten eine billige Rücksichtnahme zu beanspruchen hätten, die er der Regierung ans Herz lege. Doppelt gefährlich liege die Sache in' dem gegebenen Falle, wo neben der Dynamitfabrik sich noch eine Pulver⸗ mühle befinde, die schon einmal in die Luft gegangen sei. Hierauf wurde der Antrag Schütt mit sehr großer Majoritãt angenommen.

Der Ober⸗Bergrath a. D. Wachler, General⸗Bevollmäch⸗ tigter des Grafen Guido Henckel von Donnersmarck hatte um Erlaß eines Nothgesetzes für Schlesien, betreffend die Fest⸗ stellung und Aufbringung der Lehrergehälter ebeten, weil die Gutsbesitzer zu sehr belastet wären; mehrere Gemein⸗ den hatten dasselbe Petitum gestellt, weil sie eine Umlage der Schulunterhaltungskosten nach Maßgabe des Erwerbes wünschen.

Die Kommission beantragte: „Ueber das auf Erlaß eines Nothgesetzes für Schlesien gerichtete Petitum zwar zur Zeit zur Tagesordnung überzugehen“, gleichzeitig aber zu erklären: daß die durch Anwendung des Schulreglements vom 18. März 1801 auf heutige Verhaltnisse viel fach entstehenden Mißstãnde einer Abhiüllfe im Wege des Gesetzes in fi zefter Zeit dringend bedürfen.“ Das Haus trat diesem Antrage mit großer Ma⸗ jorität bei, worauf es sich um 41 Uhr vertagte.

In der heutigen (45.) Sitzung des Hauses der Abgeordneten, welcher die Staats-Minister Br. Leon— hacdt und Maybach und inehrere Regierungs kommissarien beiwoynten, wurden zunächst phne Debatte die Gesetzent⸗ würfe, beireffend die Dienstverhältwisse der Gerichtsschreiber, betreffend die Abänderung von Bestimmungen der

Disziplinargesetze und der Entwurf einer Haubergsordnung für den Kreis Siegen in dritter Berathung erledigt. Beim Schlusse des Blattes begann die zweite Berathung des Ent— wurfs einer Schiedsmannsordnung.

Ein amtliches Telegramm aus Odessa vom 5. d. M. besagt, daß ne ue auf die Pestepidemie bezügliche Meldungen aus Rostoff, Taganrog, Jekaterinoslaw, Choritz, Mariupol, Berdiansk, Kertsch, Nikolajeff, Elisabethgrad und Kischineff nicht vorliegen, sowie daß die durch Odeffa beförderten Militär⸗Transporte neuerdings dort desinfizirt werden.

Die „St. Petersburger Zeitung“ vom 2. d. M. publizirt folgendes ihr zugegangenes Spezialtelegramm:

Sarepta, Freitag, den 19. Januar. daß in Sarepta und in der Janzen Um-

Wir haben Quarantäne, und es ist

vorhanden; es ist überhanpt kein Fall der Erkrankung an der Seuche vorgekommen, aus welchem Grunde eine vollständige Beruhigung aller Gemũther eingetreten ist. Soeben verließ uns Se. Ercellenz der Geuverneur Galkin⸗Wrasski, sehr zufrieden mit dea hiesigen Verhält⸗ nissen; dennoch ist die Quarantäne verschãrft worden.

A. Knobloch.“

Die bereits anderweitig als unbegründet bezeichnete Nach⸗ richt über einen angeblichen Pestfall in der Nähe von Moskau wird in einem am 3. d. M. ausgegebenen Extra⸗ blatt des „Russischen Regierungs- Anzeigers“ durch folgende amtliche Mittheilung dementirt:

Nr. 19 der (in Moskau erscheinenden) Nachrichten“ enthält unter der Rubrik „No richten, einen Artikel folgenden Inhalts:

(Anzeichen der Pest bei Moskau.) Von dem vereidigten Rechtsanwglt im Bezirk des Moskauer Appellhofes, 7. W. Bar— koff, erhielten wir folgende Nachricht, die wir ihrem ganzen Inhalte nach der Verantwortlichkeit jener Person überlassen, welche sie mitgetheilt hat.

