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langen, aber die Land wärte lieferken unreife Kartoffeln, um den Höchst⸗ preis zu erhalten. Auf eine Eingabe der Stadt Gottingen hat das Ftriegsernährungsamt erwidert, daß das Herausnehmen unreifer Kar⸗ toffeln unter Strafe gestellt würde. Ich bitte eine genaue Definition der Frühkartoffeln zu geben, denn nicht jede Kartoffel, die früh heraus⸗ genommen wird, ist eine Frühkartoffel. Die Kartoffelversorgung im Winter ist so wichtig, daß alle Maßnahmen ergriffen werden müssen. Kein Mensch kann die Verantwortung übernehmen, wenn die Kar⸗ toffelversorgung nicht gut funktioniert, denn die Folgen würden nicht übersehbar sein. Allerdings läßt sich die Ernte noch nicht übersehen. Beruhägend wirkt aber die Bekanntmachung des Kriegsernährungs— amts und die gestrige Erklärung des Herrn von Batocki, daß unter ellen Umständen eine Erhöhung der Kartoffelpreise ausgeschlossen ist. Die Mehrzahl unserer Landwirte ist so verständig, um aus nationalen Gründen alles zu tun zur Sicherstellung der Volksernährung. Dem bösen Willen muß man aber mit den schärfsten Mitteln beikommen. Die größte Schwierigkeit bietet der Arbeitermangel. Ich begrüße des⸗ halb, daß Herr von Batocki sich mit den Generalkommandos in Ver— bindung gesetzt hat, um uns auf diesem Gebiete vorwärts zu bungen. Was wir fordern, ist praktische Arbeit, die Besserung bringt. Die Gefangenen müssen in möglichst großer Zahl bei der Kartoffelernte beschäfligt werden, die Arbeiten an Cisenbahnen und Meliorationen müssen zurückstehen. Alle verfügbaren Kräfte müssen herangezogen werden, und auch die Städte müssen Arbeitskräfte stellen. Die beste Ernte nutzt uns nichts, wenn die Kartoffeln nicht an die Verbraucher gebracht werden können. Es ist ja dankenswert, daß die Eisenbahn⸗ verwaltung Kartoffelschnellzüge zur Verfügung stellt, aber wenn sich der Versand auf wenige Wochen zusammendrängt, dann sind die Eisen⸗ babnstationen auf dem Lande gar nicht imstande, diesen ungeheuren Versand zu übernehmen. Leider sind auch nicht genügend Geschirre zum Versand vorhanden. Im großen und ganzen bin ich mit dem Abg. Hoff einverstanden. In der Saatkartoffelfrage hätte man den wirtschaftlichen Beirat hören sollen. Die Kartoffel verarbeitungs⸗ fabriken sollten für kurze Zeit nicht beliefert werden, damit zunächst die Städte beliefert werden können, denn erst kommt die Versorgung der Städte. Allerdings liegt auch die Belieferung dieser Fabriken im Interesse der Bevölkerung, aber für kurze Zeit könnte doch ihre Belieferung unterbrochen werden. Die Preise müssen so festgesetzt werden, daß darunter nicht die Anlieferung von Speisekartoffeln leidet. Wir begrüßen es, daß den Brennereien nur zu militärischen Zwecken Kartoffeln zur Verfügung gestellt werden, möchten aber doch auch zur Erwägung anheimstellen, ob nicht der Spiritus aus Ersatzstoffen hergestellt werden kann, damit mehr Kartoffeln für die Ernährung frei werden. Die Ernte muß soviel wie möglich beschleunigt werden, damit alsbald eine Bestandsaufnahme erfolgen kann. Die mensch⸗ liche Ernährung muß eben vor allem und unbedingt gesichert werden. Der Notschrei aus der Schwerindustrie erschallt so stark, daß er erhört werden muß; die Not der Städte im Westen ist sehr groß. Wir sind in den letzten Tagen mit Zuschriften darüber geradezu überschwemmt worden. Die Zustände in Bochum hat gestern der Abg. Sachse ge⸗ schildert, diese Schilderung war zutreffend. Die Rationen für die Schwerarbeitenden müssen erheblich erhöht werden. Mit Papier kartoffeln kann man niemand satt machen. Wichtige Nahrungsmittel sind vielfach durch Versagen der Organisation entwertet oder ganz wertlos geworden. Der Rat der Sachverständigen aus dem Handel muß eingeholt und berücksichtigt werden. Die wintschaftliche Denk— schrift, die wir erhalten haben, erklärt die Aushungerungsgefahr für beseitigt. Das ist für die Körnerernte zuzugeben, aber über den Berg sind wir damit noch lange nicht; wird die Kartoffelschwierigkeit nicht überwunden, so tritt die befürchtete Krisis doch ein. Versagt jetzt die Versorgung, dann ist das Urteil über das Kriegsernährungsamt end- gil tig gerochen. Die Arbeiterfrage ist, hier die Hauptfrage, es muß al so . ntscheidung baldigst herbeigeführt werden; der Worte sind genug gewechselt, laßt uns nun endlich Taten sehen!
Abg. Stubbendorf (Deutsche Fraktion): Der Intenpellation Arnstadt möchte ich mich im allgemeinen anschließen. Es steht fest, daß die Arbeiterzahl für die Hackfruchternte außerordentlich knapp ist. Besonders müssen Soldaten für die Kartoffelernte beurlaubt werden. Die russisch⸗polnischen Aibeiter soll man in möglichst großer Zahl zu diesen Erntearbeiten verwenden; es sind mir, unter anderem aus meinem eigenen Wahlkreise, Klagen zugegangen, daß das Entgegen⸗ gesetzte der Fall gewesen ist, daß man die Verwendung dieser Elemente erschwert hat. Auch die in den Stärkefabriken tätigen Arbeitskräfte soll ten jeßt zur Kartoffelernte mit herangezogen werden. Daß die heutige Versorgung unzulänglich ist, und zu schweren Bedenken Ver⸗ anlassung gibt, darüber ist das ganze Haus einig. Die Gründe für den Ursprung der jetzigen Unzuträglichkeiten hat gestern der Präsident des Kriegsernährungsamts dargelegt. Jeder Landwirt hat nach meiner Kenntnis das lebhafteste Bestreben, seinen Verpflichtungen nachzu⸗ kommen; wenn einzelne weiße Raben darunter sind, so ist das höchst bedauerlich; es ist jedes Landwirtes verfluchte Pflicht und Schuldig⸗ keit, dazu beizutragen, daß die Gesamtbevölkerung ernährt wird. Ein Grund für die entstandenen Schwierigkeiten war die Festsetzung der hohen Preise für Frühkartoffeln, ohne daß genau präzisiert wurde, was Frühkartoffeln sind. Es sind unter dieser Bezeichnung Kar— toffeln an den Markt gebracht worden, die erst im September reifen. Es gibt keine größere Gemeinheit, als in der Weise mit solchem Nahrungsmittel Wucher zu treiben. Es hätten da Unterschiede gemacht werden müssen auch nach dem leichteren oder schwereren Boden, nach den Kartoffelanbau⸗Bezirken. Vielfach hat auch die verfehlte Wirt⸗ schaftspolitik der Städte zu den Schwierigkeiten beigetragen. Die Kartoffeln sind sehr knapp. Sie reichen aber aus, wenn vorsichtig gewirtschaftet wird. Die kleinen Kartoffeln, die in diesem Jahre außerordentlich häufig sind, sind meist die Folge von kranken Saat⸗ kartoffeln. Jeder praktische Landwirt hat deshalb das größte Inter— esse, sich die geeigneten Saatkartoffeln zurückzulegen, deren Menge aber wechselt. Wir können es uns heute aber nicht leisten, alle Wünsche zu befriedigen, die nach Lieferung besonderer Kartoffelsorten geäußert werden. Zu erwägen wäre übrigens, ob nicht auch die Preise für Jucker⸗ und Runkelrüben einer Nachprüfung unterzogen werden . weil sonst im nächsten Jahre davon vielleicht weniger an— gebautz wird.
