1892 / 253 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 25 Oct 1892 18:00:01 GMT) scan diff

Rußland. Rinderpest. Im Monat Juli 1892. Zahl Gouvernements: des des getödteten gefallenen Viehs: 11 - 304 7 Stawropol (Kaukasus) . 617 29 Gebiete: Deutsche Kosaken .... . 67 Kuban (Kaukasus) . .... J J 1321 T ,,,, ͤ 641 Schweiz. Maul⸗ und Klauenseuche. 16— 1. August. 1.— 15. September. Zahl der verseuchten und verdächtigen te: ö Weiden: Orte: Ställe: Weiden:

Kantone: . 1 1 1 Unterwalden o. d. W. 1 26 Basel⸗Stadt 1 6 Appenzell a. Rh. 2 3 Appenzell i. Rh. 5 16 St. Gallen .. 16 67 ,,

Waadt. . 1 1 Belgien. Im Monat August. Zahl der verseuchten Provinzen: Gemeinden: ö 8 . 2

* ,

Lungenseuche ... c ; Maulsenche 9 116

Verbreitung von Thierseuchen im Deutschen Reich im September 1892.

(Nach amtlichen Mittheilungen; für Preußen und Braunschweig liegen Nachweisungen nur über Maul- und Klauenseuche vor. Aus Wal⸗ deck ist ein Bericht nicht eingegangen.)

Fälle von Rotz (Wurm ) sind festgestellt in je 1 Gehöfte der Bezirke Deggendorf, Neuburg a. D. (Bayern), Weinsberg, Riedlingen, Waldsee (Württemberg), Mannheim, Heidelberg (Baden) und Stadt Hamburg. .

Die Maul- und Klauenseuche hat wieder etwas an Aus⸗— breitung gewonnen. Neu ergriffen wurden Schwarzburg-Rudolstadt und das oldenburgische Fürstenthum Lübeck. Verschont geblieben sind Schwarzburg-Sondershausen, beide Reuß, Schaumburg-⸗Lippe, das lübeckische und das bremische Staatsgebiet, ferner die Regierungs⸗ bezirke Stade, Osnabrück und Aurich sowie das Ober ⸗Elsaß. Stark von der Seuche befallen wurden die Regierungsbezirke Königsberg, Marienwerder, Potsdam Frankfurt, Stettin, Stralsund, Posen, Brom⸗ berg, Breslau, Liegnitz, Oberbayern, Ober⸗, Mittel- und Unterfranken, Schwaben, die Kreishauptmannschaften Dresden und Leipzig, Oberhessen, ferner Mecklenburg⸗Schwerin und die thüringischen Staaten. Zugenommen gegenüber dem Vormonat hat die Seuche auch in den Regierungs—⸗ bezirken Königsberg, Gumbinnen, Marienwerder, Stettin, Stralsund, Ober⸗ und Niederbayern, Ober⸗ und Mittelfranken, im Neckar⸗, Schwarzwald⸗ und Jagstkreise, sowie in Mecklenburg⸗Schwerin und Anhalt; merklich abgenommen dagegen in den Regierungsbezirken Frankfurt, Posen, Breslau, Münster und Arnsberg, den Kreishaupt⸗ mannschaften Bautzen und Dresden, sowie in dem Landescommissär— bezirk Freiburg.

Von Lungen seuche wurde 1 lengenfeld (Oberpfalz).

Ausbrüche von Schafräude wurden ermittelt in je 1 Gemeinde von Oberbayern, Oberfranken und Schwaben, ferner in 2 Gemeinden des Jagstkreises, 13 von Oberhessen, 5 von Sachsen-Meiningen und 2 von Schwarzburg⸗Rudolstadt.

Fall festgestellt im Bezirke Burg⸗

Handel und Gewerbe.

Rundschau über den Welt-Getreidehandel im September 1892.

Von dem Getreidehandel des vorangegangenen Monats hat sich der Geschäftsgang am Weltmarkt im September nicht wesent— lich unterschieden. Die Ermäßigungen, welche die Preise noch an einigen Märkten erfuhren, waren allerdings erheblich schwächer ge— worden, und im allgemeinen zeigte auch die Preislage gegen weitere Rückgänge eine entschiedene Widerstandskraft, die aber doch auf eine sehr harte Probe gestellt wurde durch die ungeheure Ansammlung, die sich in noch verstärktem Maße an den amerikanischen Stapelplätzen vollzog. Man wurde völlig irre an den Ernteschätzungen, die für die Vereinigten Staaten nach dem Septemberbericht sich so wesentlich ungünstiger gestaltet hatten, daß nach ihnen sich nur ein Ertrag der Weizenernte in den Vereinigten Staaten von 499 Millionen Bushels herausrechnen ließ, während man vorher ein Ergebniß bis zu 550 Millionen Bushels angenommen hatte. Wenn nun diesmal im September nicht nur die gleichzeitigen Leistungen des Vorjahres erreicht, sondern thatsächlich noch ganz bedeutend übertroffen wurden, während doch die neue Ernte um über 100 Millionen Bushels kleiner sein soll als die voran— gegangene, so fehlt dafür um so mehr eine rechte Erklärung, als dies—⸗ mal die außerordentlich niedrigen Preise, welche die billigsten sind, die überhaupt je an den amerikanischen Terminmärkten zur Notiz kamen, schwerlich eine Ermunterung zum Verkauf boten. Auch die An— schauung, daß erhebliches Geldbedürfniß die üÜberseeischen Landwirthe zur Abstoßung ihrer Vorräthe veranlasse, trifft schwerlich zu, denn die letzte Campagne hat eine gut lohnende Verwendung der reichen Erträge gestattet, sodaß die Landwirthschaft der Vereinigten Staaten sich kaum in ungünstigen Verhältnissen befinden kann. Es ist kein Wunder, daß das Mißverhältniß zwischen überwältigender Zufuhr und kleiner Ernteschätzung den Handelsstand zu der Vermuthung ver— leitet, daß ähnlich wie im Vorjahre auch diesmal die definitive Dezemberschätzung eine bedeutend größere Ziffer als die des September bringen könne. Diese Ungewißheit ist für die allgemeine Lage drückender, als wenn durch bestimmte, wenn auch größere Erntezahlen Klarheit geschaffen wäre. Die speculative Betheiligung am Ge⸗ treidegeschäft war jenseits des Oceans wenig bedeutend, denn la baisse bot das niedrige Niveau der Curse wenig Chancen und Haussebestrebungen wurden regelmäßig durch die von Woche zu Woche sich neu offenbarende Waarenfülle im Keime erstickt. Ein Bild von der schnellen Steigerung der amerikanischen Vorräthe ergiebt sich durch einen Vergleich der Bestände zu Anfang August und zu Ende September. Es handelt sich bei den nachfolgenden Zahlen nur um die amtlich controlirten Vorräthe, die sich nur auf eine beschränkte Anzahl von Stapelplätzen beziehen und eine große Reihe von Ele— vatoren kleinerer Plätze nicht berücksichtigen. Der amtlich controlirte Vorrath an Weizen betrug anfangs August d. J. 25 992 000 Buspbels gegen 16768900 in 1891 und 18372679 Bushels in 1890, während er Ende September d. J. sich auf 7 9623 600 Bushels gegen 27 755 900 in 1891 und 17 059 000 in 1890 stellte; für 1892 ergiebt sich also in der angegebenen Zeit ein Plus von 23 lG 665 Bushels, für 1891 ein solches von 10 987 506 und für 1896 ein Minus von 1313 679 Bushels. Diese gewaltige Weizen— ansammlung wirkt auf das allgemeine Geschäft um fo ' drückender, als nebenher auch ein sehr umfangreicher Export ging, der zwar den gleichzeitig vorjährigen wohl nicht ganz erreichte, dafür aber den— jenigen früherer Jahre übertraf. s handelte sich hierbei nur zu kleinerem , um vorverkaufte Waare, in der Haupt— sache suchte derselbe seinen commissionsweisen Verkauf erst an den europäischen Plätzen selbst. Für den letzteren übte mehr nech als der amerikanische Weizen das Angebot von amerikanischem Mehl drückendste Wirkung. In Ländern, wo durch