„Ich beeile mich, Ihnen eine Neuigkeit zu melden, die Jeder⸗ mann schrecklich erscheinen dürfte. Die Pest hat sich in der Nähe von Moskau gezeigt, 20 Werft von Sserpuchow, im Kirchdorf Wyssokoje bei Raj⸗Sfemenowski.

Die Nachricht wurde dem Sserspuchowschen Kreis landamt durch den Prlester des Dorfes Wyssokose übermittelt, welcher einen Kranken mit den Sterbesatramenten versah, der direkt aus Wetljanka gekom⸗ men war. Der Kranke fand nirgends Aufnahme und“ starb unter freiem Himmel. Die Symptome seiner Krankheit varen nach Mittheilung des Priester; überaus ähnlich den in den Zeitungen beschriebenen Symptomen der Pestepidemie. Einige Häuser in diesem Dorfe sind bereits erkrankt. Diese Neuigkeit habe ich von einer Perso«, welche die Anzeige des Prꝛiesters gelesen hat. Gebe Gott, daß diese Nachricht sich als falsch erwiese. Das Mit⸗ glied des Landamts in Sserpuchow, Herr Hildebrandt, hat heute um 3 Uhr die Anzeige des Priesters dem Mözkauer Civil Gouverneur überbracht.

Nach der durch den Moskauschen General-Gouverneur in dieser Veranlassung angestellten Untersuchung hat sich die von den „Zeitgenössischen Nachrichten“ gebrachte Mittheilung nicht bestätigt, wie aus dem weiterfolgenden Telegramme des General⸗ Adjutanten Fürsten Dolgorukoff d. d. Moskau, 21. Januar, ersichtlich ist:

Auf das Telegramm Ew. Ereellenz beehre ich mich mitzu—⸗ theilen, daß das Mitglied des Sserpuchowschen M te S fhe⸗ brandt, am 12. Landamt gerichtetes Schreiben des überbracht hat, in welchem dieser meldet, daß im Kirch dorfe Wyssokoje eine epidemische Krankheit aufgetreten sei, die durch einen Bauern, der in Wetljanka war, eingeschl ppt wäre. Nach Meldungen des Kreisarztes, des Kreis ⸗Polizeimeisters und seines Gehülfen hat sich die Krankheit in Wyssokoje als typhöses Fieber von regelmäßig⸗m Verlaufe erwiesen, ein epidemischer Charakter ist nicht bemerkbar, die Veranlassungen der Krankheit sind unbekannt. Den vier Erkrankten wurde Hülfe geleistet, Maßregeln zur

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Unterdrückung der Krankheit sind ergriffen, Todesfälle sind nicht vor⸗ z yal 6 L

Veröffentlichen Sie, gegend Alles wobl steht. kein einziger Patient

itgenössischen und Nach⸗

Priesters Minerwin

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gekommen, Alle sind in der Genesung begriffen. Daffelbe bestätigt auch Hildebrandt in einem Te egramme, das von ihm aus Sserpuchow gestern, um 12 Uhr Mittags, eingetroffen ist.“

Die Sachverständigen-Vereine für die Kö—

=

niglichen preußischen Staaten find zur Zeit, wie solgt, zusammengesetzt:

V Literarischer Sachverständigen-Verein. Vor— sitzender: Hr. Pr. Dambach, Geheimer Ober⸗Postrath, vortragender Rath und Justitiarius im General ⸗Postamt, Professor der Rechte an der Universität;