Abg. Würm (Soz): Herr von Batocki hat zweifellos große Widerstände zu überwinden, aber er wußte es ja, als er sei antrat. Er sagte damals, Konsequenz sei die Hauptsache.
ich seinerzeit staunend vernommen, da von einer solchen Konsequenz bis dahin nichts zu merken war. Nun von einer solchen Konsequenz ist auch jetzt noch nichts zu spüren, das beweisen die Zustände, in die wir mit unserer Ernährung hineingeraten sind. Hier gibt es nur ein Entweder, Oder; entweder die Interessen agrarischer mächtiger Kreise oder die Interessen der Allgemeinheit. Die alte Methode des ver— flossenen Staatssekretärs Delbrück war die, durch höhere Preise einen Anreiz auf die Produktion auszuüben. Herr von Batocki erklärte es als eine Beschimpfung der Landwirte, wenn man annähme, daß nur durch höhere Preise etwas von den Landwirten zu erreichen ist. Zur gleichen Zeit sagte aber der preußische Landwirtschaftsminister, den Erzeugern müsse ein lohnender Verdienst gelassen werden, da sie sonst kein Interesse an der Produktion hätten. Ebenso führte ein national⸗ liberaler Abgeordneter im sächsischen Landtage den Aussprüch des Abg. von Wangenheim an, die Kartoffelnot würde mit einem Schlage be⸗ seitigt sein, wenn die Regierung sich dazu verstehen könnte, den Karboffelpreis auf 8 „ heraufzusetzen. Herr von Batocki hat ja noch als Obeipräsident von Ostpreußen am 6. Dezember 1915 in einer Kundgehung zum Ausdruck gebracht, daß bei den damaligen Speise— kartoffelpreisen die Abgabe von Speisekartoffeln einen erheblichen Nachteil und eine Schädigung in der Wirtschaft bedeutete. Diese Kundgebung soll allerdings seinerzeit nicht vollständig veröffentlicht worden sein. Herr von Batoeki wollte die Landwirte darauf auf⸗ merksam machen, daß sie verpflichtet seien, die Kartoffeln zu liefern. Sie sollten es aber freiwillig tun, damit es nicht zwangsweise zu geschehen brauche. In diesem Falle wird jeder Landwirt sich aber wohl gesagt haben, er wolle die Sache erst einmal abwarten. Mit der Preisfrage n und fällt eben die ganze Frage der Kartoffelver⸗ sorgung. Bleibt es bei dem jetzigen System, dann steht es in dem 3 des Landwirtes, ob er liefern will oder nicht. Die jetzigen Verordnungen wollen nür eine Sicherstellung bewirken, damit der
Landwirt die Kartoffeln nicht selbst verbraucht oder verkauft. Zu liefern braucht er sie nicht. Eine Enteignung ist zwar angedroht. Wir wissen aber, wie es damit steht. In den agrarischen Kreisen herrscht ein ganz aktiver Widerstand gegenüber allen Verordnungen. Herr von Dldenburg⸗Januschau sagte ja selbst, das Papier ist geduldig; die Ausführung der Verordnungen läge in den Händen der Provinzialbehörden, zu denen er Vertrauen habe. Warum erläßt man erst da solche Verordnungen und blamiert den ganzen Staat. Die Enteignung ist das einzige Mittel, durch welche die Ernchrung des Staates möglich ist. Derr don Adenburg-Januschau sagt in einem offenen Briefe mit erfrischender Offenherzigkeit, was er über Herrn von Batocki und das Kriegsernährungsamt denkt. Er hat nur Vertrauen zu einem Ministerkomitee. Der preußische Land⸗ wirtschaftsminister ist sein Mann. „Deutschland wird zum Zucht⸗ haus gemacht“, so schreibt hier einer der Edelsten der Nation über unsere tastenden Versuche, in den kapitalistischen Wirrwarr etwas Ordnung zu schaffen. von Oldenburg⸗Januschau ist der Vertreter einer ganzen Nebenregierung, die Herr von Batocki noch zu spüren be⸗ kommen wird. Nach ihr richten sich die ausführenden Drgane im Staate. Eine solche Nebenregierung ist auch der Deutsche Landwirtschaftsrat. Ein Mangel an Arbeitskräften und Gespannen läßt sich nicht ab⸗ leugnen. Es geht aber nicht an, einen Arbeitszwang in der Art an⸗ zuordnen, wie es ein Erlaß des Oberkommandos in Stettin tut, der im Weigerungsfalle mit der Entziehung der Unterstützung droht. Wird ein Arbeitszwang ausgesprochen, dann muß er allen ohne Unter— schied gegenüber ausgesprochen werden. Herr von Bgatocki hat aller⸗ dings eine böse Erbschaft angetreten. Seine erste Maßnahme war aber verfehlt. Sie brachte uns eine zeitweilige Kartoffelflut und dann wieder völlige Ebbe. Der Kgrtoffelpreis für den Erzeuger von 4 S6 soll für ihn ein Sieg sein. Dieser belastet jedoch die Bevölke⸗ rung mit jährlich einer halben Milliarde Mark. Um so viel sind doch sicher nicht die Produktionskosten gestiegen. Die Kartoffel darf nur nach den Produktionskosten bewertet werden. Hoffen wir wenig- stens, daß die Absicht des Herrn von Batoeki wirksam in die Tat um⸗ gesetzt wird, daß nur die Kartoffeln verfüttert werden, die sich nicht
di ) zur menschlichen Ernährung eignen. Wenn nur nicht der Deutsche
Landwirtschaftsrat mit einem „Gutachten“ dazwischen fährt. Es wird viel zu viel Vieh gehalten. Es sollte noch mehr Vieh abge⸗
schlachtet und das übrige besser gefüttert werden. Wir haben auf dem Gebiete der Kartoffelversorgung zwei Mitesser, zunächst die Kartoffel trocknereien, welche die Kartoffeln aufstapeln. In Berlin haben die Bäcker eine Zeitlang gar nicht die Trockenpräparate benutzt, sondern die Kartoffeln gekocht und bis zu 45 25 dem Brote beigemengt. Man sollte feststellen, ob es nicht möglich ist, den Roggen mit Weizen bermischt zur Brotbereitung zu benutzen, da die Ernte doch so gut ausgefallen ist. Die Preise für die Kartoffelpräparate sind viel zu hoch, und sie sind ein Anreiz, übermäßig Kartoffeln zu verarbeiten. Der zweite Mitesser sind die Kartoffelbrennereien. Es werden dadurch große Mengen Kartoffeln der Ernährung entzogen. Man beruft sich auf den Heeresbedarf. Es ist weit rationeller, die Melasse auf Spiritus zu verarbeiten als die Kartoffeln. Die Spirituszentrale hat ihr Mo⸗ nopol zu einer Erhöhung der Spirituspreise benutzt, die in gar keinem Verhältnis zu dem Preise der Kartoffeln stehen. Einer kleinen, aber einflußreichen Schicht von Großgrundbesitzern wird dadurch eine