1912 / 211 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 04 Sep 1912 18:00:01 GMT) scan diff

die Schuld an der jetzigen Lage der deutschen Landwirtschaft oder unberechtigt. Die

der Regierung zuzuschieben, besonders die bayerische Landwirtschaft ihr möglichstes getan, um den Nahrungs Volk aufzubringen; ebenso unberechtigt seien

Staatsregierung und die Reicheleitung, als ob diefe unter dem Ein⸗

flusse agrarischer Kreise verabfäumt habe, die

zu ergreifen. Eine Beseitigung der Zölle würde zu einem Zusammen⸗ bruch des gesamten deutschen Wirtschaftslebenz führen. rung der Preise von Brotgetreide sei seit 1581 nicht eingetreten, Ge⸗ treidezölle und Einfuhrscheine trügen keine Schuld an der Verteuerung Es müsse an der bewährten deutschen Schutz joll⸗

der Lebensmittel. politik unbedingt festgehalten werden.

Schweiz.

Der Deutsche Kaiser ist gestern nachmittag um 31 Uhr geschmückten Büundesbahnhof in Basel ein⸗ Begrüßung waren, wie „W. T. B.“ meldet,

auf dem festlich getroffen. Zur erschienen der deutsche Gesandte in Bern

Militärgttachs von Bismarck, der deutsche Generalkonful in zas die zur persönlichen Dienstleistung beim Kaiser kommandierten schweizerischen Offiziere: Generalstabschef Oberst Audeaud und

Basel Wunderlich,

Oberst von Sprecher von Bernegg, Oberstleutnant

gierung: Vizepräsident Dr. Aemmer mit den Regierungs⸗ räten Dr. Speiser und Dr. Burckhardt, und der Vertreter ber Generaldirektion der Bundesbahnen Zingg. laufen des Zuges verließ der Kaiser Wilhelm mit Gefolge den

Wagen, begrüßte die ihm bekannten He

anderen zum Empfange Anwesenden vorstellen. zog den Direktor der Bundesbahnen ing und die Mitglieder h und drückte ihnen seine

der Baseler Regierung in ein Gesprä besten Wünsche für das Gedeihen der St

mit den zur Dienstleistung kommandiersen Offizieren unterhielt

sich der Kaiser. Um 3 hr 45 Minuten

Sonderzug nach Zürich weiter, wo sich auf dem Bahnhof eine

bundesrätliche Delegation, bestehend aus denten Forrer und den Herren Homann

Regierungspräsident Naegelt, der Stadtp

schweizerische Gesandte in Berlin, der deutsche Generalkonsul ü von Faber du Faur und verschiedene Militärs zur Begrüßung des Kaisers eingefunden hatten. Bei bedecktem,

in Zürich

aber regenlosem Himmel traf der Kaiser 20 Minuten in Zürich ein. Unter den Kl

entstiegen der Kaiser und seine Begleiter dem Zuge; er drückte

dem Bundespräsidenten und den Bundesr und nahm durch den Bundespräsidenten

Vorxstellung der verschiedenen Militärs und der Vertreter der

Behörden entgegen. Hierauf fiellte der

präsidenten Forrer seine Begleiter vor, die der Bundespräsident

seinerseits mit warmem Händedruck beg

dem Bundespräsidenten und den anderen Herren, schritt der losbrechenden

Kaiser unter den der Menschenmenge Moser erstattete bei

spontan

/

st Wohnung nahm. Abends um 7is,

Baur au lac ein Essen statt, nach dessen Schluß die Züricher Gesangvereine „Männerchor“ und „Harmonie ein Ständchen

brachten. Heute früh gegen 6. Uhr hat

Sonderzug nach Wil begeben und ist von dort gegen 8 Uhr

auf dem Manöverfelde bei Kirchberg e

Großbritannien nnd Irland.

Gestern haben in der Gegend von Aldershot und Windsor die Armee manöver mit großen Bewegungen der Kavallerie n Was den Uebungen einen besonderen Charakter verlieh, war, „W. T. B.“ zufolge, die Verwendung

und Artillerie begonnen.

des Luftsch ffes „Gamma“ und von über zum Zwecke der Aufklärung.

Frankreich.

Nach einer amtlichen Mitteilung hat die vom Kriegs⸗ minister Millerand für die Prüfung der Frage des Soldes des Besatzungs korps in Marokko eingesetzte Kommission

beschlossen, daß vom 1. September ab

erhöhungen mit dem Finanzminister ins werde. Die Kosten für das Besatzungskorp

Maßnahme um 6 Millionen Francs jährlich erhöht werden.

Rußland. Wie

Orte sind verschiedene Tage angesetzt, jed

tigung des Umstandes, daß die Duma nicht später als am

28. November eröffnet wird.

Italien. Die „Agenzia Stefani“ meldet,

betrugen, was eine Mehreinnahme von 26 über dem gleichen Zeitraum des Jahres Monate Juli und August hätten in den nie eine solche Mehreinnahme gezeitigt; seien die Einnahmen gewöhnlich geringer

und die durchschnittliche Mehreinnahme der letzten sechs Jahre im Juli und August hätten nur 10 700 0090 Lire betragen.

Türkei.

Wie „W. T. B.“ aus Saloniki gemeldet wird, hat die beauftragt, Arnautenführern mitzuteilen, der Ministerrat habe ihre vierzehn Forderungen angenommen, die Regierung sei in Uesküb, Monastir, neue Gymnasien zu er⸗ Religion zu vermehren.

Regierung Ibrahim Pascha

bereit, die Gymnasien Janina in Hochschulen umzuwandeln, richten und die Lehranstalten für Die Arnautenführer sollen angeben, welche sie zunächst gebaut zu haben wünschen. läßt es der Kammer, Kabinette Hakli und Said vor Gericht g

Regierung verweigert aber unter Hinweis auf das Ansehen

des Sultans sowie unter Hinweis auf Reiches, auf die Frage des regionalen einzugehen.

zum Bahnhofsplatze. of dem Betreten des Bahnhofsplatzes dem Kaiser die vorgeschriebene Meldung. Der Kaiser schritt mit dem Bundespräsidenten die Ehrenkompagnie ab. Hierauf fuhr der Kaiser mit dem Bundespräfidenten zu Wagen, dem zwei Dragoneroffiziere zur Seite ritten, nach der Vina Rietberg, wo

l sämtliche in Marokko stehenden Truppen doppelten Sold erhalten sollen. Der Kriegs— minister teilte dem Generalresidenten Lyautey ferner mit, daß er sich bezüglich der anderen als notwendig erachteten Sold⸗