ö a, n n, ordentlicher Pro⸗ sessor an der hiesigen Universität, zugleich Stellvertreter des Vorsitzenden, Hr. G. Reimer, Verlagsbuchhändler, Hr. Dr. Dernburg, Geheimer Justiz-Rath und ordentlicher Pro⸗ fessor der Rechte an der hiesigen Universität, Hr. Dr. Hin⸗ schius, ordentlicher Professor der Rechte an der hiesigen Universität, Hr. Enslin, Verlagsbuchhändler, Hr. Kaiser, Verlags Buch⸗ und Kunsthändler;

b. Stellvertreter: Hr. Hertz, Verlagsbuchhändler, Hr. Dr. Hir sch, Geheimer Medizinal⸗Nath und ordentlicher Professor an der hiesigen Universität, Hr. Dr. Toeche, Hof⸗ Buchhändler, Hr. Dr. Hübler, Geheimer Aber⸗Negierungs⸗ ., Hr. Dr. Kru se, Schriftsteller, Hr. M ühl brecht, Buch—⸗ händler.

2) Musikalischer Sachverständigen-Verein. Vorsitzender: Hr. Dr. Dam bach, Geheimer Ober⸗Post⸗ rath, vortragender Rath und Justitiarius im General⸗Post⸗ amt, Professor der Rechte an der Universität;

a. Mitglieder: Hr. Geppert, Justiz⸗Rath und Rechts⸗ anwalt, zugleich Stellvertreter des Vorsitzenden, Hr. Ries, Lonzertmeister, Hr. Weiß, Komponist und Musikverleger, Hr. Schneider, Professor und Musikdirektor, Hr. Krigar, Musikdirektor, Hr. Bahn, Hof⸗Mufikalienhändler;

b. Stellvertreter: Hr. Golz, Appellationsgerichts⸗ Rath zu Frankfurt a. O., Hr. Simrock, Musikalienhändler, Sr. Löschho rn, Professor, Hàr. Bock, Hugo, Hof⸗Musikalien⸗ händler, Hr. Blumner, Professor und Direktor der Sing⸗ akademie, Hr. Rad ecke, Königlicher Kapellmeister.

3) Künstlerischer Sachverständigen⸗Verein. Vorsitzender: Hr. Dr. Dam bach, Geheimer Ober⸗Postrath, vortragender Rath und Justitiarius im General ⸗Postamt, Professor der Rechte an der Universitãt;

a. Mitglieder: Hr. Daege, Professor und Historien⸗ maler, zugleich Stellvertreter des Vorsitzenden, Hr. Mandel, Professor und Kupferstecher, Hr. Schrader, Professor und Historienmaler, Hr. Ernst, Buch- und Kunsthändler, Hr. Lüderitz, Professor und Kupferstecher, Hr. Wredow, Pro⸗ sessor und Bildhauer;

b. Stellvertreter: Hr. Vollgold, Kommerzien⸗Rath, Hr. Kaiser, Verlags-, Buch⸗ und Kunsthändler, Hr. Suß⸗ mann⸗Hellborn, Bildhauer, Hr. A. Ewald, Historien⸗ maler, Hr. En de, Baurath.

Januar dem Moskauschen Gouvernet. ein an das

4 Photographischer Sachverständigen-Verein. Vorsitzender: Hr. Dr. Dambach, Geheimer Ober Postrath, vortragender Rath und Justitiarius im General⸗Postamt, Pro— fessor der Rechte an der Universität;

a2. Mitglieder: Hr. Kaiser, Verlags,, Buch- und Lunsthändler, zugleich Stellvertreter des Vorsitzenden, Hr. Schrader, Professor und Historienmaler, MHr. Lüderitz, Professor und Kupferstecher. Hr. A. Duncker, Hof⸗Buch⸗ händler, Hr. Dr. Vo gel, Professor an der Gewer be⸗ Akademie, Hr. Prümm , Photograph;

b. Stellvertreter: Hr. Wigand, Photograph und Porträtmaler, Hr. Brasch, Photograph und Porträtmaler, Hr. Feckert, Maler und Lithograph.