die Zollverhältnisse das übersecische Fabrikat ungehinderten Eingang

findet, erdrückten die billigen Forderungen, die selbst für die feinsten amerikanischen Marken gestellt waren, die Concurrenz der einheimischen Industrie, und viele Müller Englands und Hollands zogen es vor, ihren Betrieb zu beschränken und durch den Ankauf amerikanischen Mehls ihre Kundschaft zu befriedigen. Das große Absatzgebiet, das auch die ungarischen Mühlen, besonders in Großbritannien, jahrein, jahraus haben, wurde ihnen ebenfalls durch den amerikanischen Wettbewerb vollständig genommen. Verhältnißmäßig schwach war der Export der Vereinigten Staaten von Mais und ganz unerheblich der von Roggen. Der Versand Amerikas betrug nach Europa im September zusammen 1200 000 Quarters Weizen gegen 2029 000 Quarters gleichzeitig 1891, 164 000 Quarters Mais gegen 379 000 im September 1891, 15 000 Quarters Roggen gegen 356 900 gleichzeitig 1891 und 738 000 Sack Mehl gegen 822 000 Sack im September 1891. Vom Beginn der Campagne, vom 1. August bis Ende September, betrug der Versand der amerikanischen und canadischen Häfen an Weizen und Mehl nach England 3316000 Quarters gegen 2385 000 gleichzeitig 1891, und nach dem Continent 1150000 Quarters gegen 3770000 in 1891, zusammen also 4466000 Quarters gegen 6 155 0900 gleichzeitig 1891.

Auf regelmäßige Leistungen Ostindiens scheint nicht mehr ge⸗ rechnet werden zu dürfen, denn mit Ausnahme der ersten September⸗ woche wurden im weiteren Verlaufe nur noch so winzige Versand⸗ ziffern gemeldet, daß sie für den allgemeinen Bedarf überhaupt nicht mehr ins Gewicht fielen. Im vorigen Jahre haben die indischen Häfen vom jetzigen Zeitpunkte bis zum Schlusse der Saison, also bis zum März, 94 über 25 Millionen Quarters nach Europa ver⸗ sandt, während man diesmal nach den letzten Erscheinungen kaum noch auf ein Drittel des Quantums wird rechnen können. Der Versand Indiens betrug im September an Weizen zu⸗ sammen 119 000 Quarters gegen 488 000 gleichzeitig 18391. Seit dem 1. April stellt sich Indiens Export zusammen auf 3 053 000 Quarters gegen 4444 000 gleichzeitig 1391 und 1 823 000 in 1890.

In Australien hat man die aus alter Ernte noch vorhandene Waare zu Lager genommen, da man angesichts des niedrigen Werth— standes Europas von nennenswerther Ausfuhr Abstand nahm.

Von Argentinien meldete man, als wohlthätig für die kommende Ernte, niedergegangenen Regen, andererseits beklagte man das Auftreten der Heuschreckenplage. Man hofft, daß bei der schon geschehenen Entwickelung den Weizenpflanzen die Thiere wenig schaden, zumal zu dem Zeitpunkte, wo die junge Brut ausgekrochen sein wird, die Einerntung des Weizens bereits beendet sein dürfte.

Von Rußland war der Export besonders in Weizen und Gerste verhältnißmäßig ansehnlich, jedoch verliehen besondere Umstände der Ausfuhr des Weizens, die vorwiegend aus den Südhäsen geschah, einen Impuls. Hierher gehört in erster Reihe das große Contingent der Beladung harrender Dampfer, welche die Frachtpreise derart drückten, daß Exporteure zu stärkeren Verkäufen nach dem Ausland animirt wurden. Gegen Monatsschluß indessen waren hierdurch die disponiblen Dampfer völlig vergriffen. Da die Donauhäfen lebhaften Bedarf für Frachträume hatten, so steigerten sich die Tarife derart, daß später ein Export nur in geringerem Maßstab noch möglich blieb. Von Roggen kam über die Grenze des russischen Reichs sehr wenig; im Norden waren die Preise für diese Getreideart sogar so hoch, das Material so knapp, daß Noggenmeh!l vom Auslande bezogen wurde und die großen Berliner Dampfmühlen ansehnliche Posten dorthin verkauften. Ueber die Leistungsfähigkeit des russischen Reichs für die weitere Zei der Campagne kann man sich in Deutschland immer noch kein rechtes Bild machen. Es ist zweifellos, daß die Aufräumung aller Vorräthe viel dazu beiträgt, ansehnliche Posten auf den Speichern festzuhalten, und daß die gegenwärtigen Weltmarktpreise auch nicht geeignet sind, die Exportthätigkeit anzuspornen. Bis zur Abfassung dieses Berichts liegen offieielle Versandziffern Rußlands nur bis zu der am 17. September endenden Woche vor. In den an diesem Datum schließenden 4 Wochen exportirte Rußland 634 000 Quarters Weizen und 40000 Quarters Roggen gegen 1349 000 beziehungsweise 1080 9090 Quarters gleichzeitig 1391. Diese 1080000 Quarters des vorjährigen Roggenexports betreffen nur die am 29. August endende Woche, welche die letzte vor dem derzeitigen Roggenexport⸗Verbot war.

