1915 / 307 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 30 Dec 1915 18:00:01 GMT) scan diff

Königreich Preußen.

Seine Masestät der König haben Allergnädigst geruht: die Regierungsassessoren Schmittmann in Solingen, Dr. Müller in Remscheid, Maskos in Waldenbnrg, Nausch in Osnabrück und Dr. Kirstaedter in Kattowitz zu Regierung räten zu ernennen sowie den Charakter als Geheimer Studienrat zu verleihen: dem Gymnasialdirektor Otto Lutsch in Kreuznach, dem Gym⸗ nasialdirektor Emil Stutzer in Görlitz, dem Direktor der Kaiser Friedrich⸗Schule (Gymnasium nebst Realschule) Dr. Alfred Zernecke in Charlottenburg, dem Direktor des Gymnasiums Carolinum Dr. Alfred Ruhe in Osnabrück, dem Gymnasialdirektor Alfred Bähnisch in Stargard i. P., dem Gymnasialdirektor Heinrich Smolka in Gleiwitz, dem Direktor der Oberrealschule in Hanau Dr. Ferdinand Schmidt, dem Direktor des Friedrich⸗Kkollegiums in Königsberg i. Pr. Dr. Alfred Rausch, dem Direktor des Gymnasiums nebst Realgymnasium in Flensburg Dr. Johannes Spanuth, dem Gymnasialdirektor Dr. Joseph Weisweiler in Düren, dem Direktor des Gymnasiums nebst Realgymnasium in Bielefeld Dr. Christian Herwig, dem Gymnasialdirektor Dr. Eduard Roese in Bartenstein, dem Direktor des Kaiser Fried⸗ rich⸗Gymnasiums in Frankfurt a. M. Dr. Alfred Biese, dem Gymnasialdirektor Dr. Anton Führer in Rheine, dem Gymnasialdirektor Dr. Leopold Rein⸗ hardt in Oels, dem Direktor der Oberrealschule nebst Realgymnasium in Marburg a. L. Dr. Karl Knabe, dem Direktor des Friedrich⸗Werderschen Gymnasiums in Berlin Dr. Rudolf Lange, dem Direktor der Oberrealschule 1 in Bochum Dr. Karl Wehrmann, dem Direktor der Hohen⸗ zollernschule (Gymnasialabteilung) in Berlin⸗Schöneberg Dr. Ernst Naumann, dem Gymnasialdirektor Eduard Grötschel in Tarnowitz, dem Direktor des Kneiphöfischen Gymnasiums in Königsberg i. Pr. Dr. Richard Armstedt, dem Gymnasial⸗ direktor Heinrich Neuber in Saarbrücken, dem Direktor des Viktoria⸗Gymnasiums in Potsdam Dr. Hermann Rassow.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem Formereibuchhalter Ferdinand Schwarz von der Königlichen Porzellanmanufaktur aus Anlaß seines Ausscheidens aus dem Dienste den Charakter als Rechnungsrat zu verleihen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht, den Provinziallandtag der Provinz Ostpreußen zum 7. März 1916 nach der Stadt Königsberg, den Provinzial landtag der Provinz Westpreußen zum 28. März 1916 nach der Stadt Danzig, den Provinziallandtag der Provinz Brandenburg zum A. Februar 1916 nach der Stadt Berlin, den Provinziallandtag der Provinz Pom mern zum 15. März 1916 nach der Stadt Stettin, dert Provinzial⸗ landtag der Provinz Sachsen zum 5. März 1916 nach der Stadt Merseburg, den Provinziallandtag der Provinz Schleswig⸗Holstein zum 19. März 1916 nach der Stadt Kiel, den Provinziallandtag der Provinz Han⸗ nover zum 1. März 1916 nach der Stadt Hannover, den Provinziallandtag der Provinz Westfalen zurn 19. März 1916 nach der Stadt Münster, den Provinziallandtag der Rheinprovinz zum 30. Januar 1916 nach der Stadt Düsseldorf, den Kommunallandtag des Regierungs⸗ bezirks Cassel zum 28. Februar 1916 nach der Stadt Cassel, den Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden zum 1. Mai 1916 nach der Stadt Wiesbaden und den Kommunallandtag der Hohenzollernschen Lande zum 26. März 1916 nach der Stadt Sigmaringen zu berufen. Zugleich haben Seine Majestät den Königlichen Regierungs— präsidenten Dr. von Meister in Wiesbaden zum Stell— vertreter des Oberpräsidenten der Provinz Hessen⸗Nassau in seiner Eigenschaft als Königlicher Kommissar für den Kom— munallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden zu ernennen geruht.

Finanz ministerium. Die Nentmeisterst elle bei der Königlichen Kreiskasse in Posen, Regierungsbezirk Posen, und die Rentmeisterstelle bei der Königlichen Kreiskasse in Northeim, Regierungsbezirk Hildesheim, sind zu besetzen.

Bekanntmachung.

Gemäß §z 1 der Verordnung des Bundesrats zur Fern— haltung unzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. September 1915 (RGBl. S. 603) ist dem Milchhändler Matthias Hanssen, geboren am 8. Juni 1869 zu Helden in Holland, z. It. in Düsseldorf, Blücherstraße 47 wohnhaft, sowie dessen Ehefrau Maria Koch, geboren am 8. April 1873 zu Willich, ebenfalls z. Zt. in Düsseldorf, Blücher⸗ straße 49 wohnhaft, die Ausübung des Handels mit Nahrungs und Genußmitteln, insbesondere des Handels mit Milch, für das gesamte Reichsgebiet verboten worden.