Liebes gabe gemacht. Der Großgrundbesitzer braucht nicht eine Kartoffel an den Kommunalverband abzuliefern; so ist es erklärlich, daß so wenig Kartoffeln vom Lande kommen. Herr von Batocki wird mit kleinen Mitteln keinen Erfolg haben. Das Ausland weiß über uns so Bescheid, wie wir über das Ausland. Wenn also auch die Ernte knapp ist, so läßt sich doch damit mehr, als bisher geschehen ist, das Volk versorgen. Um den Produktionszwang kommen wir nicht herum, wenn nicht die alten Zustände wiederkehren sorllen. Die Enteignung ist und bleibt das einzig wirksame Mittel. Das K. CG. A. muß seinen ganzen Einfluß aufwenden oder abdanken, wenn es bei den Behörden nicht durchdringt. Es muß, wenn nötig, militä⸗— rische Hilfe in Anspruch genommen werden. Berlin hat 400 009 Zent⸗ ner jetzt bereits angefordert sie sind nicht geliefert worden. Warum werden nicht militärische Gespanne geliefert? Die Städte können die Kartoffeln unmöglich aussortieren, abgesehen davon, daß die Land⸗ wirte dann einen übermäßigen Nutzen hätten. Der Rreis der Kartoffeln ist viel zu hoch und widerspricht den Interessen der Gesamtheit. Herr bon Batocki sollte auf eine Ermäßigung der Lebensmittelpreise hin wirken, der Reichskanzler auf einen Abbau der Preise. Statt dessen sehen wir überall eine Steigerung der Preise. Herr von Batocki sprach sehr resigniert; er mußte bei Antritt seines Amtes wissen, mit wem er es zu tun hatte. Er muß sagen: entweder — oder. Ent⸗ weder das K. EG. A. fügt sich, dann dankt es moralisch ab, oder es nimmt den Kampf mit den Agrariein auf. Mit halben Maß⸗ regeln kommt man nicht weiter. Das K. E. A. hat einen Zuschuß von 50 pro Zentner zugesagt, die Reich, Staat und Gemeinden, das heißt, also der Stgatsbürger, in Form von Steuern zu zahlen jaben. Diese 50 3 sind nichts als eine Liebesgabe an die Pro⸗ duzenten auf Kosten der Konsumenten; es handelt sich um 20 Millionen. Dagegen müssen wir mit dem Städtetag energisch protestieren. Herr von Batocki hat die Regierungspräsidenten ein⸗ berufen, ausgerechnet die Regierungspräsidenten. Das ist ein Beweis, wie notwendig es ist, daß der Reichstag hier mitspricht und sich nicht nach Hause schicken läßt. Der Unmut wächst. Der Polizeigeist glaubt ihn erdrosseln zu können; er irrt sich. Auch Militär⸗ kommandos haben angeordnet, Sozialdemokraten, die den Lebens⸗ mittelwucher feststellen, in Schutzhaft zu nehmen. Man will uns unschädlich machen und knebeln. Wir wahren das Recht der Kritik. Dieselben Frondeure, die es in der äußeren Politik bis zum Aeußersten treiben, wollen auch das bischen Organisierung der Ernährung in Stücke schlagen. Hinter der Kartoffelversorgung stecken die großagra⸗ nischen Interessen. Herr von Batocki muß alles tun, die Ernährung des Volkes zu sichern.
Von der Tribüne ertönt ein durchdringender Pfiff. Der betreffende Tribünenbesucher erhebt sich und wirft Zettel in den Saal hinab. Vizepräsident Dr. Paasche ordnet an, den Ruhestörer zu entfernen. Ein Diener führt den Ruhe⸗ störer ab.
Abg. So sinski sPolen; Wenn wir die Kalamitätz dieses Sommers ins Auge fassen, sehen wir, daß alle Wirtschaftsregeln verkehrt sind.
Man hat die Landwirte gedrängt, die Kartoffeln zu früh herauszunehmen und abzuliefern. Man hat Leute aufs Land ge⸗ schickt und mit weitgehenden Befugnissen ausgestattet, die vom land⸗ wirtschaftlichen Betriebe keine Ahnung haben; es wurden Aufkäufer bestellt, die bisher mit Schnaps oder Grundstücken gehandelt hatten. Es war keine Vorsorge für Räume getroffen, wo die Kartoffeln auf⸗ bewahrt werden konnten. Bei Kattowitz hat man die Kartoffeln tagelang in Scheunen aufbewahrt. Verschiedene Gemeinden haben ihren wirklichen Bedarf üherschätzt und zu viel bestellt. Daher ist eine große Menge von Kartoffeln verfault. Die öffentliche Gesundheit wurde dadurch gefährdet, daß man Kartoffeln, die nur als Viehfuttzr dienen konnten, der Bevölkerung als Nahrungsmittel zuwies. Be⸗ sonders kraß gestalteten sich die Verhältnisse in Kattowitz. Die Be⸗ völkerung wurde dort gezwungen, halbverfaulte Kartoffeln vom Ma⸗ gistrat der Stadt für 9 M zu kaufen. Die Magistratskartoffeln ver⸗ breiteten einen solchen Geruch, daß man es nicht aushalten konnte. Es ist erklärlich, daß sich der Bevölkerung eine große Aufregung be⸗ mächtigte. Es ist versucht worden, die Unruhen in Kattowitz nicht den verfaulten Kartoffeln des Magistrats, sondern der politischen Ueber⸗ zeugung der Bevölkerung zuzuschieben. In Ruda wurden die verfaulten Kartoffeln an die arme Bevölkerung verschenkt. Die Gemeinden drohten der Bevölkerung, wenn sie sich nicht mitz Kartoffeln ver⸗ sorge, so würde es auf unabsehbare Zeit keine Kartoffeln mehr geben. Es ist dann tatsächlich ein Notstand entstanden. Ungezählte Mengen von Lebensmitteln sind zugrunde gegangen. Wenn der Reichstag von der Regierung Maßnahmen wegen der Versorgung mit Kartoffeln fordert, so dürfen wir die Augen nicht vor der Tatsache verschließen, daß die diesjährige Kartoffelernte mittelmäßig ausgefallen ist. Kar⸗ toffeln, die für die menschliche Ernährung nicht geeignet sind, dürfen nicht dazu verwandt werden. Aber den Arbeitern . eine genügende Menge Kartoffeln sichergestellt werden. Mit Entschiedenheit müssen
wir der Anregung des konservativen Redners widersprechen, die pol; nischen Arbeiter zwangsweise zurückzuhalten und sie stärkeren polizei lichen Zwangsmaßnahmen zu unterwerfen. Einer meiner Freunde wird sich bei anderer Gelegenheit darüber mit dem konservativen Redner auseinandersetzen. Die himmelschreienden Zustände auf diesem Gebiete werden von uns bei anderer Gelegenheit besprochen werden. Richt polizeilicher Zwang ist das geeignete Mittel, die polnischen Ar⸗ beiter festzuhalten, sondern menschenwürdige Behandlung, gesunde Be— köstigung und die Erfüllung der vertragsmäßigen Zusagen, die den Arbeitern bei der Anwerbung gemacht sind.
