Teil unbewohnbar gemacht. Felder sind überschwemmt worden und dadurch ist ein ungeheurer Schaden angerichtet. Ein Besitzer hat Morgen ven seinem Acker verloren, die Fischeteibevölkerung ist in schwerster Weise betroffen. Deshalb bitte ich die Regierung, alles, was in ihren Kraͤften steht, zu tun und sie zu unterstüßen. Die Fischer müssen in ihrem Besitz und in ihrer Nahrung geschützt werden. Ich bitte auch die Regierung, namentlich nicht zu sehr auf die lokale Unterstützung der Fischereihäfen zu dringen. Die Fischerei⸗ häfen haben nicht lokale Bedeutung allein, sondern ihre Bedeutung geht über die lokalen Verhältnisse weit hinaus. Ich bitte die hierbei aufgestellten Grundsätze zu prüfen und, wenn notwendig, einer Re⸗ vision zu unterziehen. Ich wuͤnsche, 3 die heutige Verhandlung dazu führt, diejenigen Kreise, welche im Sommer an den Ostseeküsten ihre Erholung suchen, zu veranlassen, die durch dle Sturmflut so schwer heimgesuchte Bevölkerung nach Möglichkeit zu unterstützen. Dr. Schifferer (nl. ): Auch meine politischen Freunde halten elne tatkräftige Unterstützung durch die Regierung im vor⸗ liegenden Falle durchaus für nolwendig. Das geht aus der Tatsache bervor, daß wir einen darauf bezüglichen Antrag gestellt haben. Der Schaden, der durch die Sturmflut angerichtet worden ist, ist in der Tat sebr groß. Auch uns sind selbstverständlich sebr vlele Einzelnach— richten über die durch die Sturmflut angerichteten Schäden zu⸗ gegangen. Inebesondere hat mir auch der Reichstagsabgeordnete Dr. Schwabach eingehendes Material zur Verfügung gestellt. Aber alle diese Dinge können wir besser in der Kommission besprechen. Betroffen ist von der Sturmflut unter anderem eine ganze Reihe von Gemeinden, die nicht in der Lage sind, aus eigenen Mitteln den an⸗ gerichteten Schäden zu begegnen. Hier ist ganz besonders schnelle Hilfe angebracht. Ich nehme an, daß von den Mitteln, die die Regierung zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellt hat, gerade diesen Gemeinden ein großer Tell zugeflossen ist. Auch bitte ich die Regierung, die Be⸗ wobner des Memeldeltas und die Anlieger des Kurischen und Frischen Haffes möglichst zu unterstützen. Eine ganze Reihe von Fischern ist außergrdentlich geschädigt worden. Den Fischern sind ihre Boote und Netze weggerissen worden, dadurch sind sie ihres Handwerkzeuges beraubt. Es wäre zu wünschen, daß die Leute recht bald wieder in den Besitz ihres Handwerkzeuges gelangen. Ich weiß nicht, ob in Schleswig⸗Holstein durch die Sturmflut auch bedeutender Schaden angerichtet worden ist. Wenn dies aber der Fall sein sollte, jo bitte ich die Regierung, auch hier helfend einzugreifen. Auch wir sind da⸗ mit einverstanden, daß die Anträge einer Kommission von 28 Mit— gliedern überwiesen werden.
Abg. Dr. Steputat (kons., Litauerꝝ: Die Vorredner haben alles Nötige bereits gesagt, in der Kominission werden alle Dinge ausführlich besprochen werden und dabei auch die einzelnen Gegenden zu ihrem Recht kommen. Ich will nur hervorheben, daß das Wasser von zwei Seiten in Ostpreußen auf das Land eingestürmt ist und daß deshalh die Verheerungen natürlich sehr groß sein mußten.
Abg. Dr. Ga igalat (b. H. P, . Zur Sicherung der Kurischen Nehrung ist schon manches geschehen, aber es hat noch nicht genügt, deshalb muß jetzt ganze Arbeit gemacht werden. Die Schäden sind diesmal in der Tat sehr groß. Das Wasser stieg so schnell. daß die Bewohner sich nur mit Mühe retten konnten. Das schwerste Opfer für die Leute ist der Verlust des aufgestapelten Heues. Wiesen und Aecker sind verschlechtert. Am schwersten hat der Kreis Heydekrug gelitten, deshalb bitte ich die Regierung, besonders diesem Kreise ihre Fürsorge zu schenken. Im Memeldelta müssen jetzt 1500 Menschen täglich mit Lebensmitteln versehen werden. Das Eis hat die Flußläufe verstopft. Die Ueberschwemmung kam so schnell, daß das Wasser in einer Stunde um einen Meter stieg. Das Militär hat vortreffliche Dienste bei der Errettung der Bewohner geleistet. Manche Kolonnen haben 36 Stunden hintereinander gearbeitet. Das Vieh mußte aus dem Wasser gebolt werden, auch dabei haben die Pioniere höilfrelch mitgewirkt. Die Bewohner selbst hatten sich auf die Dächer der Häuser flüchten müssen. Den Leuten müssen jetzt vor allem Viehfutter und Saatkartoffeln geliefert werden. Die Memel ist zurjeit noch auf mehrere Meilen hinauf durch Eis verstopft, das Wasser muß durch die Niederung abfließen. Die Kolonisten müssen entweder von den Mooren fortgebracht werden — das würde aber . Politik der inneren Kolonisation wider—⸗ sprechen — oder die Moore müssen eingedeicht werden. Die Verluste an Gebäuden, die Wirtschaftsgeräte usw. müssen ersetzt werden. Ich appelliere auch an die Privatwohltätigkeit und hoffe, daß diese eben⸗ falls zur Hilfe bereit sein wird.
Abg. Hofer (Soz.) schildert im einzelnen die angerichteten Schäden und tritt für umfangreiche staatliche Hilfe ein. Es handele sich um 15 000 notleidende Menschen, die sich aus eigner Kraft nicht helfen könnten. Die Küstenbewohner in Ostpreußen seien im Winter tage⸗ und wochenlang von der Außenwelt überhaupt abgeschlossen, es müßten deshalb schleunigst Chausseen gebaut werden. Es sei die aller= höchste Zeit, daß der Staat für die Bewohner etwas tue. Es heiße, daß ein notwendiger Deich nicht gebaut werde, damit nicht die Gegend trocken gelegt werde und dadurch die Elche ihre Lebensbedingungen verloren.