Eine recht ansehnliche Leistungsfähigkeit versprechen in diesem Jahre die Donauländer, die von Weizen große Partien am Weltmarkt und besonders nach Belgien verkauften; diese schickten auch zahlreiche Offerten für Roggen an die Bedarfsmärkte. Im ganzen sind wohl die dortigen Roggenqualitäten, von manchen Ausnahmen abgesehen, nicht sonderlich befriedigend und bei dem schönen Gewächs, das die Consumgebiete in diesem Jahre gewonnen haben, zeigt sich für die Donauwaare Aussicht nur in dem Umstande, daß größeres Concurrenzangebot von anderer Seite mangelt.

Ungarn besitzt, abgesehen von einem mäßigen Gerste- und Haferversand, nur ziemlich traurige Exportaussichten. Die ameri—⸗ kanische Concurrenz sowohl in Weizen als in Weizenmehl läuft überall am Weltmarkt den ungarischen Anstellungen den Rang ab, und nur noch nach dem Schwesterlande DOesterreich gingen ziemlich ansehnliche Partien, die aber der guten Ernte Oesterreichs gegenüber den gewohnten Umfang gleichfalls nicht erreichen. Dagegen zeigte sich das österreichisch⸗ungarische Inlandsgeschäft in der zweiten Monatshälfte wesentlich günstiger, weil die großen Dampfmühlen des Inlandes, und besonders Budapests zu stärkerer Einlegung von Waare schritten.

Die für Europa unterwegs befindlichen Mengen von Weizen und Weizenmehl haben sich im Laufe des September wegen der geringen Leistungs fähigkeit Ostindiens etwas vermindert. Es waren für Europa an Weize und Weizenmehl unterwegs: anfangs September 2 148 000 Quarters nach England und 938000 Quarters nach dem Continent, zusammen also 3 086 009 Quarters; Ende September nach England 1939000 Quarters, und nach dem Continent 927 000 Quarters, mithin zusammen 2866 000 Quarters. Dies giebt eine Veränderung von 209 000 Quarters nach England und 11 000 Quarters nach dem Continent, also zusammen ein Minus von 220 000 Quarters. Im Vorjahre war Ende September noch eine Menge von 4363 000 Quarters auf dem Wege nach Europa. Die hauptsächlichsten sichtbaren Weizenvorräthe stellten sich zu Ende September in Europa auf zusammen 16 433 000 Quarters gegen 12 871 000 Quarters gleichzeitig 1891 und 9501 000 Quarters Ende September 1890. Hierbei fallen hauptsächlich das schon früher besprochene große Plus der ameri⸗ kanischen Bestände (7 475 9000 Quarters, gegen 4560 600 in 1891 und 3 350 000 in 1890) und die Vorräthe Englands (3 500 000 Quarters, gegen 1 750 0900 in 1891 und 2 250 900 in 1890) ins Gewicht. Bemerkens⸗ werth ist, daß über die englische Ernte, die durch verminderten Anbau ohnehin schon geschmälert ist, sehr viele Klagen, sowohl wegen der Quantität als der Qualität einliefen, denen gegen— über die lobenden Berichte in der Minderheit blieben. Bei dem wie regelmäßig großen Importbedarf Großbritanniens fällt mehr die Qualitätsbeschaffenheit der englischen Ernte als ihr mehr oder minder großer Ertrag ins Gewicht, da bei genügender Condition des inländischen Getreides sich die Nachfrage besonders für die feinsten Qualitäten des Weltmarktes erheblich zu verstärken pflegt. Die Gesammteinfuhr von Weizen und Weizenmehl im September betrug 2077 918 Quarters, wovon allein 1459 410 Quarters, 6 ziemlich Dreiviertel des Quantums, aus den Vereinigten Staaten amen.

In Frankreich wurde um Mitte September die Ernteschätzung der Regierung bekannt, die noch günstiger lautete, als von privater Seite allermeist angenommen war. Der Ertrag wurde angegeben auf 109 264 421 hi; der mittlere Ertrag der letzten Jahre war in Frank⸗ reich 108 000 000 hl, demnach hätte dieses Land eine Ernte über mittel, außerdem aber Qualitäten gewonnen, die an durchschnitt⸗ licher Güte überhaupt selten übertroffen sind. Im ganzen rechnet man doch darauf, daß Frankreich einen Importbedarf von etwa 3 bis 3! Millionen Quarters haben würde, und der Inport im September gestaltete sich bereits merklich ansehnlicher, als er im August gewesen.

In Belgien hat der Handelsstand in größerem Abschlusse von Donauweizen wieder für einen entfprechenden Nachschub geforgt, so

8 3 * 1.

daß die an sich nur mäßigen Läger Antwerpens willig weiterez

Material für den Inlandsbedarf herausgaben. Die eigene Ernte Belgiens war wohl recht ansehnlich, indessen genügten, wie regel— mäßig, die eigenen Zufuhren dem Bedarfe nicht, sodaß neben jener Aushilfe überseeischer Waare auch größere Posten über Land auz Holland bezogen wurden. Gegen Monatsschluß waren für Belgien etwa I Mill. Quarters Weizen und Weizenmehl unterwegs, gegen das doppelte Quantum zu gleicher Zeit im vorigen Jahre.

In Holland zeigte sich eine sehr rege Nachfrage für Roggen, wodurch sich die . an den Stapelplätzen räumten und die Preise einen Stand gewannen, der zu einzelnen rell en aus Rußland und zu größeren Ankäufen von der Donau die Möglichkeit bot.