Düsseldorf, den 22. Dezember 1915. Die Polizeiverwaltung. Der Oberbürgermeister.

Bekanntmachung.

Gemäß 3 1 der Verordnung des Bundesrats zur Fern— haltung unzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. September d. J. (GBl. S. 603) ist dem Milchhändler Wilhelm Körfer, geboren am 19. Juli 1869 zu Matzerath, z. Zt. in Düsseldorf, Oberbilker Allee 34 wohnhaft, und dessen Ehefrau Maria geb. Mehlkopf, geboren am 17. März 1854 zu Burtscheidt, ebenfalls z. Zt. in Düsseldorf, Oberbilker Allee 34 wohnhaft, die Ausübung des Handels mit Nahrungs— und Genußmitteln, insbesondere des Handels mit Milch, für das gesamte Reichsgebiet verboten worden.

Düsseldorf, den 22. Dezember 1915.

Die Polizeiverwaltung. Der Oberbürgermeister. J : Dr. Beh r.

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 51 der Preußischen Gesetzsammlung enthält unter

Nr. 11476 eine Verordnung über die Aenderung der Ver⸗ ordnung, betreffend die Förderung des Wiederaufbaues der durch den Krieg zerstörten Ortschaften in der Provinz Ost⸗ preußen, vom 19. Januar 1915, vom 11. Dezember 1915, und unter

Nr. 11477 eine Bekanntmachung des Tertes der Ver ordnung, betreffend die Umlegung von Grundstücken in der Probinz Ostpreußen, vom 11. Dezember 1915, vom 21. De zember 1915.

Berlin W. 9, den 29. Dezember 1915.

Königliches Gesetzsammlungsamt. Krüer.

Aichtamtliches.

Deuntsches Reich.

Prenßen. Berlin, 30. Dezember 1915.

Der französische Kriegsminister Gallieni hat laut Meldung des „W. T. B.“ folgenden Befehl erlassen:

Da die Briefe der gefangenen Franzosen, die in Deutschland interniert sind, trotz Protestes der französtschen Regierung einer sysiematischen Verspaͤtung von 19 Tagen unterzogen werden, so habe ich beschlossen, daß künftig dieseibe Maßregel für die Briefe der deutschen Käegsgefangenen in Frankreich getroffen werden soll. Bis

auf welteres werden die Briefe, die von deutschen Krieg?agesangenen abgeschickt werden, oder die für sie ankommen, derselben Verspätung unterzogen werden. Die Kriegsgesengenen dürfen ihre Familien von

dieser Maßregel in Kenntnis setzen. Amtlich wird hierzu von deutscher Seite bemerkt:

Aus militärischen Gründen erfolgt in Deutschland die Ab— endung der Briefe der Kriegsgefangenen erst zehn Tage, nachdem sie geichtleben sind. Briefe in dringenden geschäftlichen und wichtigen Familienangelegenheiten sind unmistelbar zur Beförderung zugelassen. Für die eingebende Post der Kriegsgefangenen bestehen in Deutsch— land keinerlei Beschränkungen.

Der französischen Regierung sind diese Grundsätze Deutschlands für die Behandlung der Krtegsgefangenenpost mit dem Hinzufügen bekannt gegeben, daß nunmehr in Deutschland auch die eingehende Post der französischen Kriegsgefangenen ern 10 Tage nach ihrem Ein⸗ treffen ausgehändigt wird. Diese Anordnung bleibt so lange be⸗ stehen, bis die Beschränkung der eingehenden Post der Kriegsgefangenen in Frankeeich aufgehoben wird und die französische Regterung ent— sprechende Mitteilung hierher gelangen läßt.

Der heutigen Nummer des „Reichs⸗ und Staatsanzeigers“ liegt die 844. Ausgabe der Deutschen Verlustlisten bei. Sie enthält die 417. Verlustliste der preußischen Armee, die 213. Verlustliste der bayerischen Armee, die 240 Verlustliste der sächsischen Armee und die 325. Verlustliste der württem⸗ bergischen Armee.

Oesterreich⸗Ungarn.

Die „Wiener Zeitung“ veröffentlicht Verordnungen des Handelsministeriums, betreffend eine allgemeine Aufnahme über Bleigegenstände und verfügbare Maschinen, betreffend Höchst⸗ preise und Verkehrsregelung für Kolophonium und Terpentinöl, betreffend Höchstpreise für Kalbfelle, Kalbsleder und Spaltleder. Ferner veröffentlicht die „Wiener Zeitung“ eine Verordnung des Handelsministers und des Landesverteidigungsministers, betreffend Vorratserhebung von Baumwolle, baumwollenen Gespinnsten und Beschränkung der Verarbeitung von Baum wolle, sowie Verarbeitungs⸗ und Veräußerungsbeschränkungen von Baumwollgarnen und ⸗Waren, schließlich eine Verordnung des Landesverteidigungsministers, betreffend Ablieferung von Metallgeräten.

Grosbritannien und Irland.