„W. T. V.“ aus St. Petersburg meldet, werden in St. Petersburg, Moskau, Kiew, Odessa und Riga die Duma⸗ wahlen nicht vor dem 28. Oktober stattfinden.

daß die Hauptein—⸗ nahmen Italiens im Monat Juli und August 348 144 000 Lire

ben wün Die Regierung über⸗ die Forderung zu stellen, daß die

deutsche und habe im Gegenteil bedarf für das deutsche die Vorwürfe gegen die

erforderlichen Maßregeln Eine Steige⸗

von Bülow mit dem

Wieland, die Abordnung der Baseler Re⸗

Alsbald nach Ein⸗ rren und ließ sich die Der Kaiser adt Basel aus. Auch

fuhr der Kaiserliche dem Bundespräsi⸗

und Motta, ferner der räsident Billeter, der

liche Zug um 5 Uhr ängen der Stadtmusik

äten warm die Hand unter Händedruck die

Kaiser dem Bundes- rüßte. Gefolgt von

Kundgebungen Der Hauptmann

Uhr fand im Hotel

sich der Kaiser im

ingetroffen.

zwanzig Flugzeugen

Einvernehmen setzen s werden durch diese

Für die übrigen och unter Berücksich⸗

406 0909 Lire gegen⸗ 1911 bedeute. Die vergangenen Jahren in diesen Monaten als in den andern

in Uesküb den Skutari und Straßen und Bahnen estellt werden. Die

die Interessen des Mi litärdienstes

Türkische Banditen 14 Armenier, schleppten acht Fraue und steckten ein anderes in

Pforte mit dem Ersuchen,

mittag im Zentralklub waren 27 ehemalige Abgesandte a Einheit und Fortschritt, alle

Zunächst nahm der Kongreß, w Bericht entgegen, der die Ereigniffe d Entschluß des Fomitees Ausdruck gibt,

die über die Beteiligung an den Wahle gibt er zu, daß das letzte Kabinett au manischen Oberherrschaft über Tripolis

Grundfatz festhalte. Es werde sich

wählte den früheren Minister des In Die Polizei in Stambul hat Azia Tschawis

Kitchener und den Tschawisch wurde sofort nach Ae

verschiedener Urkunden. Komitee unterstützt.

In einem Bericht des bra

wird die außerordentliche

Jahre 1910 9 einheimische und Geschäftsverkehr zugelassenen besaßen

nehmungen beläuft sich, zu einem rechnet, auf 311518 Contos; das von 323 Prozent gegenüber dem 164 Prozent gegenuber dem Jahre summe nehmen die nordamerikanisch Platz ein mit 212 0939 Contos, w

eingenommen ät; aus Bundestruppen bestehende Besa legen war, hätten sich mit Lebensmitteln, Wa versorgt.

Die Wahlen im Staate Ve

Asieꝛ. Nach einer Meldung des

bündnis abzuschließen. Afrika. Dem „W. T. B.“ wird unter

von El Glaui einen Brief erhalten die französischen Gefangenen und wohlbehalten seien. befänden sich in einem von Hause.

Wie dasselbe Bureau Mtugi eine starke Partei gegen sich gegen den Prätendenten zu

viele Stämme unterworfen haben.

töteten

Brand. armenischen Bischofs wandte sich der Wali telegraphisch an die , den Belagerungszustand zu ver⸗ künden, weil sonst Gefahr von Metzeleien bestünde.

Der jungtürkische Kongreß in Stam bul

früheren dem jungtürkischen Komitee angehörenden Minister und etwa 169 Provinzvertreter. Die Verhandlung wurde für geheim erklärt. Der von der Regierung entsandte Vertreler wurde nicht zugelassen.

Gesetz bietet. Der Kongreß beschloß sodann, daß alle gewesenen Ver⸗ treter der jungtürkischen Partei an der Sitzung teilzunehmen haben,

tadelt die albanesische Politik der * sprechungen eingetreten sei, aber auf der Aufrechterhaltung der otto⸗ Das Komitee wünsche, daß die gegenwärtige Regierung an dem gleichen

Durchführung eines Frledensschlusses auf Grund einer Zerstüͤckelung oder eines Verkaufs türkischen Gebiets widersetzen. Der

denten und vertagte sich sodann auf Heute.

türkisch rabischen Blattes El Hilali Osmani Scheik Abdul ch, der ein Aegypter ist, unter dem Verdachte verhaftet, daß er an den nationalistischen Umtrieben in Aegypten und an dem Komplott gegen den Khediven, gegen Lord Premierminister beteiligt gewesen sei.

Durchsuchung der Redaktion sowohl wie der Privatwohnung Tschawischs führte, W. T. B.“ zufolge, zur Beschlagnahme Das Blatt war vom jungtürkischen

Anmerika.

ministers Toledo an den Präsidenten Hermes da Fonseca Vermehrung des in Brasilien arbeitenden fremden Kapitals während der Jahre 1909 bis 1911 hervorgehoben. Im Jahre 1909 waren zwei einheimische und 2A fremde Gesellschaften zum Geschäftsverkehr zugelassen, im

einheimischen im Jahre 1911 ein Vermögen von 13597 Contos, das bedeutet eine Vermehrung von 103 Prozent gegenüber dem Jahre 1910. Das Gesamtvermögen der

803 Prozent gegenüber dem Jahre 1910 bedeutet.

Ein Telegramm des „W. T. B.“ aus Marfa im Staate Texas meldet, daß vierzehnhundert Aufständische unter dem Befehl des Generals Orozeo die Stadt Ojinaga in Mexiko Jie einen Schuß abzufeuern. Die

sei in die Berge entflohen.

Barometer des Landes angesehen werden können, zeigen ein starkes Anwachsen der demokratischen Stimmen.