Abg. Schmiljan (fortschr. Voltsp.): Die Schäden für die Küstenbevölkerung sind diesmal außerordentlich schwer. Die Dünen sind von Neufahrwasser bis nach Ostpreußen hinauf auf 10 bis 12 Meter abgeschwemmt worden. Vor allen Dlngen bedarf es also neuer Dünen bauten, und zwar muß der Staat nicht bloß da bauen, wo es sich um fiskalisches Gelände handelt. Insbesondere weise ich auf die schwierige Lage der Fischer hin, die ebenso betroffen sind wie die Landwirtschaft. Das Wasser läuft nicht ab, weil der Küstenrand höher ist als das dahinter liegende Land. Die Landwirte müssen jetzt 50 bis 60 Tage lang arbeiten, um durch Pumpen das Wasser von ihren Aeckern zu schaffen. Diesen Besitzern muß in weitgehendstem Maße geholfen werden. Dle FZischer sind in rastloser Arbeit Tag und Nacht bemüht, den Lebensunterhalt für ihre Familten zu erwerben und fär ihr Alter zu sorgen; wenn diese Leute endlich mal einen Erfolg gehabt haben, dann wird alles in wenigen Stunden wieder zerstört und weggeführt. Der Staat muß dahin streben, daß solche schweren Fälle sich nicht wiederholen können. Die Regierung wird die Zustimmung des ganzen Hauses haben, wenn sie recht schnelvorgeht. Ich frage den Minister, wie die Fischer, die auf Wochen brotlos geworden sind, jetzt unterstützt worden sind. Es muß ihnen Beihilfe gewährt werden, damit sie sich neue Geräte anschaffen können. Am schwersten empfinden es die Fischer, daß sie jetzt wochenlang ibrer gewohnten Erwerbztätigkeit nicht nachgehen können. Was ist geschehen, um die Fischer vor der äußersten Not zu bewahren? Die Staatsmittel werden ja nicht aus— reichen, um allen Anforderungen gerecht zu werden, deshalb muß auch die Piipatwohltätigteit eingreifen. Auffallend ist es jetzt, daß bei den Sammluggen wohl so viele tausende kleiner Gaben gegeben sind, daß aber größere Gaben nicht wie sonst zu bemerken find. Hoffentlich kommt unseten Wünschen die Regierung in weitestem Maße entgegen. Namens mesner Freunde stimme sch der Ueberwelsung der Anträge an eine Kommissien von 28 Mitgliedern zu. .
Abg. Korfanty (Pole): Wir sind gern bereit, die Mittel für diese von der Katastrophe so schwer heimgefuchten Leute zu bewillsgen; wir sind aher guch der Meinung, daß die bisherigen Mittel nicht ge⸗ nüden. Die Ostseeküste war nicht genügend befestigt. Alljährlich werden 29 Millionen verpulveit gegen die Polen. Dieses Geld könnte bessere Vecweadung finden, wenn es zuin Zwecke der Küsten— befestigung verwendet würde. Dann würden wir derart igen Katastrophen ganz anders gerüstet gegenüber stehen. Ich will nicht hoffen, daß bei der Verteilung der Unterstützungen nach politischen Momenten ver— fahren wird Das ist schon vorgekommen.
Abg. Dr. Dittrich (Sentr): Auch wir erklären unser Ein— verständnis mit dec staatlichen Hilfsaktion. Mein Wahlkreis Braunsberg ist auch schwer betroffen worden Ich möchte des balb bltten, auch meinem Wahlkreise außergewöhnliche Mittel zur Ver— fügung zu stellen.
Damit ist die Interpellation erledigt. Die beiden Anträge werden an eine Kommission von 28 Mitgliedern überwiesen.
Es folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfs, betr. die Erweiterung des Stadtkreises Dortmund und Aenderung der Amtsgerichtsbezirke Castrop und Dortmund.
Abg. Dr. gon Gescher (kons. ): Ich beantrage, den Gesetz= entwurf an die Gemeindekommisstog zu verweisen. Es wird hesonders zu prüfen sein, ob den bestehenden Mängeln durch den Gesetzentwurf abgeholfen wird. Besonders wird zu prüfen sein, ob die Bedingungen für die Eingemeindung vorhanden sind, oder ob der Eingemeindung Bedenken gegenüberstehen.
Abg. 3 weckendieck (uk): Wir haben nichts dagegen ein⸗ zuwenden, wenn das Gesetz der Gemeindekommission überwiesen wird. Ich möchte jedoch bitten, daß es aus der Kommission moglichst bald wieder an das Plenum gelangen möge. ö .
Abg. Traub (fortschr. Volkep.): Auch ich hoffe, daß der Gesetz · entwurf in der Kommission und im Plenum möglichst bald einstimmig angenommen wird.
Der Gesetzentwurf wird der Gemeindekommission überwiesen.
Darauf wird die Beratung des Etats des Ministeriums des Innern sortgesetzt.
Beim Kapitel des Statistischen Landesamtes bemängelt
Abg. Schmiljan (fortschr. Volkep.) die ungünstigen Anstellungs⸗ verhältnisse der Beamten bei dem Statistischen Landesamt. Besonders schlecht seien die Verhältnisse für die Militäranwärter. Die Anwärter hätten in der Regel 7 bis 8 Jahre zu warten, ehe sie zur Anstellung gelangten. Die Militäranwärter hätten das 40. Lebensjahr meist überschritten, wenn sie in eine etatsmäßige Stellung einrückten. Die Mehrzahl dieser Beamten gelange überhaupt nicht in den Genuß des Höchstgehaltes. Der Minister möge die Verhältnisse bald prüfen und Abhilfe schaffen.
Beim Kapitel bemerkt
Abg. von Bockelberg (kons.): Ich muß mich gegen eine Er— klärung des Abg. Cassel wenden, daß die Rechtfprechung in Steuerfragen den Verwaltungsgerichten abgenommen und den ordent— lichen Gerichten übertragen werden möchte. Darurch würden nur die Kosten höher, die Gerichte würden überlastet und auch die Rechts- sicherhelt keineswegs gefördert. Es würde also gegenüber den be— stehenden Verhältnissen eine Verschlechterung eintreten.