Der vorgestrige Kabinettsrat wird sich dem „Reuterschen Bureau“ zufolge wahrscheinlich als einer der wichtigsten in der britischen Geschichte herausstellen. Es sei bei dieser Beratung tatsächlich den großen Meinungsverschiedenheiten über den Militärdienst ein Ende gemacht worden. Die Erklärung Asquiths, daß die Dienstpflicht notwendig sei, wäre nicht un— erwartet und im allgemeinen gut aufgenommen worden. Die Opposition gegen die Dienstpflicht im Kabinett sei klein, und im Gegensatz zu den übertriebenen Gerüchten glaube man, daß die Minister, die ursprüglich dagegen gewesen, jetzt im Amte bleiben würden. Die „Times“ melden, daß das Kabinett vorgestern tatsächlich zu dem Entschlusse gelangt sei, in Bälde einen Gesetzentwurf zur Einführung der Dienstpflicht dem Unterhause vorzulegen. Aus verschiedenen Gründen würden im Kabinett vielleicht einige Veränderungen vor⸗ genommen werden, aber Tatsache sei, daß der Vorschlag, die Dienstpflicht einzuführen, auf außerordentlich wenig Widerstand gestoßen sei.

Die Verlustliste vom 27. Dezember enthält die Namen von 40 Offizieren und 371 Mann, die vom 28. die Namen von 1607 Offizieren und 293 Mann.

Frankreich.

Der Senat hat gestern den von der Kammer zurück⸗ gelangten Gesetzentwurf über die vorläufigen Kredite für das erste Vierteljahr 1916 angenommen. Das Gesetz bestimmt unter anderem die Erhebung der Einkommensteuer vor dem 31. Dezember 1916, bewilligt jedoch einen außer⸗ ordentlichen Aufschub für die Steuerklärungen der Bewohner der vom Feinde besetzten Gebiete.

Die Kammer hat gestern einen Gesetzentwurf an⸗— genommen, der die Schaffung einer nationalen Zentralstelle zur Verteilung von Brennstoffen vorsieht, und sich darauf auf unbestimmte Zeit vertagt.

Rußland.

Unter dem Vorsitz des Ministerialdirektors im Handelsmini⸗ sterium Lowjagin hat, wie die „Berlingske Tidende“ meldet, eine Beratung über die Regelung der Metalliefe⸗ rungen an die Fabriken, die für das Heer arbeiten, stattgefunden. Die Mehrheit stimmte dafür, die Einkäufe einer einzelnen Organi⸗ sation zu übertragen, die das gekaufte Metall an die einzelnen Fabriken verteilt. Eingehend behandelt wurde auch die große

Belgien. Französischen Blättermeldungen zufolge wird Belgien dem Londoner Vertrage nicht beitreten. Belgien sei

in den Krieg eingetreten, um seine Neutralität zu verteidigen, und möchte nichts tun, was dagegen verstoßen könnte.

Schweden.

Die von den Engländern zurückgehaltene am erikanische Paketpost des Dampfers „Hellig Olav“, die für Schweden bestimmt ist, ist vorgestern in Malmö eingetroffen. Wie „Politiken“ berichtet, sind sämtliche Postsäcke von den Engländern geöffnet, von neuem geschlossen und mit englischem Siegel versehen worden. In dem Verzeichnis des amerikanischen Postamts über die Pakete sind die beschlag⸗ nahmten Gummipakete ausgestrichen. Die mit den Dampfern „Oskar II.“ und „Frederik VIII.“ von Amerika nach Schweden abgegangene Paketpost ist von Eng⸗ land noch nicht eingetroffen. Nach der „Frankfurter Jeitung“ sührten in Gotenburg anlangende Dampfer zwar Teile der beschlagnahmten Paketpost mit, die Freigabe ist jedoch nicht derart, daß die schwedische Negierung geneigt ist, die Gegen maßregeln aufzuheben oder zu mildern.

Norwegen. Eine Aufstellung der Kriegsverluste der norwegischen

Handelsmarine bis zum 27. Dezember ergibt der „National tidende“ zufolge, daß 60 Dampfer verloren und 4 für gute Prisen erklärt worden sind. Der Gesamtverlust beläuft sich auf 108 600 t im Werte von 47 Millionen Kronen.

Griechenland.

Die griechische Regierung hat nach einer Meldung der „Südslawischen Korrespondenz“ zum zweiten Male dagegen Protest eingelegt, daß die Umgebung von Saloniki durch die Truppen der Entente mit Befestigungen versehen werde. Wie ferner der Korrespondent des „W. T. B.“ erfährt, wird Griechenland während der bevorstehenden Kämpfe der euro päischen Mächtegruppen bei Saloniki neutral bleiben.

Der italienische Gesandte Graf Bosdari hat dem griechischen Kabinett im Auftrage seiner Regierung die Er⸗ klärung abgegeben, daß die bei Valona stehenden italienischen Truppen die albanische Grenze nicht überschreiten würden.

Rumänien.

Ueber die Fortsetzung der Adreßdebatte in der Abge⸗ ordnetenkammer berichtet ‚W. T. B.“, wie folgt:

Der ehemalige Minister Peter Carp sagte: Wir müssen uns Rechenschaft daruber geben, inwieweit die kriegfübrenden Staaten die Erreichung des rumänischen nanlonalen Ideals beeinflussen. Zu diesem Zwecke müssen wir die Luft von einer Reihe von Legenden reinigen, die den Blick unsicher machen. England hat als Kriegs⸗ grund die Verteidigung der kleinen Staaten angegeben. Wir haben gesehen, wie England sie verteidigt. Die Wabrheit ist, daß es die Verteidigung jener Staaten nur übernommen hat, um sich ihrer zu bedienen. England behauptet, daß es sein Schwert gegen den deutschen Imperaliemus gezogen habe; Frankreich stellt sich als Verteidiger der Zivilisation hin. Der geführte Kampf ist in Wirklichkeit eine Zerstörung der gemelnsamen Z vilisation. Rußland schlägt sich im Namen der Orthodoxie und des Panslavis⸗ mus. Der wahre Grund für den Krieg ist bei Frankreich die Wiedererwerbung der verlorenen Provinzen; bei England liegt der Grund darin, daß es eine deutsche Machtentfaltung gesehen hat, die sich in dem Worte des Deutschen Kaisers ausdrückt, daß Deutsch⸗ lands Zukunft auf dem Wasser liegt. Rußland aber will Konstantinopel, die Dardanellen, das Schwarze Meer und die Don aumündungen. Welches hiervon sind Ab⸗ sichten, die gegen uns gerichtet sind? Glauben Sie, daß wir das JIteal, von dem Moldopeanu gesprochen hat, verwirklichen können? Ich glaube nicht. Siebenbürgen können wir nur durch Jzertrümme⸗ rung der österreichisch ungarischen Monarchie erwerben. Die Buko— wina würde Rußland selbst hebalten, den Banat würde es den Serben geben. Es würde ferner die Bedingung erfüllen, die es für den Frieden einmal bekannt gegeben hat, nämlich sich Galatz nehmen. Für Ruß⸗ land kann es natürlich nur ein russisches Ideal geben. Ein Teil der Moldau und die verlorene Bukowina russisch, das Eiserne Tor in serbischen Händen, also auch russisch. Bedeutet dies für Sie die Verwirklichung Ihres nationalen Ideals? Dies ist also die Lage. Jeder Staat hat zwei Probleme: erstens das Problem seines Bestandes, zweltens das seiner Ausdehnung. Von Deutschland können wir natürlich auch nichts anderes erwarten. Die Wirkung der deutschen Macht haben wir immer gefüblt und stets in einer uns wohlwollenden Weise. Die genaue Einschätzung der Wirk— lichkeit führt uns zu dem Schluß, daß Rumänien den Weg ein— schlagen muß, der eg davor bewahrt, Rußlands Vasall zu werden. Cuza (Nationaldemokrat) rief: Also dann sollen wir Vasallen Ungarns werden? Carp antwortete: Wir sind bisher nie Vasallen Ungarns gewesen und werden es niemals sein. Der Redner fuhr fort: Es hat sich bel uns eine besondere Atmosphäre volitischer Erregung und Un— aufrichtigteit gebildet. Die Aeußerung Moldopeanug, daß die sieben⸗ bürgischen Rumänen nur getrieben in den Kampf gehen, ist sehr bedauerlich. Diese Worte waren eine Beschimpfung der Helden, die den Tod gefunden haben. Wenn die Agltatoren offenteiche Versammlungen halten, sollen sie sagten: Wir gehen mit Rußland und wir werden Siebenbürgen bekommen; aber ein Stück der Moldau werden wir verlieren, die Meerengen werden geschlossen werden und man wird uns die Donau⸗ mündungen nehmen. Delavrancea rief: Woher wissen Sie, daß Rußland das alles will? Carp erwiderte: Der russische Minister⸗ präsident hat es selbst gesagt. Unter diesen Bedingungen, fuhr der Redner fort, wird das rumänüche Volk nicht mit Rußland gehen. Ein solches Bündnis würde zur Folge haben, daß man sich unserer Armee und unseres Volkes bedienen würde, daß aber weder uns, noch den übrigen Rumänen genützt würde. Was sich beute bei uns abspielt, ist schon dagewesen. Es hat schon Zeiten gegeben, wo Agitatoren, die vorgaben, den Interessen der Nation zu dienen, in Wirklichkeit das Gegenteil taten. Carp schloß, indem er sich an den Ministerpräsidenten wandte und sagte: Sie leiden an Unensschlossenheit; fassen Sie einen Entschluß und Sle werden nicht mehr leiden! (Ruf: Belagerungszustand) Wer der lärmenden Menge nicht widerstehen kann, ist kein Staatsmann. Ich wünsche Ihnen, Herr Bratianu, daß die Greignisse Sie nicht hinter fich herzlehen mögen, sondern daß Sie in Uebereinstimmung mit ihnen gehen. Der liberale Abgeordnete Diam andi bekämpfte die Ansichten Carpz, Deutschland habe die Kultur der Kraft. Alle Kultur sei im Gegensatz zu den Ansichten Carp5 von Frankreich aus gegangen. Bei Deutschland, wo die Junker allmächtig seien müsse man die Ursache des Krieges suchen, da es nach 1870 seine Mocht auch auf maritimem Gebiete entwickelt habe. Nach der Katastrophe von Sarajewo habe Deutschland von seinem milltärischen Uebergewicht Gebrauch machen wollen. Der Redner be⸗ jweifelte die Richtigkeit der Ansicht Carps, daß Rußland die Donagumündungen mit Galatz nehmen wolle, und besprach hierauf einzelne . günstige Gelegenheiten für Rumänien, in den Krieg einzugreifen. Lemberg sei ebensowenig, wie der Eintrilt Bulgariens in; den Krieg eine günstige Gelegenheit

Schwierigkeit von Metallkäufen im Auslande.