] Reuterschen Bureaus“ aus Kalkutta haben sich die britischen Beamten von Darjeeling ge⸗ weigert, einer angeblich chinesischen Sondergesandtschaft an den Dalai Lama das Ueberschreiten der Grenze zu gestatten. Die Gesandtschaft kam in der vergangenen Woche in' Kalkutta an, ausgestattet mit Beglaubigungsschreiben, Geschäftsträger zugestellt worden sind. Man nimmt jetzt an, daß die Mission aus Mongolen besteht, die den Dalai Lama bewegen wollen, mit der Mongolei ein Schutz- und Trutz⸗

Mazagan gemeldet, der Scheriff Omrani habe erklärt, er habe Sie würden gut behandelt und Soldaten El Glauis bewohnten

aus glaubwürdiger Quelle aus Marrakesch berichtet, hat sich unter . von Glaui und

erwarte die Ankunft der Franzosen in der Nähe der Stadt, um

Mangin sei nach Suk el Arba zurückgekehrt, nachdem sich ihr

im Wilajet Wan n fort, plünderten ein Dorf Auf Anregung des

wurde vorgestern nach⸗ eröffnet. Anwesend ls Vertreter des Klubs für

ie. W. T. B. meldet, den ieses Jahres schildert und dem alle Waffen zu nützen, die das

n entscheiden soll. Der Bericht In der Friedensfrage Ersuchen Italiens zwar in Be⸗ und Benghasi bestanden habe. mlt allen Kräften gegen die

Kongreß nern Hadschi Alil zum Präsi⸗

den Chefredakteur des

gypten abgeschoben. Die

silianischen Ackerbau—

42 fremde. Die zum Gesellschaften

remden Unter⸗ Wechselkurse von 16 ge— bedeutet eine Vermehrung Jahre 1910 oder von 1909. In dieser Gesamt⸗ en Gesellschaften den ersten as eine Vermehrung von

tzung, die an Zahl unter⸗ Die Aufständischen ffen und Schießbedarf neu

rmont, die als politische

die dem chinesischen

dem gestrigen Datum aus

mit der Versicherung, daß in Marrakesch gesund

l Hiba gebildet. Sie

erheben. Die Kolonne

Abgeordneten kons.), die am 3. . M. in den Kre

stellung, wie „W. T. B.“ meldet, Steglin kons- mit 318 Stimmen ge war nicht aufgestellt.

Parlamentarische Nachrichten.

Bei der Ersatzwahl eines Mitglieds des Hauses der an Stelle des verstorbenen Abg. Firzlaff

Körlin und Bublitz stattfand, wurde nach amtlicher Fest⸗

isen Köslin, Ko 0 .

der Hauptlehrer Buttke⸗ wählt. Ein Gegenkandidat

Statistik und Volks

Hrvothekenberkehrs in. Bayern hat nach Königlichen Satistischen Landesamt gehalten. Die Eintragungen von Hypoth

schulden und Reallasten sind von 691,65

Der Hypothekenverkehr in Bayern im Jahre 1910. Die seit dem Jahre 1904 ununterbrochene Steigerung des

wirtschaft.

den Zusammenstellungen des auch im Jahre 1910 an— eken, Grundschulden, Renten⸗

1999 auf 717,9 Milltenen Mark im Jahre 1910 gesliegen, die Löschungen von 457,3 Millionen Mark auf 474. Millionen. Au

Löschungen gegenüber 66. M im Jahre 1969.

An der Junahme der Eintragungen sind nicht alle Regierung bezirke beteiligt. In Niederbayern, in der und Unterfranken sind sie log zurückgegangen. Die größte Steigerung ist in Oberbayern und in Schwaben zu verzeichnen. Die Junahne erstreckt sich sowohl auf die land- und forstwirtschaftlich benutzten Grundstücke wie auf die städtischen und gewerblich benutzten eine Scheidung, die allerdings bekanntlich in der Praxiz auf mancherlei Schwierigkeiten Let und daher nicht zu völlig einwandfreien Ergebnissen führt. Auf den Grundstücken der ersteren Art beträgt die Zunahme der Eintragungen rund 24 Millionen Mark = 8.8 oo), auf denen der letzteren Att rund 12 Milllonen 3. d 0oso. Die ländliche Verschuldung scheint danach im Jahre 1910 im Gegen— satz zum vorausgegangenen Jahr stärker zugenommen zu haben alz die städtische. Allerdings kommen auf den land. und forstwirtschaftlich benutzten Grundstücken auf 100 0 Eintragungen 69,4 0 Löschungen, auf, den städtischen und gewerblich benutzten nur 63,6 , fodaß also dort guch die Tilgung stärker ist als hier.

Von den neu eingetragenen Hypotheken sind insgesamt 682. Millionen Mark S 95d G0. Vertrags hypotheken. Unter diefen sind am zahlreichsten die Darlehnshypotheken; sie machen 49,30 / 9 aller Eintragungen aus. Davon sind 1233556, Amortisationshypotheken. Den zweitgrößten Posten nach den Darlehnshypotheken bilden die Kauf⸗ und Strichschillingshvpotheken mit 25,1 6 aller Ein— n,, Die Kautions- bezw. Höchstbetragshypotheken machen

. 0 aus.

Auf den land⸗ und forstwirtschaftlich benutzten Grundstücken ist die letztgenannte Hypothekenart sowse die Darlehnshypotherk verhältnig⸗ mäßig seltener als auf den städtischen und den gewerblich benutzten Grundstücken. Dafür kommen dort erheblich mehr Eintragungen auf die Kauf, und Strichschillingshypothek fowie auf die Hypothek für en n fen an Eltern, Kinder oder Geschwister, wie folgende

ahlen beweisen:

Eintragungen Land⸗ und forst⸗ Städtische und wirtschaftlich benutzte gewerblich benutzte Grundstücke Grundstücke Millionen oso Millionen o,

. is Darlehnshypotheken. .. 57,5 3 59,5

Kauf⸗ und Strichschillings⸗ hypotheken ... 94,9 31,9 79,6 20,7

Hypotheken für Seraus⸗ zahlungen an Eltern ꝛc. . 39, 13,2 . 2,0 Höchstbetragshypotheken .. 22,4 7, 6 54,0 14460.

Die Amortisationshypothek ist heute in der Landwirtschaft fast häufiger als im städttschen Hypothekenverkehr. Denn von saͤmilichen Eintragungen des Jahres 1916 entfielen auf diese Hvpothekenart auf den land⸗ und forstwirtschaftlich benutzten Geundstücken 12,6 0υ, auf 96 . und gewerblich benutzten Grundstücken aber nur

/ 90

Ein günstiges Zeichen für die wirtschaftliche Lage ist es, daß im Jahre 1910 infolge von n, n nur 18,7 Millionen Mark gelöscht wurden gegenüber 23,0 Millionen im vorausgegangenen n Das Jahr 1916 erbrachte hier die geringste Summe im letzten

ezennium.

Zur Arbeiterbewegung.

Der seit dreizehn Wochen währende Ausstand der Maurer und Bauarbeiter in Sorau hat jetzt, wie das Berl. Tagebl.“ er— fährt, mit einer Niederlage der Ausständigen sein Ende erreicht. Die gleich zu Anfang zugesicherte Lohnerhöhung von 40 auf 42 8 für Maurer und von 30 auf 31 3 für Arbeiter ist jetzt von den Aug⸗ ständigen angenommen worden.