5) Gewerblicher Sachverständigen-Verein. Vor— sitzen der: Hr. Dr. Dam bach, Geheimer Ober⸗Postrath, vor⸗ tragender Rath und Justitigrius im General-Postamt, Pro— fessor der Rechte an der Universität;

a. Mitglieder: Hr. Lüders, Geheimer Negierungs⸗ Rath, zugleich Stellvertreter des Vorsitzenden, Hr. Br. Hin⸗ schius, ordentlicher Professor der Rechte an der hiesigen Uniyersität, Hr. Ravens, Geheimer Kommerzien Rath, Hr. Grunow, Erster Direktor des deutschen Gewerbemuseums, Hr. Dr. Weigert, Fabrikbesitzer, Hr. Albert Wagner, Hof⸗Goldschmied, Gold⸗ und Silberwaarenfabrikant, Hr. Su ß⸗ mann-Hellborn, Bildhauer, Hr. March, Kommerzien⸗ Rath in Charlottenburg, Hr. A. Heyden, Baumeister;

b. Stellvertreter: Hr. Dr. Lessing, Professor und Direktor der Sammlung des deutschen Gewerbemuseums, Hr. Siemexring, Professor und Bildhauer, Hr. Heese, Kom⸗ merzien⸗Rath, Hr. Möller, Geheimer Regierungs⸗Rath und Direktor der Königlichen Porzellan-Manufakttur in Charlotten⸗ burg, Hr. Franz Lieck, Tapetenfabrikant, Hr. Albert Vollgold, Goldschmied.

Der Königliche Gesandte in München, Wirkliche Ge⸗ beime Rath Graf von Werthern-Beichlingen, hat sich Behufs Theilnahme an den Sitzungen des Herrenhauses nach Berlin begeben. Während der Abwesenheik des Gefandten werden die Geschäfte der Königlichen Mission durch den Lega— tions-Sekretär von Hirschfeld wahrgenommen.

Der General⸗Lieutenant von Strubberg, Com— mandeur der 19. Tivision, ist von Hannover, der General— Lieutenant von Förster von Brandenburg a. / H. hier angekommen.

Raden. Karlsruhe, 5. Februar. (W. T. B.) Die Zweite Kammer hat den Ankauf der bisherigen württem⸗ bergischen Eisenbahnstrecke Bruchsal-Bretten für 3 Millionen Mark mit allen gegen eine Stimme genehmigt.

Anhalt. Dessau, 4. Februar. Nach einer im gestrigen Staats⸗-Anzeiger“ veröffentlichten Verfügu ng Sr. Hoheit des Herzogs, betreffend die Organisation der Haus⸗ und Hofvermwaltung, sind die Centralleitung derselben dem Haus⸗Ministerium, die Geschäfte der bis jetzt bestehenden Hof⸗ domänenkammer, des Hofforstamtes, Sofjagdamtes und der hesfartenverwmaltung der Hofkammer übertragen. Für die

hefs des Hofmarschallamtes, des Hofmarstallamtes und der vteydanz ez atthegters und der Kapelle ist das bisherige Verhältniß der Mitgliedschaft zur Hofkammer gelöst worden.

Schwarzburg⸗Sondershausen. Sondershausen, 4 Februar. (Leipz. Ztg. Dem Landtage bes Fürsten⸗ thums ist außer dem Entwurfe eines Gesetzes zur Ausführung der Gerichtsverfassung und einer Denkschrift, den Gerichts⸗ gemeinschaftsvertrag mit Preußen betreffend, eine Reihe von Gesetzentwürfen zugegangen, welche in Folge der Justiz⸗ organisation sich als nothwendig erweisen. Zur Vorbera— thung dieser Gefetze ist von der Fürstlichen Regierung die Einsetzung einer besonderen, aus 5 Mitgliedern bestehenden ständigen Deputation, welche auch nach einer Vertagung des Landtages ihre Arbeiten fortsetzen kann, vorgeschlagen und die deshalb erforderliche Abänderung der Geschäftsordnung des Landtages in der zweiten Sitzung genehmigt worden.