gewesen. Auf eine Frage, wohin sich Rumänien wenden solle,

antwortete der Redner: Keineewegg gegen Bessarabien, wie Carp es meine. Diamandi gab . der Doffnung Auedruck, laß Rumänien mit dem Verband geben werde, denn vori lagen die Lebenginteressen Numänteng. Der liberale Ab- geordnete Ste re erkiärte, vielfach unterbrochen, er fühle sich verpflichtet, an Bessarablen ju denken, denn er sei der Eimmiige Abgeordnete, der dort geboren sei. Für die rumãnische Nation sei ihr Jateresse der hechste Zwack, für Rumänien gebe sa nur eine Pontit. Für den rumänischen Staat, fuhr der Redner ort, zeige sich die Lage nach tem Teiege wie solgt: Ein siegreiches Rußland bedeute die Angliederung Galizteng, Konstantinopels, der Meerengen und der Donau bis zum Eisernen Tore; Numänten bleibe inmitten des russischen Reiches, mit dem Westeg nur durch Ungarn verbunden. Stere wendete sich gegen die, die bejwelfeln, daß Rußland den Besitz der Meerengen anstrebe sowie gegen jene, die da glauben, daß eg für Rumänien gleichgültig sei, wer dort berrsche, Wenn Rußland vorhin gelange, so be—

deute das für Rumänien die Vernichtung. Daß Rußland

sich Rumänlen angliedern will, stellte Stere aus dem Buch Ministeis fest. Der Redner in der Politik gegen die

1 1 J

eines russischen russische Per fidie

zuerst gegen Polen verwendei worden

wiegz auf die e Ukrainer hin, die 9 w seien und heute als Nation von den Russen verleugnet würden. Polin sei von Rußland sür autenom erklärt worden, wie sei beute diese Aufoncmie? Wenn man die volnische Revolution als Entschuldigung für ,

Dolutton ve l. Rumäniens Bestand set unmöglich, wenn die i . Polit: die im Altrussentum wurzele, blühe. Wenn . siege, Jet der rumänische Staat in großer Gefahr. Die Ausführungen Stereg wurden vom ganzen Hause mit großer Auf⸗ mert samkeit angehört.

Bulgarien.

Der Generalfeldma schall Ssnack an o ist 9estorn ; Der. alseldmarschall von Mackensen ist gestern in Sosig eingetroffen und auf dem Bahnhof von den Vertretern des Königs und der Regierung empfangen worden. Der Generalfeldmarschall stattete in der deutschen und in der öster— reichischungarischen Gesandtschaft Besuche ab und begab sich hierauf in den Königlichen Palast, wo er vom König in Audienz empfangen wurde. Nach der Audienz fand zu Ehren des Generalfeldmarschalls große Frühstückstafel statt. Am Abend erfolgte die Rückreise des Generalfeldmarschalls in das Hauptquartier. Die Bevölkerung bereitete ihm einen begeisterten Empfang. ö

Die vorgestrige Sitzung der Sobranje war der Be⸗ willigung eines Kriegskredits von 500 Millionen Franes und eines zweiten Kredits von 30 Millionen gewidmet, der dazu bestimmt ist, den Unterhalt von Familien armer Soldaten zu sichern. Der Ministerpräsident Radoslawom wohnte wegen Unpäßlichkeit der Sitzung nicht bei. Mit Rücksicht auf den Ernst der Zeit verzichtelen alle parlamentarischen Fraktionen auf eine regelrechte Debatte und beschränkten sich auf prinzipielle Erklärungen.

Die zoktrina ren Soztalisten gaben laut Bericht der „Bulgarischen Telegraphenagentur' erneut ihrem pazlfistischen Glaubensbetenntuis sowie ihrer unerschütterlichen Gegnerschajt gegen eden Krieg Ausdruck und erklärten, sie würden gegen die von der Regierung angesprochenen Kredite stimmen. Die Reform⸗ soztialisten gaben die Erklärung ab, sie hätten, obwohl sie den Lrteg als ollendete Tatsache bhinnähmen und die Kredite in ihrer Unerläßlichteit berechtigt eischlenen, ihre Entscheidung dahin ge⸗ troffen, weder für noch gegen die Vorlage zu stimmen, sondern sich der Stimme zu enthalien; überdies möchten sie empfehlen, schon jetzt an Frieden zu denken und daran, daß jeder Gedanke an Eroberungen außerhalb der Grenzen der nationalen Einigung ausgeschloßsen werde. Die Radikalen wiesen auf die Notwendigtein der Einigkeit hin, bei der Parteistreitigkeiten in den Hintergrund treten müßten, da die Parteien nur mebr on die Armee zu denken hätten; sie eiklärten, sie würden für die Kredite stimmen. Die Nationalen, Liberalen und die Demokraten gaben von Be⸗ gessterung getragene Erklärungen ab, in denen sie auch den Wunsch aussprachen, aus dem Munde des Ministerpräsidenten einige Aufklärungen über die politische Lage zu hören, obne indes die Bewilligung der Kredite davon abhängig zu machen; sie würden für diese Kredite um so mehr stimmen, als sie sordern, daß der Friede in jeder Beziehung den von den Bulgaren gebrachten Opfern entspreche. Die Agrarier, die Volkspartei und die Fortschrittler gaben gleichfalls die Er⸗ klärung ab, daß sie die Kredite bewilligen würden. Gin Mitalted der Mehrheitsparteien ergriff am Schlusse der Erörterung das Wort und zollte dem Heldenmut und der bewun derungswürdigen Kraft der Armee Lob und Anerkennung. Der Finanzmintster dankte im Namen der Regierung den Abgeordneten für die Einigkeit und Ge⸗ schlossenheit, von der sie in einer Fraae, die den Bestand des Landes berühre, Zeugnis abgelegt hätten. Dieses feste Vertrauen der Ab— geordneten werde der Regierung s 4.1 begonnene We guten Ende zi „„Die ganze Sitzung verlief in feierlicher Stimmung, in der sich der unerschütterliche Entschluß des Landes widerspiegelte, vor keiner Schwierigkeit zurückzuschrecken, um das Ziel, das sich das Land gesetzt hat, zu erreichen, nämlich die Verwirklichung der Einigung aller Bulgaren. Die Tagungszeit der Sobranje wurde vom 28. Dezember bis zum 28. Januar verlängert, während das Haus in normalen Zeiten seine ordentlichen Tagungen vom 28. Oftober bis zum 28. Dezember und vom 28. Januar bis zum 28. März abhält.

itt zum

mführen.