In einer gestern nachmittag in Marseille abgehaltenen Ver⸗ sammlung der eingeschriebenen Seeleute wurde, wie W. T. B.“ meldet, die allgemeine Wiederaufnahme der Arbeit, beschlossen. Infolge des Schiedsspruchs haben zahlreiche eingeschriebene Seeleute um Wiederanstellung auf den Schiffen gebeten. Die Gesellschaften verbollftändigen gegenwärtig die Be⸗ satzungen ihrer Schiffe (9gl. Nr. 210 2. .

In Chaxleston (Westvirginia) ist gestern wegen Gewalttãtig⸗ leiten der Kohlenarbeiter, die sich im Ausstand befinden, das Standrecht verhängt worden. Während der ersten zwölf Stunden beschlagnahmte die Miliz 200 9609 Patronen, sieben Ma⸗ schinengewehre, 1500 Flinten und eine Menge Revolver.

Wohlfahrtspflege.

Gewinnbeteiligung.

Die im Jahre 1872 gegründete Döhrener Wollwãäscherei und Kämmerei in Döhren bei Hannnver läßt seit 1910 eine Gewinnbeteiligung für alle Arbeiter eintreten, die mindestens ein Jahr lang im Betriebe beschäftigt gewesen find. Die Arbeiter erhalten einen ebensoptelprozentigen Lohnzuschlag, wie die Aktionäre über 4050—̃ hinaus Dividende beziehen. Da nun nach dem Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften 1911512 (Bd. 1 S. 1946) die Dividende dieser Aktiengesellschaft in den letzten 19 Jahren 160, 12, 160, 10, 10, 12112, 12, 14 und 15 90 betrug, ist der durch die neue Gewinnbetei⸗ ligung den Arbeitern zugeführte Lohnzuschlag auf etwa 1009 anzuschlagen. Als Genminnbeteiligung der Aibeiter am Ertrag des Geschaͤfts läßt ferner die Firma Mechanische Trikotweberei Mattes u. Lutz, Aktiengesellschaft in Besigheim, am Schluß des Geschäftsjahres nach einer gewissen Abstufung denjenigen Arbeitern und Arbeiterinnen, die mindestens 2 Jahre im Geschäft tätig waren, Prämien zukommen. Die hierfür aufgewendete Summe beträgt jäührlich 000 bis 6000 . Die Firma E. Breuninger, Manufaftur und Modewarengeschãft in Stuttgart, hat schon seit 1g03 Dienstalrersprämien eingeführt. Die kaufmännischen Angestellten erhalten nach 10 Dienstjahren 260 4, nach 20 Dienstjahren 300 MS und nach 25 Dienstjahren 00 ein⸗ malige Zuwendung, verbunden mit einer jährlichen Extrazulage von 109 bezw. 159 und 250 6. Das gewerbliche Personal erhält für dieselbe Dienstzeit die Häfte der Prämiensätze und Zulagen. Im Jahre 1911 waren 16 Angeftelltée im Genusse dieser Prämien.

( Sozialkorrespondenz /

Wanderarmenpflege will die Probinzialverwaltung von Brandenburg dadurch freiben, daß sie, ähnlich wie es die ver— storbenen Pastoten von Bodelschwingh und Cronemeyer mehrfach mit Erfolg betrieben, demnächst vier Sedlandaf vle an den Haupt— wanderstraßen für Wanderarme einrichten will. Diese Asyle sollen durch einen Kranz von 15 Wanderarbeitsstätten watt einander ver⸗ bunden werden. Arbeitsstätten und Afyle sollen natürlich auch den Arbeite nachweis pflegen und werden zu diesem Zweck dem Verband maͤrkischer Arbeitsnachwelse angeschloffen.

2

Kunst und Wissenschaft.

Die Ausgrabungen des Freiherrn Max Oppenheim auf dem Tell Halaf in Zentralmesopotamien hatten, wie die Kölnische Zeitung‘ berichtet, neuerdings wieder bedeutsame Ergebnisse, vor allem murde eine große Toranlage aufgedeckt und eine wahrscheinsich i g. Gruftanlage. Or ein unternahm mit einem Teil der

,, im Frühjahr eine Forschungereise in die meso⸗ votamssche Wüstensteppe, die bis zum Dschebel Ern ran und dann über Mossul nach Assur führte, wo die Ausgrabungen der Deutschen

Millionen Mark im Jahre

Orientgesellschaft befucht wurden. Von dort wurde die Rückreise angetreten.

1099 Eintragungen kommen demnach im Jahre 1910 662

Pfalz, in Mittelfranken

im wesentlichen an.

dieser

Literatur.

Statistisches Jahrbuch für das Deut sche Reich, heraus— gegeben vom Kaiserlichen Statistischen Amt. 33. Jahrgang, 52. Xl und 358 Seiten mit 3 graphischen Bellagen. Berlin, Verlag von Puttkammer u. Mühlbrecht. Kart. 2 . Der 33. Jahrgang des Statistischen Jahrbuchs für das

Deutsche Reich“ das in Gestalt eines für wetteste Kreife wert⸗

vollen Handbuchs die wichtigsten und neuesten Ergebnisse der Reichsstatistik in kurzen, leichtverständlichen Uebersichten und meist in vergleichbaren Jahresreihen zur allgemeinen Kenntnis bringt, schließt sich in. Form und Inhalt den früheren Jahrgängen Die Zahlenreihen sind überall auf den neuesten Stand ergänzt, einige der früheren Uebersichten, für die neuere Er—

kbetungen nicht vorlagen, sowie die im letzten Jahrgang enthaltenen Tabellen über die

der Berufs. und Betriebszählung don 1807. fortgelassen, an deren Stelle weitere Ergebnifse Zählung sowie der letzten Volkszählung von 1910 mitgeteilt und statistische Nachweise über neue Gegenstände, die eine gleichmäßige und zusammenfassende Darstellung für das Reich zu⸗

Ergebnisse

ʒ ließen, hinzugefügt. Im einzelnen sind neu aufgenommen: im ÄÜb—

schnitt 1 (Gebietseinteilung und Bevölkerung) Uebersichten über die Haushaltungen im Deutschen Reiche nach der Volkszählung vom 1. De—⸗ senber 1916, über die Ausländer im Deutschen Reiche nach den Voltz— zihlungen von 1900, 1995 und 1910 und über die im Deutschen Reiche am 12. Funi 1907 gezählten ausländischen Arbeiter nach ihrer Herkunft, im Abschnitt I1 (Bewegung der Bevölkerung) eine solche über die Ehe⸗

bchließenden nach Alteregruppen und bisherigem Familienstand im

Jahre 1919, im. Abschnitt 11 (Cand- und Forstwirtschaft) eine Nach- vweisung über die Besitzherhältnisse der landwirtschaftlichen Betriebe nach den ,, Betriebszählungen von 1895 und 1907,

im Abschnitt . (Gewerbe) eine solche über die Klein, Mittel und Großbetriebe und die darin beschäftigten Perfonen in den