Abg. Dr. Liebknecht (Soß): Beim Oberverwaltungsgericht haben wir eine noch größere Klassenjustiz als bei den ordenksichen Gerichten. Die Oberverwaltungsgerichtsbarkeit ist ein Schaden für unser Volk. Wir fordern, daß die Rechtsprechung der ordentlichen Gerichte in dieser Hinsicht erweitert wire. Es kann nicht wunder— nehmen, wenn wir die größten Beschwerden gegen die Verwaltungs- gerichte zu erheben haben. In gewissen Fällen, besonders wenn eine Partet nicht vertreten war, bekommt die Oeffentlichkeit überhaupt keine Nachricht von den Entscheidungen der Senate. Die Be— gründung der wichtigsten Entscheidungen müßte der Presse mitgeteilt werden. Sehr wenig erfreulich ist das Verfahren vor dem Oberer waltungsgericht. Wir haben keine Prozeßordnung dafür. Es steht dem Oberverwaltungsgericht frei, nach Belieben zu verfahren, und das führtz zu einer völligen Willkür. Die wichtigsten Grundlagen der Rechtssicherheit sind die Vorschriften über die Beweig— erhebungen; aber für das Oberverwaltungsgericht gelten diefe nicht. Man hat nicht einmal das Recht, eine Zeugendernehmung zu fordern. Es besteht ein reines Tohuwabohn, eine voll— kommene Gesetzlosigkeit. Damit entfällt die Grundlage für die materielle Richtigkeit der Oberverwaltungsgerichtsentscheidungen. Auf, der anderen Seite glaubt sich das Sberverwaltungs— gericht in peinlichster Weife gebunden an Forgalien. Es läßt. einen. Gegenbeweis gegen eine Vorenischeidung gar nicht zu. Ganz formalistisch wird der Tenor der Vorentscheidung zugrunde gelegt, das Obeiverwaltungsgericht hat zu einem solchen Verfahren gar kein Recht, aber es en, sich vor einer Dissonanz zwischen ordentlichem Gericht und Verwaltungsgerlcht. Ich habe in meiner ganzen Praxis nur einen einzigen Fall erlebt, wo das Sber— verwaltungsgericht die Grundlage eines voraafgegangenen Urteils geprüft hat. Dabei handelt es sich oft um die Füuinierung einer Eristenz, wenn z. B. einem Gastwirt auf Grund ungenügender Grundlagen einfach dle Konzesston entzogen wird. Häufig wird aus der Tatsache, daß ein Gastwirt mehrere Male wegen Ueber⸗ schreitung der Polizeistunde bestraft worden ist, geschlossen, daß der Gastwirt eine Neigung zur Beförderung der Völlerei besitze, und daraufhin wird ihm die Konzession entzogen, statt daß erst festgestellt wird, wie sich die Ueberschreitung der Polizelstunde zugetragen hat. Vielfach handelt es sich ja nur um wenige Minuten, die die Leute noch helsammen sitzen geblieben sind; vielleicht haben sie nur ihr Bier ausgetrunken, und irgendwelche Ausschreitungen sind nicht vorgekommen. Da müssen wir auf eine andere Handhabung dringen. In der Frage der Arbeiterzentrale haben wir ja einen besonderen Antrag eingebracht. Es ist. unglaublich, daß man ausländische Arbeiter auf dem Wege der Polizei einfach auffordert, binnen vierzehn Tagen Landarbeit anzunehmen, widrigenfalls sie als lästig ausgewiesen werden follen. Das Oberver⸗ waltungsgericht hat unter Verdrehung aller Logik diese Polizetverfügungen als zu Recht bestebend anerkannt. Die Witwe des in Moabit von Polizeibeamten getöteten Arbelters Hermann ist noch immer nicht zu ihrem Rechte gekommen. Das Landgericht und das Kammergericht haben sich auf die Seite der Witwe gestelct. Aber in diesem Falle hat das Oberverwaltungsgericht es plötzlich nicht für nötig gehalten, sich an die Vorentscheidungen zu halten, sondern hier wird . trotz der sonst grundsätzlichen Abneigung dagegen, Beweiserhebung be⸗ schlossen. Da muß man doch zu dem Schlusse kommen, daß dafür nicht juristische Gründe maßgebend gewesen sind, da hat der Wunsch, die Polizei nicht bloßzustellen, mitgespielt. Früher ist sogar ent— schieden worden, daß Tanzfestlichkeiten von politischen Vereinen Sitzungen politischer Vereine darstellen, und deshalb follten Frauen an diesen. Tanzfestlichkeiten nicht teilnchmen dütfen. Da hat erst eine Ministerialverfügung abhelfen müssen. Jetzt werden vom Oberverwaltungegericht ständig die Arbeitersportbereine als polttische Vereine angesprochen, . die ordentlichen Gerichte ihnen den politischen Charakter abgesprochen haben. Schließlich haben sich aber die ordentlichen Gerichte dem Oberperwaltungsgericht gebeugt, und es besteht zwischen beiden Instanzen jetzt volle Harmonse. Jetzt aber verlangt die Polizei von kleinen Drisgruppen größerer Vereine, die keinen selbständigen Vorstand, fondern nur einen Vertrauensmann haben, die Einrelchung von Vorstandslisten, obwohl die ordentlichen Gerichte diefe ausdrücklich als nicht selbständige Vereine anerkannt haben. Das ist geradezu eine Revolte der Verwaltung gegen die Gerichte. Das Oberverwaltungsgericht hat es fertig gebracht, das Zensurverbot gegen ein Stück unseres ver⸗ storbenen Parteifreundes Rofenow, der als Dramatiker anerkannt ist, aufrecht zu erhalten, weil die Schilderung des Bergarbeiterlosts eine Klassenaufreizung darstelle. Dabei sist dieses Stück un— beanstandet in Stuttgart und Frankfurt a. M. aufgeführt worden. Das war in Berlin nur eine kleinlich: , , des Herrn von Jagow, und das Obeiverwaltungegericht hat sich durchaus nicht als einen Schirm der bürgerlichen Freiheit bewährt. Die Judikatur des Oberverwaltungsgerichts hat die polizeiliche Ueber wachung im Gegensatz ju dem Neichsvereinkgefetz geregelt. Das Oberverwaliungsgericht hat sich auch auf den Standpuntt gestellt, daß die Behörden das Recht haben, einem Angehörigen der sozialdemo⸗ kratischen Partei den Unterrichtserlaubnissckein zu verweigern allein aus dem Grunde, weil er Sozialdemokrat ist. Bas ist unerbört und widerspricht dem Gerechtigkeitsgefühl. Die Lelstungen des Oberver⸗ waltungsgerichts bedeuten wahrhaftig keine Ruhmestaten. Wir haben alle Veranlassung, uns in schroffster Weise gegen eine derartige Judi⸗ katur zu wenden. Die Herren, die diefe Urteile gefält baben, wissen vielleicht nicht, wie wir einer derartigen Geistesblindheit gegenüber stehen und wie bemitleidens. und betauernswert uns die Bberver— waltungsgerichtsräte vorkommen.