Amerika.

Nach einer Meldung der „Associated Preß“ hat sich in den Vereinigten Staaten die Bewegung, die auf ein gesetzliches Verbot der Aus fuhr von Kriegsmaterial abzielt, so verstärkt, daß der Vorsitzende des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des Repräsentantenhauses Flood beschlossen hat, gleich nach dem Zusammentritt des Kongresses den Aus schuß einzuberufen, um einen Meinungsaustausch über die Frage zu veranlassen. .

Asien.

Nach einer Meldung des „Reuterschen Bureaus“ haben die

Russen Kashan besetzt und marschieren gegen Ispahan.

Am 27. Dezember ist in Bombay der indische Nationalkongreß eröffnet worden. Der Präsident Sir Satyenda Sinha gab obiger Quelle zufolge in einer Rede der Loyalität des Kongresses gegenüber dem König Georg Ausdruck und erklärte, aus der Tapferkeit, die die indischen Truppen in diesem Kriege an den Tag gelegt hätten, gehe hervor, daß die Inder auch wert seien, die Verantwortungen der Staatsbürgerschaft auf sich zu nehmen. England würde am besten dadurch, daß es Indien eine Selbstregierung gebe, beweisen, daß es die Dienste, die Opfer und die Treue der Inder würdige.

Vom „Reuterschen Bureau“ verbreiteten Berichten aus Kwantung und Kwangsi zufolge bleiben die dortigen Be— hörden loyal. Ein Versöhnungskommissar wurde von der Re⸗ gierung in Peking nach Yunnan geschickt.

griegsnachrichten.

Großes Hauptquartier, 29. Dezember. (W. T. B.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Westende wurde wiederum durch einen feindlichen Monitor beschossen, diesmal ohne jede Wirkung. Der gestern berichtete feind liche Vorstoß am Hirzste in brach bereits in unserem Feuer zusammen. Am Abend griffen die Fran⸗ josen zweimal die von uns zurückeroberten Stellungen auf dem Vartmannsweilerkopf an. Sie drangen teilweise in unsere Gräben ein. Nach dem ersten Angriff wurde der Feind überall sofort wieder vertrieben, die Kämpfe um einzelne Grabenstücke nach dem zweiten Angriff sind noch im Gange. An Ge fangenen büßten die Franzosen bisher 5 Offiziere und über 200 Mann ein. Die Engländer verloren gestern 2 Flugzeuge, von denen das eine nordöstlich von Lens durch das Feuer unserer Abwehrgeschütze zur Landung ge— zwungen, das andere, ein Großkampfflugzeug, nördlich von Ham im Luftkampf abgeschossen wurde. Am 27. Dezember verbrannte ein weiteres englisches Flugzeug westlich von Lille.

Oestlicher Kriegsschauplatz. An der Küste bei Raggasem (nordöstlich von Tukkum)! scheit erte der Vorstoß einer stärkeren russischen Abteilung. Südlich von Pinsk wurde eine russische Feldwache überfallen und aufgehoben.

Balkan⸗Kriegsschauplatz. M;iächtita 9 lieh id

berste Heeresleitung.

Wien, 29. Dezember. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplatz.

An der bessarabischen Grenze wiederholts der Feind gestern seine von starkem Artilleriefeuer eingeleiteten Angriffe in der tags zuvor geübten Art. Seine Angriffskolonnen brachen überall stellenweise knapp vor unseren Hinder— nissen unter unserem Kleingewehr- und Geschützfeuer zu⸗ sammen. Die russischen Verluste sind groß. DOestlich Burtanow nahmen wir einige Sicherungsabteilungen vor stärkeren russischen Kräften näher gegen unsere Hauptstellung zurück. In Wolhynien stellenweise Geschützkampf.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Auch gestern hielt die lebhaftere Tätigkeit der Italiener an der Süd⸗ und Südost front Tirols an. Im Sugana—⸗ abschnitte wurde ein feindlicher Angriff auf den Monte Carbonile (südöstlich Barco) abgewiesen. Ebenso scheiterten nächtliche Unternehmungen des Gegners im Col di Lana— Gebiete. An der küstenländischen Front fanden an mehreren Stellen Geschütze, Handgranaten⸗ und Minenwerfer⸗ kämpfe statt.

Südöstlicher Kriegsschauplatz. Lage unverändert. Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Hoefer, Feldmarschalleutnant.

Der Krieg der Türkei gegen den Vierverband.