Jahren 1907, 1895 und 1882, im Abschnitt Vil1 (Geld⸗ und Kredit⸗

resen) Nachweisungen über die Schuldverschreibungen der deutschen Aktiengesellschaften und sonstigen privatrechtlichen Schuldner am 31. Dezember 1910 und über die Schuldverschreibungen der deutschen Bodenkreditinstitute am gleichen Tage, im Abschnitt XVI QVer⸗ sicherungswesen) eine Tabelle über Rückversicherung, im Abschnitt XVII (Arbeissmarkt) eine Nachweisung über die im Jahre 1911 nach den Berichten an das „Reichsarbeitsblatt“ erfolgten Arbeitspermittlungen, geordnet nach der Verwaltungsform der Nachweisstellen, und m Abschnitt TWIX (Organisationen und Verbände) eine Gesamt— ühersicht der Arbeiterverbände im Jahre 1911. Die den letzten Jahr⸗ zärgen als Anhang beigegebenen internationalen Uebersichten„ sind keibehalten und durch Hinzufügung der neuesten Zahlen fortgeführt. An graphischen Beilagen sind drei Kartogramme beigefügt, die zunächst de tatsächliche Bevölkerungszunahme in Deutschland während des Jahrfünfts von 1905 bis 1910, dann die natürliche Bevölkerunge— Lrmehrung und den Wanderungsgewinn und verlust in diefen fünf Jahren veranschaulichen.

Land⸗ und Forstwirtschaft.

Wirtschaftsberatung.

Die erfolgreiche Bewirtschaftung eines landwirtschaftllchen Be⸗ nüiebes beruht in erster Linie auf der weitgehenden Anpaffung seiner Einrichtung an die gegebenen natürlichen und wirtschaftlichen Be⸗ dingungen, an das zur Verfügung stehende Betriebs kapital und die besonderen Fähigkeiten des Betriebsleiters. Die unter ständiger Be—⸗ räcsichtigung aller dieser Punkte gewählte Betriebsform Wirtschaftz. system) soll den mehr oder weniger festen Rahmen für eine energische und planmäßige Betriebsleitung abgeben, deren Aufgabe es ift, ie erforderlichen Kapital- und Arbeitsaufwendungen nach Art und Umfang richtig einzusetzen, die volle Ausnutzung der Betrlebamittel zu überwachen und beim Ein⸗ und Verkauf na kaufmännischen Grund⸗ ätzen zu verfahren. Wenn demnach das persönliche Moment bei der Bewirtschaftung eines Landguts den Aus schlag gibt, und erfolgreiches Wirtschaften eine Kunst ist, die neben praktischen Anlagen reiche Er⸗ fahrung und gründliches Wissen vorgussetzt, dann muß ez eine privat⸗ und tn rt lich bedeutsame Aufgabe sein, den mit dieser Kunst

Vertrauten durch Wirtschaftsberatungen möglichst Wirkungskreis zu sichern. .

Die Notwendigkeit derartiger Beratungen wird allgemeln an⸗ erkannt. Grundbesitzer, die dem Staate als Beamte oder Offiziere dienen und daher gezwungen sind, den ererbten Besitz bewirtschaften zu lassen, werden häufig bor die Frage gestellt, ob die Organisation hres Betriebes den veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen noch

genügend angepaßt ist, bezw. ob die Betriebsleitung den zu ftellenden Anforderungen entspricht. Sie werden sich bei diesen wichtigen Fragen, un deren Beantwortung es den meisten an eingehender Sachkenntnis sehlt, gern auf den wohlbegründeten Rat eines erfahrenen Landwirts stützen. Noch richtiger ist die Wirtschaftsberatung für grundbesitzende Großindustrielle und Kaufleute, die ohne jede Sachkenntnis lediglich auf die Tüchtigkeit ihrer Beamten angewiefen sind, deren Fähigkeiten sie nicht genügend beurteilen können. ö. . Für die ebengenannten Besitzergruppen ist daher bei ungenügenden Ertraͤgen der Nachweis tüchtiger Wirtschaftsberater geradezu eine bensfrage. Aber auch der Berufslandwirt sucht bei tiefgreifenden trie änderungen nicht selten den Rat eines erfahrenen Fachgenoffen. icht Mangel an Fähigkeiten, sondern der von vielen selbstempfundene Nangel an Objektivität macht namentlich bei Kauf und Pacht den Dunsch nach suchkundiger Beratung begreiflich. ; (. Werden Wirtschaftsberatungen von besonders befähigten Männern uuf Grund eingehender örtlicher Besichtigungen und unker weitgehender Benutzung der vorhandenen rechnerischen Unkerlagen ausgeführt, und Iberücksichtigt der Berater die Kapitalkraft des Besitzers und an ersönliche Neigungen und Fähigkeiten hinlänglich, so ist der Erfolg er Beratung gesichert, sofern. der Ratsuchende selbst willens und nstande ist, die vorgeschlagenen Aenderungen auch durchzuführen. Die große Bedeutung fachgemäßer , hat die Veutsche Landwirtschaftsgesellschaft veranlaßt, für ihre rat— chenden Mitglieder die Vermlttlung erprobter. Wirschafts berater zu lbernchmen. Anträge auf Vermittlung von Wirtschaftsberatern sind n Lie Betriebsabteilung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, Berlin SW. 11, Dessauer Straße 14, zu richten.

einen weiten

Wien, 3. September. (W. T. B) Nach dem Bericht des Uckebauministeriumg über den Stand der Obstkulturen und Wein⸗ birten Ende August ist das Wetter für die Entwicklung des Obstes cht günstig. Der Ertrag bei Pfirsichen ist in Südtirof gut,

u den meisten übrigen Ländern ist mit einer Mißernte rechnen. Das Kernobst leidet an vielen Orten durch die Pbstmade. Der Stand der Weingärten in den nördlichen Gebieten

hat sich durch andauernde 6 und infolge teilweise geradezu herheerenden Auftretens der Peronospora und des Didiums neuerdings nk verschlechtert. Sehr schwache Lese ist in Nleder⸗-Oesterreich und srain zu verzeichnen, Mißernte in Mähren und teilweise auch in däöhmen; reiche Lese ist in Südtirol, Dalmatien und tellweife auch Görz und Gradiska zu erwarten.