In Deutschland bot der große Inlandsbedarf namentlich für Roggen den Preisen eine Stütze. Offenbar war der Verbrauch von Roggen wieder zu seiner alten Höhe, die er im vorigen Jahre unter dem Druck der Verhältnisse hatte aufgeben müssen, zurückgekehrt, und da von alten Restbeständen nur an einzelnen Centralpunkten sich noch nennenswerthe Partien befanden, die Ablieferungen der mit ihren Feldarbeiten stark beschäftigten Landwirthe aber kleiner geworden waren, so räumten sich überall die Angebote schlank. War somit ein Ueberfluß nicht vorhanden, so machte sich doch auch während des ganzen Monats kaum einmal eine nennenswerthe Knappheit bemerk— lich, was erwähnenswerth ist, weil seit vielen Jahren der Inlands— bedarf gerade im September ohne auswärtigen Zuschuß nicht hat be⸗ friedigt werden können.

Am Berliner Markt war die Zufuhr von Weizen in neuer Waare noch recht geringfügig; die zumeist feinen Qualitäten fanden mehrere Mark über Terminwerth Unterkommen bei dem Platzbedarf. Für unsere Lagerwaare entwickelte sich vorwiegend in der ersten Monatshälfte ein regerer Absatz an die Mühlen Hamburgs, Altonas und Kiels; einzelne Posten gingen auch nach Sachsen. Später schwächte sich die Versandtfrage ab, sodaß ein Vorrath von über 16000 Wispel noch auf dem Speicher verblieb. Im Terminhandel war der Verkehr außerordentlich ruhig; die geringe Anregung, welche der Weltmarkt bot, scheuchte hier die Unternehmungslust zurück und die Preis— schwankungen hielten sich daher in engen Grenzen.

Für Roggen bot der Riesenbedarf unserer stark beschäftigten Mühlen den Preisen die Hauptstütze. Am Markt blieb das Angebot von Bahnzufuhr durchweg schwach, bei den Mühlen selbst aber trafen direct größere Mengen ein, die im Verein mit den Wasserankünften, den Bedarf soweit befriedigten, daß der Lagerbestand, der zum Schluß des September noch 12548 t gegen 15 574 zu Beginn des Monats betrug, weniger in Anspruch genommen wurde, als man geglaubt hatte. Von der Donau waren noch zu Anfang des September einige Ladungen für Berlin erworben worden, als aber die Preise der ausländischen Märkte für Roggen erheblich stiegen, wurden die meisten vor— herigen Abschlüsse nach Holland und Skandinavien mit gutem Nutzen weiter verkauft. Die speculative Betheiligung am Lieferungs— geschäft war außerordentlich winziger Natur. Eine zeitweise Besserung von 5 6 ' brachte den Werth des Roggens dem des Weizens wieder so nahe, daß schon dadurch das Vertrauen ins Wanken kam, zumal ein eigentlich dringender, zu jeglichen Forderungen kaufender Bedarf, der die Besitzer von Waare in besonders günstige Position gestellt hätte, sich während keiner Zeit etablirte. Ueberdies lähmten die Widersprüche, die sich in den Berichten über die Kartoffelernte zeigten, die Kauffreudigkeit, da man in Speculationskreisen geneigt ist, gerade dem Ausfalle der Kartoffelernte eine wichtige Rolle unter den Ein— flüssen auf die zukünftige Werthbewegung beizumessen.

Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien. An der Ruhr sind am 24. d. M. gestellt 11 062, nicht rechtzeitig gestellt keine Wagen. In Oberschlesien sind am 22. d. M. gestellt 3798, nicht rechtzeitig gestellt 744 Wagen. Zwangs⸗Verstei gerungen. eim Königlichen Amtsgericht 1 Berlin standen am ktober die nachverzeichneten Grundstücke zur Versteigerung:

B 3 3 Spenerstraße 8, dem Baumeister Gustav Romberg zu Berlin gehörig; Nutzungswerth 21 400 M; Mindestgebot 1700 S; für das Meistgebot von 350 000 M wurde der Kaufmann Louis

Neue Königstraße 23, Ersteher. Schadow⸗

; 4 und 5, Ecke Dorotheenstraße 66 und in der Dorotheenstraße 65, dem Regierungs-Baumeister Julius Hennicke in Berlin gehörig; Mindestgebot 2500 A*; für das Meist— gebot von 1 328 000 S wurde die Süddeutsche Bodencredit⸗Bank zu München Ersteherin. Der Zuschlag wurde auf den 26. d. M., Mittags 12 Uhr, vertagt. ;

Beim Königlichen Amtsgericht I Berlin stand am 24. Oktober das im Grundbuch von Deutsch⸗Wilmersdorf Band 6 Nr. 212 auf den Namen des Kaufmanns Franz Haack zu Berlin, Jägerstraße 75, eingetragene, zu Deutsch⸗Wilmersdorf belegene Grundstück zur Versteigerung; Gesammtfläche 1᷑ ha 76 a 17 4m; 51,37 6 Reinertrag; mit einer Fläche von 1 ha 71 a 35 qm zur Grundsteuer, mit 180 66 Nutzungswerth zur Gebäudesteuer veranlagt; Mindestgebot 398 873 S; für das Meistgebot von 611 000 M wurde die Handelsgesellschaft Max Priester u. Comp. zu Berlin, Kanonierstraße 39, Ersteherin. Aufgehoben wurde das Verfahren der Zwangsversteigerung wegen des Grundstücks des Schlossermeisters F. Thiele zu Berlin, in Steglitz belegen, da Regulirung erfolgte.

Leipzig, 31. Oktober. (W. T. B.) Kamm zug-Termin⸗ handel. La Plata. Grundmuster B. ver Oktober St., per November 3,577 M, per Dezember 3,57 A, per Januar 3,623 , ver Februar 3,625 Æ, per März 3,65 „n, per April 3,65 4A, per Mai 3671 S, per Juni 367 e, per Juli 3574 44, per August 3,70 S, per September 3570 S Umsatz 65 000 Kg.

Wien, 24. Oktober. (W. T. B.) Ausweis der öster reich isch⸗ ungarischen Staatsbahn (österreichisches Netz) vom 11. bis 20. Oktober 773 718 Fl., Mindereinnghme gegen den entsprechenden Zeitraum des vorigen Jahres 42 660 Fl.

25. Oktober. (W. T. B.) Ausweis der Südbahn in der Woche vom 14. bis 20. Oktober 906 606 Fl., Mehreinnahme 26 317 Fl.

London, 24. Oktober. (W. T. B.) An der Küste 4 Weizen— ladungen angeboten.