. Konstantinopel, 29. Dezember. (W. T. B.) Amt— licher Bericht des Hauptquartiers: An der Irakfront dauert die Schlacht bei Kut el Amara mit längeren Pausen fort. Bei der Einnahme von Schaik Said erbeuteten wir 456 Kannen Petroleum und Benzin, die den Engländern gehörten. An der Kaukasusfront hat sich außer Pakrouillen— gefechten nichts ereignet. In der Nacht vom 27. zum 28. und am 28. Dezember brachte unsere Artillerie in Erwiderung des Feuers eines feindlichen Kreuzers und eines Torpedoboots die Geschütze dieser beiden Kriegsschiffe, die ein wirkungsloses Feuer gegen Anafarta und Ari Burun ge— richtet hatten, zum Schweigen und zwang sie, sich zu entfernen. Bei Sedil Bahr fand in der Nacht vom 27. zum 28. und am 28. Dezember ein heftiger Kampf mit Bomben und Luft— torpedos auf, dem rechten und dem linken Flügel statt. Im Zentrum Artilleriekampf. Nachmittags beschossen zwei Kreuzer eine kurze Zeit den rechten Flügel, stellten aber infolge der Gegenwirkung unserer Artillerie ihr Feuer ein und entfernten sich. Einer der Kreuzer wurde von einem Geschoß getroffen. Vormittags holte unsere Artillerie einen Zweidecker, der Jeni Chehir und Kum Kale überflog, herunter. Er fiel auf der Höhe von Tekke Burun ins Meer und wurde auf Imbros zu ab⸗ geschleppt. Unsere anatolischen Küstenbatterien beschossen wirkungsvoll die Landungsstellen von Tekke Burun' und Sedil Bahr und ihre Umgebung. Am 2A. Dezember unter— nahm eines unserer Wasserflugzeuge Erkundungsflüge über Lemnos und Mavxro und warf erfolgreich Bomben auf die Hafenspeicher von Mudr os, wo ein Brand hervorgerufen vurde. Sonst nichts Neues. .

Der Krieg zur See. „Ber lin, 29. Dezember. (W. T. B.) Wie wir von zu— sändiger Stelle erfahren, beruht die Mitteilung der englischen Telegraphenagentur in Bukarest über den Verlust eines deutschen U-Boots in der Ostsee auf freier Er— findung.

Berlin, 29. Dezember. (W. T. B.) Anfang Dezember wurde der Dampfer „Godafoß“ auf der Fahrt nach Kopen⸗ hagen südlich von Irland angehalten und erhielt eine englische Prisenmannschaft an Bord. Der Führer der Prisenmannschaft forderte die Offiziere der „Godafoß“ auf, ihre Anwesenheit an Bord zu verheimlichen, falls der Dampfer einem deutschen U⸗Boot begegnen Follte. Welche Absichten er mit dieser Aufforderung verfolgte, sagte er nicht, er hat sich aber wohl mit seiner Mann— schaft ver stecken wollen, ähnlich, wie es im Sommer dieses Jahres die englische Prisenmannschaft auf dem amerikanischen Vollschiff „Paß of Balmaha“ getan hatte. Die „Paß of Balmaha“ wurde bekanntlich von einem deutschen Boot aufgebracht, als sie bereits eine englische Prisenmannschaft bestehend aus einem Offizier und 4 Mann an Bord hatte. Das Schiff wurde dann durch einen einzigen Unteroffizier des U⸗Bootes mitsamt der fünfköpfigen Prisen⸗ besatzung in mehrtägiger Reise nach Curhaven gebracht, wo die englische Vesatzung endlich aus ihrem sicheren Verstech her⸗

ausgeholt wurde.

London, 28. Dezember. (W. T. B.) Wie das „Reuter⸗ sche Bureau“ meldet., ist der schmedische Dampfer „Nereus“ am 26. Dezember versenkt worden. Die Be⸗ satzung wurde gerettet.

London, 29. Dezember. (W. T. B.) „Lloyds“ melden: Der britische Dampfer „Morning“ (444 Tonnen) ist versenkt worden. Der Kapitän und der zweite Steuermann wurden gerettet.

Der Krieg in den Kolonien.

Lon don, 27. Dezember. (W. T. B.) Ein Korrespondent der Morningpost berichtet über das Expeditionskorps nach Kamerun, daß es aus britischen, französischen und belgischen Eingeborenentrup pen zusammengesetzt sei, die von weißen Offizieren und Unteroffizieren ausgebildet worden wären und befehligt würden. Das Korys zähle ungefähr 300 Mann und werde von dem britischen Generalmajor Dobell befehligt. Das Hauptquartier befinde sich in Duaia. Den Befehl über das britische Kontingent habe der Oberst Gorges.

Etatistik und Volkswirtschaft. Entwicklung des Beschäftigungsgrtades und Arbeits—

marktes in Groß Berlin in der Zeit vom 11. bis 18. Dezember 1915.

Nach der vergleichenden Darstellung des gewerblichen und

industriellen Beschäftigungsgrades in Groß Berlin am 11. und 18. De⸗ zember, die vas Statistische Amt der Stadt Berlin veröffentlicht, ist in der Zeit zwischen dlesen beiden Stichtagen die Gesamtzabl der versicherungspflichtigen Mitglteder von 2366 Kranken- kassen Groß Berlins von 1 126 827 auf 1128 101, d. i. um 1277 oder O. oo gestiegen. Von dieser (Gesamtzunahme entfallen 531 oder gaz og guf das männliche und 6865 oder Ou o auf das weibliche Geschlecht. Bet den 28 allgemeinen Orts kran kenkassen beträgt diesmal die Steigerung im ganzen 12853 oder 0.0 ο !; an dieser sind die männlichen Beschäftigten mit 570 oder O23 bo, die weiblichen mit 718 oder O, is oK beteiligt.