Hamburg, 4. Februar. (Wes. Ztg.) Der Bürger⸗ schaft ist vom Senat ein dringlicher Antrag, betr. die Uebertragung der Konzession zum Bau und Betriebe der auf hamburgischem Gebiete liegenden Strecke einer Eisenbahn von Harburg nach Cuxhaven an eine unter dem Namen „Unterelbische Eisenbahn⸗Gesellschaft', neu zu begründende Eisenbahn⸗Gesellschaft, zugegangen.

Oesterreich⸗ Ungarn. Wien, 5. Februar. Die „Wiener Abendpost“ reproduzirt die Publikation des Deutschen Reichs-Anzeigers“ betreffend die Aufhebung des Artikel V. des Prager Friedens und fügt hinzu, daß das Datum des betreffenden Staatsvertrages, der 11. Ok⸗ tober 1878, insofern beachtenswerth erscheine, als es an sich schon gewisse Versionen zu entkräften scheint, welche über den äußeren Anlaß dieser neuen Vereinbarung aufgestellt wurden. Dem „Dresdner Journal“ wird von hier gemeldet, das neue Kabinet, dessen Bildung Graf Taaffe übernommen habe, werde kein Beamten⸗Ministerium, sondern ein parlamen⸗ tarisches Ministerium sein, in welches zwei bis drei Mitglieder des jetzigen Kabinets übertreten würden.

Die „Politische Korrespondenz“ meldet aus Scu— tari: Vorgestern ist in Virbazar von ben türkischen und den montenegrinischen Bevollmächtigten ein Protokoll unterzeichnet, nach welchem Spuz am 7. d. und Podgoritza am 8. d. definitiv an Montenegro übergeben werden sollen. Aus Konstant inopel: Di russischen Truppenkonzentrirungen bei Adrianopel sind auf Vorbereitungen zur Räumung zurückzuführen. Die Nachricht von der Befestigung Adria⸗ nopels bestätigt sich nicht, dagegen werden die Befestigungen des Schipkapasfes von russischer Seite fortgesetzt.

Pest, 5. Februar. (W. T. B.) Das Abgeordneten—⸗ ha us bexieth heute den Anleihe⸗-Gefetzen wurf. Der Minister⸗Präsident Tisza trat für den Entwurf ein, indem er die Vortheile desselben darlegte.

Niederlande. Haag, 3. Februar. Wie der „Staats- Courant“ mittheilt, hat der t ön ig, um das Andenken an sei⸗ nen Bruder, den verstorbenen Prinzen Heinrich, und dessen große Verdienste um die niederländische Marine in bleibender Erinnerung bei der Flotte zu erhalten, angeordnet, daß sich bei der Kriegsmarine stets 'ein chf, 1. Klasse be⸗

nden soll, welches den Namen „Prinz Heinri h der Nieder⸗ ande“ führen wird.

Großbritannien und Irland. London, 6. Februar. haben die

8 T. B.) Wie der „Stan dard“ erfährt, Regierungen von England und Portugal beschlossen, gemeinsam gegen den Sklavenhandel s bique und Madagascar vorzugehen.

Frankreich. Paris, 6. Februar. Corps empfangen. Das „Journal officiel“ publizirt ein Dekret des

und Telegraphenwesen geschaffen wird. Zum Minister für Post- und Telegraphenwesen wird der Deputirte Cochery ernannt.

. Ferner veröffentlicht das amtliche Blatt über die im rus— sischen Gouvernement Astrachan ausgebrochene Epidemie

eine Note, in welcher es heißt: Für Frankreich hat die Frage der Ergreifung von Schutzmaßregeln gegen die Verbreitung

der Epidemie cinen minder ernsten Charakter, weil dasselbe zunächst durch die Errichtung der österreichisch⸗deutschen Ab⸗ sperrungslinie geschützt wird. Allein zu befürchten ist die Ein⸗ schleppung der Krankheit auf dem Seewege, gegen welche die erforderlichen Mittel der Abwehr schon vorbereitet find. Indeß dürfte die Regierung der Republik gegenüber der Europa dro⸗ henden Gefahr sich nicht gleichgültig verhalten; dieselbe beab⸗ sichtigt daher, sich den in den infizirten Gegenden vorgenom— menen Untersuchungen und den zur Unterdrückung der Krank— heit gemachten Anstrengungen anzuschließen.