Minister des Innern Dr. von Dallwetz:
Der Herr Abg. Liebknecht hat zunächst eine scharfe Kritik an dem Verfahren des Oberverwaltungsgerichts geübt. Das gehört zu den Verhandlungen über die Verwaltungsnobelle und ist durch Beschluß
des Oberverwaltungsgerichts
des Hauses von den Erörterungen beim Etat ausgeschlossen. Ich kann also auf diese Ausführungen nicht elngehen.
Er hat ferner eine scharfe Kritik geübt an der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichtz in Zensursachen, Auswelsungssachen, Konfliktssachen, Vereinssachen, Disziplinarsachen und in Sachen der Erlaubnis zur Unterrichtserteilung. Wie kommt Herr Dr. Liebknecht dazu, die Entscheidungen unseres höchsten Verwaltungsgerichtshofes in dieser Weise zu kritisteren und herabzusetzen? Steht er auf einem höheren Standpunkt als das Oberverwaltungsgericht? Glaubt er, daß er klüger und urteilsfähiger ist als die Herren, die dort sitzen? (Heiter keit) Außer ihm selbst und einigen wenigen seiner Freunde wird kein Mensch davon überzeugt sein, daß sein Urteil höher zu setzen ist als das der Herren Mitglieder des Oberverwaltungegerichts. (Sehr richtig! rechts) Ich kann natürlich den Details einer solchen Kritik nicht folgen. Es würde mir sofort als ein Eingriff in die Selb— ständigkeit des Oberverwaltungsgerichts ausgelegt werden. (Sehr richtig! rechts. — Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Es würde mir von Herrn Liebknecht entgegengehalten werden, daß ich den Ver— such gemacht hätte, das Oberverwaltungegericht zu beeinflussen. Ich frage Sie: was sind aber die Ausführungen des Herrn Liebknecht anders als ein Versuch zur Beeinflussung des höchsten Verwaltunge— gerichts? Er wird zwar damit keinen Erfolg haben; dann sollte er aber lieber solche Ausführungen unterlassen, die für die Ver— handlungen dieses hohen Hauses ganz wertlos sind. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.)
Abg. Dr. Liebknecht (Soz.): Der einfachste Mensch hat das Recht der Kritik, und wenn hier ein einfacher Arbeiter aufstehen und das Oberverwaltungsgericht der Klassenjusti; anklagen würde, dann hätte ihm der Minister anders zu antworten. Die Recht— sprechung des Oberverwaltungsgerichts unterliegt ebenso der Kritik der Parlamente wie die Rechtsprechung der ordentlichen Gerichte. Wir sind als Abgeordnete dazu berufen, hier offen unsere Meinung zu sagen. Der Minister sollte sich mit mir in sachlicher Weise aus— einander setzen, aher mir nicht mit ein paar schnoddrigen Redensarten antworten. (Präsident Dr. Graf von Schwerin nuft den Abz. Dr. Liebknecht wegen der letzten Aeußerung zur Ordnung.)
Das Kapitel wird bewilligt.
Auf Anfrage des Abg. Winckler (kons.) teilt .
Präsident Dr. Graf von Schwerin mit, daß beabsichtigt wird, das Kommunalabgabengesetz und die neue Besoldungsordnung in der nächsten oder uͤbernächsten Woche auf die Tagesordnung zu setzen.
Um 4½ Uhr wird die weitere Beratung des Etats des Ministeriums des Innern auf Mittwoch, 11 Uhr, vertagt.
Land⸗ und Forstwirtschaft.
Winterversammlung 1914 der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft.
Wie alljährlich im Februar, versammelten sich in dlesen Tagen wiederum viele deutsche Landwirte in der Reichshauptstadt, vereinigt in dem Wunsche, den Fortschritt des Gewerbes in gegenseitigen Gedankenaustausch zu fördern. Wer die Entwicklung dieser „großen landwirtschaftlichen Woche“ von Beginn an verfolgt, wird in ibr ein Abbild des Erstarkens der Stellung der Sind Haft im nationalen Leben und der intensiven Produktionssteigerung der letzten Jahr— zehnte erkennen. Ursprünglich spielte die Technik des Gewerbes eine nur geringe Rolle, abet immer stärker werden von Jahr zu Jahr die Interessen der Praxis und die Einwirkungen der wissenschaftlichen Forschungen auf allen Gebieten auf sie. So nimmt von Jahr zu Jahr die Zahl, der Spezialvereine und ihrer Sitzungen zu, und die Landwirtschaft bietet in ihrem Spiegel schon seit langem nicht mehr das Bild eines einheitlichen Produktions körpers. Wenn die großen wirtschaftlichen Interessen der deutschen Landwirtschaft auch im wesentlichen die gleichen sind, so ist doch die landwirtschaftliche Produktionstätigkeit der — Differenziertheit schen bedeutend angenähert. Dem entspricht auch die Ausgestaltung der Arbeitsmethoden, die Nutzbarmachung naturwissen⸗ schaftlicher Forschungen und die Ausbreitung kaufmännischer Ge— ,,, . Wie sich diese Entwickelung in der Zu— nahme der Einzelvereine zeigt, so auch in dem steigenden Umfang der Aufgaben der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, deren Tätigkeit ja fast alle Gebiete der deutschen und kolonlalen Landwirtschaft um— faßt. Daß ihre Mitgliederzahl trotz der immer steigenden Vielartigkeit der Prcbuktlonsprc c se sich im letzten Jahre um über 600 auf fast 190600. erheben konnte, ist wohl der beste Beweis dafür, daß die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft stets auf der Höhe ibrer Aufgabe stand, dem technischen Fortschrltt des Gewerbes die Bahn frei zu halten und dem guten Neuen zum Erfolg zu verhelfen. So versammelt sie auch jetzt wieder die Mitglieder und die Besucher der „großen landwirtschaftlichen Woche“ in ihren Sitzungen in der sicheren Erwartung, daß alle die Fragen, die gegenwärtig die Land⸗ wirte in erster Linie interessieren, in ihnen mannigfache Beleuchtung