Die 205 berlchtenden gewerblich gegliederten Kranken⸗ kassen zeigen eine kaum nennenswerte Veränderung: eine Zunahme der versicherungspflichtigen Männer um 21 und eine Abnahme der Frauen um 52, sodaß eg hier im ganzen zu der geringfügigen Ver⸗ minderung um 31 Versicherungspflichtige oder Oer o kam. Im ein⸗ jelnen ist die 737 oder 1,0 oo betragende Steigerung des Be⸗ schäftigun gs grades in den Verkebrsbeirieben hbervorzubeben, die in der Hauptsache durch Neueinstellung von weib lichem Hilfs⸗ persongl bei der Post und bei der Straßenbahn herbeigerährt ist. Die Industrie der Holjz⸗ und Schnitzstoffe weist ein Mehr von 114 Beschäftigten oder O3 ο auf, die chemische Industrie ein solches von 94 oder Gör V0. Die verhältnismäßig größte Abnahme zeigt mit 125 oder 1,37 die Sammelgruppe der sonstigen' (nicht zu den fünfzehn einzeln aufgeführten Gruppen von Gewerben und öffent⸗ lichen Betrieben gehörenden) Krankentassen; hier ist der Rückgang im wesentlichen durch die augenblicklich geringere Beschäftigung in der Bekleidungeindustrie bedingt. Dag 23 oder 1, aa 60 betragende Weniger an Versicherungsoflichtigen der Waren- und Kaufhäuser ist auf schon erfolgte Entlaͤssungen von für das Weihnachtsgeschäft an⸗ genommenen Hilfskräften zurückzuführen. .

Die Zahl der bei 38 Fachverbänden der freien Gewerkschaften gezählten Arbeitslosen sank in der Woche vom 13. bis 20. De⸗ zember von 2015 auf 2015, d. i. um 30 oder 1, 009. Die Ver⸗ änderungen bei den einzeluen Verbänden sind nur geringfügig; die größte Zunahme weisen mit 27 die Maurer, die größte Abnahme um 83 die Holzarbeiter auf.

Nach dem Bericht des Verbandes märkischer Arbeitsnach⸗ weise nahm in der Zeit vem 11. bis 18. Dezember die Zahl der Arbeit suchenden weiterbin ab. In der Metallindustrie wie in der chemischen Industrte war dauernd Knappheit an gelernten Arbeits kräften zu verzeichnen. In einem Teil der Heerestndustrien mußte wegen der Dringlichkeit der Heereslieferungen dauernd mit UNeber⸗ stunden gearbe iter werden. Auch in der Gisenkonstruktion sowie der Industrie der Akkumulatoren herrschie Knappbeit an gelernten Aibeitern. Für die Industrie der Holz- und Schnitzstoffe wurden bet dem Facharbeitsnachweise für die Berliner Holzindustrie in der Berichtswoche weniger Arbeitskläfte verlangt. Die Lage in der Zigarrenindustrie war gut. Die Zahl der weiblichen Arbeit- suchenden ging wie in der Vorweche wegen der Nabe des Festes westerhin zurück. In der Metall⸗ und Lederindustrie fanden weniger Entlassungen statt als in den Vorwochen. Die Nach- frage nach Werkstattsarbelterinnen in der Militärkonfektion nahm zu, während der Bedarf an Heimarbeiterinnen gering war. Im ganzen betrug bei den öffentlichen Arbeits nachweisen von Groß Berlin die Zabl der vermittelten männlichen Arbeitskräfte 2490 (in der Vor- woche 1878), die der weiblichen 2192 (2420); an offenen Stellen waren für männliche Arbeiter 3143 (3432), für Frauen 2663 12553) borbanden; die Zahl der männlichen Arbettfuchenden stellte sich auf 3291 (3523), die der weiblichen auf 3157 (3766).

je Nachrichten“ s. i. d. Ersten Beilage.)

Sandel und Gewerbe.

„In der heutigen Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank gab der Vorsitende, Präsident des Reichsbank direktoriums Dr. Havenste in, eine Uebersicht über den augen⸗ blicklichen Stand der Reichsbank und bezeichnete ihn als in jeder Hinsicht befriedigend. .

(Weitere Nachrichten ber. Dandel u. Gewerbe s. i. d. Ersten Beilage.)

Wohlfahrtspflege.

Die Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen“, deren Präsidium der preußische Minister des Innern von Loebell, der Königlich baverische Gesandte Graf von Lerchenfeld. Köfering, der Generaloberst und Oberbefehls haber in den Marken von Kessel, der Kabinettsrat Ihrer Majeklät der Kaiserin und Königin Freiberr von Svitzemberg u. a. angehören, wendet sich von neuem an das deutsche Volk in einem Aufruf, in dem es beißt: Zum zwelten Mal gehen wir in ernster Kriegszeit ins neue Jabr hinein. Ugser Heer steht unerschüttert und siegreich da, zu neuen Opfern bereit bis zum ehrenvollen Frieden. Da beißt eg ür uns bier im Heimatlande, derer mit Dank ju gedenken, die wr Teuerstes für das Vaterland hingeben. Schmerz und Kummer können wir ihnen nicht nebmen, aber materielle Sorgen. Die sonst ausge- sprochenen Neujabrswünsche wollen wir in die Tat umsetzen und wollen nicht vergessen, daß es unsere heilige fich ist, den Hinter bliebenen hilfreich zur Seite zu stehen. Baher gebet alle! Auch die kleinste Gabe wird mit Freude aufgenommen werden. . . die r , der 8 Kriege ö. nimmt Spenden entgegen. e Geschãftgrãume befinden Berl NW. 40, Alsenstraße 11. ; 8

Am 20. Oktober ist in New Mork unter dem Namen Kriege. gesangenen· Fürsorge ! elne neue Bod ntãtiateltobestrebung mit den Jwerbe

ins Leben gerufen worden, die Lage der in Sibirien und

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