Abg. Frhr. v. Kerckerinck Gentr.): Den Anordnungen, die in der Ernährungsfrage getroffen werden, muß mit allem Nachdruck Geltung verschafft werden, denn die Not unserer stätdischen Bepölke rung, namentlich in den dichtbevölkerten Industriegebieten, hat einen bedenklichen Grad erreicht. Die Bestände an Nahrungsmitteln sind allerdings vollauf gesichert, aber der Notstand besteht in der mangel haften Verteilung. Unsere Interpellation verfolgt rein praktische Zwecke, sie will die Konsumenten von der Notlage befreien, ohne jedoch die Produktion auch in Friedensjahren zu gefährden. Die nasse Witte rung des Sommers hat die Kartoffelernte beeinträchtigt, dazu kommt der Arbeitermangel. Die Frauen haben die Arbeit notdürftig aufrecht erhalten. Aber es bestehen vielfach Schwierigkeiten in der Be schaffung des Hilfspersonals. In Bayern weigerten sich städtische Arbeiter, für einen Lohn von 5 6 und warmes Mittagbrot auf dem Lande zu arbeiten. Der Mangel an Gespannen trägt nicht dazu bei, die Lage zu verbessern. Die verspätete Ernte, die Neubestellung der Felder, das Dreschen erforderten mit einem Male alle Kräfte. Ein weiteres ungünstiges Moment für die Kartoffelernte liegt auch in ge wissen Maßnahmen der Behörden. Da nenne ich zunächst die Preis politik des Kriegsernährungsamts. Die Druschprämie für Hafer beranlaßte, daß erhebliche Arbeitskräfte für den Ausdrusch eingesetzt wurden, um die Prämie zu verdienen. Dasselbe gilt für die Drusch prämie für Roggen. Die Druschprämien waren allerdings not wendig, um der Brotnot zu steuern. Ein Kardinalfehler war die völlige Ausschaltung des Handels, auch der einheitliche Preis war falsch. Infolge des Preises von 10 „ wurden unreife Kartoffeln auf den Markt gebracht. Das Umschlagsverfahren für die Lieferung ist biel zu schematisch, die zu liefernden Mengen waren nicht vorhanden. Selbstverständlich müssen alle Mittel aufgeboten werden, der Kar toffelnot zu steuern. Aeußerste Mißbilligung verdient es, wenn ein Produzent mit seinen Erzeugnissen aus Gewinnsucht zurückhalten soll te; kein Mittel, dagegen in zuschrei tc wäre zu stark. Für die Konsumenten wird es sich empfehlen, nur Ben Tagesbedarf anzumelden, wie es ja seitens vieler Städte auch bereits geschieht; das Wichtigste ist und bleibt aber die Regelung der Arbeiterfrage. Die Landarbeiter müssen beschafft werden. Zieht man alle Kreise heran, die in solcher zwangslage herangezogen werden können, so wird es auch gelingen, es jetzigen Notstandes Herr zu werden.
Präsident des Kriegsernährungsamtes v.ͤ Batocki: Ich möchte zunächst auf einige Spezialfragen kurz zurückkommen. Was die Frühkartoffelfrage angeht, so habe ich schon gestern gesagt, daß s auch eine Zeit schwerster Sorge für mich war. Es lag das nicht an mangelnder Vorbereitung, sondern die Ereignisse haben alle Vorbe reitungen über den Haufen geworfen. Es trafen zusammen eine zeit weilige Grenzsperre aus neutralen Gebieten, die große Ungunst der Witterung und militärische Ereignisse an der Ostfront, welche starke Zuführen aus Ungarn wegen anderweiter Inanspruchnahme der Eisen bahnen plötzlich aufhören ließen. So versagten die getroffenen Dis positionen, und es war wirklich nicht möglich, gleich einen neuen Plan zu machen. Es mußte mit möglichster Schnelligkeit ver sucht werden, alles, was an Kartoffeln vorhanden war, selbst auf die Gefahr des Verderbens hin, in die am schwersten leiden den Bezirke zu bringen. Wir waren schließlich froh, als endlich doch die schwerste Stockung beseitigt war. Ich kann versichern, daß im nächsten Jahre, wenn, wie wir nicht hoffen wollen, die GEreignisse wieder alle Berechnungen über den Haufen wersen sollten, wir doch über die Schwierigkeiten hinwegkommen werden. Wir werden ja aus diesen Erfahrungen lernen. Aber wie in der Kriegführung überhaupt, so ist auch in der Kriegswirtschaft und in der Kriegskartoffelwirtschaft aus der Erfahrung das zu lernen, daß man sichere Voraussagen niemals machen kann. Dann die Preisfragt Die Auffassung, als ob dabei irgend welche agrarischen Einflüsse geltend gewesen wären, muß ich aufs entschiedenste zurückweisen. Die Winterkartoffelpreise haben im Laufe des Krieges zwischen 2 und geschwankt. Nicht nur landwirtschaftliche Kreise, sondern auch treter von Städten und Industriegebieten haben erklärt, daß die setzung von 2,75 A für den Zentner ein schwerer Fehler gewesen ist, daß sie sehr schädlich gewirkt habe, nicht sowohl für die Erzeuger als für die Verbraucher. Nun dürfen Sie niemals vergessen, daß es für den Erzeuger sehr schön ist, wenn er seine überflüssigen Kar offeln abgeben kann. Das kann er auch zu mäßigen Preisen, aber für den Kleinbetrieb ist es besonders schlimm und sehr verlustreich, wenn er bei weniger günstiger Ernte diejenigen Kartoffeln abgeben muß, die nötig braucht, um seine Wirtschaft aufrecht zu erhalten. Das bringt einen Schaden, der mit normalen Preisen gar nicht gut gemacht werden kann. Deswegen muß man den Preis so stellen, daß eine gar zu schwere Schädigung derjenigen, die die Kartoffeln hergeben müssen, vermieden wird. Bei einer niedrigeren Preisfestsetzung, das kann ich versichern, würde unsere Kartoffelwirtschaft zusammenbrechen. Es gibt volkswirtschaftliche Dinge, die sich nicht auf den Kopf stellen lassen, wo man die allgemein wirtschaftlichen Verhältnisse berück- sichtigten muß. Was die Schweinepreise betrifft, so haben sie zweifel⸗ los eine unerwünschte Höhe angenommen. Aber gerade in einem Augenblick, wo die Ernährung der Schweine aufs äußerste zurück gegangen ist, mit einer gewaltsamen