Die „République fran gaife⸗— erfährt, die Botschaft des Präsidenten würde von keinerlei ministerieller Erklä⸗ rung begleitet sein. Die Botschaft würde die Nothwendigkeit betonen, daß sich die Regierung fortwährend im Einklange mit den Inspirationen der Nation befinde, und auffordern zu fruchtbringenden Arbeiten, die sich frei erhielten von jeder Ve— unruhigung über die Form der Regierung. Endlich würde die Bolschaft Maßregeln der Beruhigung ankündigen, durch welche der Schleier der Vergessenheit über das Vergangene gebreitet werden solle, und alle Bürger zum Vertrauen und zur Eintracht auffordern.

Spanien. Madrid, 4. Februar. (Ag. Hav.) Der König hat gestern, unter enthusiastischen Ovationen der Be— völkerung auf allen Stationen, die Eifen bahn nach Ciu— dad Real und damit die neue spanisch⸗portugiesische Linie eröffnet. Se. Majestät begab sich von dort nach Badajoz weiter, wo übernachtet wird, und reist morgen nach El vas.

Es ist un xichtig, daß der General Joveller den Gene— ral Martinez Campos als Gouverneur von Euba er— setzen werde.

Portugal. Lissabon, 4. Februar. (Ig. Hav.) Der König reist heute Nacht nach El vas zu einer Begegnung mit dem Könige von Spanien. Dieselbe hat durchaus keinen politischen Cha—⸗ rakter, sondern ist nur als eine Manifestation der freund⸗ schaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Natione sowohl wie ihren Souveränen zu betrachten.

Elvas, 5. Februar. (W. T. B.) Der König von Spanien ist heuke Vormittag um 10 Uhr hier eingekroffer und von dem Könige von Portugal auf dem Bahnhofe empfangen worden.

Italien. Rom, 5. Februar. (W. T. . Majestäten der König und die Königin erschienen gestern Abend auf dem Balle in der deutschen Botschaft.

In der gestrigen Sitzung der Deputirten kammer nahm die Debatte über die auswärtige Politik ihren Fortgang. Nach den persönlichen Bemerkungen mehrerer Redner und nach— dem der Abg. Ercole für die Familie des in Bosnien ermordeten Konsuls Perrod eine Unterstützung Seitens des Staates verlangt hatte, ergriff der Minister⸗P̃ räsident Depretis das Wort und erinnerte zunächst daran, daß er bereits im Senate sich über die Intentionen der Regierung hinsichtlich der auswärtigen Politik ausgelassen und auf ähnliche Anklagen, wie die im Laufe der jetzigen Debatte erhobenen, geantwortet habe. Dennoch glaube er einige der vorgebrachten Anschuldigungen nicht ohne Erwiderung lassen zu sollen. Der Minifter stellte darauf die Urtheile einiger Redner über die Ministerien der Linken richtig und erörterte die Bestimmungen des Ber— liner Vertrages in Bezug auf die Interessen Italiens im Orient, welche durch den Vertrag weder geschädigt noch be⸗ droht seien. Ferner beantwortete Depretis noch mehrere An—⸗ fragen über die Absichten der Regierung bezüglich der durch den Berliner Vertrag berührten Länder und über die Politik der Regierung Egypten und Tunis gegenüber. Was Numä— nien betreffe, so sei dasselbe in der That unabhängig gewor⸗ den, nachdem es aufgehört habe, ein Vasall der Türkei zu sein. Es sei nothwendig, daß der Artikel des Berliner Vertrages, welcher die Gleichberechtigung der Kulte in Ru— mänien feststellt, ausgeführt werde; man dürfe aber nicht vergessen, daß Numänien sich durch seinen Muth ein Anrecht auf seine Autonomie erworben habe, und daß dasselbe zu der alten lateinischen Völkerfamilie gehöre. Der Minister glaubt, daß die betreffende Frage demnächst eine Lösung finden werde. Ebenso hält derselbe dafür, daß man auch hinsichtlich Griechenlands zu einem friedlichen Abkommen in der Grenzberichtigungsfrage gelangen werde. Immerhin aber werde die italienische Regierung Alles thun, daß das Berliner Protokoll zur strikten Ausführung gelange. Was Cypern an⸗ lange, so sei noch nichts entschieden, er glaube aber, daß Eng⸗ land europäische Gerichtshöfe allen anderen vorziehen werde. Auf Egypten übergehend, versicherte der Minister, daß die italienischen Interessen gewahrt und die Gläubiger des Khedive bezahlt werden würden; bezüglich Tunis konvenire Italien die Aufrechterhaltung des status quo.