und Vertiefung erfahren werden. . / Nachdem am 166. Februar die meisten der zahlreichen Ausschüsse der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft nichtöffentliche Sitzungen ab— gehalten haben, traten gestern auch bereits einige der Abteilungen zu öffentlicher Beratung zusammen. In der Dünger⸗ (Kainit ) Ab⸗ teilung sprach Oekonomierat Ebhardt über vraktische Erfa h⸗ rungen aus dem Gebiete der Düngerwirtschaft. Er berichtete nach seinen Erfahrungen und Beobachtungen, wie er dazu gekommen ist, die Kunstdüngerzufuhr von Jabr zu Jahr zu steigern. Von kleinen Anfängen ist er bet 23 66 pro Morgen angekommen und glaubt, daß er auch bei 30 S6 noch nicht Halt machen wird. Nicht das, was dem Boden fehlt für die gewünschte Ernte, muß an Dünger gegeben werden, sondern ein Ueberschuß, damit die Pflanze einen jederzeit ge— deckten Tisch, eine automatische Futterkrippe vorfindet; auch muß man mit Verlusten an Nährstoffen und der Schwerlöslichkeit vieler Teile rechnen. An zahlreichen Beispielen seiner Praxis erläuterte der Vor— tragende die Vertellnng dez Düngers; er glaubt, daß man den Wintersaaten sowohl zur Bestellung als auch als Kopfdünger, also doppelte Gaben an Kali und Phosphorsäure mit Vorteil verabfolgt, daß die Wintersaaten namentlich bei zeitiger Aussaat einer kleineren Stlästoffbeigabe bedürfen, die Hauptstickstoffzufuhr aber je nach Witterung und Winterlänge im Februar oder März erfolgen muß, und daß diese Stickstoffgaben eine um so geringere Gefahr für Lager⸗ frucht sind, je dünner gesät wurde. Der Vortragende regte zu ganz einfachen Versuchen an; wer zu eng und dick gesät hat, der hacke die zweite oder dritte Reihe fort, das bedeute die halbe oder zwei Drittel der eigentlichen Aussaat, und dann dünge er stärker. Beét weiten Drill reihen, aber filzigem Stande empfiehlt sich ein Querverhauen, Quer- durchfahren mit Hackmaschinen oder weitgeftellten Federkultibatoren, wogegen ein Eggen selten Pflanzen wegnimmt, sondern die Bestockung anregt. Des weiteren erwähnte der Vortragende seine Erfahrungen im Rühenbau auf nassem und schwerem Boden und allen Tonböden;
wo die Gefahr der Verschlämmung besteht, dort baut er auch die Zucker⸗ ;
rüben in Entfernungen von 21 — 24 Zoll (5h bis 63 em) auf hohen, mit der Kartoffelzudeckmaschine hergestestten Kämmen und it dem Er— folge gleich großer, aber sichererer Ernten bei geringeren Arbeitskoften, Vie Rühe verträgt Nässe in der ersten Entwicklung gar nicht, leidet aber auch, wie das Vorjahr beweist, noch im Jul dlugust bei an— haltendem Regenwetter. Mit einem Appell an die Landwirte, in Genossenschaften und Vereinen in . und Schrift und durch bas gute Beispiel die Berufsgenossen zur Prodnktionssteigerung anzuregen,
industriellen in ihrer
well die Landwirtschaft die Ernährung unseres Volles gewährleisten muß und damit der Allgemeinheit dient, r Rednet.
In einem anderen Vortrage, den der Geheime Regierungsrat, Professor Dr. Stutzer (Köntigeberg) in derselben Abteilung der Landwirtschaftsgelellschaft hielt, wurden „neue Ziele bei der Her—⸗ stellung und Anwendung von Dungstoffen“ behandelt. Im Taufe der letzten Jahrzehnte, führte dieser Redner aus, haben bezüg—⸗ lich der Anwendung und der Herstellung von Dungstoffen manche Ver⸗ änderungen sich vollzogen, und auch jetzt wieder sind neue Ziele zu verfolgen. Beim Kunstdünger hat man bekanntlich Kali, Photphorsaure und Stickstoff zu berüdsichtigen. Kalt und Phosphorsäure stehen uns und unseren Nachkommen in genügender Menge zur Verfügung. Deutschland hat das Welt⸗ monopol für den Verkauf von Kali, und wir müssen mit aller Energie dahin streben, daß, namentlich im Sand und Moorboden, in Zukunft mehr Kalt gebraucht wird als bisher, um wesentlich größere Mengen von Kartoffeln und anderen Feldfrüchten zu ernten. Die reichlichere Verwendung von Kalipropagandageldern für Beispiels⸗ wirtschaften mit rationeller Düngung ist wünschenswert. In welcher Weise wir hierbei das Kali anzuwenden haben, ist bekannt, und es handelt sich nur darum, denjenigen Berufgenossen, die wenig oder gar kein Kalt gebrauchen, zu zeigen, daß durch dessen Gebrauch eine erhebliche Steigerung der Ernteerträge möglich ist. Bezüglich der Düngung mit Phosphorsäure haben wir zurzeit eben falls keine neuen Ziele zu verfolgen, die wesentliche Umwälzungen hervorrufen wurden; wir wissen, wie wir Superphosphat und Thomasmehl zu gebrauchen haben. Beide Dungstoffe stehen in ge⸗ nügender Menge uns zur Verfügung;: Deutschland crzeugt „ der Welt⸗ produktion an Thomasmehl. Die Sachlage ist eine andere bezügllch des Stickstoffs, für den wir bedeutend mehr Geld zahlen müssen als für die Gewichtseinheit von Kali oder Phosphorsäure. Unser Acker hat den Stickstoff ganz besonders nötig, und das erstrebenswerte Ziel besteht darin, von dem Stickstoff der uns umgebenden atmosphärischen Luft eine imöglichst große Menge in Dünger zu verwandeln. Tatsächlich ist in dieser Hinsicht in der letzten Zeit recht viel ge— leistet. Der erste Schritt war die Herstellung von Kalkstickstoff nach dem Verfahren von Frank und Caro, der zwelte die Fabrikation von Kalksalpeter, dann kam dite Heistellung von Ammoniak nach dem Verfahren von Haber durch Vereinigung des Stickstoffs der Luft mit Wasserstoff, die Oxvdation von Ammoniak ju Saspeter⸗ säure, und das letzte Glied in der