Verbilligung der Schweinepreise vorzugehen, uin Kartoffeln zu schonen, mit einer solchen Maßnahme wäre dem kleinen Betriebsinhaber, aber vor allem auch dem Konsu menten wahrhaftig nicht gedient. Also ich bereue keinen Augenblick, daß die Kartoffelpreise auf 4 „6 festgesetzt sind; es würde ein schwerer Fehler und ein Rückschritt sein, wenn sie niedriger gesetzt würden; ich denke auch jetzt nicht daran, es wäre eine schwere Schädigung der Versorgung und eine erneute große Beunruhigung auch der Konsu menten. Nun sind mit einer gewissen Schärfe die Versuche zurück⸗ gewiesen worden, den Minderbemittelten durch Zuschüsse die Kar⸗ toffeln zu verbilligen. Es sind nur ganz wenige Gemeinden, die mit dem Satze von 5,50 S nicht auskommen; es sind nur die Groß⸗ städte, wo die Verbraucher schlechter stehen wie anderswo. Diesen Einwohnern sollte durch den Ausgleich geholfen werden. Das ist geschehen nach dem Vorgange einer großem Reihe städtischer Ver waltungen, deren Bürgermeister dieses System der Zuschüsse für ihre Bevölkerung angewandt haben; ich bin auch aus diesen Kreisen ersucht worden, trotz aller Widersprüche des Städtetages weiter in dieser Richtung zu wirken. Also es handelt sich hier nicht etwa um einen unbewährten Weg, sondern um einen solchen, der in einer Reihe
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von Städten mit bestem Erfolge und zur Zufriedenheit der Ver
braucher beschritten worden ist. Alle diese Dinge haben eben ihre zwei Seiten; über die Maßnahme einfach zur Tagesordnung überzugehen, könnte mehr nr als nützen. Dann war die Rede von den Brennereien. Hier ist die Preisfestsetzung eine Sache, die die Heeresverwaltung mit den Brennereien auszumachen hat, da der Spiritus hauptsächlich für Heereszwecke dient; die Heeresperwaltung weiß, was sie braucht und welchen Preis sie anzulegen hat. Würde ich mich da einmischen, so würde tatsächlich eine Nebenregierung entstehen, die die Herren nach anderer Richtung so scharf kritisieren. Nun möchte ich noch die Herren bitten, nicht Aeußerungen, die von allen möglichen anderen Seiten gefallen sind, so aufzufassen, als ob sie irgendwie mit mir und meinem Amt zu tun haben. Ich kann unmöglich verantwortlich gemacht werden dafür, daß die „Brennerei⸗Zeitung“ so unvernünftig gewesen ist, von einer Ernte von 60 Millionen Tonnen u schreiben; ebensowenig, wenn Konsumentenorgane verlangen, daß jedem einzelnen Landwirt vor geschrieben wird, welches Getreide er bauen soll, und andere unver⸗ nünftige Sachen. — Das in der „Brennerei⸗Zeitung“ war noch nicht einmal das Schlimmste, von allen Seiten wird gesündigt. Auch die
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(Fortsetzung in der Zweiten Beilage)
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(Fortsetzung aus der Ersten Beilage.)
Aeußerungen von politisch fühlenden Landwirten der landwirtschaft⸗ lichen Korporationen ins Feld zu führen, geht nicht an; da reicht mein Einfluß nicht soweit; auch da muß ich vielen Unsinn und viele falsche Behauptungen über mich ergehen lassen. Mit großer Freude habe ich pon Herrn Sachse gehört, wie gerade von seiner Seite die Landwirte und auch die Behörden mit Verständnis für die Schwierigkeiten ihrer Aufgaben behandelt worden sind. Wenn solche Auffassung, die das gegenseitige Verständnis für die Schwierigkeiten und die Notlage be⸗ kunden, in recht weiten Kreisen bekannt wurden, könnte es von großem Nutzen sein. Herr Wurm hat hier anders geurteilt. Er hat eine merk⸗ würdige Ansicht von der Auffassung des preußischen und deutschen Be⸗ amten. Auch sonst habe ich solche Auffassung in der Oeffentlichkeit gehört. Wenn man jetzt den Beamten in ihrer Gesamtheit vorwirft, kaß sie nur um ihrer Karriere willen arbeiten, dann ist das so, als ob man dem Soldaten vorwirft, er kämpfe nur tapfer, um Unter— offizier zu werden. Wenn wir gegenseitige Mißachtung gegeneinander perbreiten, so kann das unserem Volke nicht zum Segen gexeichen. Auch ich foll nur unter dem Drucke und aus Angst vor dem Reichs⸗ sage erst die notwendigen Maßnahmen ergriffen habenz aus Angst tue ich nicht meine Pflicht. Das steht tief unter mir. Ich habe selbst⸗ perständlich, sobald ich die Schwierigkeiten der Kartoffelversorgung im Oktober übersehen konnte, alle Maßregeln getroffen und hatte längst alles getan, ehe ich von dem Einbringen der Interpellation erfuhr. Selbftverftändlich sind mir die hier gemachten Anregungen willkommen. Ich bitte aber, nicht an mich oder meine Mitarbeiter heranzutreten, als ob wir nur unter dem Drucke des Reichstages unsere Pflicht täten. Meine Rede soll eine solche der Resignation gewesen sein. Ich bin mir nur klar geworden über die praktischen Möglichkeiten, soweit nach gesundem Menschenverstande gehandelt erden kann. Wenn man sich einbildet, von einer Stelle aus alles machen zu können, so kommen wir auf den Standpunkt des Polizei⸗ ssaates. Wenn man von mir verlangt, unsere ganze Gesellschafts⸗ und Wirtschaftsordnung zu ändern, so wäre das doch zu weitgehend. Von Resignation ist keine Rede. Ich gehe mit voller Klarheit der Grenzen der Möglichkeit und mit dem vollen Entschluß, alles zu tun, an meine Aufgabe. Ich bin überzeugt, daß es geschehen wird, im Vertrauen auf die Tüchtigkeit des deutschen Volkes. Angenehm ist mir dabei die enge Fühlung mit dem deutschen Volke gewesen, mit dem deutschen Volke, das mit solchem Heldenmut in der Landwirt schaft und in der städtischen Bevölkerung die Lasten des Krieges trägt. Ich hoffe, daß, wenn es so weiter geht, auch mein Werk ge lingen wird.