Washington, 3. September. Dem Berichte der landwirt⸗ Hftlichen Abteslung zufolge beträgt der Burchschnittsstand der zaumwolle Ende August 74, 8 6.

Jagd.

. Erhalsöung und Vergrößerung des Zobelbestandes zt das russische Ackerbauministerium angeordnet, Nachforschungen nach . anzustellen, in denen die Zobeljagd dauernd untersagt Tserden soll.

Verkehrswesen.

Zu den bisherigen Schiffahrtslinien des Norddeu tschen Lloyd zwischen Europa und Aegypten tritt, wie die Weserzeitung mitteilt, mit dem 29. September die Linie Venedig Alexandrien. Die neue Verbindung wird durch den Salondampfer Schleswig hergestellt, der alle 14 Tage Sonntag, zehn Uhr ö Venedig verläßt und nach viertägiger Fahrt n m tn in Alexandrien eintrifft. Nach dreitägigem Aufenthalt daselbst fährt der Dampfer am Sonnabendmittag 2 Uhr von Alexandrien ab und trifft am Mitt— wochnachmittag wieder in Venedig ein.

Die drahtlose Telegraphenstation auf der Zugspitze, mit deren Anlage im vorigen Jahre begonnen wurde, die aber infolge ungünstiger Schneeverhältnisse 1911 nicht fertiggestellt werden konnte, ist, wie die Münchener Neuesten Nachr. melden, nun vollendet worden und dem Betrieb übergeben. Trotz aller Anstrengungen ist, es aber noch nicht gelungen, die Station zum Geben zu bringen. Die Schwierigkeiten sind auf die hohe Feuchtigkeit des Berges und

die dadurch bedingten großen Energieverluste der elektrischen Anlage zurückzuführen. Ber Empfang der Zeichen ist dagegen ausgezeichnet; der Beobachter erhält alle Depeschen von der vorläufigen Gegenstation in Gräfelfing bei München, von Norddeich, Nauen und Paris; auch das von Nerddeich für die Schiffahrt gegebene Zelisignat für 12 Uhr Greenwicher Zeit wird ihm jeden Tag übermittelt. Die zum Empfang der Wellen bestimmtle Antenne hat man so an— ö daß man sie vom Turm direkt an elne Leitung führte, die den orde und Osigrat der Zugspitze miteinander verbindet. Man hofft, die Schwierigkeiten, die bisher dem Zeichengeben von der Station aus entgegenstehen, beseiti en zu können, wenn erst einmal die Bahn auf die Zugspitze geführt ist und elektrische Energie in beliebigen Mengen zur Verfügung steht. Die Schweiz hat ein lebhaftes Interesse für die Versuche mit der Zugspitzstation an den Tag gelegt; es ist nämlich beabsichtigt, auch auf dem Saͤntis eine gleiche Station zu errichten.

Theater und Musik.

Im Königlichen Opernhause findet morgen, Donnerstag, eine Aufführung von Carmen“ statt. Fräulein Alice Sanden vom Stadttheater in Leipzig singt als Gast die Titelrolle, die Micaela: Frau Dur. Fräulein Nothauser siagt erstmalig die Mercedes und Fräulein Carloforti stellt sich als Frasquita zum ersten Male vor. Den Don Joss gibt Herr Jadlowker, den Escamillo Herr Bischoff. Die musikalische Leitung hat der Kapellmelster Blech.

Im Königlichen Schauspie l hause wird morgen, Donners tag, Ed. Paillerons Lustspiel Die Welt, in der man sich langweilt“, mit den Damen Butze, Abich, Arnstädt, Heisler, Ressel, von Mayburg, bon Arnauld sowie den Herren Vollmer, Boettcher, Patry und Vallentin in den Hauptrollen, aufgeführt.

Mannigfaltiges. Berlin, 4. September 1912.

Die in Berlin weilenden schwedischen Journalisten und die Mitglieder des deutschen Ausschusses wurden gestern nachmittag von dem Staatssekretär von Kiderlen-Waechter in der Villa des Auswärtigen Amts empfangen. Abends fand zu Ehren der schwedischen Gäste ein Festmahl im Kaiserbof statt. Bei der Tafel brachte W. T B.“ zufolge der schwedische Gesandte Graf Taube einen Trinkspruch auf Seine Majestät den Deutschen Kaiser mit folgenden Worten aus: „Meine Landsleute, die Ver⸗ treter der schwedischen Presse, die, einer liebenswürdigen CGin— ladung folgend, zum Besuch der deutschen Kollegen gekommen sind, werden hier in Deutschland blel zu sehen und zu hören bekommen, was bei ihnen die höchste Achtung und aufrichtige Be⸗ wunderung hervorrufen muß. Insbesondere wird ihnen hier vor Augen geführt werden wie so oft in der Geschichte unseres eigenen Heimatlandes was es für ein emporstrebendes Volk bedeutet, an seiner Spitze einen Herrscher zu haben, der das Befte des Wesens seines Volkes personifiziert, und zwar germanische Kraft und Zähig⸗ keit, germanische Pflichttreue. Sie werden auch zu der Er⸗ kenntnis kommen, daß das moderne Deutsche Reich mit seiner . Macht, dank der Weisheit und der Mäßigung des jetzigen 3 abers des deutschen Kaiserthrones, als ein trewer und kräftiger Hüter des Weltfriedens dasteht, wortn der hier anwesende Herr Staatssekretär des Aeußern mir sicherlich beistimmen wird. Dafür zollt ihm alle Welt Dankbarkeit, und besser als die meisten werden die Vertreter der Presse, die mit den heiklen Fragen der auswärtigen Politik vertraut find, dies zu würdigen verstehen. Da wir jetzt, alter guter Sitte gemäß, das erste Glas dem Landesherrn widmen, können wir also. Schweden und Deutsche, uns in denselben Gefühlen der Verehrung und Dankbarkeit vereinigen. Und diesen Gefühlen wollen wir Ausdruck gehen in einem vierfältigen Hurra auf das Glück und die Gesundheit des Deutschen Katsers Landsmen ett fyrfaldigt Hurrah för Keiser Wilheim Lefvèe Han!‘ Sodann ergriff der Stgatssekretär des Auswärtigen Amts von Kiderlen⸗-Waechter das Wort zu folgendem Trinkspruch auf Seine Majestät den König von Schweden: Mit den Worten, die Seine Exzellenz der Königliche Gesandte Graf Taube unserem Allerhöchsten Herrn gewidmet, hat er ung Deutschen aus dem Herzen gesprochen. Es ist für jeden Patrioten immer eine besondere Freude, wenn er die Gefühle, die ihn selbst beseelen, auch aus fremdem Munde ausgedrückt hört. Ich wei daher, daß ich auch bei Ihnen, meine Herren, über deren Besuch wir uns sehr freuen, warmen Anklang finde, wenn ich unserer Verehrung für Ihren König ebenso warmen Ausdruck gebe. Aus dem , kommt uns der Ausdruck der Verehrung für Ihren König, der uns kein Fremder ist. Die hohe elastische Gestalt Seiner Majestät des Königs Gustav von Schweden ist in Berlin bekannt und immer ö k es mit herzlicher Freude, wenn der König und seine Gemahlin, eine Enkelin des Großen Kaiser Wilhelms ., auf deutschem Boden weilen. Gerade die von Seiner Exzellenz dem Grafen Taube hervorgehobene Pflichttreue ist es auch, die wir an Ihrem König bewundern, und; ich bin gewiß, daß Sie jetzt während Ihres Aufenthaltes hier aus Ihrer Um⸗ gehung jahlreiche Bewese dafür erhalten haben, welche Vochachtung und Verehrung Ihr König bel uns allenthalben genießt. Viele Deutsche in dieser Tafelrunde können wohl aus eigener Erfahrung dafür Zeugnis ablegen, welche Liebe der König in seinem eigenen Lande geneßt, und mit welchem Verständnis er allen Fragen der Gegenwart entgegenkommt und wie er bestrebt ist, alle die Eigen— schaften zu wahren und zu heben, durch die sich das schwedische Volk stets ausgezeichnet hat.“