Glasgow, 24. Oktober. (W. T. B.) Die Verschiffungen von Roheisen betrugen in der vorigen Woche 7444 Tons gegen 5959 Tons in derselben Woche des vorigen Jahres. J

Bradford, 24. Oktober. (W. T. B.) Wolle stetig, besserer Begehr, Garne stetig, belebter; in Stoffen mehr Geschäft.

Mailand, 24. Oktober. (W. T. B.) Die Einnahmen des Italienischen Mittelmeer-Cisenbahnnetzes während der zweiten Dekade des Oktober 1892 betrugen nach provisorischer Ex⸗ mittelung im Personenverkehr 1 507 937 Lire, im Güterverkehr 2233 416 Lire, zusammen 3741 377 Lire, im Vorjahre 3790 610 Lire, mithin weniger 49 2338 Lire.

New⸗JYork, 24. Oktober. (W. T. B.) Die Börse er⸗ öffnete steigend und zog im Verlaufe noch weiter an; der Schluß war gut befestigt. Der Umsatz der Actien betrug 451 000 Stück. Der Silbervorrgth wird auf 2060 000 Unzen geschätzt. Die Silberverkäufe betrugen 40 000 Unzen. Die Silberankäufe für den Staatsschatz betrugen 313 000 Unzen zu 86,25 à 86,50 .

„Weizen anfangs unverändert, wäter schwankend und niedriger auf Zunahme der Visible Supply. Schluß stetig. Mais anfangs höher, blieb den Tag besser wegen schlechten Wetters im Westen.

an

T Weizen anfangs

. fest.

e. 7

Aufgebote, Zustellungen u. dergl.

Unfall⸗ und Invaliditäts⸗ 2c. Versicherung. Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen re. Verloosung ꝛc. von Werthpapieren.

nntersuchungs.· Sachen.

1 2 3 R 5

22

Deffentlicher Anzeiger.

6. Kommandit⸗Gesellschaften auf Aktien u. Aktien⸗Gesellsch 7. Erwerbs. und Wirthschafts⸗Genossenschaften.

8. Niederlassung ꝛc. von Rechtsanwälten.

9. Bank⸗Ausweise.

10. Verschiedene Bekanntmachungen.

I) Untersuchungs⸗Sachen.

42814 Steck brief. . Gegen den Klempnermeister Johann Rakotsch, unbekannten Aufenthalts, zuletzt in Preußisch⸗Herby und Königshütte aufhaltsam, ist die Untersuchungs⸗ haft wegen Unterschlagung verhängt. .

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Gerichtsgefängniß zu Lublinitz abzuliefern. D. 316/92.

Lublinitz, den 19. Oktober 1892.

Königliches Amtegericht.

413027] Steckbriefs Erneuerung. . Der unterm 17. November 1890 hinter den Dienst—⸗ knecht Gottlieb Ranneberg aus Brück erlassene Steckbrief wird hierdurch erneuert. Potsdam, den 20. Oktober 189. Königliche Staatsanwaltschaft.

42815 Bekanntmachung.

Das gegen den Kaufmann Hermann Julius Horn, geboren am 28. Dezember 1845 zu Friedeberg N. M., in den Acten J. II. FE. 245/90 unter dem 10 August 1891 erlassene offene Strafvollstreckungs⸗ ersuchen wird hiermit als erledigt zurückgenommen.

Berlin, den 21. Oktober 1892. . Staatsanwaltschaft beim Königlichen Landgericht J.

el 452 . Der Militärpflichtige, Knecht Heinrich Leberecht Wilhelm Hammermann, geboren am 22. Juni 1870 zu Aderstedt, zuletzt aufhältlich gewesen in Siebigerode, wird beschuldigt, in der Absicht sich dem Eintritt in den Dienst des stehenden Heeres oder der Flotte zu entziehen, ohne Erlaubniß das Bundes⸗ gebiet verlassen zu haben. Vergehen gegen S 1401 des Strafgesetzbuchs. ö

Derselbe wird auf Anordnung des Königlichen Amtsgerichts hierselbst auf den 15. Dezember 1892, Vormittags 9 Uhr, vor das Königliche Schöffengericht zu Mansfeld zur Hauptverhandlung geladen.

Bei unentschuldigtem Ausbleiben des Angeklagten wird dennoch zur Hauptverhandlung geschritten und wird derselbe auf Grund der nach § 472 der Straf⸗ prozeßordnung von dem Civil ⸗-Vorsitzenden der Herzoglichen Kreis-Ersatz⸗Commission des Kreises Bernburg über die der Anklage zu Grunde liegende Thatsache ausgestellten Erklärung verurtheilt werden.

Mansfeld, den 7. Oktober 1892.

Him burg, . als Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.

2) Aufgebote, Zustellungen und dergl.

43106 Zwangsversteigernng. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das im Grundbuch von den Umgebungen Band 168 Blatt Rr. 5257 auf den Namen des Maurermeisters August Frensel zu Berlin eingetragene, in der Demminer und Swinemünderstraße (Nr. . . .) an⸗ geblich Swinemünderstraße Nr. S5, Ecke Demminer⸗ straße, belegene Grundstück am 13. Dezember 1892, Vormittags EO Uhr, vor dem unter— zeichneten Gericht an Gerichtsstelle, Neue Friedrich straße Nr. 13, Hof, Flügel C., Erdgeschoß, Saal 40, versteigert werden. Das Grundstück ist a 49 4m groß und für das Etatsjahr 1893.94 mit 16409 Nutzungswerth zur Gebäudesteuer veranlagt. Aus⸗ zug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts, etwaige Abschätzungen und andere das Grundstück betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsschreiberei ebenda, Flügel D., Zimmer 42, eingesehen werden. Alle Nealberechtigten werden aufgefordert, die nicht von selbst auf den Er— steher übergehenden Ansprüche, deren Vorhanden⸗ sein oder Betrag aus dem Grundbuche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks nicht hervorging, insbesondere derartige Forde⸗ rungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrende Hebungen oder Kosten, spätestenß im Ve steigerungstermin vor der Aufforderung zur Ahga von Geboten anzumelden und, falls der betreibende zläubiger widerspricht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt werden und bei Vertheilung des Kaufgeldes gegen die berücksichtigten Ansprüche im Range zurücktreten. Diejenigen, welche das Eigenthum des Grundstücks beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungs⸗ termins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nach erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grund⸗ stücks tritt. Das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags wird am 3. Dezember E892, Nach— mittags 12 Uhr, an Gerichtsstelle, wie oben, verkündet werden.