Abg. Hüttm ann (Soz) : In den meisten Grosßstädten und auch in einem großen Teile der Miktelstädte, nicht zuletzt in den In⸗ dustriebezirken herrscht ein geradezu unglaublicher Mangel an Kar soffeln. Alle Bemühungen der Stadtverwaltungen sind nicht aus⸗ reichend, um die Schwierigkeiten zu überwinden. Oh es in der nächsten Zeit gelingen wird, einigermaßen die Kartoffelernährung sicherzustellen, weiß auch der Präsident, des Kriegsernährungsamts nicht zu sagen. Den guten Willen bestreite ich nicht. Aber wür erleben es doch, daß wir aus einer Kalamität in die andere kommen. Herr ron Batocki suchte die jetzigen hohen Kartoffelpreise zu rechtfertigen. Aber diefe können nicht zu einer Regelung der Ernährung und einer regelmäfsgen Kartoffelzufuhr für die Verbraucher führen. Die schwankenden Zufuhren hängen mit den schwankenden Preisen zu⸗ sammen. Die Aufgaben, die der Krieg den Städten auferlegt, sind außerordentsich groß. Die Städte haben auch in der Zukunft große Aufgaben zu erfüllen, weshalb ihre Finanzen nicht zerrüttet werden dürfen. Es ist deshalb außerordentlich zu bedauern, daß die Städte jetzt auch Zuschüsse für die Ernährung leisten müssen, Durch die Kar⸗ toffelnot ist für weite Kreise die Ernährung sehr schwierig geworden. Man soll doch nicht vergessen, daß man jetzt die doppelte Menge Kar⸗ foffeln als im Frieden braucht. Wenn die Ernte jetzt 40 Millionen Tonnen beträgt, dann muß man ihre Verwendung für andere Zwecke als die der Ernährung auf das äußerste einschränken. Ebenso sollte man die Absperrung der einzelnen Bundesstaaten von einander nicht dulden. Die organisatorischen Fragen sind gewiß nicht leicht zu lösen. Aber die alten Wege im Verkehr zwischen Produzenten und Konsu⸗ menten sind jetzt nicht aufrecht zu erhalten. Bei dem Einfluß des Agrariertums auf die Behörden ist es doch ganz erklärlich, daß die Kriegsmaßnahmen die größten Widerstände zu überwinden haben. Deshalb wind auch das Kriegsernährungsamt mit allen Mitteln be, kämpft. Bei der Haltung der ausschlaggebenden agranischen Kreise darf man sich nicht wundern, wenn auch die kleineren Agrarier über die In⸗ seressen der städtischen Bebölkerung mit der gleichgültigsten Miene hin weggehen. Jetzt folgt eine Preissteigerung der anderen. Dadurch geht jedes Vertrauen verloren. Dieses kann aber zurückgewonnen serden, wenn man den besten Willen hat, die Dinge nicht nur zum Nutzen der Produzenten, sondern auch der Konsumenten zu regeln. Auf eine Besserung in der Preisbildung der Kartoffeln ist kaum zu rechnen. Wir wollen abwarten, was Herr von Batocki erreichen wird. Wir können nur wünschen, daß es gelingen wird, die notwendigen Mengen zur Verfügung zu stellen. Die Vorräte für den Winter sind für den Verkehr nur schwer zu erschwingen. Die Städte haben sich bemüht, größere Vorräte einzusammeln, sie haben aber keinen Erfolg gehabt. Es wird, wie im Landkreise Hanau, einer Beschlagnahme be⸗ dürfen. Daß die Landwirte hinsichtlich des Mangels an Arbeits⸗ kräften sich in einer Notlage befanden, wird nicht bestritten. Aber schon iel früher mußte man sich nach Arbeitskräften für das Land um⸗ sehen. Das Kriegsernährungsamt mußte die Frage viel früher prüfen, um den Landwirten mit den Militärbehörden zu Hilfe zu kommen. Man könnte gemeinsam mit der städtischen Bevölkerung helfen, aber nicht durch die städtischen Kinder oder durch die Kriegerfrauen, Auf dem Lande wird vielfach nur die Witwen- und Waisenunterstützung gewährt. Will man Kriegerfrauen zur Arbeit gewinnen, so muß mam andere Mittel anwenden, wie dies Herr Schiele im Auge hat. Die Kriegerfrauen haben physisch und psychologisch am meisten ge⸗
ist Man sollte ihnen nicht die Unterstützung abziehen, sondern ihnen einen entsprechenden Lohn geben, wenn sie mithelfenz man sollte da nicht knauserig sein. Die bisherige Tätigkeit des Kriegs⸗ ernährungsamtes auf allen Gebieten ist bisher durchaus unbefrie⸗ digend. Wir haben, uns bisher nur durchgehungert. Der ganze bureaukrgtische Apparat läßt sich nicht ohne weiteres heseitigen, aber innerhalb zweier Jahre hätte man wenigstens die gröbste Form einer Neuorganisation schaffen können. Es hat am guten Willem gefehlt und an der inneren Ueberzeugung bei den leitenden Personen, daß mehr geschehen muß für die Ernährung. Ich möchte den verantwort— lichen Personen dringend ans Herz legen, zu tun, was irgend möglich ist, um die wachsende Unzufriedenheit aus der Welt zu schaffen, die daraus entsteht, daß keine Vorräte für die Ernährung vorhanden sind. Das, was vorhanden ist, muß abgegeben werden zu einem er⸗ schwinglichen Preise. Die Zentralstelle muß noch viel mehr tun, um auch nur dem dringendsten Bedürfnis zu genügen. Es darf nicht, wie im vorigen Jahre, passieren, daß große Mengen Kartoffeln er⸗ frieren und die Städte im Winter Mangel an Kartoffeln haben; das würde eine heillose Erbitterung hervorrufen. Die Regierung hat alle Vorkehrungen zu treffen, die geeignet sind, das Volk mit Kartoffeln sicherzustellen; sie muß einen energischen und festen Willen zeigen. Das gilt namentlich vom Kriegsernährungsamt. ö kö
Abg. Küel (sortschr. Volksp.): Alle Parteien sind darin einig, ß es wirklich dringend notwendig ist, mit den KartWffeln haus. hälterisch umzugehen, Die Bevölkerung muß in die Lage versetzt
Zweite Beilage zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlich Preußischen Staatsanzeiger.
Berlin, Sonnabend, den 14. Oltober
werden, schon in der nächsten Zeit ihre Winterkartoffeln einzulagern, sonst werden wir wieder Kartoffelpolongisen erleben wie die Eier⸗ usw. Polonaisen. Vielleicht könnte auf dem Lande den Kindern während der Kartoffelernte der Nachmittag zur Ausnahme freigegeben werden. Wenn man dem Bauern außer dem Getreide auch die Kar⸗ toffel fortnimmt, so muß man ihm auch das Vieh fortnehmen. Die Kartoffeln, die nicht zur menschlichen Ernährung dienen können, sollen verfüttert werden. Die Futtermittel sollten nur nach der Zahl des Viehs verteilt werden, damit die kleinen Bauern nicht zuguns großen Besitzer benachteiligt werden. Der Präsident ernährungsamts hat eine solche Verantwortung abgelehnt. Ich
er muß sie tragen. Die Versicherung des Präsidenten, daß de toffelpreis unter keinen Umständen erhöht werden soll, war Wichtigste, was er gestern gesagt hat. Würde diese Versicherung nicht befolgt, so wäre das der beste Antrieb gewesen, die Kartoffeln ganz und gar zurückzuhalten.
Abg. Heckmann (nl. : Wenn ich das Wort genommen habe, so geschieht es nur, weil mir in letzter Zeit Mitteilungen aus Bochum zugegangen sind, die einer Aufklärung das Kriegsernährun bedürfen. Es scheint mir, daß die Bevölkerung und auch die Behörder noch nicht völlig von dem Ernst der Lage durchdrungen sind. Man sollte bedenken, was es für eine industrielle Bevölkerung heißt, von der Hand in den Mund zu leben. Wäre die Landwirtschaft von dem Ernst der Lage in diesen Kreisen besser unterrichtet, so würde sie alles aufbieten, hier helfend einzugreifen. Sie soll sich der Dichter⸗ worte erinnern: „Wir wollen sein, ein einzig Volk von Brüdern.“ Nach Mitteilungen, die mir geworden sind, soll der Präsident des Kriegsernährungsamts erst letzten Donnerstag von der Kartoffelnot in Bochum unterrichtet worden sein. Ich halte das für unmöglich, denn schon lange vorher hat sich die Vertretung der Stadt an das Amt gewendet. Weiter erfahre ich, daß die Fabriken des Kreises Garde⸗ legen, die sich die für Bochum bestimmten Kartoffeln unberechtigt an geeignet haben, bereit seien, die Kartoffeln als Speisekartoffeln her zugeben, wenn ihnen ein Preis von 6,40 A gezahlt würde. Ich bitte den Präsidenten des Kriegsernährungsamtes, sein Möglichstes zu tun, um hier Wandel zu schafen. Nur wenn auf diesem Gebiete das Aeußerste aufgeboten wird, wird es möglich sein, den Krieg zu einem glücklichen Ende zu lenken.