Am 14. und 15. September 1912 findet in den Konzert- hallen „Clou', Mauerstraße 82, eine allgemeine Aus— stellung von Hunden aller Rassen statt. Es werden rund 10600 Hunde verschledener Arten ausgestellt sein, die nach Sonderausstellungen der einzelnen Vereine geordnet sind. Die Aus— stellung wird vom Verband der stammbuchführenden Vereine an— erkannt. Titel, Ehrenpreise und Geldpreise werden verteilt. Der r unt ür Anmeldungen ist der 7. September. Die Ge⸗ schäftestelle der Ausstellung befindet sich in der Bälowstraße 26. (Fernspr.: Amt Lützow Nr. 1057.)

Die Leistungen bei dem Wasserflugzeugwettbewerb in Heiligendamm (vgl. Nr. 208 d. Bl.) haben am Freitag und Sonn⸗ abend v. W. einen entschledenen Fortschritt gezeigt. Außer dem Flieger Thelen haben sich, wie der Deuische Fliegerbund meldet, auch Büchner und von Gorrissen daran beteiligt; und wenn auch von ihnen keiner die Ausscheidungsbedingungen erfüllt hat, so ist dles nicht auf die Un—

tüchtigkeit der deutschen Flieger und Flugzeuge, sondern lediglich auf

die außerordentliche , der Bedingungen zurückzuführen, die nicht nur Aufstieg und Landung in Wasser, sondern auch auf dem Lande fordern. Bei allen ausländischen Wettbewerben, die bis jetzt stattgefunden haben, find lediglich Flüge und Landungen im Wasser gefordert worden. Daß diese viel leichter aus⸗ zuführen sind, weil die zum Aufstieg auf dem Lande notwendigen Räker fehlen können, hat am ersten Tag das Schickfal Thelens be⸗ wiesen. Während es ihm unmöglich war, mit Rädern unter den Schwimmern aus dem Wasser aufzufteigen, weil er die dazu not⸗ wendige Geschwindigkeit nicht erreichen konnte, erhob fich die Maschine, nachdem die Räder weggenommen waren, mit Leichtigkeit aus bem Wasser. Thelen hat aus dieser Erfabrung gelernt; er ist jetzt dabel, die Räder so anzubringen, daß sie während der Fahrt im Wasser hoch⸗ gezogen werden können. Von, Gorrissen und Büchner, die dieser orderung schon von vornherein Rechnung getragen hatten, haben eide gezeigt, daß ihre Maschinen imstande sein können, den For⸗ derungen des Wettbewerbs zu entsprechen. Wenn es ihnen noch nicht gelungen ist, so lag das bei von Gorrissen in der Hauptsache nur daran, daß er, dem Wunsch der Marinebebörden erhöht Rechnung tragend, seine Tragflächen vor weiteren Versuchen fo weit“ ver größern wollte, daß der Aufstieg aus dem Wasser nach sehr kurzem Anlauf erfolgt. Bruno Büchner hat bis jetzt ein Mißgzeschick am Erfolg gehlndert. Am Sonnabend früh hatte er die ersten Bedingungen des Ausscheidungswettbewerbes einwandsfrei erfüllt. Er war nach kurzem Anlauf auf dem Lande aufgestiegen, war über See 14 Minuten geflogen und hatte sich dann auf das Wasser niedergelassen, wo die Landung sehr glatt vonstatten ging. Bei dem Versuch, sich wieder zu erheben, brach unter dem! schweren Körper⸗ gewicht des Fliegers, der nur für normales Gewicht kerechnete Sitz. Büchner konnte nun, des sicheren Halts beraubt, die Führungsorgane mit Händen und Füßen nicht mehr gut genug bedienen, um den Flug an Land zurück zu wagen. Die Maschine hat aber, wenn auch nicht bet einem i. wie es der Ausscheidungswettbewerb verlangt, gezeigt, daß sie ähig ist, sowohl zu Lande, als auch auf dem Wasser aufzustelgen. Auch die letzten Tage haben erwiesen, daß sich die Marineverwaltung des hohen . des Wasserflugwettbewerbs bewußt ist. Sowohl die leitenden Persönlichkeiten des Marineflugwesens, als auch die meisten zur Ausbildung als Flieger kommandierten Marineoffiziere wohnten den Vorführungen bei.