Kette dieser fast ausschließlich von deutschen Forschern gemachten Erfindungen ist die Benutzung des Stickstoffs der Luft zur Herstellung von Harnstoff, der in jeder Beziehung mit demjenigen Produkt gleichbedeutend ift, das das Tier mit den flüssigen Ausscheidungen absondert und aus dem dann die stickstoff haltigen Bestandteile der Jauche entstehen. Der Vortra ende sprach weiter über neuere Versuche, die die Herstellung von Kali⸗ düngern aus kalihaltigen Steinen bezwecken und in keiner Weise zum Ziel geführt haben. Er verlieh der Hoffnung Ausdruck, daß (in gleicher Weise, wie in anderen Ländern bereits geschehen) duich ein strenges Gesetz über den Handel mit Dungstoffen der Verkauf von nicht in Wasser löslichem Kali als Dünger verboten und dadurch einem seit langer Zeit zum Schaden der Landwirtschaft ausgeübten Unfug ein Ende bereitet wird. Ueber die Wirkung von Stroh und anderen nicht zersetzten organischen Stoffen als Dungstoffen liegen aus der letzten Zeit vielfache
Beobachtungen vor, guz denen im allgemelnen hervor eht, daß un⸗ zerfetzte organische Sustanz, die als Dunger in den Boden ebracht wurde, den Ernteertrgg vermindert, indem die Bakterlen des Bodens die organischen Substanzen verzehren und gleichzestjg von den im Boden enthaltenen Stickstoffverbindungen eine fo ef Menge schwer lögtzlich machen, daß die Kulturpflanzen nach Stickstoff hungern. Or anische Stoffe soll man also nur im genügend zersetzten Zustande als Dünger verwenden. Eine ganz neue Aufgabe ist den Forschern durch daz Studium der sogenannten Relzstoffe⸗ der Pflanzen gegeben. In ähnlicher Weise, wie der Mensch durch den Genuß von gewissen Reizmitteln Kaffee, Tee, Tabak usw.) zu größeren förperlichen oder geistigen AÄrbeitsleisiu gen veranlaßt werden kann, gibt es auch für die Pflanze Reizstoffe, die lselbstverständlich nur bei sonftiger genügender Ginäbrung) auf eine Erhöhung der Erntemenge einwirken. Dierüber liegt ein umfangreiches Beobachtungsmaterlal aus Deutschland, Desterrelch. Italien, Frankreich, England, Nordamerika, Japan ror. Die Versuche sind aber nicht nach einem einheitlichen Plane ausgeführt, zum Teil einander wider sprechend; mit wenigen Ausnahmen handelt es sich um Versuche in Gefäßen oder auf kleinen Gartenparzellen. Vie bisherigen Beobachtungen lassen zweifellos erkennen, daß durch die Verwendung von Reizstoffen der Land— wirtschaft sehr wahrscheinlich in ganz neuer Weise die Möglichkeit geboten werden kann, die Ernteertraͤge zu erhöhen. Im Jahre 1912 bat der Vortragende bei , ,,. durch Zusatz eines Reizstoffes zum Kunstduͤnger im Werte von 3,60 cs den Ertrag an Zucker von einem Hektar gesteigert: in einer Wirtschaft, deren Besitzer auf dem betreffenden Felde zum ersten Male Zuckerrüben baute, um 129 kg und in einer alten Rübenwirtschaft um nahezu 100 k. Es würde verfrüht sein, wenn die Praxis schon jetzt i gendwelche Relzstoffe gebrauchen wollte, wir sind aber an dem Zeitpunkt angelangt, an dem die landwirtschaftlichen Versuchs⸗ stationen und insbesondere die mit der Düngerabteilung in näheren Beziehungen stehenden Leiter der Felddüngungsverfuche die Angelegen⸗ heit nach einheitlichem Plane bearbelten müsfen, um festzustellen, unter welchen Bedingungen die Landwirtschaft mit Erfolg der Reiz⸗ stoffe sich bedienen kann. Es gibt eine recht große Zahl solcher Sioffe, die eine recht verschiedene Wirksamkeit haben ünd auch bei den einzelnen Pflanzenarten ungleich sich verhalten. Die Reizstoffe bieten ein neues, eigenartiges Arheit?gebtet für die Düngerabteilung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft.
Die für Enteignungs⸗ und andere Verhältnisse wertvolle Frage der k haite die Obst⸗ und Weinbau,; abteilung sich als Vortragsgegenstand erkoren, und im Anschluß daran wurde die Frage der Bodenbearbeitung im landwlrt' schaftlichen Obstbau, die immer mehr den intensiven Erwerbs— obstbau zu berücksichtigen hat, behandelt. Ueber das erstgenannte Thema bielt gestern der Landesbauinspektor Becker (Trier), Über das zweite O. Schindler. Direktor der Königlichen Lehranstalt für Obst⸗ und Gartenbau in Proskau i. O. S., einen Vortrag.
Die Saagtzuchtabtetilung, die gestern gleichfalls tagte, er⸗ öffnete die Verhandlungen wie immer mit einem Berichte ron Dr, Hillmann über die Sortenversuche des Vorjahres, der die wichtigsten Ergebnisse dieser Versuche herausschälte. Den Haupt- vportrag hielt Professor Dr. med. et phil. Baur (Berlin) über bie Bedeutung der primttiven und halbwilden Kulturraffen und der wilden Verwandten unserer Kulturpflanzen für die Pflanzenzüchtung.
Statistik und Bolkswirtschaft. Ein, und Ausfuhr von Zucker vom 1. bis 10. Februar 1914 und im Betriebsjahr 1913,14,
beginnend mit 1. September.
Gattung des Zuckers
Einfuhr Ausfuhr
im Spezialhandel im Spezialhandel
. 1. bis J 1. Sept. 0 str. i,, Febr. k
dz rein dz rein
Verbrauchszucker, raffinierter und dem raffinierten gleichgestellter Zucker (176 a / i Rohrzucker (1762). dabon Veredelungsperkehr Rübenzucker: a . (granulierter), (176 h
davon Veredelungsverkehr Platten, Stangen⸗ und Würfelzucker (176) .. gemaslenneee ,,, Stücken⸗ und Krümelzucker (1760) gemahlene Raffinade (1766) Brotzucker (1769) Farin (17646)
davon Veredelungsverkehr . Füllmassen und Zuckerabläufe (Sirup, Melaffe), Melassekraft— futter; Ni hensaft, M ornsaft 1U76nꝛJĩJ .