Abg. Arnstadt (dkons): Alle stimmen darin überein, daß die Kartoffelernte die dringendsté Aufgabe des Tages ist. Auf die All gemeinheit lassen sich die Schlüsse, die der Abg. Sachse aus dem Erlasse eines Landrats gezogen hat, der nicht Landwirt ist, nicht ziehen. Der Abg. Sachse war überhaupt mit seinem Urteil gestern schnell fertig. enn die Landwirte höhere Löhne zahlen, dann ist die Abhilfe da. Nein, so liegt es nicht; es müssen auch die genügenden Arbeitskräfte de Die Getreideernte hat sich um vierzehn Tage verzögert, vornehmlich wegen der ungünstigen Witterung und des Mangels an Arbeitern, aber besonders auch wegen des Mangels an Gespannen. Die Pferdeaushebungen stellen vielfach einen schweren Eingriff in die landwirtschaftlichen Betriebsverhältnisse dar. Der Landwirt ist in jeder Weise bemüht, den dringenden Anforderungen des Kriegsernährungsamtes nachzukommen. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe sind unberechtigt. Die Reichskartoffelstelle hat wegen Ueberangebots die Frühkartoffeln nicht zum Teil sofort abgenommen oder abnehmen können, und die Folge war, daß ein Teil verdorben ist. In der Oeffentlichkeit ist man dann schnell mik der Auffassung bei der Hand, daß die Kartoffeln aus Gewinnsucht verderben. Man muß gerecht urteilen und diese ewigen Vorwürfe gegen die Landmirt⸗ schaft endlich unterlassen. Sie nutzen der Landwirtschaft nicht, son— dern verbittern nur weite Kreise der Produzenten, und das dient nicht dazu, die Produktion zu heben. Schaltet man den Handel aus, so muß man es auch auf sich nehmen, daß einmal zu viel, einmal zu wenig Kartoffeln vorhanden sind, Stockungen lassen sich da nicht vermeiden. Es ist ein Unding, den Preis für die Eßkartoffeln dauernd zu niedrig und niedriger als den Friedenspreis zu halten. Der Konsument muß unter den obwaltenden Umständen mit den Kartoffeln, wie sie ihm nun einmal zugeführt werden, fürlieb nehmen. Herr Wurm findet 4 MS für den Zentner viel zu hoch. Er bezieht sich dafür auf die Herren Dr. Wendorff und den sozialdemokratischen Preußischen Ab— geordneten Hofer. Ich könnte ihm zahlreiche gleiche Autoritäten ent— gegenhalten, die anderer Meinung sind. Herr Wurm hat in den beiden Kriegsjahren nichts zugelernt. Im Auslande sind die Kar— toffelpreise viel höher als bel Uns. Auch Herr Wurm hat keinen An⸗ trag auf Herabsetzung derselben gestellt. Wir haben nicht mit einer guten und nicht mit einer Normalernte zu rechnen. Selbst in Friedenszeiten würden wir heute einen Preis von etwa 4 „ haben; Trotzdem stehen wit mit dem Kriegsernährungsamtspräsidenten auf dem Standpunkt, daß dieser mäßige Preis nicht er— höht werden soll. Selbst in Friedenszeiten war die Differenz zwischen Herbst- und Frühjahrspreis höher als 1 (. Schwund und Risiko machen viel mehr als eine Mark aus. Bei den Landwirten werden die Kartoffeln sicher auch besser aufbewahrt als in den Städten. Auch wir meinen selbstverständlich, daß die Saat⸗ kartoffeln nicht zur Umgehung des Höchstpreises dienen dürfen. Aber für die notwendigen Saatkartoffeln muß unbedingt gesorgt werden. Viele Teile Deukschlands sind direkt auf umfangreiche Einfuhr von Saatkartoffeln angewiesen. Die jetzige zum Teil unbefriedigende Kar⸗
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t toffelernte ist vielfach auf Mängel in den Saatkartoffeln zurückzu⸗ führen. Bei der Beschlagnahme der Kartoffeln darf nicht zu weit gegangen werden. Den Landwirten muß eine genügende Menge gelassen werden. Es darf nicht vorkommen, daß aus Mangel an dem nötigen Vorrat Land unbestellt bleibt. Mit Genugtung haben wir die Mei⸗ nung des Herrn von Batocki über die Ernteschätzungen vernommen.
daß es auch für einen Sachverständigen nicht leicht ist, den Ernteertrag richtig einzuschätzen. Deshalb sind die Verurteilungen von Krieger=
frauen wegen ungenauer Schätzungen sehr zu beklagen, da ihnen hier etwas zugemutet wird, was selbst ein Sachverständiger nicht leisten kann. Gerade unsere Landwirtefrauen haben sich während dieses Krieges glänzend bewährt. Zum Schluß bitte ich, das Beschlag⸗ nahmeverbot für Obst aufzuheben. Es ist schon genug Obst verfault. In der Zeit, wo jedes Nahrungsmittel voll ausgenutzt werden muß, darf nichts umkommen.
Abg. Werner-⸗Hersfeld (Deutsche Fraktion): Im Laufe der Debatte sind so viel Wänsche an Herrn von Batocki gerichtet worden, daß er schwerlich allen nachkommen kann. Es ist wirklich schwer, alle Mißftände durch lange Reden aus der Welt zu schaffen. Es war erfreulich, zu hören. daß im Laufe der Jeit genug Kartoffeln zur. Verteilung gelangen, können. DiFe Landbevölkerung hat schon längst den Ernst der Situation erfaßt und ist mit ihrer Gesamtheit bestrebt, die Wünsche der anderen Be— völkerungsklasse so bald als möglich zu erfüllen. Sie trifft deshalb nicht die Schuld an der Kartofselnot. Der Mangel an Arbeitskräften ist das Schlimmste, worunter die Landwirtschaft zu leiden hat. Ihn zu beseitigen, daran hätte das Kriegsernährungsamt früher denken ollen. Der Anerkennung der Landwirtefrauen kann auch ich mich nur anschließen.
ö. Schiele (kons ): Von den hohen Vewiensten d Brennereien, Stärkefabriken und Kartoffeltrocknereien kann keine Re sein. Man sollte sich hier vor maßlosen Uebertreihungen hüten.
Präsident des Kriegsernährungsamtes von Batoeki: So unvernünftig, wie im allgemeinen geurteilt wird, sind unsere Maß⸗ nahmen in der Obstfrage doch nicht gewesen. Dann ist noch einmal der Brief an ein Vorstandsmitglied des Kriegsernährungsamtes, er⸗ wähnt werden. Herr Dr. Müller korrespondiert ständig mit den ihm be⸗ kannten Herren aus der Gewerkschaftöbewegung. So hat sich auch der
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e de
1916.