Berlin, den 19. Oktober 159. .

Königliches Amtsgericht J. Abtheilung 77.

42908 .

In der Zwangsvollstreckungssache der Braunschwei⸗ gischen Creditanstalt zu Braunschweig. Klägerin, wider die Ehefrau des Kaufmanns Christ. Paul Leuner, Emma, geb. Isensee, zu Schöningen, Beklagte, wegen Forderung, werden die Gläubiger aufgefordert, ihre Forderungen unter Angabe des Betrages an Kapital, Zinsen, Kosten und Nebenforderungen binnen zwei Wochen bei Vermeidung des Ausschlusses hier anzumelden. Zur Erklärung über den Vertheilungs— plan, sowie zur Vertheilung der Kaufgelder wird Termin auf den 17. November 1892 vor dem unterzeichneten Amtsgerichte anbecaumt, wozu die Betheiligten und der Ersteher hiermit vorgeladen werden.

Schöningen, den 18. Oktober 1892.

Herzogliches Amtsgericht. (L. S.) Reinbeck.

42896 Aufgebot. Die Sparkassenbücher . . a. der städtischen Sparkasse hier, gehörig der früher hier, jetzt in Groß⸗Neida wohnhaften Hanne Auguste Tausch, auf ihren Namen geschrieben, Litt. A. Nr. 436 über 179 S 25 , ö b. der Oberlausitzer Provinzial. Neben⸗Sparkasse zu Lohsa, der verehelichten Anng Schramm in Luppa gehörig, auf ihren Namen geschrieben, Litt. T. Nr. 1931 über 105 S 20 , ; . sind angeblich verloren gegangen und werden auf den Antrag der Eigenthümerinnen aufgeboten. . Der Inhaber eines jeden dieser Bücher wird auf— gefordert, spätestens im Termine am 10. Mai 1893, Vormittags 1E Uhr, vor dem unter⸗ zeichneten Gericht sein Recht anzumelden und das Buch vorzulegen, widrigenfalls dasselbe für kraftlos erklärt werden wird. Hoyerswerda, den 18. Oktober 1892. . Königliches Amtsgericht.

19324 Aufgebot. .

Das von der Kreissparkasse in Karthaus in der Anton Beyer'schen Pupillensache B. 135 des König—⸗ lichen Amtsgerichts zu Karthaus ausgefertigte Spar⸗ kassenbuch Nr. 2479, über 60 Mark baar und 15 Mark 55 Pfennige zugeschriebene Zinsen lautend, ist angeblich der verehelichten Julianna Teßmer, ver⸗ wittwet gewesenen Beyer, in Johannisdorf verloren gegangen., Auf Antrag der letzteren werden die un⸗ bekannten Inhaber des Sparkassenbuchs aufgefordert, spätestens in dem vor dem unterzeichneten Amts⸗ gericht auf den 17. Januar 1893, Vormittags 10 Uhr, Zimmer Nr. 26, anberaumten Termin ihre Rechte auf dasselbe anzumelden und das Spar— kassenbuch vorzulegen, widrigenfalls dasselbe für kraft— los erklärt werden wird, ö.

Karthaus, den 16. Juni 1892.

Königliches Amtsgericht.

Aufgebot.

Wechsels d. d. Breslau, den 18. I

75 6, zahlbar am 2. Juli 1877, ausgestellt von dem Wirthschaftsinspector Hugo Berndt an eigene Ordre, acceptirt von Wilheli mit keinen Indossamenten gefordert.

im Au

am Schweidnitzer Stadtgraben Nr. 89 im II. Stock, anzumelden und den Wechsel vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung des⸗ selben erfolgen wird. Breslau, den 17. Oktober 1892. Königliches Amtsgericht.

42901 Aufgebot.

Der Hirte Wilhelm Daniel Krech zu Fambach hat das Aufgebot des Hypothekenbriefs, welcher über die im G. W. B. von Fambach Bd. IX. S. 221 und in Art. 384 von Fambach eingetragene Post von 23 Thlr. Darlehn an die Wittwe des Tabacks— fabrikanten Mues, Susanne Elisabeth, geb. Liebaug, hier gebildet ist, beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf den 28. November 1892, Vormittags KRI Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 1, anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzul ̃ ñ falls die Kraftloserklärung der 1 wird (F. 11.92.) .

Schmalkalden, den 12. Oktober

Königliches Amtsgericht.

Aufgebot. Hypothekenurkunden: J t⸗Document über noch 800 1M Kauf⸗

ingetragen aus dem Vertrage vom ir die Wirth Christian und Wil⸗ Schulz schen Eheleute in Parösken in Ab 2 es dem Grafen 8 S ; ĩ ; . Otto von Schwerin in gehörigen Grundstücks Parösken Nr. 39, gebildet aus dem Vertrage vom 12. Oktober dem Hypotheken⸗ schein vom 4. Mai 1872 agungs⸗ resp. Abtretungsvermerken vom 4. Mai 1872

2) das Zweig⸗Document ü ine wie ad 1 für die Eigenthümer Gottfried? sche Pupillenmasse aus Buchholz, gebildet aus Abschrift des Documents ad 1 nebst Abtretungs—⸗ vermerk vom 4. Mai 1872, ;

3) die Hypothekenurkunde über 69 Thlr. 19 Sgr. 3 Pfg. Vatererbtheil, eingetragen aus dem Erb— receß vom 16. 17. März 1803 für Wilhelmine Böhnke in Abthl. III. Nr. 2 des dem Besitzer Anton Kleefeld gehörigen Grundstücks Orschen Nr. 2, ge—⸗ bildet aus dem Erbreceß vom 16.17. März 1803 und dem Hypothekenschein vom 27. April 1803,

4) die Sypothekenurkunde über noch 66 Thlr. 20 Sgr. Kaufgelderforderung, eingetragen aus dem gerichtlichen Vertrage vom 9. Januar 1871 für die Wirth Wilhelm und Elisabeth, geb. Koemmling, Kuhtz'schen Eheleute in Hoofe in Abthl. III. Nr. 1 der dem Zimmermann Gustav Teichert und Wirth Gottlieb Bahr gehörigen Grundstücke Hoofe Nr. 119 und resp. 125, gebildet aus dem Vertrage vom J. Januar 1871 und dem Hypothekenschein vom 16. Dezember 1871 ö. .

sind verloren gegangen und sollen auf den Antrag der Grundstückseigenthümer zum Zwecke der Löschung dieser Posten amortisirt werden.