Am Sonntag und Montag sind neben den erwähnten drei Flug⸗ zeugen auch noch zwei andere in Wettbewerb getreten. Es find dies ein Eindecker von Dr. Hübner und ein Goedecker-Eindecker. Der Ein⸗ decker von Dr Hübner unterscheidet sich in seinem Aufbau nicht allzusehr von einem modernen Landeindecker. Er besitzt einen Schwimmer, der in der Mitte an der Stelle, an der die Radachse durchläuft, geteilt ist. Der Eindecker der Goedecker⸗Werke in Mainz unterscheidet sich grundsätzlich von allen anderen Flugzeugen. Er besitzt keine be⸗ sonderen Schwimmer, sondern das Boot, in dem der Führersitz angebracht ist, schwimmt auf dem Wasser und soll beim Anlauf als Schwimmer wirken. Die Triebschraube, die ja mit dem Waffer nicht in Berührung kommen darf, ist beim Goedecker-Eindecker hoch

elagert und durch guten Antrieb mit dem Motor verbunden. Die eistungen der beiden neuen Typen haben auch wieder gezeigt, daß die Erfolge mit den Wasserflugzeugen umfangreiche Versuche boraussetzen. Beiden Flugzeugen ist es bis jetzt noch nicht gelungen sich vom Wasser zu erheben. Dagegen haben die drei Typen, die schon in den ersten Tagen in den Wettbewerb getreten sind, die Maschinen von Gorrissen, Thelen und Büchner größere Leistungen aufzuwelsen gehabt. Allen dreien ist es gelungen, vom, Wasser auf⸗ zusteigen. Der am meisten Begünstigte ist bis jetzt Büchner. Mit bewundernewerter Zähigkeit und Ausdauer hat er immer und immer wieder die kleinen Verbesserungen erkannt, die erst einen vollen Erfolg möglich machten. Am Montagmittag ist es ihm denn auch gelungen den Bedingungen des Ausscheidungswekrtbewerbs boll Rechnung zu tragen. Er hat sich vom Land erhoben, ist länger als 10 Minuten in der Luft gewesen, hat sich dann auf das Wasser niedergesenkt, die Triebschraube zum Stillstand gebracht, dann hat er sie wieder angeworfen, ist vom Wasser aufgestiegen und nach schönen Flügen glatt auf dem Boden gelandet. Diese Leistung bedeutet einen außerordentlichen Erfolg; sie ist bis jetzt noch auf keinem Wettbewerb verlangt und gezeigt worden. Durch sie ist bewiesen, daß es tatsächlich heute schon möglich sst, vereinigte Wasser⸗ und Landflugzeuge zu schaffen.

Bekanntlich hat der Verein Naturschutzpark in Stuttgart sich die Schaffung von drei ausgedehnten Naturschutzparken als Ziel gesetzt. Neben dem Alpenschutzpark in den steirischen Alpen und dem Heidepark in der Lüneburger eide, zu denen ja bereits der Grundstock gelegt wurde und die zeide als gesichert gelten dürfen, wurde ein dritter als Park für da] Mittelgebirge und Hügelland in Süd⸗ und Mitteldeutschland, namentlich in Bayern, in Aussicht genommen, doch sind die Vorbereitungen zu seiner Gründung noch nicht über einleitende Besprechungen und Nachforschungen nach einem ge⸗ eigneten Gelände hinausgediehen. Alle Freunde des Naturschutzpar k gedankens werden daher gern davon Kenntnis nehmen, daß kürzlich dieser Gegenstand auch in einer Sitzung der bayrischen Kammer der Abgeordneten besprochen wurde. Der Abg. Dr. Muͤller⸗Hof richtete, so lesen wir im ‚Kosmos“, Handweiser für Naturfreunde, an die Regierung die Anfrage, wie sie den beachtenswerten Bestrebungen be⸗ züglich der Errichtung von Naturschutzparken gegenüber stände. Er

gedachte der iatkräftigen Unterstützung, die die preußische Regierung der Ergcwerbung eines großen 966 . ö ann fort:

Lüneburger Heide angedeihen 2 und. fuhr . Von weiten Kreisen deutscher Naturfreunde wird angeregt, in einem deutschen Mittelgebirge einen derartigen Naturschutz park einzurichten. Es soll dazu der Bayrische Wald, und zwar ein Territorium ber Zwiesel am großen Falkenstein, gewählt werden. Es wäre für ganz Bayern von großer Bedeutung, wenn es vielleicht mit Unter⸗ stützung des Reichs und anderer Bundesstaaten gelänge, in einem bayrischen Mittelgebirge einen derartigen großen Naturschutz park zur Er— haltung unserer Fauna und Flora einzurichten. Es sind solche Bestrebungen auch bezüglich der Erhaltung eines Gebietes im Hochgebirge im Gange; es wird auf die Abgrenzung eines Bezirks im Berchtes⸗ gadener Land bezw. im Al gäu hingewiesen?“. Darauf erwiderte der Staatsminister Dr. Freihert von Soden, daß er die Bestrebungen für Naturschutz soweit wie nur möglich unterstütze. „Ich kann nur wünschen“, fügte er hinzu, „daß auch das Reich gleich wie bei der Lüne⸗ burger Heide uns einen Zuschuß gibt. Es wurde die Gegend von Zwiesel als günstiger Platz für einen Naturpark genannt, wo bekanntlich noch ein Rest von Urwald erhalten ist. Diese Gegend scheint mir gleichfalls die richtige zu sein. Allerdings wird daneben auch das Hochgebirge in Frage kommen. Um eine Zer— splitterung der Kräfte zu verhüten, bittet der Verein Naturschutzpark in Stuttgart alle Freunde des Naturschutzparkgedankens in Bayern, sich ihm anzuschließen, zumal er dort bereiis eine große Anzahl von Mit— gliedern besitzt und besonders stolz darauf ist, daß sich unter ihnen auch Seine Königliche Hoheit der Prinz-⸗Regent Luitpold und andere Mitglieder des a Königshauses befinden, Anmeldungen nimmt für Bayern die Hofbuchhandlung Arker (München., Promenade⸗ platz ) entgegen. Dann wird es bald möglich sein, auch die Frage eines bayerischen Naturschutzparks ernstlich in Angriff zu nehmen und sie einer schnellen Lösung entgegenzuführen.

Potsdam, 3. September. (W. T. B.) Bei dem heutigen Adlerschießen der Offiziere des Ersten Garderegiments in, Borustedt bei Potsdam errang den ersten, von. Seiner Majestät dem Kaiser und König gestifteten Preis und die Königswürde der Leutnant von Alvensteben; den preis Ihrer Majestät der Kgiserin und Könktgin gewann der Oberleutnant von Bock und Polach, den zweiten Kaiserprels der Ober⸗ leutnant Freiherr von Hornstein⸗Biethingen. Im Damen« schießen siegte Frau von Trotha; Zweite wurde Frau von Oppell, Dritte die Gräfin zu Eulenburg. Dem Schießen wohnten

u. A. Ihre Königlichen Hoheiten die Prinzen Oskar und

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