Leiter des Konsumvereins in Düsseldorf an ihn gewandt. Diese und andere Wünsche hat Dr. Müller dann immer vertreten. Die in diesem Briefe geäußerten Wünsche wurden der Reichskartoffelstelle über⸗ wiesen mit dem dringenden Ersuchen, Abhilfe zu schaffen. Auch schrieb Dr. Müller dem Herrn einige tröstende Worte. In dem Briefe wird darauf hingewiesen, zuerst auf die lokalen Stellen zu drücken, um Kartoffeln zu erhalten. Daraus kann doch niemand die Absicht heraus- lesen, daß das Kriegsernährungsamt auf Selbsthilfe verweist. Daß die Rot in Bochum so akut geworden war, haben wir erst am Mit woch oder Donnerstag voriger Woche erfahren. In der Frage der unsortierten Kartoffeln muß man sich bei der Preisfeststellung die⸗ selben ansehen. Sind sie gesund, dann ist der in Frage kommende Preis gerecht, sind schlechte darunter, so ist er zu hoch. In Fällen, wo die Landwirte keine sortierten Kartoffeln liefern ßte man natürlich
e konnten, muß lich die Städte auffordern, jemand hinzu⸗ chicken, um die unsortierten Kartoffeln anzusehen. Das kann doch nur an Ort und Stelle Meiner Bewunderung über die Leistung der Landwirtefrauen im Kriege glaube ich klar und deutlich genug Ausdruck gegeben zu haben. Dann ist auch wieder von den eleganten Räumen gesprochen worden, und von den Klubsesseln. Ich würde mich freuen, wenn man uns öfter in unseren Räumen be⸗ sucht und die Betreffenden in unseren Klubsesseli angenehmes Sitzen erleichtert die Verhand Bequemlichkeit ha Berechtigung.
Damit schließt die Interpellation.
persönlichen Bemerkung verwahrt sich .
ortschr. Volksp.) gegen ein Mißverständnis, das
Ausführungen bei dem Abg. Stubbendorf unterlaufen ist.
bg. Hoff arauf wird die Sitzung abgebrochen. Nächste Sitzung Donnerstag, den 26. Oktober, Nachmittags 2 Uhr (Anträge des Haushaltsausschusses, be treffend die Auslandspolitik usw.).
; Schluß gegen 6 Uhr.
Handel und Gewerbe. im Reichsamt des Innern zusammen⸗ „Nachrichten für Handel, Industrie und Landwirtschaft“ ) Norwegen.
Ausfuhrverbot. Ein Rundschreiben des Departements de Aeußern vom 30. September 191 verbietet die Ausfuhr von Stahl- und Etsendraht, gezogen oder gewalzt, jeder Art. (Morgenbladet.)
— In der gestrigen Bllanjsitzung der H. Fuchs, Waggon; fabrik A. G., Heidelberg über das Geschäftsjahr 1915 16 hat der Aaäfßchtsrat beschlossen, nach Vornahme der Ab⸗ schreibungen die Verteilung einer Dtvidende von wieder 90½ in Vorschlag zu bringen. Die Generalversammlung findet am 10. No—⸗ vemher d. J. stait.
Wien, 13. Oktober. (W. T. B.) Die Börse eröffnete in fester Stimmung bet weiter anziehenden Kursen für Montan und Munitiongwerte. Nach Erledigung der ersten Kaufaufträge trat eine leichte Absocha chung ein, ohne jedoch die feste Grundstimmung des Marktes nennentzwert zu beeinflussen. Der Schluß ersolgte bei ge⸗ ringfügigen Umsätzen in erneut fester Haltung. Anlage werte waren unverändert fest.
— Die Gesamtausbeute der in ber Trans vaal Chamber of Mines vereinigten Minen betrug laut Meldung des W. T. B. im September 1916 771 567 Unzen Gold im Werte von 3777408 Pfo. Sterl. Ende des Monats waren in Goldminen, Kohlenbergwerken und Diamantmlnen 214 500 Arbeiter beschäftigt.
London, 12. Oktober. (G. C. B.) Bantausweis der Bank pon England. Gesamtreserve 37 292 000 (gLegen die Vorwoche Zun. 1276 00 Pfd. Sterl., Notenumlauf 36 854 009 (Ahn. 219 009) Pfd. Sterl.,, Barvorrat 5h 696 009 (Zun. 1065 900) Pfd. Sterl., Wechselbestand 102 773 000 (Abn. 6 395 000) Pfd. Sterl., Guthaben der Privaten 109 361 000 (Abn. 8 041 000) Pfd. Sterl., Guthaben des Staates 55 135 000 (3un. 2 899 000) Pfd. Sterl., Noten referve 35 411 000 (Zun. 1237 000) Pfd. Sterl., Regierungssicher. helten 43 185 000 unverändert) Pfd. Sterl. — Prozentverhältnis der Reserven zu den Passiwen. 22,57 gegen 2123. Glearinghouse⸗ umsatz 327 Millionen, gegen die entsprechende Woche des Vorjahre mehr 58 Millionen.
Paris, 12. Oktober. (W. T. B. Bankaugweig. Gold in den Kassen 4 181 976 500 (gegen die Vorwoche Zun. 16 088 000) Fr., Gold im Augland 674 558 605 (unverändert Fr., Barvorrat in Silber 332 287 000 (Abn. 2 818 000) Fr., Guthaben im Ausland 889 834 909 (Jun. 60 028 000) Fr., Vom Moratorium nicht betroffene Wechsel Ih 227 000 (Abn. 765 528 9000) Fr., Gestundete Wechsel 1 379 850 000 (Abn. 3 127 000) Fr., Vorschüsse auf Wertpapiere 1 177 313009 Zun. 4 349 009) Fr., Krlegsvorschüsse an den Staat 8 Soo 009 000 unverändert) Fr., Vorschuß an Verbündete 1 530 000 0909 (Zun. 20 000 000) Fr., Notenumlauf 17 028 894 000 (3un. 17 750 0090) Fr., Schatzauthaben 48 295 0090 (Abn, 10 810 000) Fr., Privatguthaben 2 345 844 000 (Zun. 93 676 000) Fr.
Börse in Berlin (Notlerungen des Börsenvorstandes)
vom 14. Oktober vom 13. Oktober
für Geld Brief Geld Brief S6 e
New York 1ẽDollar ö, 5 248 . 3560 3 160 Gulden ! 227 227 3 Dänemark 100 Kronen J 56 166 1566 Schweden 1090 Kronen ö 159 159 Norwegen 100 Kronen 81 59 1581 159 Schwe 100 Franken 1063 06 1063 106
Wten⸗ ;
Budapest 109 Kronen 68, 96h 69, 0h 68,95 69, 0h Bulgarien 100 Leva 79 80 79 80
Der heutige Wertpaptermarkt zeigte eine feste Haltung. Die fremden Börsen meldeten gleichfalls bessere Notierungen, sodaß auch hier eine zuversichtlichere Stimmung Platz greifen konnte. Einige gut- ländische Renten zeichneten sich durch festere Haltung aus. Von Hättenwerten waren Taurahütteaktien fester. Schluß still.
Kursberichte von auswärtigen Fondsmärkten. London, 12. Oktober. (W. T. B.) 249i Englische Konsols 58, h o/o Argentinier vou 1886 92. 4 0 Brastlianer von 18389 bot, 4 0E Japaner von 1899 703, 3 oso Portugiesen — 5900 Russen