In der heutigen Sitzung wurden, nachdem der Bericht⸗ erstatter und Cairoli gesprochen hatten, alle Tagesord⸗ nungen, welche im Laufe der Debatte beantragt worden waren, zurückgezogen, während Petrucelli nicht weiter auf seiner Interpellation über die Beziehungen Italiens zu den auswärtigen Mächten beharrte. Schließlich ging das Haus zur Spezialdebatte des Budgets des Ministeriums des Auswärtigen über.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 5. Februar. (W. T. B.) Se. Königliche Hoheit der Erbgroßherzog von Mecklenburg-⸗-Schwerin mit Gemahlin sind heute Vormittag um 11 Ühr nach Schwerin abgereist.

Vorgestern sind keine neuen Erkrankungen in den bekannten Distrikten vorgekommen. Die Regieru ng hat den Lokalbehörden unter größter Verantwortlichkeit die genaueste und objektivste 2 zur Pflicht gemacht und läßt die eingegangenen Depeschen über den Tages Krank—

zwischen Mozam⸗ ü gramm aus Astrachan, vom 5. Februar.

ö und Umgegend kein Kranker. In Selikrennose un 283 ; X. 3 (W. T. B) Der 3 ö ö Präs ident Greèvy wird am Sonnabend das diplomatische ö blieben daher am 4. d. 3 Kranke. . . E die Krankheit keine Fortschritte gemacht, in Visso errscht Prä sidenten, wonach ein neues Ministerium für Post⸗ 2. mr, e, , e g, mr, föore berrsct

heitszustand ohne jede Modifikation publiziren, weil sie gerade dadurch am besten allen sonstigen Sensationsgerüchten be—⸗ gegnen zu können glaubt.

6. Februar. (B. T. B.) Offizielles T In Wetljanka

l r sich am 3. d. M. 5 Kranke; davon sind 2 gestorben. Ein neuer Erkrankungsfall kam nicht vor, es In Tschernojarsk hat

der gewöhnliche Typhus.

hen⸗Bureau.

7 In der heutigen der Berichterstatter Hasner jede Debatte ein⸗

stimmig

issen schaft und Das Prachtwerk Italien, eine Wan s zum Aetna“, zweite Auflage (Stuttgart.

7. Lieferung vorgeschritten, welche Ti

Mailand treffliche To Fiedler; Mailand, Randzei ertosa bei Pavia, von Gust— ustrationen der Nummer si

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Weise ist dem alphabe—

ha Leipzig hat j Katalog Nr. 50 veröffentlicht. nach dem Alphabet der Verfasser den Gebieten der Jurispruden;, de wirthschaft, des Finan;wesens, Handels, des Verkehrswesen, äber di bildeten früher die Bibliothek eines viele wichtige Werke und beziehen si haupt und die einzelnen deutschen Länder Europas (Frankreich, Euglan Dänemark, Schweden), theils auch Athen). London, 4. Februar. In einem

Briefe aus Athen macht Dr. Schliem ant er durch Vermittelung Sir Henry Lay türkischen Regierung erhalten habe, Rachg'rab ur gen in de geformten Hügeln auf der Ebene von Troja, he traditionell als die Gräber der Helden bekannt sind, l

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Gewerbe und San sch .