B. Im Grundbuche des dem Besitzer Hermann Schwarz in Hoofe gehörigen Grundstücks Hoofe Nr. 6 steht in Abthl. 11I. Nr. 4 aus der Schuld⸗ urkunde vom 9. Dezember 1861 für die Wittwe Elise Brosien, geb. Broese, 200 Thlr. Darlehn ein⸗ getragen. Die Post ist von der eingetragenen Gläubigerin mittels Privaturkunde angeblich an den Mälzenbräuer Friedrich Kampowski in Landsberg abgetreten und es ist von den Erben desselben löschungsfäbig guittirt. Die bezweckte Löschung der Post kann jedoch nicht erfolgen, weil die urkundliche

werden kann und das gebildete Hypotheken⸗Document verloren gegangen ist.

Auf Antrag der betreffenden Grundstücks⸗Eigen⸗ thümer werden daher die Erben der Wittwe Elise Brosien oder die sonstigen zur genannten Post Be⸗ rechtigten und der Inhaber des qu. Hrpotheken⸗ Documents, sowie die Inhaber ad A. bezeichneten Hypotheken ⸗Urkunden aufgefordert, spätestens im Auf⸗ gebotstermine den 3. Februar 1893, Vorm. 10 Uhr, bei dem unterzeichneten Gericht, Zimmer Nr. 3, ihre Rechte anzumelden und die Urkunden vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der⸗ selben erfolgen wird.

Landsberg i. Ostpr., den 14. Oktober 1892.

Königliches Amtsgericht.

42906 Aufgebot.

IJ. Der Weber Michael Hoßbach zu Hildebrands⸗ hausen hat das Aufgebot der nachbezeichneten, noch auf den Namen der verstorbenen Eheleute Strumpf— wirker Hoßbach und Marie Catharine, geborene Oberthür, zu Hildebrandshausen, Band 11. Blatt 53 in Abtheilung J. eingetragenen folgenden Grundstücke: Nr. J. Kartenblatt 4, Parzelle 151, Kalkofen, Acker 18 a 60 4m,

Nr. 3. Kartenblatt 6, Parzelle 111 und 1111. der kleine Petersgrund, Holzung 6 a 60 4m, Acker 28 a 10 qm,

zum Zwecke seiner Besitztitelberichtigung bean— tragt.

II. Die verwittwete Nicolaus Hoßbach, Catharine, geb. Müller, zu Hildebrandshausen, hat das Auf⸗ gebot der nachbezeichneten zu a. noch auf den Namen der unter J. namhaft gemachten Eheleute Hoßbach, zu b. noch auf den Namen des Ehemanns Hoß— bach allein eingetragenen folgenden Grundstücke:

a. Kartenblatt 6, Parzelle 104, der kleine Peters⸗ grund, Acker 18 a 50 am, eingetragen in Abthei— lung J. unter Nr. 4 Band II. Blatt 53 des Grund⸗ buchs von Hildebrandshausen,

bh. Kartenblatt 2, Parzelle 204, unterm Dorfe, Acker 27 a 60 am, eingetragen in Abtheilung J. unter Nr. 5 des Grundbuchs von Hildebrandshausen Band II. .

zum Zwecke seiner Besitztitelberichtigung bean⸗ tragt.

Demgemäß ergeht an alle diejenigen, welchen als Eigenthumsprätendenten Rechte oder Ansprüche auf die unter J. und II. beschriebenen Grundstücke etwa zustehen, die Aufforderung, solche spätestens in dem auf den 21. Dezember 1892, Vormittags II Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte anbe⸗

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raumten Aufgebotstermine anzumelden und zu be⸗

dies⸗

scheinigen, widrigenfalls der Ausschluß ihrer dies— bezüglichen Rechte und Ansprüche durch Urtheil und auf ferneren Antrag der Besitzer die Berichtigung ihres Besitztitels nach Maßgabe des Ausschlußurtheils erfolgen wird. Treffurt, am 1. Oktober 1897 Königliches Amtsgericht.

42898 Bekanntmachung.

Der Johann Joseph Brüser zu Halbhusten hat das Aufgebot der im Grundbuche Husten Band J. Blatt 33 für die Geschwister Breidenbach berichtigten Parzelle Flur 5 Nr. 630 218 beantragt Nach einer in den Grundacten 193 Husten befindlichen gericht— lichen Theilungsverhandlung vom 21. April 1841 ist diese Parzelle der Anna ; ver⸗ ehelichte Taper Bröcher, zu Büchen zugefallen. An— tragssteller behauptet, daß von letztgenannter Eigen—⸗ hümerin sein verstorbener Vater im Jahre 1868 ie Parzelle gekauft und seit dieser Zeit besessen habe. Später sei dann das väterliche und mütterliche Ver⸗ mögen, namentlich seien die Grundstücke ihm durch

gerichtliche Verhandlung vom 23. Oktober 1876

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übertragen. Das Grundstück, 93 9m groß t einen inertrag von 9, 08 zum prätendenten hr auf das Grundstück s in dem auf den 20. Dezember 1892, rmittags 11 Uhr, anberaumten Aufgebots— termine anzumelden mit der Verwarnung, daß im Falle nicht erfolgender Anmeldung der Ausschluß aller Eigenth zrätendenten und sodann die Ein⸗ tragung f n Antragsteller er⸗ folgen wird. Olpe, den 17. Oktober 1892. Königliches Amtsgericht.

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Aufgebot.

Kreiscorporation des Kreises Osterode, ver— reten durch den Kreisausschuß, dieser vertreten durch en Rechtsanwalt Perrin in Osterode, hat das Auf—⸗

Stad am Roßgarten be⸗ genen, aus Wohnhaus mit Hofraum und Haus— garten von ungefähr 4 Morgen und Stall bestehen—

8621 .

den Grundstücks erode Nr. 144 (Roßgarten Nr. 157), als dessen Eigenthümer im Grundbuch Fräulein Rosalie Reif und Fräulein Bertha Reif in Osterode eingetragen sind, in Beziehung auf den ideellen Antheil des Fräulein Rosalie Reif zum Zwecke der Besitztitelberichtigung beantragt. Alle Eigenthumsprätendenten werden aufgefordert, ihre Ansprüche und Rechte auf den Antheil des Fräulein Rosalie Reif an dem Grundstück spätestens in dem Aufgebotstermin am 29. Mai 1893, Mittags 12 Uhr, anzumelden bezw. ihr Wider—⸗ spruchs recht zu bescheinigen, widrigenfalls sie mit ihren Ansprüchen und Rechten würden ausgeschlossen werden und die Eintragung des Besitztitels für den

Antragsteller erfolgen würde.