Menge des darin enthaltenen Zuckers Berlin, den 18. Februar 1914.
2137 216
1999 J
10 934
s in 221673) 1112 1428 JJ
84 56⸗ 67 586 1 634269 1257371 51 3. . 3 303 217 210 842 177191 81933 87 090 5993 6210
16614 13 388
2 986 197 2967 383
— . . 1
S8 668 2964 850 2925 226
270
265191 135 862 61318 74 357 82 220
1777 802 53 6 5998 285 20170
5398 — —
2543 53 370 1556. 21 313
41354 6 900
40 560 15 507
De lb rüů ck.
Verdingungen.
9 näheren Angaben über Verdingungen, die beim „Reichs. und Staatsanzeiger“ r r., können in den Wochentagen in dessen Expedition während der Dienststunden von 8 — 3 Uhr eingefehen werden.;
Italien.
Das Maxineministerium in Rom beabsichtigt, das augrangierte Kriegsschiff ‚Caprera. zu verkaufen. Der Verdinaungstermin 'steht noch nicht fest. Wert 129 000 Lire. Sicherhelt 25 806 Lire. Lasten— heft in ttalienischer Sprache beim Reichsanzeiger .
25. r ff 1914, Vormittags 19 Uhr: Bürgermeisteramt in Santa Paoling. Bauten zur Befestigung der Srischaft. Vor— anschlag 115 577 Lire. Vorläufige Sicherhelt 15909 Lire, endgültige in, der. Zuschlagsfumme. Kontraktspesen 2000 Lire. Näheres in italienischer Sprache beim „Reichsanzeiger“.
28. Februar 1914, Vormittags 10— 11 Uhr: K
in Sondrtio. Ausbesserung der Uferdämme des Flusses Mera auf
einigen Strecken in den Gemeinden Gordona und Samolaco. Vor anschlag 43 290 Lire. Zulassungsanträge und Zeugnisse Ac. bis 26. Februar 1914. Vorläufige Sicherheit 2209 Lire, endgültige 1 der Zuschlagssumme. Näheres in itallenischer Sprache beim „Reichs- anzeiger“.
28. Februar 1914, Vormittags 10 Uhr: Melito Porto Salvo. Bau eines Rathauses. 64 580,61 Tire. Vorläufige Slcherheit 3000 Lire. itallenischer Sprache beim „Reichtanzeiger'.
Bürgermelsteramt in Voranschlag Näheres in
3. März 1914, Vormittags 19— 11 Uhr: Bürgermeisteramt in Serra Ricch. Bau der Straße ger e nn, ,, Länge 2b, ls m. Voranschlag 41 91725 Lire. Vorläufige Sicherheit 2000 Lire. Näheres in italienischer Sprache beim „Reichsanzeiger '.
J9. März 1914, Vormittags 109 Uhr: ö Hafenamt in Palermo. Verkauf der im italienisch⸗ türkischen Krieg beschlagnahmten Brigg „Aghios Georghios . Anfangsgebot 15 550 Lire. Sicherheit 3200 Lire. Näheres in itallenischer Sprache beim Nelch zan zeiger.
10. März 1914, Vormittags 10 Uhr: Artilleriedirektion des pyrptechnischen Laboratoriums in Bologng. Lteferung von 140 000 3m welßem Perkal zu 940 Lire. Wert 56 000 Lire. Sicherheit 5600 Lire. Näheres in italienischer Sprache beim Reichsanzeiger“.
Nr. 6 der Veröffentlichungen des Kgiserlichen Ge—⸗ sundheitsamts“ vom 11. Februar 1914 hat folgenden Inhalt: Besundheitsstand und Gang der Volketrankheiten. Sterbefälle im Dezember 1913. — Zeitweilige Maßregeln gegen ansteckende Krank- heiten. Desgl. gegen Pest. — Desgl. gegen Cholera. — Gesetz. ebung usm. (Preußen. 2 Futtermittel. — (Reg. ⸗ Bez. Trier.) Hier she au. —= (Bayern.) Reichgversicherungs ordnung. — Kinder⸗ lähmung. — Leichenschauer. — rt me g, Oberamt ärztliche Jahresberichte. — (Reuß ä. L.) Nahrungsmittel. (Luxemburg.) Apotheken. — Tierseuchen im Deutschen Reiche, 31. Januar.
Desgi. in Auslahte. PVetgi. in Jesterrelch, Viertchsaht isis. Vermischtes. (Preußen.) eh ade des Saarbrücker Knapp⸗
schafts vereins, 1912. — (Italien.) Moststatistik 1911 und 1912. — Mailand. Todegursachen c, 1912. — iederlande An⸗ steckende FRrankbelten x., 1912. — Geschentliste. — Monatg⸗ tabelle über die Sterbefälle in deutschen Srten mit is 0og und mehr Einwohnern, Dezember 1913. — Desgl. in größeren Städten des LAuslandeg. — Wochentabelle über die Sterbefälle in deutschen Orten mit 40 000 und mehr Einwohnern. — Desgl. in größeren Städten des Auslandeg. — Erkrankungen in Krankenhäufern denkscher , . — 8a in F . und Landbenirten, 323 Tung. — DYesondere Beilage: Ergebnisse der Todesursachen« statistik im Deutschen Reiche, 1913. 91 ö.
Sandel und Gewerbe.
im Reichsamt des 1 ju sammen⸗ Nachrichten für, andel, In dustrie und Landwirtschaft /)
Rußland.
Ausfuhrzoll für Rohplatin. Nach dem Gesetze vom 30. Deember 1913. betreffend die Regelung der Platinindustrie und Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Lage, unterlsegt rohes (un⸗ gereinigtes) Platin bei der Ausfuhr nach dem Ausland und nach Finland einem Wertzoll von 39 v. H. Die Bestimmung des Wertes ist Sache des Ministerrats. Dem russischen Handels minister sst es anheimgestellt, den Zeitpunkt der Erhebung des Ausfuhrzolls festzusetzen. Ueber Kauf, Verkauf und Aufbewahrung von Rohplatin sind besondere Vorschriften erlassen und zwecks Bestrafung Schuldiger bei Zuwider handlungen gegen diese Bestimmungen entsprechende Be= stimmungen in das Strafgesetzbuch aufgenommen worden. (Russische Gesetzsammlung.)
(Aus den gestellten
Dänemark.