Der Ausschuß der chaft an ewählt.

Nach dem Geschäftsbericht der Kieler Bank beliefe: in 1875 die Umsätze auf etwas über 97 Millionen Mark, wob Bruttozewinn von 90 060 erzielt worden ist. Hiervon wir Reservefond mit 2623 16 dotirt, Und 52 50 S6 Sz o oder für den Dividendenschein werden an die Aktionäre verthe der Bilanz betrug Kassenbestand am 31.

69 770 6, 43 214 A6,

für den Reserdefond 6 S6, die D gegen Sicherhei 750 444 S, die sonsti Debit 210 8. Das Lombardconto Frundstücks con 45 069 6. Anf

2 stel 1f nd mit 264435.

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die Depositen mit 420 580 6, der Reservefond mit 13 642 S, die Spezialreserve mit 31418 .

Jag der dem Aufsichtsrath der Hermsdorfer Portland⸗ Fabrik, Aktiengefellschaft, vorgelegten Bilanz pro int das Aktienkapital zum ersten Mal von 425555 Telr— D Ats reduzirt, nachdem in der vorjaõhrigen Generalversamm—⸗

ing die Zusammenlegung von fünf alten Aktien zu einer neuen be- n worden ist. Der bei der Zusammenlegung erzielte Gewin: ist dazu verwendet worden, un die Unterbilanz von 300 007 AM zu decken und weitere Abschreibungen in Höhe von rund 7065 060 6 vorzunehmen. Der Verwaltungsrath der Westfälischen Bank hat in ng d

einer gestern Abend stattgehabten Sitzung die Dividende für das ver⸗

flossene Jahr auf 66M festgesetzt. Der Verwaltungs rath der

J 1yerischen Notenbank hat beschlossen, der bevorstehenden Gener

ersammlung der Aktionäre

Der neueste Ausweis d Gesellschaft ergiebt, f 133 922 914 Lire vereinnahmt hat

egangenen Jahre; das Jahr 18 226 467 Lire. Die abgeso

396 4486 Lire im vorher⸗

demnach ein Plus vor tung in Sizilien lieferte S877, demnach diesmal ein Plus von 251 327 Lire.

London, 4. Februar. (C. C.) Der Strike in Live durch den mehr als 10009 Mann arbeitéslos geworden sind, ward gestern noch dadurch vergrößert, daß die mit der Getreideverladung beschäftigten Arbeiter sich weigerten, eine Lohnminderung anzuneh= men. Die großen Dampfschiffgesellschaften lassen von entfernten Plätzen Leute kommen und haben die Strikenden benachrichtigt, daß eine fernere Weigerung derselben den Handel nach Cardif und Southampton verlegen werde.

St. Petersburg, 6. Februar. (W. T. B.) In dem vor dem hiesigen Kreisgerichte anhängigen Prozesse gegen den Kassirer der gegenseitigen Boden kreditgesellschaftk, Juchautzeff, ist gestern Abend das Urtheil gefällt worden. Der Angeklagte wurde der widerrechtlichen Aneignung von 2 Millionen Rubel aus dem Kassenbestande schuldig erkannt und unter Verlust aller besonderen Rechte zur Verbannung nach Sibirien verurtheilt.

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Verkehrs An stalteꝛꝛ. Malta, 5. Februar. (W. T. B.) Seitens der englischen Be= hörden ist für alle Provenienzen aus dem schwarzen und asowschen Meere eine einundzwanzigtägige Quarantäne an⸗= geordnet worden. Kopenhagen, 5, Februar. (W. T. B.) Der Transport über das Eis zwischen Seeland und Fünen, sowie zwischen Seeland und Falster, dauert fort. Der Sund ist mit Eis be—⸗ deckt Nur die Dampfschiffahrt von Helsingör nach Helsingborg ist im Betriebe. Das Kattegat ist voll von Eis.