Osterode, den 8. Oktober 1892. Königliches. Amtsgericht.

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ot s in der Stadt sterode i

42909 Aufgebot.

Auf Antrag eines Berechtigten wird der am 23. August 1846 zu Hüddingen in Waldeck geborene, angeblich von Schmillinghausen in Waldeck nach Amerika ausgewanderte und dort verschollene Apo— thekergehilfe Hermann Schreiber aufgefordert, spätestens in dem auf den O9. Mai 1893, Vor⸗ mittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Termin Nachricht zu geben, daß er lebt;

teren Antrag eines Berechtigten für tedt erklärt werden. Arolsen, 19. Oftober 1892. Fürstl. Amte gericht. Abth. II. sgez) Schmid. Wird veröffentlicht: Der Gerichte schreiber: Kleikamp.

429051 Aufgebot. . Die Ehefrau Neubauers Heinrich Christian Rommel⸗ mann, Caroline, geb. Klöprer, Nr. 92 Stemmer, hat be⸗ antragt: ihren genannten Ehemann Heinrich Christian Rommelmann, früher zu Stemmer Nr. 32 wohn⸗ haft, geboren zu Hahlen am 10. März 1855 als Sohn der Eheleute Maurer Johann Heinrich Christian Rommelmann und der Caroline, geb. Südmeyer, welcher etwa im Jahre 1850, jedenfalls vor länger als 10 Jahren, nach Amerika ausgewan⸗ dert und seitdem verscholler ist, für todt zu erklären. Der Christian Rommelmann wird aufgefordert, sich spätestens in dem auf den 1. September 1893, Vormittags 10 Uhr, vor dem unter⸗ zeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 13, anberaumten Aufgebotstermine schriftlich oder persönlich zu melden, widrigenfalls derselbe für todt erktärt werden wird. Minden, den 18. Oktober 1892. Königliches Amtsgericht.

42892 Aufgebot. Von dem unterzeichneten Königlichen Amts— gericht ist: J. Behufs Todeserklärung: a. des in den Jahr T ir angeblich verstorbenen jährigen Buchhändlers Moritz Ferdinand Brnder aus Leipzig, des verschollenen Schuhmachers und nachmaligen Schließers beim vormaligen hiesigen König⸗ lichen Bezirksgerichte Christian Friedrich Wil⸗ helm Gerth, ; S50 on hier aus nach und verscholler Otto

2 gereisten

1 T er,

2

ers Carl Eduard Hertzog, II. behufs Todeserklärung zu Hagenest geborenen und als achtenden Schriftsetzers August sowie behufs Ausschließung der unbekannten Erben desselben, III. behufs Todeserklärung der unvere Henriette Rößler aus Leipzig⸗Anger Lebensnachricht seit dem J sowie behufs Ausschließung Erben derselben, . ad La. auf Antrag der Frau Id Kirchen⸗ Rath Dr. Bruder hier als Erbin des am am S. August d. J. s. und Kirchen⸗Rath Bruder hier, ad Ib. auf Antrag des Herrn Poppe, Bezirks⸗Secretär bei Amtshauptmannschaft Glauchau ad Le. auf Antrag des Fräulein The Anna Brenner hier und des Herrn und Musik-Directors Ludwig von B Berlin, ad Id. auf Antrag des Kaufmanns Friedrich Wilhelm Hertzog hier, ad II. und III. auf Antrag des Finanz -Ministeriums in Dresden, tretung des Königlich Sächsischen

Es werden daher die genannten Verscholle ziehentlich deren etwaige Abkömmlinge, Rechtsnachfolger hiermit geladen, in dem auf z. Mai 1893, Vormittags 11 Uhr, vor unterzeichneten Amtsgerichte, Zimmer 206 beraumten Aufgebotstermine ihre Ansprüche anhe anzumelden, widrigenfalls auf weiteren Antrag die Verschollenen werden für todt erklärt und deren Verlassenschaften an die Erben derselben Rechtsnachfolger werden verabfolgt, sowie und III. die unbekannten Erben werde geschlossen erachtet und ihrer Ansprüche werden erklärt werden.

Leipzig, am 17. Oktober 1892.

Königliches Amtsgericht. Abtheilung II.

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42909 Aufgebot.

Der Krämer Ludwig Hoff, zuletzt in Kempten, geb. 17. Januar 1831 in Petersthal, angeblich nach Amerika ausgewandert, soll, nachdem über sein Leben seit mehr als zehn Jahren keine Nachricht vorhanden, auf Antrag seines Curators, Agenten Anton Thanner in Kempten, für todt erklärt werden.

Es ergeht die Aufforderung an Ludwig Hoff, spätestens in dem auf Samstag, 19. Augußst 1893, Vorm. 9 Uhr, im diesgerichtlichen Sitzungssaale anberaumten Aufgebotstermine persön⸗ lich oder schriftlich bei Gericht sich anzumelden, widrigenfalls er für todt erklärt wird, an die Erb⸗ betheiligten, ihre Interessen im Aufgebotstermine wahrzunehmen, an alle diejenigen, welche über das Leben des Ludwig Hoff Kunde geben lönnen, Mit— theilung hierüber bei Gericht zu machen.

Kempten, 19. Oktober 1892.

Königliches Amtsgericht. (L. S.) (gez.) Siry. Zur Beglaubigung: Kempten, 21. Oktober 1892. Der Gerichtsschreiber: (L. S.) Hofmann, geschäftsl. K. Secretär.

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42904 Aufgebot.

Auf den Antrag des Rechtsanwalts Dr. Kelling⸗ husen in Bergedorf, als Curators des abwesenden Hans Hey aus Kirchwärder, wird ein Aufgebot dahin erlassen:

1) daß der am 21. November 1833 in Kirchwärder geborene Hans Heap, welcher sich am 20. Juni 1866 in Bergedorf zuletzt aufgehalten hat, dann auf

Legitimation des Cessionars Kampowẽski nicht erbracht

geht diese Nachricht nicht ein, so wird er auf wei⸗

Wanderschaft gegangen und seitdem verschollen ist,

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