„Vorschriften über die Beschaffenheit von Meß⸗
zirkeln und eisernen 3 Auf Grund des Gesetzes dom 4. Mai 1907 über die Einführung des metrischen Maß und Gewichtssystems hat die dänische Regierung unter dem 12. November 1909 eine Eichordnung erlassen, die am J. April 1910 in' Kaast ge⸗ treten ist. Hierzu sind unter dem 22. Dejember 1913 Ergänzungs⸗ bestimmungen ergangen, die in der „ ovtidende For Kongerigeot Danmark 1913 S. 13021303 unter der laufenden Nr. 233 ver⸗ öffentlicht sind. Die Ergänzungsbestimmungen, welche im wesentlichen die Beschaffenheit von Meßztrkeln und zylindrischen Meßgefäßen aus verzinntem Eisen betreffen, können ebenso wie die dänische Eichordnung, im Reichsamt des Innern (Sollbureau) eingesehen werden.
Vereinigte Staaten von Amerika.
Zollfreie und zollpflichtige Kunstwerke. Das Schatz⸗ amt bat in einer Verfügung vom 16. Dezember 1913 den S§ 376 . des Tarifs vom 3. Oktober 1913 folgende Auslegung gegeben:
Die in §z 652 vorgesehene Zollfreiheit beschränkt sich bei Oel- gemälden, Pastellmalereien, Zeichnungen und Stözzen auf ein Stück, welches das Original sein muß. Ungebundene Radierungen berufs⸗ mäßtger Künstler sowle ungebundene Stiche und Holzschnitte sind ohne Rückhsicht auf die Anzahl zollfrei, wenn sie aug Probeabzügen des Künstlers bestehen. Die zollfrele Einfuhr von Bilowerken und Bildhauerarbeiten ist beschraͤnkt auf das Original und auf zwei Kopten und Nachbildungen dabon. Der 8 37tzj wird daher alle Selgemälde, Wasserfarbenbllder, Zeichnungen usw. umfassen, die teilwelse mittels Schablonen oder durch ein anderes mechanisches Verfahren hergestellt sind, alle Kopien von Oelgemälden, Wasserfarbenbildern, Zeichnungen usw, afle Bild⸗ hauerarbeiten und Bildwerke, die nicht das Erzeugnis eines berufs« mäßigen Bildhauers sind oder die ganz oder zum Teil durch ein mechanisches Verfahren hergestellt sind, ferner alle Nachbildungen oder Kopien von Originalbildwerken (ausgenommen zwei Kopien oder Nachbildungen, welche durch z 62 gedeckt sind), endlich alle Radierungen, Stiche und Holzschnitte, die nicht Probeabzüge von Künftlern sind, auch wenn sie gedruckt sind von Platten oder Blr, die mit Hand⸗ werkzeugen geätzt oder gestochen sind, und alle Radierungen, Stiche und Holzschnitte, nicht bon Platten oder Blöcken gedruckt, die mit Handwerkzeugen geätzt oder gestochen sind. (Treasury Decisions under the Customs etc. la ws.)
Columbien.
Neuer Zolltarif. Der neue Zolltarif, der in 26 Gruppen geteilt ist, ist in em Diario official? Nr. 15 064 vom 6. Dejeinber I9l3 veröffentlicht. Die Drucksache kann werktäglich in der Zeit von 9 biz 4 Uhr im Zollbureau des Reichsamts des Innern, Berlin W., Wilhelmstraße 74, eingesehen werden. — Pas Finanz ministerium beabsichtigt, demnächst eine Ausgabe des Tarifs zu ver⸗ anstalten, worin alle Handelszartikel in alphabetischer Anordnung nebft ihren Zollsätzen aufgeführt sind.
Hongkong.
Absatz von Möbeln. Hongkong ist in bezug auf feine Hölzer für den Bau von Möbeln so günstig gestellt, datz eine Einfuhr auß Europa nur gelegentkich stattfindet. Dle zahlreichen dort ansässigen Möbeltischler liefern gute Arbest. Es werden Teak=, Rosenhol; (haherghia laätifolia), Kampferhol; und andere Harthölzer verwendet. Chinesisches Schwarzholz ist Camoganholz, welches, leicht rötlich, schwarz gebeizt wird. Eine Art Ebenholz, dem echten afrika⸗ nischen Ebenholz ähnlich, kommt aus Siam und den Philippinen, wird aber, da zu hart und zu teuer, seltener für Möbel verarkeitet. Mit Furnierung belegte Möbel halten sich im dortigen Klima nicht.
Gi Ausfuhr von Möbeln nach allen möglichen Ländern ist heute schon bedeutend und übertrifft die Einfuhr. Polsterungen werden von Chinesen ebenfalls ut besorgt. Erwähnenswert ist die Rohr⸗ möbelindustrie (Rattan). Jeder Postdampfer nimmt heute eine beträchtliche Anzahl von Stühlen und Ruhebänken aus Rattan an Bord. Bilderrahmenleist en; Japan liefert die gewöhnlichsten Leisten, gewöhnliche, bessere und feinste, wie geschnitzte und mit Stuck versehene, kommen aus Deutschland. (Nach einem Berichte des Kaiser⸗ lichen Konsulats in Hongkong.)
Aegypten.
Am tliche Etikettierung ägyptischer Zigaretten. Die ägyptische Generalzolldirektion hat in Abänderung des geltenden Reglements vom 5. Dezember 1853 in einem neuen Reglement vom 27. Januar 1914 mit Wukung vom 1. April 1914 ab Vorschriften erlassen, nach denen es den Zigarettenfabrikanten ermöglicht ist, den ägyptischen Ursprung ihrer Erzeugnisse durch eine amtliche Be—⸗ scheinigung zu schützen. Dies geschieht durch Verwendung vuoletter Etiketten, die auf Antrag von der Zollberwaltung geliefert wenden. Genaue Kontrollmaßregeln sichern die richtige Durchführung. (Journal Offieiel du Gouvernement Egyption.)
Konkurse im Auslande. Serbien. Mu schaja Isgk Alewt, Kaufmann in Bitolj (Monasttr). An⸗ meldetermin: 3. 16. März 1914. Verhandlungstermin: 4 17. März 1914. Bogoje M. Bogoje witch, Kaufmann in Boljewatz. An— meldetermin: 20. Februar / . März 1914. Verhandlungstermin: 21. Fe⸗ bruar h. März 1914. tanko P. Sawitch, Kaufmann in Pozarewatz. An— meldetermin: 25. Februar. März 1914. Here n e,, 26. Februar / lo. März 1914.